Giehener Anzeiger
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192. Zahrgang Nr. 55
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Oie Bahnlinie Batavia—Bandung von japanischen Truppen besetzt.
selbstverständlich zunächst mir an sich dachten und Indien als ein unerschöpfliches Kriegsmaterialreservoir ansahen — lehnt heute eindeutig ab, ein Vasallenstaat zu sein, so daß die Frage des Do
le gegen die britische cheidender Weise durch
Wie orientiert sich IlorSeuropa?
Drei Gruppen sind es im wesentlichen, die seit dem 9. April 1940 Dänemarks Innenpolitik be« einslujsen und damit auch auf die Außenpolitik des Landes einwirken: das konservative Bür- g e r! u m wünscht sich erst nach dem Frieden endgültig zu entscheiden; die hinter der heutigen Regie- rung stehenden Kreise sind zwecks Erhaltung des jetzigen Systems für eine zeitweilige Einordnung; der dänische Nationalsozialismus bejaht das neue Europa unter deutscher Führung. Einig sind sich alle darin, daß das Land sich der zwingenden Gesetzmäßigkeit dessen nicht entziehen kann, was außerhalb seiner Grenzen geschieht; aber Zeitpunkt und Ausmaß der hieraus zu ziehenden Folgerungen find die großen Streitobjekte, fraglos füib die politischen und namentlich wirtschaftlichen Erfahrungen Dänemarks mit England alles andere als ermutigend, aber es ist offenbar dem Beharrungsvermögen des dänischen Volks- Charakters unmöglich, sich fn dem erforderlichen Maße rechtzeitig zu der tiefgehenden geistigen Revolution zu bekennen, die sich gegenwärtig vollzieht. Dabei weih man, daß auch Dänemark künftig nicht auf Europa verzichten kann. Doch die notwendige innere Umstellung, besonders im Ver- hältnis zum Reich, vollzieht sich nur sehr schleppend, obschon die große Mehrzahl der Dänen den 9. April 1949 bereits jetzt die einzige Möglichkeit zur Erhaltung der traditionellen Neutralität nennt, ja, die Voraussetzung zum weiteren Bestand des Staates. Immerhin deutet der unlängst vollzogene Beitritt zumAntikominternpakt Darauf hin, daß auch Kopenhagen die Zeichen der Zeit deuten lernt und gewillt ist, seinen Beitrag zur neuen Ordnung zu leisten.
Tokio, 4.März. (DNV.-Funkspnrch.) Aach den neuesten aus Java vorliegenden Meldungen haben die japanischen Truppen die von Batavia nach dem niederländisch-indischen Hauptquartier Bandung führende Bahnlinie beseht und damit die feindlichen Verbindungslinien zur Front im Westteii der Insel a b g e s ch n i t t e n. Die japanischen Truppen hatten am Dienstag Bandung, den bisherigen Sih des alliierten Hauptquartiers nahezu erreicht. Line japanische Vorhut hatte einen Platz erreicht, von dem aus Bandung bereits zu sehen war.
Obwohl keine amtliche Verlautbarung über das Vordringen der Japaner auf Java vorliegt, werden rasche Fortschritte gemeldet. In der Hauptsache scheinen die Kämpfe sich um Bandung, südöstlich von Batavia, um Semarang, das nach den jüngsten Berichten bereits beseht sein soll, und 5 u - rabaya zu bewegen. Die wichtigsten Stützpunkte und Verkehrszentren an der Aordküste sind bereits in den Händen der Japaner. DieVahnzwischen Vataviaund Surabaya soll an vielen Punkten erreicht sein. Feindliche Luft- oder Seetätigkeit ist bislang nicht beobachtet worden.
