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schien bereits da zu sein utib mit ihrem Gifthauch das Gesunde, Lebendige zu versengen. Das Gemeine reckte sich aus allen Abgründen und Untergründen des Daseins empor. Bis dann eine aus den Tiefen des Ledens selbst gespeiste Bewegung mit der Kraft ihres Glaubens den Bann des Todes brach und über dem deutschen Volk ein neues Ostern aufgehen' ließ. Das Leben Gottes ist nicht nur in der Natur, sofern auch im Geschehen der Völker, nicht nur in einzelnen Gestalten der Geschichte, sondern auch in der Gegenwart.

Dieser Glaube ist eine gewaltige Macht. Er nimmt dem Menschen die letzte Furcht und führt ihn in die Freiheit, denn allein der, der die Furcht vor dem Tode nicht kennt, ist frei. Der Soldat weiß um diese letzte Wahrheit. Er überwindet den Tod, aber nicht, weil ihm das Leben nichts ist, sondern weil er gewiß ist, daß aus der großen Wandlung, die wir mit menschlichen Worten Tod nennen, neues Leben hervorgeht. Alles Leben fordert Opfer, und die, die heute draußen sterben, tragen in sich die Gewißheit, daß dos Opfer von ihnen verlangt wird, damit ihr Volk lebe. Das zu wissen, ist das Ent­scheidende, dann glauben wir nicht mehr bloß an das Leben, dann haben wir es. W. F.

Chiles neuer Präsident.

Santiago d e Chile, 3.April. In der Ehren­halle des Nationalkongresses übernahm der neuge­wählte chilenische Präsident sein Amt. Präsident Rios erklärte der Presse:Ich fordere einen sozia­len Waffenstillstand, um den nationalen Wiederauf­bau verwirklichen zu können. Die Regierung wird mit allen Ländern die Beziehungen aufrechterhalten, jedoch auch ihre Pflichten der kontinentalen Soli­darität im Einklang mit den Wünschen und dem Willen der Nation erfüllen." Unter den Vertretern fremder Staaten, die zu dem Staatsakt nach San­tiago de Chile gekommen waren, befand sich auch der argentinische Außenminister Ruiz G u i n a z u. Er sagte, Argentinien und Chile seien gegenwärtig Träger besonderer Missionen in Süd­amerika. Die Analogie der Außenpolitik beider Länder, wie sie sich in Rio de Janeiro gezeigt habe, beruhe auf dem selbstverständlichen Derantwortungs- bewuhtsein, mit dem beide Nationen sich als Her­ren ihres eigenen Schicksals fühlen. Bei­den sei gemeinsam das Bestreben, sich von kriegeri­schen Konflikten fernzuhalten.

Oer-1200.GeburtstagKarlsdesGroßen

Aachen, 2. April. (DNB.) In der alten Kaiser- stadt Aachen veranstaltete das Hauptkulturamt der NSDAP, eine Gedenkfeier aus Anlaß des 1200. Geburtstages Karls des Großen. Nach Händelfcher Musik nahm Gauleiter Staatsrat G r o h das Wort. Wenn wir von Karl dem Großen nicht mehr wüßten, als das, was uns die Aachener Baudenk­mäler aus feiner Zeit verkünden, dann würde das uns allein schon mit Ehrfurcht vor ihm erfüllen und erkennen lassen, daß es sich um einen überragenden Mann der Geschichte gehandelt hat. Durch den von Karl dem Großen vollzogenen Zusammen­schluß der germanischen Stämme wurde eine Entwicklung angebahnt, die die Voraussetzung für das deutsche Dasein von heute und für das Em­porwachsen zu einem wirklichen deutschen Volk war. Es entstand ein Reich, das Fortschritt und Wohlstand brachte und das dadurch, daß es das ganze damalige Europa umfaßte, zur Weltmacht der Zeit geworden war, die der Gefahr, die den germanischen Stäm­men sowohl aus dem Osten wie aus dem Südwesten drohte, begegnen konnte, wenn sich in den späteren Jahrhunderten das Schwergewicht des Reichs auch Mehrfach verlagerte, wenn sogar schon wenige Jahr­zehnte nach dem Tode Karls des Großen sich eine Aufspaltung ergab, so blieb doch die Ueberroinbung des Engen und das Verständnis für die Gemeinsam­keit. Wir sehen in Karl dem Großen den Erzwin- ger deutscher Einheit und den Gründer unseres ersten Reiches.

