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Militärbündnis zwischen Australien und den USA.

Vigo. 6. Dan. (DNB.) In Washington steht der Abschluß eines Militärbündnisses zwischen den Ver­einigten Staaten und Australien bevor. Die Ver­einigten Staaten verpflichten .sich darin, den mili­tärischen Schutz Australiens zu übernehmen. Die australische Regierung erklärt sich mit der Errich­tung von nordamerikanischen Garnisonen, sowie Flottem und Luftstützpunkten auf dem australischen Festland und den australischen Inseln einverstan­den. Die Flvttenbasis von Port Darwin wird an die USA.-Marine abgetreten. Die Verhand­lungen zwischen Canberra und Washington sind schon seit längerer Zeit und ohne Wissen der britischen Regierung geführt worden. Chur­chill erfuhr erst in Washington davon und wurde somit vor eine vollendete Tatsache gestellt. Er hat sich damit einverstanden erklären müssen, daß Australien außerhalb des Befehlsbereiches von Wavell bleibt. In Washington betont man, daß Australien damit praktisch aus dem britischen Reichsverbande ausscheidet und zum 49. nordamerikanischen Bundesstaat wird. Die au­stralische Regierung soll in dem Appell an die USA. das einzige Mittel für die Verteidigung des Dominions erblickt haben, nachdem die Mehrzahl ihrer eigenen Streitkräfte von den Engländern im Mittelmeer geopfert wurde.

Jlur halben Herzens."

Tokio, 6. Ian. (Europa^reß.) Domei gibt die Schilderung eines in Banguio ansässigen Japaners Hayakawa wieder, nach der der Präsident der Philippinen, Quezon, nurhalben Her­zens" und unter stärkstem Druck der USA. dem Krieg gegen Japan zugestimmt habe. Nach Kriegsausbruch habe Quezon ihm gegenüber zum Ausdruck gebracht, alles in seinen Kräften Stehende getan zu haben, um einen Krieg zwischen den Filipinos und den Japanern abzuwenden. Quezon versprach, seinen ganzen Einfluß für den Schutz des Lebens und Eigentums der auf den Philippinen lebenden Japaner geltend zu machen. Im Metropolgarten in Schanghai beschloß eine Versammlung philippinischer Staatsangehöriger, Japans Bestreben nach Aufrichtung einer Wohl­standssphäre in Dftaften durch aktive Mitarbeit zu unterstützen.

Die japanische Regierung beschloß mit der Grün­dung einerBank für die Entwicklung südlicher Gebiete" Maßnahmen, die ange­sichts des schnellen Fortschreitens der militärischen Operationen in den Südgebieten von weitreichender Bedeutung für die wirtschaftliche Erschließung sind, die den militärischen Operationen auf dem Fuße folgen sollen. Die Bank soll vor allem wirtschaft­liche Unternehmungen finanzieren und in den be­setzten Südgebieten die Währungsfragen klären.

Lustverbindung Tschungkings nur noch über Kalkutta.

Bangkok, 6. Ian. (DNB.) Aus Kalkutta wird gemeldet, daß wegen der Zerstörung des Flug­platzes von Rangun und der häufigen japanischen Bombenangriffe auf die burmesische Hauptstadt der Luftverkehr Mischen Rangun und Tschungting durch eine Luftverkehrslinie Kalkutta Tschungting ersetzt worden sei. Nach dem Fall von Hongkong und Manila ist diese neue Flug­strecke, die von USA.-Piloten mit amerikanischen Flugzeugen beflogen wird, jetzt die einzige Luftverbindung Tschungkings mit der Außenwelt. Rangun wurde am Montag drei Stunden von den Japanern bombardiert. Als Folge des neuen An­griffes hat eine M a s s e n f l u ch t der Bevölkerung aus Rangun eingesetzt. In wildem Entsetzen soll die Bevölkerung aas der Stadt geflohen sein. Es war fast unmöglich gewesen, die Flüchtlinge aufzu- halten, die bis nach Kalkutta wandern wollten, um sich vor den japanischen Angriffen zu retten.

Die Versenkung des Flugzeugträgers ,Unkorn* eingestanden.

