Einzelbild herunterladen

doner Plutokraten aussah. Die Grenzen Australiens waren wirklich weit gesteckt.

*

Aus der Eiadi Gießen.

Bann-Gerätemeisterschasten 1942.

be­

schützen.

der

Das Gommersemester der Universität.

(Nachdruck verboten.)

30. Fortsetzung.

HansaP1«

aus dem

Verdunkelungszeit:

4. März von 20.05 bis 7.31 Uhr.

Trotz des Krieges werden auch im kommenden Sommersemester alle deutschen Universitäten, Tech­nischen Hochschulen und sonstigen wissenschaftlichen Hochschulen geöffnet bleiben. Das Sommersemester beginnt am 9. April 1942. Den Studierenden wird empfohlen, sich rechtzeitig vor Beziehen einer Hoch­schule bei dieser nach den im Sommersemester be­stehenden Studienmöglichkeiten zu erkundigen.

Kleine 1

1 Jprbundcn

Otto Gebühr zum Staatsschauspieler ernannt.

Aus dem Dramaturgischen Büro wird uns ge- ' ' """ lelangt. zum

Aus dem Reichsheimstättenamt der DAF. wird uns geschrieben: Die Verknappung an Wohnraum hat manchen Volksgenossen, der über die entspre­chenden Mittel dazu verfügt, auf den Gedanken ge- bracht, sich ein Haus zu kaufen, um auf diese Weise - im Wege der Mietaufhebungsklage nach § 4 I MSchG, (dringender Eigenbedarf) eine Wohnung

heimlichem Bunde mit Ulla! Die hatte alles ge= wuht alles, was er, der Vater, erst auf lacher- liehen Umwegen erfahren mußte! Und nun ging sie offen zu Ulla über! Er fühlte plätzlich so etwas wie eine unsichtbare Front, die sich gegen ihn bildete. Und wie würde das erst werden, wenn Ulla in der Lappersdorfer Arztkate wohnte, und alle Unzufriede­nen sich um sie sammeln konnten?

Ja, wie Sie meinen!" sagte er kühl.Ich hatte freilich Ihre Anhänglichkeit an dies Haus für starker gehalten." . ......

Die alte Mamsell fühlte wohl, wie jah die Tem­peratur seines Tones gestürzt war. Sie spurte auch, warum, und das erbitterte sie.

Nun, Herr Baron. Wenn man einem Hause ein­mal fünfundzwanzig Jahre so treu gedient hat, dann hat mein, sollt' ich meinen, seine Anhänglichkeit voll bewiesen. Da ist weiter nichts nötig, denk ich. Aber jetzt ist's ja nicht mehr das alte Haus. Jetzt ist ja alles hier verändert. Und da gehören auch neue Menschen her"

Wie Sie meinen, wie Sie wollen , sagte Fehr und hatte sich wieder gesetzt, zum Zeichen, daß er die Unterredung als beendet ansehe.

Lautlos, wie sie gekommen, ging Riemchen aus dem Zimmer, ohne sich noch einmal umzuschauen.

Christian Febr blieb allein. Er versuchte, sich wieder in seine Papiere zu vertiefen, nachzuschlagen, zu rechnen. Doch es wollte nicht gelingen. Er war zerstreut, Groll brodelte in ihm. So schob er bald alles beiseite und ging zu Marton hinauf, um sich bei ihr seinen Aerger von der Seele zu reden.

Er fand sie droben in ihrem Wohnzimmer be­schäftigt, Rottenbilder in ein großes Album zu kleben, nicht Rottenbilder nur, sondern auch Theater­zettel, Kritiken, Notizen,Ruhmesheu", wie sie es oft lackend genannt hatte. Er rückte einen Stuhl neben sie und erzählte ihr.

Und das ärgert dich so, Ian?" sagte sie, als er geendet, den Kopf kaum von der Arbeit hebend: Aergere dich doch nicht! Ich weißt du, ich muß offen sagen, ich bin eher froh darüber. Die Riem

Das Taschenfeuerzeug.

Es ist begannt, daß es die Menschen, wenn ihnen durch eine Erfindung etwas Schönes und Prak­tisches beschert worden ist, immer noch bequemer haben wollen. Ist das Entzünden eines kleinen Hölzchens an einer bestimmten Fläche nicht etwas sehr Bequemes? Und doch ließ es erfindungsreichen Köpfen keine Ruhe, sie plagten sich durch Jahre, um noch etwas Besseres zu konstruieren. Sie brachten eines Tages das Taschenfeuerzeug auf den Markt. Wenn wir uns bei Rauchern umschauen, dann müssen wir gestehen, daß heutzutage fast jeder dritte ein Taschenfeuerzeug benutzt. .

