Zn Vorstoß und Abwehr erfolgreich
er
verstärkte den nationalen Charakter der Bewegung, so daß ganz Deutschland in Gedanken am Rheine stand, als am 4. September 1842 in Anwesenheit zahlreicher Landesfürsten der Grundstein zum neuen Aufbau gelegt wurde. Friedrich Wilhelm feierte den Bau, von der Eingebung des Augenblicks hingerissen, als ,.das Werk des Brudersinnes aller Deutschen aller Bekenntnisse": „Nie ziehe jemals wieder der Geist hier ein, der einst den Bau dieses Gotteshauses, ja — den Bau des Vaterlandes hemmte. Der Geist, der diese Tore baut, ist derselbe, der vor 29 Jahren unsere Ketten brach — — Es ist der Geist deutscher Einigkeit und Kraft." Ja, der Widerhall der Festtage am Rhein verstärkte sich im Volke
Fassung: „Kein Preußen, kein Oesterreich? Nur ein einiges Deutschland fest und stark wie unsere Berge!"
Von dem Geiste dieser Reden — dem wahren und dem unterstellten — führt eine Linie zu jenem merkwürdigen, von Karl Harnpe ausführlich kommentierten Ausspruch Wilhelms I. aus dem Jahre 1867: er beschleunige die Vollendung des Kölner Doms, um sich dort zum Kaiser von Deutschland krönen zu lassen. Mochte der Bruder Friedrich Wil- helrys IV., der selbst dem Dombau wiederholt Teilnahme und Forderung zugewandt hatte, mit diesem Worte auch nur einer flüchtigen Eingebung Ausdruck verliehen/haben, er bekundete damit doch in einer Zeit, da die Begeisterung der Freiheitskriege längst verraucht war und die Gründung des zweiten Reiches noch im Schoße der Zukunft lag, daß er im Dome von Köln ein Symbol' der kommenden deutschen Einheit sah, auch über die Scheidung der Bekenntnisse hinweg. So bekannte er es auch, als er 1880 der Schlußsteinsetzung beiwohnte, — und die gewaltige Kaiserglocke, aus dem Erz erbeuteter französischer Geschütze gegossen, trug das Bekenntnis hinaus in die Lande.
Inzwischen ist Deutschland weit über die Grenzen des zweiten Reiches hinausgewachsen, und die Nation hat viele Mahnmale ihrer Pflicht und Würde erhalten, zu ihnen aber wird immer auch als ein Denkmal deutscher Eintracht der Dom von Köln gehören.
lübde der Väter zu lösten" und mit der Vollendung des einzigartigen Bauwerks ein Sinnbild ihres Einheitsstrebens zu schaffen.
„Als im Jahre 1814 durch ganz Teutfchland, in gutem Willen und bei wenig Mitteln, viel Seifenblasen geblasen wurden über Denkmale, die man der Befreiung bauen wollte", da schrieb Josef Gör- res in seinem „Rheinischen Merkur" einen Aufsatz, in welchem er dazu aufrief, zu vollenden, „was ein Geschlecht, dem wir gleich werden wollen, angefangen": „In seiner trümmerhaften Unvollendung, in seiner Verlassenheit ist der Dom von Köln ein Bild gewesen von Teutschland, seit seiner Sprach- und Gedankenverwirrung', so werde denn auch ein Symbol des neuen Reiches, das mir
bauen wollen!"
Görres' Stimme war nicht die erste und nicht die einzige, die zu so großem Werke aufrief. Jahre vorher hatte Sulpiz v. Boisseree, der bedeutende Kunstsammler, den Plan zu einer systematischen historisch-ästhetischen -Veröffentlichung über den Kölner Dom gefaßt, die von 1822 bis 1831 erschien und für den späteren Ausbau wesentliche geistige Vorarbeit leistete. Boisseree aber hatte es nicht dabei bewenden lassen, sondern von vornherein den Ausbau auch praktisch zu fördern gesucht. Er gewann in Friedrich Schlegel den hervorragenden Vertreter des romantischen Kreises, er entlockte Goethe eine beistimmende Aeußerung zu dem großen Vorhaben, er interessierte vor allem — nachdem ein Versuch bei Napoleon 1811 fehlge- ' schlagen war — den preußischen Kronprinzen, der im Juli 1811 nach einer eingehenden Besichtigung
Denkmal deutscher Eintracht.
