Einzelbild herunterladen

Samstag, 4-/Sonntag, 5. April

Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8'/, Uhr desBormittags

Anzeigen-Preise:

Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite

Nachlässe:

WiederholungMalstaffell AbschlüsseMengenstaffelS Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/<»mehr

|92. Jahrgang Nr. 79

Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags

Beilagen:

Gießener svamilienblätter Heimat irnBild DieScholle

Bezugspreis: Monatlich... RM.1.80 Zustellgebühr... -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Gewalt Fernsvrechanschlnß 2251 Drahtanschrift:Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf./M.

jva d Samstag, 4./

Giehener Anzeiger

vrühlscheUniversttSIrdruckrrrl 8. lang« General-Anzeiger für Oberhessen *

Vorfrühling <

Von unserem rel

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Sofia, Ende März 1942.

Sofia, die fast 300 000 Einwohner zählende Haupt­stadt des Königreichs Bulgarien, verdankt diese Eigenschaft in erster Linie der Gunst ihrer geogra­phischen Lage. Diese besteht darin, daß die Stadt genau im Mittelpunkt der nördlichen Balkanhalbinsel ihren Platz gefunden hat, und zwar so, daß sich in ihr die natürlichen Ver­kehrslinien treffen, die das Land beherrschen. Diese bevorzugte Lage wird noch erhöht durch den Um­stand, daß Sofia auf einer 550 Meter hohen Ebene liegt, von der aus alle Landschaften der Halbinsel verhältnismäßig leicht zugänglich sind. Entsprechend dem Aufbau der Halbinsel geht die Hauptlinie von W e st e n n a ch Q st e n : es ist der Weg des Orient­expreß von Wien über BelgradSofia nach Adria- nopelIstanbul. Sie kreuzt bei Sofia das Tal des Isker, der sich nördlich nach Durchbrechung des Bal­kangebirges zur Donau wendet und den Anschluß nach Rumänien vermittelt. Seine südliche Fort­setzung in Richtung Saloniki bildet die an dem SofioterHausberg", dem Witosch (2200 Meter), entspringende Struma. Damit sind die Diagonalen der Balkanhalbinsel klar herausgestellt. Schon die Römer wußten die Gunst einer solchen Lage zu schätzen. Sie machten die vorgefundene irakische Siedlung zu einer wichtigen Militärstation und später zur Hauptstadt der Provinz Thrakien. Sie hat seitdem mancherlei Schicksale erlebt, aber immer eine führende Rolle gespielt, sogar unter der langen Tür- kenherrschaft. So darf es nicht wundernehmen, daß sie 1878 nach der Wiedererstehung eines Bulgaren­reiches dessen Hauptstadt wurde.

Dieses Ereignis hat erst das moderne So­fia geschaffen. Don der Altstadt mit ihrer langen Gescksichte blieb herzlich wenig übrig. Sehr bald ging man an ihre Erneuerung wie überhaupt an die Planung einer würdigen Landeshauptstadt. Hierbei ließ sich bei dem Herrschergeschlecht der Ko- burger nicht die thüringische Heimat verleugnen. Die Hauptstadt ist zwar schnell gewachsen 1880 zählte man erst 20 000 Einwohner, aber doch nicht im amerikanischen Tempo. Vielmehr vollzog sich ihre Entwicklung organisch Man vermeint sogar manch­mal etwas von dem Hauch thüringischer Residenzen zu vernehmen, wenn man die vielen Parkanlagen der Stadt durchwandert und an ihren Rändern alle die Bauten sieht, die ihr Leben bedeuten. Solches Empfinden ist nicht mittelmeerisch und noch weniger orientalisch: Sofia hat unter den Hauptstcchten des Südostens eine eigene Rote, in der sich die Tradi­tion des Volkes mit der Geistigkeit eines Herrscher­hauses vereinigt, das in der deutschen wie euro­päischen Geschichte und Kultur eine ungewöhnlich bedeutsame Rolle gespielt hat. Hinzu kommt noch das Klima der Stadt. Ihre Höhenlage macht ver­gessen, daß sie immerhin beinahe auf dem Breiten­kreis von Rom liegt. Ihre Iahreszeitengestaltung weist durchaus mitteleuropäisches Gepräge auf.

