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für eine halbe Million Menschen, die im Hanf- und Reisanbau em nutzbringendes Be­tätigungsfeld -finden würden.

In den ehemals niederländisch-indischen Gebieten konnte die Erzeugung xm Gummi, Zinn, Erdöl und anderen für die Kriegswirtschaft wichtigen Pro­dukten überraschend schnell auf eine beachtliche Höhe gebracht werden.

Erst Atlantikschlacht, dann zweite Front.

Lissabon, 5. Aug. (Europapreß.) Zum Thema Zweite Front" schreibt die nordamerikanische Zei­tungPhiladelphia Record", die Hauptfront sei die Atlantikschlacht. Erst wenn diese Schlackst, der die Alliierten die hauptsächliche Aufmerksamkeit widmen müßten, gewonnen sei, würde es möglich sein, die industrielle Erzeugung der Ver­

einigten Staaten voll zur Wirkung zu bringen. Erst dann könnte eine zweite Front gebildet wer­den. Aus dem gleichen Grunde stehe auch offen, wie lange von den USA. Unterstützungen an die Sow­jetunion und England geleistet werden könnten.

Oer Bau von Transportflugzeugen an Materialmangel gescheitert.

Stockholm, 5. Aug. (Europapreß.)Der serien­mäßige Bau von Transportflugzeugen auf ameri­kanischen Werften ist bisher an Materialschwierig­keiten gescheiter t", mußte Präsident Roose­velt in seiner Pressekonferenz am Dienstagabend eingestehen. Er sagte, seit fünf oder sechs Monaten sei dieser Plan geprüft worden, doch sei seine Durch­führung bisher daran gescheitert, daß nicht die n öt i g e n R o h st o f f e zum Bau dieser Flugzeuge zur Verfügung gestanden hätten.

Britischer Generalangriff gegen Gandhi.

Berlin, 5. August. (DNB.) Die Regierung des Vizekönigs von Indien hat drei Tage vor dem Zu­sammentritt des Plenums der Kongreßpartei in Bombay in perfider Weife in die Vorverhandlun­gen eingegriffen, die im Schoß der Kongreßpartei über Form und Inhalt einer für den 7. August vor­gesehenen öffentlichen Entschließung geführt werden. In ihrer Angst vor der erneuten moralischen Ver­urteilung der britischen Okkupationspolitik durch das indische Volk haben die englischen Behörden nach einer Mitteilung von Gandhi in Delhi die Dienst- räume des allindischen Kongreßaus- schussesdurchsuchen und Dokumente beschlag­nahmen lassen. Sie haben sich durch polizeiliche Mt- tel in den Besitz von Protokollen gesetzt, die Ent- wrfe für die Freiheitsentschließung des Kongresses enthalten. Die vizekönigliche Regierung hat dann, ohne Gandhi auch nur zu benachrichtigen, ein Do­kument mit dem Vorschlag veröffentlicht, den Gandhi angeblich dem Kongreßplenum am 7: August zur Annahme empfehlen wolle. In diesem Entwurf hatte Nehm einige A e n d e r u n g e n eingefügt, die folgenden Passus von Gandhi betra­fen:Wenn Indien fr-ei wäre, dann wäre wahr­scheinlich seine erste Handlung, mit den Japa­ns r n i n V e r h a n d l u n g e n zu treten." Wie aus den Protokollen hervorgeht, soll Rehru die Ab­änderung dieser Stelle mit der Begründung ver­langt haben:Die Welt würde zweifelsohne anneh­men, daß wir uns in paffiver Weise zu den Achsen­mächten bekennen." -

Diese Maßnahmen stellen den massivsten Angriff dar, den die Engländer in letzter Zeit zur Dif­famierung Gandhis und seiner Bewegung versucht haben. Sie schließen sich würdig an die Aus­hebung des Verbots der kommunistischen Partei an. Wie dieses, so ist die Veröffentlichung der Protokolle über die internen Verhandlungen des Kongresses einzig zu dem Zweck gedacht, die Bewegung zu spalten und sich gleichzeitig die Möglichkeit zu brutalsten Zwangsmaßnahmen zu verschaffen. Mei­nungsverschiedenheiten zwischen Gandhi und Rehru, die durch ein Kompromiß beseitigt wurden,