Berlin, 6. Ian. (DNB.) Mit einer Verspätung von zwei Wochen gibt die britische Admiralität jetzt zu, daß bei der Sicherung eines aus Gibraltar kom­menden Geleitzuges ein britischer Flug­zeugträger und der frühere nordamerikanische Z e r st ö r e rStanley" von deutschen Untersee­booten torpediert und versenkt wurden.

Hahn Krätke.

Von Hans Jüngst.

Hans I ü n g st ist ein junger, als Erzähler und Dramatiker gleicherweise begabter Dich­ter. Sein SchauspielAchill unter den Wei­bern" ist nach der erfolgreichen Uraufführung im Ständetheater in Prag von Dielen großen Bühnen angenommen worden.

Eines Tages hatte der Hahn auch einen Namen. Niemand wußte, wer zuerst darauf verfallen war, aber die Bühnenkünstler alle, denen er gehörte, Mann und Maid, nannten ihn dann nur noch Krätke.

Krätke ist ihr vorjähriger Heldenspieler gewesen, sein Name paßt nun auf den Hahn wie eiAns für ihn erfunden. Denn er ist ein majestätisches Vieh, bunt und wie aus dem Bilderbuch geschnitten. Mit dem Helden Krätke h^t er auch das gemein, daß er die führende Rolle spielt, im täglichen Leben der Theatertruppe so gut wie in ihrem Stück.

Die Vorgänge in diesem Stück kreisen um einen Hahn, und somit um ihn das absonderliche Tun und Treiben dieser merkwürdigen Menschen überhaupt: ihre Fahrten von Ort zu Ort in einem Ungetüm von Autobus, ihr flüchtiges Derweilen in den Gasthöfen, das Ausladen jener abenteuerlichen Dinge, mit denen sie auf Saalbühnen farbige Landschaft hinzaubern, und vor allem dann die Verwandlung, die am Abend mit diesen Unermüdlichen vor sich geht, ihr Aufputz, ihr Überlebensgroßes Gebaren, Das schnel­lende Hin und Her hinaufgesteigerter Wechsel­worte sinnlos bliebe das alles ohne den Hahn.

Hahn Krätke ist also der Hauptdarsteller, und zu­dem darf er sich rar und kostbar machen. Zwei Akte hirckmrch sprechen sie geradezu und auf Umwegen nur von ihm, und in Abwesenheit entfesselt er menschliche Leidenschaft, deckt allzumenschliche Schwäche auf. Dann erst betritt er persönlich die Bühne. Die Masse der Besucher (sind sie nicht um seinetwillen gekommen?) jubelt los, wenn endlich Krätke erscheint.

Don einem nahrhaften Misthaufen herunter ist Krätke ans Theater berufen worden. Das geschah vor Wochen, als sie ihr neues Stück einstudierten und sich Konfschmerzen machten, woher den befie­derten Darsteller gewinnen. Sie waren unterwegs

penang, die Insel der Betelpalme.

Der Name der dem nördlichen Ende der Straits Settlements voraelagerten Insel Penang, die jetzt von den Engländern geräumt werden muhte, er­innert an die Heldentat des KreuzersEmde n", dessen Kapitän von Müller zu Beginn des Weltkrieges im dortigen Hafen ein französisches und ein russisches Kriegsschiff versenkte. Die Insel ist aber auch noch weiter bemerkenswert, weil sie die erste britische Kolonie in Malaya gewesen ist. Im Jahre 1786 erwarb Kapitän Francis Light im Auftrage der Ostindischen Gesellschaft die Insel vom Radscha von Kedah für einen jährlichen Tribut von 6000 Dollar. Um die damaligen 52 Bewohner der Insel für die britische Sache zu gewinnen, ließ Light einen Sack mit Dollars an Land schießen. Die Insel wurde zuerst Prinz-of-Wales-Eiland ge­nannt, später in Georgetown umgetauft, aber für die Malaien ist sie P u l u P i n a n g, die .In­sel der Betelpalme", geblieben; von den schlanken hohen Bäumen mit den zierlichen Kronen sagt der Malaie, sie seien vom Himmel in die Erde geschos­sene Pfeile. In seinen Erinnerungen von 1830 er­klärt der abenteuerliche Sir James Brooke, der sich zum Radscha von Sarawak in Bomeo auf- geschwungen, von Penang:Never was a purer gern set in oceans vast expanse. (Niemals ist ein reinerer Edelstein m des Ozeans unermeßliche Fläche gesetzt worden.) In der Tat, gehört Penang zu den schönsten und an Bodenreichtum wichtigsten Besitzungen des britischen Kolonialreiches.

