verstarb.
Verdunkelungszeit
7. September von 20.58 bis 6.13 Uhr.
muß
35. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
er
sich
die
tag, NUS sehr
dringend noch auswärts müßte. Dann eilte in den Operationsraum.
Die Oberin rief in der Villa an. Anna erhob miide von der Couch und ging zum Apparat.
Man hat die geschichtlichen Fakten, spielend uni das Jahr 1760 in den Schlössern Oranienbaum und Peterhof bei Petersburg, bisher bei uns, wie es ja nahelag, meist ausschließlich vom deutschen 'Standpunkt aus betrachtet, d. h. sie vor allem in ihrer Bedeutung für die Situation in Europa und die Entwicklung Preußens gewürdigt: im Siebenjährigen'Kriege war es für Friedrich TI. vielleicht die schicksalentscheidende Wendung, jedenfalls aber eine außerordentliche Entlastung, als nach Elisabeths Tode zunächst der vom preußischen Wesen entzückte, in Potsdamer Uniformen spielerisch verliebte Peter an die Regierung kam. Gobsch sieht die Dinge als eine Episode der russischen Geschichte; im dynastischen Streit um Thronfolge und Macht in Rußland erscheinen ihm die höchst ungleichen
„Dann bringe ich alles Erforderliche mit", erklärte Brügger. Er hängte an.
Doktor Brügger, ein Mann, dem zwei Tage und zwei Nächte bös zugesetzt hatten, sah mit verstörten Blicken um sich. Boy krank! Schwer krank. Wie kam der Junge auf die Bündlesalpe? Brügger riß sich zusammen und trug der Oberin auf, seinen Wagen vors Krankenhaus zu bestellen. Hingerl wegen des Instrumentariums und des Mitkommens zu verständigen und — ja, auch dieses noch — seine Frau davon in Kenntnis zu setzen, daß er
„Ich freue mich wirklich. Wie kommt ihr denn nach Trettau?"
„O mei, halt so eine kleine Fahrt, wie wir sie öfter machen. Ein bissel Rekognoszieren für das Hochlandlager im Juli. Geht's Ihnen gut?" forschte er besorgt, denn er hatte die Tränenspuren wohl bemerkt.
„Jawohl, Schorschi , lächelte sie tapfer. „Wieviel seid ihr denn?"
„Zwanzig Mann."
„Lauter Münchener?"
„Lauter. Wir bleiben über Nacht hier."
„Habt ihr denn schon ein Quartier?"
„Eigentlich nicht. Wir wollen zum Bürgermeister deswegen."
„Damit wird's bös ausschauen jetzt in der Saison. Aber ich weiß Rat, Mein Mann ist leider nicht da. Ich riskiere es eben so. Ich werde euch drüben in unserer neuen Heilstätte unterbringen. Nur auf die Böden müßt ihr mir achtgeben."
„Au, das wäre pfundig!"
„Seid ihr müd'?.Habt ihr Hunger?"
„Hunger haben wir immer. Und müd'? Es geht an. Ein paar von den Buzeln tun sich ja schon hart, aber sie lassen sich nichts anmerken. Vop Immen- stadt aus sind wir geradelt."
„Führe deine Buben hinters Haus in den Garten. Ich richte euch etwas zum Vespern. Später gehe ich mit euch hinüber zum Neubau und zeige euch, wo ihr schlafen könnt."
„Danke schön", sagte der Glast salutierend, knallte die Absätze zusammen und ging hinaus.
Anna wirbelte in die Küche und hielt mit der Resi Beratung. Es war ihr ein bißchen leichter. Das Austauchen der Buben bedeutete Ablenkung und Trost. Vorgestern waren die Krankenbetten drüben aufgestellt worden. Was verschlug's, wenn die Pimpfe mal eine Nacht oder zwei darin schliefen. Der Glosl würde schon dahinter her. fein, daß sie es nicht zu arg trieben.
(Fortsetzung folgt.)
Leben ging? Blinddarmgeschichten konnten gefährlich sein.
Sie preßte die heiße Stirn an die Fensterscheibe. Es fiel ihr ein, daß aus ihrer Beichte nun nichts werden könnte, da Martin wegfuhr. Und er nahm ein falsches Bild von ihr mit auf den Weg. Wie, wenn der Kranke in seinem Fieberwahn nun alles preisgab? Es war zum Wahnsinnigwerden. Immer neue Schwierigkeiten und Verwicklungen. Nahm das denn nie ein Ende?
