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Samstag, 7./Sonntag. 8. Zebruar 1942

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Der Webrmachtberichi.

DRV. Aus dem Führerhauplquartler, Februar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt

ider-und inschuß, rankhei- hmerzen.

: Tabletten ^pothekem. rfahrungenf N J 27/547

Verlagen:

phener rtamilienblättet ämat imBild DieLckolle Vesugsvreict:

Zwei Jahre hat das Genie und Glück der deut­schen Führung der Masse unserer Wehrmacht einen Winterfeldzug erspart. Zwei Winter lang haben die meisten deutschen Soldaten ganz im Gegensatz zum Weltkrieg in Quartieren gelegen, wenn auch mit Ausbildung und winterlichen Hebungen be­schäftigt. Erst der Winter des dritten Kriegsjahres sieht große Teile unseres Heeres im Kampf an der Ostfront stehen und sie Anstrengungen und Entbeh­rungen ertragen, die im bisherigen Verlauf dieses Krieges erstmalig auftreten. Nach Erfolgen, wie sie bisher die Kriegsgeschichte nicht kennt, stehen die Divisionen des deutschen Heeres im Herzen der Sowjetunion. , r v

Der Einfluß des Winters auf den Verlauf der Kämpfe ist sehr weitgehend. Die gegnerische Propa­ganda hat behauptet, der russische Winter werde die deutsche Front im Osten zum Zusammenbrechen bringen, wobei die Gewöhnung des sowjetischen Soldaten an die Wintertemperaturen ein entschei­dender Faktor der Ueberlegenheit über den deutschen Soldaten sein werde. Unsere Gegner rechnen auch hier, wie in so vielen Fällen vorher, falsch. Das russische Klima ist in den Wintermonaten gewiß ein schweres Hemmnis für militärische Operationen größeren Stils. Die mörderische Kälte, die z. B. die Weltkriegskämpser im Winter 1914/15 in den

belannt:

An der 0 ff f r o n f fügten Truppen des deutschen Heeres, unterstützt von starken Verbänden der Luft­waffe, bei der Abwehr feindlicher Angriffe und in erfolgreichen Gegenangriffen dem Feinde wieder schwere Verluste an Menschen und Material zu.

Bel einem trotz eisiger Schneestürme durchge­führten örtlichen Gegenangriff im Raum nordost­wärts Kursk verlor der Feind in mehrtägigem Kampf 294 Gefangene, darunter einen Divisions­kommandeur, 1450 Gefallene, 6 Panzer, 25 Ge­schütze, zahlreiche schwere und leichte Infanterie­waffen sowie sonstiges Kriegsgerät.

Im Kampf gegen die fowjetifchen Luslstreitträfte, an dem sich auch Verbände der italienischen Luft­waffe beteiligten, wurden gestern 38 feindliche Flugzeuge abgeschosfen oder am Boden zerstört.

Kampfflugzeuge warfen in der Rächt zum 5. Fe­

bruar Anlagen eines Flugzeugwerkes in Woro- nefch in Brand und erzielten Bombenvolltreffer in den Kraftfahrzeugwerken von Gorki.

Im Seegebiet um England befchädigte die Luftwaffe durch Bombenwurf drei größere Handelsschiffe, von denen eines in Brand geriet und Schlagseite zeigte. Rachtangriffe mit vernichten­der Wirkung richteten sich ferner gegen Eisenbahn- -ziele auf der Strecke Rew La st le Edin­burgh.

In Rordasrika wurde die Verfolgung des Feindes im Ost teil der Lyrenaika fortge­setzt. Verbände der deutschen Luftwaffe bombar­dierten britische Zeltlager, Kraftfahrzeugansamm­lungen und Flugplätze um Tobruk.

Bei wirksamen Tagesangriffen deutscher Kampf­fliegerkräfte auf feindliche Schiffe und militärische Anlagen des Hafens La Valetta auf der Infet Malta wurden zwei britische Unterseeboote be­schädigt. Die zum Begleitschutz eingesetzten Jagd- stafseln schossen ohne eigene Verluste drei britische Flugzeuge ab.

nicht erleichtert.