Das empfindet man besonders in diesen Jahren, wo der Winter dle gesamte Natur so lange in seinen Fesseln hält. Hat sich schon in der Mittelmeerwelt der Frühling erheblich verspätet, so erst recht in Bulgarien. Sonst liegt schon Anfang März über den Parks von Sofia jener braungrünliche Schim­mer, der die Dichter zu ihren Frühlingsliedern be­geistert. Jetzt erscheinen die Bäume aber noch wie abgestorben, die Wiesenflächen sind stumpf, nur an ganz geschützten Stellen wagen sich einige Schnee­glöckchen und, wenn es hoch kommt, vereinzelte Krokusse hervor. Selbst die sonst so aufdringliche Forsytie hält sich zurück. Allein die Sonne macht deutlich, daß man sich unter dem 42. Breitengrad befindet, und der wolkenlose südliche Himmel be­stätigt das. So kommt dann jene Vorfrüblingsstim- mung auf, welche die Menschen aus der Enge ihrer Wohnungen treibt und sie auf den Straßen zu fröhlichem Stelldichein vereinigt.

Solia macht da keine Ausnahme. Im Gegenteil! Nachdem der Finanzminister B o j i l o f f bereits Ende Februar in der Schlußrede zum Staatshaus­halt in Aussicht stellen konnte, daß eine stille Re­serve von zwei bis drei Milliarden' Lewa den Aus­gleich für dieses Iobr herbeiführen würde, konnte jene zuversichtliche Stimmung Platz greifen, die das Lebensgefühl gerade im Frühjahr anregt. So zeigt sich der Boulevard Zar Osvoboditel, der Lebensnerv her Stadt, angefüllt mit Angehöriaen aller Volks­kreise. Besonders staut sich die Menge vor dem Königsschloß, das mitten im Verkehr liegt. Man freut sich der politischen Erfolge des verflossenen Jahres, an denen der König selbst in 'so hohem Maße beteiligt ist: man bezeugt ihm gern seinen Dan-k und bestrebt sich, sie durch persönlichen Ein­satz zu sichern und auszubauen. Man begrüßt auch gern die zahlreichen ausländischen Gäste in dem ..Grand Hotel Bulgarie", gegenüber dem- niqsschloß, oder die deutschen und italieni­schen Offiziere vor dem nahen Oftizierskg- sino bzw. der deutschen und italienischen Gesandt- sch"st unweit davon.

Für den einzelnen ist natürlich ein Besuch in einem Kaffeehaus oder demBuffet Balma", wo Boli^iker und Beamte sich gern zu kurzer Aus­sprache treffen, anregender. Hier wird man gesehen, man macht aber auch in der zwanglosesten Meise Bekanntschaften, an denen einem liegt. In der Nähe des Schlosses und der Universität könnte man sich in d-n breiten Hauptstreißen mit ihren glänzenden Läden und dem regen Verkehr in einer westlichen Residenz wäbnen, wenn nicht Landleute in ihrer malerischen Tracht die Blicke auf sich zögen. Sie erscheinen aber nur dem ungeschulten Beobachter als fremdartig. Vertieft man sich nur etwas in die Ge­sichtszüge d'eser kernigen Gestalten, dann findet man es durchaus in der Ordnung, daß diele ge­pflegte St"dt eine so farbenfreudige Bevölkerung besitzt. Es ist der ,.Kraft-durch-Freude"-Gedanke, der sich hier vergegenständlicht.

Die bulgarische Lebensführung wird heute

n Bulgarien.

^-Berichterstatter.

mehr denn je durch die politischen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte beherrscht. Sie hat Maßhal- ten gelernt und jene Zähigkeit, die gewillt ist, allen Schicks als schlügen zu trotzen. Deshalb hütet man sich vor großen Worten. Man rafft alle Energie zusam­men, um die durch das deutsche Schwert vor einem Jahr wiedergewonnenen Gebiete mit dem Kernland auf das innigste zu verbinden und das Ganze in geeinter Kraft vorwärts und auf­wärts zu führen. Bei dem an sich nicht reichen Land gehört dazu eine ungeheure Energie. Denn der Weg dazu ist mit vielerlei Einschränkun­gen verbunden. Nicht nur in der Kleidung und sonstigen Aeußerlichkeiten! Einschneidender ist die Rationierung der Lebensmittel. Es gibt auf den Tag 300 Gramm Brot aus einer Mischung von Ge­treide, Mais und Sojabohnen. An einem Tag der Woche muß man auch auf dieses verzichten und sich mit Kartoffeln begnügen. Dazu sind zwei Tage voll­kommen fleischfrei. Mit Entschlossenheit nehmen die Bewohner von Sofia diese Entbehrungen auf sich. Sie vertrauen der Führung ihres Königs, und sie