sollten vor der Welt zu einem Gegensatz auf ge­bauscht werden, der Gandhi als einen Agenten der Achsenmächte, Rehru als einen Freund Eng­lands zeigt. Wer die beiden Männer kennt,,weiß, daß weder das eine noch das andere richtig ist. Darüber hinaus soll die Veröffentlichung dazu die­nen, Gandhi öffentlich der Zusammenarbeit mit Ja­pan, d. h. mit dem Feinde der britischen und der oizeköniglichen Regierung zu bezichtigen. Offenbar wünschen sich die Engländer auf diese Weise eine juristische Handhabe zu verschaffen, um Gandhi unter der Anschuldigung des Landesverrates zu verhaften und überhaupt jede freiheitliche Re- aung im indischen Volk niederknüppeln zu können. &er Generalangriff gegen Gandhi und den Kongreß ist damit eröffnet, ohne Zweifel in der Absicht, zu­nächst aus die übermorgen in Bombay zusammen­tretende Plenartagung den schärfsten Druck auszu­üben. Die Spannung in Indien ist damit in ein akutes Stadium getreten, deren Ernst sich nicht ver­hüllen läßt.

Tschungking beunruhigt

Schanghai, 6.Aug. (Europapreß.) Durch die wachsende Spannung zwischen der britischen Re­gierung und den Indern sieht sich die Tschunking- Regierung in eine gefährliche Lage versetzt. Mar­schall Tschiangkaisch-ek beriet in Sitzungen mit dem britischen Botschafter und hohen britischen Offi­zieren aus Indien über Möglichkeiten zu einer Bei­legung der Differenzen. AnHesichts dieser politischen Unsicherheit, die das.Tschungkingregime mit dem Abschneiden der letzten Nachschubmöglichkeiten be­droht und der kritischen Lage an der sowjetischen Front, wird auch in Tschungking die Notwendigkeit der Errichtung einer zweiten Front betont. Eine solche Entlastungsfront dürfe jedoch nicht auf Europa beschränkt bleiben. So schreibt die ZeitungChina Times":Um den Sieg daoonzu- tragen, müssen die Alliierten zum Angriff über­gehen, aber auch in Asien und im Pa­zifik."

Aus dem Reich.

Einschränkung des Verkehrs mit landwirtfchastlichen Grundstücken.

Der Führer hat in einem Erlaß über die Ein­schränkung des Verkehrs mit landwirtschaftlichen Grundstücken im Kriege zum Ausdruck gebracht, daß während des Krieges jeder nicht unbedingt not­wendige Eigentums- und Besitzwechsel an landwirt­schaftlichem Grund und Boden zuunterbleiben hat. Im Vordergrund steht die Rücksicht auf die während des Krieges besonders wichtige landwirt­schaftliche Erzeugung, für deren ungestörte Fort­führung die Stetigkeit der Besitzverhältnifse Vor­aussetzung ist. Allein die Rücksicht auf ordnungs­mäßige Bewirtschaftung kann demnach abge­sehen von zwingenden persönlichen Gründen wäh­rend des Krieges einen Eigentums- oder Besitz­wechsel an landwirtschaftlichen Grundstücken begrün­den. Aber auch die Rücksichtnahme auf die Kriegs­teilnehmer, die ihre Interessen in der Heimat nicht selbst wahrnehmen können, verlangte die Einschrän­

kung des Verkehrs mit landwirtschaftlichen Grund­stücken. Denn der Kriegsteilnehmer hat als erster Anspruch auf landwirtschaftlichen Grund und Boden, den er selbst bewirtschaften will. Vor allem ist ein Grunderwerb durch Personen zu verhindern, die hauptsächlich ihr G e ld .a n l eg,en wollen oder eine Besserung ihrer -Versorgung er­streben. Kapitalanlagen und Erwerb eines Selbst- versorg ersitz es sind häufig heute die wahren Mo­tive für einen Erwerb, der sich mit anderen Grün­den zu tarnen versucht. Auch der Nichtlandwirt, der ernstlich die Absicht hat, sich dem landwirtschaftlichen Beruf zu widmen, muß während des Krieges auf die Verwirklichung seiner Wünsche verzichten, es sei denn, daß es sich um Versehrte des jetzigen Krie­ges handelt. Der Reichsernährungsminister erwartet, daß sämtliche am Grundstücksverkehr beteiligten Stellen sich die notwendige Zurückhaltung auf­erlegen, so daß vorerst von besonderen gesetzlichen Maßnahmen abgesehen werden kann. Es wird nicht etwa eine neue Genehmigungspflicht eingeführt,

muß, hält es stärkste Bewegungsmöglichkeiten seiner Truppen für ein wichtigstes Erfordernis.

