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8g Gießener Anzeiger
von einzelnen Nummern .
SSS w«ssas~w General-Anzeiger für Oberhessen
anrichten, trifft also nur das burmesische Volk, den Briten die Niederbrennung seiner Städte
Zug das
Oie Infanterie gewann den Sieg
Ein japanischer Generalstabsbericht über den Burma-Feldzug.
gefetzt hatten.
In besonderem Maße nahm sich Riza des sehr im Argen liegenden Verkehrswesens an. Als ehemaligem Reitergeneral und Kriegsminister war ihm deutlicher als manchem anderen geworden, daß die wirkliche Beherrschung eines so ausgedehnten Landes nur mit ftilfe eines ausreichenden Straßen- n e ß e s möglich sei. Deshalb verwandelte er m dem Jahrzehnt von 1930—1940 nicht weniger als 18 000 Kilometer Karawanenweqe in brauchbare Straßen. Als Verkehrsmittel diente in erster Linie der K r a f t° wagen. Da sein Einsaß sich jederzeit nach dem Bedürfnis richten kann, so bleibt er unter allen Umständen rentabel. Die Wirkung dieser Leistung blieb nicht aus. Da alle Städte von Belang nunmehr durch feste und gut gesicherte Straßen mit der Hauptstadt Teheran verbunden waren, trat eine ungeheure Verkehrsbelebunq des ganzen Landes ein. Die Sowjets können dieses Verkehrsnetz heute bequem militärisch ausnutzen. Sie haben die Haupt- knotenputikte besetzt und greifen von hier aus überall ein, wo es ihnen für die Bolschewisierung des Landes notwendig erscheint.
Iran besitzt keine einheitliche Bevölkerung. Reben dem arischen Herrenvolk der Iranier gibt es eme Unzahl kleiner Stämme und Volksteile, von denen die Armenier und Juden infolge ihrer händlerischen Rührigkeit die wichtigsten sind. Dieser Umstand wie ihr rassenmäßiqer Gegensatz zu den Herren des Landes macht die Juden und Armenier zu Handlangern der Sowjets. Tatsächlich sind sie auch von Tiflis im Kaukasus aus längst organisiert worden. Ohne Uniform oder Abzeichen bilden sie ein Besatzungsheer, das planmäßig über das ganze Land verteilt ist und dadurch wie die Maschen eines Netzes wirkt. Seit einiger Zeit haben sie ihren Mittelpunkt und ihre Befehlsstelle in Teheran selbst, dem Knotenpunkt des Straßensystems. Hier hat sich am
wiftisch-britifchen Eindringlinge entblößt worden.
Dieser scheinbar „friedliche" Eindruck erfährt jedoch eine gründliche Korrektur durch den Hinweis auf die Leistungen, die der zurückgetretene Schah Riza P a h l a o i in dem von ihm neu begründeten Staate während der letzten 20 Jahre vollbracht hat. Er erweist sich als ein würdiges Gegenstück zu dem in Europa mehr bekannt gewordenen Neubegründer der Türkei, zu Kemal Atatürk. Gleich diesem hatte er durch geschicktes Ausspielen der englischrussischen Gegensätze zunächst sein Land von fremden Einflüssen befreit. Auf ähnlichen Wegen wie Kemal und oft in Anlehnung an diesen führte er eine Europäisierung Irans durch, indem er die Dor. Herrschaft der mohammedanischen Geistlichkeit beseitigte und ihre Tätigkeit ausschließlich auf den religiösen Bezirk beschränkte. So konnte er eine Reform des wirtschaftlichen wie politischen Lebens vorneh- men und damit zugleich überhaupt neue Lebens- formen schaffen, wie sie sich in der Türkei schon vorbildlich bis in Familie und Häuslichkeit durch-
Stockholm, 5. Mai. (Europapreß.) Die Schlag auf Schlag von der Burmafront eintreffenden schlechten Nachrichten lösen, wie die Stockholmer Presie meldet, in London gesteigerte Nervosität aus. Die östliche Zangenbewegung, die die japanischen Truppen über Laschio hinaus augenblicklich durchführen, verursacht den militärischen Mitarbeitern der großen Londoner Zeitungen ernsthaftes Kopfzerbrechen. Bahnt sich hier ein strategisches Drama gegen die britische Front an mit der Gefahr, abqeschnitten zu werden?
