Ausgabe 
3.10.1942
 
Einzelbild herunterladen

beißender Ironie fragte der Führer, warum die britische Plutokratie und Herr Roosevelt mit seinen jüdischen Drahtziehern denn überhaupt den ftrieg oegönnen hätten, mit dem sie doch den Nattonal- sozialismus zerschmettern wollten, wenn ihnen nun nichts Besseres einfiele, als die innere Gärung in ihren Völkern und die bittere Enttäuschung über die .ununterbrochene Folge militärischer Nieder­lagen mit der Aussicht auf eine Kopie des national­sozialistischen Staates zu besänftigen.

Der Heilungsprozeß, den das deutsche Volk dank der zielbewußten und unermüdlichen Erziehungs­arbeit Adolf Hitlers und der Nationalsozialistischen Partei durchgemacht hat, bewahrt es heute vor irgendwelchen ähnlichen Anwandlungen der Schwäche oder auch nur des ungeduldigen Zagens. Es war em grundlegendes Verhängnis für die Kriegspolittk unserer Feinde, daß sie ihre Kenntnis von der inneren Haltung des deutschen Volkes von den Emi­granten bezogen haben, die, um sich nicht miß­liebig zu machen, in ihren Berichten ihren Auftrag­gebern nach dem Munde redeten. Mit der allzu langsam dämmernden Erkenntnis, daß man sie be­logen hatte und es vergeblich war, auf ein Aus­einanderfallen der inneren Front, auf eine Kluft zwischen Führer und Volk zu warten, zerbricht eine der wesentlichsten Voraussetzungen, unter denen die angloamerikanischen Plutokratien in den Krieg ge­zogen sind. Heute zu Beginn des vierten Kriegs­jahres wie am ersten Tage erfüllen die gleiche ruhige.Ueberlegenheit und gelassene Zuversicht, die aus jedem Wort des Führers sprachen, das ganze deutsche Volk. Und es hat wahrlich Grund, gegen­über dem Wirrwarr der Meinungen, der inneren Unsicherheit und ständigen Verlegenheit im feind­lichen Lager ein gelassen heiteres Gesicht zur Schau zu tragen, denn was ihm durch den Mund des Führers zur Kenntnis gebracht wurde, ist das Bild einer Natton, deren kraftvolle Machtentfaltung in hartbm, opferreichen Kampf nach der schweren Be­währungsprobe des vergangenen Winters alle die Faktoren politischer, militärischer und wirtschaft­licher Art geschaffen hat, die den Sieg verbürgen. Der Führer hat uns einen Blick tun lassen in die Zielsetzung der Operationen dieses Sommers. Was erreicht wurde, entspricht dem voll und ganz. Dem Bolschewismus wurden die letzten großen Kohlen­felder, die wichttgsten Weizengebiete, die bedeutend­sten Eisenbahnstrecken genommen, der Hauptwasser­weg wurde durch den Riegel am Wolgaknie bei Stalingrad gesperrt und damit die Sowjetfront und das Sowjetgebiet überhaupt in zwei Teile ausein­andergerissen, wodurch der Sowjetstaat und vor allem die bolschewistische Wehrmacht von dem wich­ttgsten Oelproduktionsgebiet abgeschnitten werden.