Reben Straßen und Eisenbahnen sind Flug­plätze von großer Bedeutung. Vor dem Kriege gab es in Australien 487 Flugplätze und einige 40 Fluglinien, von denen fünf oder sechs als Haupt­linien anzusprechen waren, die den Kontinent in allen vier Windrichtungen durchkreuzten. 1939 wur­den auf 29 500 Meilen Fluglinien 159 000 Flug­gäste befördert. Auch der Telephon - und Te­legraphenverkehr stellt große Anforderun­gen. Die telegraphische Verbindung DarwinAde­laide ist 2000 Meilen lang..Sie wurde verdoppelt. Außerdem wurden zwischen Darwin und dem Rest von Australien zum erstenmal im Boden verlegte Telephonverbindungen hergestellt.

Material- und menschenmäßig ist Australien, wie von amtlicher Seite zugegeben wird, an der Grenze des Möglichen angelangt. Das ist der Grund für die ständigen Hilferufe an die USA. Rach der Kata­strophe von Dünkirchen ist die gesamte australische Rüstungsproduktion umgestellt worden. Die Zahl der Rüstungsarbeiter stieg damals von 5000 auf 200 000. Man konzentrierte sich zunächst aus die Her­stellung eines 3,7zölligen Flakgeschützes und des leichten Bren-Maschinengewehres. Mit besonderem Stolz wurde die Herstellung des 1000. Flugzeuges im September 1941 verkündet. Auch die Flotte wird durch Eigenbautey verstärkt. Naturgemäß sind je­doch die Rüstungsmöglichkeiten Australiens gering. Dem Heer fehlen vor allem schwere Waffen und Tanks. Zur Beförderung von Soldaten müßten not­falls einige hunderttausende Privatwagen herange­zogen werden. Ueber die Größe des australischen Heeres schwanken die Angaben zwischen einer Vier­tel und einer halben Million, von denen nur 40 v. H. der Altersgruppe 19 bis 39 Jahre angehören. Das USA.-Expeditionskorps dürfte die Ziffer 100 000 noch nicht erreicht haben.

An irgendeinem Punkt der besiedelten Südostküste sitzt General McArthur und denkt über die Auf­gabe nach, die ihm mit den pachetischen Worten ge­stellt wurde, er solleeine amerikanische Offensive gegen Japan organisieren". Trotz aller Versuche, sich in die japanischen Pläne hineinzudenken und trotz der Ansicht des Walhingtoner Oberkommandos über die entscheidende Bedeutung des asiatischen Kontinents liegt es für McArthur doch näher, die verschiedenen Möglichkeiten einer Defensive von Australien gegen einen Angriff durchzudenken. Da die Jnvasionsgefahr nach australischer Meinung aus allen Richtungen droht und die Japaner kein Interesse daran haben, diese Unsicherheit Austra­liens und i)e^ USA. zu beseitigen, ist McArthurs Aufgabe auch dann schwierig genug, wenn er den Offensioauftrag" zu den Akten legt.

Wie weit die Resignation maßgebender militäri­scher Kreise in Washington angesichts ihrer eigenen These geht, daß der a s i a t i s ch e Kontinent entschei­dender sei als Australien, geht aus folgenden Aus­führungen Taylors hervor:Die amerikanische Pa- ziflkexpansion ist für immer dahin, ebenso die Poli­tik der offenen Tür in China und die Freiheit der Meere, was Beherrschung der Meere durch Eng­land und die USA. bedeutet. Eine große Intensi­vierung nationales: Energien ist dahin." Aus allen Aeußerungen der für die Strategie verantwortlichen USA.-Militärs spricht mit zunehmender Deutlich- keit die Ueberzeugung, daß das Schicksil Australiens und Neuseelands nicht auf dem australischen Kontinent, sondern aus dem asiatischen Kontinent und aus den Meeren des Pazifik entschieden wird. Oie Neuordnung in Ostasien.