In diesem Augenblick wurde chre Gedankenkette durch ein Ereignis auf der Straße.unterbrochen. Sie hörte näherkommenden Gesang, helle, sich überschlagende Bubenstimmen. Ein Trüpplein Pimpfe bog um die Ecke, in Zweierreihe, die Stahlrösser neben sich und den schwer bepackten Tornister auf dem Radständer. Auf den blonden und dunklen Haaren saß verwegen das Schiffchen. Die genagelten Dergschuhe stampften im Takt.
„Der Wind weht über Feldern
Ums regennasse Zelt,
Der Kaiser muß gen Geldern, Seine Reiter ziehn ins Feld."
„Abteilung halt!" kommandierte eine Helle, energische Stimme. „Rührt euch!" Die Pimpfe hielten gerade vor dem Doktorhaus.
Kurz darauf klingelte es. Anna ging selbst an die Haustür, um zu öffnen. Einer der Jungen stand draußen und schlug die Hacken zusammen. Sein Gesicht strahUe.
„Ach, du bist-es! Schau einer an! Das ist aber schön!"' begrüßte Anna ihren ehemaligen Schüler Georg Glos und streckte ihm erstellt die Rechte hin.
Schorschi drückte Annas Finger kräftig und schien offensichtlich bewegt von dem Wiedersehen. Er versuchte jedoch seine Rührung hinter rauhem Manneston zu verstecken.
„So, da wären wir. Es sind noch ein paar von der Klasse dabei. Ich habe es Ihnen doch versprochen, daß ich Sie aufsuche, wenn ich einmal in die hiesige Gegend komme, Fräulein — Frau Doktor."
**95Jahre alt. Frau Wwe. Marie C o r v i - n u 5, geb. Kromm, aus Bindsachsen (Kreis Büdingen), die seit Jahren im hiesigen Altersheim in der Licher Straße wohnt, vollendet am morgigen Diens- 8. September, ihr 95. Lebensjahr. Frau Corvi- ist seit drei Jahren erblindet, geistig aber noch regsam und nimmt an unserem Zeitgeschehen
Dr. Brüggers Patientin
Roman von Walter Klöpffer
Anna erschrocken.
„Ja, der. Leider."
„Wo befindet er sich denn?"
„Wenn ich recht verstanden habe, in der Nähe von Jungholz, in einer Sennhütte. Ich schätze, das wird so dreißig Kilometer von hier sein. Mehr weiß ich selbst nicht."
„Können Sie nicht meinen Mann an den Apparat holen?"
„Dgs ist leider unmöglich. Der Herr Doktor operiert gerade. Er fährt gleich von hier aus nach Jungholz. Schicken Sie mir, bitte, den Hingerl ans Telephon, ich muß ihm Verschiedenes sagen. Er soll auch den Wagen bringen."
„Es ist recht", erwiderte Anna. Sie rief den Gärtner herbei und begab sich in ein anderes Zimmer, um in Ruhe alles zu überdenken. Sie hatte plötzlich eine drosselnde Angst unklarer Art. So schnell iilso waren ihre bösen Wünsche in Erfüllung gegangen. Kaspar Fender krank, wie seltsam! Sie versuchte Befriedigung zu verspüren, aber es gelang nur halb. Ob er wohl durchkam? Ob es ihm ans
wischenreich zustande brachten. Die Planung ü Beendigung des Krieges fertig vorliegen.
Kutturpflege als Kriegsaufgabe.
„Hier Trettauer Krankenhaus. Ja, ich bin's, Frau Oberin. Ich soll Ihnen bestellen, Ihr Gatte muß dringend zum einem schweren Fall. Der junge Herr Fender hat Blinddarmentzündung."
„Fender? Die Stiefsohn meines Mannes?" fragte
Theater der Universitätsstadt Gießen.
Hanns Gobsch: ,0er Thron zwischen Erdteilen-.
