Ausgabe 
5.2.1942
 
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das Ziel, das groß genug ist, um einmal alles heutige Verzichten vergessen zu lassen. Die Tanks, die Flugzeuge, die gewaltige Ausrüstung unserer Armeen, das alles sind heute die äußeren Ergeb­nisse der konzentrierten Tätigkeit aller Volksgenos­sen, und die Schluchten, die der Soldat durckkämpft, gewinnt er mit der stahlgewordenen Arbeits­leistung der ganzen Nation.

Wenn wir die etwas geschraubte wissenschaftliche Ausdrucksweise vergangener Jahre aufgreifen wol­len, so können wir sagen, daß das deutsche Volk seine ganze Arbeitskraft im Kriegeinvestiert" hat mit der Absicht, den besonderen Lohn für diesen Einsatz mit dem Siegezu Buche kommen" zu lassen.

So seltsam solche nüchternen Formulierungen klingen mögen, so deutlich machen sie uns doch, wie eng der Kampf des Soldaten mit der A r b e i t der Heimat in Zusammenhang steht.

Was aber im gleichen Zeichen steht und dem gleichen Ziele zustrebt, muß und dies ist die Lehre, die wir aus unserer Betrachtung ziehen wollen auch aus dem gleichen Geiste getan werden. Der Soldat weiß, daß kein Sieg nur durch die normale Pflichterfüllung errungen wird, sondern daß selbstlose Hingabe an den augen­blicklichen Auftrag, ein auch härteste Umstände nicht­achtender Einsatz, leidenschaftliche Kampfesfreude die wesentlichen Garanten des soldatischen Erfolges sind. Nur ein Soldatentum, dem solche Eigenschaf­ten in Fleisch und Blut leben, konnte Polen über­rennen, Frankreich Niederschlagen, England vom Kontinent vertreiben und schließlich die Riesenmacht des Bolschewismus weit in den Osten jagen, und nur ein solches Soldatentum vermag jetzt in den harten Monaten des russischen Winters der Natur ebenso wie einem hinterhältigen Gegner zu trotzen!

Diese selbstlose Hingabe, dieser bedingungslose Einsatz, diese leidenschaftliche Kampfesfreude - sind nicht nur die Voraussetzungen wahren Soldaten­tums, sie mögen auch die Parolen^ sein, die das Schaffen der Heimat beflügeln, die für den gleichen Sieg kämpft wie der Soldat draußen.

Genau so roi^ bei diesem in seinem Ringen mit dem Feind, so erwächst auch im Leistungskampf der Heimat der große Erfolg nur aus einem Hin­auswachsen des einzelnen über das Maß des Normalen und Gewohnten. So wenig sich nur e i n Gefecht gewinnen ließe, wollte der Soldat auch im Felde sein Leben nach den Gewohnheiten des Kasemendienstes einrichten, so wenig kann die große Arbeitsschlacht des Krie­ges gewonnen ckerden ohne die bewußte Ein­stellung aller auf die Leistungsforde­rungen des Krieges, mit denen der Weg zum Siege gepflastert ist.

Sage keiner, sein Beitrag sei unbedeutend, weil er gerade nicht in einer Waffenfabrik oder in einem Flugzeugwerk tätig ist; genau so wie im Felde eine gewaltige Maschinerie von Diensten besteht und mit aller Energie am Werke sein muß, um dem Gewehr­träger der vordersten Linie den Kampf zu ermög­lichen, so ist heute jede tätige Hand wo immer auch sie eingesetzt sein mag ein Faktor in der Gesamtsumme der nationalen Arbeit. Wir sagen mit Absicht ganz allgemeinein Faktor". Denn der Wert dieses Faktors wird vom Willen des einzelnen ebenso bestimmt wie der Kampfwert des Soldaten von seiner Tapferkeit. Es ist ein auch für die Gesamtheit bedeutungsvoller Unterschied, ob meine Arbeitskraft im Rahmen des Gewohnten mitläust, oder ob sie kraftvoll antreibt und leiden­schaftlich mitreißt.