Das deutsche Volk ist aber auch Zeuge davon,

hinein begannen. . _

Auch ohne Motorisierung und winterliche Spe- zialausrüstung haben wir den russischen Winter m brei Weltkriegs-ahren glücklich durchgestanden, eo wird auch unser Heer in diesem Kriege trotz der be-

Stockholm, 7. Febr. (DNV. Funkspruch.) Die von Churchill angekündigte Geheimdebatte desenglischenUnterhauses über die Lage der britischen Schiffahrt hat bereits jetzt wie aus London eingetroffene Berichte erkennen lassen in der englischen Hauptstadt lebhafte Diskussion aus­gelöst. In sonst gut unterrichteten diplomatischen Kreisen Londons nimmt man an, daß im Verlauf dieser Geheimsitzung eine Frage von weitreichender Bedeutung für die britische Seekriegstrategie zur Aussprache kommen wird. Im Hintergrund des zur Debatte stehenden und von zahlreichen Mitgliedern des Unterhauses als außerordentlich prekär an­gesehenen Tonnageproblems soll, wie man hört, die Absicht Churchills stehen, die Stimmung des Hauses für die Durchführung einer von ihm geplanten britischen Landungsoperation an der norwegischen K ü.st e zu gewinnen. Der eigentliche Zweck der Geheimsitzung sei es, Klarheit darüber herbeizuführen, ob ein solches Unternehmen unter Berücksichtigung aller lebenswichtigen Anfor­derungen an die britische Schiffahrt zur Zeit durch­geführt werden kann oder nicht. Es verlautet, daß

Erfolgreicher Gegenangriff nordoßivärls Kursk

38 Sowjeffligzeuge vernichtet. - Bomben auf sowjetische Flugzeugwerke. Verfolgung des Feindes im Ostteil der Lyrenaika.

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Mm kzelhandels« geschlossen. Bund tritt mg wieder ibensmittel- fnet bleiben

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Das Menschenmögliche getan

Das Ostheer wird auch mit dem ^owjetwinter fertig.

Von Hauptmann Wilhelm Ritter v. Schramm.

Annahme von Anzeige« für die Mittaasnummer bis 8*/, Uhr desVormittags

Anzeigen-Preile:

Anzeigenteil 7 Rvi. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvi. je mm bei 70 mm Zeilenbreite

Nachlässe:

Wiederholung Malstaffel I AbschlüffeMengenstaffel» Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/e mehr

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Zur Seekriegslage.

Von Konteradmiral a. D. Karl Lagert.

Die Kriegsereignisse in Ostasien haben die Er­fahrung bestätigt, daß das Ergebnis einer See­schlacht von wenigen Stunden die militärische Lage großer Staaten vollständig ändern kann. Die über­legene Art, in der Japan die im Pazifik geroon- nene Seeherrschast ausnutzt, hat die prahlerischen Ankündigungen kommender Heldentaten in den anglo-amerikanischen Kreisen zunächst verstummen lassen. v ,

Sogar Churchill ist kleinlaut geworden.Ich glaube, hoffen zu dürfen, daß das Ende des Jahres 1942 uns in einer unbedingt besseren Stellung an­treffen wird als jetzt", hat er in seiner Rede vor dem amerikanischen Kongreß erklärt. Erst für 1943 erwartet ereine Initiative auf groß angelegter Basis". Auch Roosevelt erklärte dem Senat:Erst wenn alle unsere Machtmittel genügend entwickelt sind, werden wir den Feind angreifen können."

Was in der Zwischenzeit geschehen soll, darüber ist man sich offenbar nicht recht einig.Die Ver­einigten Staaten mit einer Einozeanflotte und einem Zweiozeankrieg müssen eine klare Entschei­dung treffen", schreibt der frühere Chef der nord- amerikanischen Flotte, Admiral Stirling, in der Lon­donerDaily Mail". Wird der Pazifik aufgegeben, so werden die Japaner Singapur, die Philippinen, Riederländisch-Jndien und Alaska erobern und Hawai ernsthaft bedrohen. Vereinigen die Staaten ihre Kräfte gegen Japan, so muß der Atlantik ver­nachlässigt werden. Stirling sieht nur die eine Lösung, daß nach Singapur und den Philippinen lediglich Unterstützungen durch die Luftwaffe geschickt werden, daß kleine Teile der Flotte vor Hawai

Churchill plant Landung in Norwegen

Zur bevorstehenden Geheimsitzung des englischen Unterhauses.

