schichte, die deutsche Einigkeit, die deutsche Volksgemeinschaft empor. Deutschland war auferstanden aus Ohnmacht, politischem und geistigem Too. Das mar der Grund der neuen Kriegspolitik der im Dienste des internationalen Iudmtttrms stehenden Plutokraten und des Bolschewismus.
Deshalb muhte der Krieg kommen, weil ihn unsere Gegner braucht«», um das neu erstandene. Deutschland wieder in den Abgrund zu stoßen. Viel» leicht wäre ihnen das auch gelungen, wenn ter Osterglaube vom neuen Deutschland nicht unerschütterlich in unfern Herzen verwurzelt wäre. Wir muhten uns auch darüber klar sein, daß wir unser neues Deutschland, unsere wiedergewonnene Freiheit und Ehre hart würden verteidigen müssen. Denn nur in der Glut des Kampfes erhärtet sich eine Idee, zsiat sie ihre Lebenskraft.
Ostern muß in uns sein, wenn wir im Kampf um unsere nationale Auferstehung Sieger bleiben wollen.
Wir haben viele Toten schon gegeb»en.
Und jeder Tote war uns reines Licht.
So gaben sie ihr Blut und so ihr Leben: Verschwenderisch bereit, sich hrnzugetbern.
Für Deutschlands großes Werden, fjiir die Pflicht.
so singt Hans-Jürgen N i e r e n tz in seinem Gedicht: „So fielen Männer." Für Deutschlands großes Werden, für seine ewige Zutuns, für sein Leben müssen wir uns einsetzen mit un/serer Arbeit, mit unfern» Herz, mit unferm Blut. Oktern muß in uns sein, jenes Ostern, das uns Leden bedeutet. Friedrich der Große sagte: „Es ist nicht wichtig, daß ich lebe; wichtig ist, daß ich meine Pflicht tue." Auch die Pflicht gehört zum Lebenswillen, zum Lebenskampf.
Der Soldat fetzt sein letztes em, wenn es seine Soldatenpflicht verlangt. Dürfen wir für uns, die wir daheim find, eine Ausnahme oerlangen? Nein, gerade, wenn wir Ostern in uns tragdn, müssen wir bereit sein, alles zu opfern, um das Leben unseres Volkes, die Zukunft unserer Nation zu gewinnen. Wir dürfen nicht kleinen Geistes fein, wenn es um das Größte, um das Heiligste geht, um das Vaterland.
Auch hierfür hat uns Friedrich der Große ein Wort hinterlassen, das sich gerade am uns und an unsere Zeit menöet: „Ich für meinem Teil würde dem Vaterland mit diesen Worten entgegvneilen: Mein Herz ist von Liebe und Dankbarkeit durchdrungen. Ich brauche dich nicht zu scheu und zu hören, um dich zu lieben! Ja, ich gestehe, daß ich dir alles verdanke. Darum hänge ich zärtlich und unlöslich an dir. Meine Liebe und Dankbarkeit werden erst nach meinem Tode enden. Mein Leben selbst ist dein Eigentum. Wenn du' es zurückforderst, werde ich es dir mit Freuden opfern. Für dich sterben, heißt ewig im Gedächtnis der Menschen leben. Ich kann dir nicht dienen, ohne mich mit Ruhm zu bedecken." R. Posselt
Mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Berlin, 3.April. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Christ!, der als Gruppenkonttmandeur in einem Zerstörergeschwader bei dem Vormarsch in Libyen der erste deutsche Flieger war, der auf dem Flugplatz Derna landete, während die Bodenkämpfe noch im Gange waren und in zahlreichen kühnen Schlachtflügen sieben Panzer, 40 Lastkraftwagen und zehn Tankwagen zerstört sowie drei feindliche Flugzeuge abgeschossen hat. Als bei einem schweren Luftangriff über Sollum ein Flugzeug seiner Staffel durch Motorausfall vn Not geraten war, zog er die Angriffe feindlicher Jäger auf sich und rettete seinem Kameraden das Leben.