Ein solche Leidenschaft zur Leistung sollte die Parole aller Schaffenden der Heimat ebenso sein, wie Mut und letzte Bereitschaft die unserer Soldaten ist. Wer in Gedanken an das große Ziel des Sieges in unserem Lebenskampf eine solche trotzige Leidenschaft entfaltet, der wird seine Kräfte wachsen fühlen. Er wird erkennen, daß es der Geist ist, der den Körper regiert, und er wird ebnen, was ein solcher millionenfacher gemeinsamer Wille zur entschlossenen Leistung für den Sieg unseres Volkes bedeutet.

Die BestechunySgelder aus LIGA.

Diao, 4. Febr. (DNB.) Sofort nach 'der i o - Konferenz hat sich der Dollar fegen über die iberoamerikanifchen Staaten ergossen, die die Iankeepolitik unterstützt haben. Nach der kürzlich gemeldeten Kreditgewährung von 25 Millionen Dol­lar für Bolivien kündigte Venezuela ein umfangreiches Fünfjahresprogramm im Gesamtwert von 100 Millionen Dollar an. Bezeichnenderweise ist u. a. der Bau von 19 Flugplätzen und eine Ver­besserung für die bereits vorhandenen 39 vorge­

sehen. Eine Einräumung der entsprechenden Kredite seitens der Vereinigten Staaten wurde angedeutet. Einzelheiten über den Pacht- und Leihvertrag zwi­schen den USA. und Salvador wurden nicht bekanntgegeben. Diplomatische Kreise geben jedoch zu, daß Salvador für 1,1 Millionen Dollar Kriegs­material erhalten soll.

Veränderungen im englischen Kabinett

Stockholm, 4. Febr. (DNB.) In London wurden, wie Reuter meldet, Veränderungen im britischen Kabinett bekanntaegeben. Danach wurde Lord Beaverbrook zum Minister für das neugeschaffene Ministerium der Kriegspro­duktion ernannt. VersorgungsiMnister wurde Sir Andrew Duncan, Handelsminister Oberst I. I. Llewe11in. Beaverbrook wird Mitglied des

Kriegskabinetts fein, Duncan aber nicht. Cripps, so bemerkt Reuter, ist nicht auf der Ernennungsliste.

Lord Beaverbrook, der millionenschwere Zeitungskönig, war bisher feit dem 29. Juni 1941 Dersorgungsminifter, davor bekleidete er das Amt eines Ministers für Flugzeugproduktion. Der neue Versorgungsminister Duncan leitete feit dem 29. Juni 1941 das Handelsministerium. Er war da­vor feit dem 3. Oktober 1940 schon einmal Ver­sorgungsminister und vor Uebemahme dieses Amtes ab 6. Januar 1940 schon Handelsminister. Oberst I. I. L l e w e l l i n , der neue Handelsminister, war bis Mitte 1939 Zivillord der Admiralität, dann parlamentarischer Unterstaatssekretär des Muni­tionsministeriums und feit 2. Mai 1941 parlamen­tarischer Sekretär im Verkehrsministerium.

Beginn der Generaloffensive gegen Singapur.

Tokio, 5. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Ja­paner eröffneten am Mittwochabend 18 Uhr die Generaloffensive gegen Singapur.

Dornet meldet zum Beginn der Generaloffenfive gegen' Singapur, daß die Jnselfestung seit Mitt­woch 18 Uhr im schweren Feuer der japa­nischen Artillerie liegt.

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Aus Johore-Wharu wird berichtet, daß die O e l - tanks des Seleta-Stütz Punktes auf der Insel Singapur, die durch die japanischen Bomber am Montagmorgen in Brand geworfen wurden, noch in Flammen stehen. Don Johore Dharu aus sei zu erkennen, daß der Brand gewaltige Aus­maße angenommen habe.

Englands Beklemmungen um Singapur.