Die geschichtliche Tragik, die wir im Zusammen­prall Karls mit dem Sachs enherzog Widukind sehen, erscheint heute als eine notwendig gewesene Entwicklungsstufe, nachdem wir auch in der späteren deutschen Geschichte entwicklungsnotwendige Zusam­menstöße erleben, wie sie uns z.B. in dem Namen Friedrich der Große und Maria Theresia gegenüber» treten. Karl der Große handelte als Germane, und wenn sich die Geschichtsschreiber über seine Mo­tive nicht immer einig waren, so haben wir festzu­stellen, daß, wenn überhaupt nach so langer Zeit das Motiv eines Handelns ergründbar ist, dies nur ebenso großen Männern möglich sein kann.

Wir sehen das Ergebnis im Hinblick auf die Größe und Bedeutung unseres Reiches und die deut­sche Volkswerdung, die nun durch und unter Adolf Hitler vollendet wird. Mit einer tiefen Aufge­schlossenheit schaut heute deshalb unser Volk auf

seine große Vergangenheit, und nicht zuletzt schöpft es daraus die Kraft zur Erfüllung der geschichts­bildenden Aufgaben, die das Schicksal nunmehr von ihm erwartet; unser Volk ist glücklich, daß ihm zur rechten Zeit in Adolf Hitler wieder einer jener ganz großen Männer erstanden ist, deren Werke wir säkular nennen dürfen. Dieser Große unserer Zeit hat seinem Volk in der nationalsozialistischen Lehre jene geistige Einheit und Basis gegeben, die im Volke selbst Sinn und Zweck allen Kampfes und geschichtlichen Handelns erblickt, nachdem die reli­giöse kirchliche Einheit seit Jahrhunderten aufgehört hat. Die europäische Führung ist wieder auf das Reich übergegangen, und damit ist der europäischen Abwärtsentwicklung, die wir feit der Entstehung des englischen Weltreiches als Folge der europafeind­lichen englischen Politik beobachten mußten, ein fester Riegel vorgeschoben. Deutschland, durch seine Lage und seine Menschen von Natur aus dazu be­rufen, geftiltet wieder das Schicksal des Kontinents, und wie damals durch Karls des Großen Reichs­gründung die germanischen Stämme ihre Rettung vor tödlicher Gefahr erfuhren, so verdankt das Europa unserer Tage seine Freiheit und sein Leben dem Reiche Adolf Hillers, ohne dessen kraftvolle Existenz die Zerstörung durch den Bolschewismus nicht aufzuhalten gewesen wäre. Wenn damals aber schon das Glück Europas feine Voraussetzung in einer Zusammenfassung der germanischen Stämme in einem mächtigen Reich hatte, dann bedarf das Europa von heute erst recht einer solchen Zukunfts­voraussetzung.

Die weihevolle Feierstunde sand mit den Liedern der Nation ihren Ausklang.

Auch Frankreich feiert Karl den Großen

Paris, 3. April. (Europapreß.) Im Rathaus von St. Denis fand eine Feier zur Erinnerung an den Geburtstag Karls des Großen statt. Die Stadt St. Denis wurde gewählt, weil Karl der Große dort getauft worden ist, und weil sie Sitz der ersten fränkischen Könige war. Bei der Feier waren der Delegierte der französischen Regierung, Botschafter de Brin o n, und der deutsche Bot­schafter A b e tz, durch ihre Mitarbeiter vertreten. Auch Vertreter der deutschen Besatzungsbehörden waren anwesend. Die Festrede hielt Abel B o n narb von der französischen Akademie.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsminister Dr. Goebbels sprach im Reichs­ministerium für Dolksauftlärung und Propaganda zu Kriegsberichtern der Propagandakompanien, die zum größten Teil von der Oftftont zu einem propa­gandafachlichen Lehrgang nach Berlin gekommen sind.

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Zu einer Besprechung in Venedig trafen sich Reichsjugendführer Axmann und der faschistische Parteisekretär, Generalkommandant der GIL., Vi° d u s s o n i. Im Geiste herzlicher Kameradschaft wur­den Fragen der deutsch-italienischen und europäischen Jugendarbeit besprochen.

Wie der Londoner Nachrichtendienst zugeben muß, kehrten von den in der Nacht zum Donnerstag unter­nommenen Luftangriffen 15 britische Bomber nicht zurück.

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Der australische Ministerpräsident Curtin und sein Amtsvorgänger F a d d e n wurden vom eng­lischen König zu Mitgliedern des britischen Kron- rates ernannt.