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Der Führer verlieh ferner das Ritterkreuz an Hauptmann Heuß, Bataillonsführer in einem Infanterie-Regiment, und Oberleutnant Nebel, Batteriechef in einer Sturmgeschützabteilung. Hauptmann Heuß hatte durch seine kühne Führung wesentlichen Anteil an den hervorragenden Abwehrerfolgen seiner Division. Oberleutnant Nebel ist die Inbesitznahme eines Ueberganges über die Nara trotz zähesten feindlichen Widerstandes zu verdanken, durch den die Division ohne Zeitverlust einen wichtigen Brückenkopf bilden konnte. Mit feiner Sturmgeschütz-Batterie stieß er mit aufgefeffenen Infanteristen gegen einen mit starken Feilidkräften besetzten Ort vor, vernichtete eine 7,5-cm-Kanonen- battevie und setzte zwei feindliche Batterien außer Gefecht.
Italienische Flugzeuge bombardierten Gibraltar.
Rom, 2. April. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Donnerstag meldet u. a.: Einer unserer leichten Kreuzer wurde im mittleren Mittelmeer von einem feindlichen U-Boot ver -
Der feurige Gfen
Roman von Hans von Hülsen
56. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Ulla schob den Vater in ihr Auto und gab sofort Gas. Marion ftieg in Fontanas roten Sportwagen. Er breitete ihr sorgsam die Decke über die Knie, ehe er anfuhr.
.Liebe Baronin", sagte er leise: „Ich wollte das vorhin in Gegenwart Ihres Herrn Gemahls nicht ... Aber im Grunde kam es deshalb. Ich möchte Ihnen sagen:'wenn — wenn Sie etwa Hilfe brauchen —, ich bin immer ganz zu Ihren Diensten..
Marion nickte nur, die Lippen zusammenge- fniffen. In ihren Ohren fang das Blut eine wilde Melodie. Eine wahnsinnige Hoffnung hatte sie übermeistert, als bei diesem Knall die Scheiben zitterten ... als Jan sagte, das könne nur in der Sophienau gewesen sein.
Es war in der Sophienau. Sie sahen, sie hörten es, sobald sie den Wald verließen.
Wolken von Rauch und Dampf sahen sie und hörten gellende Schreie und gebrüllte Kommandorufe. Brandgeruch schlug ihüen entgegen, er wehte, vom Winde getragen, zwischen den Blocks aufgestapelter Hölzer hin. Flammen züngelten rot aus dem Qualm, tanzten gespenstisch im Gebälk des zerborstenen Daches. Der ganze Platz vor der Hütte war mit Glassplittern wie mit Hagelschloßen übersät. Ulla mußte halten, um die Autoreifen nicht zu gefährden.
Sie sprang zugleich mit dem Vater aus dem Wagen, ließ Fehr einfach stehen und lief ins Bürogebäude, dessen Fenster wie Höhlen starrten, um nach Wulflam zu telephonieren. Atemlos kam sie heraus und schrie Fontana schon von der Schwelle zu, umzukehren und ihren Mann abzuholen. Er verstand augenblicks und fuhr davon; unterwegs
senkt. Ein großer Teil der Besatzung wurde gerettet. Gibraltar wurde von unseren Flugzeugen bombardiert. Im Hafen, wo kriegswichtige Ziele wiederholt getroffen wurden, entstanden weit ausgedehnte, starke Brände. Trotz des Eingreifens der englischen Jagdflugzeuge, die ein Flugzeug verloren, kehrten alle unsere Flugzeuge zu ihren Stützpunkten zurück.
Lustschutzkrieg in London.