Stockholm, 4. Februar. (Europapreß.) Ein Korrespondent derTimes" berichtet aus der be­lagerten Jnselfestung Singapur, die Wiederer­oberung der Insel würde eine viel schwierigere Auf­gabe sein als ihre Derteidigung gegen einen An­griff. Es fei wohl nicht zweifelhaft, daß Verstär­kungen unterwegs feien. Man müsse nur fragen, ob sie noch rechtzeitig kommen würden. Vieles deute darauf hin, daß die augenblicklichen Verteidt- a un g srn ö gl i ch k e i te n Singapurs nicht sehr groß seien. Die schwere Artillerie von Sin- gapirr sei nach der See gerichtet, und selbst wenn es gelingen sollte, sie umzubauen, würde sie gegen eine an greifende Armee nicht so wirksam sein wie gegen eine feindliche Flotte. Der Johore-Sund sei nur rund 1000 Meter breit und etwa 50 Kilometer lang, eine beträchtliche Küstenstrecke müsse also ver­teidigt werden

Der ,Zimes"-Korrespondent weist dann noch ein­mal auf die schweren Folgen hin, die der Verlust Singapurs haben würde. Die strategische Bedeutung der Festung habe sich in den letzten Wochen geän­dert, aber kaum gemindert. Es sei ein großer Irr­tum, zu glauben, daß die Aufgabe der Verteidiger nur darin bestehe, Zeit zu gewinnen. Wenn erst die Japaner ungehindert von Singapur und Pe- nang aus operieren könnten, würden di e Ver­bindungen Englands im Indischen Ozean schwer geschädigt werden. Singapur sei ein Vorposten für einealliierte Linie", die Su­matra, Java, Surnba, Timor und. Neu-Guinea ein­

beziehe. Südlich dieser Linie lägen Australien und Neu-Seeland. Diese Linie versuchten die Japaner zu durchbrechen.

Die Schlacht in Burma.

Kopenhagen, 4. Februar. (Europapreß.) Nach Ueberschreitung des Salween-Flusses stehen die ja­panischen Truppen jetzt nur noch 160 Kilo­meter von Rangun entfernt. Die Haupt­schlacht um Burma wird jetzt, außer in der Pro­vinz Tenasserim, an einer Front ausgekämpft, die von der Mündung des Salween-Flusses an Mar- taban vorbei 80 Kilometer lang nach Norden führt. Die britischen Verteidigungskräfte im Gebiet von Martaban laufen Gefahr, eingekreist und von den Hauptkräften abgeschnitten zu werden.

In Londoner Kreisen ist man besonders nieder­geschlagen, daß es den Japanern gelungen ist, über das breite Mündungsdelta des Salween überzu­setzen. Der Fluß ist in dieser Jahreszeit besonders reißend, und man hatte gehofft, daß er das wei­tere Vordringen der japanischen Truppen längere Zeit aufhalten werde.

Tschungkmg ohne Zufuhren von Kriegsmaterial.

Tokio, 4. Febr. (Europapreß.) Durch den japa­nischen Vormarsch auf Rangun ist nach Mitteilung des Sprechers der japanischen Regierung bereits die Zufuhr von englischem und amerikanischem Kriegsmaterial für Tschungking über d i e Burma-Straße unterbunden. Auch der von Präsident Roosevelt geforderte Kredit von 500 Millionen Dollar könne an dieser Tatsache nichts mehr ändern. Mit Dollars fei die japanische lieber« legenheit zur See und in der Luft im südwestlichen Stillen Ozean nicht zu beseitigen.

Tawao beseht.

Tokio, 4. Febr. (Europapreß.) Das Kaiserlich japanische Hauptquartier melbet am Mittwoch die Besetzung des strategisch wichttgen Hafens Tawao in Britisch-Nordborneo durch japanische Truppen. 587 japanische Staatsangehörige, die seit Ausbruch des Krieges dort interniert waren, wurden befreit.

Tawao liegt etwa 100 km nördlich von Tavakan an der Celebes-See.

Burma im Blickpunkt der Welt.

Durch die erfolgreichen Vorstöße der Japaner auf Taooy und Mulrnein sowie auf die zur Burma-Straße führende Eisenbahnlinie Ran­gunLa sh io ist Burma neben Singapur in den Vordergrund der kriegerischen Ereignisse in Ostasien gerückt.

