Aus dem Reiche der Krau.
Pilze nicht zu lange kochen lassen.
Mehr als in früheren Sommern wird uns in diesem der Pilz als Nahrungsmittel dienen und uns durch seinen Gehalt an Eiweiß kräftige Mahlzeiten liefern. Nur müssen Pilze richtig zubereitet sein. Viele Hausfrauen lassen die Pilze kochen, bis sie weich sind, und häufig hört man klagen, daß besonders Pfifferlinge längerer Kochzeit bedürfen. Das ist grundfalsch, weil die Pilze durch das Auskochen im Wasser ihren Wohlgeschmack und den größten Teil ihres Nährwertes eingebüßt haben, während die Flüssigkeit allein den kräftigen Geschmack bekommt. Auf diese Weise erhält man wohl eine brauchbare Pilzsuppe, aber kein schmackhaftes Pilzgericht. Die beste und auch schmackhafteste Zubereitung,von Pilzen ist natürlich in Fett, worin sie nur wenige Minuten geschmort werden dürfen. Aber da wir mit Fett sparsam umgehen müssen, gibt es ein durchaus vollgültiges Ausgleichsmittel durch D ü n- sten in Knochenbrühe, übriggebliebener Fleischtunke oder in dem den Pilzen vom Waschen anhängenden Wasser. Auch hierin dürfen die Pilze nur minutenlang dämpfen, um weich, genußfertig und schmackhaft zu sein. Pilze dürfen erst kurz vor 'der Mahlzeit vorbereitet werden und niemals im Wasser liegen. Pfifferlinge, die ersten Sommerpilze, werden nach dem Verputzen in kaltem Wasser gewaschen und entweder in erhitztem Fett oder in etwas Brühe oder Fleischtunke gedünstet. Man stäubt Mehl darüber und fügt dem Pilzgericht zum Schluß etwas gewiegte Petersilie zu. Champignons, Steinpilze und Grünlinge werden in kaltem Wasser mit etwas Essigzusatz gebürstet und gewaschen und können dann in der gleichen Art in Tunkenwürze schnell weichgedämpft werden. Auch zu Pilzsuppe, -tunke oder -kotelett werden die Pilze auf die gleiche Art vorher zubereitet, ehe man sie feingewiegt der inzwischen gekochten oder künstlich bereiteten Fleischbrühe oder einer gebundenen Flüssigkeit, ebenso wie die anderen Zutaten zusetzt. . K. W.
Bohnen frisch eingemacht.
Einen Hauptbestandteil unserer Gemüse stellen die Bohnen dar, die wir frisch und eingemacht gern in der Küche verwenden. Durch ihre vielseitige Verwendungsmöglichkeit können wir leicht Abwechslung schaffen, sei es einmal eine grüne Bohnensuppe, zu der wir 375 g grüne Bohnen, 275 g Kartoffeln, 1 Liter Flüssigkeit (Brühe oder Wasser), 20 g Fett, 40 g Mehl, Bohnenkraut, gehackte Petersilie, Salz benöttgen. Die gewaschenen, abgezogenen und geschnittenen Bohnen werden in der Flüssigkeit mit Salz und Bohnenkraut zum Kochen gebracht. Nach einige? Zeit gibt man die in Würfel geschnittenen Kartoffeln hinzu und läßt zusammen garkochen. Das Bohnenkraut wird herausgenommen, aus dem Fett und dem Mehl eine Mehlschwitze bereitet, die man mit Flüssigkeit auffüllt und zu der Suppe gibt. — Oder ein Bohnen- e i n t o p f mit Tomaten: 1 kg grüne Bohnen, 500 g Tomaten, VA kg Kartoffeln, 1 Zwiebel oder Lauch, 20 bis 25 g Fett, Salz. Die geschnitzelten Bohnen werden mit der kleingeschnittenen Zwiebel im Fett gedünstet, darauf die in Scheiben geschnittenen Tomaten und die Kartoffeln geschichtet, gesalzen und das Gericht'ohne Umrühren langsam gargekocht (etwa 1 Stunde).
