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Aus der Stadt Gießen. Theater der Universitätsstadt Gießen

Das kleine Kind.

Engelbert Humperdinck:Königskinder^.

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(Nachdruck verboten.)

32. Fortsetzung.

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Verdunkelungszelt:

6. März von 20.09 bis 7.27 Uhr.

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Musik', von der Sie sprechen, ein wenig zu identi­fizieren?"

Marion lachte: , m

Aber ja, Herr Fontana! Es ist direkt em Ge­schenk des Himmels für mich, daß Sie da oben im Wald Ihre klingende Zelle errichtet haben! Ich habe das erst gestern zu meinem Mann gesagt natür­lich um zwei Oktaven weniger enthusiastisch, um ihn nicht eifersüchtig zu machen. Wirklich, damals, als ich zuerst hier war, am Silvesterabend, als wir bei Ihnen oben in der Jagdhütte waren da hab ich mir gesagt: Ganz einsam kannst du hier nie fern\ Wir wollen viel musizieren, ja? Zweimal die Woche __ Extraeinlagen vorbehalten! Und wenn s Ihnen recht ist, machen wir heute gleich den Anfang jd) klimperte ohnehin ein bißchen, als Sie kamen

Mit tausend Freuden ich bitte sehr

Arnold Fontana sprang vom Stuhle hoch und folgte ihr ins Musikzimmer.

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Ein Eichenlaubträger über Matta

Was die neue Wochenschau bringt.

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Der feurige Gfen

Boman von Hans von Hülsen

Am letzten Februar-Samstag heirateten Ulla und Wulflam in Dresden. Hochzeit im allerengsten Kreise nicht in der Loschwitzer Villa, obwohl Professor Strakonitz sie ausgerichtet hatte, sondern im Hotel Bellevue. Unweit des Tisches, an dem vor andert- balb Monaten Marion mit Abbeg gerungen hatte, saßen nun die drei. Ohne Tante Hermine; denn deren Zustand hatte sich in den letzten Wochen und zumal in den letzten Tagen so verschlimmert, daß nun selbst der Bruder keine zynischen Witze mehr dar­über machte, sondern ihn mit besorgten Augen an- sah ... Am Vormittag, ehe man zur standesamt­lichen Trauung aufbrach, hatte Ulla zehn Minuten an ihrem Bett gesessen, und die alte Dame hatte ihr mit Lnnassen Augen gesagt wie bitter es sie schmerze, an diesem Tage nicht bei ihr sem zu '°Nack dem Fis» hi-» Strakonitz sogar so etwas wie ein- kleine Rede, im Sitzen, mit gedampfter Stimme, die Linke auf Wulflams, die Rechte auf Ullas Hand gelegt.

Den Singstimmen gegenüber ist die oben beleuchtete Jnstrumentationsart Humperdincks noch stärker ab- zudämpfen. Die Einzelkräfte des Orchesters ge­langten in ihrer solistischen Führung zu schönster Ausdruckskraft, sowohl in den Streichern als auch in den Holzbläsern und Hörnern. Die an die Szene gebundene Musik fand in den Bühnenbildern Karl Löfflers die Widerspiegelung ihres eigenartigen Zaubers, belebt durch die schlaglichtartig folgende Beleuchtung (Remigius Konen). Die Handlung an sich in ihrer zeitlichen Entrücktheit durch die Kostüme gekennzeichnet, entwickelte sich in naiver Natürlichkeit mit feinem Sinn für die Ausprägung des Typischen und Humorvollen bei den Neben­figuren (jedoch ohne Uebertreibung) und in der Ursprünglichkeit des Sichentwickelns in der Volks­szene des zweiten Aktes (Max Schwarze).