Was für den Feind einen Verlust bedeutet, der ihn, da es sich um für ihn lebenswichtige Gebiete handelt, zum Krüppel machen, und je länger und schärfer er für ihn fühlbar wird, seine Widerstands- kraft lähmen muß, das bedeutet für uns einen Gewinn, dessen Realisierung freilich ein gewaltiges Maß an Organisationskunst und zäher Aufbauarbeit voraussetzt, namentlich in der verkehrsmäßigen Er­schließung eines so weiten Raumes, der hinter europäischen Verhältnissen um Jahrhunderte her­hinkte. Der Führer hat uns in seiner anschaulich klaren Art dargelegt, welche ungeheuren Leistungen der kämpfenden Truppe auf dem Fuße folgend unaufhörlich vollbracht werden, um ihr den Nach­schub zu sichern, die wirtschaftlichen Sckätze des ge­wonnenen Gebietes der eigenen Kriegführung dienstbar zu machen, aber darüber hinaus diese Riesenräume fruchtbarsten Bodens und wertvollster Rohstoffe so zweckmäßig zu organisieren, daß sie das Rückgrat eines blockadejeften Europäischen Konti­nents werden. Stalingrad ist nicht nur ein Sym­bol, das die Sowjets um des Prestiges willen mit zäher Verbissenheit verteidigt haben, sondern stra­tegisch wie wirtschaftspolitisch die Schlüsselstellung, deren Sprengung die schwerwiegendsten- Folgen für die sowjetische Kriegführung haben wird. Weil die Sowjets diese Bedeutung der Stadt sehr aenau er­kannt haben, kämpfen sie mit beispielloser Härte um jeden Fußbreit, klammern sie sich an jeden Stein des rauchenden Trümmerfeldes und werfen immer neue Kräfte zu verzweifelten Entlastungs­stößen gegen die deutsche Riegelstellung. Aber alle Gegenwehr wird ihnen nichts nützen. Eines Tages wird Stalingrad fest in unserer Hand sein und so erklärte der Führer mit erhobener Stimme kein Mensch wird uns von dieser Stelle mehr weg­bringen. So entspricht der Verlauf des Sommer- seldzuges dieses Jahres dem Programm, das wir uns zurechtgelegt hatten, nämlich unter allen . Um­ständen das zu halten, was gehalten werden muß, also den andern anlaufen zu lassen, so lange er anlaufen will, dort, wo wir selber nicht vorzu­gehen beabsichtigen, und eifern zu halten und ab­zuwarten, wer nun am ehesten hier ermüdet. Unter diesem Zeichen standen und stehen noch die erbit­terten Abwehrkämpfe am mittleren und nördlichen

Ein Mann rechnet ab

Roman von Horst Biemath

14. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Gewiß verachtete Malte ihren Vater. Wie anders war seine Haltung sonst zu erklären?

Sie entsann sich Maltes ungebrochener Frische und Beweglichkeit; solange er im Hause ihrer Eltern verkehrt hatte, war er sich stets gleich geblieben. Sie erinnerte sich nicht, von ihm jemals eine Klage über das Klima gehört zu haben. Weder die schmel­zende Glut des Tages noch die feuchte Schwüle der Nächte hatte fein Wesen zu ändern vermocht.

Wahrscheinlich hatte Malte täglich gehofft, in das Leben zurückkehren zu bürfert, täglich darauf ge­wartet, von dem schändlichen Makel befreit zu werden, bis er im Laufe der ereignislos dahin- fchwindenden Monate und Jahre erbittert erkennen mußte, daß nichts für ihn geschah, daß seine Freunde in seiner Sache träge waren oder daß sie ihn vergessen hatten. Wie tief mußte ihn diese Er­kenntnis getroffen haben! War es ein Wunder, daß er verhärtet war und den Glauben an Anstand und Treue verloren batte, wenn schon jene, die ihm nahestanden, ihn so schmählich im Stich ließen?

Einem raschen inneren Antrieb folgend, der von dem tiefem Mitgefühl herrührte, das sie für Maltes Schicksal empfand, und auch dem Wunsch entsprang, an ihm gutzumachen, was ihr Vater in seiner Her­zensträgheit versäumt hatte, oder um das drohende Unheil aufzuhalten, in das Malte sich von neuem verstricken wollte, eilte Karen ins Haus zurück, lief die Treppen empor und klopfte, ohne recht zu wissen, was sie Malte eigentlich sagen wollte, an feier Tür.

Er war noch wach.Orgassa?" rief er halblaut.

Karen drückte die Tür auf und trat über die SchwellerNein, ich bin's ... Karen

Wie Orlowka gestürmt wurde.