Burma (605 000 Quadratkilometer, 14 Millionen Einwohner), einstmals unter einer eigenen Dynastie selbständig, später nach vielen harten Kämpfen mit China unter chinesischer Oberherrschaft, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach und nach von den Engländern in Besitz genommen und im Jahre 1886 endgültig Britisch-Jndien einverleibt. Seitdem hat es die Herrschermethoden der Briten zur Genüge kennenlernen können, die das von Na­tur aus reiche Land zu einem typischen Produkt ihrer Ausbeutungspolitik gemacht haben. Im Jahre 1937 wurde Burma nach wiederholten Loslösungs-

beftrebungen feiner Bevölkerung aus Britisch-Jn­dien ausgegliedert undverselbständigt". Dennoch hat es durchaus nicht den Charakter eines autono­men Staates erhalten, sondern ist mit einem eng­lischen Gouverneur an der Spitze, dem die Lan­desverteidigung, die Außenpolitik und die Wäh­rungspolitik vorbehalten sind, unmittelbar unter englischer Herrschaft geblieben. Die aus allgemeinen Wahlen hervorgegangene burmesische Reaierung ist nur für die inneren und wirtschaftlichen Angelegen­heiten des Landes zuständig.

Durch die Abtrennung Burmas von Indien sollte einerseits ein Pufferstaat gegen China, Französisch- Jndochina und Thailand gebildet, andererseits die natürliche Verschiedenheit beider Länder und Völ­ker unterstrichen werden. Denn die mongolischen Burmesen unterscheiden sich nicht nur rassisch, son­dern auch in ihrer Sprache und Religion (Buddhis-

Großer Andrang in der Kronibnchhandlnng.

Von Kriegsberichter Dr. Friedrich Wagner.

P. K. In einer ukrainischen Stadt, Januar 1942.

Frontbuchwagen und Frontbuchhandlungen sind im soldatischen Leben dieses Krieaes liebgewordene Einrichtungen. Denn selten kann für Menschen, die aus der gewohnten Atmosphäre ihres bisherigen Lebens herausgerissen wurden, das Buch mit seinen zwei Funktionen, nämlich der einer Ordnung und Erweiterung des Wissens und zum anderen eines Hineinführens in eine heitere oder besinnliche, bunte ober tragische Welt außerhalb des Alltags solche Bedeutung erlangen wie gerade beim Soldaten.

Die Frontbuchhandlung bringt ihm im Osten das doppelt ersehnte Geschenk des Buches. Seit einigen Tagen hat ein derartiger Buchladen feine Türen in einer ukrainischen Stadt mit etwa 100 000 Einwohnern geöffnet, und seine soldatischen Kunden haben mit einem wahren Heißhunger die hohen Regale leergekauft. Die äußere Situation ist dabei so: In der Stadt haben mehrere Stäbe ihren Sitz, sie ist durch ihre Lage an einer wichtigen Eisenbahnlinie ein Sammelpunkt zahlreicher Ver­sorgungsdienste und wird daher ständig von Ein­heiten oder zum mindesten deren Kommandos be­sucht. Darum sind Infanteristen und Pioniere, Flak­soldaten, Fahrer von Kolonnen und Männer der OT. ihre Käufer. Vor den Oeffnungszeiten stehen sie bereits Schlange, um sich ein Werk auszuwäh­len. Die meisten von ihnen verleben bereits den dritten Kriegswinter, sie kennen Frontbuchhand­lungen vom Westwall her oder von einer bretoni­schen Stadt.

Damals aber waren die Voraussetzungen beim Kauf anders Welche Bücher, so fragt man, werden jetzt, nach Monaten eines harten Kampfes in einem Land, über dessen Ebenen nicht mehr die lchwarzgrauen Staubwolken des marschierenden Heerbannes wehen, sondern dessen Weite durch eine weiße Schneedecke noch unendlicher zu sein scheint, gefaujt? Diese Frage roirb von den beiden Leiern £?' Frcytbuchhandlungen, einem Buchhänd-

lerssohn und einem jungen Medizinstudenten, nach kurzem Ueberlegen zunächst mit einem lapidaren Alles" beantwortet. Freilich klärt sich bald die ver­wirrende Fülle der soldatischen Wünsche in zwei Richtungen: der Soldat hier im Osten will im Buch aus der Enge seiner augenblicklichen sowjetischen Umwelt heraus und die großen politischen oder historischen Zusammenhänge erkennen, zudem fein soldatisches oder berufliches Wissen vertiefen, und er will besonders und das ist vielleicht die be= glückendste Erkenntnis über die äußeren Unzu- iänglichkeiten seines gegenwärtigen Lebens hinaus die inneren Kräfte seiner Gefühle und seiner Seele wieder einmal zum Klingen bringen.