Von Friedrich Koepp.
Am 4. September 1842 wurde der Grundstein zum Ausbau des Kölner Domes gelegt.
Kein Werk unserer Baukunst hat die Teilnahme aller Schichten, mehrerer Generationen unseres Volkes \n ähnlicher Weise auf sich gezogen wie der Dom zu Köln. Nachdem er säst vier Jahrhunderte hindurch unfertig als ein gewaltiger, allmählichem Verfall preisgegebener Torso die Stadt am Rhein überragt hatte, setzte die ihrer selbst bewußt werdende Nation es sich zur Aufgabe, „das Ge-
teften deutschen Forscher und mit einem Aufsatz ./Forschung im Krieg und Frieden". Der Beitrag „Deutsches Welttheater" bringt etwas von der Problematik der Darstellung von Faust und Mephisto in ihren bedeutendsten Aufführungen zum Ausdruck. Besonders hervorzuheben sind weiter die , . , - ~ . Abbildungen von Meisterwerken des 19. Jahrhun-
erschuttcrUch dastehen wie die Felsen unserer Berge", berts, die heute die deutsche Malerei in Schweizer da machten diese Worte die Runde in folgender I Museen repräsentieren und die zahlreichen Kriegs-
Zeitschristen.
— Das Augustheft der „neuen lini e" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) gibt einen lebendigen Querschnitt von der Farbigkeit und Vielfalt deutschen Geistes, so in der Veröffentlichung über die Kaiser- Wilhelm-Gesellschaft mit Aufnahmen der bekann-
und die Widerstandskraft des Feindes stärkte, mit dem innerpdlitischen Zwist der Parteien um das preußische Wahlrecht, mit dem zweifachen Kanzlerwechsel unter denkbar unerfreulichen Begleitumstän- den, mit der wachsenden Zersetzungsarbeit der Unabhängigen, mit dem landesverräterischen Treiben eines Erzbergers, mit der fruchtlosen Debatte über die Kriegsziele und einer hemmungslosen Kritik und Nörgelsucht in Parlament und Presse, wie wir sie heute in England und den USA. bereits beobachten können, das vollständige Versagen der zur Führung Berufenen in grellem Licht zeigte und bereits den tiefen Zwiespalt zwischen Front und Heimat vorbereitete, der im folgenden Jahre zum Zusammenbruch führen sollte. Heute dagegen stehen Front und Heimat unter dem gleichen starken nationalsozialistischen Gesetz bes, unbedingten Willens zum Siege. Die Hoffnung der Feinde, den Kampf schon allein durch den „Nervenkrieg" gewinnen zu können, hat sie bitter getäuscht. Das deutsche Volk ist durch die große Erziehungsarbeit des Führers gegen alle Verbuche einer feindlichen Agitation, Unfriede und Zwietracht, Mißmut, und Schwäche in feine Reihen zu tragen, für alle Zeiten gefeit. Auch mit Terror kann der Feind die Nerven des deutschen Volkes nicht erschüttern, das hat die der Front würdige Haltung der tapferen Bevölkerung in den von den britischen Luftangriffen heimgesuchten Städten immer wieder bewiesen. Diszipliniert und einsichtsvoll hat das deutsche Volk die durch den Krieg unumgänglich notwendig gewordenen Einschränkungen auf sich genommen. Front und Heimat kämpfen heute in unlösbarer Gemeinschaft, von der gleichen national sozialistischen Idee durchdrungen, vom gleichen Slegeswillen beseelt. Jeder weiß, daß er sich auf den andern verlassen kann, und jeder weiß, daß sein persönliches Schicksal von dem Schicksal der Nation nkcht zu trennen ist. Wie wir wissen, daß uns die gewaltigen Erfolge der ersten drei Kriegsjahre nicht unverdient in den Schoß gefallen sind, sondern daß wir sie in harten und opfervollen Kämpfen erringen mußten, so wissen wir auch, daß auch der weitere Weg zum Sieg über unsere Feinde reich sein wird an neuen Mühen und neuen Opfern. Aber dies Wissen ist es gerade, das uns stark macht, das uns zusammenschweißt zu der großen Frontkameradschaft unseres Volkes, die die sicherste Bürgschaft unseres Sieges ist. Dr. Fr. W. Lange.