Valeska Lange als Gänsemagd verdient in dieser schwierigen Rolle, die seinerzeit namentlich in der melodramatischen Fassung gerade den Schauspielern besondere Schwierigkeiten bot, unein­geschränkte Anerkennung. Das Entfalten aus dem Sich-sehnen der Ahnungslosigkeit des Kindes, be­drückt durch die bannende Macht der Hexe, hin zur erwachenden Liebe, hinüberweisend ins Ahnende der Todesszene mußte jeden gewinnen; denn was sie innerlich bewegte, prägte sich im Klang ihrer Stimme ab von natürlicher Unberührtheit bis zum traumhaften Sichselbstverlieren. Ihr zur Seite Walter E c s y als der Königssohn, der dem Stur­men des Jugenddranges folgt unbekümmert um Vorurteile; eine Schwärmernatur, impulsiv und doch von inniger Naturseligkeit; mit seiner Part­nerin sich zusammenfindend im Ausschöpfen der lyrischen Szenen in Schönheit des stimmlichen Zu- sammenklanges. Die verneinende zerstörende Macht verkörperte Gertrud Meine! als Hexe m Maske und Gebärde ebenso eindringlich wie akzen­tuiert im Gesang.

Die zweckgerichtete Umwelt, voll Selbstsucht und Verblendung ollem Wahren gegenüber, fand in dem Besenbinder (Kurt Bosny) und dem Holzhacker (Eberhard Kratz) markante, typische Gestaltung. Dem gegenüber vertrat der Spielmann (Ludwig Druschei) freies, lichtvolles Menschentum voll seherischer Kraft für das Echte und Wertvolle; eben- so füllig im Klange dem Orchester gegenüber wie ausgewogen in der musikalischen Durchdringung. Bei ihm wurde es glaubhaft, wie sich die Kindes­seele zu ihm hingezogen fühlte al? ihrem Vertrau- ten. Aus dem frischen Kreis der Kleinen sei beson- : ders Thea 'Beute hervorgehoben mit der kmd- . lichen Unbefangenheit und beachtlichen musikalischen - Sicherheit. Aus der Reihe der vielen charakteristt- i schen Einzelgestalten trat Hans Lott als Rats- t ältester einprägsam im stimmlichen Ausdruck heraus, i Herzlich war die Zustimmung, ganz besonders . nach dem letzten Bild. Dr. Hermann Hering.

Die neue Wochenschau bringt einen ausführlichen Bericht vom Einsatz unserer Luftwaffe gegen Malta. GeneralfeDmarschall Kesselring besich­tigt einen Feldflughafen auf Sizilien. Jagdflieger kehren vom Feindflug zurück. Eine unserer Ma­schinen muß auf See niedergehen. Die Seenotstas- fel wird alarmiert. Dann starten unsere Jäger zu neuem Angriff. Sie haben den Anflug eines Kampf­geschwaders gegen La Valetta zu sichern. Der Ei­chenlaubträger Major Maltzan packt über Malta einen englischen Jagdflieger. Zugleich mit dem Ma­schinengewehr wird die eingebaute Schmalfilmkamera ausgelöst, die genau das wiedergibt, was der Jager bei feinem Angriff ft». Diese Aufnahmen sind em- zigartig.

Einleitend gibt die Wochenschau in TrickZeichnun­gen und Landschosts aufnahmen ein Bild von dem bisherigen Verlauf des Krieges im Pazifik.

Die nächsten Aufnahmen zeigen das Führerhaupt' quartier. Die neuen Generalobersten Mode l und Freiherr v. Richt Hofen melden sich beim Füh­rer. General Reinhardt, General Jordan, Oberst Eibl, Major Hoffmann-Schön­bau m, Rittmeister Freiherr v. Boesel a g e r und Oberleutnant Noak empfangen das Eichenlaub zum Ritterkreuz. , . _ ,

Die Aufnahmen von der Front im O st s n geben aufs neue ein Bild von den gewaltigen Schwierig­keiten, die unsere Soldaten in Schnee und Eis des russischen Winters zu überwinden haben. In den vordersten Stellungen werden immer wieder die Massenangriffe der Sowjets abgeschlagen. Die Bol-