Von japanischer zuständiger Seite wird betont, daß die japanischen Operationen auf allen holländisch-indischen Inseln unentwegt fortschreiteu, wie
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Serbien und Griechenland und wenig später auch Kreta verloren. Der Mann, der den Angriff auf die italienischen Truppen in Nordafrika mit der gesammelten Macht des Empire unternahm und in Bengasi stand, wurde dann als Napoleon der Wüste so gründlich von General Rommel geschlagen, daß er von Churchill nach Indien geschickt wurde. Dort sollte er einmal die Verbindung über Iran zu den Sowjets aufnehmen und ferner so etwas wie eine Kaukasusfront vorbereiten. Es wurde nichts daraus. Als der Krieg in Ostasien ausbrach, verlor Wavell als Oberkommandierender eine Position nach der anderen: Hongkong, Malaya, Singapur, dann Borneo, Sumatra, Bali, die Japaner griffen Burma an und stehen jetzt vor Rangun. Und nun zeigt sich die Infamie Churchills in ihrer ganzen Nacktheit. Java ist das letzte Bollwerk vor Australien und Neuseeland. Fällt es, dann steht den Japanern der Weg nach Australien offen. Australien, der menschenleere Erdteil, befindet sich in hoffnungsloser Einsamkeit. Man hätte meinen sollen, daß Churchill und Wavell zunächst versuchen würden, Australien mit allen Mitteln zu helfen, und es gab kein bessere- Mittel, als das Vorfeld Australiens, Java, zu verteidigen. Aber Australien wird von Churchill kaltblütig geopfert.
Die Abberufung des Generals Wavell vom Kommando im Südwestpazifik und die Uebergabe des Oberbefehls an den niederländischen General ist der sichtbare Ausdruck der Absichten Churchills, sich um Niederländisch-Jndien, Australien und Neuseeland nicht mehr zu kümmern, um dadurch die Verteidigung der Burma st raße, die ihm für die Rettung der englischen Position in Indien wohl wichtiger ist, zu verstärken. Den Kampf in Niederländisch-Jndien überläßt man den Holländern. Der diplomatische Korrespondent des Reuterbüros leistet sich dazu folgende Bemerkung: „Man kann über- zeuat sein, daß die Holländer den japanischen Angreifern mit dem gleichen Mut und der gleichen Zähigkeit gegenübertreten werden, die sie in ihrem Vaterlande den Nazis gegenüber bewiesen haben. Sie werden von den alliierten Mächten, soweit wie nur irgend möglich, unterstützt." Nun wissen es die Holländer in Niederländisch-Jndien ganz genau, daß sie der hohen Ehre gewürdigt sind, für England zu
minienstatuts bereits überholt ist. Diese Tatsache kann man auch nicht-durch bestellte Briefe „einflußreicher indischer Persönlichkeiten" verwischen, wie es Churchill unlängst tat, um alle unangenehmen Fragen wie im Weltkrieg auf die Zeit nach dem Kriege zu vertagen.
Der Vormarsch Japans in Burma und in Nie- derländi'sch-Jndien, die steten japanischen Siege an allen pazifischen Fronten haben die seit langem bestehende Bewegung nur noch mehr in Gang gebracht. Das englische Herrenvolk hat durch gründliche Mißgriffe, durch einen brutalen Egoismus und ein raffiniertes kapitalistisches Ausbeutungssystem seit langem die Perle seiner Krone ihres Glanzes beraubt. Indien ist auf dem Wege, wenn auch vorläufig vielfach noch dumpf, unbewußt und ziellos, aber im letzten doch unbeirrbar, diesen Glanz für das eigene Wohl zurückzuholen. Man spürt in Indien, daß die britische Unterdrückungspolitik ihren Boden verliert, daß das Empire bedenkliche Risse zeigt und reagiert darauf mit zahllosen kleinen und kleinsten Maßnahmen und Äußerungen, die zusammen gesehen dem riesigen Strom, der in der Masse noch ziellos ist, eine Richtung zu geben beginnen. Man darf solche Entwicklungen nicht mit europäischen Maßstäben messen, man darf sich auch nicht täuschen, daß das Strombett für Indiens eigenen Weg noch nicht gegraben ist, aber zahllose Quellen und Rinnsale sind am Werk, den britischen Fels in Indien auszuhöhlen.
Oer britische Rückzug auf Indien.