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Das Marine-Departement der Vereinigten Staaten gibt jetzt den Verlust des Flugzeugmutterschiffes .Langley" zu Es wurde südlich von Java An­

fang Februar versenkt. Cs hatte eine Geschwindig­keit von 15 Seemeilen und war 11 050 t groß. Seine Besatzung betrug 460 Mann. Das Marinetankschif P e c o s" (14 800 t) hatte die Ueberlebenben des Mutterschiffes an Bord genommen, wurde aber einige Tage später ebenfalls versenkt. .

Der kanadische Ministerpräsident Mackenzie King wird demnächst in Washington erwartet, wo er an den Beratungen des Pazifik-Kriegsrates tettnehmen wird.

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Die englischen Militärbehörden in Syrien haben sich geweigert, den fünften Angeklagten im Prozeß wegen des Attentats auf den deutschen Botschafter von Papen, den sowjetischen Staatsangehörigen Stephan, an die türkischen Behörden auszulie­fern, da ein Auslieferungsvertrag zwischen der Tür­kei und Syrien nicht bestehe.

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In Washington wurden die Ratifikationsurkun- den über einen Entschädigungsvertrag zwischen Me­xiko und den Vereinigten Staaten ausgetauscht. Au Grund dieses Vertrages wird Mexiko den USA.- Bürgern, deren Erdölkonzessionen von der mexika­nischen Regierung aufgehoben worden waren, 40 Millionen Dollar' Entschädigung zahlen.

Der bessere Soldat blieb Sieger.

Von Major i. G. von Widekind,

Der SatzWiderstände sind dazu da, um über­wunden zu werden" wird jedem jungen Soldaten unseres Heeres bei Beginn seiner Dienstzeit ein­geprägt und ist zum Glaubensbekenntnis jedes alten Soldaten geworden. Der Soldat hat es vor allem im Kriege gelernt, hart gegen sich selbst zu werden und Widerstände mit allen Mitteln zu überwinden. Wer in der Heimat aber macht sich eine Vorstellung davon, was es in den hinter uns liegenden Mo­naten unserem Ostheer für Anspannung, Härte und Entsagung gekostet hat, die Widerstände des Win­terkrieges im Osten zu überwinden. Andersartige und in ihren Ausmaßen ungewohnte Schwierig­keiten türmten sich zu Beginn des Kampfes im rus- iscben Winter vor den Soldaten unseres Heeres auf. Ihre Beseitigung erforderte neben Mut und Tatkraft viele Erfahrungen; manches Lehrgeld mußte erst gezahlt werden.

Dieser Winter, dessen Ende nun langsam heran- rückt, war selbst für russische Verhältnisse außer­gewöhnlich kalt und schneereich. Das be­deutet, daß weit über das vermutete oder auch nur geahnte Maß hinaus Menschen, Tiere, Kraftfahr­zeuge und Material unter der grimmigen Kälte zu leiden hatten und infolge des starken Schneefalls und der Schnsestürme nicht nur Bewegungen ab­seits der Bahnen und Straßen nahezu unmöglich gemacht, sondern diese Verkehrslinien selbst immer wieder von der Gefahr des Zugeschneit- oder Ver­wehtwerdens bedroht wurden.

Die Führung «ft in diesem Winterfeldzug im Osten oft vor nahezu unlösbare Aufgaben gestellt worden, und hat sie trotz aller Schwierig­keiten und trotz der Widerstände, die ihr die Natur und ein erbittert kämpfender Gegner entgegen­stellten, gemeiftert Die Grundlage für {eben Befehl bildet die Berechnung nach Raum und Zeit. Das heißt, wann kann eine Truppe an diesem oder jenem Ort stehen? Wann sind die Vorbereitungen zur Verteidigung und zum Gegen­angriff beendet? Welch Zeit braucht eine Kolonne mit Versorgungsgütern zu einer im Kampf stehen­den Division? Erfahrung und Wissen bilden im allgemeinen die Grundlage, um diese Berechnungen vorzunehmen und entsprechende Befehle zu geben. Aber wie schwer ist es, Befehle zu geben, wenn eine übermächtige Natur alleBerechnungen über den Haufen wirft, wenn Schneeverwehungen die Sttaßen und Eisenbahnlinien sperren oder wenn in wenigen Wochen bei Ausgang des Win­ters bisher tragfähige Eisdecken zu tauen und die Straßen sich in einen Morast zu verwandeln be­ginnen.