Die soldatischen Buchverkäufer sagen dann, ihre kaufenden Kameraden seienausgehungert nach schweren Sachen". Das beginnt bei der Wahl politisch-weltanschaulicher LektüreMein Kampf" war in den ersten drei Tagen ausver­kauft, bei der Frage nach einem Nachschlagewerk etwa über die Judenfrage und reicht bis zu der fast ständig verlangten kleinen Ausgabe einer Bin- ding-Novelle.

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Ein paar Zahlen erhellen die Situation am besten: Die Bücherei ist drei Tage geöffnet, in die­sem kurzen Zeitraum wurden Tausende von Bü­chern verkauft, darunter Kol den HeyersPara­celsus" wohl 50mal, dasGottgelobte Herz", gewiß eines der anspruchsvollsten Werke der deutschen Gegenwartsdichtung, etwa 25mal, Bindings Erlebtes Leben" 75mal, während von den Novel­len des zuchtvollen Meisters einer hohen Gesinnung und einer gepflegten Sprache Hunderte von Exem­plaren in die Hände der soldatischen Käufer über­gingen. HamsunsSegen der Erde" undPan" stehen in dieser Reihe der erfolgreichen Werke ebenso wie Bücher von Bruno Brehm, Grimm und C a r o s s a. 75mal wurde die erfolgreiche SammlungDas heldische Jahr" verkauft. Diese herausgegriffenen Beispiele dokumentieren die ge­steigerte Neigung des Soldaten, in der Welt des Dichterischen sich selbst und die eigene Ausgabe be­stätigt zu sehen und den Sinn des Lebens zu finden.

Es ist in den harten Monaten des Krieges im Osten ein starker Aufbruch der inneren Kräfte zu bemerken. Der Wunsch, einmal wieder etwas zu Men, weil es schließlich an der Zett sei, wird nicht

nur aus langer Weile weich, sondern aus dem Ge­fühl einer seelischen Leere in einer so seelenlosen, fremden Umwelt. Darin unterscheidet sich die Atmo­sphäre einer Frontbuchhandlung in einer ukraini­schen Stadt wesentlich von der am Westwall oder in Frankreich, gerade in diesen Zügen der größeren Intensität des soldatischen Käufers, der spürbaren Hinneigung zu einem ernsten Buch, der Konzen­tration auf wesentliche Werke, der Neigung zur schweren Literatur".

Nun soll es freilich nicht scheinen, als würden in der Frontbuchhandlung nur die Werke deutscher Gegenwartsdichter ihre Käufer finden. Es paßt durchaus in die geistige Lage der Soldaten, die vor den* Verkaufstischen stehen, daß sie immer wieder ein heiteres Buch verlangen. Es ist sogar keineswegs abwegig, wenn ein Gefreiter verlangt: Bitte, eine Novelle von Binding und etwas Lusti­ges." Denn der Humor ist nach einem alten Wort eine sehr ernste Sache und darum auch dem mit dem Tode vertrauten Soldaten besonders nahe. Das Leben im Kriege ist ein Leben in den weiten Bezir­ken des Daseins, an dessen Enden das Lachen und das Sterben stehen. Was Wunder, daß die Front­buchhandlung in den ersten drei Tagen ihre heite­ren Bücher völlig ausverkauft hat. Täglich ober kommen die Anfragen nach Büchern von Roth und Sv o e rl und anderen deutschen Humoristen.

Die soldatischen Buchhändler müssen heute, am vierten Tage nach der Eröffnung, schon viele ihrer Kunden vertrösten. Sie hoffen auf baldigenNach­schub", der ihnen bei der Weite der Entfernungen und des Andranges viel Sorgen bereitet. Sie haben darum einenHäch stprei s" festgesetzt, lieber den Betrag von zehn Mark hinaus darf keiner kaufey. Darum werden gern kleine Bände bevorzugt, denn der Soldat will möglichst den Höchstbetrag aus- nutzen. Den Andrang beroältigt eine besondere Ver­kehrsregelung: zehn Käufer dürfen an den Laden- tisch, die übrigen dreißig bis vierzig stehen in Marschordnunq im Gang davor und warten.