Berlin, 2.Okt. (DNB.) In der Schlacht um Stalingrad hat sich in den beiden letzten Tagen der Schwerpunkt der Kämpfe mehr an die nördliche deutsche Riegelstellung verschoben. Als Auswirkung des großen deutschen Abwehrerfolges in der Panzerschlacht am 30. September haben deut­sche Truppen am 1. Oktober die Vorstadt Orlow­ka am Nordwestrand von Stalingrad gestürmt

'S

Itissos&kd

Pjest

K-ak

Tumak

Insel

Krasnaia

S/obocfa

Jamy

r'Jddii Sfaraja

und damit die Kampfkraft und Tiefe der nördlichen Riegelstellung wesentlich verstärkt. Die Vorstadt Or­lowka war vor wenigen Jahren noch ein friedliches Dörfchen. Die Industrialisierung und damit verbun­dene räumliche Ausdehnung von Stalingrad mach­ten Orlowka zu einem Vorort, der hauptsächlich von Rüstungsarbeitern des etwa 4 Kilometer entfernten TraktorenwerkesDf cherfchinsky" (nach dem berüchtigten ersten GPU.-Chef so genannt) be­wohnt wurde. Schon vor Wochen, als die Bedro­hung von Stalingrad immer ernstlicher wurde, hat­ten die Bolschewisten auch hier die Zivilbevölkerung zum Ausheben von Panzergräben herangezogen, hatten jedes Haus in einen Stützpunkt verwandelt, breite Drahthindernisse gezogen und Minen gelegt. Nach zermürbender Vorbereitung durch Arttllerie trat die Infanterie in engster Zusammenarbeit mit Panzern, Sturmgeschützen, Flak und Pionieren zum Sturm an und räucherte ein Widerstandsnest nach dem anderen aus. Rußgeschwärzte Mauern und

einige stehengebliebene Schornsteine zwischen rau- cheiwen Trümmerhaufen sind die traurigen Reste dieser Arbeitersiedlung, die auf Stalins Befehl zum Schauplatz schonungslosesten Kampfes wurde.

Im Norüteil der Stadt steigerten sich die Ar- tillerieEämpfe und die Luftangriffe zu einer bisher nicht erlebten Stärke. Durch den Qualm der explo­dierenden Geschosse und den Staub der zusammen­stürzenden Häuser ist die Verständigung zwischen oen einzelnen Kampfgruppen kaum mehr möglich. Infanterie und Pioniere kämpfen sich Schritt für Schritt vorwärts. Wenn sich Angreifer und Ver­teidiger oft auch nur um wenige Meter, um eine Straßenbreite oder um ein Gartenstück gegenüber­liegen, so hilft doch die Luftwaffe den deut­schen Kampfgruppen durch eine geradezu vorbild­licheMaßarbeit". Unaufhörlich stürzen sich die Sturzkampfgeschwader auf die in den Ruinen der Häuserblocks eingegrabenen Bunker und zermürben mit ihren Volltreffern die Widerstandskraft der Bolschewisten. Vergeblich versuchten feindliche Schlachtfliegerstaffeln in den Kampf einzugreifen. Sie wurden noch über der Wolga abgefangen und in erbitterten Luftkämpfen zurückgeschlagen, während gleichzeitig. vom Wolgaufer aus deutsche Flak­artillerie ihre Feuerüberfälle gegen Artilleriestel­lungen, gegen den Fährbettieb auf dem Strom und gegen die zu Festungen umgestalteten Fabriken im Nordteil der Stadt richtete.

Der Wehrmachtbericht.

DNB. Aus dem Führerhauptquartter, 2. Oft Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Nordwestteil des Kaukasus ge­wann der Angriff der deutschen Truppen weiter Boden.

Nordwestlich von Stalingrad wurde die zu einem starken Stützpunkt ausgebauke Vor­stadt Orlowka gestürmt und westlich dieses Vor­ortes stärkerer Feind eingeschlossen. An der nörd­lichen Abriegelungsfront wurden erneute Ent­lastungsangriffe abgewiesen.

Die Zahl der hier am Vortage abgeschossenen Panzer hat sich auf 124 erhöht.

Nahkampsfliegerkräfte unterstützten die Divisionen des Heeres und schirmten die Abwehrflanke zwischen Don und Wolga ab.

Deutsche und rumänische Kampfflugzeuge setzten die Zerschlagung wichtiger Bahnstrecken im Gebiet der unteren Wolga fort.