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Urbild nachgeahmt ist. Man sieht Jungen und Mädchen mit Wagen durch die Straßen ziehen und arme Kleider sammeln: es gibt Abzeichen der 'Winterhilfe, die von Sammlern verkauft werden, es f'ot Konzerte und andere Veranstaltungen für die Blhterhilfe. Man lieft Plakate mit der Aufschrift: !,du willst Frankreich aufbauen? Dann gib ihm Swst Kinder!" Die Legion der Frontkämpfer und tiroiUigen der Rationalen Revolution, eine Art

arte? Seit 1789 war dieses Hand die revolutionäre v -------: wieder oie Funken auf den

m'tinent übersprangen; baute man in Paris irrifaben, so pflanzte sich die Erschütterung bis h Polen fort. Der Anspruch des alten königlichen mkreich derGesta Dei per Francos, der Taten, f Gott durch die Franzosen verrichten ließ, wurde 39 verweltlicht und uneingeschränkt erhalten in in Bewußtsein, alle schöpferischen und erneuernden een der Menschheit wie ein Palladium zu bewah-

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ti. Daß diese neue Humanitätsreligion an entgöt- r(en Altären zelebriert wurde, haben die Frau­en erst unter den Schlägen eines selbstoerschulde- i Schicksals im Sommer 1940 gemerkt. Heute ben sie sich gezwungen, mit der neuen Zeit, die ibere heraufgeführt haben, Schritt zu halten. So urbe in den stürmischen Junitagen 1940 in Vichy i Formel derRationalen Revolution" gefunden; nie Bastillesturm, ohne Barrikadenkämpfe, durch nen einfachen Akt der Selbstentmachtung eines mpromittierten Regimes. Seitdem befindet sich lcmkreich im Stadium einer Revolution, die von im verordnet, von oben temperiert, von oben ü-chgeführt wird. Wie sieht das in der Wirklichkeit 15?

Aon einem Volk, das so zäh an seinem Lebens- S festhält wie das französische, wird man nicht warten, daß der äußere Rhythmus seines natio- alen Daseins dieselbe stürmische Wandlung durch- mche wie Deutschland im Frühling 1933. Man irb den Franzosen auch zugute halten, daß ihre föolutiOn aus einem totalen Zusammenbruch her- örgegangen ist, der bei den Besten eine tiefe Der- venlung, beim Durchschnitt eine Lähmung und ksignation hervorgerufen hat, in der alles, was ie Regierenden in Vichy ' zur Erneuerung des iaates verfügen, passiv hingenommen wird. Man cht das Bild des Marschalls Petain in allen Kaufenstern und Verkaufsräumen, in Hotelhallen ib in den kleinen Bistros, man lieft feine Bot- Baften an die Ration an den Plakatsäulen und fculermän-ben, kann sie auf Schallplatten käuflich ©erben; kaum ein Zeitungsartikel erscheint ohne fit Anrufung Petains, und selbst die Industrie i k nationalen Kitsches hat sich seiner Person be- Mchtigt. Schlägt dem alten Mann, der am Spät- ^nb feines Lebens ans Steuer getreten ist, ryirk- ih die Liebe, das unbegrenzte Vertrauen seines lolfes entgegen? Der Franzose hat sein eigenes irrhältnis zu seinen großen Männern; er begräbt it im Pantheon, er erweist ihnen die Reverenz des tdepathos, aber er liebt sie nicht. Er mißtraut im runbe der Größe. Eine Volkstümlichkeit, wie sie üsmarck in feiner Generation besaß, wie sie von ir Persönlichkeit Friedrichs des Großen noch auf it Gegenwart ausstrahlt, ist in Frankreich un- mkbar von dem geschichtlich einmaligen Bei­siel Adolf Hitlers ganz zu schweigen. So wird wch Pslain mehr wegen seiner militärischen Ver- ingenheit und feines Alters respektiert, mehr als ir einzig mögliche Ausweg, die letzte Zuflucht und les einzige moralische Aktivum der Ration hinge- emmen und geachtet und im übrigen als der !ir»oent benutzt, hinter dem sich nur zu gern die iten Gegensätze von gestern verstecken.

Der P^tain-Kult ist nicht die einzige Erscheinungs- erm der nationalen Revolution, die dem deutschen

bei der außerordentlich angespannten Lage der englischen Tonnage sich gegen ein solches Unternehmen zahlreiche Bedenken geltend gemacht hätten. Churchill selbst vertrete jedoch die Auffassung, daß eine solche Operation durchgeführt werden müsse, selbst auf die Gefahr hin, daß ein großer Teil des britischen Schiffsraumes dabei ver­loren gehe. Wie es heißt, beabsichtige Churchill, bei dieser Unternehmung einige amerikanische Einheiten zu beteiligen, da er hoffe, auf diese Weise eine demonstrative Wirkung auf die gegen ihn im eigenen Lande anwachsende Opposition aus­zuüben.

