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Dienstag, August M2
Metzener Anzeiger
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vrühlfche UniverfitStrdrnckerei L Lange General-Anzeiger für Oberhessen S$rt®ie6en%)nlf»rafce ?-9
Zügiger Vormarsch an der (Subfront
Isolierung des Kubangebietes
Sie Linie Vjelaja-Glina-Vaschanla Übertritten
dem eine
griffe starker feindlicher Kräfte, die offenbar zur Entlastung der schwer bedrängten Südfront vom Gegner geführt werden.
3n Lappland nahmen deutsche Infanterie und Gebirgsjäger, von Sturzkampffliegern wirksam un- terstüht, eine vom Feinde stark besetzte, ausgebaute höhe. 3n hartnäckigen Waldkämpfen wurde eine große Anzahl feindlicher Kampf st än de zer - st ö r t. An der 2N u r m a n f r o n t vernichteten Gebirgsjäger bei erfolgreichen Stohtruppunternehmun- gen mehrere feindliche Kampfanlagen.
Die sowjetische Luftwaffe verlor am gestrigen
Berlin, 3. Ang. (DNB.) Wie das Oberkommando der Wehrmacht ergänzend mittejlt, haben biß deutschen und verbündeten Truppen am 2. August in der Verfolgung des geschlagenen Feindes im Gebiet nördlich d e s Kuban-Flusses die Linie Bjslaja—Glina—Baschanta überschritten. Die "rtadt B as ch a n t a am Iegorlyk-Fluß wurde kämp- end durchschritten. Planloser Widerstand feindlicher Nachhuten, die insbesondere die Flußübergänge zu «erteidigen versuchten, wurde gebrochen. Mehrere kindliche Kräftegruppen, die durch überholende Ver- olguna von deutschen Truppen abgeschnitten und mgeschlossen worden waren, führen weit hinter 'en deutschen Angriffsspitzen einen aussichtslosen lampf. Außer slowakischen Truppen waren auch die iumänen erfolgreich. Zusammen mit deutschen Veranden warfen sie die Bolschewisten zwischen Dan mb Sal nach Osten zurück. Eine starke feindliche Wonne, die von Norden kommend südlich des Sal urchzubrechen versuchte, wurde nach Norden zu- ückgeworfen. Zahlreiche Geschütze, die an beherrschenden Geländepunkten zur Verstärkung eiligst ausgehobener Feldstellungen eingegraben waren, wurden durch Bomben zerstört. Durch rollende Luftangriffe gegen die wichtigsten Anlagen der Bahnstrecke von Tichorjezk nach Armawir entstanden in Bahngebäuden und in der Stadt. Armawir ausge- behnte Brände.
Im großen Don-Bogen scheiterten in dem Höhengelände westlich Kalatsch Gegenangriffe feindlicher Infanterie und Panzer. Die Bolschewisten, die dabei 85 Panzerkampfwagen verloren, versuchten vergeblich, durch rücksichtslosen Einsatz frischer Truppen und Waffen das Vordringen der deutschen und verbündeten Truppen nach Osten zu hemmen. Starke Verbände von Sturzkampf- und Schlachtflugzeugen
Hervorgehoben wurden besonders Meldungen aus London und Washington, wonach die Bevölkerung dort große Demonstrationen für die sofortige Errichtung einer „Zweiten Front" veranstaltet habe.
Der Wehrmachtbericht.
DNB. Aus dem Führerhauptquartier, Z.Aug. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Osten nähert sich die zur Verfolgung an- gefehte Panzerarmee dem Oberlauf des Kuban. Zusammenhangloser örtlicher Widerstand des Jeindes wurde gebrochen und zahlreiche Beute, vor allem an Geschützen, eingebrachl. Nordwestlich davon wurden feindliche Nachhuten vom 3 e j a - Abschnitt nach Süden geworfen. Auch hier hält der Vormarsch an. Zwischen S a l und Don treiben brutsche und rumänische Truppen den Feind nach Osten zurück. Starke Kampfflieger- und Zerstöreroerbände griffen in diese Kämpfe ein. Die rückwärtigen Verbindungen der Sowjets im Kubangebiet, besonders die Eisenbahnlinie Baku—Roskow, waren schweren Angriffen ausgesetzt.
