Peter sowie chilenische Kupfer- und Eisenerze ernste Mühe haben.
Nach den Erfahrungen, welche die Welt mit nordamerikanischen Produktionsankündigungen gemacht hat, ist es kaum mehr möglich, neue Pläne ernst zu nehmen. Wenn schon zu Beginn des großen Rooseoeltschen Rüstungsprogramms der Grundstoff der gesamten Fabrikation, das Eisen, nicht mehr reicht, so ist es eine offene Frage, wie folgende Dinge nebeneinander bewältigt werden können: 1. Die Wiederherstellung der bei Pearl Harbour vernichteten nordamerikanischen Schlachtflotte, 2. der Ausbau der gesamten Kriegsflotte zu einer Höhe, die ihr gegenüber jeder denkbaren Konstellation — also jetzt der Dreierpaktmächte — das Uebergewicht gibt, 3. die Versorgung Australiens, Neuseelands, Indiens, der Sowjetunion, Großbritanniens, der ibero-amerikanischen Länder und Nordafrikas mit Rüstungsmaterial, 4. die Zivilversorgung der westlichen Hemisphäre und 5. den Ausbau der Handelsflotte zu einem Instrument, das die Erfüllung aller kriegswichtigen Transportwünsche gewährleistet.
Nordamerika ist auf dem Wege zu einer Art von Arterienverkalkung. Wenn es genügte, daß die kriegswichtigen Dmge irgendwo im Machtbereich der anglo-amerikanischen Mächte vorhanden sind, so brauchte man sich in Washington und London keine Sorge zu machen. Aber die Adern — die Arterien — die den belebenden Saft auf den großen Körper verteilen sollen, sind eng und brüchig geworden. Die Union hat das Problem zu lösen, mit einem geringeren Verteilungsapparat größere Leitungen zu erzielen. Was allgemein gilt, tritt auf einigen wichtigen Spezialgebieten besonders zutage: so auf dem des Erdöls. In der Ukraine bereitet der Umstand, daß die dort eingesetzten landwirtschaftlichen Maschinen unter der Sowjetherrschaft mit kaukasischem Erdöl betrieben wurden und jetzt nach der Unterbrechung der Zufuhr nicht mehr im früheren Umfang verwendet werden können, empfindliche Schwierigkeiten. Aehnlich liegen die Dinge bei jenen Gebieten der amerikanischen Union, die in der landwirtschaftlichen und gewerolicheü Produktion auf das anderwärts (in Pennsylvanien, Texas und Kalifornien) gewonnene Erdöl angewiesen sind. Die Tankschiffe, die früher von der Küste des Pazifischen Ozeans und dem Golf von Mexiko nach den industriellen Oststaaten der Union fuhren, müssen jetzt den flüssigen Brennstoff für die in Australien, auf Neuseeland und in Jnoien eingesetzten Flugzeuge, Tanks und Kraftfahrzeuge hin- überbringen. Es sind die weitesten Derforgungs- fcchrten, die in der Erdölwirtschaft überhaupt denkbar sind, da diese Fahrten sowohl von der Ostküste wie auch von der Westküste des amerikanischen Doppelkontinents aus vorgenommen werden — also zusammengelegt den ganzen Erdkreis umspannen würden.
Während der interamerikanische Verteidigungs- ausschuß über die Sicherung der Transporte berät, wird der Ozean, der sonst völkerverbindend wirkte, immer mehr zu einer Barriere. Vom leidenschaftlichen Wunsch erfüllt, ben angelsächsischen Völkern Trost zu spenden, setzen, die Beauftragten des Präsidenten Roosevelt Meldungen über Schnellboote von höchster Geschwindigkeit und über moderne Flugzeuge von gewaltigem Aktionsradius in die Welt. Diese Kampfmittel sollen Gewähr dafür bieten, daß „bereits nach wenigen Monaten" die Versenkungszahlen, sinken werden. Dor einem Jahre suchte man die Welt mit fliegenden Festungen zu bluffen, die fähig sein würden, die Länder der Geg- ner in Trümmerhaufen zu verwandeln. Wenn es solche fliegenden Festungen gewesen sein sollten, die den vergeblichen Angriff auf die japanischen Inseln unternommen haben, so find sie allerdings keine besonders gefährliche Waffe. Jedenfalls ist es um diese schrecklichen Kampfmittel auch in der Nordamerika» Nischen Presse recht still geworden. Achnlich wird es auch bei anderen Verteidigungsmttteln gehen, — da ja die Angriffstechnik der Dreierpaktmächte nicht weniger erfinderisch sein dürfte als die Verteidigungstechnik der anglo-amerikanischen Länder. Cr.
