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verbleiben und Ostasien im übrigen sich selbst über- lassen wird.

Diesen Vorschlägen widerspricht in derselben Zei­tung scharf der auch in Deutschland bekannte Jour­nalist Ward Price. Er plädiert dafür, Singapur auf alle Fälle zu halten. Singapur sei die letzte Barriere, die Japans Unterseeboote und Handels­störer von Angriffen auf die lebenswichtigsten anglo­amerikanischen Seeverbindungen zurückhalten könne. Der Ausfall von Singapur werde die britischen Verbindungslinien nach Indien und Australien be­drohen, die durch den Persischen Golf gesandte Hilfe für die Sowjetunion, ja schließlich auch den um Südafrika geleiteten Nachschub für die Streitkräfte rm Nahen Osten gefährden. Der Verlust von Sin- gapur bedeute für die Alliierten die Aufgabe des halben Erdteils Asien und seine Uebergade an den Feind. Alles, was Singapur helfen könne, müsse dorthin entsandt werden.

Die beiden gegensätzlichen Beurteilungen sind recht interessant. Der amerikanische Seeoffizier will also Ostasien aufgeben. Ihm liegt offenbar nicht allzuviel an dem dortigen Kolonialbesitz. In ame­rikanischen Marinekreisen hörte man früher oft die ähnliche Auffassung, daß die Vereinigten Staaten, dank ihrer geographischen Ausdehnung, eigentlich alle ihre Bedürfnisse aus den eigenen oder anlie­genden Gebieten beziehen könnten, mithin keine Kolonien brauchten, wohl aber freie Handelsstraßen nach allen Völkern.

Demgegenüber ist der Engländer außer sich, daß man Singapur kaltblütig aufgeben und damit die britischen Interessen in Asien gefährden könne. Er sieht klar voraus, was kommen kann: Neben der Schlacht im Atlantik nun auch die Schlacht im Pa­zifik und im Indischen Ozean, geführt von zahl­reichen japanischen Kreuzern, Hllfkreuzern und Un­terseebooten. Wir haben wiederholt darauf hinge- wiesen, welche Verwirrung in der gesamten fern­östlichen Schiffahrt schon die Taten unserer weni­gen Handelsstörer sowohl im vergangenen als auch im jetzigen Weltkrieg angerichtet haben. Gegen Die Emden" und denWolf" wurden einst ganze Flöt- ten von Kreuzern aufgeboten. Trotzdem ist es dem HilfskreuzerWolf" gelungen, in mehr als ein­jähriger Tätigkeit neben zahlreichen Schiffsversen­kungen auch das Legen von Minensperren vor Kap­stadt, Aden, Colombo, Bombay, vor Singapur und in den australischen Gewässern durchzufuhren.

Aehnliche Erfolge haben auch in diesem Kriege wieder deutsche Hilfskreuzer erzielt. Sie mußten einzeln operieren, ohne Stützpunkte, ohne Hilfe von der Heimat. Ganz anders können heute die Handelsstörer Japans vorgehen. Sie führen schon jetzt, wie in Tokio stolz erklärt wurde, Operationen aus, die sich über den ganzen Stillen Ozean von der Westküste der Vereinigten Staaten bis Mim Indischen Ozean und von den Aleuten bis zu den Antipoden erstrecken. Gibt man die Meere Ost­astens nach Admiral Stirlings Vorschlag auf, dann tritt nicht nur das ein, was Ward Price ausführte, dann wird nicht nur der halbe Erdteil Asien ge­fährdet, dann kann auch Australien bedroht werden.

Es erscheint daher ausgeschlossen, daß man die Japaner ohne wesentlichen Widerstand in Ostasien operieren läßt. Nach den neuesten Meldungen ist ja auch den Australiern von Washington aus Hilfe versprochen worden, und da der für Ostasien er­nannte Oberbefehlshaber, General Wavell, seine Kommandostelle zunächst nach Soerabaja auf Java verlegt hat, ist offenbar beabsichtigt, von Nieder- ländisch-Indien aus neuen Wllierstand zu organi­sieren. Leicht wird diese Aufgabe nicht sein, wie Wavell offen zugegeben hat. Unklar ist vor allem, wie er mit den lediglich aus leichten Schiffen be- tehenden Seestreitkräften, die ihm zur Verfügung tehen, weitere Landungen der Japaner verhindern oll, die bisher alle ihre derartigen Marineoperatio- nen ohne wesentliche Verluste durchführen konnten.