3m großen Donbogen wurden erneute fowjetifche Gegenangriffe abgewiesen und wieder 85 Panzer vernichtet. Slurzkampf- und Zchlachtgefchwader sowie Flakartillerie-Abteilungen der Luftwaffe waren auch an diesen Kämpfen er- solgreich beteiligt. Bei Nachtangriffen auf die Wolgaschiffahrt wurden zwei Tanker und sechs Frachtschiffe versenkt, neun weitere Frachtschiffe beschädigt.
Nördlich Rschew, an der Wolchowfront und vor Leningrad scheiterten fortgesetzte An-
folgung angesetzte Panzerarmee nähert sich dem Oberlauf des Kuban-Flusses, der an
der japanischen Geeherrschast.
T o r i o , 3. August. (DNB.) Wie Korvettenkapitän Taschiro vom Hauptquartier in ein ex Rundfunkrede eststellte, hat die Anfang Juni von der japanischen Marine eröffnete ost pazifische Offensive zu einer weiteren Festigung der japanischen See- Herrschaft im Westpazifik geführt. Dank diesen Operationen, die mit den Angriffen auf Midway und die Meuten begannen, seien die Vereinigten Staaten nunmehr Angriffen von beiden Flanken ausgesetzt. Japan habe hiermit alle amerikanischen Hoffnungen auf Wiedergewinnung des westlichen Pazifiks endgültig zerstört und gleichzeitig die gegnerische Stellung im Ostpazifik gefährdet. Nach der Midway-Schlacht hätten die übriggebliebenen feindlichen Seestreitkräfte die Ruhestellungen eines gewissen Stützpunktes ausgesucht. Sowohl im Abschnitt Midway wie Hawai begnüge sich der Gegner mit defensiven Manövern.
die Regierungsverordnung betroffen, wonach alle Engländer in den USA. in ihre Heimat zurückkehren sollen. Wie „Times" und „Daily Telegraph", berichten, weigern sich die meisten von ihnen, der Aufforderung Folge zu leisten und wählen den Ausweg, sich in den USA. für den amerikanischen Heeresdienst mustern zu lassen, wo die Einberufung durch Auslosung erfolgt. Mit wachsender Empörung nimmt man in England davon Kenntnis, daß unter ihnen bekannte Filmschauspieler und Schriftsteller in den USA., wie Charles Laug h ton und C r o n i n sind.
Auf Walto wurde der Flugplatz H a l f a r durch deutsche und italienifche Kampfflugzeuge mit guter Trefferlage bombardiert. 3m östlichen Wittelmeer versenkte ein deutsches Unterseeboot einen Transportsegler.
An der O st k ü ft e Englands und in den Widlands bekämpfte die Luftwaffe am gestrigen Tage und im Verlauf der vergangenen Nacht kriegswichtige Anlagen in mehreren Orten.
3n der Zeit vom 23. 3uli bis 2. August verlor d i e britifche Luftwaffe 2 48 Flugzeuge; davon 84 über dem Wittelmeer und in Nordafrika. 3n der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 78 eigene Flugzeuge verloren.
London stellt alarmierende Lage an der Ostfront fest.