Japans neues Schiffsbau-
Programm.
. T o k i o, 5. Mai. (DNB.) Bei Beginn des China- Konfliktes besaß Japan rund vier Millionen BRT. Schiffsraum, die für den infolge des Kriegsausbruchs gewaltig gestiegenen Bedarf selbst dann nicht ausreichen, wenn die Neubauten der letzten Jahre einbezogen werden. Angesichts dieser Lage empfahl der japanische Wirtschaftsverband den Bau einer Handelsflotte von 15 Millionen
Martin Behaims „Erdapfel".
Der erste deutsche Globus.
Das Weltgeschehen unserer Tage hat dem Globus wieder zu häufigerer Beachtung verhalfen. Die hellblaue Fläche der Weltmeere, das farbenprächtige Kartenbild Afrikas, die unendlich weite Fläche Asiens, besonders aber die grotesk anmutenden Grenzlinien Europas werden täglich unzählige Male von Tausenden und aber Tausenden mit forschendem und kritischem Blick betrachtet. Wer aber weiß, wann das erste Stück dieses idealen Hilfsmittels, das ein anschauliches Bild unseres Erdballes vermittelt, in Deutschland geschaffen wurde? Wer weiß, daß es der Nürnberger Martin B e h a i m war, der 1492, also vor 450 Jahren, seinen Mitbürgern den ersten deutschen Glpbus überließ, der sich heute im Besitz des Germanischen Museums befindet?
Martin Behaim, den Kaiser Maximilian I. mit großer Bewunderung als den „am weitesten gewanderten Bürger des Deutschen Reiches" ehrte, entstammte einer alten angesehenen Familie der freien Reichsstadt Nürnberg, in der sein Vater ein ana-'- sehener Ratsherr mar. Der Sohn erlernte den Tuchhandel, weilte eine Zeitlang in Salzburg und im Oesterreichischen und ging von da 1457 nach Venedig. 1477 stand er in Mecheln in den Diensten eines Kaufherrn Jorius van Dorff, für den er zuweilen die Frankfurter Messe besuchte. Etwa vier Jahre daraus zog er nach Portugal, und hier, wo jeder, der sich mit dem Handel befaßte, von den neuen Entdeckungen und Handelswea"n schwärmte, scheint auch er von dem Drang in die Ferne ergriffen worden zu sein. Auf mehreren Reisen lernte er die Westküste Afrikas kennen, und bald kam er durch seine Kenntnisse, die ihn vor allen anderen S"e° fahrern auszeichneten, so zu Ehren, daß ihn der König von Portugal 1485 öffentlich zum Ritter schlug, wobei ihm der spätere Thronfolger, Herzog Emanuel, den rechten Sporn, der König selbst den Degen umschnallte.
Eine neue Reise führte Behaim in das Gebiet der Azoren, und hier ließ er sich für längere Zeit auf der Insel Fayal nieder, die von einer flämischen Kolonie bewohnt wurde. Mit ihrem Oberhaupt, dem Ritter Jobst de Hurter, befreundete er sich und führte 1488 dessen Tochter als Gattin heim.
BRT. Um alle technischen Probleme zu vereinfachen, wurde die Herstellung von nur zwei Standardtypen beschlossen. Jede Schiffswerft erhält nur einen Typ zugeteilt. Auf mehreren Werften haben die Arbeiten bereits begonnen, ferner gewährte die japanische Jndustriebank den Schiffswerften Anleihen von'196 Millionen Pen, was gegenüber dem Vorjahr eine Vermehrung um 60 Millionen Pen bedeutet.
