Neue Schulungöstätte der NSV.
Nur dringende Arbeiten beimZahnarzi.
Durch die Einberufung zahlreicher Zahnärzte zum Wehrdienst ist es erforderlich geworden, in der Heimat bei der Versorgung der zahnkranken Bevölkerung die verbliebenen zahnärztlichen Kräfte so zweckooll wie möglich einzusetzen. Don der Reichsführung der Deutschen Zahnärzteschaft wird in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß Wünsche nach nicht unbedingt notwendiger Behandlung und lediglich kosmetischen Verbesserungen am Gebiß während der Kriegszeit aus Mangel an Zeit nicht immer erfüllt werden können. Die Bevölkerung wird dafür Verständnis haben, daß der in der Heimat verbliebene Zahnarzt heute vielmehr jene Behandlungen vordringlich durchführen muß, die der Schmerzbeseitigung und der Wiedererlangung der Kaufähigkeit dienen. Wenn daher in einzelnen Fällen gewisse Behandlungen vom Zahnarzt zurückgewiesen werden, so darf jeder Volksgenosse überzeugt sein, daß es sich hier um Eingriffe handelt, die ohne Schaden zurückgestellt werden können.
Ein Hamsterernest ausgehoben.
Eine Frau verhaftet.
Don der Kriminalpolizei Gießen wird uns mitgeteilt: Dor einigen Tagen wurde im Haufe einer Familie in Ober-Hörgern (Kreis Gießen) eine überraschende Durchsuchung oorgenommen, da bekannt geworden war, daß diese Familie größere Mengen bezugsbeschränkter Waren und Mangelwaren zum größten Teil ohne Bezugsberecbtigung oufgekauft habe. Das Ergebnis der Durchsuchung war überraschend. U. a. konnten vorgefunden und sichergestellt werden: Etwa 120 Pfund Kernseife, 35 Stück Feinseife, 41 Stück Einheitsseife, 160 Pakete Waschpulver (Persil, Sil, Fewa und bergt), 15 Pfund loses Waschpulver, 3 Kilogramm ungebrannter Bohnenkaffee, 25 Stück Anzug- und Klei- derstoffe, 52 Stück Hemden-, Bett- und Schürzen- jtof'e, 76 Stränge Wolle, 70 Rollen Zwirn und Stofstwist, 30 Paar Herren- und Damenstrumpfe, 11 Paar Herren-, Damen- und Kinderschuhe, 15 Karten Gummiband, 20 Paar Damenstrumpfhalter 14 Putztücher, 150 Päckchen Back-, Pudding- und Soßenpulver, 2 Pfund verschimmelte Rosinen, 450 Zigarren. 180 Zigaretten, 1050 Gramm Tabak und 2018 RM. Bargeld. Durch die bisherigen 6rmitb lungen, die aber noch nicht abgeschlossen sind, wurde sestgestellt, daß die Hauptbeschuldigte, eine 27jäh- riqe Frau, die Geschäftsleute, von denen sie die Waren bezog, mit Butter und Eier, wohl als Gegenleistung, beliefert hatte. Die beschuldigte Frau wurde festgenommen und dem Amtsgericht Gießen zugeführt, das sie unter Haftbefehl stellte. Die an diesen Vorgängen beteiligten Geschäftsleute werden natürlich ebenfalls ein Verfahren zu gewärtigen haben. Die Akten über den Vorfall sind dem Son- dergericht in Darmstadt zur weiteren Bearbeitung zugeleitet worden.
Wer Gelegenheit hatte, das außerordentlich vielseitige Warenlager dieser schamlosen Hamsterin zu sehen und dabei zu erkennen, wie hemmungslos hier viele lebensnotwendige Waren, die zahlreiche andere Familien gut hätten verwerten können, lediglich aus Raffgier zusammengetragen und aufgestapelt wurden, der kann nur wünschen, daß diese em- vörende Schädigung des Gemeinwohls die entsprechende strenge Sühne findet.