der Nordseite des 5630 Meter hohen Elbrus ent« pringt und dessen Oberlauf etwa bis Kropotkin ge- rechnet werden kann. Ein wichtiger Eisenbahn- und Straßenknotenpunkt am Oberlauf des Kuban ist Armawir, das 190 Meter hoch, also noch in dem welligen Vorgelände liegt, von wo aus aber sich verschiedene Tallandschaften abgabeln. Nordwestlich davon wurden feindliche Nachhuten vom Ieja ° Abschnitt nach Süden geworfen. Der Jeja-Fluß ist ein Steppenfluß, der parallel zum mittleren und unteren Kuban fließt und bei der Stadt Jejsk in das Asowsche Meer mündet. Zwischen Sal und Don — also im Nordosten — treiben deutsche und rumänische Truppen den Feind nach Osten zurück. Das allgemeine Eingreifen starker Kampfflieger- und Zerstöreroerbände gilt insbesondere der nach Südosten verlaufenden Bahn von Baku, die besonders schweren Angriffen ausgesetzt war. Ein Blick auf die Karte zeigt, daß diese deutschen Truppenbewegungen das gemeinsame Ziel haben, jede Flankenbedrohung oder auch nur -beunruhigung von dem zentralen oberen Kubangebiet fernzuhalten. Die Wirkung ist seine Isolierung. Beachtlich ist die Art, wie der Wehrmachtbericht das Ergebnis dieser Verfolgungskämpfe umschreibt: „Zusammenhangloser örtlicher Widerstand des Feindes wurde gebrochen," So heißt es vom Gebiet des oberen Kuban selbst. Vom Jeja- Abschnitt wird gesagt: „Auch hier hält der Vor-
Ausdruck vom „Zurücktreiben" des klare Andeutung gegeben.
Oie Festigung
Auslandsbriten weigern sich, nach England zurückzukehren.
Lissabon. 4. August. (Europapreß.) 291000 Engländer im militärpflichtigen Atter werden durch
Forderung nach der sofortigen Eröffnungeiner zweiten Front gerichtet hat. Der Sonderkorre- ipondent'der Londoner „Sunday Times stellt fefi, daß der Krieg im Osten in sein entscheidendes Stadium getreten sei. Ohne den Befehl Stalms „feinen weiteren Schritt zurück" zu wörtlich nehmen zu wollen, bedeute er doch sehr viel. Denn prakttsch gesehen, bestehe nach den letzten deutschen Erfolgen nur noch ein ganz schwaches ® * n $ cr911* ? Mischen den sowjetischen Armeen im Kaukasus und der übrigen UdSSR. Dieses Bindeglied sei die 'Wolga. Die Schiffahrt auf diesem otrom meröe über schon von deutschen Bombern und Stukas am gegriffen, f a st keine Nachschubsen du n gen IUS dem Kaukasus erreichten mehr die nördlichen Frontabschnitte der Sowsets.Es sei er aun- lich, was für gewaltige Streitkräfte die Deutschen im Süden hätten zusainmenziehen können. Wenn lchon die Gebietsverlust- der Sowjets mnerhalb "es Donbogens für sie recht schmerchch gewesen Wen, dann stelle di- Ueberschreitung des Don durch i>ie Deutschen für die Sowsetumon °, n e K a t a - ltrophe im wahrsten «inne des Wortes dar. -t Lage sei alarmierend.
Der Inhalt der Flugblätter der.Sowjetarmee, o iührt der Korrespondent fort, Zeige ebenfalls d kritische Lage der Sowjets. Der Ton der blätter werde von Tag zu Tag verzweifeltem So kreiße es in einem: -Zeder Zoll unseres Bodens ist -ins teuer, aber noch niemals ist er uns so heb gewesen wie jetzt, nachdem der Femd unsere e- kienswichtigsten Zentren zu erreichen droht. .Iyr müßt verstehen, daß jeder Zoll verlorenen s I - leben Bodens für den Feind eine Stärkung und ’iir unsere Widerstandskraft eine Schwächung o freutet Unser Land ist zwar gewaltig groß, socy
Ersatz für die „zweite $ronf"
Von unserem es-Korrespondenten.
marsch an." Zwischen Sal und Don endlich ist mit Feindes
Auf der Suche nach dem Oberbefehlshaber.