Akyab in japanischer Hand.
Tokio, 6.2Hai. (DNB. Funkspruch.) Japanische Armeetruppen haben am 4.2Hai den Hafen von Akyab an der b u r m e s i sch - i n d i s ch e n Grenze, 400 Kilometer südwestlich von 2Uan- dalay, beseht. Die Hafenstadt Akyab, Hauptort des Bezirks Arakan der Provinz Unterburma, liegt an der Mündung des Arakan-Flusses in
den Bengalischen Meerbusen und hat etwa 40 000 Einwohner, meist Hindus und Burmesen. Die Ausfuhr seht sich vor allem aus Reis, Baumwolle, Tabak, Pfeffer, häuten und Holz zusammen. Akyab ist der letzte größere Hafenort Burmas vor der indischen Grenze und liegt etwa 500 Kilometer Luftlinie von Kalkutta entfernt.
Corregidor hat sich ergeben.
Saigon, 6.Mai. (DRB.Funkspruch.) In einer hier vorliegenden Reuter-Meldung heißt es: „Das australische Hauptquartier teilt amtlich mit, daß Corregidor (die Jnselfestung in der Einfahrt zur Bucht von Manila auf der Philippinen-Inset Luzon) sich ergeben hat. Damit ist der letzte Stützpunkt der nordamerikanischen Herrschaft auf den Philippinen in japanischer Hand.
Nachlangriff britischer Schnellboote auf ein deutsches Geleit abgewehrt.
Oer Wehrmachtbericht.
DRV. Ausdem Führerhauplquartier, 5. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
An der Ostfront wurden mehrere Angriffsunternehmungen zur Verbesserung der eigenen Stellungen durchgeführk. Oertliche Angriffe starker feindlicher Kräfte blieben erfolglos.
In Rordafrika geringe beiderseitige Aufklä- rungs- und Artillerielätigkeit.
Der Hafen La Valetta und die Flugplätze der Insel Malta wurden erfolgreich bombardiert.
Am Eingang des Kanals wehrten in der Rächt zum 4. Mai Minenfuch- und Räumboote einen Torpedo- und Artillerieangriff britischer Schnellboote auf ein deutsches Geleit erfolgreich ab. Lin feindliches Schnellboot wurde beschädigt. Vorposten
boote schossen am 4. Mal zwei britische Bombenflugzeuge ab.
Leichte deutsche Kampfflugzeuge griffen am Tage Eisenbahnanlagen der englischen Küstenstadt E a st- b o u r n e mit guter Trefferwirkung an.
Die britische Luftwaffe verlor am gestrigen Tage über der Kanalküste in Luftkämpfen und durch Flakartillerie 18 Flugzeuge.
Starke Verbände deutscher Kampfflugzeuge belegten in der vergangenen Rächt den englischen Marinestützpunkt Lowes mit Sprengend Brandbomben.
Britische Bomber führten eine Reihe planloser Angriffe gegen ungeschützte kleinere Städte und Landgemeinden in Süd- und Südwestdeutschland und gegen Wohnviertel in Stuttgart. Ein britischer Bomber wurde abgefchossen.
Britischer Llebersall auf Madagaskar.