Kinder", sagte er.Mit diesem frohen Tage be­ginnt der Ernst des Lebens. Richt der sogenannte, der bekanntlich sehr oft, bei sehr vielen Gelegen» heilen zitiert wird, sondern der wirkliche, dem man ins blutunterlaufene Auge sehen und vor dem man nicht erschrecken muß. Und die Freude dieses Tages, das ist die, die aus dem Ernst des Lebens wachst ... Ich kann ja nicht als Fachmann reden, weil ich nie­mals einer Frau habe zumuten wollen, sich mit den Brosamen zu nähren, die von der Herren Patienten Tische fallen. Aber soviel weiß doch auch em armer unwissender Laie, wie ich, daß es um die sogenannte Liebe oberfaul steht. ,Die Liebe ist das Schicksal, sagen die Romantiker. Unsinn, keine Spur merkt euch das! Liebe die lehrt nur, das Schicksal zu erkennen, hilft es nur tragen das ist, über den biologischen Zweck hinaus, ihre Funktion im Haus­halt der Natur. Alles andere ist schale Romantik, nicht mal von vorgestern, sondern sie war immer schal. Ich wünsche euch beiden, an denen ich nun mal Vaterstelle in dieser Stunde, und wenn nötig, auch in alle Zukunft zu vertreten habe, daß Ihr eure Liede so auffaßt und danach lebt bann werdet ihr sittlich leben, dem unbekannten Gott und allen lieben Bekannten ein Wohlgefallen. Das andere ist Schnickschnack. Prost!"

Ulla und ihr Mann stießen mit ihm an. Der sonnige Wintertag, der durch die hohen Fenster fiel, spiegelte sich ernst und fröhlich zugleich in ihren Augen. , ,

Strakonitz' Hochzeitsgeschenk bestand aus einem vollständigen ärztlichen Instrumentarium für Wuls- (nm. Er hatte es bei der Berliner Firma, die feine Klinik seit vielen Jahren belieferte, in Auftrag ge­geben, es war pünktlich am Tage vor der Hochzeit angekommen.Was er mutmaßlich besitzt, der Aus- erwählte ...", hatte er lachend gesagt:damit kann er doch höchstens Zähne ziehen!" Ulla wußte nur zu gut, daß des Onkels gutmütiger Spott ins Schwarze traf; und sie malte sich glücklich aus, wie diese Fülle der Instrumente in den Glasschranken des neuen Lappersdorfer Hauses glitzern würde ...

schewiken geben ihr Spiel jedoch noch nicht ver­loren. Aber alle ihre Angriffe brechen im Feuer der deutschen Waffen zusammen.

Auf der Krim tobt der Kampf vor Sewastopol. Die Sowjets lassen nichts unversucht, um den stah- lernen Ring um die Stadt zu sprengen. Aber der deutsche Soldat behauptet Seite an Seite mit Den rumänischen Regimentern das Feld.__

Der Wehrmachtbericht.

DRV. AusdemFiihrerhauptquartler, 5. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Donezgeblet wurden erneut mit pan­zern geführte Angriffe des Feindes in harten Kämpfen abgewiesen. Zusammen mit deutschen Truppen bewährten sich in den Kämpfen der letz­ten Tage auch wallonische Freiwilligen-Verbände.

In den übrigen Abschnitten der Ostfront er­litt der Gegner bei zahlreichen erfolglosen Angriffen hohe blutige Verluste.

An der Linschließungsfront von Leningrad beschoß schwere Artillerie des Heeres militärische Anlagen in Kronstadt mit guter Wirkung.

Die Lustflotten an der Ostfront unterstützten mit starken Kräften die Kämpfe des Heeres und fetzten die Zerstörung der sowjetischen Eisenbahn­verbindungen fort.

Kampfflugzeuge, die zu bewaffneter See- vufklarung um England eingesetzt waren, bom­bardierten Hafenanlagen an der Südost - und Westküste der Insel.

Flugplätze und Seesiühpnnkte auf der Insel Malta wurden weiterhin bei Tag und Nacht mit Bomben belegt.

Deutsche Lufterfolge im Gebiet des Polarkreises.