suiammen. Es kam zu. schweren ArtUleriekampsen unb hartnäckigen Cinzelgesechten zwischen deut chen und bolschewistischen Panzern, bis es den deutschen Truppen gelang, eine weitere befestigte Hohe zu nehmen Bei den Einbruchskämpsen in bte stark ausgebauten Befestigungsanlagen führte der deutsche Angriff durch ein von zahlreichen Schluchten durchzogenes Steppengelände, das mit feindlichen Kampsstellungen geradezu übersät war. Um jede ein - zelne Talsenke, die von den Bolschewisten reftungsartig ausgebaut war, mußte zäh gekämpft werden. Zuerst belegten Sturzkampfflugzeuge die feindlichen Stellungen nachhaltig mit Bomben. Dann stießen Panzer vor, vernichteten die schweren Waffen des Feindes und zerschossen die Widerstandsnester der Bolschewisten. Die Entscheidung brachten Infanterie und Panzergrenadiere, welche, die Schützenlöcher im Nahkampf säuberten und den feindlichen Widerstand zerbrachen. Nach heftigen Bombenangriffen gelang es den deutschen Truppen, auch westlich Stalingrad in Höhenstellungen, die durch Minenfelder und Bunker gesichert waren,
drohen müßte, an dem zähen Festhalten der tapferen deutschen Truppen bei Woronesch und Drei, bei Kaluga und Rschew immer wieder scheiterten.
Und wie sich alle Kriegsausweitungsexperimente der Feinde auf dem europäischen Kontinents gegen ihre Urheber ausgewirkt haben, da fie dank der . ungeheuren Energie der deutschen Seekriegfuhrung bei der Weite der Kriegsschauplätze kaum noch m der Lage sind, diese mit dem notigsten Nachschub zu versehen, so bietet sich bas gleiche Bild m Nordafrlka unb Asien. Hier ist der Versuch, von Aegypten her mit einem Vorstoß bis zur atlantischen Küste Marokkos die Gegenküste Italiens gewinnen und gleichzeitig Spanien unter Druck zu setzen, durch den Gegenstoß des deutschen Afrikakorps vereitelt wor- den. Dort hat die gewaltigste Ausweitung dieses Krieges durch die frivole Herausforderung Japans zu einem überraschend schnellen Zusammenbruch bq: anglo-amerikanischen Herrschaft in der SuU geführt, bie wohl stark genug war, to[onia^^nI ienr,n eine imponierenbe Fassade grotzarnger Machten fal- tuna zu bieten, aber sich vor den Machtmitteln eines modern gerüsteten und energiegeladenen Volkes wie der Japaner als Bluff erwies. Die Vereinigten Staates haben sich für bie in der Subsee erlittenen Verluste durch bie erneute Unterwerfung Mtttel- unb Sübamerikas unter den Dollarimperialismus wie durch die wirtschaftliche Durchdringung West- unb Sübafrikas schablos zu halten versucht. Ja, ber für sie unglückliche Verlauf des pazifischen Krieges hat bie schon vor bem Kriege sich anbahnende Entwicklung beschleunigt, baß bie britischen Dominions Kanada, Australien unb Neuseeland bie sich vom enSen Mutterland in ber Stunde der Gefahr verlassen fühlen, enge Anlehnung m Washington suchen unb finben. Aber England ist ber große Verlierer bes Krieges. Es sieht sich heute am Ende des