Tokio, 6. Aug. (Europapreß.) Kaum ein drei­viertel Jahr nach dem Ausbruch des Krieges in Ostasien zeigen sich in den unter japanischer Kon­trolle gelangten Gebieten bereits die ersten Erfolge der von Japan erstrebten Neuordnung. Ein bedeut­samer Schritt war die Amtseinführung der neuen burmanischen Zentralverwaltung, ein entscheidender Schritt zur Unabhängigkeit Burmas, die Minister­präsident Tojo am 21. Januar d. h. zugesagt hatte.

Auch auf den Philippinen hat die japanische Aufbauarbeit beachtliche Erfolge erzielt. Wie der Oberbefehlshaber der japanischen Streitkräfte auf den Philippinen, Generalleutnant Homma, mit­teilte, wird sich die japanische Auswanderung nach den Philippinen hauptsächlich aus Mindanao kon­zentrieren. Die Insel sei gegenwärtig von 28 000 Japanern bewohnt, die sie wirtschaftlich hoch ent­wickelt hätten. Doch sei auf Mindanao Platz

Wegbereiter Hölderlins.

Zum 65. Geburtstag Wilhelm Michels.

Am 8. August wäre Wilhelm Michel 65 Jahre alt geworden. Mit ihm, dem Darmstädter Essay- isten, der vor einigen Monaten plötzlich starb, hat das deutsche Schrifttum einen seiner fähigsten Köpfe verloren, der von der Philosophie herkam, gleich­zeitig aber auch in dichterischen Bezirken heimisch war. Vor mehr als dreißig Jahren entdeckte Wil­helm Michel, als einer der ersten, Wesen und Wert der Hölderlinschen Welt- in vielen Abhandlungen und Schriften deutete er Leben und Schaffen des großen, unglücklichen schwäbischen Hymnikers und wies auf dessen Bedeutung für eine Vertiefung deut­schen Wesens unermüdlich hin. Ohne diese Vorarbeit, die zum Teil in den beiden BüchernHölderlins abendländische Wendung" undHölderlin und der deutsche Geist" gesammelt erschienen find, wären die späteren Forschungsergebnisse von N. von Helling­rath und anderen undenkbar.

Der Rheinpfälzer Wilhelm Michel hat zeitlebens nur eine kleine, wenn auch wesentliche Leserge­meinde gehabt warum? Weil er ein Essayist gewesen ist, und zwar ein Essayist reinster Art. Im allgemeinen neigt der Deuffche entweder zu philo­sophischer Systematik oder aher zur reinen Dichtung; so spricht der Essay, dessen Ausdrucksform zwischen diesen beiden Disziplinen liegt, ihn naturgemäß schwerer an. Michels Essaybücher haben aber auch hier eine beachtenswerte Wandlung mit herauf- führen helfen.

Michel besaß alle Voraussetzungen für feine tief­schürfende Arbeit, er verfügte über Fülle und Klar­heit der Ideen und schrieb eine meisterliche Prosa; seine Gedankengänge fügten sich zu einem geschlos­senen Bilde, das Erkennen führte ihn zum Schauen, und die Weite weisen Abstandes ließ ihn nur das Wesentliche, das Wichtige betrachten und behandeln. Er wußte darum, daß das Einzelne nur im Gan­zen lebendig wird, das Ganze jedoch nur Gestalt gewinnt im Einzelnen. Michels Lebensarbeit ist das vor zwei Jahren erschieneneLeben Friedrich Höl­derlins", über das man nicht schreiben, sondern das man nur lesen sollte. Außer einem frühen Gedicht­buch veröffentlichte Michel noch die SchriftDas. Leiden am Ich", in dem er fein Verhältnis zur Welt mit schonungsloser Offenheit klarlegt, und das kleine köstliche BuchGeliebte Welt"; hier erzählt er von Kindern, Tieren, Blumen imb Frauen und verrät

manches aus feinem persönlichen Leben, so daß man daraufhin ein runderes Bild von dem Menschen und Schriftsteller erhält. Er hat es oft schwer gehabt im Alltag, aber, so berichtet einer feiner Freunde: Die Tapferkeit des Lebens war ihm zuteil gewor­den. Darum schenkte sich ihm die Schönheit des Lebens von selbst." Wo sich dieses zusammenfindet, erwächst ein Werk, das feinen Verfasser nicht mehr vergessen läßt. Hans Sturm.