Schanghai, 3.April. (Europapreß.) Der Rück­zug der britischen und tschungkina-chinesischen Trup­pen aus Burma hält weiter an. Das britische Ober­kommando meldet, daß die britischen Truppen im Tal des Jrawadi die Stadt Prome geräumt und sich nach Norden zurückgezogen hätten. Die tschungking-chinesischen Truppen im Sittung-Tal seien auf dem Rückzug nach Norden, die »japanischen Truppen hätten bereits die Ortschaft Jedashay, etwa 26 Kilometer nördlich von Toungu, erreicht.

*

Das Tal des gewaltigen Irawadi-Stromes liegt zwischen zwei hohen und breiten Gebirgsgruppen alpinen Charakters, die vom Himalajagebirge nach Süden hin auslaufen. Der Jrawadiftrom entspringt nahe der Nordgrenze Burmas und durchzieht das ganze Land in der Nordsüdrichtung. An seinem Mittellauf liegen die berühmten Erdölvorkommen. Sie wurden gedeckt durch die Engländer und ihre chinesischen Hilfstruppen, die bis vor wenigen Tagen die Linie Prome am Jrawadi und Tungu

Noch ungeklärte

Oie Besprechungen übe

Die Lage in Indien, ist vorläufig ungeklärt. Stasford Cripps hat, wie bereits gemeldet wurde, verlauten lassen, daß er seine Abreise aus unbe­stimmte Zeit vertagt. Cripps hatte eine längere tele­phonische Unterredung mit London über die Frage einer Abänderung des ursprünglichen Indien- planes zugunsten der indischen Forderungen in der Derteidigungsfrage. Der Presse erklärte Cripps, er hoffe immer noch, daß eine befriedigende Lösung bei gutem Willen aller Beteiligten erreicht werde könne. Die Antwort der Kongreßpartei auf den Cripps-Plan soll eine verklausulierte Ablehnung der britischen Vorschläge sein. Die von Gandhis Sohn geleitete ZeitungNational Gall" will wissen, daß die Kongreßpartei in ihrer Antwort feststellt, daß sie zwar innerlich auf Seiten der Alliierten stehe, daß aber ihre aktive Teilnahme an der Mobi­lisierung Indiens nicht möglich sei, so lange nicht bestimmte Funktionen auf sie übertragen würden. Augenscheinlich handelt es sich hier vor allem um die Landesverteidigung. Außerdem macht die Kongreßpartei Vorbehalts gegen das Separa­tionsrecht der Minderheiten, schließlich wird betont, daß über Aenderungsvorschläge weiter verhan­delt werden könnte.

Die Antwortnote der indischen Kongreß- Partei wurde am Donnerstagnachmittag vom Prä­sidenten des Arbeitsausschusses, A z a d , übergeben. In Begleitung Azads befanden sich Pandit N e h r u, der zusammen mit Gandhi die Formulierung der Antwort acksgearbeitet hatte. Die Unterredung mit Cripps dauerte 50 Minuten. Die ablehnende Antwort der Kongreßpartei zwingt die Engländer, ihre Ver­bündeten als Vermittler auf den Plan zu rufen. So hat Tschiangkaischek bereits einen Sonderkurier entsandt, der Pandit Nehru eine Botschaft über­brachte, über deren genauen Inhalt noch nichts ver­lautet. Cripps selbst hat eine Unterhaltung mit General W a v e l l, der seinerseits wieder den Kon­greßpräsidenten A z a d empfangen soll. Aus Kon­greßkreisen wird berichtet, daß Gandhi dem bri­tischen Reformplan abweisend gegenübersteht, wäh­rend Nehru zu einer Diskussion bereit sein soll. Die Haltung des Kongresses wird ohne Zweifel durch die scharfe Erklärung beeinflußt, die Subhas Chandra Bose, der Führer des Forward-Blocks innerhalb der Kongreßpartei, gegen den Cripps- Plan abgegeben hat.