Lasen wir nicht einst in unserm Robinson, rote Freitag, sein Gehilfe, zwei trockene Hölzer so lange rieb, bis sie heiß wurden, dann kohlten und schließlich Feuer fingen? Es kam das Feuerzeug aus Stahl und Zunder, das unsere Urgroßväter noch benutzten, dann erschienen die ersten Schwefel­hölzchen, die sich an einer rauhen Fläche oder gar am Hosenboden anstreichen ließen. Ehe sie eine

Der Unteroffizier Herbert Lindemann Gießen, Iahnstraße 37, wurde im Osten mit Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Dornotizen.

ErstaufführungKönigskinder".

aber ist es klar, daß Churchill Java und Australien kaltblütig opfert, um Indien für die britischen Plu­tokraten zu retten. Und die Australier können jetzt darüber nachdenken, wo ihre Grenzen liegen und wie die Briten diese australischen Grenzen U

Der Führer hat Otto Gebühr, den Träger Titelrolle in dem neuen TobisfilmDer große

Der feurige Ofen

Roman von Hans von Hülsen

Fünfundzwanzig, Herr Baron. Auf den ersten April werden es genau fünfundzwanzig.

Also qar fünfunzwanzig, ein volles Vierteljahr­hundert! Das ist ja beinahe ein Menschenleben, wie man so sagt. D.a werden Sie ja nächstens Jubiläum feiern! Ja, was ich vorhin sagen wollte, Riemchen: Sie brauchen mir wahrhaftig nichts zu verbergen. Wenn's irgendeinen Uebelftand gibt, dem ich av- helfen kann, so tue ich's selbstverständlich. Und die Frau Baronin denkt darüber nicht anders, davon können Sie überzeugt sein!"

Herr Baron ist so gut zu mir wie immer. Und es wird mir ja auch ganz gewiß recht schwer, das muß ich sagen. Denn man hat doch mit allem hier gelebt, die lange Zeit, beinahe, als wenn s das Eigne gewesen wär'. Mein Göttchen, wenn ich so zurückdenk', den Tag, wie die selige> Frau Baronin mich engagiert hat, gleich wie die Herr chaften von der Hochzeitsreise gekommen sind ...Und sie war so jung, beinah' noch ein Kind, noch viel junger als auf dem großen Bilde da! - Und wie denn das Ullachen gekommen ist! Und nachher hab ich sie ganz allein bemuttert

Diese Erinnerungen stimmten Fehr weich Zu­gleich ärgerte er sich. Warum sagte sie das? Warum erinnerte sie daran? Niemand sollte daran erinnern. Er zwang sich, freundlich zu sagen:

Na sehn Sie, Riemchen! Da sprechen Sie es selber aus. Ganz genau, was ich denke. Lappers­dors dies Haus ist ohne Sie einfach nicht vor­stellbar. Weder in der Vergangenheit noch m der 3USo» bod), fierr Baron. Es muB nun fein, wenn's auch schwer ist. Ich hab'- auch Ullachen ver- sprachen"

Versprochen? Was denn

Daß ich. sie nicht allein lass, wenn sie nun hei- rat2I<hUio?' Fehr warf in hochwallendem Aerger den Bleistift hin, mit dem seine langen Finger ge= spielt hatten. .Versprochen!' Die war also im

Förderung von Kriegerwaisen des Weltkrieges.

Anläßlich der großzügigen Sonderförderung für Kriegsteilnehmer und Frauen und Kinder Gefalle­ner des gegenwärtigen Krieges auf dem Gebiet des Hochschulstudiums teilt der Reichserziehungsminister mit, daß studierende Kriegerwaisen des ersten Welt­krieges, sofern sie nicht während des gegenwärtigen Krieges Wehrdienst geleistet haben, nur im Rahmen des allgemeinen Gebührenerlasses berücksichtigt wer­den können. Der Minister ersucht jedoch, hiervon im Rahmen des Möglichen großzügig Gebrauch zu machen.

Fortfall der Derufsschulbeiträge.