Die Geheimdebatte wird die Frage klären, ob es Churchill gelingt, das Unterhaus für feine Pläne zu gewinnen, um sich fo von dem für ihn politisch nicht ungefährlichen Risiko des Unternehmens schon im voraus zu entlasten, oder ob die Meinung derer sich als stärker erweist, die die Erhaltung des noch vorhandenen britischen Schiffsraumes für die Sicherheit der Seeverbindungen des Empire als notwendig und entscheidend ansehen.

lichen Erfahrung? Ein Volk, bas im Mittelalter einen hundertjährigen Krieg mit den Engländern geführt, unter Ludwig XlV. und Napoleon gegen ganz Europa gekämpft hat, besaß die Quelle feiner Kraft in sich selbst diese aber ist heute versiegt, und keine Maßnahme der Regierung hat sie bis jetzt wieder springen lassen. 1940 gab es um 40 v. H. weniger Eheschließungen als 1939, die Zahl der Todesfälle (die unmittelbaren Kriegsopfer nicht ein­gerechnet) waren um 115 000 höher als im Jahre zuvor, die Geburtenzahl in der gleichen Zeit um 50 000 niedriger. Dagegen stieg die Kindersterblich­keit von 63 auf 91 je 1000. Und schon wird ange­kündigt, daß die Ergebnisse für 1941 nicht besser sein werden! Hand in Hand mit dieser Gefahr des Volkstodes, dem noch immer nicht Einhalt geboten worden ist, geht die andere des rassischen Unter­gangs denn wenn auch die Regierung in Vichy, unter dem Eindruck des deutschen Vorbildes, die Judenfraae in Angriff genommen hat, so sieht sie die­ses Problem doch nicht vom Standpunkt der Rasse. Und doch müßten tzerade in einem Kolonialreich die Zusammenhänge besonders scharf gesehen werden,

legenheit und der Initiative der militärischen Füh­rung. In den drei Kriegswintern, die deutsche Solda­ten im Weltkrieg im Osten verbringen mußten, sind Erfahrungen gesammelt worden, die noch heute un­seren im Osten kämpfenden Divisionen zugute kom­men. Die militärische Führung hat der Tatsache des herankommenden russischen Winters ins Auge ge­sehen und im Rahmen des Möglichen die Fortdauer der Kämpfe auch im Winter vorbereitet.

Dabei ist die winterliche Jahreszeit als eine Periode des Kampfes gegen die Sowjetunion in die Pläne einkalkuliert, unter Berücksichtigung der Tatsache, daß sich die Operationen in den Winter­monaten naturgemäß unter anderen Voraussetzun­gen als im Sommer abspielen müssen. Der sog. Randwinter ist für die Kämpfe im Osten noch un­günstiger als die eigentliche kalte Jahreszeit. Schlamm und Matsch sind schlimmere Feinde jeder Truppenbewegung als eine mäßige Kälte, die die Straßen wieder passierbar macht, und zwar dauernd und zuverlässig passierbar, während sie schon im Sommer ein einziger starker Gewitterregen in einen Morast verwandeln konnte. Viele Flüsse, Sümpfe und Moore hören im Winter für die eigenen Unternehmen aber auch für die Bewe­gungen des Gegners auf, ein Hindernis zu fein. Freilich kann man sich in die gefrorene Erde schlecht eingraben; dieser Nachteil, der mit in Kauf ge­nommen werden muß, wird zum Teil aber durch die wendige und geschickte Taktik unserer Truppen wieder überwunden.

Angesichts dieser Gesamtlage dauern die Kämpfe im Osten an. Vor Leningrad, wo man aus wohl­erwogenen Gründen zum Stellungskrieg überge­gangen ist, in dem weiten mittleren Abschnitt der Ostfront und im Süden der riesigen Frontlinie geht der Kampf weiter Aus dem großen, zügigen Vor­gehen deutscher Panzerverbände und Schneller Truppen, denen die Infanteriedivisionen auf dem Fuße folgten, sind jetzt Kampfhandlungen geworden, die hier in Fesselungsangriffen und Stoßtruvp- unternehmen, dort in der Abwehr hartnäckiger An­griffe des Gegners bestehen. Die Erbitterung und Härte dieser Kämpfe ist die gleiche geblieben wie im Sommer, ja, sie ist angesichts der klimatischen Bedingungen, unter denen sich diese Kampfhand­lungen abspielen, noch größer geworden.