Schon bei der Einfahrt in den Hafen grüßen in wirksamsten Tönen und feinsten Abstufungen der Schattierung die Minarets, die Landhäuser und die grünen Hügel. Malerisch zieht sich der Ort am Ufer entlang. Breite Alleen schmücken das Europäer- und Chinesenviertel. Ein beträchtlicher Teil des frucht- baren Bodens gehört den Chinesen, die sich vom Kuli zum Großgrundbesitzer emporgearbeitet haben. Villen inmitten großer Parks bezeugen diesen Reichtum. Die herrlichen Gärten, die die isoliert ge­legenen Häuser der Europäer wie auch die Pfahl­hütten der Eingeborenen umgeben, sind mit den üppigsten Palmen, Bambusen, Bananen, Brot­fruchtbäumen und anderen Zierden der Tropen­flara geschmückt.

Der Blick von dem 834 m hohenCrag Hill", der mittels einer Drahtseilbahn zu erreichen ist, offen­bart die Bodenschätze der Insel: weite Kulturen von Kokos- und Areka-Palmen (Betel), Plantage reiht sich an Plantage, Gummi- und Zuckerpflanzungen, Reisfelder, Tapioka liefernder Maniok. Caryota- und Sagopalmen, Pflanzungen von Liberia- und arabischem Kaffee; die für den Bau der Eingebore­nenhütten unentbehrliche Nipapalme und die hell­grünen fleischigen Riefenblätter der Bananenstau- den. Ein Reichtum von unermeßlicher Fülle.

Penang hat seinen eigenen Baustil. Die Straßen sind von zweistöckigen steinernen Häuserzeilen ein­gefaßt, die weder europäisch noch malaiisch, sondern orientalisch-chinesisch anmuten. Sie haben einen schmalen Pfeilergang, wie diefiauben" unserer mittelalterlichen Städte; davor läuft ein tiefer, enger gemauerter Graben, der Regen und Schmutzwasier abführt. Der mit Granitschlag gewalzte Straßen­damm der Mitte ist ungeteilt. Es gibt keine Bürger­steige, wenn man nicht die oft unterbrochenen Pfeilergänge als solche ansehen will. Der Verkehr von Passanten, Rickschas, Automobilen, Ochsenkar- ren und sonstigen Gefährten flutet in der Mitte durcheinander. In den kleineren Straßen konzen­triert sich das einheimische Handwerk; in den Markt­straßen werden tropische Früchte, Fische und Fleisch verkauft und für jeden Stamm der Chinesen sind eigene Logier- und Speifehäuser, die sogenannten Kongsies , vorgesehen.

In der Nähe der Stadt, in Ayer-Jtam, befindet sich der Buddha-Tempel Dek-Lok-Si mit seiner glockenförmigen, ornamentreichen Pagode, ein archi­tektonisches Beispiel der Verschmelzung indischer und chinesischer Ideenwelt. Eine besondere Sehenswür­digkeit ist der Schlangentempel. Inmitten des Tem­pels die üblichen Räucherständer, Gefäße, vergoldete Blumen und Drachen, das Allerheiligste mit Schrein und viele goldverzierte Gitterwerke. Am Boden kriecht und schleicht es von Schlangen. Sie be­wegen sich langsam auf und nieder oder hängen träge im Geäst der goldenen Zweige. Und dazwischen knien die Gläubigen, Erwachsene, Kinder, ohne ge­ringste Scheu ihre Gebete verrichtend.

Es handelt sich hierbei um den Flugzeugträger Unicom", dessen Versenkung dieOKW.-Berichte vom 23. und 24. 12. gemeldet hatten. Die britische Admiralität gibt diesem Schiff in der Verlustliste den NamenA u d a c i t y, der in den Schiffslisten nicht enthalten ist, um den Eindruck zu erwecken, daß es sich um ein für Kriegszwecke in Dienst gestelltes Handelsschiff gehandelt habe. In der gleichen Mel­dung spricht sie aber von Flugzeugen, die von dem Deck des Flugzeugträgers gestartet seien, um in den Kampf einzugreifen.