Lissabon, 4. Aug. (Europapreß.) In den USA. werden jetzt Preisausschreiben veranstaltet, wer wohl der beste, alliierte Oberkommandierende für die zweite Front sei. England schneidet dabei am schlechtesten ab, wie der „Daily Telegraph" aus Muyork berichtet. General A u ch i n l e ck sei wegen seiner Libyen-Niederlage nickt der geeignete M-ann. General Wavell sei feit seiner Flucht aus Java überhaupt aus dem Gedächtnis der Nordamerikaner geschwunden. So konzentriere sich das Hauptinteresse auf General M a c A r t h u r, den einzigen nordamerikanischen General, der den Krieg bereits am eigenen Leibe verspürt habe, den nicht so „dramatischen" nordamerikanischen Oberkommandierenden, General Naugthton. der Nordamerikaner mit' britischer Staatsangehörigkeit sei. Ferner wird de Gaulle genannt, schließlich noch General Eisenhauer und Admiral Leahy, letzterer, well bei einer Invasion im Westeuropa ein Admiral das Kommando haben müsse, denn es gelte doch erst einmal den Kanal zu überqueren.
setzten ihre Angriffe auf die von Osten herange- führten feindlichen Reserven mit unverminderter Heftigkeit fort. Auch die Don-Brücken, über die der Feind immer wieder Verstärkungen vorzubringen ' versuchte, waren heftigen Luftangriffen ausgesetzt. Zwei Pontonbrücken und zwei f-efte Straßenbrücken wurden durch Volltreffer zerstört. Bei weiteren Luftangriffen wurden 25 schwere Panzerkampfwagen des Feindes vernichtet und zahlreiche Batterien zum Schweigen gebracht. Am nördlichen Teil des großen Don-Bogens nahmen italienische Verbände bei einem örtlichen Angriff zwei zäh verteidigte Ortschaften. - Versuche einer 'feindlichen Kampfgruppe, auf das Westufer des Don überzusetzen, scheiterten ebenso wie örtliche Angriffe der Bolschewisten im Raum nördlich Semljansk.
Vergebliche Enilastungsstöße.
Berlin, 3. Augcht. (DNB.) Im Raum von Rschew führte der Feind am 2. August massierte Infanterie- und Panzerangriffe gegen die deutschen Stellungen. Dabei hatten die Bolschewisten sehr schwere Verluste an Menschen und Material. Die Kämpfe waren durch das infolge starker Regenfälle versumpfte Gelände sehr erschwert. An der Molch o w - F r o n t wiederholte der Feind seine Angriffe gegen einen Brückenkopf gleichzeitig von Süden, Südosten und Norden. Alle Angriffe des Feindes wurden abgewiesen und dabei drei feindliche Panzer vernichtet. An der Einschließungs- front von Leningrad scheiterte ein feind« licher Vorstoß. Die Luftwaffe richtete ihre Angriffe vor allem gegen die Nachschuborganisation des Feindes. Jäger und Flakartillerie schossen im mittleren und nördlichen Frontabschnitt 85 feindliche Flugzeuge ab.
Lissabon, im Juli 1942.
Die Frage nach Einsatzmöglichkeiten für die Er- öffnuna einer zweiten Front ist in England und in USA. in diesen Tagen in aller Munde. Die Entwicklung der militärischen Lage in Nordafrika und an der Ostfront verlangt dringlicher denn je nach einer Entlastungsoffensive. Nach Aussagen alliierter Beobachter in Lissabon scheint der Begriff „zweite Front" erhebliche Wandlungen durchgemacht zu haben. Soweit man an Westeuropa gedacht hat, macht man geltend, „die Zeit sei noch nicht reif". Man scheint sich mit Störungsaktionen und Luftangriffen begnügen zu wollen. In zunehmendem Maße setzen die Engländer außerdem Hoffnungen auf die amerikanische Luftwaffe, durch deren Einsatz sie britische Luftstreitkräfte für den Mittleren Osten freimachen könnten.
Von Tag zu Tag schält sich jedoch deutlicher der Plan heraus, Westeuropa, das eigentlich mit dem Begriff „zweite Front" zu einer Einheit verschmolzen mar, aus dem Kreis der Erwägungen auszuschalten und stattdessen Manöver in W e ft a f ri f a in die Wege zu leiten, deren Zweck es sein soll, die im Mittleren Osten bedrängten englischen Kräfte zu entlasten und deutsche Kräfte an einer neuen Front zu binden. Die Furcht vor der deutschen Luftüberlegenheit im Mittelmeer und in Aegypten spielt in diesen Gedankengängen eine ebensolche Rolle wie das Anwachsen der Schiffsverluste im Atlantik, in den Küstengewässern der USA. und in den arktischen Zonen, das die Alliierten vor die Notwendigkeit stellt, nach gefahrloseren Routen für die Belieferung der Sowjetunion zu suchen.
