Sicherung -er Währung und die restlose Beseitigung der alten ausländischen Einflüsse auf die Neichs- bank waren Aufgaben, die Funk in kürzester Zeit durchzuführen verstand. Nach Kriegsausbruch hatte er die Voraussetzungen zu schaffen, daß alle wirtschaftlichen Kräfte in den Dienst der Reichsverteidi- guna gestellt werben konnten und das Leben des deutschen Volkes gesichert wurde. Die rasche Umstellung der Produktion auf den Kriegsbedarf und die elastische Kon-sumlenkung waren ebenso $u meistern wie die richtige Steuerung der Kreditwirtschaft und die Abschöpfung des Geld- und Kapitalmarktes für die Kriegsfinanzierung. Es ist sein Verdienst, daß der Hebergang von der Friedens- zur Kriegswirtschaft fast reibungslos vor sich gehen konnte. . Durch Sicherung der Wäbrungs- und Wirtschcrfts- grundlagen der deutschen Arbeit hat Funk entscheidend zu jenen gewaltigen Leistungen der deutschen Kriegswirtschaft beigetragen, die eine der wichtigsten Voraussetzungen für unsere durchgreifenden militärischen Erfolge sind.
Ernst Heinkel.
Ernst Heinkel ist 54 Jahre alt und stammt aus dem Schwabenland, wo seine Vorfahren rechtschaffene Handwerker gewesen sind. 1907 bezog er die Technische Hochschule Stuttgart, schon ein Jahr darauf begann er — angeregt durch das Zeppelinunglück bei Echterdingen, dessen Zeuge er gewesen ist — sich intensiv mit der Fliegerei zu beschäftigen. Er baute einen Doppeldecker, mit dem er bei einem Flugversuch am 19. Juli 1911 auf dem Cannstädter Wasen bei Stuttgart verunglückte, als die Maschine über den Flügel abrutschte und in Trümmer ging. Aber bald konnte Heinkel interessante Konstruktionsaufgaben bei ' der Luftverkehrsgesellschaft Berlin- Johannisthal übernehmen, denen noch bedeutendere als Chefkonstrukteur der Albatros folgten. Im ersten Weltkrieg belieferte er als Chefkonstrukteur der Hansa- und Brandenburgischen Flugzeugwerke die deutsche und österreichische Luftwaffe mit dreißig verschiedenen Baumustern, hauptsächlich Seemaschinen, die von der Seeslugstation Zeebrügge aus der deutschen Seefliegerei die Oberhand über den zahlenmäßig weit stärkeren Feind erfochten. Trotz Versailles und Feindbundkontrolle baute Heinkel nach dem Weltkrieg als einziger in Deutschland Kriegsflugzeuge und gründete 1922 ein eigenes Flugzeugwerk an der Ostseeküste, das er zu einem führenden Unternehmen ausbaute. Seine Maschinen hatten längst internationale Anerkennung gefunden, als er sein berühmtes Kampfflugzeug, die He 111, schuf. Die Entwicklung des Flugzeugbaues erforderte mehrfach einen Ausbau der Heinkel-Werke. Ihr Schöpfer war ein vorbildlicher Betriebsführer und Sozialpolitiker. Wie er sich selbst aus kleinen Anfängen durch eigene Kraft zu einer überragenden Stel- lung emporgearbeitet hat, so trägt er dafür Sorge, daß das Wort „Freie Bahn dem Tüchtigen" in seinen Werken Geltung besitzt.
Ferdinand Porsche.