Wie soll die Führung ihre Befehle der Truppe übermitteln, wenn die Fernsprechleitungen vom tobenden Schneesturm zerrissen werden, wenn Flug­zeuge und Kradmelder im Kampf gegen die ent­fesselten Mächte der Natur nicht eingesetzt werden können, und nur Schlitten oder Skiläufer nach stun- langer Verspätung an ihr Ziel gelangen? Je hart­näckiger der Kampf tobt, desto mehr Munition wird benötigt. Bei Kälte und großer Anstrengung be­dürfen Mann und Pferd besonders reichlicher Ver­pflegung. Wie aber soll dies alles nach vorn ge­bracht werden, wenn jeden Tag die vom Schnee verwehten Straßen neu gebaut oder neue Aus­hilfen durch Umleitung auf bessere Wege ober durch Versorgung aus der Luft gesucht werden müssen? Was in diesem Winterfeldzug an den Nerven der Führung gezerrt hat, was von all den Soldaten unseres Heeres verlangt worden ist, welche die Versorgung der Truppe zu bearbeiten und durchzuführen haben, ist unwahrscheinlich groß und höchster Anerkennung wert.

Wenn vom Abwehrkampf im Osten gespro­chen wird, erwachen oft Vorstellungen aus der Welt­kriegszeit, wo sich in der Zeit des Stellungskrieges ein gutausgebautes System von Gräben und Unterständen quer durch das Land zog. Doch wer kann Stellungen bauen, wenn plötzlicher Frost von fünfunddreißig bis vierzig Grad Kälte die Erde bis zu einem Meter tief und darüber gefrieren laßt und immer neue Schneefälle alle Erdarbeiten und Hindernisse verwischen und meterhoch zudecken. Jedes Schützenloch, jede Stellung für Maschinen­gewehre ober Panzerabwehrkanonen ist in ber Win­terschlacht im Osten mit Sprengmunition unb Spitz­hacke der Erbe abgerungen worden, in tage­langer angestrengtester Arbeit. Die waldreichen Gegenden ber Mitte unb bes Norbens ber Sow­jetunion geben wenigstens noch bas nötige Bauholz für eingedeckte Postenstände, Unterstand unb Hin­dernisse, woher aber sollte man bas Holz in der walbarmen Ukraine nehmen, wo jebes Stück Holz bringend als Brennmaterial benötigt wird? Aus Trümmern zerstörter Häuser hieß es das Material zum Stellungsbau °zu beschaffen Und es dann stundenweit anzutransportieren.

Doch Stellungen mögen sie auch jetzt im Ost­winter noch so primitiv sein geben wenigstens dem kämpfenden Soldaten einen gewissen Schutz vor der Kälte unb dem eisigen Wind. Sie gestatten in den Gefechtspausen Aufwärmung; günstigsten­falls aber hat hier und da der deutsche Soldat die im freien Gelände anftürmenben Sowjets aus dem roärmenben Bunker heraus bekämpfen können.

Oberkommando des Heeres.

Doch nicht überall an ber langgestreckten Front mar ber Kampf in Stellungen erstarrt. An vielen Stellen wechselte der Angriff mit Ausweichen, Verteidigung mit dem Gegenstoß gegen eingebrochene Kräfte des Feindes. Da aber gab es keine schützenden Stel­lungen keine wärmenden Ruheguartiere in elenden Sowjetkaten, sondern nur Kampf, kurzes Wärmen am offenen Feuer, das irgendwo an einer wind- gefchützten Stelle entzündet wurde, ober auch manch­mal kurze Ruhe oft durch Alarm unterbrochen in selbstgebauten Zelten, Hütten aus Tannen- reisig oder Schneelöchern. Hatten bann aber neue Schneefälle eingesetzt, die Spuren unb Straßen ver­schwinden ober ungangbar werden ließen, so stockte -für diese Kämpfe oft noch ber Nachschub. Wieder hieß es bann, warten unb weiterkämp- f e n bis Verpflegung unb Munition herankam. All diesen Widerstänben zum Trotz aber hat die Ab­wehrfront unseres Ostheeres gehalten.