England überläßt Java seinem Schicksal. - Wavell nach Indien zurückbeordert
durch das Vordringen auf Sumatra von Palem- bang nach Nordwesten, durch die Einnahme von Muaretebe und der gemeldeten vollständigen Besetzung Borneos bewiesen worden sei.
Hoffnungslose Lage Batavias
„Die holländischen Truppen auf Java haben furchtbare Verluste erlitten und können den Kamps nicht mehrmalige fortsetzen, wenn sie keine umfassenden Verstärkungen erhalten", erklärte ein Sprecher des holländischen Kolonialmimsteriums in London am Dienstagmittag. Er teilte gleichzeitig mit, daß die holländisch-indische Regierung Batavia verlassen ynd sich nach Bandung begeben habe. Die niederländisch-indische Agentur meldet eine direkte Bedrohung Batavias, das so gut wie e i n g e - schlossen sei. Die Agentur läßt durchblicken, daß man sich auch mit dem Fall Soerabajas vertraut machen müsse. Die Japaner seien bis auf 70 Kilometer an die Stadt heraugekommen. Obwohl die Holländer m diesem Operationsgebiet über etwa 100 000 Mann, zumeist Javaner, verfügten, breite sich der von den . Japanern geschaffene Brückenkopf wie ein Oelfleck aus. Mit Zügen, Wagen und Flugzeugen würden alle noch verfügbaren Truppen an die Front gebracht, trotzdem verlören die Holländer stets an Boden. Ein Sonderkorrespondent von „Exanche Telegraph" meldet aus Batavia, daß sich eine neue große japanische Transport flotte Java nähere.
kam wieder der Absicht der britischen Söldnerbüros entgegen, denn wir sehen es ja heute am bolschewistischen Beispiel, daß die Hungerpeitsche willige Soldaten erzieht, was sich im Falle Indiens allerdings auch als ein Trugschluß herausgestellt hat, denn die Ueberläufer bei den Kämpfen in Malaya zeigen, wie es im Herzen dieser „britischen Unter»
In Norwegen sind mit der Schaffung der Regierung Vidkun Quisling und der Einsetzung seiner Nasjonal Sämling zur Trägerin des politischen Lebens die notwendigen Voraussetzungen gegeben, daß das Land den von eigenen Lebens- interesfen gebotenen Kurs steuert. Dieser Mann und seine Bewegung haben seit je die englandhörige und deutschfeindliche Haltung der früher Regierenden als nationales Unheil bezeichnet, und jetzt find sie
Indiens Weg zu sich selbst
Von unserem B.-Berichterstatter.
vor ihre große Bewährungsprobe gestellt. Die Ausgabe ist schwer, aber lösbar, zumal Quisling über wertvolle Mitarbeiter verfügt, die sich ebenso um Norwegen verdient gemacht haben, wie sie durch Einsatz an der Kampffront bewiesen haben, daß es ihnen ernst ist um die neue deutsch-norwegische Gemeinschaft. Diese, die nordischen Lebensgesetze und ein arteigener nationaler Sozialismus sollen und werden die Grundlagen für die Erneuerung Norwegens bilden. In ihm ist kein Platz mehr für die Nachäffung des britischen Parlamentarismus, für Moskauer Marxismus und für liberalen Kapitalismus westlicher Prägung.