Im Sudetenland steht an der Straße von Mas- fersdorf nach Reichenberg das schlichte Geburtshaus Ferdinand Porsches. In der Klempnerwerk- statt seines Vaters begann seine Arbeit. Porsche hat den elektrischen Radnabenmotor erfunden und ein Elektromobil konstruiert, das auf der Pariser Weltausstellung 1900 Aussehen erregte. In 17jahriger Tätigkeit arbeitete sich Porsche in den Austro-Daim- ler-Werken zum Generaldirektor empor. Im Welt- krieg kamen die „Porsche-Zugmaschinen" bereits vor Lüttich und Namur zum Einsatz. Von 1923 bis 1929 war er bei der Daimler-Benz AG. Sein Mercedes-Kompressor brachte den ersten deutschen Auslandserfolg nach dem Weltkrieg. Der Porfche-Renn- wagen der Auto-Union brachte in allen internatio- namen Rennen Siege. Das find die Stationen eines deutschen Erfinderlebens. Ferdinand Porsche hat Elektromodelle, Flugzeuge, Luftschiffe gebaut, in erster Linie aber entwickelte er sich zu Deutschlands genialem Auto-Konstrukteur. Der Führer erteilte ihm 1934 den Auftrag zur Konstruktion des deutschen Volkswagens. Diesen Auftrag hat Porsche glänzend gelöst und den wirtschaftlichsten, billigsten und leistungsfähigsten Wagen der Welt geschaffen. Der Dank des Führers war die Verleihung des Nationalpreises.
Kleine politische Nachrichten.
Auch in diesem Jahre haben zahlreiche ausländische Staatsoberhäupter dem Führer in Telegrammen zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes Glückwünsche übermittelt. Die in Berlin beglaubigten Vertreter brachten durch Eintragung m das in der Präsidialkanzlei des Führers ausgelegte Besuchsbuch die Glückwünsche ihrer Staatsoberhäupter, Regierungen und Völker zum Ausdruck.
Aus der Stadt Gießen.
Oberstudienrat i. % Professor Sckaumann 80 Jahre alt.
Am heutigen Montag, 4. Mai, vollendet der Ober- ftubienrat i. R. Professor Theodor Schaumann sein 80. Lebensjahr. Rund 50 Jahre wohnt er in Gießen und damit im Mittelpunkt seiner geliebten oberhessischen Heimat, die er wie kaum ein andern in aller ihrer bekannten und verborgenen Schönheit immer wieder aufsucht; vielleicht liegt hierin das Geheimnis seiner außerordentlichen Frische unelastischen Jugendlichkeit.
Theodor Schaumann wurde in Lauterbach als Sohn des dortigen Kreisassessors geboren, besuchte das Gymnasium in Gießen, das er 1881 mit dem Reifezeugnis verließ, um sich dem Studium der klassischen Philologie zu widmen. Nach bestandener Staatsprüfung, bei der er auch die Lehrbefähigung für Deutsch und Französisch erwarb, und Ableistung von Seminar- und Einjährig-Freiwilligen Militärdienstzeit erfolgte seine Verwendung im hessischen Schuldienst. Im Jahre 1892 kam der damalige Lehramtsassessor an das Realgymnasium (jetzt Langemarck-Schule) in Gießen, an dem er bis zum 1. August 1925 wirkte, zusammen mit einer Anzahl von älteren Lehrern, die gleich ihm jahrzehntelang an derselben Anstalt unterrichteten — es seien u. a. die Namen Holtzmann, Collin, Erb, Stork und Weimar genannt, die jedem alten Realgymnasiasten wohloertraut sind — und deren gemeinsame Tätigkeit der Schule den eigenartig geschlossenen, zielstrebigen und klaren Charakter aufprägte, der sich durch alle Wechsel der Zeiten bis auf den heutigen Tag erhalten hat. Was Schaumann über ein Menschenalter hindurch an treuer, hingebender Arbeit geleistet hat, nur unterbrochen durch militärische Hebungen, gehört der Geschichte des Realgymnasiums an und ist in ihren Jahrbüchern verankert, es wirkt aber, wie es an einer Stelle darin wörtlich heißt, auch „als fruchtbringender Samen weiter in einer ganzen Generation von Schülern, die sich seiner stets gleichbleibenden, ruhigen Freundlichkeit erfreuen durften". Den Lehrern war und blieb Schaumann ein guter, lieber Amtsgenosse und Freund, der auch nach seinem Ausscheiden aus dem Lehrkörper den Zusammenhalt weiter pflegt und gerne auch noch an den Veranstaltungen der heutigen Langemarck-Schule persönlich ober im Geiste teilnimmt. Wir wünschen dem verehrten Jubilar, dem in seinem langen Leben menschliches Leid in mancherlei Gestalt nicht erspart blieb, weiterhin Gesundheit, Frische und die alte Freude an der schönen Natur. In multos annos!