An der Donfromt fügten deutsch-italienische

Teil der Ostfront. Aber es lag auch in diesem Pro­gramm, unbedingt dort anzugreifen^ wo der An­griff unter allen Umständen notwendig war, das war im südlichen Abschnitt, und der Angriff führte nach den Schlachten um Kertsch und Sewastopol zur Sicherung unserer Stellung am Schwarzen Meer, zum Durchbruch am Don und dem Vorstoß an die Wolga und in den Kaukasus, dessen strate­gische Auswirkungen bereits gekennzeichnet wurden.

Der Führer hat sich in herzbewegenden Worten 3um Mittler zwischen Front und Heimat gemacht. Aus tiefstem, auf dem eigenen Fronterlebnis ge­gründeten Verstehen und Mitempfinden sprach er zur Heimat von dem sttllen, anspruchslosen Helden­tum des Alltags, der von dem Soldaten immer aufs Neue innere Ueberwindung und letzte Hingabe for­dert gerade auch dort, wo nicht in schneidigem, schnell vorgetragenen Angriff ein weithin sichtbarer Erfolg winkt. Voll Ehrfurcht und Stolz erinnerte er die Heimat an dies duldende namenlose Helden­tum so vieler ihrer tapferen Söhne, derer kein Wehrmachtbericht Erwähnung tun kann. Aber mit dem gleichen Stolz durfte er auch der Front, als deren Sendbote er gekommen war, versichern, daß sie sich auf eine Heimat verlassen kann, die in drei Kriegsjahren ohne Wanken ihre Pflicht getan und namentlich in den luftgefährdeten Gebieten sich in heldenhaftem Ausharren und kameradschaftlichem Füreinanderftehen der Front würdig gezeigt hat. So geht der Führer als Sendbote der Heimat wieder zurück an die Front, um ihr die Gewißheit mitzu­bringen, daß Mann und Frau in der Heimat alles daransetzen, um der Opfer wert zu werden, die die Front bringt. Wie der nationalsozialistische Gedanke sein Bestes dem Fronterlebnis des ersten Weltkrie­ges verdankt, so härtet dieser zweite Weltkrieg die nationalsozialistische Volksgemeinschaft zu der gro­ßen Kameradschaft zwischen Front und Heimat, aus der mit dem Sieg der deutschen Waffen nur ein wahrhaft sozialer Volksstaat der Deutschen hervor­gehen kann.

Der Führer hat es verschmäht, sich wie die Chur­chill und Roos-velt in nichtssagenden Versprechun­gen zu ergehen, deren lauttönende Zukunftsmusik die bohrende Sorge ihrer Völker betäuben soll. Der Führer hat es nicht nötig, mit lächerlichen Phan- tasmagorien aufgeregte Gemüter zu besänftigen und Ungeduldige auf später zu verttösten. Er ist seines Volkes sicher. Wie er genau weiß, was jeder von uns, ob in der Heimat oder an der Front, leistet und trägt, so weiß das deutsche Volk, daß es in der Person Adolf Hitlers die Bürgschaft für feine Rettung vor dem Bolschewismus, für seinen Sieg über seine plutokratischen Feinde und für eine glück­hafte Gestaltung seiner Zukunft besitzt. Sie wird von der Kraft der im Fronterlebnis gestählten Kame­radschaft des Volkes bestimmt werden, die keine Aufspaltung und Zersplitterung in Klassen und Stände duldet. Und wie der sozialistische Gedänke unserer Revolution einst so beunruhigend gewirkt hat auf die regierenden Schichten der alten Pluto­kratien, daß sie zum Kriege griffen, um diesen ihrem Herrschaftsanspruch gefährlich.dünkenden Bazillus mit Stumpf und Stiel auszurotten, wie aber gerade nun im Kriege er selbst in den feindlichen Ländern seine werbende Kraft erweist, so wird nach dieser harten Bewährungsprobe der Völker keines an einer Auseinandersetzung mit dem sozialistischen Gedanken vorbeikommen.Diesen Krieg überlebt kein bürgerlicher Staat", prophezeite der Führer. Was sich im ersten Weltkrieg schon ankündigte und in den Folgejahren selbst bei den Siegernationen in schweren Erschütterungen sich fortsetzte, der Zu­sammenbruch der alten bürgerlichen Welt des 19. Jahrhunderts, vollendet sich nun im Gewitter des zweiten Weltkrieges und die Konturen einer neuen, deren Staatswesen den Stempel der sozialistischen Volksgemeinschaft an der Stirn tragen, zeichnen sich bereits ab. Das deutsche Volk fühlt sich stark, mutig und ideenreich genug, um in dieser Zeiten­wende voranzuschreiten zu neuen Ufern.