Die beunruhigte Presse schätzt die Fluchtaus-
man es nicht wahrhaben.
Man verweist auf die Tatsache, daß hier im Südwesten Irans nach wie vor britische Truppen stehen, ja, man behauptet sogar, daß die Briten niemals eine Bolschewisierung Irans dulden würden. Trotzdem besteht für die von ihnen besetzten, nicht mehr übermäßig großen Streifen des Landes kein Einreiseverbot. Das bedeutet jedoch nicht ungehinderten Zugang für jedermann, sondern das Gegenteil! Einreisemöglichkeiten besitzen praktisch nur die Agenten der GPU.; sie können also, in Ausnutzung der Großzügigkeit ihrer Freunde, ungehindert auch in die Teile Irans eindringen, die ihnen vertragsmäßig noch nicht zustehen. Sei es nun der Einfluß des englischen Bolschewisten Cripps oder englische Schwäche: die Tatsache besteht, daß England den
Beim Gegner wurde die I r a w a d i - F r o n t von britischen und burmanischen Truppen verteidigt, während die Chinesen den direkten Einmarschweg von Rangun auf Mandalay längs der Eisenbahn verteidigten. Die ersten schweren Kämpfe gegen die Chinesen begannen bei Tungu am 1. März; gegen die britisch-indischen Truppen in der Gegend von Prome in den ersten Apriltagen. Bei den Tschungking-Truppen handelte es sich um Tschi - angkaischeks Elitetrupp en — die 5. und 6. Armee —, von denen die 5. Armee aus ausgeruhten, vollausgebildeten mechanisierten Verbänden bestand. Aber da sie sich nicht, wie in China gewohnt, unauffällig unter die Zivilbevölkerung mischen konnten, war es ihnen unmöglich, auf die gewohnten Guerillamethoden zurückzuqreifen. In offe- ner Feldschlacht erwiesen sie sich den Japanern als nicht gewachsen. Der japanische Vormarsch erreichte bei dem Stotz auf Mandalay Tagesleistungen von 70 Kilometer, was einen Rekord seit Beginn des ostasiatischen Krieges darstellt. So rasch rückten die motorisierten Verbände'vor, daß es den Chinesen nicht einmal möglich war, die Autostraße zu zerstören. Dank der Schnelligkeit des Vormarsches gelang es, den Feldzug gegen Niederburma rechtzeitig vor Beginn der Regenzeit erfolgreich zum Abschluß zu bringen. Bei den abschließenden Kämpfen in Oberburma wirkte sich die Regenzeit nicht hemmend aus, da dort die Niederschläge weniger heftig sind als im Deltaschwemm- lanü Niederburmas.
Rande der Stadt in dem vornehmen Diplomatenviertel in einem der jetzt zahlreichen leerstehenden Häuser unter Führung des Sowjetgenossen B a g i - r o f f ein GPU.-Kommando in Stärke von 100 Mann eingenistet, das die Fädew des Sowjetnetzes über das Land in der Hand hält und lenkt. Auf Anordnungen von hier werden alle Achfen-Freunde verfolgt oder ihres Lebens beraubt. Daß dabei die früher nach Iran geflüchteten Weißrussen nebenher auch noch beseitigt werden, bedarf wohl kaum der Erwähnung.
vollenden könne. Die Kritik der Londoner Presse an der „schlechten Bewaffnung und unzureichenden Ausrüstung" der Tschungkingtruppen, die jetzt als Sündenböcke herhalten müssen, zeigt die tief gesunkene Stimmung.
Japanische Truppen haben die chinesische Grenze überschritten
und Ortschaften und die Verwüstung seiner Felder zu danken hat.
Panik in Tschungking.