Beachtliche Teile der norwegischen Jugend kämpfen als Freiwillige an der Ostfront, während das Reich trotz des Kriegs mit umfangreichen Lieferungen aller Art die materiellen Bedingungen für Erhaltung und Umstellung der Wirtschaft Norwegens erfüllt. Der beste Start für die neue Nationalregierung war die Gewißheit, daß Deutschland eindeutig erklärte, es " sehe sein Verhältnis zu Norwegen wesentlich anders als noch vor kurzem England das feine zu den Iren, es respektiere den Wunsch nach Selb-
llnter dem Druck der Niederlage von Java hat Churchill beschlossen, den erst vor kurzem geschaf- fenen Oberbefehl des Generals Wavell über sämtliche Truppen im südostasiatischen Raum zu teilen und den Holländern die Alleinverantwortung für die Verteidigung Javas zuzufchanzen. General Wavell ist also nicht mehr Oberkommandierender im Südwest-Pazisik, sondern Oberkommandierender der Streitkräfte Br tisch-Jndiens und Burmas. Der militärifche Mitarbeiter des „Daily Expreß" hängt denn auch der Katze die Schelle um und fagt, als Oberkommandierender habe Wavell nur „die Zeit vergeudet", denn es fei nichts übrig geblieben, was er zu kommandieren hätte, eine Bemerkung, die sich aus der schnellen Eroberung von Singapur, Borneo, Sumatra, Bali usw. eigentlich von selbst ergibt. Wenn dieser militärische Sachverständige hinzusetzt, die Rückkehr Wavells nach Indien lege den Gedanken nahe, daß sich dieses Land in direkter Gefahr befände, dann dürfte er mit seinen „Gedanken" ebenso wenig fehlgehen wie mit der Behauptung, wenn Südburma verloren gehen solle, müsse Wavell alle seine Kräfte aufwenden, um wenigstens das obere Burma zu halten, denn weiterer Nachschub müsse Tschungking erreichen, wenn die Truppen Tschiangkaischeks überhaupt im Gefecht bleiben sollten. Andere englische Blätter, die diese Auslösung des englischen Oberkommandos über die Truppen in ganz Ostasien besprechen, geben ebenfalls offen zu, daß die Entwicklung der Dinge in Burma und die Bedrohung n'cht nur Ranguns einfach dazu gezwungen habe, denn Indien und die Straße nach Tschungking seien wichtig, womit Churchill aus dem Zusammenbruch seiner strategischen Pläne abermals die Konsequenz gezogen hat, einen Verbündeten, diesmal die Niederländer in Jnsulinde, zu opfern. ......
Der Weg Wavells ist der Weg des Churchillschen Bankervtts. Bevor er nach Indien gesandt und dann auf den Posten eines Oberkommandierenden sämtlicher alliierten Streitkräfte in Ostasien gehoben wurde, war Wavell derjenige, dem Churchill das Vertrauen schenkte, seine dilettantenhaften Pläne im Vorderen Orient durchführen zu können. Von Kairo aus besuchte der Oberkommandierende Wavell Athen und Belgrad mit dem Erfolg, daß die Engländer
kämpfen und zu sterben, während England leere Versprechen der Hilfsbereitschaft gibt. Wie die englischen Kriegsverbrecher bis jetzt bis zum letzten Polen, Norweger, Franzosen, Belgier, Serben und Griechen gekämpft haben, so kämpfen sie jetzt noch bis zum letzten Bolschewisten und neuerdings bis zum letzten Holländer in Jnsulinde.
Schicksalhafte Bedeutung für Neuseeland und Australien
Tokio, 3. März. (Europapreß.) In den Betrachtungen über Die militärische Laae auf Java unterstreicht die japanische Presse, datz der bevorstehende Verlust Javas eine schicksalhafte Bedeutung für Australien und Neuseeland haben werde. „Mit dem Verlust Javas werden Die Briten ihre letzte, Indien unD Australien verbindens Linie verlieren", schreibt „Pomiuri Schimbun". England werde daher gezwungen fein, f i ch nach Indien zurückzuziehen. Selbst wenn amerikanische Streitkräfte Australien über die südliche Route erreichen könnten, mühten künftig Großbritannien und die USA. getrennte militärische Operationen führen, was ihre Kampfkraft weiter mindern würde. Das Blatt sagt mit dem Fall Javas auch den bevorstehenden Fall Australiens und Neuseelands voraus. Japan werde keinen Augenblick zögern, sein Schwert gegen Australien zu richten, falls dieses seine feindselige Haltung gegen Japan fortsetze. Der kürzlich ftattgefunDene Angriff auf Port Darwin fei nur ein Vorspiel von Dem, was Australien Dann zu erwarten hätte, sagt „Kokumin Shimbun" und wirft Den Australiern ihre feit Jahren feindselige Haltung vor. Der Beweis seien Die gegen Japan gerichteten australischen Einwanderungsbestimmungen und Exportverbote und der Beitritt Australiens zu Der ABCD-Front. Es sei jetzt für Australien der Zeitpunkt gekommen, seine Einstellung gegenüber Japan nochmals zu überprüfen, andernfalls es damit rechnen müsse, von Japan eine Lehre erteilt zu bekommen.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Bangkok, im Februar 1942.