Ein LtGA.-Gesandter.

Berlin, 6. Ian. (DNB.) In einem Luxushotel von Istanbul traf der USA.-Gesandte in Sofia, Carle, mit außerordentlich umfangreichem Gepäck ein. In der Begleitung des Diplomaten befanden sich nicht nur drei kostbare Rassehunde, sondern auch eine Reihe Dämchen des Sofioter Nachtlebens. Ein Gepäckwagen mit der AufschriftPrivateigentum von Mr. Carle" entlud 38 riesige Schrankkoffer. In den Koffern waren: für 120 000 Dollar Juwelen, für 100 000 Dollar goldene und mit Edelsteinen be­setzte silberne Zigarettendosen, für 35 000 Dollar alte und neue Goldmünzen, für 85 000 Dollar bulgarische Kirchenbilder und Kirchengeräte aus Gold und Silber. Carle und seine Sekretäre hatten in den letzten Monaten alles in Bulgarien zusammen- Ö, was nicht niet- und nagelfest war und miß-

, en ihre diplomatischen Privilegien, um diese ergaunerten Güter ins Ausland zu verschieben. Außerdem schaffte Carle auf diese Weise für .620 000 Dollar Edelpelze aus Bulgarien weg. Die Pelze waren auf feine Rechnung von der jüdischen Tänzerin Adrienne gekauft worden, Earles Gelieb­ten in Sofia. In Gesellschaft dieser Dame feierte Carle am Heiligen Abend in der Sowjetbotschaft von Sofia mit dem Sowjetgesandten eine Orgie. Dabei verteilten er und sein sowjetrussischer Kollege wert­volle Geschenke an die Halbwelt und bezeigten da­mit ihren Dank für geleistete Dienjte.

Als ihm die bulgarische Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten überreicht wurde und er den Schiffbruch seiner Pläne erkennen mußte, eilte er zu

seinem Gewehrschrank, stürzte an ein offenes Fen­ster und wollte einige Salven auf Straßenpassanten abgeben. Nur durch das Dazwischentreten eines bulgarischen Bedienten konnte der Gesandte daran verhindert, werden. Um so eifriger machte er seinem Aerger durch Drohungen Luft. Er erklärte, Churchill und Roosevelt beabsichtigten, Bulgarien auf der Landkarte auszuradieren.Jm Falle eines alliierten Sieges würden sie ganz Ost- und Mitteluropa bis zum Rhein Stalin zu einer Strafexpedition über- lassen. Frankreich, Spanien und Italien würden von englischen und amerikanischen Truppen besetzt werden. Carle brüstet sich damit, die letzten Ge­heiminstruktionen aus dem Weißen Hause damit wiederzugeben.

Der französische Innenminister sollte getroffen werden.

Vichy, 6. Jan. (DNB.) Auf der Bahnstrecke MelunTroyes wurde, wie schon von uns kurz gemeldet, die Leiche des Kabinettschefs des fran­zösischen Innenministeriums, Paringault, aus­gefunden. Man nimmt an, daß sich Paringault a u f der Reise nach Dijon befand, um dort die Untersuchung über das auf einen deutschen Offizier verübte Attentat einzuleiten. Der Nachrichtssn- dienst der USA. und der englische Nachrichtendienst haben unmittelbar nach Verübung der Tat gemel­det, daß ein Attentat gegen den französischen Innenminister Pucheu erfolgt sei. Der Londoner Nachrichtendienst begleitete diese Meldung mit der hämischen Feststellung, dgß Colonell B r i 11 o n vor einigen Tagen gesagt habe, daß Verräter wie Pucheu ein gefährliches Spiel trieben. Es kann da­her fein Zweifel daran bestehen, daß ein An­schlag von englischen und USA.- Agen­ten gegen das Leben des französischen Innen­ministers vorbereitet war, dem nunmehr fein Kabi- nettschef zum Opfer gefallen ist. '

Pucheu gehört der jungen französischen Welt­kriegsgeneration an. 1899 geboren, hat er zunächst den Weltkrieg mitgemacht und dann feine philo­sophischen Studien vollendet. Er beschäftigte sich spater mit wirtschaftlichen Fragen und gehört zu

und rollten durch ein Dorf und Krätke, ein stolzes prunkendes Wunder, scharrte inmitten seiner Frauen und zahlreicher Nachkommenschaft, lockte, spreizte sich, warf sich in die Brust und trompetete hell hinaus.Dieser ober keiner!" riefen sie im Wagen. Sie hielten, man verhandelte mit der Bäuerin, sie bekam ein Silberstück, und Krätke, ehe er begriff, fuhr mit ihnen auf und davon.