Das europäische Frankreich war nach dem Stand
gültig gehört und die — der Südostküste Afrikas w e 11 weichen von derjenigen Afrikas stark ab und
Berlin, 5. Mai. Wie Reuter aus London berichtet, sind am Dienstagmorgeu kombinierte britische See - und Landstreitkräfte auf der französischen Insel Madagaskar gelandet. Das Staatsdepartement in Washington hat sich in einer Rote an den französischen Botschafter mit dem neuen britischen Rechtsbruch identifiziert. Der britische llebersall wurde damit begründet, daß einem angeblichen japanischen Unternehmen gegen den französischen Flottenstützpunkt Diego Suares auf Madagaskar zuvorgekomnien werden sollte. In Wirklichkeit sucht man in London nach einem Ausgleich für den Verlust Burmas durch einen billigen Erfolg Im Stile der Ueberfälle auf die französische Flotte bei Oran, auf die französische Besitzung Dakar in Westafrika und das Mandat Syrien. Wie diese britischen Rechtsbrüche ist auch die Landung auf Madagaskar durch nichts begründet, mag man sie auch in London und Washington als treuhänderische Maßnahme hinstellen und mögen die vereinigten Staaten auch damit drohen, daß sie französischen Widerstand gegen den britischen llebersall als Kriegsakt gegen sich betrachten würden. In dem Kommunique des Staatsdepartements heißt es weiter, daß die Vereinigten Staaten und England über Madagaskar einig seien und die Insel nach dem Kriege oder „wenn ihre Besetzung für die gemeinsame Sache der vereinigten Rationen nicht mehr lebenswichtig sei" an Frankreich zurücker- statten würden. Was von solchen Zusagen aus dem Munde der Kriegsmacher In Washington und London zu halten ist, wissen die Franzosen zur Genüge. Französische Meldungen besagen, daß die französischen Streitkräfe auf Madagaskar Befehl haben, den Engländern Widerstand zu leisten.
von 1939 rund 551 000 Quadratkilometer groß. Die Insel Madagaskar, die ihm seit etwa 50 Jahren end-
gewanderten Hova malaischer Abstammung und arabischen Stämmen. Tier- und Pflanzen-
oorgetagert — im Westen des Indischen Ozeans liegt, übertrifft mit einer Ausdehnung von 595 000 Quadratkilometer das Mutterland um etwa 10 v. H. an Umfang. Aber die Insel, die viertgrößte der Ebbe, wird nur von 3’8 Millionen Einwohnern, darunter 25000 Franzosen, besiedelt. Madagaskar ist in seiner Entwicklung zurückgeblieben, weil es weitab vom Weltverkehr liegt und die schwierigen Derkehrsverhältnisse selbst ihre Erschließung hemmen. Achnlich wie die große, aber sonst wenig genannte Insel Neu-Guinea ist jetzt auch Madagaskar durch die kriegerischen Ereignisse zu einer Bedeutung gekommen, die die Insel nie erwartet und — wie man wohl hinzufügen darf — auch in dieser Art nie erhofft hat.
Die Struktur der Insel ist sehr eigenartig. An der Ostseite, die dem Indischen Ozean zugekehrt ist, steigen alpine Ketten hart an der Küste auf. Sie fangen die feuchtwarmen Meerwinde auf und haben sehr reichliche Niederschläge. Die Küste, die Afrika zugekehrt ist, ist niederschlagsarm. Dazwischen liegt ein Hochland, das als Weideland großen Rinderherden Nahrung gibt. Eisenbahnen und Straßen sind ganz unzureichend entwickelt; der Verkehr ins Landesinnere wird zu einem guten Teil noch von Trägern besorgt. Infolgedessen ist über die Bodenschätze der Insel noch wenig bekannt. Jedoch sind Gold, Silber, Kupfer, Eifen, Nickel, Blei, Schwefel, beträchtliche Graphitlager, Glimmer, Antimon, Mangan und Salpeter gefunden worden. Aber der Bergbau ist noch gering. Haupterzeugnisse des Ackerbaues sind neben Reis, Zucker, Kaffee, Kautschuk, vor allem Gewürznelken und Vanille, von der vier Fünftel der gesamten Welterzeugung aus Madagaskar kommen. Eine große Rolle spielt die Viehzucht, vor allem die Rinderhaltung. Infolgedessen wird auch eine lebhafte Ausfuhr an Gefrierfleisch und Fleischkonserven in die Läqnder am Indischen Ozean betrieben. Die Bevölkerung, die Madagassen, besteht zum Teil aus Stämmen afrikanischer Herkunft, schon vor Jahrhunderten ein-
Aber Martin Behaim hatte fein Vaterland nicht vergessen, und es war sein sehnlichster Wunsch, sich dort in seinem Glanze zu zeigen. Glücklich kam er, der sich rühmte, ,ein Drittel der Erde gesehen zu haben", in der Vaterstadt an und erhielt den Auftrag, „eine künstliche drehbare Kugel als getreues Abbild der Erdkugel zu fertigen, versehen mit allen neuen Landen, Meeren, Inseln unb sonstigem". Der Auftrag war nach Behaims Sinn. In feiner Werkstatt ließ er eine hölzerne Kugel von 54 Zentimeter Durchmesser drechseln und mit Pergament überziehen. Diese Pergamentfläche bemalte er mit allen Ländern und Inseln, die er gesehen hatte, und trug andere so ein, rpie sie sich ihm nach den Berichten anderer Entdecker darstellten. Auch schrieb er mit roter und schwarzer Tinte allerlei „Curiosa" bei, die er von ihnen wußte.