Die Moslem-Liga und die F ü r st e n k a m - mer haben noch keine Stellung genommen. Eine Reihe kleinerer politischer Organisationen hatte Be­schlüsse gefaßt, die darauf schließen lassen, daß die Gefahr der britischen Vorschläge in Indien erkannt wird. So lehnt die H i n d u - M o h a s a b h a , die drittgrößte politische Partei Indiens, das Memo­randum von Cripps ab. Auch der Ausschuß der Sikh-Partei bezeichnete die Vorschläge der bri­tischen Regierung als unannehmbar. Anstatt die Integrität Indiens zu stärken, seien sie darauf an­gelegt, Indien für dauernd in mehrere Teile zu spalten. Die Haltung der Sikhs ist insofern von Be­deutung, als sie zu denFighting-Races" gehören und den Engländern einige der besten indischen Truppen gestellt haben. Die Sikhs wohnen in der Provinz Pundschab, die wegen ihrer geographischen

wissen, daß nach diesem Vorfrühling ein Frühling und Sommer kommen, die neue Entscheidungen für eine glückliche Zukunft bringen werden. Davon zeigt sich jeder Bulgare erfüllt...

Oie bulgarisch-türkischen Beziehungen.

Sofia, 3.April. (Europapreß.) Gegen die eng­lischen Versuche zur Störung der guten Nachbar­schaft zwischen Bulgarien und der Türkei wendet sich der ehemalige bulgarische Kriegsminister Lu- ko ff. ^r schreibt in der ZeitungSora", England wolle zwischen Bulgaren und Türken Feindschaft entfachen, weil die Briten in diesen Ländern fette Objekte für ihren unersättlichen Appetit sähen. Nach den Erklärungen beider Regierungen gebe es zwi­schen ihnen keine Streitfragen. Bulga­rien habe keinerlei Aspirationen auf die Meer­engen, aber es könne ihm auch nicht gleich sein, wer sie beherrsche, weil sie die gefährdet st e Flanke Bulgariens darstellten. Auch für die Türkei sei die Freundschaft Bulgariens die beste Stütze, gesunde Beziehungen zwischen beiden Län­dern seien die sicherste Garantie für den Frieden in Südosteuropa.

ckzug in Burma.

an dem Sittang hielten. Der Sittang ist der zweite, kürzere Strom Burmas, der parallel zum Jrawadi ebenfalls nach Süden fließt. Die Erdölvorkommen liegen zwischen Myede (75 Kilometer nördlich von Prome) und Mandate, der alten Hauptstadt Bur­mas, in der Mitte des Landes. Seit dem Verlust von Rangun und dem westlich gelegenen Bassein können die Engländer nicht mehr das Burma-Oel ausnützen. Die Rohrleitung nach Rangun wird am südlichen Ende von den Japanern beherrscht. Die Frage ist nur, wann die Japaner sich des burmesi­schen Oels bemächtigen. Der Wegfall des burmesi­schen Oels trifft die englische Position in Indien schwer. Denn Indien selbst hat nur sehr geringe Erdölvorkommen. Der Antransport iranischen oder arabischen Oels nach Indien ist viel länger, stellt zusätzliche Ansprüche an den so knappen Tanker- raum und ist nicht mehr ungefährdet. In dieser Not haben die Engländer die Tschungking-Chinesen nach Burma zu Hilfe gerufen, denn Burma ist die Versor­gungsbasis sowohl von Tschungking-China wie von Vorderindien.

Lage in Indien.

r den CrippS-Vorschlag.

Lage unweit der nordwestlichen Grenzen Indiens eine besondere militärische Bedeutung besitzt. Die einzige bisher nicht ablehnende Aeußerung kommt von den indischen L i b e r a l e n , die zu einem Kom­promiß auf der Grundlage der Cripps-Erklärung bereit wären.

Alle Berichte aus Neu-Delhi stimmen dahin überein, daß die Frage der Kontrolle der Ver­teidigung Indiens nach wie vor den Kernpunkt darstellt. Man hat den Eindruck, daß die Engländer ihre ganze Hoffnungen weiter auf einen Kompro­miß konzentrierten und einen Abbruch der Per­handlungen auf jeden Fall vermeiden möchten. Cripps soll alle Vollmachten seiner Regierung be­sitzen, um jedes Kompromiß mit den indischen Füh­rern einzugehen.