Das fünfaktige Schauspiel „Der Thron zwischen Erdteilen" ist das Teilstück einer Trilogie, der im Gesamtwerte von Hanns Gobsch eine zentrale Stellung zukommt: als „die Tragödie Rußlands" faßt er, ein wenig summarisch und anspruchsvoll, drei historische Dramen zusammen, von welchen „Der Thron" als das chronologisch erste die Gestalten der Zarin Elisabeth, Peters III. und Katharinas II. als Hauptfiguren gegeneinanderstellt. (Im „Anderen Feldherrn" schreibt er die Geschichte der Schlacht bei Tannenberg, von der Gegenseite aus gesehen, als persönliche Katastrophe des Generals Samsonow; im „Unstern über Rußland" schildert er den verhängnisvollen Einfluß Rasputins auf den letzten Zaren Nikolaus II.) Was die Vorgänge im „Thron zwischen Erdteilen" angeht, so schließen sie zeitlich einigermaßen an die russische Episode des Deutschen Münnich an, deren dramatische' Auslegung wir hier in Friedrich Wilhelm Hymmens „Petersburger Krönung" auf dem Theater erlebt haben. Wer sich daran erinnert, dem wird übrigens auch eine gewisse Verwandtschaft in der Problemstellung der beiden Stücke nicht entgehen: es handelt sich hier wie dort um eine Staatsaktion, die in der Auseinandersetzung zwischen eigentümlich deutschem und spezifisch russischem Wesen gipfelt. Gobsch dramatisierte die letzte Phase des Ringens um die Macht in Rußland und um das Erbe der alternden, ausschweifenden Zarin Elisabeth. Die Großfürstin Katharina, deutsche Prinzessin aus dem Hause Anhalt-Zerbst, und ihr ungeliebter, in jeder Weise ihr wesensfremder Gemahl, Großfürst-Thronfolger Peter, stehen als repräsentative Gegenspieler in vorderster Front eines mit allen Mitteln verschlagener Diplomatie und höfischen Ränkespieles lyie auch mit allen sinnfälligen Mitteln geschickter Theatralik geführten, erbitterten Kampfes, in dem der Unterliegende von vornherein nicht nur zum Verzicht auf Thron und Macht, sondern auch zum Tode verurteilt scheint.
nähernd 200 Zucht-Gebrauchsfohlen des rheinischdeutschen Kaltblutschlages und des schweren Oldenburger Warmbluts aufgetrieben. Gegenüber den früheren beiden Veranstaltungen dieser Art konnten diesmal nur solche Käufer Gebote abgeben, die im Besitz eines besonderen Kaufberechtigungsscheines waren. Dadurch war es möglich, bei der Zuteilung der Fohlen vor allem diejenigen Züchter zu berücksichtigen, die in erster Linie Tiere dringend benötigen. Die auf den beiden ersten Adsatzveranstaltungen in Erscheinung getretenen ungünstigen Umstände wurden dadurch vermieden, so daß die Veranstaltung zur Zufriedenheit aller Beteiligten abgewickelt wurde.
Unter der bewährten Leitung von Landstallmeister Dr. Dencker, dem Geschäftsführer des Landesverbandes, wurden die Fohlen vor dem Verkauf in Preisklassen eingeteilt, wodurch die für die einzelnen Klassen festgesetzten Höchstpreise nicht überschritten wurden. Es fand wiederum ein Ankauf von besonders wertvollen Kaltblut- und Warmblut-Hengstfohlen für die in Hessen-Nassau eingerichteten Hengst-Aufzuchthöfe statt. Der früher schon bei den Verkaufsveranstaltungen vertretene Handel wurde am Samstag ebenfalls wieder berücksichtigt, und er konnte eine ganze Anzahl Gebrauchsfohlen nach Nord- und Süddeutschland liefern.
Die nächste Absatzveranstaltung ist für den 26. September in Gießen vorgesehen.