Besonders schwierig miro die von Washington versprochene Hilfsaktion für Australien sich gestalten, die Wavell nicht unterstehen soll. Die Vereinigen Staaten waren nicht einmal in der Lage, den chwer bedrängten Philippinen Hilfe zu schicken. Wie ollen sie es anfangen, nach dem viel weiter ent» ernten Australien die erheblichen Streitkräfte zu überführen, die für eine Verteidigung gegen Japan nötig sind? Die Engländer rechnen als Schiffsbe­darf'einer Infanterie-Division von 19 000 Mann ein­schließlich voller Ausrüstung 31 Schiffe mit 230 000 BRT. Ein amerikanisches Expeditionskorps würde also eine ganze Flotte von Handelsschiffen brauchen, und als Schutz natürlich auch Kriegsschiffe von genügender Stärke, um Angriffe japanischer Schlacht­schiffe abwehren zu können. Eine solche schwerfällige Schiffsmasse zu einem wochenlangen Marsch durch Gewässer einzusetzen, die von den Japanern be­herrscht werden, ist ausgeschlossen.

Bedeutend glaubhafter als derartig waghalsige Pläne erschein! zurzeit eine ebenfalls von derDaily Mail" gebrachte Angabe, nach der man in den ame­rikanischen Marinekreisen damit rechnet, daß Mo» nate, vielleicht auch ein ganzes Jahr vergehen können, bevor die Vereinigten Staaten in der Lage seien, es auf eine Entscheidung mit den Gegnern ankommen zu lassen.

Unter den zahlreichen Gerüchten, die neuerdings über die Washingtoner Verhandlungen Churchills verbreitet werden, seien dasjenige ' besonders er­wähnt, demzufolge die nordamerikanische Flotte den gesamten Geleitzugdienst im Atlantik übernehmen will und dafür die britische Flotte für den Kampf in Ostasien frei gemacht werden soll. Das ist leicht gesagt, aber die japanische Flotte, die bisher so gut wie völlig intakt blieb, verfügte nach dem Stande vom Herbst 1941 über nicht weniger als 286 Schiffe erster Ordnung, darunter 9 Schlachtschiffe. Es muß bezweifelt werden, daß die Engländer die gegen diese Streitkräfte erforderlichen Schiffe, besonders Schlachtschiffe, detachieren werden. Bisher wurde von englischen Sachverständigen schon die starke Verwendung von Schlachtschiffen im Mittelmeer bedauert und immer wieder darauf hinaewiesen, daß die unmittelbar das Mutterland schützende Heimatflotte möglichst wenig Schlachtschiffe dieses Typs abgeben solle.

Die furchtbaren Erfahrungen, welche die Lon­doner Admiralität mit oern Verlust der Schlacht­schiffePrince of Wales" undRepulse" gemacht hat, waren eine tragische Lehre. Man weiß ja auch von der Seeschlacht von Tsuschima her, was es heißt, sich der japanischen Flotte zu stellen. In dieser Schlacht vernichtete Admiral Togo die russische Er- jatzflotte, die aus 29 Schiffen, darunter 8 Linien- schiffen, bestand, faft restlos bei einem eigenen Ver­lust von nur zwei kleinen Torpedobooten.

Spanisch-französischer Gedankenaustausch über Marokko. Rabat, 7. Februar. (Europapreß.) Gelegentlich eines Besuches des französischen Generalresidenten von Marokko im spanischen Marokko-Gebiet fand zwischen General N o g u e s und dem spanischen Oberkommissar General Orgaz ein Gedankenaus- tcmsch über die die beiden Zonen des Protekto« ratsMarokfv berührenden Probleme statt.

Die Abwehrkämpfe im Osten.

Berlin 6. Februar. (DNB.) Im Norden der Ostfront entspannen sich im Laufe des 4. Februar zahlreiche örtliche Kämpfe von erheblicher Heftigkeit, in denen die deutschen Truppen den Besitz mehrerer Ortschaften gegen starke bolschewistische Angriffe be­haupteten und dem Feind ungewöhnlich hohe Ver­luste zufügten.