Die deutsche Führung kann dabei aber mit der Härte des einzelnen deutschen Soldaten rechnen. Er wird in seiner Fähigkeit, Anstrengungen undStra­pazen zu ertragen, den Leistungen seiner Väter, die im ersten Weltkrieg drei schwere Kriegswinter im Osten durchgestanden haben, nicht nächst eh en. Hin­zu kommt, daß das Menschenmögliche getan wird, um ihm das erfolgreiche Ueberstehen der Winter­monate zu erleichtern. Vor allen Dingen die deut, schen ©ebirgstruppen haben im winterlichen Hoch­gebirge wie in Norwegen Erfahrungen gesammelt, die nun dem ganzen Heer zugute kommen. Dar­über hinaus ist der Wintersport in den letzten Jahr­zehnten von einem großen Teil der jungen Gene­ration in Deutschland mit so großem Efter betrie­ben worden, daß sie als wetterfeste Soldaten mit Eis und Schnee fertig werden.

So sind die Voraussetzungen f3r die erfolgreiche Fortführung des Kampfes gegen den Bolschewis­mus auch in der kalten Jahreszeit gegeben. Die hochentwickelte Technik ist uns ein weiterer Helfer in vieler Beziehung. Niemand unterschätzt jedoch bte Schwere der Anstrengungen und die Größe der Opfer, die unser Ostheer in den Wintermonaten auf sich nehmen muß. Ein harter Winter muß über­wunden werden! Die heutigen Verhältnisse sind aber andere als etwa die des Jahres 1812, das unsere Gegner so gern zum Vergleich heranziehen, ' denn die Entwicklung ist seitdem nicht stehengeblie­ben. Sie haben sich auch schon wieder gegenüber dem Weltkrieg geändert. In gewisser Beziehung i ähneln sie noch denen des Jahres 1918, als wir un- seren großen Vormarsch in das Innere Rußlands

nachdem Frankreich im letzten Kriege die Blüte seiner Jugend auf der Wahlstatt geopfert hat. Noch Napoleon konnte, nach einer verlustreichen Schlacht, den zynischen Ausspruch tun, daß eine Pariser Nacht alle Opfer wieder ausgleichen werde 130 Jahre später erhält Frankreichs Generalissimus, von dem man einen Angriff auf den Mestwall verlangt und der dies ablehnt, weil das Unternehmen eine Mil­lion Tote kosten würde, von einem Reynaud oder Mandel zur Antwort:Was wollen Sie? Es gibt zwei Millionen Ausländer, die auf ihre Einbürge­rung warten!" Darin liegt der Unterschied und die wahre Ursache des französischen Verfalls.

Offensichtlich geht Frankreichs Erneuerung heute noch an den wesentlichsten Entscheidungen vorbei. Sicher geschieht.vieles, was dem Leben langsam normale" Züge wiedergibt, und da das Land nicht am Krieg teilnimmt, hat es auch die Möglichkeit einer langsamen wirtschaftlichen Erholung Eine Revolution jedoch stellt der ganze Vorgang nicht dar. 2lber vielleicht ist diese wirkliche nationale Re­volution einer Generation vorbehalten, die heute als handelnder Faktor noch nicht zählt; die erst heranwächst und sich in der neuentdeckten Gemein­schaft derChantiers" über das erstarrte nationale Bewußtsein der Franzosen hinausentwickelt, den umformen zu wollen wahrscheinlich verlorene Mühe wäre.

Umbruch auf Französisch

Von unserem Dr. K.-Korrespondenten.

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Ufiter ije, aus der immer

Karpaten erfahren haben, wird bei fehlender Win­terausrüstung sogar zu einer ernsten Gefahr. Es hat der Anspannung aller Kräfte bedurft, um diese Gefahr zu bannen und durch geeignete Maßnahmen unser Ostheer mit der zusätzlichen Winterausrüstung zu versehen, die der harte Winterkrieg erfordert.