Oer 2. Mai in Gießen
Der Nationalfeiertag am Samstag, 2. Mai, der auch in unserer Stadt in schlichter Weise begangen wurde, nahm einen der Kriegszeit entsprechend würdigen Verlauf. Am Nachmittag und gegen Abend des Freitag, als Vorabend des Feiertages, lenkten der BDM. und die Jungmädel mit dem Mai-An- fingen an zahlreichen Stellen der Stadt noch einmal h;e Gedanken der Volksgenossen auf den Nationalfeiertag der deutschen Arbeit hin.
Gegen Mittag des 2. Mai erfreuten der Bauersche Gesangverein unter Leitung von Kreischormelfter Blaß vor dem Theater und auf dem Kreuzplatz, der Gesangverein „Heitert eit" unter Leitung von Chormeister Schüttler auf dem Marktplatz und am Bahnhof die mit großem Interesse lauschenden Volksgenossen mit prächtigen <9efangsDorträgen. Die stimmungsvollen Volkslieder und die Kimstchöre fanden verdientermaßen den starken Beifall der Zuhörer. Der BDM. sang wiederum an verschiedenen Stellen der Stadt und marschierte außerdem mit frischem Gesang seiner Lieder durch die Straßen.
Während die Vormittagsstunden stark besuchte Filmaufführungen in den beiden Lichtspieltheatern brachten, die den Gästen frohe Stunden bereiteten, standen d'p Nachmittagsstunden vor alles im Zeichen des Sports, der üielfeitige Darbietunaen aufwies. Geaen Abend erfreuten die Jungmädel noch mit öffentlichem Singen, und mit einer Festvorftel- htng im Theater der Universitätsstadt Gießen, in der „Der Meisterbvrer" gegeben wurde, sand der frohe Feiertag seinen schönen Ausklang.
Kür Tapferkeit Var Sem Kemüe.
Dem Ober gefreiten Willi Heß aus Gießen, Bergwerk Oberhof, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde im Osten das Eiferne Kreuz II. Klaffe verliehen.
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** 75 Jahre alt. Am morgigen Dienstag, 5. Mai, wird Frau Marie A m e n d , Löwengasfe 10 wohnhaft, 75 Jahre alt. Der Jubilarin, die Trägerin des Goldenen Mütterehrenkreuzes ist, bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche dar.
♦♦ Verteilung von Pralinen. In der Zeit vom 5. bis 12 Mai werden auf die Nährmittelkarte 36 und den roten Haushaltungsausweis Pralinen ausgegeben. Das Ernährungsamt gibt darüber heute Näheres bekannt.
** Keine Jahrestagung d e s V H C. Ober- bürgermeister Ritter, Gießen, als Verbandsführer des Vogelsberger Hühen-Clubs hat mit Rücksicht auf die Anordnung über das Reifen im Kriege und die Verpflegungslage bestimmt, daß die diesjährige
Die gestrige Moraenveranstaltuna — Stunde mit Christian Dietrich Grabbe — eröffnete die Woche für Kunst und Literatur 1942 der Universitätsstadt Gießen. Intendant Klein wies in einer Begrüßungsansprache u. a. darauf hin, daß das Theater einen Hauptanteil an der Woche trage und dies als ehrende Aufgabe empfinde; die Morgenfeier fei als Einführung in Wesen und Werk Grabbes gedacht. Die Veranstaltungen der Woche seien beifpielba-t für die hier trotz dem Kriege geleistete kulturell^Anbeit. Nach einem Hinweis auf den von der Stadt vergebenen Kompositionsauftrag, auf die früher gespielten Schauspielmusiken und auf die durch den Krieg bedingten Schwierigkeiten der Theaterarbeit bat der Intendant Oberbürgermeister Ritter, die Festwoche zu eröffnen. Dieser betonte, die Festwoche werde abgehalten mitten im gewaltigsten Ringen unseres Volkes; es gelte, alle Kräfte zur Pflege von Kunst und Kultur einzusetzen. Mit dem Gruß an den Führer und unsere Wehrmacht gedachte die Versammlung dankbar der kämpfenden Front, die unsere Kulturarbeit auch in dieser Zeit erst ermögliche. Der Oberbürgermeister hieß bann den Komponisten Kurt Heuser willkommen und gedachte der neugegründeten Arbeitsgemeinschaft Universität— Theater; sein Dank galt allen, die sich um dieses Werk und um das Kulturleben der Stadt verdient gemacht haben. Die kommende Woche solle den Kulturwillen der Stadt beweisen und ihren Namen in Deutschland rühmlich bekannt machen: in diesem Sinne eröffnete Oberbürgermeister Rit - t e r die Kunstwoche.