Ihre erbitterten Kämpfe führten unsere Soldaten aber nicht nur gegen eine ungewohnte Natur, son­dern auch gegen einen tierhaften, gegen Entbeh­rungen, Leiden unb Tod abgestumpften Natur* * Menschen, der unter ber bolschwistischen Herr» schäft nie anberes kennengelernt und auch niemals eine Besserung ber äußeren Umstände seines Le­bens zu erwarten hatte. Wir westlichen Menschen, zum Teil verstädtert unb ber Natur mehr entfrem- bet, haben die Schrecken eines Winters, wie er im Osten herrscht, nie vorher kennengelernt. Gewiß hat die soldatische Erziehung unsers Volkes, haben vor­militärische Ausbildung, Berg- und Skisport die Soldaten unseres Heeres Härte gelehrt und sie mit winterlichen Verhältnissen unseres Klimas vertraut gemacht.

Aber was besagt bas alles gegen ben russischen Winter unb jenen Gegner, ber mit diesem Klima unb dem eigenen Land, mit Weg und Steg ver­traut, durch wegloses Gelände und große Wälder bei Nacht unb Schneesturm seine Spähtrupps auf Schleichwegen in ben Rücken unserer Soldaten führte. Was bebeuteten in diesem Winter die Er­fahrungen der Kämpfe im Westen, Norden und Süden, wenn die Sowjets ttotz klirrender Kälte immer wieder zum Angriff ansetzten, auch wenn sie bereits bei den Kämpfen vorher im gleichen Ab- ,schnitt Hunderte und aber Hunderte nutzlos ge­opfert hatten, in dem erfolglosen Bemühen, die oft an Zahl weit unterlegenen Besatzungen eines iw lerer Stützpunkte ober eines Dorfes durch ihre Massen zu überrennen.

In diesem Kampf mit einer grausamen Natur und einem fanatisierten, oft aber auch zwangsweise zum Angriff getriebenen Gegner, konnte nur ber bessere Soldat Sieger bleiben. Dieser Sieger in ber Winterschlacht aber ist ber deutsche Sol­dat des O st h e e r e s. Er hat in den hinter uns liegenden Monaten des Winterfeldzuges im Osten einen Abwehrsieg erkämpft, ber dem Gegner schwerste Verluste an Menschen und Material bei­brachte.

Das Gefühl ber inneren Ueb erle gen- heit über den Gegner gab ben Soldaten unseres Heeres die Kraft zum Kampf auch in manchmal fast ausfichstlos erscheinender Lage. Es ist dieses Uederlegenheitsgefühl, das ihn befähigte auszuhar- ren und zu kämpfen im Bewußtsein der eigenen Kraft, ber besseren Ausbildung und einer soldatischen Haltung unb Pflichtauffassung, die dem deutichen Soldaten angeboren ist. Wie hätte sonst jener Bat­terieführer, ber vor der Feuerstellung seiner Bat­terie unvermutet breihundert durchgebrochene Sow­jets entdeckte, diese Angreifer mit nur einem Ma­schinengewehr und fünf Kanonieren zum Stehen bringen und wieder aus dem Hauptkampffeld hin­auswerfen können? Wie konnte es sonst eine Nach­schubkolonne wagen, mit ihren wenigen Fahrern und Fahrzeugbegleitern ein in die Winterstsllung eingebrochenes sowjetisches Bataillon zum Kamps zu stellen und zu vernichten? Allein dieses lieber» legenheitsgefichl ber Soldaten unseres Heeres gab den Besatzungen der Stützpunkte die Kraft sich zu halten, wenn einmal sowjetische Skibataillone zwi­schen ihnen hindurckgebrochen waren und nun die Stützpunkte von allen Seiten wie ein Meer^ um» brandeten. Sie blieben auf ihrem Posten und warteten, bis die schnell zusammengezogenen Reser­ven sich ben Sowjets entgegenwarfen und die Lage wiederherstellten.

Die Kraft zu solchem Kampf und zu solchem Aus­halten aber haben nur Soldaten, die äußerlich und innerlich burch eine Harke Schule, eben bie Schule dieses Winterkrieges gegangen sind und die den Glauben an ihre eigene Ueberlegenheit nicht ver­loren haben. Wenn es noch eines Beweises be­durft hätte, daß der Soldat unseres Oftheeres aus den Kämpfen dieses Winters noch härter und ent­schlossener hervorgeht, so ist es das Wissen um diese Tatsache, die in sich bie Gewißheit neuer Erfolge bergen.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm firniße. Stellvertreter deS Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und

Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thhriot; für Stadt Giessen, Provinz Wirtschaft und Sport: Ernst Blum>chein.

Druck und Verlag: Brtchlfche UniverjitätSdrudcret R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiler: Hans Beck.

Anzeigenpreisliste Nr. 6.

sagt der Laborant Gottlieb K... ans Stuttgart.

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