Dr. Fr. W. Lange.

Das Zimmer war dunkel. Brackmanä suchte den Schalter am Kopfende des Bettes. Die Birne einer Leselampe, die als Wandarm über dem Bett ange­bracht war, flammte auf. Brackmann blinzelte, von der jähen Helligkeit geblendet, zur Tür, aus der Karens Stimme gekommen war. Sie hatte die Tür hinter sich zugezogen und. stand mitten im Zimmer.

Hallo ...?" fragte er aufgeschreckt und kämmte sich mit den gespreizten Fingern das Haar aus der Stirn. Er schien der Meinung zu sein, daß im Hause etwas geschehen sei, vielleicht mit Orgassa, und daß Karen komme, ihn zu Hilfe zu rufen. Was ist los? Ist etwas passiert?" Die Jacke seines Schlafanzugs stand über seiner braunen Brust offen. Er tastete mit der Linken nach dem Kragen­verschluß und fand ihn nicht sogleich. Seine Scham­haftigkeit war lächerlich und peinlich zugleich. Karen spürte plötzlich, wie der Mut sie verließ und wie ihr alles, was sie hatte sagen wollen, in der Kehle stockte. Es war, als gebe eine ungeheure Spannung, die sie bis zum Bersten erfüllt hatte, unvermittelt nach und als stürze sie aus einer Traumwelt jäh­lings in die Wirklichkeit.

Also ...", fragte er verwirrt und nervös,was ist los?" So reden Sie doch! Was wollen Sie von mir?"

Mein Gott", antwortete sie mit einer Sttmme, die den Tränen nahe zu fein schien,ich wollte Ihnen nur sagen, daß ich die ganze Wahrheit erst heute erfahren habe ..."

Brackmann stützte sich auf die Hände und richtete sich höher auf. Seine Haltung hatte im ersten Augenblick etwas ironisch Abweisendes. Dann aber spürte er in dem Ungewöhnlichen ihres Erscheinens den freundschaftlichen Impuls, der sie zu solcher Stunde zu ihm geführt hatte, und er ahnte wohl auch die letzten Ursachen ihres Kommens.Es ist sehr freunblid) von Ihnen, Karen, daß Sie mich ausgesucht haben", sagte er ruhig.Sie brauchen niemand zu entschuldigen."

Es ist auch zu spät aber ich wollte Ihnen doch sagen, daß Sie meinen Vater nicht allzu hrwt ver­

urteilen dürfen. Glauben Sie mir, Malte, er ist sehr krank. Er ist kränker, als er selber ahnt, aber ich weiß es. Er hatte gewiß den besten Willen, sich für Sie einzusetzen ..."

Das sind Dinge, an die ich seit langer Zeit nicht mehr denke!" unterbrach er sie schroff, und in seiner Stimme war wieder die kühle Abwehr, mit der er auch das letzte Gespräch mit Orgassa beendet hatte. Ich habe es mir abgewöhnt, von irgend jemand etwas zu erwarten. Aber lassen wir das! Diese Ge­schichten sind alt und erledigt."

Karen stand noch immer an ihrem Platz in der Mitte des Zimmers, sie stand auf einem kleinen bunten Binsenteppich -mit bizarren mexikanischen Ornamenten.

Wirtlich, es ist sehr freundlich von Ihnen, daß Sie gekommen sind, Karen", wiederholte er ein wenig hilflos und erwartete, daß sie nun gehen würde. Und als habe er es noch nicht ganz be­griffen, daß sie nicht mehr das kleine Mädchen war, dem er früher einmal Verse ins Stammbuch ge­schrieben hatte, fügte er fast in demselben Ton, in dem er zu der Vierzehnjährigen gesprochen hatte, hinzu:Ich weiß, daß ich mich auf Sie hätte ver­lassen können, nicht wahr?"

Ja, Malte", rief sie mit einer leidenschaftlichen Bewegung,ich hätte nicht nachgegeben! Ich hätte Ihre Sache nicht einschlafen lassen! Das dürfen Sie mir glauben!"