Vom vielseitigen Ruhen der Kältephysik.

Von Dr. P. Lücke.

Wenn man ein Gas zusammendrückt, dann wird es wärmer, an jeder Fahrradpumpe kann man diese Tatsache feststellen. Dehnt sich ein zusammengedrück- tes Gas aber rasch aus, dann kühlt es sich gleich­zeitig ab. Der Trick Karl v. Lindes, der als erster Luft in großen Mengen verflüssigte, bestand darin, daß er die Luft abwechselnd in einen Kolben zusammendrückte und durch eine Düse in einem Ex- fi ansionsraum sich ausdednen ließ, wobei er die aus­gedehnte und dadurch abgekühlte Lust benutzte, um im Gegenstromoerfahren die aus dem Kompressions­raum ausströmendK Luft weiter abzukuhlen. So kam er stufenweise zu immer tieferen Temperaturen und endlich zu flüssiger Lust. Don da aus war der Weg zu reinem Sauerstoff und reinem Stickstoff nicht sehr schwierig. Sauerstoff geht bei183 Grad aus dem flüssigen in gasförmigen Zustand über. >Ltickstoffsiedet" schon bei 196 Grad. Wenn man also flüssige Lust langsam erwärmt, dann verdampft bei entsprechender' Versuchsanordnung zuerst der Stickstoff und dann der Sauerstoff. Durch Absaugen kann man beide Gase trennen und schließlich, auch jedes für sich wieder flüssig machen.

Nun ist die Kälteforschung aber bei der Luft und ihren beiden Hauptbestandteilen nicht stehen ge­blieben. Durch geschickte Verwendung der mit flüs­siger Luft erzielten Kälte gelang es, den Wasser­stoff zu verflüssigen, wobei eine Temperatur von 253 Grad erreicht wurde, das sind rund 20 Grad über dem absoluten Nullpunkt. Das war aber wie­der her Ausgangspunkt für eine Jagd nach noch tieferen Temperaturen, die dem Laien wohl als Sport" erscheinen könnte, die für die Wissenschaft aber einen sehr ernsten Grund hatte, denn es geht hfer um das Verhalten der Materie bei sehr tiefen

Temperaturen. Daß dabei fast nebenher ganz un­erwartete Erfolge für die Technik erzielt wurden, zeigt wieder einmal, wie die Grundlagenforschung stets Voraussetzung für den technischen Fortschritt bildet.

Mit. Hilfe des flüssigen Wasserstoffs gelang es nämlich, nun auch der Edelgase habhaft zu wer­den, von denen man lange Zeit geglaubt hatte, daß sie überhaupt nicht flüssig gewonnen werden können. Bei269 Grad ließ sich das Helipm flüssig ge­winnen und schließlich konnte man unter entspre­chendem Druck mit Hilfe des flüssigen Heliums auf 0,8 Grad vom absoluten Nullpunkt gerechnet herunterkommen. Nachdem dieser Kältebereich er­schloßen war, konnten auch die anderen Edelgase, das Krypton, das Neon und das Argon in größeren Mengen gewonnen werden. Eine ganze Industrie erwuchs auf diesem Fortschritt der Kälte­physik., Viele Tausende von Leuchtröhren glühen heute im roten Neonlicht. Die schlechte Wärmelei­tung und andere Eigenschaften des Kryptongases haben dazu geführt, daß die Glühlampenindustrie gewisse Lampenarten heute nicht mehr mit Stick­stoff, sondern mit Krypton füllt, was den Vorteil hat, daß der im elektrischen Strom glühende Leucht­draht stärker erhitzt werden kann, so daß die Licht­ausbeute dieser Lampen wesentlich besser ist. Ein ganz bedeutender Erfolg der Beschäftigung der Wis­senschaft mit tiefsten Temperaturen. Der Preissturz auf demKrypton-Markt" zeigt, was hier durch die reine Forschung für die Technik erreicht wurde. Be­zahlte man noch vor wenigen Jahren für ein paar Kubikzentimeter flüssigen Kryptons viele tausend Mark, so kostet heute ein Liter des gleichen Stoffes nur noch Bruchteile eines Pfennigs.