Schanghai, 5. Mai. (Europapreß.) Marschall Tschiangkaischek hat sich genötigt gesehen, die Schließung der Burma st raße als harte, aber unabänderliche Tatsache seinem Volke bekanntzugeben. In seinem Aufruf erklärte er, daß der Widerstand Tschungkingchinas vor einer Krise stehe. Die Bevölkerung müsse von jetzt an noch größere Entbehrungen auf sich nehmen. Die Nachricht, daß die japanischen Truppen nunmehr 30 Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt sind, hat in Tschungking eine Panik ausgelöst. Schon werden Zusammenstöße zwischen Soldaten und Studenten gemeldet, nachdem diese an der Spitze eines großen, gegen. die Fortsetzung des Krieges gerichteten Demonstrationszuges durch die Straßen marschiert waren. Zwar sollen rund 1000 Teilnehmer an dieser bezeichnenden Kundgebung von der Polizei verhaftet worden sein, aber die Unruhe schwelt weiter.
Bomben auf Kunminq und paoschan.
Schanghai, 6. Mai. (DNB. Funkspruch.) Ein starker Verband japanischer Flugzeuge hat Dienstag einen heftigen Angriff auf K u n m i n g , die Hauptstadt der sübchinesischen Provinz Mnnan, durchgeführt und militärische Anlagen erheblich beschädigt. Andere japanische Luftstreitkräfte unternahmen einen heftigen Luftangriff auf Paoschan im mittelwestlichen Gebiet der Provinz Yünnan.
Oer Monsunregen wird zur Falle
Befürchtungen der Londoner presse.
sichten für die britischen Streitkräfte in Oberburma nur gering ein, und zwar aus dem Grunde, weil der Monsunregen, dessen Einsetzen für die kommende Woche erwartet wird, anstatt eine Rettung der britischen Truppen, nun zur Falle werden könnte. Die Japaner, so bemerken die Blätter pessimistisch, sind vor den Wirkungen des Dauerregens gut geschützt, da sie als Sieger über die wohl aus- gebauten Straßen verfügen. Dagegen müßten die anglochinesifchen Verbände den Rückzug auf schlechten, vom Regen fast unpassierbar werdenden Saumpfaden antreten, was die Katastrophe
Der Monsun ist ein regelmäßig wehender Wind in Süd- und Ostasien. Sein Name kommt von dem arabischen Worte Mausim-Jahreszeit. Damit wird sein Wesen gekennzeichnet. Denn er hängt von dem jahreszeitlichen Wechsel des Luftdrucks ab, der aus dem verschiedenen thermischen Verhalten der Festländer und Ozeane im Sommer und Winter her- vörgeht. Die ersteren erwärmen sich schnell, geben aber ebenso schnell die Wärme wieder ab. Bei den Meeren hingegen vollziehen sich beide Vorgänge nur ganz allmählich. So kommt es, daß der gewaltige asiatische Festlandsblock im Sommer sich schnell und ungewöhnlich stark erwärmt. Dadurch lockert sich die Luft über ihm auf und steigt in die Höhe. In den so entstehenden Leerraum dringen nun vom Indischen und Stillen Ozean Luftmassen radial landeinwärts in das asiatische Kerngebiet. Der Indische Ozean wie wesentliche Teile des Stillen Ojeans liegen zwar erheblich näher an den Aequa- tor heran. Trotzdem besitzt das Wasser in diesen eine niedrigere Temperatur als das sommerlich erhitzte Hochland Mittelasiens. Natürlich dauert dieser Vorgang nur so lange, wie die starke Sonnenbestrahlung stattfindet, d. h. im Sommer von April bis Oktober. Dieser Sommermonsun weht nach Südasien hinein von Südwesten und nach Ostasien von Südosten.
Im Winter liegen die Dinge umgekehrt. Das Land hat die Hitze schnell wieder abgegeben. Mittelasien erstarrt in Kälte. Die beiden Ozeane bemalten big aus ihrer Lage sich ergebende Wärme, sie bilden also im Winter Tiefdruckgebiete, in die von Oktober bis April die kühleren Luftmassen aus dem Innern Asiens strömen, und zwar über Südasien als Nordostmonsun und über Ostasien als Nordwestmonsun. Da beide Winde je ein halbes Jahr wehen, ist es verständlich, daß sie für die Segel- und Kü-- stenschiffahrt wegen ihrer Regelmäßigkeit von großer Bedeutung sind.