Die Reihe der Ansprachen setzte OberspieUeiter Mund fort, der in längeren Ausführungen u. a. Grabbe als nordischen und nationalen Dramatiker feierte und an die erste Gießener Ausführung von ’,Don Juan und Faust" (unter Steingoetter, 1923) erinnerte; er wies ferner auf die Größe und Fremdartigkeit der Jnszenierungsausgabe hin, an der sich der Ehrgeiz des Theaters beweisen könne. Die für
Turnen und Sport am Nationalen Feiertag.
Die Kreisführung des Sportkreises Wetterau- Nord im NSRL. trat am Nationalfeiertag mit einem sehr vielseitigen Wettkampfprogramm vor die Öffentlichkeit. Alle Veranstaltungen nahmen einen schönen Verlauf, und die gut vorbereiteten Wettkämpfe wickelten sich reibungslos ab.
Schon am 9 Uhr begannen die Turnerinnen unter Leitung der Kreisfrauenwartin Jdel Hauck die Ortsvergleichswettkämpfe in der Turnhalle der Schillerschule, die als Abschluß der Winterarbeit und Auftakt für die Sommerarbeit galten. Die Hebungen waren so zusammengestellt, daß sie von Angehörigen aller Fachgebiete geturnt werden konnten, und bestanden aus je einem Sprung am Pferd und Bock, einer einfachen Barren- und Reckübung, Weitsprung, Schleuderballwurf und Hindernisstaffel. Der Wettkampf wurde als Mannschaftskampf in zwei Stufen durchgeführt (zu einer Mannschaft gehörten vier Mädel) und batte folgendes Er- aebnis: Frauen: M^v. Gieß-m (Schmidt. Wagner, Seim, Keßler) 439 Punkte; BDM.: 1. Mtv. Gießen (Gebhardt, Kirftein, I. Rolfes, R. Rolfes) 429 P.; 2. Mtv. Gießen (Koldewey, Kratz, Krollpfeifer, Schneider) 402,5 P.: 3. Tv. 1846 Gießen (Dürr. Sehrt, Leutheuser, Schuldt) 39,4 P.; 4. Tv. 1846 Gießen (Govpelt, Schuldt, Kern, Deibel) 385 P.; 5. GRG. Gießen (Kimmel, Vogel, Kahl, Reinstädter) 361 P.; 6. Tv. Heuchelheim (Bücking, Lenz, Hahn, Hofmann) 247,5 P.
Zu gleicher Zeit trugen die Turner unter Leitung von Kreismännerturnw"rt Reuter die Kreisae- rätemettfämpfe in der Turnhalle der Alten Pesta- lozzischule ans. Da die aktiven Turner hei der Wehrmacht stehen, wurde in zwei HJ.-Klafsen ge-
Haupt- bzw. Vertteterversammlung, die am 31. Mai aus dem Hohervdskvpf ftattfinben sollte, ausfällt.
** D i e Sternwanderung des Ober« hessischen Gebirgsvereins mit feinen Zweigvereinen führt in diesem Jahre Sonntag, 17. Mai, nach der Ruine Blankenstein bei Gladenbach. Die Hauptversammlung des gesamten Ober- hessischen Gebirgsvereins findet am 5. Juli in Gießen statt.