dritten Kriegsjahres bereits im Äern[feines em|t weltumspannenden Empires bedroht, und seine ube seeischen Verbindungslinien, deren Ossenha tung für England unb fein Empire eine ..Existenzfrage ist, sind vielfach durchschnitten unb äußerst gefährdet. Japan steht mit einer starken Armee an der indischen Nordostgrenze unb bie Landbrucke des Mittleren Ostens, bie britische Barriere zum Schutze ynbtens von Westen her, ist bereits durch den Druck Rommels auf das britifche Verteidigungssystem der Nil- münbung unb durch ben fortschreitenden deutschen Angriff im Kaukasus zur unmittelbaren Etappe ber wichtigsten Kriegsschauplätze geworden So sehen heute die Briten die Kehrseite ihrer Kriegsauswel-
liegt nahe, daß vor allem bie ältere Generation unter uns heute an ber Schwelle bes vierten Knegs- jahres den Blick zurückschweifen laß!: zum ersten Weltkrieg, besten drittes Kriegsjahr 1917 die deutschen unb verbündeten Truppen überall iw der Defensive sah, nachdem die Oberste Heeresleitung sich im März hatte entschließen müssen, die m der Sommeschlacht eingedrückte Westfront auf bie dlegfriedlmle zurückzunehmen unb damit dem Feinde die Vorhand zu lassen. Kurz nachdem Anfang April der englische Ängrisf bei Arras eingesetzt hatte, trat bie französische Armee an ber Aisne unb in ber Champagne zur Offensive an. Währenb unsere helbenhaften Truppen in erbitterten Abwehrschlachten ben zahlen- unb materialmäßig weit überlegenen Gegner am Durchbruch hinderten, bebte am 7. Juni ber Boden Flanderns unter den gewaltigen Sprengungen im Wyt- schaete-Bogen,. der Auftakt zur Flanbernschlacht bie mit bem Tankangriff ber Englänber bei Cambrai ihren Höhepunkt fanb. Im Osten hatte sich zwar bas Gefüge bes russischen Staates burch bie erste Revolution gelockert, aber ber britischen Agitation war es gelungen, ben neuen russischen Machthaber Kerenski bei ber Stange zu halten unb zu neuen Offensiven aufzustacheln. Auf dem Balkan hatte bie Armee ber Entente ihre Angriffe gegen bie bulgarische Front in Mazedonien erneuert. Im Irak hathen sich bie Engländer in den Besitz von Bagdad gesetzt. An ber Jsonzofront auf bem oberitalienischen Kriegsschauplatz muhten immer mehr deutsche Truppen eingesetzt werben, um ben Zusammenbruch ber Donaumonarchie aufzuhalten. Unb jenseits bes Ozeans rüsteten bie Vereinigten Staaten ihr Expeditions- Heer, mit bem sie im kommenden Jahr an ber Westfront bie Entscheidung herbeiführen wollten Der Aushungerung ber Mittelmächte burch bie britische Blockade hatte Deutschlanb burch ben U-Boot-Krieg begegnen wollen. Aber er war zu spät begonnen und zu lange mit allen möglichen Beschränkungen geführt worden, um trotz gewaltiger Erfolge das Schicksal noch wenden zu können. Die deutsche Kriegsmarine, obwohl weit stärker als 1939, war im „Nassen Dreieck" ber Deutschen Bucht eingeklemmt unb würbe von ber höchsten Führung bewußt zurückgehalten,
einzubringen.