Stockholm, 2. April. (Europapreß.) Mit der Absetzung des Luftschutzkommissars für den Londoner Bezirk, Sir Warren Fisher, findet ein Streit zwischen diesem und dem Innenminister Morrison ein Ende, der damit begann, daß
Vizekommissar Fisher zusammen mit Mitgliedern der Luftschutzfeuerwehr in Dienstautos zu einem Fußballspiel gefahren waren. Damals war in der Öffentlichkeit Protest gegen die Verwendung von Dienstautos und Betriebsstoffen für Dergnügunaszwecke erhoben worden. Innen- minifter Morrison hatte darauf den Vizekommissar abgebaut. Hiergegen protestierte Fisher m einem Brief an den „Manchester Guardian", worauf Morrison Sir Warren Fisher zum Rückttitt aufforderte, was dieser mit der Begründung ablehnte, die Oeffentlichkeit habe sich mit seiner Arbeit nicht unzufrieden gezeigt. Daraufhin erfolgte die Absetzung Fishers.
„Osterbotschast" eines Hochgradfreimairrers.
Berlin, 2. April. (DNB.) Amerikanische Sender kündigen eine „Osterbotschaft" des Präsidenten Roosevelt an die katholische Welt an, in der er diese auffordern will, mit ihm gemeinsam zu kämpfen, damit das Heidentum vernichtet werden könne, wobei er unter Heidentum wohl die Kultur Europas, nicht aber den Bolschewismus versteht. Wie der Mann, der selbst niemals Katholik war, sich plötzlich zum Anwalt des Katholizismus machen will, ist eine Groteske, wenn man bedenkt, daß er einer der obersten Funktionäre jener internationalen Freimaurerei ist, die jedem ihrer Anhänger schon bei der Aufnahme den Vernichtungskampf gegen öie christlichen Religionen zur Pflicht macht, und sie wird noch toller, wenn man das Verhältnis der offiziellen Politik der Vereinigten Staaten zum Katholizismus betrachtet. Dieses Verhältnis wurde schon begründet zur Zeit Washingtons, der ausdrücklich festgestellt hatte: „Die Regierung der Vereinigten Staaten ist in keiner Weise begründet, auf den christlichen Religionen", und es wurde dokumentiert in der ersten amerikanischen Derfaffung vom Jahre 1791,. die ausdrücklich jede staatliche Un» terstützung und Zuwendung an christliche Bekent- nisse verbot. Es führte dazu, daß in der Frühzeit der amerikanischen Entwicklung in fast allen Einzelstaaten politische Ausnahmebestimmungen erlass en wurden , die sich stets gleichmäßig gegen Katholiken und Juden richteten. Diese antiikatholische Tendenz
blieb unverändert bis ins 20. Jahrhundert, wie der Fall des Präsidentschaftskandidaten Al Smith zeigte, der 1928 als aussichtsreicher Gegenkandidat Noofeoelts zurücktreten mußte, nur weil er Katholik war und so gegen den alten Grundsatz verstieß, daß ein katholischer Präsident für die Vereinigten Staaten unmöglich sei. Roch Theodore Roosevelt hatte erklärt: „Die katholische Kirche paßt in keiner Weise für dieses Land, ihr Denken steht völlig im Widersprach zu unserem Denken und zu den amerikanischen Institutionen."
Der derzeitige Hüter der amerikanischen Traditto- nen hätte also in der Geschichte des eigenen Landes Stoff genug, um feine Philippika gegen die Religio ns- und Katholikenfeinde an die richtige Adresse richten zu können. Er hätte dabei auch die schönste Gelegenheit, als Vorbild auf den Nationalsozialismus zu verweisen, der im Deutschen Reich alljährlich rund 900 Millionen Mark aus Staatsmitteln den christlichen Konfessionen zur Verfügung stellt, während die Regierung der Vereinigten Staaten für den Katholizismus und öie übrigen christlichen Kirchen nicht einen einzigen Cent übrig hat. Aber eine solche ehrliche Osterbotschaft würde' nicht zu dem Charakterbild dieses Mannes passen, dessen Komödiantenpobttik nur deshalb nicht immer erheiternd wirken kann, weil sie schon allzu viel Unheil und Unglück in die Welt gebracht hat.
Die Erfolge der deutschen Kriegsmarine in der Ailantikschlachi.
Oer Wehrmachtbericht vom Donnerstag.