Nationalsozialistische Frauenschule für
NSG. Zu den wichtigsten fokalen Frauenberufen der NSV. gehört derjenige der Dolkspflegerin. Es ist dies ein Beruf, zu dem sich eine Frau im wahrsten Sinne des Wortes „berufen" fühlen muß, da er nur von einem in sich gefestigten Menschen aus- geübt werden kann, von einem Menschen, der die Schicksale seiner Mitmenschen begreifen und auch lenken kann, der so viel Menschenkenntnis besitzt, daß er wahres Leid von Heuchelei zu unterscheiden versteht. Das Arbeitsgebiet einer Dolkspflegerin umfaßt'die gesamte Dolkspflege, wozu die Familien, und Wohnungsfürsorge, vor allem die Betreuung von Mutter und Kind sowie die Äugendhilfe, Haus- Haltshilfe und die Erholungspflege von Müttern, werdenden Müttern, berufstätigen Frauen, Jugendlichen und Kindern gehört.
Obwohl erst ein verhältnismäßig kurzer Zeitraum fett B"stehen der NS.-Dolkswohlfahrt verflossen ist, sind die Arbeiten von Jahr zu Jahr immer größer und umfangreicher und die Einrichtungen, le der Dolkspflege dienen, in schneller Entwicklung
Lichtspielhaus: .Frau am Abgrund".
Diese Geschichte, eine italienische Produktion im Verleih der Difu, wirkt wie eine verspätete Verfilmung des seinerzeit beliebten „Tagebuches einer Verlorenen": man erlebt die bestimmenden (Stationen auf dem unerfreulichen Lebenswege einer hüb- schen Frau, die von ihrem Liebhaber mit einem Kinde sitzen gelassen wird, in zweifelhafte Gesellschaft gerät und allmählich, von Stufe zu Stufe sinkend, sich immer mehr verstrickt, bis sie, nach allerlei Umwegen und vergeblichen Versuchen, wieder Boden unter die Füße zu bekommen und sich eine ordentliche Existenz aufzubauen, sich zu ihrer Mutter flüchtet, welche die verlorene Tochter mit vielen Freuden wieder bei sich aufnimmt. — Es liegt in erster Linie am Stoff, zum Teil aber auch unver- meidbicherweise an der Synchronisierung, daß dieser Film auf den Beschauer sehr viel älter wirkt, als er wahrscheinlich ist. Die Spielleitung von Amleto Palermi hat die an Effekten reiche Handlung unmittelbar publikumswirksam in Szene gesetzt. Paola Barbara, hübsch und temperamentvoll, erscheint für die Rolle der „Frau am Abgrund" über- aus geeignet. Unter den Männern, die, der Fabel entsprechend, allermeist eine wenig anziehende Figur machen, zeichnen sich Fosco G i a ch e t t i, Gina C e r vi, Dittorio de Sic a, Umberto Melnatl und Camillo Pilotto aus. Einige gute Landschaftsaufnahmen sind mit Anerkennung hervorzuheben. — Hans Thyriq^
Ausbildung von landwirtschaftlichen Berufsschullehrerinnen.
NSG. Der Reichsstatthalter in Hessen gibt bekannt: Der Herr Reichserziehungsminister beabsichtigt, an den Reichsinstituten für den landwirtschaft- liehen Unterricht in Danzig, Dresden, Braunschweig, Bonn und München ab Ostern 1942 einjährige Ausbildungslehrgänge für landwirtschaftliche Berufs-
Dolkspflege im Sau Hessen-Nassau.
stets zahlreicher geworden. Nicht zuletzt im Kriege kam den Maßnahmen der NSV. auf dem Gebiete der Dolkspflege immer größere Bedeutung au.