Südwestlich Kaluga unb nordwestlich Medyn tarn es nur zu örtlicher Gefechtstätigkeit. Auch im Raum von Rschew führte der Femd trotz stärkerer Truppenbereitstellungen keine größeren. Angriffe. Eine dieser Bereitstellungen wurde durch zusammengefaßtes Artilleriefeuer und durch Sturzkampfflugzeuge zersprengt. Südostwärts des Ilmensees gelang es einer überraschend vorstoßenden deutschen Kampfgruppe, zwei befestigte Höhen zu nehmen und diese gegen alle feindlichen Gegenangriffe zu halten. Südlich des Ladogasees wurden Angriffsvorbereitungen des Feindes durch Kampfflugzeuge zersprengt. An der Einschließungsfront von Leningrad brach ostwärts ber Tosna- Mündung ein bolschewistischer Landungsversuch im zusammengefaßten Feuer aller Waffen zusammen.
B e r l i n, 2. Sept. (DNB.) Im Raum südostwärts Anapa durchbrach bie deutsche Kampfgruppe, die tags zuvor Krasno-Mewidowskaja genommen hatte. Die tarf ausgebauten feindlichen Stellungen f u b [ i ch Natujafkaja unb stieß in ein befestigtes Hohen- gelänbe vor. In diesen, von langer ^a”iLP.orbefrerlt^ ten, burch Bunker, Drahthinbermste unb Minenfelder eftungsartig ausgebauten Stellungen entwickelten ich hartnäckige Kämpfe, die trotz starken feindlichen Artillerieeinsatzes erfolgreich für bie beutschen Truppen verliefen. Ostwärts davon nordostwärts Noworossijsk, wurden zah oerteibigte Stellungen bes Feindes im Sturm genommen unb gegen alle Gegenstöße gehalten. Die Hochwastex sich- renben Bäche unb Flußläckfe bildeten starke natürliche Hindernisse für bie ?ordrmgenden Truppen, deren zäher Angriffswille ledoch auch diese Kampf erschwerungen überwand. Bei einem Angriff b^bereits der nach Noworossijsk führenden Gebirgsstraße jatten bie Bolschewisten schwere Verluste Sud- ostwärts Georgijewsk wurden an ber T e- reffront feinbliche Truppenbewegungen durch deutsche Artillerie wirksam bekämpft. Ein Angriff mehrerer bolschewistischer Regimenter auf einen deutschen Brückenkopf blieb im deutschen Sperrfeuer liegen. Der Feind gelangte spater, durch das unübersichtliche Gelände begünstigt, bis dicht vor die vordersten deutschen Stellungen, wo der Angriff zum Scheitern gebracht wurde.
Während die n ö r d l i ch S t a l i n g r a d d i s a n b i-e ©olga vorgedrungen deutsche Angriffsgruppe in harten Kämpfen ihre Stellungen verbreiterte und feindliche Gegenstöße abwehrte, zerschlugen südwestlich der Stabt die deutschen Truppen zahlreiche Gegenangriffe ber Bolschewisten Immer wieder, jedoch völlig erfolglos, griff der Feind unter Einsatz seiner Reserven ein von deutschen Jnfantene- unb Panzerverbänden gewonnenes beherrschendes Höhengelände an. Alle feindlichen Vorstöße brachen
so daß auch die für uns siegreichen Seeschlachten nicht operativ ausgewertet werden konnten.