Aus seinem echten Hühnerdasein heraus gewöhnte er sich überraschend schnell an das neue Leben. An­fangs wohnte er noch in einem Käfig, einem Salon von Käfig, den ihm der Bühnentischler baute. Vor den Gitterstäben hockte Krätkes Freundeskreis, und er wurde weidlich verhätschelt, besonders von den Frauen mit Leckerbissen und mit vielen süßen Wor­ten. Bald empfand er selbst das Bedürfnis, sich frei und ungezwungen unter ihnen zu bewegen. Manier­lich spaziert er jetzt um die Mittagstafel, die sie nach Möglichkeit in einem Mrtshausgarten aufschlagen, und er nimmt von Hand zu Hand sein Teil ent­gegen. Nach Tisch, im Schatten von Bäumen, hält er sein Schläfchen auf der Stuhllehne hinter dem Rücken seiner treuesten Anhängerin, einer kleinen rundlichen Bühnenmutter, Von ihr auch duldet er es, daß sie ihn zu später Abendstunde wieder in seinen Käsig trägt. Vor ihrer Zimmertür, falls Hausgelegenheit und eine einsichtige Wirtin es irgend gestatten, pflegt er der Nachtruhe. Er stört nieman­den, das Schmettern in die Frühdämmerung hat er sich längst abgewöhnt; es ist etwas anderes, im Dorf mit den Hühnern zu Bett zu gehen als mit Schauspielern nach den Vorstellungen aufzublei- ben...

Während der Vorstellung erwartet Hahn Krätke seinen Austritt im Ankleideraum seiner Kolleginnen. Er studierte ihre Toilettengeheimnisse, stelzt über den Schminktisch, pickt nach einem glitzernden Stein, steht vor dem Spiegel und wendet den rotbelappten Kopf denn er hat gelernt, sich selber zu be­trachten tritt aus Versehen in eine Puderschach­tel und laßt sich duftend umstäuben.

Eine Viertelstunde vor dem großen Augenblick, da Krätke vors Publikum muß, wird er vom Dühnenwart aus dem Ankleideraum geholt. Dieser Mann setzt sich mit ihm in eine Ecke. Er nimmt Hahn Krätke auf die Knie und stiert ihm hinter­sinnig in die blanken Hühnerpupillen. Der Bühnen- wart meint Hahn Krätke zu hypnotisieren. Krätke

läßt ihm den Glauben, pliert ein weniges, zuckt mit den Lidern. Er wird ohnedies den vorgeschriebenen Weg quer über die Bühne sicher, heldisch, unzugäng­lich jeder Ablenkung zurücklegen. Er wird nicht etwa mitkrähen, wenn der Bühnenwart es für nötig hält, hinter den Kulissen lebenswahren Hahnenruf zu markieren.

Zum Stückschluß steigt Krätke beinahe zum Tra­gödien auf. Zwar sietzt er wohlgeborgen in der Damengarderobe und hat seinen neuen Triumph eingeheimst, aber auf offener Bühne verspeisen ihn seine Freunde und Freundinnen als Braten. Sie haben dabei zu schluchzen, und das Publikum lacht.

Krätkes wirkliches Ende sollte sich anders aus­nehmen. Das schöne Stück wurde eines Tages, trotz Krätkes hinreißender Leistung, abgesetzt. Und fortan war kein Raum mehr für ihn in dieser Welt. Sie wußten nicht, was mit ihm anfangen und sahen ein paar Tage lang zu, wie er hinkümmerte. Einer kam auf den Gedanken, ihn der Bäuerin zurückzuschenken. Der Bühnenwart unternahm die Fahrt und lieferte ihn ab. Aber Hahn Krätke sah sich daheim von allen Hennen gemieden. Sie lehnten die Atmosphäre, die er mitbrachte, ab. Einzig ein einsames Entchen watschelte ihm verloren nach. Bis ihn die Bäuerin eines Morgens im Stall unter der Sitzstange fand, von der er in der Nacht entseelt heruntergefallen war. \

Neues für den Büchertisch.