Zur winterlichen Vorratswirtschaft ist das Ein
machen in Flaschen empfehlenswert. Hierfür werden die Bohnen gewaschen, geputzt und geschnippelt in geschwefelte Flaschen gefüllt. Man gießt ab- gekochtes erkaltetes Wasser darüber, das nach 24 Stunden wieder abgegossen wird, erneuert es und wiederholt dies Verfahren noch zweimal. Dann werden die Flaschen verkorkt und mit Wachs oder Lack luftdicht verschlossen. — Bohnen in Essig: Die grünen Bohnen werden gewaschen, abgezogen und gebrochen, in schwach gesalzenem Wasser halbgar gekocht und vorsichtig mit einem Schaumlöffel herausgenommen. Dann schichtet man sie mit Kräutern wie Dill, Bohnenkraut, Estragon, Zwiebelscheiben in Steintöpfe, obenauf zuletzt Kräuter. Man gießt abgekochten erkalteten Elsig, mit dem Gemüsewasser vermischt, darüber. Die Bohnen müssen bedeckt sein, man legt ein sauberes Tuch darauf und beschwert mit einem Teller und Stein.
Wir legen Gurken ein.
Kleine und mittlere Gurken werden vorteilhaft als Gewürzgurken eingelegt. Man bürstet sie und läßt sie 12 Stunden im Salzwasser liegen. Dann werden sie abgetrocknet und mit Dillkraut, Estragon und, wenn möglich, mit Zwiebelwürfelchen oder Perlzwiebeln und Meerrettichwürfelchen in die Gefäße gepackt. Für. 50 Gurken kocht man VA ßiter Wein- ober Einmachessig mit 1 Liter Wasser, Salz nach Geschmack und 70 g Zucker auf und übergießt mit diesem vollkommen erkalteten Sud die Gurken, die man mit kreuzweise gelegten Stäbchen am Steigen hindert. An kühlem Ort Werben sie eine Woche stehen, worauf die Flüssigkeit abgegossen, erneut aufgekocht und wieder völlig erkaltet über die Gurken gegossen wird, über denen sie zweifingerhoch stehen muß. j
Für süßsaure Gurken kocht man für 2 kg Gurken 1 Liter Wein- oder Einmachessig mit knapp Vz Liter Wasser, kg Zucker, Salz nach Geschmack, ab gerieben er Zitronenschale und einem Stückchen Lorbeerblatt auf und verfährt bann wie oben. Zu Salzgurken werben die Gurken mit Dill, Estragon, Weinblättern und Weichselbättern lagenweise in die Gefäße eingeordnet. In je 1 Liter Wasser löst man 40 g Salz auf, übergießt damit die Gurken, bedeckt und beschwert sie und läßt sie an warmer Stelle zwei Wochenlang gären. Danach schöpft man den Schaum ab, füllt noch etwas Salzwasser auf und stellt die Gurken ins Kühle. Nach wetteren 14 Tagen sind sie eßreif.
Kleiderpflege im Gommer.
Bunte Sommerkleider sind nur banh wirklich schön, wenn sie sauber und gepflegt aussehen, die Farben sich klar voneinander abheben und die Musterung nicht verschwommen ist. Sommerkleider, die das vermissen lassen, sind in der Wäsche falsch behandelt worden, und dieser Fehler läßt sich leider nicht wieder gutmachen. Darum ist es wichtig, sie von Anfang an richtig zu behandeln. So ist.es unerläßlich, vor dem elften Waschen farbiger Kleider, Seidenblusen, Halstücher u. ä. die Farbechtheit des Stoffes zu prüfen. Das geschieht am besten durch Waschen einer versteckten Ecke oder einer Stoffprobe in reinem lauwarmem Wasser. Ist das Stück farbecht, kann man es selbst behandeln, andernfalls muß es zur chemischen Reinigung gegeben werden. Bei der Selbbehandlung müssen jedoch bestimmte Vor-
Dirndlkleider aus Getragenem.
Zwei Dirndlkleider aus betragenem haben wir neben skizziert.
Die Form links hat zu einem dunkelblauen Mieder mit rotem Paspel einen Rock aus grauem, dunkelblauem und dunkelrotem Leinen. Die Schürze ist aus naturfarbenem Leinen, das Blüschen ist aus weißem Batist oder Leinen. Das Kleid rechts hat zu einem Miederteil aus schwarzem Tuch mit roten Blenden und Biesen einen grauen Leinenrock und eine dunkelgrüne Taftschürze. Das Westchen ist aus feinem, weißem Seinen. Knöpfe: Altsilber. H.