Die Gauamtsleitung der NSV. kam deshalb einem dringenden Bedürfnis nach, als sie jetzt alle Vorbereitungen zur Schaffung einer Schul ungs- ftätte für Dolkspfleaerinnen im Gau Hessen-Nassau £ troffen hat. In dieser nationalsozialistischen Frauen- ,chule für Dolkspflege können Mädchen mü dem abgeschlossenen 19. Lebensjahr Aufnahme zu einem jeweils 2 Jahre dauernden Ausbildungskurs finden. Nach Abschluß des Staatsexamens steht den jungen Volkspflegerinnen eine Laufbahn in den vielseitigen Einrichtungen der NSV.-Arbeit, aber auch in den staatlichen und kommunalen Dienststellen (Ge- sundheits-, Fürsorge- und Jugendämter) offen.
Mädchen, die sich für den Beruf der Dolkspflegerin interessieren, wenden sich an die Gauamtslei- tung der NSV., Stelle Sozialer Nachwuchs, Darmstadt, Steubenplatz 17.
schullehrerinnen einzurichten. Die weitexe Ausbildung der Bewerberinnen erfolgt durch eine einjährige prakt sch-pädagogische Tätigkeit an einer landwirtschaftlichen Berufsschule. An diesen Lehrgängen können Bewerberinnen mit folgender Ausbildung teilnehmen: 1. Abgeschlossene Mittelschulbildung oder Dersetzungszeugnis zur 7. Klasse der Oberschule, außerdem einjährige Praxis im ländlichen Haushalt und ein Jahr Fachschule (Landfrauenschule, Landwirtschaftsschule, Frauenfach- schule). 2. Dolksschülerinnen, die die ländliche Hauswirtschaftsprüfung bestanden haben und den Besuch der Lwdwirtschaftsschule ober Landfrauenschule nachweisen können. Sie müssen jedoch vor Besuch des Staatsinstituts den Dorbereitungslehr- gang für die Aufnahmeprüfung in die Oberklasse einer Landfrauenschule besuchen. 3. Absolventinnen her Oberklasse (Hauswirtschaft!'che Form) brauchen nur ein Jahr landwirtschaftliche Praxis nachzuweisen. Meldungen zu diesen Lehrgängen sind unter dem Kennwort „Lehrgänge für landwirtschaft- liche Berufsschullerinnen" an den Herrn^eichsstatt- halter in Hessen, Landesregieri 3, Abteilung VII, Peter-Gemeinder-Straße 3, ober an die Kreis- und Stadtschulämter zu richten.
Zuchtbaus für ein Franzosenliebchen.
LPD. D a r m st a d t, 5. März. Rosina Helden- b e r g e r aus Schlierbach im Kreise Dieburg hatte mit einem kriegsgefangenen Franzosen ein Liebesverhältnis unterhalten, weswegen das Darmstädter Sonberqericht sie am Mittwoch zu einer Zucht- hausstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilte. Die Angeklagte, die geständig war, entschuldigte sich damit, daß sie den Franzosen sehr geliebt und baß dieser ihr die Ehe versprochen habe; dieser aber verriet sie, um sich wegen seines langen Fernbleibens vorn Lager zu entschuldigen. Das Sondergericht war der Ansicht, daß sie
sich In recht schamloser Weise dem Franzosen an den Hals geworfen habe.
Gewaltverbrecher zweimal zum Tode verurteilt.
Sechs Tage nach feinen Untaten brach das Sonder- geeicht den Stab über ihn.
Lpd. D a r m st a d t, 5. März. Wegen Gewaltoer« brechens hatte sich am Donnerstag vor dem Sondergericht in Darmstadt bet 36jährige Heinrich Schmidt aus W e i t e r st a d t zu verantworten. Schmidt ist sowohl als Gewalt- und Sittlichkeitsverbrecher, wie auch infolge feiner früheren Betätigung und Gesinnung als Kommunist des öfteren vorbestraft.