Einen erfolgreichen Nachtangriff führten Truppen einer deutschen Infanteriedivision in der Nacht zum 4. Februar in der Mitte der Ostfront durch. Das Ziel des Angriffes waren zwei von starken bolschewistischen Kräften besetzte Ortschaften, die nach einem schweren Nachtgefecht in den Straßen und Häusern der Orte dem Feind entrissen wurden. Die deutschen Truppen behaupteten die Ortschaften gegen mehrere Gegenstöße. Im gleichen Divi'sionsabschnitt hießen andere deutsch Einheiten in zügig geführ­ten Angriffen über eine während der Vortage ge­nommene Ortschaft hinaus gegen einen großen Ort vor, den die Bolschewisten zu einem starken Stütz­punkt ausgebaut hatten. Um den Besitz dieses Or­tes und der zahlreichen kleineren Stützpunkte des Gegners entbrannte ein erbitterter Kampf, in dessen Verlauf der Feind geworfen wurde. Eine wichtige Brücke in der Nahe dieses Stützpunktes fiel un­versehrt in deuffche Hand.

Deuffche Panzerverbände führten am 4. Februar in der Mitte der Ostfront einen erfolgreichen Gegen­angriff gegen stärkere bolschewistische Kräfte in einer Reihe kleinerer und größerer Ortschaften. Ob» wohl hohe Schneeverwehungen den deutschen Pan- zerkampfwagen das Vorwärtskommen sehr erschwer­en, stießen sie nach der Abwehr feindlicher An­griffe den zurückweichenden Bolschewisten sofort nach und entrissen ihnen insgesamt sieben Ortschaf­ten. Infolge des fortschreitenden Angriffs der beut» chen Panzerverbände gelang es dem Fernd, erst vor zwei weiteren Ortschaften sich wieder zu sammeln, wo sie den deutschen Panzerkampfwagen äußerst hartnäckigen Widerstand entgegensetzten. Trotz der bereits hinter ihnen liegenden Kampfanstrengungen setzten die deutschen Panzersoldaten ihren Angriff ort und nahmen nach erbittertem Kampf auch diese beiden Ortschaften. Der Feind mußte insgesamt neun Ortschaften aufgeben und hatte außerordentlich schwere Verluste.

Aus einem Waldgebiet vor einem anderen deut­schen Abschnitt griffen die Bolschewisten am Mor­gen des 4. Februar die deutschen Stellungen an, wurden aber nach kurzem Kampf zurückgeschlagen. Die deutschen Truppen stießen dem Feind sofort

nach und entrissen ihm das Waldgebiet, in dem sich seine Ausgangsstellungen befunden hatten. Bei der Säuberung des Waldes von versprengten ober zu- rürfgebliebenen feindlichen Truppen nahmen die deuffchen Soldaten ein bolschewistisches Waldlager, in dem sie große Mengen von Munition und an­derem Kriegsgerät erbeuteten und außerdem zahl­reiche gefallene Bolschewisten auffanden, die der Feind hierher geschafft hatte, um seine großen Ver­luste zu verschleiern. Nach der Säuberung des Wal­des stießen die Truppen dieser deutschen Division dem Feind weiter nach und stellten in einem Bach­tal ein^ bolschewistische Kampfgruppe, die im Ver­lauf des Kampfes von allen Seiten eingeschlossen und vernichtet wurde.

An der Einschließungsfront von Sewastopol schlugen deutsche Truppen im Laufe des 4. 2. meh­rere bolschewistische Späh- und Stoßtrupps zurück. Im O st t e i l der Krim schlugen deutsche Infan­teristen den Vorstoß einer bolschewistischen Kom­panie zurück. In Luftkämpfen über diesem Front­abschnitt schossen deuffche Jagdflugzeuge ohne eige­nen Verlust sieben feindliche Flugzeuge ab.

97 Sowjetflugzeuge in zwei Tagen vernichtet.

Berlin, 6. Febr. <DNB.) Die deutsche Luft- waffe hat im Osten in den letzten Tagen ihre Ein­sätze wieder wesentlich verstärkt. Neben den emp­findlichen Einbußen der Bolschechisten an Menschen und Material kommt dies insbesondere in den Ver­lusten der sowjetischen Luftwaffe zum Ausdruck. So wurden allein in Luftkämpfen am 4. und 5. Fe­bruar 64 feindliche Flugzeuge abge­schossen. Mit den Maschinen, die durch deutsche Flak zum Absturz gebracht und auf Flugplätzen am Boden zerstört wurden, beläuft sich der Gesarnt- oerlust der Bolschewisten in diesen zwei Tagen auf 9 7 Flugzeuge. Dieser hohen Zahl steht auf deutscher Seite das Ausbleiben von nur zwei Flugzeugen im gleichen Zeitraum gegenüber.