Werner Klaus: Germanisches Den­ken in Abwehr und Aufbruch. 134 Seiten. Kart. 3,40 RM Ferdinand Hirt Verlag, Breslau 1. (76) Hier roirb die germanische Weltan­schauung in ihrer rassisch bedingten Besonderheit dem jüoisch-örientalischen Religionsbegriff gegen­übergestellt. Es zeigt sich, daß es sich nicht um den Kampf einer neuen Weltanschauung gegen eine Religion, sondern um den Kampf zweier Denk­weisen, zweier Weltanschauungen, zwej^r Gottes­begriffe handelt. Der Gedanke von Rasse und Volks­tum wird als einzige Grundlage sowohl des altger­manischen als auch unseres wiedererstande'nen deutschen .Lebens erkannt, und endlich das fort­dauernde Gleichbleiben des germanischen Denkens trotz einer mehr als tausendjährigen Ueberlage- rung durch fremd« Religionslehren sichtbar ge macht.

Der Führer empfing den Kapitän z. S. Rogge, Kommandant eines Hilfskreuzers, und die Untersee­bootskommandanten Kapitänleutnant Lehmann- W i l l e n b r o ck und Oberleutnant zur See S u h ren, um diesen Offizieren das ihnen kürzlich ver­liehene Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eiser­nen Kreuzes persönlich zu überreichen.

Künstler gestalten den Dank der Heimat!.

Der über alles Erwarten große Erfolg der Sammlung von Woll- und Wintersachen verdient es, daß dieses einzigartige Geschehen als politisches , Dokument und einmütiges Bekenntnis der Heimat, zur Front auch für die Ankunft im Bild festgehal­ten wird. Auf Veranlassung des Reichsrninisters für Volksaufklärung und Propaganda Dr. G o e 6 bels hat der Präsident der Reichskam­mer der bildenden Künste die deutschen Künstler- aufgefordert, kennzeichnende Augenblicke der aroßen Wintersachensammlung für die Front künstlerisch zu gestalten. Diese Werke sollen uns und späteren Generationen Zeugnis sein für den Opfebgeist t>er Heimat und ihren Dank an die kämpfende Front.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer hat für den verstorbenen Wehrwirt- schastsführer Dr.-Jng. Walter Bordet, General­direktor des Bochumer Vereins der Ruhr-Stahl-AG. und der Hanomag, ein Staatsbegräbnis angeordnet. Der Staatsakt findet am Donnerstag in Bochum

Zahlreiche deutsche Kampf- und Sturzkampfflug­zeuge, die von Jägern begleitet waren, bekämpften britische Feldstellungen im Kampfgebiet von Nord­afrika. Außerdem wurden motorisierte Kolonnen, darunter Panzer, die sich auf der Fahrt zur Front befanden, wirksam mit Bomben beworfen. Viele Fahrzeuge blieben brennend auf den Wüstenwegen liegen.

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In der Dr.-Adolf-Wagner-Schulungsburg in Wannsee begann eine Arbeitstagung der Gauschu­lungsleiter der DAF. und deren nächster Mit­arbeiter in den Gauen und Betrieben. Den Auftakt

Berthold Kessinger und Ernst Böhm: Die erste Gefolgschaft". 166 Seiten. Kart.

3 RM. Verlag Ferdinand Hirt, Breslau. (61) Die erste Gefolgschaft" erzählt von der Jugend, die sich in den Jahren nach dem Weltkrieg bewußt von der verkrampften Problematik der fogenann- , tenjungen Generation" absonderte. In ihren Er­lebnissen und Handlungen stehen noch einmal Kampf und Werden der nationalsozialistischen Jugendbe- roegung 1925 bis 1933 auf. So wie diese Jungen sind Form und Sprache des Werkes: es macht keine großen Worte. Die dabei waren, werden sagen: so war es. So hat man uns damals be* . handelt. So haben wir Zettel geklebt, Zeitungen und Programme verkauft, Flugblätter verteilt,'Zu­sammenstöße und Schlägereien erlebt Die erste "l Trommel, das erste Heim, der erste Ausmarsch und v bann: Parteitag 1929, als wir zum erstenmal an dem Führer vorbeimarschierten. Die Jugend von heute wird mit Spannung die Erlebnisse derjenigen verfolgen, die ihr vorangeschritten sind.