Das englische Rezept für Indien beginnt langsam aber sicher unwirksam zu werden. Es hat immerhin 180 Jahre gebraucht, um sich abzuwirtschaften, aber schon die Tatsache, daß London bereits zu schärfsten und gewagtesten Mitteln greifen muh, um überhaupt den englischen Witten Durchzusetzen, beweist, Dah in diesem riesigen Lande der Gegensätze ein Konsolidierungsprozeß begonnen hat, der Den englischen Bestrebungen zuwiderläuft. Die Briten hatten es sich sehr einfach gemacht, zu einfach, um der „Perle in der Krone des Empires" für alle Zeiten eine sichere Fassung zu geben. Denn sie regierten dieses Land, das nach der letzten Volkszählung 389 Millionen Einwohner aufweist und die größte geschlossene Mohammedanereinheit der Welt darstellt, nach Dem Grundsatz, daß es ein „indisches Volk" nicht gibt, sondern eine Anzahl von rassisch, religiös, sprachlich und kulturell getrennten Stämmen. Nach einem Wort Lord Morleys repräsentieren seine Völkerschaften alle Kulturstufen, die die Menschheit vom 5. bis zum 20. Jahrhundert durchlaufen hat. In diesem Ausspruch liegt bereits die politische Taktik Der Engländer gegenüber Indien begründet. Sie ließ sich von Dem einstmals sicheren Instinkt einer zur Herrschaft begabten Rasse leiten, daß man. diese Gegensätze nur zu übersteigern brauche, daß man Die bestürzende Fülle Der Erscheinungen und Das Nebeneinander Der Religionen unD Kasten, Der Sprachen und Zivilisationsstufen nur brutal und rücksichtslos für die eigenen Zwecke auszunutzen brauche, um ungestört den ungeheuren Reichtum des Landes ausbeuten zu können.
Das war ein Trugschluß, Der von der führenden indischen Schicht nicht erst seit diesem Kriege erkannt wurde; denn Die Mängel dieses Systems machten sich bereits kurz nach dem Weltkrieg bemerkbar, wobei Die gebrochenen Versprechungen hier wie im Nahen Osten als Sauerteig in Dem großen Gärprozeß Der asiatischen Welt wirkten. Auch kluge Engländer waren sich zu allen Zeiten Der Schwächen ihres indischen Systems bewußt, sagt Doch Seelen in seinem Werk „The Expansion of England^, daß England sich auf Die Eroberung Indiens nicht allzuviel einbilden solle, Denn am Ende hätte doch Indien nur durch Die JnDer erobert werben können! Das ist freilich auch noch sehr britisch gesprochen, Denn Diese Erkenntnis schließt die heute naheliegende aus, dah England Indien auch wieder durch Die JnDer — verlieren konnte!
Was die Engländer nicht sehen wollten und was sich heute auszuwirken beginnt, ist Die Tatsache, Dah beispielsweise Der Maharadscha von Kaschmir Hindu ist. 93 v. H. seiner Untertanen aber Mohammedaner, während Der Nizzam von Haiderabad als Moslem 95 v. H. Hindus als Untertanen zählt. Aehnlich ist es mit allen anderen angeblich „unüberbrückbaren" Gegensätzen auch. Die landläufige englische Agitation zählt 220 Sprachen für Indien auf, in Wirklichkeit gibt es aber nur Deren 12, während alle anderen Dialekte sind. Betrachtet man Die zwölf Sprachen genauer, so bleiben schließlich nur noch fünf übrig, Die in ihren Wortstämmen verschieDen sind. Für rund 140 Millionen Inder ist Hindi Die Muttersprache, Die aber bestimmt noch von weiteren 70 Millionen Indern verstanden wird. Die 80 Millionen Mohammedaner können sich durch ihr Hin- dustani übrigens gleichfalls den Hindus verständlich machen, während in Der Tat Die amtliche Verkehrssprache, eben Das Englische, von höchstens vier Millionen Indern verstanden wird, also von einem Prozent der Bevölkerung!