Das deutsche Volk ist über die Schwierigkeiten auf diesen Gebieten und die Härte des Kampfes im russischen Winter unterrichtet. Es nimmt durch die Wochenschauen gleichsam als Augenzeuge an den Kämpfen im Osten teil, und es kann sich heute ein unmittelbares Bild von den Strapazen und Schwie­rigkeiten machen, die der Winter in der Sowjet­union mit sich bringt. Es entspräche nicht der Härte der Kämpfe und den Anstrengungen, die unsere Soldaten im Osten ertragen, wenn unser Volk den russischen Winter allzu leicht nehmen oder gar nur als eine Art soldatischer Winterfrische betrachten wollte. Denn es sieht ja, wie er den Verlauf der Kämpfe beeinflußt, und kann sich davon überzeugen, daß der Winter Truppe und Führung vor neue schwere Aufgaben stellt und den Endsieg gewiß

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wie keine Möglichkeit außer acht gelassen'wird, um! sonderen Ungunst des Wetters mit dem' Winter diese Schwierigkeiten zu meistern. Es kennt auch [ fertig werden und den Winterkneg tm Ugen er» seine Soldaten rm Osten und weiß von ihrer Ueber- folgteidj durchstehey.

Wallt».. RM.1.80

Mllgebühr -.25 ydh bei Nichterscheinen m einzelnen Nummern folge höherer Gewalt

Vichy, Anfang Februar 1942.

Jum erstenmal ist Frankreich bei einer großen loolution nur Zuschauer gewesen. Die Umwäi- ng, die für Europa mit der Machtergreifung des chonalsozialisrnus in Deutschland begann, ließ die imzösische Oeffentlichkeit zunächst unbeteiligt, als ittc- sich dieses Ereignis auf einem anderen Pla- ien abgespielt. Gab es denn überhaupt so etwas: ne Revolution ohne die französische Ursprungs-

Brüh W UniDerfUätsbruderet H. £ange Gemral-Anzeiger für Oberhessen 6ie6«n.9$d)uIftra8t7-9

- Jahrgang Nr.32

SjeiJ Scheint täglich, außer 'm ÖQs & J SnntagS und feiertags

Sauerteig, veranstaltet die Verschickung von Kin­ern. Eine Ueberschrift über die wirtschaftlichen und fuianziellen Maßnahmen seit dem Waffenstillstand lieft sich wie eine Kopie der Maßnahmen, die teutschland in den Jahren des Aufbaus ergriffen stt. Es gibt uniformierte Jugend, eine Arbeits- ! vistpflicht, Prämien für Eheschließung und Ge- hrten, es gibt Bestrebungen, die bäuerliche Eigen- irt, Trachten und Volkslieder zu beleben, den Men- shni wieder im Boden zu verwurzeln und viele «ibere Dinge, die in Deutschland längst selbstver- fandlich sind.

Äst also das französische Volk auf dem Weg zu liner Neugestaltung, zu einem Umbruch, der nicht rur Korrekturen der Oberfläche vornimnu, sondern lis mütterliche Erdreich in seiner Tiefe umgräbt, tm einer neuen Aussaat Platz zu schaffen? In die- Land ist vieles zu ändern; konservative Behar- tiüig ist hier wie nirgends dem Volkscharakter eigen, nd)t nur ein Vorbehaltsgut der politischen Rechte. Upb in diesem Land ist seit 150 Jahren, abgesehen tber Fassade, die königlich, kaiserlich, republika- war, kaum etwas wesentliches umgebaut wor- Hier sind noch Rechtsnormen aus der Zeit vierten Heinrich gültig, und oft genug findet hm imJournal Officiel" Gesetze aus der vchreckenszeit 1793 zitiert: Sitten und soziale An- Ibmungen sind seit Menschengedenken dieselben ge= Ilieben. Genügt zu efner Neuschöpfung in einem feen Land die bloße Nachahmung eines Vorbildes, ta sich anderwärts bewährt hat?

. Was dem französischen Regenerationsprozeß zu Wen scheint, ist die Kraft eines Volkes, die darauf wertet, oie Konzeptionen der Regierung mit dem gfezen Reichtum eines von Natur bevorzugten Lan-

fe in die Wirklichkeit zu übertragen. Die Franzosen 'in aus ihrer Geschichte aewohnt, daß sie sich von allen ihren Prüfungen sehr schnell wieder erholt haben Ottrauen sie nicht ein wenig zu viel dieser glück-