Der Generalbevollmächtigte für die Reichsverroal- tung, Reichs Minister Dr. Frick, erließ eine Verord­nung, durch die ab 1. April 1942 Berufsschulbeitrage, die bisher von Gewerbebetrieben, von Geworbetrei- benden, von nicht gewerbetreibenden Arbeitgebern oder von den gesetzlichen Vertretern der Schüler zu leisten waren, nicht mehr erhoben werden. Hierunter fallen also auch die Berufsschulbeiträge der Haus­haltsvorstände, die Personal beschäftigen. Im § 2 der Verordnung wird außerdem bestimmt, daß durch die zuständigen Reichsminister Anordnungen zu er­warten sind, die eine Entlastung derjenigen Betriebe bringen werden, die eigene Berufsschuleinrichtungen (Werkberufsschulen) unterhalten.

Wohnrecht ist nicht käuflich.

Grundlegendes Urteil

über INietaufhebung wegen Eigenbedarfs.

6. Großen-Linden II, Fl. 9/116, Turnverein 230,5 Pkt. 7. Großen-Linden I, Fl. 9/116, Turnverein. 8. Großen-Linden III, Fl. 9/116, Turnverein 221 Pkt. 9. Gießen IV, Fl. 2/116, Tv. 1846 217 Pkt. 10. Gießen II u. Bannspielschar, Tv. 1846 214,5 Pkt. 11. Gießen III u. Bannspielschar, Tv. 1846 210 Pkt. 12. Großen-Linden IV, Fl. 9/116, Turnverein 209,5 Pkt. 13. Gießen V, Fl. 2/116, To. 1846 196,5 Pkt.

Einzelsieger.

HJ.-OKlasse. 1. Walter Frank, Wieseck, 86,5 Punkte; 2. Reinh. Ruhl, Lollar, 85; 3. Albert Rinn, Heuchelheim, 82,5; 4. Ernst Ritschte, Lollar, 82; 5. Helmut Wißner, Wieseck, 81,5; 6. Hans Habet, Gie. ßen, 77; 7. Helmut Haas, Gießen, 71; 8. Karlheinz Petermann, Gießen; Hofmann, Lollar, 69,5; 9. Otto Gilbert, Heuchelheim, 68; 10. Ludwig Vogel, Gie- ßen, 67,5; 11. Otto Dechert, Heuchelheim, 66,5; 12. Heinz Heil, Gießen, 66; 13. I. Klees, Lollar, 64,5; 14. Hans Sommerkorn, Gießen, 62,5; 15. Heinz Wehnes, Wieseck; Erich Volkmann, Heuchelheim, 61,5; 16. Karl Möser, Wieseck; Werner Neu, Gie­ßen, 59; 17. Werner Freidhof, Gießen, 53.

Jungvolk. 1. Reinhold Weller, Wieseck; Horst Jürgens, Heuchelheim, 67,5 Punkte; 2. Egon Roten­heber, Gießen, 66; 3. Hugo Nesseldreher, Heuchel­heim, 64,5; 4. H. Steinmüller, Heuchelheim, 64; 5. W. Börding, Heuchelheim; Fritz Funk, Gießen, 62,5; 6. Hans Langsdorf, Gr.-Linden, 61,5; 7. Erich Degen, Gr.-Linden, 60,5; 8. W. Arnold, Gießen; A. Müller, Gr.-Linden, 60; 9. Helmut Schneider, Wie. seck, 59,5; 10. Zaminer, Gießen; Hans Hildebrand, Wieseck; Walter Rinn, Heuchelheim, 59; 11. Paul Weller, Wieseck, 58,5; 12. Becker, Heuchelheim; Her­bert Hildebrand, Wieseck; Karl Dech, Wieseck; Her­bert Biehl, Gießen, 58; 13. Hans Schmidt, Gießen; Willi Schäfer, Wieseck; Willi Kreiling, Wieseck; Willi Luh, Gr.-Linden, 57,5; 14. L. Hederich, Gr- Lipden; D. Klotz, Heuchelheim, 57; 15. Günther Backhaus, Gießen, 56,5; 16. Werner Wagner, Gr.- Linden; Häfner, Gießen, 56; 17. Rudi Rau, Gr.- Linden, 55,5; 18. Willi Mandler, Heuchelheim; Heinz Junker, Gr.-Linden; Müller, Gr.-Linden; Willi Müller, Gießen, 54«; 19. Friedel Stoll, Gr.- Linden; Walter Keil, Gr.-Linden: Günther Hof- mann, Gr.-Linden; W. Schäfer, Gießen, 53,5; 20. Friedhelm Vogel, Gießen, 52,5; 21. Willi Rinker, Gr.-Linden; M. Altgeld, Gießen; Horst Brückel, Gr.- Linden; Wilfried Wagner, Gr.-Linden, 52; 22. Wal­ter Sinn, Gießen: Werner Hantel, Gr.-Linden;