Berlin, 5. März. (DNB.) Wie das Oberkom­mando der Wehrmacht mitteilt, griffen deutsche Jagdflugzeuge im Gebiet des Polarkreises einen Verband sowjetischer Jäger an, als dieser zum Tief­flug gegen einen finnischen Feldflughafen an setzte. Die Absicht der feindlichen Flieger wurde vereitelt. In erbitterten Luftkämpfen wurden ohne eigene Verluste zwei sowjetische Flugzeuge zum Absturz gebracht. Am gleichen Tage griffen unsere Me 109 sowjetische S chl i 11 e n k o l o n n e n auf einer Zufahrtsstraße der F i s ch er halb! n s e l mit Bordwaffen an und vernichteten eine Anzahl. Erne sowjetische Funkstation auf der Fischerhalbmsel wurde zerstört. Leichte Karnpfflugzeuae beschädigten i n d e r B a r e n t s e e vor der Einfahrt des Hafens Murmansk ein kleineres Frachtschiff durch Voll­treffer und richteten große Zerstörungen in einem sowjetischen Barackenlager im hohen Norden an. Eine Explosion rief einen ausgedehnten Brand in einem sowjetischen Lager hervor.

*

Mit feinem Empfinden für die mannigfachen Entwicklungen aus der jeweiligen musikalischen Situation heraus ließ Gerhard H e r g e r t in natür­lichem Fließen diese Musik lebendig und eindring­lich werden, stark in der idyllischen Ausweitung der jeweiligen Stimmungsgebundenheit ebenso wie in der Erfassung dramatischer Ansätze. Die Strahlkraft des Orchesters war füllig, aber anderseits doch von klarer Durchsichtigkeit selbst im rauschendes Forte.

Hat kleine Fäustchen und kleine Füßchen und guckt vollkommen unschuldig. Es wird erst später ein biß­chen schuldig werden, wie wir alle.

Das ist mein Gedanke dabei: w i e wir alle! Denn auch wir haben einmal so dagelegen, un­zweifelhaftsüß", und haben dann unseren Seberts- wandel ausgenommen, nicht süß, sondern ... Ich sage keineswegs sauer oder bitter. Ich sage nur: Soso! , ...

Aber da wird mir bedeutet, daß ich das nicht sagen dürfte! Es ist mein Enkelkind! Freilich, das ist es, für mich! Aber soweit es die Welt' draußen angeht, die Welt, die genug anderes zu tun hat und in der es von Menschen nur so wim­melt? Diese Welt nimmt ihn nicht als süß, auch nicht als bitter, hart oder sonstwie ungerade, aber sie nimmt ihn ziemlich neutral an und sagt:Wol­len erst mal sehen!" Und sie wartet nicht lange, sondern sortiert ihn ohne viel Federlesens nach grob, fein oder mittel. Demgemäß wird er ver­braucht, angeftellt, umgebaut ... Ohne viel Nach­sicht. Offiziell heißt er heute schon Hassebrauck. Es ist nur bei seiner Mutti und bei ganz nahe ver­wandten Personen so, daß ersüßes Hachen heißt und wird ihm solches sogar noch attestiert mit Kuß.

Wer küßt ihn später? Aber halt, wenn man d a s bedenkt und sieht ihn vorerst noch so liegen da wird sich vielleicht auch jemand finden, zum Küssen. Und so kommen wir auf die Summe des Lebens, auf das bißchen Liebe, das alles bedeutet. Wen wir lieben, der istlieb", und die vielen an­deren find bloß Mitmenschen. Sie wimmeln massen­haft umher. Man kayn sie gar nicht alle lieben oder berücksichtigen. Felix Riemkasten.

Oie Feier des Heldengedenktages in Gießen.