Schwieriger liegen Die Dinge schon auf religiösem Gebiet, aber auch hier sind in Der letzten Zeit bemerkenswerte Einbrüche erfolgt. Bereits im Jahre 1938 schrieb Das Blatt Der nationalistischen burmesischen Moslems „Sher Rangoon", Dah Bestrebungen im Gange seien, Die zwei größten Reliaions- gemeinschaften, die Der HinDus und Der Moslems auf einer gemeinsamen Plattform zu vereinigen. Auch Die am 1. April 1937 in Kraft getretene „Verfassung", Die bewußt Durch Das parlamentarisch- demokratische Regierungssystem die beiden Gruppen auseinandertreiben und gegeneinanDer aus» spielen sollte, hat nur scheinbar Erfolg gehabt: Der Gedanke Der nationalen Einheit beginnt rapide, diese Gegensätze zu überbrücken, wofür es übrigens historische Beispiele gibt, wie der Sepoy-Aufstand Mitte Des ' vorigen Jahrhunderts. England kann heute nicht mehr Darauf bauen, Die 260 Millionen Hindus gegen Die Mohammedaner auszuspielen
Es hat selbstverständlich noch andere „Entschil- digungen" bei der Hand, warum es Die so oft versprochene nationale Selbständigkeit Den Indern nicht gegeben hat. Die Durchsichtigste und zugleich aesähr- lichlle ist Diejenige, Dah Indien für eine Selbstverwaltung noch nicht „reif" sei. Gerade dieser so oft von den Briten ins Treffen geführte „Grund" muh jeden gebildeten und nationalbewuhten Inder, vor allem die junge Generation, maßlos erbittern, denn Dieses uralte Kulturvolk ist allein Durch Enolands Schuld zu einem Dasein verurteilt, das eine einzige Anklage gegen die britischen Zwingherren Darstellt. Dieses wirtschaftlich begabte Volk ist ja erst Durch die brutalen englischen Methoden auf jene Zwischen- stu'e herabgedrückt worden, in Der man zum Verhungern zu viel und zuiy Leben zu wenig hat
Daraus erklärt sich auch, Daß Das indische Kon- tinaent am britischen Krieg in Ostasien verhältnismäßig sehr groß ist, obgleich sich 85 v. H. aller JnDer. vor diesem Krieg zur Kongreßpartei bekannten, Die Die Parole Der nationalen Selbstregierung vertritt. Die systematische Zugrunderichtung Der hochentwickelten indischen Baumwollindustrie durch das Verbot Der Maschineneinfuhr, Das von Den Briten llark begünstigte unD berüchtigte Pachtsystem Der inDischen Nalmbs, Das Den inDischen Bauern in Hohe von 15 MilliarDen Ruvien verschuldete, sinD nur ?wei Beispiele Dieser mit Absicht herbeigellihrten Versklavung des Inders, Die zur Massenarbeitslosigkeit von 50 Millionen Menschen führte. Das
Herrschaft wurden in ..... ..
Den Weltkrieg ausaelöst. Die „Reformen", mit Denen England auf Die immer stärker vorgebrachten ForDerungen nach Selbstregierung antwortete, trugen in ihrer Unzulänglichkeit nur Dazu bei, Den Selbstbesinnungsprozeh Des indischen Volkes zu fördern und alle jene Pläne zu zerstören, Die England mit Der „Kound-table^-Konferenz unD Dem Riesenwerk einer neuen Verfassung hegte. Das nationale Indien, Das Durch Den Weltkrieg belehrt wurde, Dah es sehr wohl eine große Industrie führen und ausbauen kann — wobei Die EnglänDer