Finkel, Gießen, 51,5; 23. Berty, Gießen, 51; 24. K. Krengel, Gießen, 50,5; 25. Hans Knab, Gr.-Linden, 50; 26. Karl Schneider, Gasten, 49; 27. Bodo Horst, Gießen, 48; 28. Karlheinz Feuster, Gießen, 41.

Inzwischen aber wurde trotz aller Meinungsmache der Presse der Australier daheim unwillig. Soll Australien, so fragte man in Sydney und Mel­bourne wirklich wie im Weltkriege seine besten Söhne für das ferne England dahingeben? Der Unwille kam in den australischen Blättern so deut­lich zum Ausdruck, daß Menzies verschwand und die Opposition den neuen Ministerpräsidenten Cur- tin kürte. Als der Krieg mit Japan ausbrach, zog aber dieser nicht die eigentlich selbstverständliche Folgerung und erklärte die Neutralität Australiens, sondern setzte die Politik des Phantasten Menzies fort, Australien sandte Truppen auf Truppen zwar nicht an den Rhein, sondern nach Singapur und überall dort hin, wo die Londoner Plutokraten ihre Besitztümer verteidigen lassen wollten. So ist Australien jetzt von seinen besten Truppen entblößt. Es hat Überall seine Männer eingesetzt, nur nicht für die Verteidigung Australiens selbst. Mit Java fällt das letzte Außenbollwerk Australiens. Die japa­nische Gefahr steht unmittelbar vor Australiens Toren. Und jetzt hat ein australischer Kriegsrat beschlossen, Hilferufe an Roosevelt und Churchill zu .senden. Durch die Ernennung Wavells zum Oberbefehlshaber Indiens und sein Aufgeben des Oberbefehls über die gesamten Streitkräfte Austra­liens, Indiens, Burmas, Niederländisch-Insulindes

richtige Flamme gaben, verbreiteten sie einen Schwefelgeruch, der stets zum Husten reizte. Dann endlich vor etwa 50 Jahren kamen die Streichhölzer, wie wir sie heute noch benutzen. Pas­sende Schachteln, in denen rund 60 Stück zusam­menliegen (bitte nachzählen!) wurden hergestellt, und man glaubte, am Ziel zu sein. Für drei Pfen­nig kann man eine solche Schachtel erwerben, unv dabett macht der Staat noch ein gutes Geschäft, denn die Zündholzsteuer bringt einiges ein.

Aber es gab erfinderische Köpfe, denen dies ein­fache Hölzchen nicht fein und auch noch nicht prak­tisch genug erschien. Sie ruhten nicht, bis sie Feuer­zeuge hergestellt hattetn, die länger und besser brannten als die kleinen Streichhölzchen. Man hebt ie heute in allen möglichen Formen. Manche sind rund, andere wieder ganz flach, und wenn man seine Streichhölzer vergessen hat und seinen Mach­bar um Feuer bittet, bann erscheint meist ein sol­ches Taschenfeuerzeug. # r_.

Viele Jahre vor dem Weltkrieg hatte sich mein Freund auch ein Taschenfeuerzeug gekauft. Sie kamen damals gerade auf. Wir saßen m der Bahn. Er holte sich eine Zigarre aus der Tasche, schnitt sie sorgfältig ab, und nun erschien das neue Feuer­zeug. Er drückte auf den Knopf und hoffte, die rote Flamme zu sehen, aber es gab nur ein kleines Ge- rüusch. Die Mitreisenden sahen gespannt nach dem glänzenden Ding. Ein Lächeln erschien schon auf einigen Gesichtern. Als das Feuerzeug immer noch nicht funktionierte, wurden Streichhölzer angeboten. Mein Freund lehnte aber ab und steckte die Zigarre wieder ein. Später ging er in das kleine Abteil und erschien dann mit der brennenden Zigarre. Er hatte sie dort wie er mir am Abend gestand mit einem Streichholz angezündet.