D31B. Aus dem Führerhauptquartier. 2. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Osten erlitt der Feind bei feinen in mehre^ ren Abschnitten der Front andauernden Angriffen sowie bei eigenen Angriffsunternehmungen wieder hohe Verluste.
Schwere Artillerie nahm kriegswichtige Anlagen ln den Vorstädten von Leningrad mit beobachteter Wirkung unter Feucrr.
Die Sowjetluftwaffe verlor am gestrigen Tage in Luftkämpfen und durch Zerstörung am Boden 45 Flugzeuge.
3n Rordaf rika wurden Flugplätze und Zeltlager in der IHarmarica sowie die Wüstenbahn und britische Kraftfahrzeugkolonnen im ägyptischen Küstengebiet erfolgreich bombardiert.
Rollende Angriffe starker Kampf- und Jagdflieger- verbände richteten sich bei Tag und Rächt gegen- militärische Anlagen der Insel Malta. Volltreffer in Flugzeughallen, Unterkünften.und zwischen abgestellten Flugzeugen riesen starke Brände und Explosionen hervor. Britische Flakstellungen wurden niedergekämpft. 3m Hafen von £a K aletta erhielten Unterseeboote und Zerstörer des Feindes Bombenvolltreffer. 3n Luftkämpfen wurden drei britische Flugzeuge abgeschossen.
3talienische Bomber griffen mit gutem Erfolg die britische Festung Gibraltar an.
Störangriffe britischer Bomber richteten sich in der letzten Rächt gegen das Reichsgebiet. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste. Der wirtschaftliche Schaden ist gering. Rachtjäger und Flakartillerie schossen elf der angreifenden Bomber ab.
Der K a m p f gegen die v e r f o r g n n g sf ch i f f-
fahrt Großbritanniens und der Vereinigten Staaten brachte im Monat März große Erfolge. Kriegsmarine und Luftwaffe versenkten 105 feindliche Handelsschiffe mit zusammen 646 900 BRT. An diesem Erfolg ist die deutsche U-Boot-Waffe durch die Versenkung von 91 Schiffen mit zusammen 584 900 BRT. beteiligt. Außerdem wurden weitere 39 Handelsschiffe des Feindes durch Torpedo- und Bombentreffer schwer beschädigt.
Der Wehrmachtbericht vom Freitag.
DRV. Aus dem Führerhauptquartier.
3. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Trotz heftiger örtlicher Vorstöße des Gegners ist im ganzen ein Rachlassen der feindlichen Angriffstätigkeit im Osten festzustellen. Bei eigenen Angriffsunternehmungen wurde eine größere Anzahl von Ortschaften genommen. An der Kaukasusküste warfen Kampfflugzeuge einen großen sowjetischen Tanker in Brand. 3m Seegebiet von Kertsch wurde ein größeres Handelsschiff durch Bombenrvurf beschädigt.
3n Rordafrika erzielten deutsche Kampfslug- zeuge Bombentreffer auf zwei feindlichen Handelsschiffen bei Tobruk. 3n Luflkämpfen wurden sechs brittsche Flugzeuge abgeschossen. Die Luftangriffe auf militärische Anlagen in La Valetta und auf Flugplätze der 3 nfel Malta »vurden bei Tag und Rächt fortgesetzt. 3n Luftkämpfen schossen deutsche 3äger vier britische Flugzeuge ab.
3n der Rächt zum 3. April griffen deutsche Kampfflugzeuge kriegswichtige Ziele und die Hafenanlagen in Dover und Portland an. Starke Brände und Explosionen wurden beobachtet.