Es klingt einleuchtend, wenn amerikanische Beobachter berichten, die Grundtendenz der Besprechungen zwischen Churchill und Roosevelt in Washington sei die Abneigung gegen „Abenteuer und unüberlegte Aktionen" gewesen, die das Kriegsbild im ganzen nicht verändern "würden. Wenn deshalb die Möglichkeit einer Aktion in Westafrika einen beträchtlichen Raum in den Washingtoner Besprechungen eingenommen haben sollte, so wird man in Washington dabei das Herannahen der Gefahr einer endgültigen Beherrschung des Mittelmeerraumes durch die Achsenmächte im Auge gehabt haben. In London und Washington stellt man sich
heute die Frage, welche Möglichkeiten sich für England und die USA. im Mittleren und Nahen Osten noch bieten, wenn ihnen das Mittelmeer endgültig verschlossen werden sollte. Man denkt an neue Zufahrtswege, die sich von Westafrika durch Zentralafrika nach dem Norden und Osten erstrecken könnten.
In diesem Zusammenhang ist — wie man in Lissabon mit Sicherheit annimmt — auch der Name der we st afrikanischen Besitzungen Portugals des öfteren gefallen. Seit geraumer Zeit weiß man in Lissabon, daß von englischer Seite i n Angola und der ostafrikanischen portugiesischen Kolonie Mozambique alle Bemühungen gefördert werden, die gegen die portugiesische Regierung gerichtet find. In Angola wurden Ende des vergangenen Jahres der Generalgouverneur abgesetzt und zahlreiche separatistische und gaullistische Personen verhaftet, die sich noch heute hinter Schloß und Riegel befinden. Der Besuch des portugiesischen Kolonialministers Machado in der afrikanischen Kolonie zeigt, welche Bedeutung den portugiesischen Kolonien Afrikas in der gegenwärtigen politischen und militärischen Entwicklung zukommt. In Lissabon verkennt man keineswegs, daß eine britischamerikanische Aktion, die anfänHlich sich vielleicht nur gegen Westafrika richten mürbe, auch die ost- afrikanische Kolonie Mozambique in Gefahr bringen könnte. Die kürzliche Besetzung der fran- .sijsischen Insel La Mayotte in der Straße von Mozambique hat die Gefahr um einen Schritt näher an das portugiesische Territorium herangetragen. Mit Mißtrauen blickt man auch über die Grenzen von Mozambique nach der Südafrikanischen Union im Süden, Rhodesien im Westen und Tanganyika im Norden. Im ^selben Maße, in dem die Hoffnungen auf eine zrneite Front schwin- den, scheinen sich die Gedanken auf eine Ablenkungs- aftion zu konzentrieren, die propagandistisch natürlich als Ersatz für die ,3meite Front, menn nicht als diese selbst ausgegeben rnerden mürbe, die jedoch strategisch mit einer Offensive eigener .Initiative nichts mehr zu tun hätte. Eine Aggression der Westmächte gegen Westafrika mürbe angesichts der sich überstürzenden militärischen Ereignisse strategisctz nur ein' defensiver Notbeheksi Jet»
Oie Ostfront — eine Einheit.
Die glückhaften fünf Wochen, die unsere Armeen aus der Ausgangsstellung von Kursk—Charkow in der reinen Ostrichtung bis nach Woronesch—Don- kn ie und in der Südrichtung bis in das Kuban- aebiet geführt haben, dürfen niemals von der Grundtatsache ablenken, daß die Ostfront eine Einheit ist: eine Einheit vom Nördlichen Eismeer bis zum 45. Breitengrad, an dem jetzt unsere Truppen im Kubangebiet stehen — jenem 45. Breitengrad, der in West- und Südeuropa Bordeaux, Turin, Mantua und Pola schneidet.