Me sehr viel anders heute nach drei Knegs- jahren die Lage Deutschlands und ferner Verbündeten ist, haben wir soeben dargelegt. England ist aus allen seinen europäischen Positivnen hmausge- morfen worden, unb der europäische Kontinent ist, wie soeben erst das klägliche Unternehmen von Dieppe gezeigt hat, zu einer unangreifbaren Festung geworden. Eine planmäßige und sinnvolle Ordnung der deutschen Ernährungs- unb Rohstoffwirtschaft hat Deutschland blockadefest gemacht, und über bie Wirtschaftskraft des großdeutschen Raumes hinaus kann Deutschland sich heute auf ganz Europa stutzen, in bem nicht mehr gekämpft; sondern werteschaffende Arbeit geleistet wird. Ferner stehen bem Reich heute die zum Teil hochindustrialisierten, zum Teil landwirtschaftlich besonders ergiebigen besetzten Ostgebiete zur Verfügung, deren planvolle Auswertung die deutsche Rohstoff- unb Nahrungsbecke erheblich verbreitern wirb. Dagegen hat sich beim Feind die Kriegsausweitungspolitik auch wirtschafttich gegen ihre Urheber gekehrt. Er hat bedeutende Rohstoffquellen in Europa unb Ostasien verloren, man denke nur an das finnische Holz, das schwedische Erz, die Nahrungsmittel aus Dänemark und Holland, Kaut- schuck und Zinn aus Malaya, Rejs aus Burma, Kaffee unb Tee samt wertvollen Erzen aus Holländisch- Jndien. Zudem muß ber Feind seine Rüstungsproduktion auf viele Fronten aufteilen und hat die größten Schwierigkeiten, sie überhaupt dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird, denn mehr als 20 Millionen BRT. Schiffsraums, fast ein Drittel ber gesamten Welttonnage bei Ausbruch des Krieges, liegt bereits auf dem Grunde der Meere, unb ber Vorsprung der U-BoobVersenkungen vor den Schisfsneubauten ist trotz höchster Anspannung ber britischen und amerikanischen Werften nicht mehr aufzuholen.
Das wichtigste und stärkste Aktivum Deutschlands ist in diesem Kriege aber gegen 1917 die einheitliche traffe Führung eines wahrhaft totalen Krieges, bie bas reibungslose Zusammenwirken aller politi- chen, militärischen und wirtschaftlichen Faktoren mit bem einzigen Ziel der Erringung bes Sieges verbürgt, während im ersten Weltkrieg gerade das Jahr 1917 mit ben verhängnisvollen Äuswirkunaen ber unglückseligen Friebensresolution des Reichstages, -bie als Bekenntnis ber Schwäche aufgefaßt wurde des durch ÄMerungseinflüsse ernstlich gefährdeten Baues ausrief: „So foll's nicht länger bleiben — mir bauen es aus!" Wie burch eine Fügung des Schicksals wurden in diesen Jahren in Darmstadt unb Paris die alten Baurisse des Domes aufgefunden, und nachdem 1816 Friedrich Schinkel im Auftrage ber preußischen Regierung ben Zu- stcmb des Bauwerkes sorgfältig untersucht unb die
auf kennzeichnenbe Weise. Als ber österreichische Erzherzog Johann in Brühl eine Ansprache mit ben Worten schloß: „Solange Preußen unb Oesterreich,
technischen Richtlinien für bie Jnstanbsetzung gegeben hatte? würbe zunächst damit begonnen, bas Bestehende zu sichern und wiederherzustellen, — zu welchem Zweck freilich manche Bauteile völlig abgerissen unb erneuert werben mußten.
Während diese Wiederherstellungsarbeit aus Mangel an Mitteln einstweilen nur langsamen Fortgang nahmen, gewann aber die Dombaubewegung ständig an Breite unb Wirkung. Dichter wie Max v. Schenkenborf gaben ihr bie volkstümlichen Losungen, Fürsten wie Friebrich Wilhelm IV. unb Ludwig I. von Bayern förderten sie nachhaltig-, in allen Teilen des deutschen Landes bildeten sich Hunderte von Dombauvereinen, ohne Unterschied der Bekenntnisse trugen alle Schichten des noch in Vielstaaterei zersplitterten Volkes zu dem Aubauwerk bei. Die Kriegsgefahr von 1840, die ihren bleibenden Nachklang in dem Beckerichen Rheinlied „Sie sollen ihn nicht haben ..." fanb,
Wachsende Spannung in Nordirland.