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Heinrich Meurers: Feme über Pa- l e r m o. Roman vom Glück und Ende der Mafia. 181 S. Geb. 3,80 RM. Balduin Pick Verlag, Köln. (78) Eine frei erfundene Geschichte vom Kamps gegen den sizilianischen Geheimbund, nicht ohne Spannung und nicht ohne heftige Effekte erzählt.

Das schönere Gesicht Erfolgreiche Selbsthilfe durch neue Gesichtsgymnastik und -pflege. Von Helen Hede. 2. Auflage. 156 Seiten mit vielen Bildern. Geh. RM. 3,50, geb. RM. 4,50. (Verlag Knorr & Hirth, München.) (16) Die hier beschriebenen Methoden zur Verhütung oder Beseitigung von Alterserscheinungen und zur Stei­gerung der Schönheit überhaupt sind gerade heute bemerkenswert, weil sie unabhängig von der jetzi­gen Materialbeschränkung sind, so vor allem die überraschend wirksame, leicht zu lernende neue Ge­sichtsgymnastik. Auch die vielen, eigens für das Buch aufgenommenen Photos sind etwas anderes als die üblicheangenehme" Bebilderung. Das Endkapitelwie man den eigenen Fall anfaßt" mit dem Leitspruchmit geringem Aufwand viel erreichen" zeigt jeder Frau ganz individuell, wie sie den einen, nur ihr eigenen Weg findet, um das für sie mögliche Höchstmaß an Schönheit zu errei­chen, zu erhalten und sogar wiederzugewinneh wenn es verloren wart

jenen Franzosen, die nach dem Niederbruch von 1940 nicht einfach im alten Morast weiterpaddelten, sondern die Notwendigkeit eines neuen Anfangs für Frankreich einsahen. Sein jetzt ermordeter Ka­binettsdirektor war mit ihm gleichaltrig und hatte ungefähr denselben Entwicklungsgang. Schon bei dem Anschlag auf Laval und Deat im August war das Zusammenspiel kommunistischer und englischer Einflüsse offenbar. Der englische Nachrichtendienst pries den Attentäter, von dem man wußte, daß er mit jenen Kommunisten in Verbindung stand, die ihre Loyalität gegenüber Moskau durch Anstiftung von Unruhen in Frankreich unter Beweis stellen wollten. Verantwortliche Franzosen sahen damals die große Gefahr für ihr eigenes Land. Zu ihnen gehörten auch Pucheu und sein Mitarbeiterkreis. Sie derbaten sich ine Rettung Frankreichs durch Menschen, die mehr Moskowiter als Franzosen sind. Daher das jetzige Attentat. Aber es ist bezeichnend, daß chm eine wüste Hetzrede Churchills Daraus- ging und daß der englische Nachrichtendienst auch jetzt wieder die Gloriole um den kommunistischen Attentäter zu weben beginnt. Das französische Volk, das Churchill, Roosevelt und Stalin in der Patsche sitzen ließen, hat die Suppe auszulöffeln, die ihm diese drei Köche bereiten.

Das Ritterkreuz.

Berlin, 6. Januar. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh das Ritterkreuz an: Oberst Borge, Kommandeur eines Infanterie-Regiments; Oberst Ratcliffe, Kom­mandeur eines Infanterie-Regiments; Oberst Block, Kommandeur eines Infanterie-Regiments; Oberleutnant Rhein, Kompaniechef in einem In­fanterie-Regiment; Oberleutnant Stenzel, Chef­einer Radfahrerschwadron; Leutnant Tilmann, Zugführer in einem Pionierbataillon; ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes nachträglich an Leutnant Steputat, Flugzeugführer in einem Kampfgeschwader, der inzwischen den Heldentod gestorben ist: ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine an die Unter­seebootskommandanten, Kapitänleutnant S ch o l tz, Kapitänleutnant Zentral, Kapitänleutnant B i - galt unlr Kapitänleutnant Gysae.

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