3n den Monaten Februar und März führte die
DerGlaube an dasLeben
Kein Mensch weiß, was eigentlich Leben ist. Wia alles Letzte läßt es sich nicht zergliedern und beschreiben, sondern nur erahnen und fühlen. Aber wir spüren, daß es das Größte ist und daß in ihm das Göttliche dem Menschen am nächsten. In befon* derer Tiefe spüren wir das im Frühjahr, wenn die Gewalten der Erde in dem unverrückbaren Kreislauf des Werdens aus der ewig^alten Welt der Stoffe die ewig neue Welt der Formen schaffen. Die öde Fläche des Feldes belebt sich mit bunten Farben, die im Winter so sttlle Luft füllt sich mit den Liedern der Vögel, auf alle Sinne dringt die unter dem Licht der steigenden Sonne wieder erwachte Natur ein, und wir selber fühlen uns den geheimnisvollen Mächten des Lebens mehr untertan, zum Zeichen, daß auch wir in der Ordnung des Irdischen stehen, nicht bloß mit unserem leiblichen Dasein, das der Sonne ebenso dankbar ist wie die Blumen des Gartens, sondern auch in Geist und Gemüt. Neuer Mut wendet sich neuen Zielen zu, das Mehr an Tageslicht scheint auch seelische Wirrnis unt)i Dunkelheiten des Schicksals aufzuhellen, und scheinbar unüberwindliche Schwierigkeiten erscheinen weniger unüberwindlich — das sieghafte Leben bewährt seine Gewalt immer zuerst am Leben selber.
Viele in unserem Volke werden diesmal die Botschaft des Lebens nur mit Wehmut vernehmen. Zu tief hat das Geschehen des Krieges in ihr Dasein einbegriffen, und wem das ganze irdische Glück zerschlagen ist, der ist nicht sehr empfänglich für die andringende Schönheit der wiedererwachten Natur. So denken bedeutet indes an der tiefsten Wahrheit des Frühlings oorbergeben. Wenn die Völker im Frühjahr mit ihren Festen das Leben feiern, so feiern sie nicht nur das Werden, das ihnen draußen im Grünen des Feldes entgegentritt und das von vornherein zum Vergehen bestimmt ist, sondern das Leben, das über dem Werden steht und auch das Vergehen mit einschließt. Leben ist mehr als „das Leben". Jedes Saatpflänzchen ist stummer Verkünder dieses Glaubens: das Samenkorn muhte sterben, damit das Leben sich darüber erheben könne. Wir kennen die beiden Gewalten, die über uns sind nach Gottes Ordnung und die die Melodie unseres Daseins bilden, aber die eigentliche Macht ist das Leben. Alles Vergehen ist nur Abwandlung des Werdens, ist Durchgang zu neuen Formen. In der Welt dieses Glaubens', der aus den Tiefen des menschlichen Wesens selber kommt, gibt es im Grunde keinen Tod mehr, sondern nur Leben.
Gerade die deutsche Seele hat stets ihren Lebensglauben dem Schein der Vergänglichkeit entgegen^ gestellt. Andere Völker legen die Toten auch in die Erde, daß sich der Kreislauf des Stofflichen vollende. Aber sie legen dann weiter Totes auf Totes, sie bauen Pyramiden aus Stein über dem Toten oder verschließen das Grab mit Steinen, nur das deutsche Gemüt pflanzt Blumen auf die Stätte des Todes, nicht um den Ort der Verwesung mit einem gefälligen Schein zu umkleiden, sondern um den Glauben an das Leden zu bekennen.