Kür Tapferkeit vor öem Kemöe.

schrieben: Arn Mittwoch, 4. März, aelanat zum ersten Male Engelbert Humperdincks Märchenoper Lönigskinder" zur Aufführung. Dtr Komponist chuf fein Opernbuch nach dem gleichnamigen Mär­chen von Ernst Rosmer, und das Werk erwies sich bald als ein Welterfolg. Die Inszenierung hat Ober­spielleiter Max Schwarze, die musikalische Lei­tung Gerhard Hergert. Die Gänsemagd finqt Valeska Lange, die Hexe Gertrud Meinel, den Ko- nigssohn Walter Exsy, den Spielmann Ludwig Druschel. In weiteren Rollen: Elln Bamberger, Cilly Mauer, Kurt Bosny, Eberhard Kratz, Hans Lott, Franz Payer, Heins Roux und Bernhard Schmitz. Bühnenbilder: Karl Löffler.

Ich wollte nur sagen, Herr Baron ... weil heute der Fünfzehnte ist ... daß ich Herrn Baron zum letzten Februar um meine Entlassung bitte."

Was? Riemchen!" Fehr hatte sich hinterm Schreibtisch erhoben.Verlassen wollen Sie uns? Hör' ich re'cht? ... Aber das kann doch nicht Ihr Ernst sein?"

Doch, doch, Herr Baron. Das ist mein ganzer und voller Ernst. Ich hatte es mir gleich vorge­nommen ... damals, am Silvestertag, daß ich zum ersten März kündige. Wenn die Herrschaften wieder hier sein würden und eingerichtet."

Ja, um's Himmels willen, warum denn, Riem­chen ... Ich habe immer gemeint, Sie würden bis an Ihr hoffentlich noch fernes seliges Ende in Lap­persdorf bleiben? ... Wirklich, darauf habe ich in Gedanken immer gerechnet! ... Und warum denn? Ist irgend etwas nicht recht? Hat man Sie vielleicht unwissentlich gekränkt?"

Ih, Herr Baron? Wie sollt' das wohl sein? Aber ich bin nun über die Fünsundsechzig hinaus. Und das merkt man doch in den alten Knochen. Ich ge­hör' in einen stillen Haushalt. Oder eigentlich schon ganz in Pension. Und hier ... hier soll's ja jetzt sehr lebhaft werden, hat die Gnäd'ge gesagt. Und das versteh' ich auch gut, weil die Jugend es immer lebhaft haben will ..."

Fehr schüttelte den Kopf. ,

Nein, gutes Riemchen. Ich begreife immer noch nicht. Aber soviel begreif ich doch: das ist nicht der wahre Grund. Oder wenigstens nicht der einzige und wichtigste. Also mal raus mit der Sprache! Sie rauchen mir ... Sie sind doch jetzt vierundzwanzig \re hier..."

Unter Leitung des Bannfachroarts für Turnen, Karl Reuter (Gießen), wurden am Sonntag in der Turnhalle der Alten Pestalozzischule die Mann- schaftskämpfe im Gerätturnen des Jungvolks und der HI. ausgetragen. Fachwort Reuter begrüßte 19 Mannschaften und stellte fest, die Beteiligung am Wettkampf zeige, daß die Arbeit des Winters nicht vergeblich war. Dann turnten die 13 Mannschaften des Jungvolks ihren Wettkampf. Vier Pimpfe bil­deten eine Mannschaft. Geturnt wurden Pflicht­übungen am Reck, Barren, ein Sprung und eine Bodenübung. Die Kampfrichter stellte der NS.- Reichsbund für Leibesübungen. Anschließend trugen 5 Mannschaften der HI.-Klasse C ihren Fünfkamps -aus, bei dem zu Pflichtübungen an den vorgenann­ten Geräten noch eine Pflichtübung an den Ringen kam. Zuletzt turnte eine Mannschaft der HI.- Klasse B, für die 6 Teilnehmer voraeschrieben waren, einen Zehnkampf, der aus 5 Pflicht- und 5 Kür­übungen bestand.