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AUS GETRAGENEM
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sichtsmaßregeln beachtet werden, damit der Erfolg die Arbeit lohnt. Einer der größten Fehler liegt meist darin, daß zu wenig Waschwasser genommen wird und ein zu kleines Waschgefäß. Auf diese Weise drückt sich gelockerte Farbe auf einen darauf- gepreßten Stoss-Fleck ab und schädigt so das Aussehen. Also — genügend viel Wasser und Raum für das Waschgut.
Handelt es sich um Kunstseide, ist möglichst laues Wasser zu verwenden; das Spülwasser soll dann die gleiche Temperatur haben wie das Waschwasser. Man achte daraus, daß das Waschmittel keine bleichende Wirkung hat, durch die die Farben angegris- sen werden. Gespült wird so lange, bis das Wasser ganz klar bleibt. Reste des Waschmittels, die infolge ungenügenden Spülens im Stoff zurückgeblieben find, greifen die Faser an. Das empfindliche Waschgut darf niemals ausgewrungen werden; nur ausdrücken ist erlaubt, damit keine Faserdehnung und scharfe Knitterungen entstehen. Das ausgedrückte Kleidungsstück wird auf dicke saugfähige Tücher gelegt, zurechtgezogen und, mit einem zweiten Tuch überdeckt, sanft zusammengerollt.
Kunstseidenstoffe werden, noch leicht feucht, auf der. linken Seite mit mäßig warmem Eisen gebügelt. Man achte darauf, daß.das Plättuch keine Falten hat. sonst gibt es auf dem Stoff blanke Stellen. Reine Seidenstoffe werden nach dem Waschen und Spülen noch einmal durch ein Wasser gezogen, dem man als leicht steifenden Zusatz etwas Gummiara-
bikum — im Notfall auch Zucker — zugesetzt hat- der Stoff erhält so die nötige Festigkeit. Schantung- seiden und andere Rohseidengewebe muß mdn völlig trocken werden lassen, ehe man sie plättet. Ist die Seide trocken, soll sie nicht mehr lange liegen, da man sonst die Falten und Kniffe nicht mehr recht heraushekommt. Alle -Seiden dürfen nicht mit heißem, nür mit gut warmem Eisen gebügelt werden, Weiße Stoffe — Seiden oder Leinen — sollten nut in Wasser gewaschen werden, dem etwas Wasserstoffsuperoxyd zugesetzt ist, damit sie nicht gelb men den. Weißem Leinen und ähnlichen Stoffen tarnt man auch durch Zusatz von Waschblau im letzten Spülwasser die reine Farbe erhalten. Einfarbige bunte Stoffe wäscht man in Wasser, dem etwas Salz zugefügt ist. Bei Beachtung dieser Vorsicht^ maßnahmen lohnen farbenfrische Kleider unsere! Pflege.
Rezepte.
K a r a m e l g r i e ß. 1A Liter Milch, 50 g Grieß« 1 Prise Salz, 1 Eßlöffel Zucker, 3 Eßlöffel Zucker und etwas kaltes Wasser für den Karamel. Dis Milch bringt mgn mit der Prise Salz zum Kochen, läßt Grieß und Zucker ein! auf en und kocht unter Rühren einige Minuten gut durch. Dann bräunt man den Zucker in einer Pfanne und löscht mit etwas kaltem Wasser ab. Diesen fertigen Karamel gibt man unter den fertigen Grießbrei, füllt in eins mit Wasser aus gespülte Pudding- oder Glasfornt und stellt kalt.
Am 20. Juli 1942 ist mein prächtiger Junge, unser lieber Bruder, mein guter Bräutigam und Kamerad, Schwiegersohn und Schwager
Leutnant Wolfgang Kuhl
Inh. des E. K. II und Kriegsverdienstkreuzes I. Klasse mit Schwertern
bei den schweren Kämpfen im Osten, im 25.