Des neuen Hauses! Ja, sie war nicht müßig ge­wesen, diese Wochen lang. Auf ihr Betreiben hatte Wulflam da seine bisherigeKate" beim besten Willen nicht Raum für zwei bot von der Obe^ fincinMrektion Breslau das kürzlich erst unter Dach gekommene, aus irgendwelchen Gründen nie be­zogene Zollbeamten-Wohnhaus gemietet, das ganz am Ende des langgestreckten Dorfes lag, da, wo

von der Kreisstraße nach Nieder-Lappersdorf Der Waldweg zum Jagdhaus abzweigte. Die Miete be­trug freilich nahezu die Hälfte von Wulflams mo­natlichem Durchschnittseinkommen, und er hatte, überlegfam und peinlich, wie er war, nicht ohne Bedenken feirA'i Namen unter den Vertrag gefetzt; aber Ulla hatte ihm fröhlich lachend vorgerechnet, daß ihr gemeinsames Einkommen sich doch fortan durch die Zinsen des mütterlichen Erbes fast ve^ dreifache, daß sie wie der Herrgott in Frankreich davon leben könnten, und daß man sich dem volks­wirtschaftlich lange erprobten Grundsatz fugen müsse, wonach eine gesunde Miete em Fünftel dec Einnahmen betrage.

Als das Haus schon gemietet und mit der Gin» richtung bereits begonnen war, kam Fehr nach Dresden. Sein Besuch war nur kurz und verlies noch viel unerfreulicher, als er gefürchtet hatte, denn er sah sich sofort einer doppelten Front gegen­über. Die einzige, von der vielleicht Hilfe zu er­warten gewesen märe, lag krank. Strakonitz zeigte sich unwirsch gegen den Schwager, stellte sich m allen Punkten mit Entschiedenheit auf Ullas Seite, nahm überhaupt kein Blatt vor den.Mund, son­dern bezeichnete Fehrs Verlangen, die Wulflams sollten sich einen andern Wohnsitz suchen, rund her­

aus alsAnmaßung", wonach für lange Sekunden ein peinliches Schweigen im Zimmer entstand.

Ulla selber äußerte sich so gut war gar nicht, nur zum Schluß sagte sie etwas, worunter der Vater wie unter einem Nadelstich zusammenzuckte.

Und du wirst nicht vergessen, Papa, mimer an den Kranz für Mamas Grab zu denken?

(Fortfetzung folgt)

Das Ritterkreuz.

Berlin, 5. März. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz an Oberstleutnant Brehmer, Kommandeur eines Infanterieregiments, und Feld­webel Koch, Zugführer in einer Panzer;ager°Ab- teilung.

Oberstleutnant Brehmer führte, als am Mor­gen des 14. Januar die Sowjets mit starken Kräf­ten gegen einen wichtigen Schlüsselpunkt seines Regimentsabschnitts im mittleren Teil der Ostfront vorstießen, einen Schützenzug und Teile seines Stabes zum Gegenstoß gegen die Bolschewisten vor, die sich nach erheblichen Verlusten fluchtartig in ihre Ausgangsstellungen zurückzogen. . Feldwebel Dietrich Koch leitete, als die Sowjets eine mit nur schwachen Kräften besetzte Stellung im mittleren Teil der Ostfront eingedrückt hatten, das Feuer sei­ner Pak auf die in dichten Schwärmen anfturmen- den Bolschewisten. Als er selbst schwer verwundet wurde, ließ er sich nur notdürftig verbinden und schwenkte dann seine Pak auf die vom Gegner be­reits erweiterte Einbruchstelle um, die durch das wohlgezielte Feuer abgeriegelt wurde, b,s der Gegenstoß die Sowjets wieder nertneb.

Stabsfeldwebel Ulrich Melchior, Zugführer in einem Hamburger Panzerregiment der vom Füh­rer mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet worden ist, ist den am 23. Januar erlittenen Verwundungen erlegen.

vor Sewastopol verlies der gestrige Tag ruhig. Im Donezgebiet Dagegen wurden starke sowjetische Angriffe unter hohen Verlusten für den Feind ab- gewiesen. Donnerstagmorgen trat Der Gegner nach heftiger Artillerievorbereitung in Starke einer Di­vision erneut zum Angriff an. Trotz Einsatzes von Panzerkampfwagen wurde er, zum Teil in Gegen­stößen, zurückgeworfen. Ein besonders heftiger Kampf entwickelte sich um Den Besitz einer Ortschaft. Nach dem Einsatz von Sturzkampfflugzeugen wurde auch die es Gefecht zugunsten der deutschen Trup­pen entschieden. An anderer Stelle des gleichen Frontabschnittes stießen Gebirgsjäger in feindliche Bereitstellungen hinein. Hierbei wurden sechs Ge­schütze sowie andere Waffen erbeutet. Der Feind lieh rund 500 Tote auf dem Kampffeld zurück.