Unsere Kampfflieger beschränkten ihre Angriffe aber nicht auf Stellungen, Kolonnen und Fahr- ^eugansammlungen des Gegners, sondern dehnten ihre Einsätze auch auf weit im Hinterland des Feindes liegende Industriegebiete aus. So waren am Donnerstag die Kraftfahrzeugwerke von Gorki, das mehrere hundert Kilometer ost­wärts Moskau liegt, und die Flugzeugwerke von Woronesch Ziele deuffcher Nachtangriffe.

Artilleristen in vorderster Linie.

Oer vorgeschobene Beobachter. Gemeinsam mit der stürmenden Infanterie.

Von Kriegsberichter Heinz-Dieter Pilgram.

DNB.... 13. Ian. Eisig pfeift der Buran, der Steppenwind, über die weiten Ebenen im Süd - teil der Ostfront. Seit zehn Tagen liegen hier die Männer einer Division der Waffen-^ auf der freien Steppe den Sowjets gegenüber. Der Boden ist tief gefroren. Nur wenige Ortschaften, die Schutz vor Sturm und Kälte zu gewähren vermögen, sind in der weiten Steppe zu finden. Ein Befehl der Pan» zerarmee ruft die motorisierten Gruppen des RAD. in die vorderste Linie zum Stellungsbau. Als die braunen Mannschaftskraftwagen frontwärts rollen, stoßen sowjetische Ratas immer wieder auf sie her­ab und hd)arten sie mit ihren Bordwaffen.

Die ^-Division und die motorisierte Gruppe sind alte Bekannte. Damals, in den heißen Iunffagen, rollten sie zusammen im Lemberger Bogen nach vorn an den Feind. Damals half der Spaten nach langen Regentagen der Division weiter auf dem Weg zum entscheidenden Durchbruch.

Freudig begrüßten die Kameraden der Waffen- ff die anrollenden Fahrzeuge des RAD., hat es sich doch inzwischen auch schon bei der Truppe her­umgesprochen, daß die Arbeitsmänner gekommen sind, um Stellungen auszuheben, die die Truppe vor den Unbilden der Witterung schützen werden. Noch in der Nacht wird in den Katen eines kleinen Dorfes Quartier bezogen, und im Morgengrauen rücken die Arbeitsmänner aus zum Stellungsbau. Die Sowjets scheinen es heute besonders gut zu meinen. Artillerie- und Granatfeuer empfangt die Abteilungen. Dann warnen die Einweiser der ff: Vorsicht, diesen Abschnitt sehen die Sowjets ein, sibirische Scharfschützen schießen aus jeden einzelnen Mann, den sie von drüben sehen können!" Natür­lich liegt auch starkes MG.- und Granatfeuer auf diesem Abschnitt. Hier aber gerade muß eine Abtei­lung hindurch, um zu ihrer Arbeitsstelle zu gelan­gen. Strecken bis zu einem Kilometer müssen rob­bend zurückgeigt werden, und dabei ist nicht nur das Gewehr mit,zunehmen, sondern auch Spaten und Kreuzhacken, Belle und Schaufeln! Wenn dann noch jedem Manne, der den Kopf auch nur ein klein wenig hebt, um nach vorn zu sehen, die Kugel eines Scharfschützen um die Ohren pfeift und Granaten die Strecke zu sperren suchen, dann ist es schon Glück, wenn die Abteilung ohne Verluste die Ein­satzstelle erreicht.

Dann wird mit dem Stellungsbau begonnen.

BaD hat der Gegner erkannt, was hier im Gange ist. Er verlegt fein Arttlleriefeuer auf die Arbeits­stelle. Sowjetische Bomber stöhnen mit chren Lasten heran und lassen ihren Bombenhagel fallen,. bis endlich ein deuffcher Jäger sie vertreibt und oben im klaren Blau des Winterhimmels seine Sperre fliegt, um die Arbeitsmänner vor den Bombenan­griffen des Feindes zu schützen. In den Vormit­tagsstunden greift auch die sowjetische Infanterie an! Während die Arbeitsmänner trotz der Kälte schweißgebadet den harten Boden aufhacken und sprengen, wehren hundert Meter vor ihnen die ff= Männer die Sowjets blutig ab.