Die Möglichkeit eines Vermittlungsver­suches der Vereinigten Staaten für den Fall, daß die Mission Cripps durch die Weigerung der indischen Gruppen scheitern sollte, geht aus einer Mitteilung hervor, die der Vorsitzende des Senats­ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Senator Connally, dem Vertreter von Reuter in Wa­shington machte. Der Senator, der als Vertrauens­mann Roosevelts gilt, erklärte, wenn die Verhand­lungen mit Indien einen Punkt erreichen würden, an dem keine der beiden Parteien mehr zum Nach­geben bereit seien, würde er vorschlagen, ein ge­meinsames britisch-indisches Ober, kommando zur Verteidigung Indiens zu schaf­fen. Connally setzte hinzu, er hoffe allerdings, daß die Lage in Indien durch die Verhandlungen Cripps mit den indischen Gruppen geklärt werden könne. Es finde jetzt einumfanareicherKuhhandel statt. Er sei aber der Auffassung, daß die britische Regierung in einigen Punkten und die Führer der indischen Gruppen in anderen Punkten nach - g e b en würden. Roosevelt hatte mit dem diploma­tischen Vertreter Indiens in Washington eine zweistündige Unterredung.^ Wenn der Indier nachher erklärte, daß sich die Unterhaltung im wesent­lichen mit den Aufgaben des pazifischen Kriegsrates beschäftigt hätte, so klingt diese Mitteilung um so weniger glaubhaft, als die gewöhnlich gut infor­mierteWashington Post" davon spricht, daß Roose­velt die Möglichkeit einer Vermittlung prüfe. Roose­velts persönlicher Vertreter für Indien, Colonel Louis Johnlon, ist am Freitag in Nen-Delhi eingetroffen. Nach den letzten Erklärungen Roose­velts hält man es für sicher, daß Johnson sich irgend­wie in die Verhandlungen einschalten wird.

DerDaily Telegraph" übernimmt von feinem Korrespondenten in Neu-Delhi einige indische Presse­stimmen zu den britischen Vorschlägen. Danach be­merktHindustan Standar d", wenn der bri­tische Plan Verwendung finde, dann gebe es über­haupt fein Indien mehr. Indien werde dann in mindestens drei Staaten aufgespalten: Hindostan, Pakistan und Prinkestan.Bombay Chronicle" meint u. a., die Vorschläge seien nur zum Teil gut, und in anderer Hinsicht auch sehr gefährlich für Indien. Verschiedene Punkte müßten ganz bestimmt geändert werden, bevor Indien sie annehmen könne. Ihre Gefahr liege darin, daß Indien in eine Unmenge kleiner Staaten

Ostern in uns

Mit Ostern verbinden wir seit unserer Kindheit den Gedanken der erwachenden Natur, der Ge- wißheit neuen Lebens. Unter welchem Gesichts­punkt wir das Ostersymbol auch betrachten, Voraus­setzung ist immer, daß wir uns innerlich auf diesen Lcbensgedanken einstellen.

Wir stehen wieder in einer schweren Zeit, dis vieles, nein alles, unser ganzes Ich verlanat Es wird Menschen geben, die die Frage stellen: Mußte dieser Krieg sein? Darauf gibt es nur eine Ant­wort, die sich jeher aufgeweckte und politisch den­kende Mensch selbst gibt: Ja, dieser Krieg mußte sein, er mußte kommen! Er mußte kommen und ist gekommen ohne unser Zutun, ohne unseren Willen. Ihm auszuweichen, wäre Lebensverzicht gewesen. Der Osterged-anke gerade ist hierfür das beste Bei­spiel: Auferstehung ist nicht ohne voraufgegangenS Finternis, ohne Schatten des Todes denkbar. Der Cfterglaube spricht von einem Wunder. Dieses Wunder bietet uns die Natur m jedem Jahr aufs neue.

Was in der Natur sich vollzieht, was die Sym­bolik darstellt, beobachten wir im Leben der Völker wie im Leben des einzelnen. Nur wer sich selbst auf- gibt, wer nicht um sein Leben, um seine Zukunft ringt, muß zugrunde gehen. Leben wird nur durch Kampf gewonnen.

Deutschland führt jetzt den Kampf seines Lebens, einer ewigen Zukunft. Es stand am Abgrund, sah einen völkischen Tod vor Augen. Fremde Mächte, Volks- und artfremde Kreaturen hatten sich bei uns und in beänstigendem Umfang bereits in uns ein­nistet. Wir waren drauf und ran, unseren deutschen Geist, unsere deutsche Seele, unseren deutschen Glau­ben zu verlieren. Denken wir nur einmal mit ehr­licher" Selbstprüfung an die Zeiten des stärksten deutschen Verfalls zurück, an die Demoralisierung unseres öffentlichen, geistigeü und wirtschaftlichen Lebens, an die Verrohung 'und Entsittlichung der öffentlichen Moral. Was waren denn die deutschen Menschen damals in den Händen und in der Macht der jüdisch-bolschewistischen Totengräber Deutsch­lands? Willen- und machtlose Geschöpfe, dem gei- ftiaen, politischen und sozialen Tode verfallen!