Die Leistungen waren befriedigend. Die angette- tenen 19 Mannschaften wurden von nur fünf Ver­einen des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen ge­stellt. Beteiligt waren Tv. 1846 Gießen mit 7, To. Großen-Linden mit 5, Tv. Heuchelheim mit 3, Tv. Lollar mit 1 und Do. Wieseck mit 3 Mannschaften. Der To. Großen-Linden hatte den erfreulichen Ver­such unternommen, eine Mannschaft in der B-Klasse zu stellen. Da diese Mannschaft als Vertretung des Bannes bei den Gebietswettkämpfen nicht stark ge­nug fein roirt), soll versucht werden, eine Bann­mannschaft aus den besten Einzelturnern als Bann­vertretung bei den Gebietsmeisterschaften in einem Lehrgang am 15. März in Gießen auszuroählen.

Der Wettkampf wickelte sich flott und reibungs­los ab. Bannfachwart Reuter nahm die Sieger­ehrung vor und schloß mit dem Gruß an den Führer.

Ergebnis der Mannschastskämpfe.

HI.-B-Klasse (1 Mannschaft, Zehnkampf, 6 Teil­nehmer) Tv. Großen-Linden, Mot. 2/116, 693 Pkt.

HI.-OKlasse (5 Mannschaften, Fünfkampf, 4 Teil­nehmer je Mannschaft) 1. Lollar, Gef. 2/116, VfL. 301 Pkt. 2. Wieseck, Ges. 10/116, Turnverein 288,5 Pkt. 3. Gießen I, Bann 116, Tv. 1846 283,5 Pkt. 4. Heuchelheim, Na. 2/116, Turnver. 278,5 Pkt. 5. Gießen II, ^ann 116, Tv. 1846 242 Pkt.

Jungvolk (13 Mannschaften, Vierkampf, 4 Teil­nehmer je Mannschaft) 1. Heuchelheim I, Fl. 6/116, Turnverein 248 Pkt. 2. Gießen I, Fl. 2/116, Tv. 1846 246 Pkt. 3. Wieseck I, Fl. 19/116, Turnverein 242,5 Pkt. 4. Heuchelheim II, Fl. 6/116, Turnverein 258,5 Pkt. 5. Wieseck II, Fl. 19/116, Turnverein 233 Pkt.

hat ganz recht, sie ist wirklich zu alt, sie hat gar zu unmoderne Vorstellungen von einer Wirtschaft. Ich habe es gestern bei unserem kleinen Fest deutlich ge- merkt. Sie ist ganz provinziell, ohne Schick! Wir finden ja leicht eine neue Mamsell, da ist doch gar feine Schwierigkeit! Es ist auch wirklich besser, mit neuen Leuten zu arbeiten da hört man nicht immer: .Früher war es so' und dergleichen.

Es tat ihm wohl, sie so reden zu hören.

Du hast recht, Kind. Eine Frau siebt das viel klarer. Wenn man alles von Grund auf neu baut, soll man nicht alte Steine mit einmauern. Obwohl es mich wirklich wurmt.. Sie roqr so treu, es roar immer absoluter Verlaß auf sie. So treue Menschen findet man heute selten, die scheinen ausgestorben. Ulla' Ulla ist an allem schuld! Ulla hat immer mit ihr zusammengesteckt! Denk dir, selbst das von ihrer Höirat hat die Riem die ganze Zeit gewußt! Er schwieg eine Weile, bann:Ich habe mir etwas überlegt, Marion. Ich gebe mir einen S und fahre mal nach Dresden und spreche mit Ulla. Ich bilde mir nicht ein, daß ich ihr diese Heirat aus­reden kann sie hat offenbar meinen harten Schädel und schließlich, wie käme ich auch dazu?! Soll sie heiraten, wen sie will. Wulflam ist am Ende nicht der schlechteste"

Ja aber wenn du bas denkst, Jan, was willst bann eigentlich in Dresden?"

Vernunft soll sie annehmen! Einsehen soll sie, daß gewisse Dinge eben nicht gehen! Sie kann sich nicht mit ihrem' Wulflam hier nach Lappersdorf setzen, wenn alles so zwischen uns bleibt tote es leider Gottes heute ist! ... Kind, du kennst unsere sogenannteGesellschaft" nicht - oder vielleicht hast du gestern eine leise Ahnung bekommen, bu kannst dir bas Gerebe unb Getuschel nicht vor­stellen, bas nottvenbig entstehen muß, wenn sie im Dovse wohnt und bies Haus nicht betritt. Das t|t über cllle Maßen unangenehm für uns alle. Luch für dich."