Brackmann hüstelte spröde und verlegen. Was wollte sie noch? Weshalb ließ sie ihn nicht endlich allein? Er sah sich nervös im Zimmer um.Ich kann Ihnen leider keinen Platz anbieten, weil ich den.einzigen Stuhl mit meinen Kleidern belegt habe"

Oh, es macht mir nichts aus, wenn ich ein wenig stehen muß."

Brackmann befeuchtete sich die Lippen, seine Stirn färbte sich.dunkler.Ich glaube, Sie müssen jetzt gehen, Karen", sagte er ruhig und bestimmt, oder haben Sie noch etwas, was Sie mir sagen wollen?" 1 b

und ungarische Luflslreikkrafle tem Feinds Verluste an schweren Waffen und rollendem Illii- kerial aller Art zu.

Südostwärts des Ilmensees wurden eigene Augrlffsunternehmungen erfolgreich vorge- tragen. Südlich des Ladogasees stehl die Ver­nichtung der in den Kämpfen der letzten Tage ein- geschloffenen Divisionen des Feindes vor dem Ab­schluß. Auf dem Ladogasee versenkten Kampfflugzeuge einen Bewacher und beschädigten ein Frachtschiff durch Bombenwurf.

3n Nordafrika bekämpften leichte deutsche Kampfflugzeuge an der Alameinfront feind­liche Batteriesiellungen und Betriebsstoff lager.

Britische Bomber führten in der vergangenen Nacht militärisch wirkungslose Angriffe auf einige Orte des norddeutschen Küstengebietes durch. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. 22 der an­greifenden feindlichen Bombenflugzeuge wurden ab­geschossen.

Vor der niederländischen Küste kam es in der Nacht zum 1.Oktober zu einem Seegefecht zwischen deutschen Sicherungsstreitkräften und einer größeren Anzahl britischer Schnellboote, die ein Geleit anzugreifen versuchten. Auf nahe Entfernung wurden vier britische Schnellboote versenkt und zwei weitere so schwer beschädigt, daß ihr Untergang wahrscheinlich ist. Ein deutsches Vorpostenboot ist gesunken.

Die britische Luftwaffe verlor in der Zeit vom 20. bis 30. September 95 Flugzeuge, davon 34 über dem Wittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeil gingen im Kampf gegen Großbritannien 18 eigene Flugzeuge verloren.

Fm Banne der Führerworte.

Das Echo in den USA.

Madrid, 3. DEL (DNB. Funkspruch.) Wie EFE aus Washington berichtet, hat die Rede des Führers in Nordamerika ein starkes Echo gefunden. Aus allen Kommentaren spreche die Angst, daß Deutsch­land noch vor Eintritt des Winters den Rest der sowjetischen Widerstandskraft brechen könnte, wo­durch denn die USA. und England gezwungen seien, allein weiterzukämpfen. Ebenso würden die Worte des Führers, die englischen Luftangriffe auf die deutsche Zivilbevölkerung in gleicher Weise zu ver­gelten, wie auch seine Versicherung, daß kein bür­gerlicher Stgat diesen Krieg überleben werde, sehr ernst genommen.Man kann sich kaum daran er­innern, daß Hitler-Reden von der Wett nicht als Zeichen einer beginnenden Schwäche oder von Rück« schlügen begrüßt wurden, und. man muß zugeben, daß die Geschichte bisher solche unterstellten Beweise niemals erbracht hat", schreibt dieNew Vork Herold Tribüne".Wenn Hitler von der Un- ermeßlichkeit des Rohmaterials und den 'indufttiel- len Hilfquellen spricht, die er in Besitz genommen hat, so sprechen die Tatsachen unglücklicherweise f ü r ihn, und wenn er sarkastisck seine Verachtung für die anglo-amerikanische Drohung mit der zweiten Front ausspricht, dann spricht die weitere harte Tatsache für ihn, daß bisher noch keine zweite Front gebildet wurde. Solange wir die Mentalität des Feindes nicht verstehen und nicht lernen, ihn dort zu schlagen, wo es ihn trifft, werden wir fort« fahren, das zu tun, was wir bisher getan haben den Krieg zu verlieren."