Der Heldengedenktag am 15. März 1 9 42 wird in allen Standorten Der Wehrmacht und bei allen Truppenteilen in schlichten militärischen Feiern be­gangen, Die Dem Gedenken Der Gefallenen Des Welt­krieges und des jetzigen Krieges gelten.

Im StanDort Gießen wird an Diesem Tag um 9.30 Uhr am Denkmal des Infanterie-Regiments 116 auf Dem Landgraf-Philipp-Platz Der StanDortältefte, Oberst Kühne, im Namen Des Standortes einen Kranz nieDerlegen. Zu dieser Gedenkfeier, die im kleinsten Rahmen stattfindet, sind Partei und Die Der Wehrmacht nahestehenden Verbände aufgefordert worden. Eine Ehrenkompanie wird am Denkmal Aufstellung nehmen. Die Hinterbliebenen von Ge­fallenen werden gebeten, sich zu dieser Feier einzu- finben. , _

Im Anschluß an diese Feier erfolgen Kranz­niederlegungen am Kriegerdenkmal von 1870/71 auf dem Marktplatz durch den NS.-Reichskriegerbund und im Ehrenfriedhof des Weltkrieges auf dem Rodtberg durch die NSKOV.

Eine größere militärische Feier kann auch in die­sem Jahre nicht stattfinden.

** Beförderungen bei der Wehr­macht. Zu Obersten befördert wurden mit Wirkung ab 1. Februar 1942 Oberstleutnant Kühne, Kom­mandeur des Wehrbezirks Gießen, und Oberstleut­nant L y n ck e r. ,

** Silberne Hochzeit. Der Drogist Helmut Nör ing und Frau Maria, geb. Melters, Händel- straße 2 wohnhaft, können am morgigen Samstag, 7. März, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar gelten auch unsere herzlichen Glück­wünsche.

** Ein Kursus zur Ausbildung von Fußball-Sch-iedsrichteranwärtern be­ginnt am nächsten Sonntagvormittag in Gießen im Rahmen einer Pflichtversammlung Der Fuhball- I Schiedsrichter.

Dem Filmregisseur? Jawohl. Warum fragten

lernte ihn im Riesengebirge kennen, auf der Peterbaude. Er war ganz vernarrt in Den Ge­danken, ich müßte mit ihm filmen. Ich haste nur zuzugreifen brauchen, ich hab s sogar schriftlich von ihm. Was sagen Sie dazu?"

Tun Sie es nicht, Baromn! Ich bitte Sie! Was ist der Film? Eine Gelegenheit, ein paar Jahre Geld zu machen und Dafür auf immer seine Stimme zu ruinieren. Das ist nichts für Sie"

Ja und meinen Sie ganz aufrichtig das Theater wäre auf die Dauer etwas für mich gewesen? Sehen Sie: wenn ich das glaubte, hatte ich mich nie und nimmer so entschlossen. Aber ich glaube es nicht. Ich kenne mich. Es war em Rausch in den ich junges Ding mich stürzte er ist langst verflogen. Und der Erfolg würde eines Tages auch verflogen fein man muß viel stetiger fein, als ich es bin, sehr viel zielbewuhter und ehrgeiziger, um ihn auf lange Zeit festzuhalten. Und ohne den großen Erfolg, dies Narkotikum Sie wissen selbst, wie das Theater für eine Frau aussieht, die sich mit der zweiten oder dritten Geige begnügen muß. Wirklich, ich kenne mich. Die ewige Boheme war nichts für mich. In mir sind sehr starke bürgerliche Instinkte. Und diese Umgebung hier ist gerade das, was ich brauche. Mit Den lieben Mitmenschen wird man sich abfinDen müssen. Auch habe ich ja Die