Entscheidender ist jedoch ihre Wichtigkeit für die von ihnen bestrichenen Länder. Es liegt auf der Hand, daß hier der Sommermonsun den Vortritt hat, denn er ist überall der Regenbringer. Vorderindien lebt und stirbt mit ihm. Wenn das Winterhalbjahr von Oktober bis April den kühlen, aber völlig trockenen Wind aus dem Innern über das Land schickt, dann bringt er nicht nur keine Abkühlung, sondern erwärmt sich durch die verbliebene Wärme und saugt dabei den letzten Tropfen aus dem Boden. Das Land durstet im April. Wehe, wenn dann wegen ungenügender Erwärmung In- nerasiens der Monsun nicht „kentert", wie der ortsübliche Ausdruck lautet, wenn er nicht von NO nach SW umtippt und damit die reichen Niederschläge aus der Ozeanverdunstung bringt. Ehe der Monsun die volle Feuchtigkeit erreicht hat, bedingt er eine fürchterliche Hitze in den Monaten April und Mai. Danach tritt eine Milderung der Temperaturen ein. Die an der Westgrenze von Birma gelegene meteorologische Station Tscherrapundschi verzeichnet jährlich die Rekordmenge von 12 Meter Regen (Deutschland im Durchschnitt etwa 60—70 Zentimeter!). Daß solche übergroße Hitze wie derartige . Regenmengen für die Kriegführung gerade förber* ! sich wären, wird niemand behaupten wollen.
Meeren Anschluß hat. In verhältnismäßig kurzer Zeit ist hier eine bautechnisch erstrangige Leistung vollbracht worden, deren Kosten der neue Staat aus eigener Kraft aufgebracht hat. Eine Hauptquelle war für ihn dabei der jährliche Zuschuß er Anglo- Jranian Oil Company, welche die sudiranischen Oelfelder ausbeutet. Man muß also feststellen, daß die Sowjets, wenn sie an dieser Bahn entlang nach Süden vorgehen, unmittelbar in ein lebenswichtiges Gebiet der englischen Machtstellung am Indischen Ozean eindringen. Das weiß man in London ebenso gut wie in Neu-Delhi. Trotzdem will
Tokio, 5.Mai. (Europapreß.) lieber den Feldzug in Burma berichtet ein Generalstabsoffizier: der Feldzug sei durch die unübertreffliche Marschsähig- keit der japanischen Infanterie gewonnen worden. Der Gegner harte die Grenze gegen Thailand nicht befestigt, da er annahm, daß es den Japanern unmöglich wäre, die hohen Grenzgebirge zu überschreiten. Die Ueberquerung wurde durch den Bau einer Auto st raße ermöglicht, wobei die thailändischen Pioniertruppen ausgezeichnet mitwirk- ten. Allerdings verzögerte sich die Vollendung dieses Straßenbaues. Infolgedessen war der Nachschub für die vorderste Linie sehr schwierig, was den Soldaten schwere Entbehrungen auferlegte und mehrere 100 Pferde kostete.
Während des japanischen Vormarsches auf Rangun und der Kämpfe gegen die 17. Indische Division und britisch-burmanische Truppen waren st a r k e chinesische Kräfte in Nordburma eingerückt und standen mit vier Divisionen im Raume zwischen M and alay und Lashio. Während der Kämpfe um Rangun rückten sie nach Süden vor, mit der Absicht, die Japaner im Rücken anzugreifen. Die Japaner zweigten eine Kampfgruppe ab, welche die chinesischen Truppen festhielt. Nach der Besetzung Ranguns wurden vier schnelle mechanisierte japanische Verbände gelandet. Sie rückten sofort nordwärts. Dieser Vormarsch nach Norden kam dem Gegner offenbar überraschend, zumindest hatte er den japanischen Truppen nicht zugetraut, daß sie sich so weit nach Norden vorwagen würden.
Das Meer als Barriere.
Es ist schon viel Richtiges daran, den Krieg den Umwerter aller Werte zu nennen. Er zeigt den Reichtum in seiner Bedingtheit und läßt Völker, die ein höheres Maß weiser Voraussicht bewiesen haben als ihre Gegner, stärker erscheinen als diese. Er führt die Menschen zu primitiven Begriffen und Urteilen zurück und leugnet die Errungenschaften des weltumspannenden Verkehrs. Er unterstreicht die Vorteile der trockenen Grenzen und macht die Meere wieder zu dem, was sie für die Menschen der Urzeit gewesen sind: zu a b s p e r r e n- den Barrieren.