Am nächsten Tage greifen die Sowjets mit star­ker Uedermacht an, um unsere Front zu durchbre­chen. Die Arbeitsmänner haben kaum Zeit, von ihrer Arbeit aufzusehen, denn die Stellungen müssen fertig werden! Da melden Sicherungsposten: Ein sowjetischer Panzer ist durchgebrochen! Feindliche Infanterie folgt ihm! Das Arbeitsgerät wird fallen gelassen und nach den MG s und den Gewehren gegriffen. Der Panzer mit dem roten Stern hol­pert immer näher. Unerschrocken nehmen die jungen Arbeitsmänner die InfaMeristen, die dem Panzer folgen, unter Feuer und zwingen sie bald zum Niederwerfen. Aber da das Ungetüm immer näher heranrollt befiehlt der Abteilungsführer:Hand­granaten zu geballten Ladungen zusammenbinden!" Da kracht in der letzten Minute von rechts her ein Pakgeschütz. Schon die ersten Schüsse sitzen im Ziel. Der Sowjetpanzer brennt, aus seinem Turm springt ein ölverschmierter Mann heraus und hebt die Hände. Nun springen die Infanteristen auf und suchen ihr Heil in der Flucht. Inzwischen aber ist es der Truppe vorn gelungen, die Einbruchsstelle wieder abzuriegeln. Fieberhaft wird trotz Artillerie, beschütz weitergearbeitet. Die Sowjets rennen im­mer wieder gegen die thront an.Wollen Sie Ihre Männer nicht doch zuruckziehen? Es wird langsam zu dick hier!" fragt der Divisionskommandeur den Gruppenführer.Nein! Wir erfüllen erst unsere Aufgabe, Herr General!" lautet die Antwort. Mit der anbrechenden Dämmerung sind die Stellungen fertig, in der Nacht noch soll sich die Truppe auf sie zurückziehen. In hellem Licht des vollen Mon- oes besteigen die Arbeitsmänner ihre Wagen, um noch in dieser Nacht die neuen Einsatzstellen zu erreichen.

Das neue Rumänien nutzt seine Chance.

Von unserem O. L.-Berichterstatter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Bukarest, Anfang Februar 1942.

Gerade in diesen Tagen diplomatischer und mili­tärischer Vorbereitungen für das Frühjahr 1942 hat sich die gesamte rumänische Presse mit der grund­sätzlichen Haltung bßd rumänischen Volkes in der großen geschichtlichen Auseinandersetzung zwischen Europa und dem bolschewistischen Rußland befaßt, lieber die aktuelle Gegenwartspolitik hinaus aber ist sich Rumänien nach allen Aeuherungen fett je bewußt gewesen, daß der Angelpunkt all seiner Be­strebungen die politische Einstellung Rumäniens zum zaristischen Rußland, zu der Sowjetunion und zu den kommenden Machtgebilden im Ostraum ist. Rumänien hat diese Linie seiner Außenpolitik so­lange unverändert beibehalten, als raumfremde Mächte, wie England und Frankreich, sich nicht zwischenschalteten und es z. B. im Jahre 1916 dazu veranlaßten, rumänischen Boden durch russische Truppen betreten zu lassen. Nach Versailles blieb es Titulescu vorbehalten, Rumänien als Auf­marschgebiet für die Sowjets und als Vorspann französischer Ostpolitik auszuersehen. Dieser Deittitt Rumäniens zum russisch-französischen Pakt war 1936 auch der Grund dafür, daß Exkönig Carol diesen unangenehmen außenpolitischen Nebenbuhler unter dem Druck der Volksstimmung

beseitigen konnte. Der russische Imperialismus ist insgesamt viermal in rumänisches Lebensgebiet ein­gebrochen. In den zwanziger Jahren des 19. Jahr­hunderts, nach dem russisch-türkischen Krieg 1877, im Weltkrieg und zum Abschluß der Katastrophen­politik Carols im Jahre 1940.