Martin Behaims Globus, der „Erdapfel", bei dessen Herstellung ihm während 15 Wochen gegen eine Entlohnung von 15 Gulden der Nürnberger Handwerker Glockendon half, bedeutete den Markstein einer neuen Epoche in der Geographie, wenn auch fein Werk, selbst für damalige Zeiten, große Fehler' aufwies. Behaim kannte eben mit Ausnahme der westafrikanischen Küste, die er selbst befahren hatte, alle anderen Erdteile, Länder unb Meere nur aus den Berichten anderer, die als Erste in diese Gebiete vorgestoßen waren. Der erste deutsche Globus ist ein deutlicher Beweis dafür, daß Behaim von Indien, China, Japan und anderen Teilen des Erdballes gar keine deutlichen Begriffe hatte und nur einige fabelhafte Berichte von Ptolemäus, Plinius und manchen wahren Bericht von Marco Polo im Sinne feiner Zeitge- nollen ausschmückte.
Es ist manches Selffame auf diesem ersten deutschen Globus zu finden. Bei der großen Insel Zi- pangu (Japan) steht eine lange Note: „Hie. finbt man vil Meerwundter von Serenen und anbem Fischen. Und ob Jemand von diesem wunderlichen Dolkb und fehamen Fischen im Moer ober Tbieren auf dem Erdreich begehrt zu wissen, der leß die Bücher Plini, Jsidori, Aristotelis, Strabonis. Spe- cula Vincenzi unb vil anbrer Lehrer " Unb bei ber Insel Java minor ist zu lesen: „In Königreich Jam-- bri haben die leutt Man unb Frawen hinden schwänz gleich die Hundt. Doch wechst übertrefflich
vil Specerey unb allerlei Thier alß Ainhörner unb andere."
Aus diese Weise ist der ganze Globus eng beschrieben. Den unteren Raum des großen Weltmeeres nimmt noch ein langer Bericht von der Verfertigung dieses Globus ein, dessen Schluß lautet: „solche Kunst unb Apfel gepracticiret unb gemacht worden nach Christi Geburt 1492. Der bart durch den gebuchten Herrn Martin Behaim gemeiner Stadt Nürnberg zu Ehren unb Letzte (Vergnügen) hinter ihme gelassen (hinterlassen), hat sein zu allen Zeiten in gut zu gebenden; nachbem er von hinnen wieber heim roenbet, zu seinem Gemahl, bas bann ob 700 mail von hinnen ist: ba er hauß halt, und fein Tag in seiner Insel zu beschließen, ba er da- heimen ist." Adolf Neß.
Abschied.
Erzählung von Werner Schumann.
An einem schwülen Julitage des Jahres 1773 lief mit Windeseile die Kunde durch Berlin, daß Quantz, der vollkommenste Flötenvirtuose seiner Zeit, das Leben ausgehaucht habe.
Als einer der ersten erfuhr es der König in Potsdam. Am Abend desselben Tages noch rollte die Kutsche des greifen Monarchen durch die Straßen der Hauptstadt. Im prächtigen Garten, ber zu Quantzens Grundstück (unweit des heutigen Anhalter Bahnhofs) gehörte, trat das neugierige Volk ehrfurchtsvoll zur Seite, als ber ein wenig gebückte König und fein Kammerdiener, ber den Flötenkasten trug, auf bas Trauerhaus zuschritten.