Ich stimme Ihnen vollkommen zu, Baronin. Dies schöne Schloß ist ganz das Richtige für Sie. Ein Hintergrund, von Dem Sie sich prächtig abheben. Und wenn Sie mir erlauben wollen, mich mit Der

Ich sah mir das kleine Kind an, wie es da lag, und dachte bei mir:Das ijt nun ein Mensch!" Vor­läufig wußte es noch nichts davon, aber Das ist kein Einwand, denn wieviele, wenn sie groß und erwachsen sind, wissen ebensowenig, daß sie Men­schen sind, sondern gebärt)en sich wie Unmenschen.

Das tut dieses Kleine noch nicht. Es ist ein Junge und hat die Zeit noch vor sich. Es wird erst em Knabe, dann ein Junge, Dann ein Lümmel und später über Den Jünglingsweg einmal ein Mann.

Das wird nun mit soviel Liebe und Vorsicht, Freude und Zukunftshoffnung erwartet und sieht in Der Tatsüß" aus, dennsüß" läßt sich hier sagen, ohne daß es Uebertreibung ist. Sehr suh!

Nach Der VollenDung seiner unvergleichlichen Märchenoper hänsel und Gretel" befaßte sich Humperdinck wiederum mit einem Stoff, der in die Märchenwelt wies, denKönigskindern", von Ernst Rosmer. Zunächst bearbeitete Engelbert Humperdinck dieses Spiel als Melodrama, d. h. zu der Musik wurden Die Worte in vorgeschriebener Höhe und Länge gesprochen. In Dieser Form fanden dieKönigskinder^ auf über 70 Bühnen ihren Ein­gang. (1897.) Ein Jahrzehnt später unterzog, auf Freundesrat hin, Humperdinck dieses Werk einer gründlichen Umarbeitung zur Oper. Vieles, ja Das Bestimmende Der musikalischen Gestalt wurde über­nommen und manches Neue wuchs in diese Form hinein. Die Uraufführung in Neuyork (1910) er­öffnete dieser Oper den Weg.

In ,^Hänsel und Gretel" Das naive Volksmärchen im kinDlichen Sinne; in DenKönigskindern" wendet sich Der Erwachsene bewußt Der traumhaften Mär­chensphäre zu und erlebt hier Das Geschehen in Der Ausdeutung des Symbolhaften. Mag Die Liebes- Handlung an sich im Vordergründe stehen, ebenso bedeutsam ist aber auch, Daß Die Umwelt Den Kö­nigssohn nicht erkennen will. 'Nur Der naiven Kinderseele ist es Vorbehalten, Das Königspaar ahnend zu erschauen.

Wenn auch Humperdinck mit seiner musikalischen Gestaltung auf dem Werk Richard Wagners fußt (hatte er doch selbst in Bayreuth zu der Verwand­lungsmusik imParsifal" einiges beigesteuert), so, liegt Doch seine Hauptstärke in Der Erschließung der Welt Des Märchens in einer nur ihm eigenen Art. Seine Fähigkeit, szenisch Zusammengehöriges in Einheit musikalisch zu erfassen (eine ForDerung, von Der er auch seinen Schülern gegenüber niemals ab- ließ), findet auch in DenKönigskinDern" breitesten Raum mit anschaulicher Kraft ftimmungsgebunDener Schilderung, Die über Die Realität hinauszugeleiten vermag. Seine Satzweise beschränkt sich nur auf wenige grundlegende Motive, die in ihrer Gegen­überstellung aufs Intensivste verknüpft werden und im Lichte äufblühender Nebengedanken ihr Eigen­tümliches erschließen. Seine Instrumentation ist Dem Wesen und der Individualität Des einzelnen Instru­mentes abgelauscht, er liebt es, Den Klang mit den Bläsern in tieferen Lagen orgelhast zu füllen und damit aber auch Der Singstimme Des Öfteren Schwierigkeiten zu bieten.