Das nationale Rumänentum hat sich, besonders seit 1918, stets als Keil inmitten slawischer Länder­massen empfunden. Es hat aus dieser inneren Stel­lungnahme Annäherungsversuche von russischer Seite abgelehnt und sich zu West- bzw. Mitteleuropa bekannt, als diegroßen Demokratien" bereit waren, Rumänien als Pufferstaat des osteuro­päischen Machtblockes einzusetzen. Dabei ist eine Pa­rallele zwischen dem Jahre 1890 und 1942 bemer­kenswert. Fast wörtlich übereinstimmend sind die Formulierungen in einem halben Jahrhundert ge= blieben. Für das damals junge Königreich schrieb der seinerzeitige Außenminister Dimitie A. Sturdza in seiner StudieEuropa, Rußland und Rumä­nien":So führen alle Interessen, Aspirattonen und auch die Gegebenheiten des rumänischen Königreichs dazu, sich vor Rußland zu hüten und mit West­europa eng verbunden zu bleiben; und bas beste Kriterium einer nationalen Politik ist, daß Rumä­nien weder direkt noch indirekt den inwerialistischen Schien bes ruWcheir Relles dltnen M, roeil M»

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europäische Zukunft eröffnet hat.

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Großdeutschen Reich zu kämpfen, die haltlose Zmf. Seeschlacht61 schenstellung Rumäniens beendet und ihm eint '

Verwirklichung dieser Pläne die Auflösung und Der. nichtung des rumänischen Staates bedeuten würde."

Diese Feststellung war der Ausfluß der Ersah, rungen auf dem Berliner Kongreß, auf dem Brr. tianu den bitteren Verzicht Nordbessarabiens Kenntnis nehmen mußte. Sie war aber gleichzeitig bas Grunbgesetz bieses Staates und die lebensnah wendige politische Ideologie des jungen felbftänbd.I gen Königreiches, zu der Sturdza im letzten Satz bemerkte:Dieses ist die rumänische Politik, einr andere gibt es nicht und kann es auch nicht geben." I Wenn man heute z. B. denCurentul" oderUni., versul" jener Zeiten nachschlägt, so kann man ihnen bas gleiche außenpolitische Bekenntnis entnehmen: | Wir stehen einem russischen Expansionsgedanken auf bem Balkan im Wcg. Solange ein Rußland i Europa bestehen wird, stehen wir unter dem slavi. chen Druck. Treten wir doch Rußland entgegen uni nützen diesen einzigartigen Augenblick, um die Ent­wicklung unserer Völker auf Jahrhunderte hin zx ichern." (Curentul".) Auch P rund en i erklärt in )erPorunca Vremii" in Erinnerung an die ruf: ische Besetzungszeit 182834:Wenn wir diesen Augenblick verpassen, wirb ein anderer General Kiselefs wie 1832 sich in unserem Lande nieder- lassen, um uns ein Statut der Knechtschaft zu

'M für di«

schaffen.'

Ohne Zweifel ist diese Konzeption auch aus dm Gedanken geboren, die Donaumündung und da, Schwarze Meer zu geopolitischen Ausstrahlungs­zentren des euroväischen Wirtschaftssystem- zu machen und ihnen Aufgaben zu geben, zu denen sir j*r7ujer seit je bestimmt sind. Das rumänische Äolk hat hrl * dieser M Verlaufe seines Ringens um feine Selbständigkeit snjuro immer wieder mit diesem Faktor im Osten zu red). I JLften $r' nen gehabt. Die entscheidende geschichtliche LösunzJ hat die Tat des Marschalls Antonescu gebrachtL dessen Entschluß.Schulter an Schulter" mit bem

Das Ritterkreuz.

Berlin, 6. Februar. (DNB.) Der Führer verlieh bas Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberleutnant Alois F e u e r e r, Kompanieführer in einem Infanterieregiment, Leutnant Hans Pfeif, f e r, Kompanieführer in einem Pionierbatailllm. ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers her Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, an Leutnant Helmut Wagner, Zugführer iy einem Fallschirm jäg-erregiment.