Manche müssen zwei bis drei Stunden ausharren, ehe sie drankommen. Das wird in einem kamerad­schaftlichen Ton zwischen Offizier und Gefreiten getan. Alle tragen dann ihre erworbenen Bücher wie ein Geschenk der Heimat, deren Pulsschlag ihnen auf den gedruckten Seiten ganz nahe M

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sächlich an den regenreichen, der See zugewandten Gebirgshängen hinzieht (Monsunwälder) und viele wertvolle Hölzer (Bambus- und Teakholz) liefert Die Viehzucht ist allein schon aus religiösen ©rün- den der Buddhismus verbietet Fleifchgenuß fast bedeutungslos. Dagegen kommt dem Bergbau wegen der reichen Bodenschätze des Landes (Zinn, Wolfram, Blei, Silber) erhöhte Bedeutung zu. An Energiequellen ist zwar keine Kohle, dafür aber Wasserkraft und Erdöl in genügenden Mengen vor» Händen. Die reichhalttgen Delfeiber liegen am mitt, leren Jrrawaddi, von wo aus eine Oelleitung nach Rangun am Golf von Martaban gelegt ist.

Vom oberdeutschen Wortschatz.

Wie der deutsche Norden und Süden in der Sprache voneinander gewinnen und besonders das reiche Sprachgut des größer gewordenen Ober« deutschlcmds den Wortschatz der hochdeutschen Sprache wie einst so auch heute bereichern könnte, zeigt Hans Zimmermann an einer_Anzahl von Beispielen, die er in der Zeitschrift für deut« sches SprachlebenMuttersprache" als kleine Ernte von einer Sommerreise zusammengestellt hat. Wir greifen einige davon heraus.

In Tirol gibt es wederTransportfirmen" noch Spediteure noch Güterbeförderer, weder Rollkut« scher noch Güterbestätter (wer oder was wird be» stattet?). Diese Unternehmen nennen sich Frachter oder Frächter, kurz, gut und unmißverständlich, wie es etwa der hamburgische Verlader, Lader oder Stauer auch ist. Oefsentliche Fahrzeuge führen einen Behälter mit fürgebrauchte" Fahrscheine, nicht für ,-abgelaufene". Gedankliche Mischung mit abgelaufenen Stiefelsohlen und mit der Uhr, die ab gelaufen ist, findet also nicht statt.

Zwei treffliche Worte fanden sich beiläufig (hier tatsächlichbeiläufig") bei einem Rundgang in Salzburg. Dort und wohl auch anderswo in dem Gebiet heißt ein Haus, das einen Durchgang zu einer anderen Straße gestattetDurchhaus". Mo« zarts Geburtshaus ist ein solches; es führt ein Gang von der Getreidegasse bis zum Universitäts- platz gegenüber von Fischer von Erlachs Dombau. Ein und dasselbe Haus kann von zwei Straßen her betreten werden, auch wenn es mit seiner Vor« derseite nur an einer von beiden liegt.Passage", wie wir das zu nennen gewöhnt sind, Passage mit seinen Nebenbedeutungen aus dem Schiffsverkehr^ tritt gegenüber dem volksmundlichen ,Lurchhaus häßlich und beschämt dorchin zurück, woher es kamt in die verblichene Glanz- und Gründerzeit des Pa« noptikums in der Berliner Lindenpassage.