Unb bann ftanb er in Quantzens Arbeitszimmer, wo man die mächtige Gestalt seines alten Freundes unter flackernden Kerzen aufgebahrt, und hieß den Advokaten Krause und all bie anderen Vertrauten des genialen Sonderlings auf eine Viertelstunde hinausgehen. Regungslos lauschend verharrte Friedrich. Seine dürren Hände bebten ein wenig, wie sie den Dreispitz hielten. Betörender Akazienduft drang in lauen Wellen durch bas halb geöffnete Fenster. Behutsam nahm ber Besucher eine ber hohen Kerzen aus dem Messingstänber, bis der Lichtschein auf bie wächsernen Finger unb bie locker geschlossenen Sippen fiel. Wie tonnten fle
Schluß mii dem Bandenkrieg.
Von unserer Berliner Schriftleitung.
In dem Plan Stalinscher Kriegführung spielt b e r Bandenkrieg im Rücken ber deusichen Front eine ziemlich betonte Rolle. Von bolschewistischer Seite ist gleich zu Beginn des Krieges erklärt worden, daß diese Banden nach ganz bestimmten Anweisungen ihre Tätigkeit ousüben. Sie setzen sich aus vorher bestimmten und für den Banbenkrieg besonders ausgebildeten Zivilisten, aus versprengten Sowjetarmisten in Zrvilkleidern und aus jüdischem Gesindel zusammen. Geführt werden sie vom besonders verschlagenen Kommissaren,, die M auf dem Gebiet des Räuberwesens gegen die eigE Bevölkerung hervorgetan haben. Diese Banden führen nicht Krieg, sondern betätigen sich als Heckenschützen, Straßenräuber und Mordbrenner. Sie terrorisieren die Bevölkerung unb versuchen, bie deutschen Nachschub linien zu stören. Ihr Einsatz in ber Kriegführung ist also Rückfall in die schwerste Barbarei des finstersten Mittelalters, paßt aber in bie bolschewistischen und plutokratischen Kampfmethvden. England ist stolz auf seine Methoden der „versengten Erde", des systematischen Luftkrieges gegen die Zivilbevölkerung und auf seine kulturschänderischen Luftbomb-ardements, Stalin führt seinen Mordbren- nerfrieg und Roosevelt hält öffentlich Bittgottes- bienfte ab für den Sieg ber Waffen dieser „Kulturträger". Von deutscher militärischer Seite wird jetzt eine systematische Aufräumung der Gebiete hinter der deutschen Front durchgeführt. Es wird hart unb rücksichtslos durchgegriffen durch besondere Säuberungskommandos sowie gelegentlich auch durch Truppen ber rückwärtigen Ärmeegebiete, ber Stäbe und Parks, Baubataillone sowie Truppen der Verbündeten (Ungarn, Spanier, Slovaken). Gegenüber dem bolschewistischen Gesindel, das die Maßnahmen der deutschen Truppen zu behindern oder auszuspionieren sucht, haben nur schärfste Abwehrmaßnahmen Erfolg. Nachdem die grimmige Winter- kälte gegen Ende März gebrochen war, setzte diese Säuberungsaktion ein, in deren Verlauf eine deutsche Sicherungseinheit im Monat April 6860 Bolschewisten unschädlich gemacht, 26 Geschütze, 12 Granatwerfer, 33 Maschinengewehre und einen Panzer vernichtet oder erbeutet hat.
weisen durch südasiatisch-australische Formen auf alte Landzusammenhänge hin. Seit 1897 ist Madagaskar, das schon Marco Polo bekannt war, französische Kolonie, nachdem frühere französische Kolonisationsversuche mißlungen waren. Marschall Galliöni paar ber erste Gouverneur und der später m Marokko berühmt gewordene Marschall Lyautey sein Gehilfe. Seit 1930 ist Lson Cayla Generalgouoerneur. Frankreich unterhielt im Frieden etwa 6000 Mann Besatzung auf ber Insel, von denen jedoch nur 1500 Europäer waren. Die Haupfftadt ist Tananarivo mit etwa 120 000 Einwohnern.
Kleine politische Nachrichten.