Ehegatten als Exponenten zweier widerstreitenden Völker und Rassen: es stehen sich hier zwei im tiefsten Wesensgrunde einander fremde Welten und sich mit Verachtung und Haß verfolgende Naturen geoenüber, der europäische Westen und der asiatische dsten, in Katharina der Ehrgeiz einer bedeutenden Frau, der Wille zur Macht, der staatliche Ordnungs- und Reformgedanke — in Peter die russische Maß- losigkeit, Formlosigkeit, Unberechenbarkeit und Schwäche, ein in wilden Temperamentsausbrüchen sich entladender, mehr als fragwürdiger Charakter, der sich von Anfang an gegen die verhaßte Deutsche wendet, in der er merkwürdigerweise ebenso instinktiv die Feindin und Rivalin wittert, wie er Friedrich und die preußische Soldatenzucht bewun- dert und mit allen Acußerlichkeiten nachahmt. (Wenn Peter in diesem Stück als Wortführer des Stockrussentnms erscheint, so mag man sich immerhin dessen erinnern, daß der Großfürst-Thronfolger, 1728 in Kiel geboren, ursprünglich Herzog von Holstein-Gottorp war, und daß seine väterlicherseits deutsche Abkunft die Preußenschwärmerei einleuchtend motiviert; wie Gobsch die Figur einführt und der Katharina entgegenstellt, dominiert in Peters Wesen entschieden die mütterliche Erbmasse der Anna Petrowna, der Tochter Peters des Großen.) Da der Dramatiker im übrigen den historisch beglaubigten Voraussetzungen^ des Stoffes keine Gewalt antut, kann der Ausgang des durch erotische Konflikte verschärften dynastischen Streites für den Zuschauer von vornherein nicht zweifelhaft sein; daß es trotzdem gelingt, die auf der Bühne wie bei der Lektüre unmittelbar sich mitteilende Spannung im Ablaufe der Stqatsaktion bis zuletzt zu wahren, spricht für den theatralischen Spürsinn des Autors, wie überhaupt der Aufbau der Akte, die Dialogi- sierung und szenische Sichtbarmachung geschichtlich feststehender Dinge Begabung und Blick für die lebhaften Wirkungsmöglichkeiten des effektreich gesteigerten Spieles mit der höfisch-politischen Intrige erkennen läßt.
Die vom Intendanten Klein geleitete Aufführung ließ eine sorgfältige Vorbereitung, auch in bezug auf sprachliche Disziplin und dialektische Glätte erkennen; das figurenreiche Stück gab überdies Anlaß zu erfolgreicher Bemühung um ein harmonisch aufeinander abgestimmtes Ensemble, in welchem alte und neuverpflichtete Kräfte sich nebeneinander erprobten. Der Spielleiter, der sich über seine Auffassung an dieser Stelle bereits geäußert hat, entwickelte zwar die Staatsaktion mit allen zukömmlichen Mitteln theatralisch-sinnlicher Wirkung, war aber auch spürbar darauf bedacht, neben und hinter den politischen Ereignissen di- menschlichen Beziehungen und Triebkräfte zu verdeutlichen. So verbanden sich Historie und Charak-
uoch regen Anteil. Ihr Mann war Lehrer in Bknd- sachsen und verstarb dort im Jahre 1878. Ihr Sohn war Lehrer in Gießen und ist ebenfalls schon lange verstorben. Der alten Dame gelten auch unsere herzlichen Glückwünsche zu ihrem Geburtstage.
** Ein Achtzigjähriger. Der Lokomotivführer i. R. Wilhelm K e t t n e r, Steinstraße 48 wohnhaft, begeht am morgigen Dienstag, 8. September, in bester Gesundheit und Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar verfolgt die Ereignisse unserer großen Zeit noch mit größtem Interesse. Wir bringen dem alten Herrn unsere herzlichen Glückwünsche dar.
** Richtigstellun g. In unserer Samstag- Ausgabe vom 5. September ist bei der Schilderung des Lebenslaufs des neuen Ersten Beigeordneten unserer Stadt, Dr. jur. Hill (Zweites Blatt, erste Seite, 4. Spalte) die 31. Zeile durch Verstecken einer Korrekturzeile unverständlich geworden. Richtig muß es dort heißen: „Am 4. Februar 1921 wurde er zum Bürgermeister der Stadt Alzey gewählt; dieses Amt trat er am 17. Februar 1921 an. Beim Einbruch der Franzosen in das Ruhrgebiet im Jahre 1923 und die dadurch entstandenen starken Abwehrkämpfe aller Deutschen ..."
** I m Dienst tödlich verunglückt. Der 53 Jahre alte Reichsbahnzugführer Heinrich Frei- Höfer aus Gießen wurde auf dem Bahnhof Gelnhausen, als er dort am Endpunkt der Strecke Gießen—Gelnhausen den Packwagen des von ihm begleiteten Zuges verließ, von einer das Nebengleis durchfahrenden Lokomotive erfaßt und so schwer verletzt, daß er im Kreiskrankenhaus in Gelnhausen
Gauleiter Sprenger eröffnete die Gau- Ausstellung für bildende Künste 1942.