*

Oberleutnant Feuerer war mit seiner Kompanie während der Weihnachtstage an der Nahtstelle zwi­schen zwei deutschen Divisionen zur Verteidigung eine, Abschnitts von mehr als einem Kilometer Breite ein­gesetzt. Den Sowjets war es gelungen, im linken Nachbarabschnitt einzubrechen, jodaß sich die Kam. panic Feuerer sowohl nach der linken Flanke ab

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auch gegen einen Frontalangriff verteidigen mußte. In dieser fast verzweifelten Lage stürzte sich Dbf,r, leutnant Feuerer an der Spitze seines Kompanie, trupps gegen den Feind und warf den etwa 200 Mann starken Gegner zurück. Damit hatte der Ober­leutnant durch seine außergewöhnliche Tapferkeit

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der Pionierkompanie zu gelangen. In blitzschnellern Entschluß machte Leutnant Pfeiffer kehrt und.waff mit seinen tapferen Pionieren auch hier die Sow«

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jets zurück. In stundenlangem Kampf, mit größten persönlichen Einsatz und mit höchster Kühnheit ge­führt, hielt Leutnant Pfeiffer seine Stellung und hatte [o entscheidenden Anteil an der Verhinderung des feindlichen Durchbruchs.

Leutnant Wagner sprang beim Unternehmen Kreta mit seinem Zuge in der Nähe des Flugplatzes Iraklion ab und hat, schon beim Absprung am Fuß verwundet, in den sich entwickelnden Gefechten um gewöhnliche Tapferkeit und Heldentum bewiesen. Im Verlauf der Gefechte hat er mit wenigen Fall« schirmjägern drei feindliche Flakstellungen außer Gefecht gesetzt und einen angreifenden Panzer durch Handgranaten vernichtet.

Oer iialienische Bericht

R o m, 6. Februar. (DNB.) Der italienische Wehr» machtbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut:

In der östlichen Cyrenaika rücken die Ab» teilungen, die den Feind verfolgen, nach der Be« setzung von T h i m i weiter gegen das Gebiet von Ain el Gazala vor. Die Zahl der bis zum 31. Januar erbeuteten ober zerstörten britischen Kraftfahrzeuge ist auf 1220 gestiegen.

Bei einem Einflug auf einen feindlichen Flug­hafen zerstörten Verbänbe ber Luftwaffe der Achse mehrere englische Flugzeuge am Boben und be­schädigten viele andere schwer. Versvrgungsanlagen wurden heftig beschossen.

Deutsch-italienische Bomber führten wiederum wirksame Angpiffe auf Ziele der Insel Malte durch, wobei sie sichtbare Ergebnisse hatten. Uebet der Insel schossen deutsche Jagdflugzeuge drei Hurricane im Luftkampf ab.

Einer unserer Torpedoflugzeug-Patrouillen, die einen stark gesicherten feindlichen Geleitzug auf der Höhe von Tobruk angriff, gelang es trotz der heftigen Luftabwehr, einen Handelsdampfer zll treffen, der brennend liegen blieb. Die Flugzeuge kehrten mit einem Toten und mehreren Derwun« beten an Borb zu ihrem Stützpunkt zurück.

Verärgerung und Besorgnis in London.

Stockholm, 6. Februar. (DNB.) Heber zu­nehmende Verärgerung und Besorgnis der englischen Oefenllichkeit angesichts der militä­rischen Lage in Nordafrika berichtet der Lon­doner Korrespondent vonDagens Nyheter" am Freitag. Man sei mißgestimmt darüber, daß Gene­ral Rommel nicht aufgehalten werden könne. Zwar glaube man im allgemeinen nicht, daß die gegenwärtige Phase des Libyenkrieges zu einer größeren Katastrophe führen könne, aber man ver­weise mit ziemlich scharfer Sprache auf die zu Be­ginn der britischen Offensive abgegebenen optimisti­schen Aeußerungen von amtlicher Seite. Besondere b e u n r uh i g t sei man in London, weil sich mehr und mehr herausstelle, daß d-ie tiefere Ursache für die gegenwärtige Lage die mangelhafte Ausrüsttmz und Organisation der britffchen Truppen fei. So seien z. B. die Vorkehrungen der britischen Truppen für Tankreparaturen den deutschen unterlegen. Diese Ergebnisse führten wieder zu dem Schluß, daß die britische Produktion weiter verstärkt werden müffo weil dort der eigentüche Schlussel zur Lage W suchen

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eine vorübergehende Krise gemeistert und dar Kampfgefchchen ausschlaggebend beeinflußt.

Leutnant Pfeiffer warf sich mit seinen Pio. nieren und einer herangeiührten Baukompanie in schneidiaem Angriff der Masse der Sowjets ent­gegen, Die unter erheblichen Verlusten ausweichen t mußten. In der Zwischenzeit war es einem sow jetffchen Verband gelungen, an einer benachbarte! I ötockho Stelle der Front einzubrechen und in den Rückei | libensm

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