Die Hinrichtung des Thomas Williams.
Stockholm, 2, Sept. (Europapreß.) Die Login Nordirlans ist in den letzten 24 Stunden ehr ge- pannt worben. Die Beschlagnahme von Waffen uno Munition burch bie Polizei sowie die angebttche Aufbeckung von Plänen für bewaffnete Anschlag- gegen britische unb norbamerikanische Truppenlager in Norbirlanb haben bie Erregung ber Öffentlichkeit noch gesteigert. In Belfast sinb in allen Straßen mit Gewehren bewaffnete Polizisten zu sehen. Die öffentlichen Gebäube sinb unter Polizeischutz gestellt worben. „ ....
Die Aufmerksamkeit ber Oeffentlichkeit m Norb- irlanb wie in Eire gilt aber vor allem ber 5) in* richtung bes 21jährigen Thomas Willi a m s, ber zusammen mit fünf anderen Iren zum Tobe verurteilt wurde. Die fünf anderen sind in ber Zwischenzeit „begnadigt" wordep. In ganz Eire finden große Kundgebungen statt. Auch in Belfast kam es zu Demonstrationen ber wütenden Menge, bie laute Rufe gegen die Briten ausbrachte unb ben Verkehr stillegte. Als bie britische Polizei versuchte, bie Demonstranten auseinanberzutreiben, zwei Iren verhaftete unb ins Stadthaus brachte, wurde sie mit Flaschen beworfen. Die Menge verlangte die Freilassung ber beiden Inhaftierten. Das Auto eines amerikanischen Offiziers würbe mit Steinen beworfen und zwei amerikanische Soldaten auf ber Straße von ber Menschenmenge beschimpft. Es wurde den USA.-Soldaten zugerufen: „Warum geht ihr nicht nach Haus." Das Betreten der Straßen war den USA.-Soldaten 48 Stunden lang verboten worden, da man Zwischenfälle befürchtete. Viele Ladengeschäfte in Belfast wären geschlossen, schwarze Flaggen waren als Zeichen ber Trauer und des Protestes gehißt. In D-ub lin, der Hauptstadt bes. Freistaates Eire, wurde vor der Kathedrale eine große Versammlung abgehalten, während für den Hingerichteten Williams eine Messe gelesen wurde. Der Oberbürgermeister und Mitglieder des irischen Parlaments wohnten ber Messe bei
Das Eichenlaub mit Schwertern für U-Boot-Kommandant Gühren. D!NV. Musbern Fiihrerhauplquartier, 2. Sept. Der Führer verlieh am Mltwach bem fia- pifänleufnant Reinharb Suhren, Kommanbanl eines U-Bootes, bas Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz bes Eisernen Kreuzes unb fanbfe an ihn nachftehenbes Telegramm:, „3m Ansehen Ihres immer bewährten Heldentums verleihe ich Ihnen als IS.Solbaten bet deutsches Wehrmacht bas Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz bes Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler."
Horthys Schwiegersohn abgestürzt.
Budapest, 3. Sept. (Europapreß.) Die Der- wandtschaft des ungarischen Reichsverwesers hat ein neues Fliegerunglück betroffen, bem Horthys Schwiegersohn, Graf Julius Karolyi, zum Opfer fiel. Vor einigen Tagen hatte sich Graf Karolyi, der Witwer der vor zwei Jahren verstorbenen Tochter bes Reichsverwesers, zur Flieger- truppe gemeldet, um seinen Wehrdienst zu erfüllen. Nun ist «er bei einem Flug unweit Budapest aus etwa 700 Meter Höhe^ abgestürzt. Sein Flugzeug siel in die Donau. Weder die^Maschine noch die Leiche konnten bishsr gefunden werden.
1 Hauptbannführer
Or. Hermann Lindenburger.