NSG. Am Samstagnachmittag wurde die unter tr Schirmherrschaft von Gauleiter und Reichsstatt- itter S p renger stehende Gauausstellung für ldende Künste 1942 im Städel-Jnstitut zu Frank- :rt a. M. der Oeffentlichkeit übergeben. Der Lan- .sleiter der Reichskammer für bildende Künste, rofefsor Dr. Li e f e r , begrüßte zunächst den Gau- iter und wies darauf hin, daß es nur der Einsatz id die Tapferkeit unserer Soldaten .möglich ge- acht haben, überhaupt noch Kunst zu zeigen. Der Irieg lenke alles zum Wesentlichen. Die Kunst ge- öre aber mit in erster Linie zum Wesentchen, denn sie sei als Erziehungsmittel und lefentlicher, Faktor zur Beeinflussung der Seele im eben des deutschen Volkes unbedingte Notwendig- it. Aufgabe der Künstlerschaft sei es, neue Kultur- ierte zu schaffen, die vor allem mit dem heutiaen Geschehen in Zusammenhang stehen. Der deutsche ioldat sorge dafür, daß der kulturelle Bestand Uropas vor der Vernichtung bewahrt bleibe. Der > aulcitar übergab dann die Ausstellung ihrer Be- nmmung und verlieh den Gau-Kulturpreis dem frankfurter Maler Ugi Battenberg. Ein Gang ird) die Ausstellung vermittelte einen außerordent- ch guten Querschnitt durch das Schaffen unserer mimischen Künstler.
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Der Maler und Bildhauer Heinrich Rudolf U g i > attenb erg wurde 1879 in Alzey geboren. 1896 iiirbe er Schüler der Bildhauerklasse im Städel- nftitut in Frankfurt. Des weiteren erhielt er Un- rricht bei der Malerin Ottilie Roeder st ein, e mit seiner Schwester, der Malerin Mathilde Bat- nberg, ein enges Freundschaftsverhältnis verband, in Studienaufenthalt in Paris und später bei Hedy in Weimar wurden für seine weitere künst- «rische Entwicklung maßgebend. Ugi Battenberg t besonders durch seine Blumenstücke, Stilleben, inrträts und Landschaften bekannt. Sie Arbeiten i -'finden sich meist in Frankfurter Privatbesitz. Belts 1905 hatte der Frankfurter Kunstoerein eine i »Illektivausstellung seiner Arbeiten veranstaltet.
Aus -er Stadt Gießen.
$ür unsere Verwundeten.
Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: Unter dem Titel „Deutsches Lied — Deutsches Wort" kam in einem Lazarett eine gute Programmfolge zum Vortrag. Paul Marx rezitierte aus Werken von R. Wagner, Hölderlin, Schiller und Münchhausen. Tilde Schraml fang Lieder von M. v. Schillings, Beethoven und Volkslieder. Margarethe Mayer-Baldessari begleitete am Klavier und spielte Musikstücke von I. S. Bach und Beethoven. — In zrbei Lazaretten lief der Film „Das Geheimnis um Betty Bonn". — Zu einem Nachmittagskaffee hatte die Kreisamtsleitung Wetterau der NSV. 200 Verwundete in die Gaststätte „Pulvermühle" eingelaben. Im Namen der NSV. begrüßte der Lazarettbetreuer der NSKOV. Pg. Gravelius die erschienenen Gäste. Die Kuchen waren durch Vermittlung der Kreisfrauenschaftsleiterin Wrede von der Ortsfrauenfchaft Dorf-Gill gespendet worden. Eine Gruppe des RAD. hatte die Unterhaltung übernommen. Die Kapelle spielte beliebte Melodien. Einzelne Arbeitsdienstmänner zeigten ihre Kunst auf Schifferklavier, Klarinette und Geige. Ein Kamerad sagte an und sorgte für Humor. In die reichhaltige Vortragsfolge waren Laienspiel und Imitationen von bekannten Künstlern eingeflochten. Lebhafter Beifall dankte den RAD.-Männern. Betreuerinnen der NS.-Frauenschaft hatten die Tische mit Blumen versehen und sorgten fleißig für das leibliche Wohl der Verwundeten. — Die Lazarette wurden von Musikabteilungen verschiedener Wehrmachtteile besucht, welche bei reichem Beifall Konzerte gaben. — In einem Lazarett führte die Gruppe des RAD. eine Unterhaltung mit ihrer bunten Vortragsfolge bei gutem Erfolg durch. Ein Rollschuhläufer zeigte dabei auch sein großes Können. — Zum Sonntag hatte die Leitung und Belegschaft der Didier-Werke in Mainzlar eine größere Zahl Verwundete aus hiesigen Lazaretten eingeladen. Ein abwechslungsreiches Programm, von den Werksangehörigen gestellt, unterhielt die Gäste aufs beste. — Zur festlichen Eröffnungsvorstellung des Stadttheaters mit „Der Thron zwischen Erdteilen" waren Verwundete aus allen Lazaretten eingelahen, die mit Interesse der Aufführung beiwohnten.