Nach Arbeitsschluß am 27. Februar hielt sich Schmidt bis zur Feierabendstunde in einer Alt- ■ stadtwirtschaft in Darmstadt auf und verbrauchte dort seinen gesamten Wochenlohn ohne Rücksicht auf seine Frau und seine pier Kinder. Danach begab er sich in den südlichen Siadtteil. wo er unter dem Schutz der Dunkelheit auf der Straße ein Mädchen ansprach und es alsbald zu Boden warf. Seine Absicht, sich das Mädchen gefügig zu machen, scheiterte an dem Hinzukommen eines Mannes, der durch die halberstickien Hilferufe des Opfers aufmerfcam geworden war. Schmidt ging flüchtig und drang dann in ein Haus ein, in dem er früher schon einmal gearbeitet hatte. Er versuchte nun hier bei einer allein anwesenden Hausbewohnerin zu seinem Ziele zu kommen. Bei seinem Vorhaben kamen ihm die Kriegsverhältnisse — Verdunkelung und Abwesenheit der übrigen Familienmitglieder — zustatten, was er ganz bewußt ausnutzte. Noch in der gleichen Nacht wurde Schmidt von der Kriminalpolizei festgenommen und durch unverzügliche Anklagevorbereitung sechs Tage nach feinen schweren Taten verurteilt.
Der für seine Taten voll verantwortliche Verbrecher hat sich — er ist sich dessen eingestandenerma- ßen klar bewußt gewesen — selbst aus der Volksgemeinschaft ausgeschlossen und sein Leben verwirkt. Entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts verurteilte ihn das Sondergericht als Dolksschädling in beiden Fällen zum Tode und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszett.
Der schnelle Zugriff der Behörden und des Gerichts ist Warnung und Beruhigung zugleich, daß das im vollen Kriegseinfatz stehende Volk gegen derartige Verbrecher durch die ganze Schärfe des Gesetzes geschützt wird.
Päckchenmarder kommt ins Zuchthaus.
Lpd. Frankfurt a. M., 5. März. Die 34jährige Postfacharbeiterin Erna S ch ö n f e l d , die im Brief» züftelldienst in Frankfurt tätig war, gestand vor dem Sondergericht, fünf Postsendungen, darunter zwei Feldpostpäckchen, sich angeeignet und den In- halt verwertet zu haben. Die Angeklagte wurde zu zwei Jahren Zuchthaus, 50 RM. Geldstrafe und zwei Jahren Ehrverlust verurteilt.
Hauptschriftletter: Tr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de» Hauvtichriftleitcrs: Ernst Blumichetn. Beraniwvrtlich für Politik ur.b BUder Dr. Fr. W. Lange: für das Femüeron: Tr. Hans Tlmnot; für Staat Giessen, Provinz, Wirt ckiaft und Sport: Ernst Bumichcin
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Im Namen aller Angehörigen: Wilhelm Schreier.
Gießen, den 5. März 1042.
Auf Wunsch des Entschlafenen findet die Beerdigung in der Stille statt.
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Die Gartennummern sind in der einzutragenden Liste mitanzugeben.
Gießen, den 2. März 1942.
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Tieferschüttert erhielten wir die unfaßbare Nachricht, daß unser lieber Sohn, unser herzensguter Bruder, mein innigstgeliebter Bräutigam, Schwager u. Onkel
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Obergefreiter in einem Infanterie-Regiment
im Alter von 23 Jahren in einem Kriegslazarett im Osten gestorben ist.
^n tiefer Trauer: Familie Heinrich Neeb Heinrich Frick und Frau Emma, geb. Neeb Elfriede Schäfer, Braut Familie Robert Schäfer.
Gießen (Krofdorfer Straße 6), Staufenberg, Launsbach, im März 1942.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Mittwoch, dem 4. März, vormittags 8 Uhr, meine liebe, herzensgute Frau, die liebevolle, treusorgende Mutter ihrer beiden Kinder Erich und Mariechen, meine liebe, gute Tochter, unsere immer hilfsbereite Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante
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wenige Tage nach dem vollendeten 36. Lebensjahre für immer von uns nehmen.
In tiefem Schmerz: Heinrich Werner und Kinder nebst allen Angehörigen.
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