NSG. Am 21. August tfV Hauptbannführer Dr. Hermann Lindenburger infolge einer im Osten erlittenen schweren Verwundung erlegen. Die Hitler- Jugend verliert in ihm einen aufrechten Nationalsozialisten, ber in nimmermüder unentwegter Arbeit seine gesamte Kraft in ben Dienst ber Jugend unb damit des Reiches stellte, ßinbenburger wurde 1911 als Sohn eines Bauern in Wernigerode geboren. Bereits während seines Studiums stand er in den Reihen ber SA. und des NSD.-Studentenbundes. 1929 wurde er Mitglied ber N«DAP. Seit 1933 hatte er führende Stellungen in ber Hitler-Jugend inne. Er war zunächst Führer des Bannes 13/9 in Münster, bann Führer des Oberbannes V/9 von Münster-Land. Anschließend wurde er in ben Stab bes Obergebietes West unb bann als Dienstprüfer Nord ber Reichsjugendführung berufen. Es folgte ein Auftrag zur Führung des Oberbannes Essen, Veröffentlichungen: Soldatengedichte aus dem Osten und aus dem hohen Norden (farbig illustriert), ein Aufsatz über die landschaftliche Schönheit der Krim (mit Farbaufnahmen), schließlich noch die Veröffentlichung über NSV.-Schweftern, die sich im Krieg durch Mut und Tatkraft auszoichneten.
— In dem als Doppelnummer erscheinenden August-September-Heft ber Monatsschrift „D i e föunjt" (Verlag F. Bruckmcmn, München) wird von Wally P. Schultz ein Referat über die Große Deutsche Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst gegeben. „Säule und menschliche Gestalt", die zu allen Zeiten ein gemeinsames Schicksal durch geheimnisvolle dynamische Beziehungen untereinander verbunden erfuhren, sind bas Thema einer Betrachtung von Ulrich Christoffel. Ein charakte- ristisches, neu entdecktes Bild von Caspar David Friedrich wird von F. Nemitz gezeigt. An drei Köpfen, zwischen 1470 und 1480 von Pacher, Maz- zoni und Benedetto da Majano geschaffen, macht C. Kornmann grundsätzliche Fragen der Stilbildung anschaulich. Dr. Ed. Stemplinger-Elbach erinnert an die Elisabeth Ney, die ein Standbild König Ludwig II. schuf, bas jetzt in Herrenchiemsee steht. Die ; zarte Stimmungskunst in den Bildern des Wiener , Malers Emil Jakob Schindler (1842 bis 1892) wird in einer Wiener Gedächtnisausstellung deutlich. Im zweiten Teil wendet sich das Heft der Wohnkultur zu und zeigt vier Einfamilienhäuser der Stuttgarter Architekten Baier und Hammer, die klar disponiert und reizvoll gestaltet sind. Heber Ausgaben der Jnnenraumgestaltung verbreitet sich Otto (Billen an Hand von Arbeiten von Gretsch und Haberer, Stuttgart. Zwei Einfamilienhäuser von Architekt 1 Lorscheibt, Krefeld, haben einen kultivierten Charakter, der sich gut in die ernste Landschaft des 1 Niederrheins einfugt. Don Hertha Bucher sieht man neue keramische Arbeiten und besonders schön ge» ' stattete Einzelmöbel -von Josef Hillerbrand. Don ' wunderbarer Zartheit sind die Glasveredlungs» ! arbeiten von Liselotte Oehrjng-Hoehne. Ein Garten am Tyrrhenischen Meer, gestaltet von Professor 1 Pietro Porcinai, und geschmacksichere kunstgewerb- \ liche Arbeiten bilden ben weiteren Inhalt des Heftes, das den 43. Jahrgang ber schönen, Dieb ’ fettigen und anspruchsvollen Zeitschrift beschließt.
solange das ganze übrige Deutschland, soweit bie deutsche Zunge reicht, einig sind, werden mir um
die Felsen unserer Berge", die Runde in folgender I