Göttliches Leben ist überall, wir haben kein Recht, es nach den Grenzen menschlicher Leiblichkeit abzuteilen und es nur in bestimmten Personen wirksam und ewig zu denken. Wo das Dunkle und Niedrige, wo die Verzweiflung und die Selbstsucht überwunden sind, da ist die Kraft des Lebens am Werke. Wer die Frühlingstage des Jahres 1933 erlebt hat, der wird immer etwas von seinem Geheimnis in sich tragen. Glich nicht unsere Welt der Jahre zuvor einem einzigen Friedhof? Riesige Vermögenswerte, in denen der Fleiß und das Blut vieler Geschlechter steckte, waren sinnloser Vernichtung oder fremder Schiebung preisgegeben. Schlimmer war jedoch die Zerstörung unersetzlicher Gemütswerte: daß der Lebenswille des deutschen Volkes zerschlagen wurde, daß sich Hoffnungslosigkeit über das Land breitete, daß Untergangsstimmung die Seelen zersetzte. Aber nicht bloß Welken und Sterben schien eingekehrt, nein, die Verwesung selbst
deutsche Kriegsmarine neben ihrem Kampf gegen die feindliche Versorgungsschisfahrt auch erfolgreiche Unternehmungen gegen die Seestreitkräfte Großbritanniens und der Vereinigten Staaken durch. 3n diesen beiden Monaten versenkte die deutsche Kriegsmarine: 1 Kreuzer der Leander-Klasse, 8 Zerstörer, 3 Korvetten, 4 Torpedoboote, 12 Motortorpedo- und Motorkanonenboote, 5 Vervachungssahr- zeuge und 3 Unterfeebootjäger; außerdem versenkte die deutsche Luftwaffe: 2 Motorkanonenboote, 3 Be- wachirngsfahrzeuge. Ferner nmrden durch Kampfhandlungen deutscher Seestreitkräfte und durch Luftangriffe 37 feindliche Kriegsschiffe beschädigt, darunter 10 Kreuzer, 11 Zerstörer und 5 Unterseeboote.
las er einen der völlig kopflos entfliehenden Arbeiter auf, unbändig neugierig, Näheres zu hören.
Als sich unter einem Windstoß die schwarze Rauchwolke ein wenig hob, sah Fehr vor dem verbogenen, gänzlich scheibenlosen Fenster der Hütte Abbeg, das Messingmundstück der Feuerspritze in den Händen, wie er den scharfen Strahl ins qualmige Innere prasseln ließ, daß weiße Dampfwolken durch das eiserne Gerippe quollen. Er hatte hinzueilen wollen, Hand anzulegen, retten ... doch Abbegs Anblick band seinen Fuß. Ingrimmig biß er die Zähne aufeinander.
Plötzlich fühlte er Marions Hand in seinem Arm, hörte im allgemeinen Getöse einen Schrei aus ihrer Kehle, so sonderbar, daß er ihn lange nicht vergaß; brennende Teile des Daches, Balken und Sparren, waren haarscharf neben Abbeg funkenstiebend niedergestürzt!
Er sah, noch immer diesen seltsamen Aufschrei im Ohr, Ulla über das splitterbesäte Trümmerfeld gegen die Hütte eilen ... Und er, er selber mußte hier stehen und tatenlos zusehen, wie das Erbe von Vater und Vorvätern niederbrannte!
Es war nichts zu retten. Die eigentliche Hütte war verloren, man durfte froh fein, wenn die Nebengebäude, Schleiferei, Lager, Büro bewahrt blieben — das erkannte Fehr sofort. Es mußte eine Explosion von ungewöhnlich gewalttätiger Heftigkeit erfolgt sein, irie das Dach zerrissen und alle Fenster der ganzen Anlage zerstört hatte. Sie Ursache? Er ahnte sie ...
Nach zehn Minuten war Fontanas rotes Auto wieder da. Dr. Wulflam schüttelte dem Schwiegervater die Hand und lief zu Abbeg. Der übergab den Schlauch einem Arbeiter, der ihn mit sichtlicher Unlust nahm, und ging raschen Schrittes mit dem Arzt in die Schleiferei hinüber, wo man die Verletzten untergebracht hatte. Sah er Marion und Fehr nicht? Er wollte sie nicht sehen. Er schritt in zehn Meter Abstand rasch vorbei .,.
Fontana stand neben den beiden und erzähtte, was er aus dem unterwegs aufgelesenen Arbeiter
herausgefragt. Der Mann hatte völlig den Kopf verloren, er wollte wissen — es war entsetzlich! —, daß alle Meister und Lehrlinge, die um den großen Ofen beschäftigt gewesen, bei der Explosion umgekommen waren. Der Ofen sei völlig zerborsten, das flüssige Glas habe sich in die Hütte ergossen und dadurch sei im Nu der Brand entstanden.