zitier aus dem deutschen Lebenswillen erstanden neue Kräfte, die zur Wiedergetiurt drängten. Es war nicht alles tot im deutschen Volkskörper: der deutsche Geist war nur verschüttet. Durch die Idee Adolf Hitlers wurden die deutschen Letienskräfte ausgelöst. Langsam, sehr langsam brachen sie wie­der durch, überschatteten alles Volks- und Wesens« fremtie, und am 30. Januar 1933 brach das deutsche Ostern an.

Wir konnten nicht erwarten, daß die Todfeinde deutschen Geistes, deutscher Freiheit, deutscher Zu­kunft und Ehre sich mit dem deutschen Ostern ab= finden würden. <5ie glaubten ja, mit Versailles ihr Ziel, die Entmachtung Deutschlands, die Entwurze­lung deutschen Volkstums erreicht zu haben. Aber durch die Idee Adolf Hitlers vom nationalen Sozia­lismus wurde die alte deutsche Kraft wieder geweckt, und mit ihr stieg, erstmals in der deutschen Ge»

auf geteilt werde und England damitHunderte kleiner Ulster (das britische Nordirland) in Indien" schaffe.Free Preß Journal" stellt fest, die For­mel, die England den Indern zur Lösung des indi­schen Problems und auch jetzt wieder unterbreite, laufe stets auf dasselbe hinaus: in englischen Ketten zu bleiben oder sich zerstückeln zu lassen.

Oie Geekriegslage im Miitelnieer.

Die Briten in die Defensive gebracht.

Berlin, 2.April. (DNB.) Für die gegenwär­tige Lage im Mittelmeerraum ist die Tatsache kenn­zeichnend, daß die Briten in die Defensive gedrängt sind. Dies gilt nicht nur von dem schwer angeschlagenen M a l i a , sondern auch von den fortlaufenden erfolgreichen Angriffen der Ach- fenftreitfräfte gegen britische Geleitzüge. Die im Geleitdienst fahrenden Handelsschiffe vermeiden die für sie gefährlich gewordenen Gewässer und die bri­tische Flotte hält sich in Gibraltar und Alexandria versteckt. Nur wenn es die Versorgung der einge­schlossenen Jnselfestung Malta und der Streitkräfte in Nordafrika unumgänglich macht, wird der Geleit- zug zusammengestellt, der von einer beträchtlichen Anzahl von Kreuzern, Zerstörern und Flakschiffen begleitet wird. Wenn das Meer am stürmischsten, der Nebel am dichtesten ist und trie Wolkendecke den meisten Schutz -gegen Fliegersicht verspricht, wagt solch ein Geleitzug die heimliche Fahrt an der afri­kanischen Küste entlang, um Tobruk ober Malta zu erreichen. Trotz dieser vielen Vorsichtsmaßregeln werden die Geleit,züge regelmäßig von den Streit­kräften der Achsenmächte entdeckt, angegriffen und zerschlagen. Infolge der dauernden Bombardements hat Malta seine Sperrwirkung verloren und ist zu einem notleidenden Stützpunkt geworden, dessen Versorgung den Briten immer größere Schwierig­keiten macht. Wenn die Kämpfe auf dem afrikani­schen Festland eine zeitweilige Ruhepause erfahren, so geht der Kernpunkt der Kampfhandlungen um die Vergrößerung des eigenen Nach­schubs und die Behinderung der gegnerischen Ver- forgung. Das Problem besteht immer wieder, sich besser und schneller mit Nachschub zu versehen als der Feind. Die Streitkräfte der Achsenmächte be­nutzten hierzu die kürze st en und schnell st en Verbindungswege, die, wenn man sie an­greift, kraftvoll und wirksam verteidigt werden. Die Briten dagegen versorgen sich aus dem nahen Orient und über das Rote Meer. Aber diese Wege sino weit, zeitraubend und schwierig. Durch den ständig wachsenden Mangel an Schiffen und deren ver­mehrte Inanspruchnahme für andere Kampf- und Versorgungsgebiete wird die Dersorgungslage der Briten im Mittelmeerraum und in Afrika in zu­nehmendem Maße erschwert.