Man treibt in Großbritannien und Nordamerika mit Vorliebe jene Vogelstraußpolitik, die Gefahren leugnet, wenn sie durch Verstecken des Kopfes aus dem Blickfeld gerückt werden. Die \n der Zeitschrift „Das Reich" abgedruckte Betrachtung über die beängstigend abgleitende britisch - nordamerikanische Schiffahrt zählt die Gründe auf, die Nordamerikas Tonnage fo besonders stark angespannt haben, und die daher die U-Boot-Erfolge der Achsenmächte und Japans in gefährlicherem Lichte erscheinen lassen, als es bis in die jüngste Zeit, von den beteiligten Personen und Völkern wahrgehabt wurde: die Vereinigten Staaten haben dem australischen Kontinent militärische Hilfe zugesagt und müssen, selbst wenn sie die recht bescheidene Streitmacht von drei Infanterie- und zwei Panzerdivisionen auf dem australischen Festland unterhalten, 540 000 Tonnen Schiffsraum einsetzen.
Ein zweiter gefährlicher Störungsfaktor ist die unbefriMgende Oeloersorgung: für die Del« mengen, die aus den Bohrlöchern der Sundainseln nach den Ländern des westlichen Pazifik gesandt wurden und über die jetzt die Japaner verfügen, nmß auf sehrviel weiteren Wegen Ersatz aus Nordamerika, Mexiko, Venezuela und den west- indi'schen Inseln herangeholt werden. Schon jetzt — knappe fünf Monate nach Eintritt der Union in den Krieg — spüren die südamerikanischen Länder, soweit sie nicht selber Erdöl fördern, daß die Versorgung Australiens und' Indiens mit Treibstoff für Flugzeuge, Kriegsschiffe, Tanks und Kraftwagen im wesentlichen zu Lasten ihrer Versorgung mit Erdölprodukten geht. Wenn man in Washington den Dersorgungsnöten der „Kameraden" in der südlichen Hälfte des Doppelkontinents mit ziemlichem Gleichmut zusieht, so wird man die Erschwerung der eigenen Versorgung mit südamerikanischen Rohstoffen nicht so gelassen hinnehmen. Ueber kurz ober lang wird man bei der Bereitstellung von Tonnage für bolivianisches Zinn, chilenischen Sal-
Doch sind beides nur Nebenerscheinungen. Das Hauptziel bleibt die Bolschewisierung des Landes und die Gewinnung des vom Zarismus vergeblich erstrebten ZugangeszumPerfischen Golf. Obwohl dieser im englischen Machtbereich liegt! Dieser Zugang stellt eine geopolitisch ungewöhnlich wichtige Kraftlinie bar. Er bildet gewissermaßen eine Landenge für ganz Vorderasien, die sich zwischen dem Kawischen Meer im Nqrben und dem Persischen Golf im Süden erstreckt. Sie umfaßt den wirtschaftlich wertvollsten Teil von ----- - . , . , . - - -
Iran. Deshalb hat Riza ihn bereits durch eine 1400 Sowjets ganz Iran ausliefert. Die Maschen ihres Kilometer lange Eisenbahnlinie in den Jahren von Netzes werden immer dichter und unheilbringender. 1927 bis 1938 erschlossen, so daß er nach beiden I England wird das zuerst am eigenen Leibe fühlen.
Das Gowjetneh über Iran
Von unserem Ds.-Berichterstatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) !
Adana, Anfang Mai 1942. 1
Als vor mehr als einem halben Jahr die Sowjetunion und England es für richtig hielten, das zwischen ihren Machtbereichen gelegene Kaiserreich Iran unter ihre Botmäßigkeit zu bringen, da erweckte es den Anschein, als wollte sich der Vorgang wiederholen, der bereits im Jahre 1907 zu einer Aufteilung des Landes in eine russische und englische Interessenzone führte. Damals war es ein wirklicher Gemeinschaftsakt der beiderseitigen Regierungen, die hier auf Kosten Persiens eine vieljährige Nebenbuhlerschaft beendeten, um sie in die Einkreisungspolitik umzusetzen, die bann so schnell zum ersten Weltkrieg führte. Diese Erinnerung möchte heute unter ähnlichen Verhältnissen eine Stütze für den eben geäußerten Gedanken der Gemeinsamkeit fein. Tatsächlich aber besteht ein grundlegender Unterschieb. Wenn 1907 vielleicht England sogar der Anreger des Gedankens war, so ist es heute bestimmt öcrjenige Teil, der aus der Gesamtlaae seiner politischen Verhältnisse gezwungen ist, den Wünschen seines Partners zu willfahren. Wer noch von Zweifeln beherrscht wird, sieht sich durch die Entwicklung in Iran in dem verflossenen Winter restlos überzeugt.