Für manche Versuche reicht aber auch die mit verdampfendem Helium erreichte Temperaturtiefe noch nicht aus. Prof. Walter Meißner in Mün­chen hat schon vor 20 Jahren ein Verfahren ange­geben, mit dem es inzwischen gelungen ist, bis auf 0,004 Grad dem absoluten Nullpunkt ncche- zukommen. Es beruht auf der Tatsache, daß mit steigender Wärme die Bewegung der Moleküle zu­nimmt, während sie bei sinkender Temperatur ab­nimmt. Wärme ist also Unordnung, Kälte dagegen Ordnung. Wenn man nun gewisse Metallsalze tiefst- gekühlt in das Feld eines besonders starken Elektro­magneten bringt und dieses dann abwechselnd M- und ausschallet, dann werden die Metallsalze ein­fach dadurch ab gekühlt, daß immer mehr von den winzigen Elementarmagneten ausgerichtet werden,

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Aus aller Welt.

Wolkenbruch über Bellinzona.

Ueber die Hauptstadt des Kantons Tessin, Bel­linzona, gingen schwere Wolkenbrüche nieder, die stundenlang andauerten, so daß die Wassermassen sich in Strömen durch die Straßen ergossen. Die Bäche verwandelten sich in reißende Flüsse. Von zwei Richtungen her wurde die Stadt mit Geröll und Erdmassen Überflutet. In Kellern und Erdge- schossen standen die Wassermassen meterhoch. Im Tessintal ereignete sich ein Erdrutsch, bei San Anto» nio schwemmten die von den Bergen herabstürzen« den Fluten große Erdmassen weg, die das Wasser zu einem See anstauten, der sich Über einen Damm hinweg in das Dorf ergoß. Auch in anderen Teilen der Schweiz wurden durch heftige Regengüsse große Verwüstungen angerichtet.

Ein Betrüger tarnt sich als Verwundeter.

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vielmehr wird der Refchsernahrungsmknkster fetm Maßnahmen mit Hilfe der bestehenden Einrichtung gen treffen. Die Kaufpartien müssen nunmehr nach, weifen, daß ihr Grundstücksvertrag dem öffentlichem Interesse dient, während bisher die Behörde nach, zuweisen hatte, daß das öffentliche Interesse vei- letzt wurde.

Oie Semeinschastsgaststätte kommt!

In Frankfurt fand eine Arbeitstagung der Reichs, gruppe Fremdenverkehr statt, auf der Staatssekretär Esser erklärte, die Fremdenverkehrsarbeit sei eine kriegswichtige Leistung. Die Versorgung der arbei. Lenden Menschen in den Gaststätten und die Unter­bringung der erholungsuchenden Fronturlauber und Rüstungsarbeiter dienten der Erhaltung der Volks« 1 gesundheit im Kriege und seien deshalb ein wich, tiges Mittel zum Sieg. Im Mittelpunkt der Ver­handlungen standen die Pläne der Gemein, schaftsgaststätten, die in den kommenden Monaten verwirklicht werden sollen, um den Volks­genossen, die kriegswichtige Arbeit leisten unb außerhalb der Familie verpflegt werden müssen, eine schmackhafte und markenbillige Ernährung zu sichern.

Kleine politische Nachrichten.

Der Kommandeur eines Panzer-Regimentes, Rit» terkreuzträger Oberst Rödlich, ist am 23. Juli 1942 während des Einsatzes im Ostseldzug tödlich _ verunglückt. Am 5. August 1940 war er mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet worden, als er mit feinen Panzern durch die französischen Widerstandslinien gestoßen war und dadurch eine zur Sprengung vor, bereitete Brücke in letzter Minute vor chrer Vernich­tung gerettet hatte.

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Ein württembergischer Ritterkreuzträger, Ober­leutnant Siegfried Grabert, fand am 25. Juli 1942 im Kämpf gegen den Bolschewismus den Helden« tob. Er hatte am 10. Juni 1941 das Ritterkreuz er« halten.

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Vor den Gauschulungsleitern und Reichsfchulungs, beauftragten der NSDAP., die auf einer Arbeits­besprechung über kriegswichtige Fragen in Berlin versammelt sind, sprach Reichsminister Speer über die Aufgaben seines Arbeitsbereiches. Staatssekretär Backe äußerte sich über die Lage der deutschen Er« nährungswirtschaft und behandelte die großen agrar, politischen Ausgaben, die durch den Landerwerb hn Osten gestellt werden. Der ^Beauftragte für den Lei« stungskampf der deutschen Betriebe und Leiter des Amtes soziale Selbstoerantwortung in der DAF., Dr. Hup sauer, berichtete über die Erfahrungen bei leistungsfördernden Maßnahmen in den Bettie« ben.