Zuchtvieh-Absahveranstaltung in Gießen.
Am Freitag fand in der Zuchtviehhalle in- Main zu Gießen die zweite und letzte diesjährige Absatzveranstaltung von Zucht-Ziegenböcken r Kreisfachgruppe der oberhessischen Ziegenzüchter statt. Der gute Ruf, den die oberhessische Ziegenzucht in allen Teilen Deutschlands genießt, hatte wiederum eine große Anzahl auswärtiger Kaufinteressenten zu dieser Veranstaltung herbeigeführt; u. a. waren Käufer aus Hannover, Westfalen, Thüringen, Sudetenland, Donauland, Warthegau, aus dem Protektorat Böhmen und Mähren und dem Generalgouvernement erschienen. Insgesamt waren 175 Zuchtböcke sehr guter Qualität aus den oberhessischen Zuchten aufgetrieben. Bei außerordentlich lebhafter Nachfrage wurden sämtliche gekörten Böcke fast restlos zu den festgesetzten Stopp-Preisen abgegeben. Bei der vor der Absatzveranstaltung durchgeführten Sonderkörung, die unter Leitung von Landwirtschaftsrat Dr. Wagner, Gießen, stattfand, konnte wieder sehr gutes Vatertiermaterial zur Ankörung gelangen. Da ein großer Teil der Zuchtböcke für das engere Zuchtgebiet Oberhessen und Hessen-Nassau benötigt wurde, konnten die auswärtigen Käufer ihren Bedarf nicht restlos decken.
Die oberhessische Ziegenzucht hat auch in diesem Jahre wieder alle Kräfte mobilisiert, um den Aufbaugebieten im Osten und Südwesten des Groß- deutschen Reiches für die Ziegenzucht gute Vatertiere zur Verfügung zu stellen. Auf den beiden in Gießen durchgeführten Absatzveranstaltungen der Kreisfachgruppe Ziegenzucht Oberhessen sind annähernd 500 Ziegenböcke für den weiteren Aufbau "der Ziegenzucht verkauft worden.
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Der Landesverband der Pferdezüchter Hessen- Nassau führte am Samstag seine dritte diesjährige Fohlen-Absahveranstaltung in der Zuchtviehhalle Rhein-Main zu Gießen durch. Diese Veranstaltung stellte ein Jubiläum bar, da sie die 50. dieser Art war. Der Vorsitzende des Landesverbandes, Bauer Rudolf Walther, Reichelsheim (Wetterau), gab vor der Eröffnung einen kurzen geschichtlichen lieber- blick über die seit 1922 in Hessen-Nassau durchgeführte Fohlen-Absatzveranstaltungen.
Zu der Veranstaltung am Samstag »waren an-
Sie stampfte zornig auf den Teppich. Einen Ittchen Verdacht durfte sie keinesfalls auf sich sitzen Icfscn, nein, um keinen Preis! Martin mußte den wahren Sachverhalt so schnell wie möglich erfah- rm. Sie mußte ihm sagen, daß sein Stiefsohn den rcheck ausgefüllt hatte. Daß sie ihn dabei ertappt tjette. Martin würde natürlich fragen, warum sie |r lange geschwiegen hatte — das war die Klippe. . Aber vielleicht ließ sich diese Klippe umschiffen, wenn cnem das Glück nur ein bißchen hold war.