Allerdings muß bemerkt werden, baß die Sowjetunion die Formen ihres politischen Vorgehens in Iran getarnt hat. Sie vermeidet jegliche sichtbare Gewaltanwendung, wie sie von der zari- sttschen Zeit her Üblich war und auch noch vor 20 Jahren von ihr selbst beliebt wurde. Sie trägt dem äußeren Schein nach dem stark ausgeprägten Selbstbewußtsein der Iraner Rechnung, arbeitet dafür aber mittels ihrer GPU. -Agenten um so intensiver und blutrünstiger. Sie hält sich auch dem Schein nach an die mit der unter dem Druck Moskaus zustandegekommenen Regierung getroffenen Abmachungen. Es bestehen der Form halber noch alle iranischen Behörden in voller Tätigkeit: von der Landesregierung bis zum kleinsten Verwaltungsbezirk in den Provinzen; aber sie werden von den Sowjets scharf kontrol- Ti er t! Das 1 643 558 Quadratkilometer umfassende, für europäische ^Verhältnisse riesenhafte Reich erscheint also rein äußerlich in seinen gewohnten Verhältnissen zu leben, obwohl die Bevölkerung stark beunruhigt ist und es an vielen Orten schon zu blutigen Zusammenstößen gekommen ist. Man darf auch nicht vergessen, daß das Land von nur 15 Millionen Menschen bewohnt wird, das ist auf 1 Quadratkilometer nur 9,2. Das wirtschaftliche und vor allem politische Leben pulsiert nur in den nicht sehr zahlreichen größeren Städten. Von diesen ist aber die Hauptstadt Teheran von jeglicher Besetzung bisher noch ausgenommen. So stößt man auf den ersten Sowjetposten erst 150 Kilometer von Teheran entfernt. In Teheran exerzieren nach wie vor die iranischen Truppen, ebenso in den anderen Garnisonen. Allerdings mit einem bemerkenswerten Unterschied! Man vermißt heute Spezialwaffen bei den Flugzeugen, Tanks und der schweren Artillerie. Von diesen sind sie durch die bolsche-
Schanghai, 6.2UaL (DRV. Funkspruch.) Rach in Tschungking veröffentlichten Meldungen sind japanische Truppen von Burma aus in die chin e- ifche Provinz Dünn an eingedrungen. Der Sprecher der Tschungking-Regierung erklärte, daß die japanischen Truppen in der Rahe von Wan - fing, etwa hundert Kilometer nördlich von Lashio, die chinesische Grenze überschritten hatten.
Der widerstand der Tschungking-Truppen, die unter Munitions- und Lebensmittelmangel leiden, ist nach gleichzeitigen Meldungen aus Bangkok nur noch gering. Auch nördlich und nordwestlich von Mandalay gehen die japanischen Operationen planmäßig vorwärts. Der geschlagene Feind zieht sich auf der ganzen 'Linie in großer hast zurück und muß zahlreiches Kriegsmaterial zurücklassen, das er aus Zeitmangel nicht mehr zerstören kann. So erbeuteten die Japaner allein am 4. Mai 14 Panzerkampfwagen und 17 Geschütze. Die Briten zerstörten jedoch auf ihrer Flucht alle Brücken und selbst Brunnen, trotzdem können diese Zerstörungen den japanischen Vormarsch nicht aufhalten, da die Japaner Flachboote mit sich führen, mit denen sie bereits auf Malaia und im bisherigen Verlauf des Burmafeldzuges alle Flüsse überquerten. Auch der Wasserbedarf der japanischen Truppen ist sichergestellt. Der Schaden, den die Briten auf ihrem Rück-