in n-a- ! Mie lM itermmm Äinde au M es uv lierial all .-ch stelle j den aus -«-arbeite Dienst eil Igen Enj !t könnte j, daß er tagen die Lei nur, i und K liefet die

sein R ifee, gcho it zu red rfewahlen

Oil

fef jjiV toit0)110 London

KuibY

Wt* & 3* ,W jd)iD* ,jn-Ü

15»® -rnouiiue fe D, fy AMiele J oberfl i «».' s yS

0di

Senf J -chenzelts -ner seie jur nera:

Bueno cgentinisch M dur irbamerif M der 'hsmmiich irösident 'izu Haber hfe die ! immer z

Wan

Eine besorgte Stimme aus England.

Stockholm, 2. Okt. (Europapreß.) Entgegen der von der britischen Regierung ausgegebenen Pa- rote, daß die Führerrede als ein Zeichen der Schwäche anzusehen sei, warnt das dem britischen Außenminister Eden nahestehende konservative Blatt Yorkshire Post" vor der Annahme, daß Deutschland nunmehr zur Defensive übergehen werde. Aber selbst wenn sich diese These bewahr­heiten sollte, mache das die Aufgabe Großbritan­niens nicht leichter. Die von Deutschland in Europa errichteten Verteidigungswerke seien äußerst stark und seine Position könne auch durch eine Blockade nicht ins Wanken gebracht werden. Die europäische Festung könnte von den Deutschen so stark aüsge- baut werden, daß'sie uneinnehmbar werde und nur noch von Bombenflugzeugen erreicht werden könne, aber Luftangriffe allein genügtes nicht, um Deutsch­land zu besiegen. England und die USA. müßten daher handeln, bevor Deutschland Zeit gewinne, den Ausbau seiner Verteidigungsstellen zu beenden und die Produkttonskräfte Europas zu organisieren.

Sie sah ihn an, ihre Lippen zitterten ein wenig. Ich möchte Ihnen so gern helfen, Malte", stam­melte sie flehend. Sie erschien ihm in diesem Augenblick unglaublich jung. Er streckte ihr die HäMe entgegen und mußte plötzlich lächeln.

Komm, Kind, setz' dich", bat er und rückte zur Seite. Sie überließ ihm ihre Hände und nahm auf dem Rand des Bettes Platz. Nichts schien natür­licher zu fein, als daß sie sich zu ihm setzte, und wie von selbst fanden sie zu dem vertrauten Du vergangener Zeiten zurück.

Vater sagte, du wolltest morgen früh das Haus verlassen, um nach Dekakruz zu gehen

Ja, ich habe da einige Sachen zu ordnen", sagte er leichthin.

Ach, Malte, du kannst mich nicht täuschen! Ich weiß alles und ich habe solche Angst"

Brackmann nagte an seiner Lippe. Er empfand einen heftigen Zorn auf Orgassa. Was war ihm eingefallen, dieses Mädchen mit Dingen zu be­lasten, die für sie zu schwer waren.

Du willst dich an Gonzales und Ciquita Perano rächen?" fragte sie tonlos.

(£r legte ihre Hand plötzlich weg, wie einen Gegenstand, der ihm lästig geworden war. Sein Gesicht, das ein paar Sekunden lang fast weich und entspannt gewesen war, verschloß sich wieder. Karen glaubte das Klirren eines Visiers zu hören.

Du kannst das nicht verstehen, Karen", sagte er frostig und mit dem entschiedenen Wunsch, das nächtliche Gespräch zu beenden und sie wegzu­schicken,es hat keinen Zweck, daß wir uns wei­ter darüber unterhallen." Er legte sich auf das harte Polster zurück und verschränkte die Hände hinter dem Kopf.Bitte ... geh jetzt ..."

Ich gehe nicht!"

Brackmann schloß die Augen. Das Licht des Wandarms fiel senkrecht und schattenlos auf sein Gesicht. Es enthüllte erbarmungslos die Jahre, die hinter ihm lagen, Jahre der Demütigung und Schande, die unauslöschbar in fein Leben geätzt Moren, (Fortsetzung folgt)

SMm, Zeit ft »bi

in

fc; I COrll