Die Ostfront zerfällt in zwei deutlich voneinander geschiedene Teile: den Teil, an dem die rasante deutsche Offensive täglich neuen Boden gewinnt, und jenen Teil, wo die deutsche Ostfront in der Abwehr steht und die sowjetische Kriegführung immer neue Entlastungsangriffe versucht. Diese Entlastungsangriffe werden nach dem alten zaristisch-bolschewistischen System des Masseneinsatzes von Menschen und Material geführt. Wenn wir im Wehrmachtbericht vom 2. August lesen, daß ein einziges Panzerkorps im Roum nordwestlich von Kalatsch in den wenigen Tagen vom 23. Juli bis 1. August 482, zum größten Teil schwere und schwerste, Panzer vernichtete, so gibt das eine recht klare Vorstellung von der Heftigkeit der sowjetischen Entlastungsversuche. Ein anderes Beispiel bot der Wehrmachtbericht vom 27. Juli mit dem Satz: „In diesen schweren'Abwehrkämpfen (beim Brückenkopf Woronesch) find seit dem 10. Juli allein im Abschnitt eines Armeekorps 751 feindliche Pan.zer vernichtet worden." Dabei bleibt daran zu erinnern, daß allein in den Auftakt-Schlachten des Mal — also bei der Eroberung der Halbinsel Kertsch und während der ersten Charkow-Schlacht, bei der aus dem O ffensivstoß Timo schen kos eine deutsche Einkesselung wurde, — die Sowjets 1533 Panzer (sowie 3423 Geschütze und 409 198 Gefangene) verloren hatten.'
Das find Einzelzahlen, die sich zu phantastischen Gesamtsummen addieren. Eine Gefamtaufstellung ist aus privater Hand im Augenblick unmöglich, wett sie hinter den Tatsachen Zurückbleiben muß. Der Vormarsch im Donezrevier und im Donbogen ging so schnell vor sich, daß die genauen Beuteziffern vielleicht noch nicht einmal dem OKW. bis in die letzten Einzelheiten bekannt sind. Stichproben müssen genügen. Und sie genügen auch vollkommen, um die Grundtatsache zu veranschaulichen, daß die sowjetische Kriegführung auf die Dampfwalzentaktik genau so vertraut wie die Zarengenerale, daß sie in mechanischen Größenordnungen denkt, daß sie in die jeweils augenblickliche Schlacht hinein„buttert", was sie nur „buttern" kann. Das ist bestimmt eine Verwüstung von Menschenkrast und Material. Sie wird sich schwer rächen. Aber im Augenblick haben wir bei der „schirokaja natura" (der breiten Natur) der Moskowiter damit zu rechnen, daß sich dieser blinde Masseneinsatz von Menschen und Material noch steigert.
Denn in Moskau herrscht Alarm st immun g. Die sowjetische Presse richtet letzte Aufrufe an die Armee. Sie betont die Schicksalsschwere der augenblicklichen Stunden, sie erklärt es für absolut notwendig, daß jeder sowjetische Soldat, Offizier und General, sowie jeder Zivilist im Hinterland sein Aeußerstes tut: „In der Sowjetunion zählt heute nur noch die Leistung für den Krieg." Das kommunistische Parteiprioileg ist hinweggeblasen. Wir wollen diese verzweifelten Aufrufe nicht in den Bereich einer billigen Polemik ziehen. Sie sind durchaus natürlich. Was uns allein an ihnen interessiert, ist der rein militärische Tatbestand, daß die sowjetische
zq r 9 fifitmtft Neunorker Nach-1 kann sich die Sowjetarmee nicht n>eifer znrück-
Genf, 3.August. (DNB^) Dem Neuyoner ^caa^ , > Sowjetunion in eine tödliche Ge-
mchtendienst ist zrentnehmen da^ bringen. Die Montagmorgennachrichten-
Der Wehrmachtbericht vom 3. August gibt eine Reihe von - Tatbestandsmerkmalen,"die im Zusam- lage 114 Flugzeuge. Fünf eigene Flugzeuge wer- menhang gelesen werden müssen: Eine zur Verden vermißt.