Lebensjahr, gefallen, j
In tiefem Schmerz: Otto Kuhl
Otto Kuhl, Unteroffizier, z.Z. im Felde
Hedi Krause, geb. Kuhl
Fritz Krause, Unteroffizier, z. Z. im Felde
Liesel Oehler, als Braut Familie Emil Oehler.
Gießen (Sonnenstraße 10), den 4. August 1942.
03744
Hart und schwer traf uns die Nach- Kjd richt, daß bei den schweren Kämpfen bn Osten, fern der Heimat und seiner Lieben, nun auch unser jüngster lieber Sohn, unser Bruder, Schwager und Onkel, der
Oberschütze Emil Steitz
sein junges Leben von nahezu 23 Jahren für Führer, Volk und Vaterland hingegeben hat. Er folgte somit seinem Bruder Willi 2 Jahre später in den Heldentod.
.In tiefer Trauer: Familie Emil Steitz
Familie Otto Steitz
Frau Franziska Steitz
Garbenteich, Lieh und Gedern, 1. Aug. 1942.
__ 2385 D
Infolge eines Herzschlages verschied plötzlich und unerwartet unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager u. Onkel
Heinrich Haas
Schuhmachermeister
im Alter von 55 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Haas jr. und Frau Erna, geb. Maid Robert Haas, z. Z. Im Felde, und Frau Ottilie, geb. Reitschmidt
Otto Haas, z.Z. im Felde, und Frau Hildegard, geb. Möckel
2 Enkel Karlheinz und Hannelore und alle Verwandten. \
Gießen (Marktplatz?), Steinberg, 3.Aug. 1942.
Die Beerdigung findet Mittwoch, 5. August, nachmittags 3 Uhr, von Watzenborn-Steinberg, Gießener Straße 48, aus statt.
Danksagung.
Für die zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme, die mir beim Heimgang meiner lieben Frau und Lebensgefährtin entgegengebracht wurden, meinen herzlichsten Dank.
Gustav Raddatz.
Gießen (Am Riegelpfad 68), 4. August 1942.
03737
Danksagung.
Für die liebevolle Anteilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen danken wir herzlich.
Frau Emma Duill, geb. Knörr Gertrud Duill
Karl Duill, z. Z. Oberarzt im Osten.
Gießen, den 3. August 1942.
_____________________03748
D a n k s a g u n g.
Für die liebevolle Anteilnahme an dem großen Schmerz beim Heimgang unserer lieben unvergeßlichen Schwester, Schwägerin undTante
Elisabeth Otto
für die Blumen- und Kranzspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Andres sagen wir unseren herzlichen Dank.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Döll und Fran Lina, geb. Otto.
Allcndorf a.d. Lumda, den 4. August 1942.
__________________________________ 2384 D
bfemctnfttiiie Bekanntmachung der Landräte der Landkreise 'Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Lanter- bach und Gießen, sowie des «deren Oberbürgermeisters der Stadt Gießen.
Betr.: Die Ausgabe von Trintbranntwcin.
Wie das Landesernälirungsamt mitteilt, roerben von selten der Einzeltländler täglicki Abschnitte B des Trmkbranntwein-Bezugsausweises bei der Ab tenung A des Landesernäbrungsamtes in A-rmtb tun a. M. eingereicht. Es wird darauf bingewiefen, doh die von den Einzelhändlern abgetrcnnten Abschnitte B nicht beim Landesernälirungsamt, sondern bei der örtlich zuständigen Kartenstelle ein- zureichen sind.
.... weiter wird darauf bingewiesen, daß die den Einzelhändlern von den Kartenstellen ausgehändig- ts" Empfangsbescheinigungen ebenfalls nickt an die Abteilung A des Landesernährungsamtes eittzu- senden, ,andern von den Einzelhändlern aufzube- wahren sind. (2382D
Gießen, den 3. August 1942.
A’ür die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, »vrredberg, Gießen und Lauterbach, soivie den Oberbürgermeister der Stadt Gießen.
Der Landrat des Landkreises Gießen.
Dr. Lotz.
Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen.
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Gießen, den 3. August 1942.
Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, sowie den Ober- _ bürgermeister der Stadt Gießen.
Der Landrat des Landkreises Gießen.
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