Dem 22jährigen Leo Hahn aus Wiesbaden, der schon wiederholl Gefängnisstrafen verbüßt hat, war es gelungen, sich ein Eisernes Kreuz und Verwun­detenabzeichen zu verschaffen und die Uniform eines Gefreiten zu leihen. So ausgerüstet, legte er sich eine SammellisteFür Schwerverwundete, arbeits­unfähige Soldaten" an und sammelte erst in Laza­retten bei den Leichtterwundeten, später auch, auf einen Stock gestützt und mit verbundenem Arm, bei anderen Volksgenossen. Dabei lernte er mildtätige Menschen kennen, die er bald darauf in Krefeld be­suchte und die ihn tagelang beherbergten. Die Frei­giebigkeit seiner Gastgeber lohnte er dadurch, daß er ihnen nachts zwei Kaninchen stahl und verkaufte. In Berlin entwendete er einem Soldaten das Sold« buch und verschaffte sich damit Wehrmachtfahrkarten

wodurch ja dieOrdnung" vergrößert wird. In der Nähe des absoluten Nullpunktes, den die Wissen­schaft allerdings niemals ganz erreichen wird, weil ein völliger Stillstand der Elementarteilchen, also ein Kältetod" aus mehreren Gründen unmöglich ist, haben sich nun eine ganze Reihe völlig überraschen- der^Eigenschaften der Materie herausgestellt.

So konnte festgestellt werden, daß manche Me» talle bei sehr tiefen Temperaturen überhaupt keinen elekttischen Widerstand mehr haben. In einem sol­chen tiesstgekühlten Metallring kreist ein elektrischer Stromstoß unaufhörlich ohne merklich abgebremst zu werden. Der Leiter des Kälteinstituts in der Phy­sikalisch-Technischen Reichsanstalt, Dozent Dr. I u sti, konnte sogar aus gesinterten, keramikähnlichen Stof­fen, also aus Richt-Metallen, Ringe Herstellen, die bei sehr tiefen Temperaturen eine erstaunlich große Leitfähigkeit für Elektrizität aufwiesen. Stoffe, die man also unter normalen Umständen als Jsolattren verwenden würde, leiten im Kältebad den elektri­schen Strom ausgezeichnet; andererseits gelang es bei normalerweise hervorragend leitenden Metallen, wie Kupfer, unter der Einwirkung sehr starker Ma« gnetfetber den elektrischen Widerstand Hunderttau« sendsach zu verstärken, so daß diese Metalle nun wie Isolatoren wirken.

Welche Bedeutung diese umwälzenden Entdeckun­gen einmal für die Technik haben werden, wissen wir heute noch nicht. Auch die Männer, die zum erstenmal einige Tröpfchen flüssige Lust und schließ- lich reinen Sauerstoff und Stickstoff gewannen, ahn­ten ja noch nichts von den riesigen Fabriken, in denen einige Jahrzehnte später diese Stoffe eine so wichtige Rolle spielen sollten. Ohne den nach Lindes Verfahren heute in Millionen Kubikmeter gewonne­nen Sauerstoff gäbe es fein autogenes Schweißen und kein autogenes Schneiden. Sauerstoff wird für die Herstellung von hochwertigem Stahl gebraucht, er wird in großen Mengen bei der Fabrikatton von Salpetersäure und Essigsäure verwendet und ist auch für die Herstellung künstlicher Rubine unentbehrlich. So hat die Kälte längst eine wichtige Stellung als Hilfsmittel der Technik errungen. Als Hilfsmittel für die Erforschung der Naturgesetze ist sie ebenfalls un­entbehrlich. und deshalb haben die Bemühungen der Kältephysik um tiefste Temperaturen eine wichtige Bedeutung. Zunächst geht es immer nur darum, unbekannte Eigenschaften der Materie zu entdecken, ' und unser Wissen von den Grundgesetzen der Natur zu erweitern. Nach Jahrzehnten zeigt sich dann ost erst, welchen Nutzen auch Technik und Wirtschaft habet haben können.

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