Wenn sich ein altes Geschäft alsSchürzen-Er« zeugung" bezeichnet, so hat der Ferienreisende mit sprachlichem Einschlag feine unverhohlene Freude daran, da es doch kaum mehr ohne dieTextil- fabrifation" und denTextilmarkt" zu gehen schien. Uebrigens nennt sich in Ravensburg, das die Welfen unterhalb ihrer oberschwäbischen Stammburg grün« beten, eine ehrwürdige GasseGespinnst-MmE,

Kautschuk erzeugt. Zwei Drittel der Gesamtfläche des Landes ist mit Wald bedeckt, der sich Haupt«

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Washington, 4. Februar. (Europavreß.) Der Pa berfte alliierte Kriegsrat für den JfQnJö,fi an fit soll, wie aus Kreisen des Weißen Hauses itz in Wa« dieses Gre« r.?' ?es

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Pa zi fi k soll, wie aus Kreisen des Weißen Hauses angegeben wird, endgültig seinen Sil ' shlngton bekommen. Damit wird mium gegen den Willen Churchills in den Vereinigten Staaten zusammentteten. Diese Entscheidung wurde vor allem auf den Einspruch Australiens, Neuseelands, Niederländisch-Jndiens und Tschungkings hin gefällt, die es für erforderlich hielten, daß der Kriegsrat in größtmöglicher Nähe des Kriegsschauplatzes tage. Bezeichnenderweise wurde Churchills Verlangen, den Kriegsrat in Lon­don zusammentreten zu lassen, am nachdrücklichsten von Australien und Neuseeland wider«

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An Industrien sind außer dem Erz- und Delberg« bau die Reismühlen-, die Zündholz-, die Holz«, Seifen- und vor allem die Textilindustrie zu er­

wähnen.

Hinter der wirtschaftlichen steht die strategische Bedeutung Burmas nicht zurück. Burma wird gern alsRiegel des östlichen Tores nach Indien", dem Herzstück des britischen Weltreiches, bezeichnet. In den letzten Jahren ist es vor allem als Durchgangs­land für die britisch-amerikanischen Kriegslieserungen an Tschungking-China bekannt geworden. Die Burmastraße, die einzige Verbindungslinie Tschiang. kaischeks mit feinen Bundesgenossen, ist durch das Vordringen der Japaner bereits unmittelbar be­droht. Wird sie abgeschnitten, so sinken damit Tschungkings letzte Hoffnungen.

Alliierter Pazifik-Kriegsrat in Waihington.

Die Landschaft Burmas ist vorwiegend sehr g* birgig. Mehrere ßängsaebirge bis zu 4000 Meter Höhe durchziehen das Land, von denen das west, liche am Golf von Bengalen und südwärts bis zuni Kap Negrais führt, und das Etliche, das einen ng. türlichen Grenzwall zwischen Burma und Thailand bildet, bis weit nach Süden (Isthmus von Kra) reicht. Zwischen den Gebirgszügen erstreckt sich hügeliges, zum größten Teil sogar ebenes, oon wasserreichen Flüssen durchzogenes Land, das in« tensiv bebaut wird. Das wichtigste Agrarprodukt ist der Reis, der in Unter-Burma und im Norden

Rangun ist die Hauptstadt des Landes und mit ihren rund 400 000 Einwohnern gleichzeitig di* größte Stadt Hinterindiens. Man trifft dort Der« treter aller Völkergruppen Burmas an, vor allem Inder (260 000), die im Gegensatz zu den nzehr auf geistige Dinge eingestellten und wirtschaftlich wenig akttven Burmesen das vorantreibende Element sind und die wirtschaftliche Führung des Landes inne- haben. In ihren Händen befindet sich auch bet größte Teil des hochwerttgen Landes um Rangun, während sich die Burmesen immer mehr in da» Landinnere zurückgezogen haben. Eine wichttge Rolle spielen in Rangun ferner die Chinesen (75 000), die durchweg sehr wohlhabend finb,~ wie Überall im Osten, den Handel und die Reismühlen in den Händen haben. Außerdem gibt es in der Stadt noch einige Tausend Anglo-Jn'der und Euro­päer. Rangun ist vor allem bedeutend als Kopf­station der nach Norden und Nordwesten führende» Bahnlinie und als Ausfuhrhafen (Reis, Hölz« Erdöl, Häute, Felle). Der Hauptabnehmer der großen Exportproduktion Burmas ist entsprechen­dem früheren Zusammenhang und der natürlichen Ergänzung Indien, das etwa 60 v. H. der Gesamt, ausfuhr und den größten Teil der Reis-, Erdöl- und Holzerzeugung Burmas aufnimmt, ihm dafür in weit aeringerem Umfange Baumwolle und Jute- erzeugnifse, sowie Tabak und Kohle liefert.

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