„Don Juan und Faust" gewählte Jnszenierungsform wolle das Werk aus dem Geiste der Musik erschließen. Nachdem der Sprecher eine Reihe von Einzel- Problemen der Inszenierung gestreift hatte, sprach der Komponist Kurt Heuser von der Berliner Volksbühne über Wesen und Aufgabe der Schauspielmusik: es sei ihm eine Ehre, sich über dieses Thema zu äußern. Er schilderte die unerfreulichen Einflüsse gewisser Film- und Funkmusiken und ging dann auf die undankbare Aufgabe des „Zwischenaktmusikers" ein; die Bühnenmusik wolle, ähnlich wie das gute Bühnenbild, aufspüren, was zwischen den Zeilen des Textes steht. Der Vortragende gab aus seiner reichen Bühßenpraxis eine Reihe interessanter und einleuchtender Beispiele für die geistigen und technischen Probleme seiner Arbeit. Heber den ihm von der Stadt Gießen gegebenen Auftrag, eine Musik zu „Don Juan und Faust" zu schreiben, sei er hocherfreut: mit dem Versuche einer Deutung der Hauptgestalten und Hauptmotive hoffe er einen kleinen Beitrag zur Kunstwoche geleistet zu, haben.
Grabbe selbst kam in der Morgenfeier mit markanten Proben aus zweien seiner bedeutendsten Werke zu Wort: wir hörten aus dem „Napoleon" die große Szene, in der Napoleon nach der Flucht von Elba in Paris zum letzten Entscheidungsschlage ausholt, und aus dem letzten Akt des „Hannidal" die Szene mit dem Bericht von der Zerstörung Karthagos und dem freiwilligen Tode des Helden; als Sprecher zeichneten sich aus: C. M. Zeppenfeld (Napoleon), Luise Prasser (Hortense), L. Fischer (Hannibal), W. M. Mund (Turnu). — Das Streichquartett des Städtischen Orchesters bereicherte die Feierstunde mit dem kultivierten Vortrage des I posthumen Quartettsatzes c-moll von Schubert und des 1. Satzes aus dem F-dur-Quartett (op. 59) von Beethoven. — Allen Darbietungen wurde reicher | Beifall zuteil. Hans Thvriot.
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turnt. Der Gerätesechskampf bestand aus je zwei Reck- und Barrenübungen, einem Pferdesprung und einer Bodenübung.
Ergebnis: HI.-Klasse A: 1 Ernst Nitschke, Lostar, 109 P.; 2. Heinz Rinderknecht, 1846 Gießen, 104 P.; 3. Ewald Müller, Großen-Linden, 94 P.; 4. Hans Ruckeishausen, Staufenberg, 93 P.; 5. Jakob Klees, Lollar, 91 P.; 6. Armin Hofmann, Lollar. 91 P.; 7. Heinrich Schmidt, Tv. 1846 Gießen, 70 .; 8. Erwin Brandenburger, Großen-Linden, 69 P.; 9.'Hans Becker, Staufenberg, 62 P. — H I- Klaffe B: 1. Reinhold Ruhl, Lollar, HO P. 2. Otto Gilbert, Heuchelheim, 106 P.; 3. Rudi Weinandt, Großen-Linden, 103 P.; 4. K. H. Peter- mann, 1846 Gießen, 95 P.; 5. Erwin Freidhof, 1846 Gießen, 92,6 P.; 6. Hans Langsdorf, Großen- Linden, 91 P.; 6. Werner Ruhl, Lollar, 91 P.; 7. Ludwig Vogel, 1846 Gießen, 87 P.; 8. Willi Rin- ter, Großen-Linden, 82 P.; 9. K. H. Kreuter, Heuchelheim, 75 P.
Am Nachmittag zeigten die Leichtathleten auf dem Waldsportplatz des VfB.-Reichsbahn ausgezeichneten Sport. Die vielseitigen Wettkämpfe wickelten sich
Gewif) ist es heute schwierig richtige Zahnpflege zu treiben, weil Qualitäts-Zahnpasten, wie Chlorodont, zeitbedingt verknappt und Obst und Gemüse nicht in jeder Menge verfügbar sind. Aber man darf nicht vergessen, daß auch behelfsmäßige Zahnpflege, gründliches Kauen und eine möglichst einmal Im Jahre vorgenommene vorbeugende Zahnuntersuchung durch den Zahnarzt oder Dentisten für die Zahngesundheit sehr wichtig sind.