Anna warf sich verzweifelt auf die Couch. Am [bbften wäre sie sofort zu Martin gelaufen, aber jh sah ein, daß sie erst ruhiger werden mußte Itränen liefen über ihre Wangen. Es war zwölf
Während sich Anna zu Hause peinigenden Ueber- lezungen hingab, stand Brügger mit gerunzelter r:irn vor dem Telephonapparat des Krankenhauses ititib verhandelte bestürzt mit einem Dr. Erwin k»ch, dessen er sich nur dunkel entsann.
„Blinddarm, sagen Sie? Sprechen Sie doch deut- liher, bitte." „
„Appendizitis und Bauchfellentzündung , heulte ?f aus der Hörmuschel. „Ein verschleppter 5atL Man hat viel zu lange gewartet. Meiner beschel- denen Ansicht nach ziemlich hoffnungslos. Nun, tote Drrden ja selbst sehen, ob noch etwas zu machen ist.
„Gut. Ich komme so schnell wie möglich. Ich muß anher nur einen eingeklemmten Bruch „operieren. ! ^schreiben Sie mal diese Bündlesalpe, Herr Kol- I leije!"
„Am einfachsten ist es, ich erwarte Ihren Wagen an alten Zollhaus. Wir können dann gemeinsam hnfahren. — Wie? — Nein, einen Transport halte .:' für ausgeschlossen."
che, daß eine st a r k e R i ch 1 e r a u t o r i t ä t ssteht. So werde das deutsche Richtertum im Mittelpunkt einer starken nationalsozialistischen Rechts- jflege stehen.
Selbstverständlich brauche dieser Richter auch ationalsozialistische Gesetze. Die Ar- eiten an der großen materiellen Rechts- rneuerung müßten daher, soweit es der Krieg llasse, mit allen ^Mitteln fortgesetzt werden. Grundlegende Strafrechtsreform und o lks g e s etzbuch seien neben vielen anderen ^setzen die großen Ziele. Zur verfassungsrechtlichen Stellung des Richters betont der Staatssekretär, aß der Führer auch oberster Gerichtsherr ist. Er it diese seine Befugnis auf den einzelnen Dichter übertragen, und zwar ohne Zwi- heninstanz. Das ist der Sinn der richterlichen Wei- mgsfreiheit. Jede andere private, parteiamtliche Der staatliche Stelle hat sich jeglicher Einmischung Der Beeinflussung auf den Richterspruch zu enthal- m. N u r d i e B e st e n sind andererseits einer Vvr- mgftellung wie der des Richters würdig. £er taatssekretär kündigt eine gründliche Ausbil - i ungsreform, sowohl für die Universitätsaus- ldung wie für die praktische Vorbereitung zum lichterberuf an. Wer Richter wird, muß i m L e - en gestanden haben. Nur wer sich außerhalb I ?r gesicherten Beamtenlaufbahn bewährt und geltet hat, darf über Menschenschicksale entscheiden, iese Bewährung kann je nach Neigung im Wirt- hastsleben, Anwaltsberuf, Partei- und Verwal- masteben, im In- und Ausland erfolgen. Es darf 'shalb niemand zu früh Richter werden, amit aber dennoch die Besten den Anreiz empfin- ! rn, Richter zu sein, muß die Stellung des deutschen ? ichters ideenmäßig und materiell entsprechend usgestaltet werden. Die Autorität des Richter- ruchs ist um so größer, j e weniger R ichter nd je weniger Instanzen es gibt. Je bes- r die Qualität der unteren Instanz, desto geringer n Bedürfnis nach einer höheren Instanz. Aus die- N Erkenntnffsen zieht die Betrachtung die Schluß- : Igerung einer Verringerung der Richterzahl. Dabei :uchen wieder Probleme der Neuorganisa- -on der Gerichte, des Jnstanzenzuges, der agatellgerichtsbarkeit ufro. auf. All das bedeutet -sgefamt, so schließt der Staatssekretär, eine Ju- zreform an Haupt und Gliedern, wie sie seit Jahr- chnten, ja seit Jahrhunderte diskutiert wird, wie ? aber weder das Zweite Reich, geschweige denn das