(Fortsetzung folgt)

Köni g", zum Staatsschauspieler ernannt. Reichs­minister Dr. Goebbels hat den Film burch bas höchste PräbikatFilm b e r Nation" ausge­zeichnet. Der Deutsche F i 1 m r i n g, ber mit diesem Präbikat verliehen wirb, würbe bem Re­gisseur Veit Harlan zuerkannt. Bisher erhielten diese Auszeichnung Emil Jannings für ben Film Ohm Krüger" unb Gustav Ucicky für den Film Heimkehr".

57 Millionen

amTag der deutschen Polizei".

Die amTaq ber deutschen Polizei" am 14. unb 15. Februar b. I. burchgesührte Sammlung für bas Kriegswinterhilfswerk hat 57 299 626,52 RM. er­bracht. Die Zunahme gegenüber dem Vorjahre be­trägt also 24 438 117,04 RM., das sind runb 74 v. H. Zu biesem Betrag haben bie unter Führung bes Reichsführers ff unb Chefs der beutschen Polizei, Heinrich Himmler, stehenben Männer der Ord- nunaspolizei, ber Sicherheitspolizei und bes SD., der Polizeireserve, der Technischen Nothilfe und ber Freiwilligen Feuerwehren aus eigenen Mitteln neben ihren lausenden sonstigen Spenden eine Son- derspende von 7 952 981,73 RM. beigetragen. Mit dieser bisher höchsten Spende für das WHW. Hut das deutsche Volk ein erneutes, eindringliches Be­kenntnis für ben Führer und sein Werk abgelegt.

Wegen Landesverrats hingerichtet.

Die hurch Urteil des Volksgerichtshofes vom 19. November 1941 zum Tobe verurteilte 42jährige Johanna K u r s a tz geb. Dombrowski aus Kirchdorf (Kr. Wollstein) ist hingerichtet worden. Die Ver­urteilte hat aus Gewinnsucht im Auftrag einer fremden Macht Spionage gegen Deutschland getrieben. Weiter ist der durch Urteil des Volks­gerichtshofes vom 2. Dezember 1941 wegen Landes­verrats zum Tode verurteilte 36jährige Josef Kroll aus Türkwitz-Wygode (Warthegau) hinge­richtet worden. Der Verurteilte, der schon früher wegen Landesverrats zu einer langjährigen Zucht­hausstrafe verurteilt worden war, hat nach feiner Entlassung aus der Strafhaft im Auftrag einer fremden Macht erneut gegen Deutschland Spio­nage getrieben unb schwere Nachteile für mehrere Reichsbeutsche herbeigeführt.

Klein- politische Nachrichten.

An der Technischen Hochschule in Breslau wurde die Gründung des Instituts für chemische Techno­logie synthetischer Fasern vollzogen. Reichsminister Rust sprach ben besonderen Dank ber Reichsregie­rung dem weitsichtigen Stifter des Jnstttuts, Gene­raldirektor Doerr. Hirschberg, aus.

*

Der nordamerikanische Kongreß nahm das Mili­tärbewilligungsgesetz in Höhe von 32 Milliarden Dollar an.

für sich frei zu bekommen. Hierzu hat das Landge­richt Dresden mit Urteil vom 22. August 1941 (Deutsches Recht" Nr. 49 vom 6. Dezember 1941, Seite 2572 ff,) folgenden Grundsatz aufgestellt: Der Erwerb eines Grundstücks in ber Absicht, sich in ben Besitz ber Wohunng eines Mieters zu setzen, um baburch ber Sorge um die anderweitige Beschaf­fung einer Wohnung zu entgehen, ist im national« ozialistischen Deutschland bann fein Aufhebungs- grunb nach § 4 MSchG., wenn ber Mieter woh- nungslos würde. Im vorliegenden Fall spricht auch noch die Tatsache, bah ber Mieter jetzt Soldat ist, zu seinen Gunsten. Das Urteil, bas imDeutschen Recht" eingehenb besprochen wird, ist geeignet, für ähnliche Fälle wertvolle Grundlage zu geben.

Prüfung von Hausgehilfinnen.

Im Einvernehmen mit bem Deutschen Frauen­werk findet am 13. unb 14. März in ber Mabchen- berufsfchule, Gießen, Kirchstraße 18, eine Prüfung von Hausgehilfinnen statt. Zu biefer Prüfung wer­ben hauswirtschaftliche Lehrlinge zugelassen, bie ihre zweijährige Lehrzeit beenbet und zwei Jahre lang die hauswirtschaftliche Berufsschule ober einen

,__-"I x