Theater der Universitätsstadt Gießen.
Stande mit Christian Dietrich Grabbe.
9JL-3pOTt
Warnung aus Stendal
Roman von A. Lothar Philipp
20. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Wann ist das gewesen?" sragte Wenig und
blätterte in den Akten.
Elisabeth überlegte.
„Das kann — 1932 gewesen fern —
Der Kriminalrat nickte.
Ja", (agte er, „am 8. Dezember 1932 wurde Karl Barth old wegen Diebstahls zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Vermutlich waren das die vierhundert Mark, die er damals vom Schreibtisch des Direktors der Truppe weggenommen hat. Nun roe,^onbßanos hörte ich nichts mehr. Er schrieb mir nicht, er antwortete nicht auf meine Briefe, m benen ich ihm meine Flucht erklärte, ich horte Ipater nur, daß er in eine Artistentruppe eingetreten fei, bie er aber auch später wieder verließ. Aber mit Barthold war ich im steten Briefwechsel. Er oer= fudite sich al« Artist, brach aber dann em Bem und war gezwungen, in einem Zirkus Stallmeisterdienste ,u tun^imd kleine Rollen zu spielen. Er hatte wohl auch mit jener Truppe, wo ich zuerst war und bei der ich von Lanos ausgebildet worden war, Sttei- tigfeiten und erhielt bei einer P^nk'nbaul l§a-n in di- Brust, so dah °r 'M Krankenhaus liegen mußte Ich erfuhr das erst spater. Im >wyre iw roar ick ohne Engagement, weil ich erkrankt war. Mir war"in Warschau mein Kosse- und mein ganz -
D° 'chn-b A wwd7 °n «°r.dold mid^bM ihm m.r zu helfen. Er chMle mn m Summe
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ihm. Seit einem Jahre habe ich weder etwas von Lanos noch von Barthold gehört, bis ich jetzt nach Berlin kam und von den Willis die Sache hörte. Sie hatten sie in der Zeitung gelesen —"
„Willis? Wer sind die Willis?" fragte Wemg.
„Die drei Willis, die im Eispalast auftreten. Lanos war früher ihr Kapitän gewesen, deshalb interessierten sie sich besonders für ihn. Er verließ sie dann mit Irene Norvdna, die mit ihm zusammen zu den Willis gekommen war —"
„Können Sie sich nun erklären, warum Lanos den Barthold getötet hat?"
„Nein —", gab sie zögernd zur Antwort.
„Halten Sie es für möglich, daß Lanos von der Hilfe, die Ihnen Barthold bei Ihrer Flucht geleistet hat, erfahren hat und daß er ihn deshalb aus Wut und vielleicht im Jähzorn getötet hat?"
„Ich glaube das nicht", sagte sie bestimmt", es ist so eine lange Zeit darüber verflossen —" .
„Hm", meinte Wenig, „mir fällt nur auf, daß Lanos gerade in der letzten Zeit Ihnen schrieb, zu ihm zurückzukehren, und daß er dann vielleicht Ihr Schweigen auf den Einfluß Bartholds zumck- sührte und deshalb —"
Elisabeth seufzte auf und zuckte die Achseln.
,^Jch weiß es nicht", sagte sie hilflos, „aber ich glaube und hoffe es nicht."
„Na schön." Wenig klappte das Attenstuck zu. „Wo wohnen denn die Willis-Leute?" „
„Im Hotel Imperial, wo ich auch wohne.
,Hnd wo erreiche ich sie am sichersten?"
„Abends im Eispalast in ihrer Garderobe. Ader Sie dürfen nicht zu spät kommen, da sie um neun Hhr schon fertig sind —"
„Hübsches Programm?
„Sehr hübsch." „
Gut, ich werde mtr s ansehen. —
6.
Als Willis und Welt, von ihrer Nummer kommend, in die Garderobe traten — der kleine Peter- en hatte, wie er sagte, noch zu tun, er wartet an bet Bühne bis Edith, das Nummernmädchen, von
seinem Gang mit der großen 3 über die Bühne zu- rückaekommen war — saß da ein freundlicher, wohlgenährter Herr, der auf sie zu warten schien.