Schwerfällig schwankte ein Gefährt über den zerfahrenen Waldweg heran: die Gutsspritze von Nieder-Lappersdorf. Fontana hatte einen Beweis von Geistesgegenwart gegeben, indem er sie durch einen Jungen im Dorfe mobil machte. Demblin faß neben dem Kutscher. Gleich darauf kam Forstmeister Koch, der ein paar Waldarbeiter in seinem Auto mitbrachte, und meldete sich bei seinem Ches, ehe er zur Hilfeleistung abrückte.
Rittmeister Demblin drückte Fehr die Hand: „Was sagen Sie, Baron? So hatte ich mir meinen Weg zu Abbeg allerdings nicht gedacht! — Na, erst mal retten, was zu retten ist! Wenn etwas zu retten ist! Sieht ja böse aus ..
Kurz hintereinander fuhren an die Motorspritze aus der Kreisstadt — Abbeg hatte sie sofort telephonisch gerufen —, der Gendarm auf feinem Motorrade und Landrat Ollendahl, dem dienstliche Meldung gemacht worden war.. Der Landjäger fragte nach Direktor Abbeg und ging durch den Funkenregen des völlig zusammengestürzten Daches in die Schleife. Ollendahl verweilte sich ein wenig bei Fehr, derweil die Feuerwehrmänner rasch eine Schlauchleitung zum Bache legten.
„Gräßliches Unglück", sagte er: Gibt es Tote?" Fontana berichtete wichtig, was er gehört habe. „Meine Tochter und Dr. Wulflam sind bei den Verletzten", sagte Fehr. „Wie viele? Keine Ahnung. Wer im Betriebe war, hat wohl was abgekriegt, da ist wenig Hoffnung ..
„Aber — wie konnte das Unglück denn überhaupt passieren?", wollte der Landrat wissen: „Es hat doch auf der Sophienau noch nie so was gegeben, solange sie steht!"
Fehr zuckte die Achselrq
„Zu meiner und meiner Väter Zeit — in den bescheideneren Verhältnissen — niemals. Ich kann mir als Mann vom Bau nur so meine Gedanken machen ..
„Wäre mir ungemein wertvoll, sie kennenzu- lernen, Baron. Was vermuten Sie?"
„Ich vermute Glasgalle. — Ach so, Sie wissen nicht, was das ist! Eine höchst gefährliche Sache, — die natürlich in einem sorgfältig geführten Betrieb nicht Vorkommen kann. Also — die fogenannte Glasgalle bildet sich im Hasen, wenn die für dis Schmelzmasse verwendeten Mineralien nicht genügend rein sind. Wenn da Schweinereien passieren, so sitzt auf der flüssigen Glasmenge eine dünne Schmelze aus Kalzium- und Natriumsulfat. Und die ist hochexplosiv, sobald sie mit Wasser in Berührung kommt
„Donnerwetter! Und halten Sie für möglich, daß Direktor Abbeg —?"
Nochmals ein Achselzucken:
„Bei seinem Prinzip, mit dem geringsten Aufwand die größten Wirkungen zu erzielen, — mög* lichst rationell, d. h. möglichst billig zu produzieren. Es ist noch keine vierzehn Tage her, daß ich ihn auf die Gefahr aufmerksam machte — meine Frau und ich sahen uns damals seinen Betrieb hier an, Herr Fontana war auch dabei ..
»Interessant! — Gehen wir mal zu ihm?"
Fehr zögerte eine Sekunde, bann:
„Sie müssen allein gehen, Herr Ollendahl. Ich bin im Moment nicht in der Lage, mich mit Herrn Abbeg zu unterhalten."
„Wieso?"
„Ich sage es Ihnen im Vertrauen: es schwebt seit gestern ein Ehrenhandel zwischen mir und ihm."
„Ach nee!" Der Landrat war sehr betroffen. ,Ist doch wohl nicht möglich?" — Na, der muß nun selbstverständlich ruhen, bis die Untersuchung abge« schlossen ist, und die Schuldfrage geklärt. Das versprechen Sie mir in die Hand, Baron?"
„Selbstverständlich."
I (Fortsetzung folgt-