Wie das Oberkommando der Wehrmacht mit« teilt, schossen deutsche Jäger in Luftkämpfen an der Kanalküste nach bisher vorliegenden Meldungen am Dienstag sechs britische Jagdflugzeuge ohne' eigene Verluste ab.
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Der Führer hat anläßlich des Ablebens des dänischen Staatsministers S t a u n i n g dem dänischen König durch den Bevollmächtigten des Reiches in Kopenhagen, Gesandten von Renthe-Fink, sein Beileid aussprechen lassen.
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Von den in Finnland weilenden deutschen Truppen ist eine Sammlung zugunsten der finnischen Waffenbrüder durchgeführt worden, die 183 860' Finnmark gebracht hat und dem Feldmarschall Man» necheim zur Verfügung gestellt wurde.
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Am Montag wurde die Besetzung von Dansa- l a m, dem Sitz ber geflohenen philippinischen Regierung und Zufluchtsort des philippinisch-amerikanischen Hauptguartiers auf Mindanao, beendet. Damit befindet sich nunmehr die ganze Insel unter japanischer Kontrolle.
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lieber eine Millian Chinesen hat bas Stadtgebiet vön Groß-Schanghai im Laufe der letzten Monate verlassen. Den Aufruf zum Verlassen der Stabt erließ die Nangking-Regierung mit dem Hinweis, baß nicht genügend Nahrungsmittel vorhanden feien für bie mehr als 3,5 Mill. Einwohner der (Stabt
raunzen, sich spöttisch kräuseln, unb dennoch Wunder von edelsten Tönen erzeugen! Der ba hat nun! die Flöte für immer aus der Hand gelegt, sann der Philosoph, den plagen keine Mißtöne mehr, der hört nur noch die Musik des Alls.
„Nun, mein lieber Quantz, paß Er gut auf", murmelte Friedrich, indem er die silberne Flöte aus dem Kasten nahm unb mit unterdrücktem Seufzer an bie trockenen Lippen führte, um mit ruhiger Andacht bas feierliche Adagio aus Quantzens allerletzter Komposition für den Toten zu spielen. Helle unb dunkle Töne, die fein Geist noch vor wenigen Tagen erdacht, umschwebten, umschmeichelten den Abgeschiedenen. Doch während die schlichte, rührende Melodie den Raum erfüllte, verwandelte sich dem königlichen Flöttsten, den bie schmerzliche Stunde, der Dust und die weltferne Stille vielleicht benommen hatten, die Szene, unb er sah sich durch die halbgeschlossenen Lider zur Abendstunde neben dem prunkvollen Flügel im Musikzimmer des Potsdamer Schlosses unb im Hintergrund) Quantzens kritisches, regungsloses Gesicht.
Plötzlich vermeinte der König, bas bekannte Zucken darin zu sehen, die tadelnd hochgezogenen Augenbrauen, jene gefürchtete, stumme Rüge. Ganz deutlich nahm es der König wahr, wurde unsicher — unb stockte endlich. Er setzte schuldbewußt das Instrument ab unb blickte, wie Vergebung heischend, auf den friedvoll Schlummernden:
„Pardon, lieber Quantz ...Er soll sich ja keinen Katarrh zuziehen, hat Er mich verstanden? Ich werde Ihm di« fehlerhaften Takte noch einmal vor- fpielen ...!" Unb wie ein Schüler vor feinem alten Lehrer, der aus dem Mienenspiel die Zensuren abzulesen sich bemüht, hob Preußens großer König abermals das silberne Instrument auf, neigte das welke, gepuderte Haupt unb blies so rein unb bin- gegeben, auf baß jener in ben anberen Gefilden la seine selige Ruh' fände.
So sandte Friedrich dem lieben Toten in einem unvergleichlichen Konzert, bas wie eine letzte, erschütternde Zwiesprache zweier Musiker war, besten eigene Gedanken freundschaftlich ins Irgendwo nach und ging darauf getröstet davon, denn Quantzens sonst grimmes Gesicht war nunmehr milde wie ein Dorfteich am Abend und schien, wie es den glücklichen Herrscher dünkte, nur eines noch ausAU* drückem bravo. Majestät, braool 1 d -