„Kriminalrat Wenig", stellte er sich vor, „meine Herren, ich wollte Ihnen den Weg ersparen, mich auf dem Polizeipräsidium zu besuchen, deshalb kam ich her."
„Willis", verbeugte sich der Kapitän der Truppe, „und das ist mein Kamerad Welt. Sie wollen uns vernehmen, Herr Kriminalrat?"
„eben nicht. Ich möchte mich nur einmal mit Ihnen unterhalten, um von Ihnen einige Auskünfte zu erhalten — aber find Sie nicht drei?"
„Petersen wird gleich kommen", sagte Welt.
„Bitte, nehmen Sie doch Platz", fügte Willis hinzu, „wenn Sie gestatten, daß wir uns dabei abschminken?"
„Aber bitte, lassen Sie sich durch mich nicht stören. Ich habe gehört, daß Herr Lanos früher mit Ihnen zusammen war?" ..
„Wer hat Ihnen das gesagt?" stellte Willis die Gegenfrage.
Wenig lächelte liebenswürdig.
„Herr Willis, wir wollen unsere Stellungen nicht verwechseln. Ich kam her, um Ihnen einige Fragen zu stellen, nicht aber, um mich von Ihnen ausfragen zu lassen, nicht wahr?"
„Also doch eine Vernehmung , meinte Willis und warf Welt einen Blick zu.
„Wir wollen uns nicht um Worte streiten. Was wissen Sie von Herrn Lanos?"
„Lanos kam vor etwa drei Jahren zu uns und wurde unser Kapitän. Er zog die Nummer auf, trainierte uns ein, und wir erhielten mit ihm einige gute Engagements. Das ging etwa ein Jahr so. Dann wollte er gern den Vertrag lösen und uns verlassen. Aber ich weigerte mich."
„Warum wollte er denn den Vertrag losen? Ist irgend etwas vorgekommen?"
Willis zuckte die Achseln.
„Vorgekommen ist nichts. Er ist ein unruhiger Geist —"
„Ein Zigeuner —" warf Welt ein.
„Ja?" fragte Wenig, „ist er Zigeuner?"
„Ich glaube, Halbzigeuner", gab Willis zur Antwort, „jedenfalls hielt er es nirgendwo lange aus. Aber Vertrag war Vertrag, und ich bestand darauf, daß er bleiben müsse. Da verschwand er eines Tages mit der Norodna —"
„Irene Norodna?" fragte Wenig.
Willis war überrascht, daß Wenig den Namen bereits kannte.
„Ja, Irene Norodna. Sie war seine Schülerin und Freundin. Mit ihr verschwand er eines Tages —"
„lind die Kasse nahm er auch mit —" brummte Welt.
Willis wurde ärgerlich.
„Er nahm die Kasse mit?" Wenig blickte von Willis zu Welt.
„Er hatte noch Ansprüche an uns, denn er hatte vielfach gemeinsame Unfoften aus seiner Tasche bezahlt. Unb da er völlig mittellos war, nahm er die Kasse mit, seine Forderungen an uns waren höher als der Inhalt der Kasse, wir können ihm daraus keinen Vorwurf machen. Das einzige, was wir ihm vorwerfen, ist der Vertragsbruch."
„Was war Lanos eigentlich für ein Mensch? Ich meine, wie hoben Sie ihn beurteilt?"
Jetzt trat Petersen ein. Als er Wenia sah, trat er zu ihm, schüttelte ihm die Hand und sagte:
„Nett, daß Sie kommen, aber ich sage Ihnen gleich: unter 600 pro Mann machen wir es nicht, und für die Norodna brauchen wir natürlich eine Kostümzulage —"
„Selbstverständlich", lachte Wenig, „aber für wen halten Sie mich eigentlich?"
„Das ist Herr Kriminalrat Wenig, Petersen', beeilte sich Willis zu sagen, „der uns über Lanos vernehmen möchte." Willis war wütend über Petersen, weil der die Norodna erwähnt hatte. Er wollte nach Möglichkeit vermeiden, daß der Kriminalrat auf die Norodna aufmerksam wurde.
(Fortsetzung folgt.)


