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Sriegseinfah deutscher Geisteswissenschafk.
Sm Rahmen des „Kriegseinsatzes der deutschen Geisteswissenschaft" veranstaltete die Wissen- jchaftliche Gesellschaft. Magdeburg- a 2(1 bis 31. Juli in Magdeburg eine ,Mlssenschaftlrche Woche, in der, in insgesamt zehn Dortragen führender deutscher Wissenschaftler, das Thema „Das Reich und Europa" zur Be- handluna kamen. Es sprachen: Professor Dr Ritterbusch (Berlin) über „Das Reich und Europa"; Professor Dr. Theodor Mayer, Rektor der Universi! tat Marburg, über Das Reich und die Ordnung Europas^ Mittelalter"; Professor Dr. Lintzel (Halle) über „Europa und der Westfälische Friede" - Professor Dr Platzhoff, Rektor ' der Unchersität Frankfurt, über: „Die Stellung Englands zum Kon ment und einer kontinentalen Ordnung Euro- p°? r Dr...Scharff (Kiel) über „Prinz Eugen als Kampfer für das Reich und Europa"; Dr Griewank (Berlin) über „Der Wiener Kongreß und die Neuordnung Europas"; Professor Dr.Otto Becker (Kiel) über „Bismarck und die europäische Ordnung"- Professor Dr. Jahrreiß (Köln) über „Europa und das Ordnungsexperiment von Versailles und Genf"- Professor Dr. Höhn (Berlin) über „Reich und Groß- raum", und Professor Dr. Bilfinger (Heidelberg) über ein staatsrechtliches Thema! w
Professor Kuhn Träger des Goethepreises.
Der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt ist in diesem Jahre dem Chemiker Professor Dr. Richard Kuhn, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für medizinische Forschung in Heidelberg, verliehen worden. Die Uebergabe des Preises wird Oberbürgermeister Dr. Krebs am 28. August, dem Geburtstag Goethes, im Frankfurter Goethehaus vornehmen.
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Prof. Dr. kabitz gestorben.
Im Atter von 66 Jahren starb in Münster der emeritierte Ordinarius für Philosophie und Pädagogik Prof. Willy Kabitz. Er war in Berlin geboten, habilitierte sich 1905 an der TH. Hannover für Philosophie, siedelte 1908 nach Breslau über, unternahm 1910 eine Reise zum Studium des Schulwesens in den Vereinigten Staaten, in Japan und Indien und wurde 1915 a. o. Professor für Philo- , sophie und Pädagogik in Münster. 1934 wurde sein Mxtraordinariat in ein Ordinariat umgewandelt. Im November 1941 wurde er von seinen Verpflichtungen entbunden. Kabitz befaßte sich besonders eingehend mit Leibniz. Bereits kurz nach seiner Promotion übertrug ihm die Preußische Akademie 6er Wissenschaften die Bearbeitung der philosophischen lschriften ihrer Leibniz-Gesamtausgabe. Eine exakte -entwicklungsgeschichtliche Darstellung derLeibnizschen Systems gab er in seinem Buch „Die Philosophie des jungen Leibniz". Andere Arbeiten beschäftigten sich mit der Philosophie der Aufklärung in England, Frankreich und Deutschland und mit'dem philoso- Lphischen Lebenswerk seiner Lehrer Wilhelm Dilthey und Friedrich Paulsen.
Zum 60. Geburtstag von Professor Grüter.
In diesen Tagen vollendete der Direktor der Uni-
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persitätsauaenklinik in Marburg, Professor Dr. Wilhelm Grüter, sein 60. Lebensjahr. Grüter promovierte 1906 in Marburg, betätigte sich als Schifss- arzt auf Reisen nach Südamerika, wurde praktischer llrzt und ginn dann zur augenärztlichen Fachaus- nldung nach Stuttgart, wurde Assistent an der Universitätsaugenklinik in Greifswald und später in Marburg, wo er 1911 sich habilitierte. Bald darauf vurde er Oberarzt in Bonn unter seinem Lehrer Römer. 1921 wurde er a. o. Professor in Marburg, kann ordentlicher Professor und Direktor der Uni- ersitäts-Augenklinik. Er reorganisierte die Klinik und etzte in einem von ihm nach großzügigen wissenschaftlichen Gesichtspunkten ausgebaulen Laboratorium feine Forschungen über das „Herpesvirus" fort. In jahrzehntelangen Untersuchungen kam er zu Ergebnissen, über die er auf den ophthalmologischen Lagungen in Heidelberg und vor der Internationalen Ophthalmologischen Gesellschaft in Kairo in Zusammenhang mit oer Aegyptischen Augenkrankheit Trachom) berichtet. Zum erstenmal gab er hier seine neuartigen Zellstudien bekannt. Der Gelehrte lehnte einen an ihn 1939 von der Akademie in Düsseldorf ergangenen Ruf ab. Im jetzigen Kriege ge- bng es ihm, durch eigene operative Methode einzelnen Blinden das Augenlicht miederzugeben.
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Vierzig Jahre Schauspieler.
Am 4. August 1942 feiert einer der hervorragend- slen Repräsentanten der klassischen Bauerntragödie md -komödie, der Leiter der Ludwig-Thoma-Bühne in Egern am Tegernsee, Bertl Schultes, sein llljähriges Bühnenjubiläum. Es ist das große Verdienst des Jubilars, der vom Münchner Volkstheater kam, 1907 die Direktion des Tegernseer Bauerntheaters übernahm, wenn heute die Namen Thoma, Aanghofer und Anzengruber weit über die Grenzen des Reiches hinaus einen guten Klang haben. Isn- zahlige frohe Stunden hat Schultes Bertl mit seinen Künstlern auch unseren Soldaten an der Front bereitet.
Aus der Giadi Gießen.
Amtsgerichtsrat Gros 20 Jahre alt.
Der lanajährige Grundbuch-, Vormundschaftsund Jugendrichter sowie stellvertretende aufsichtführende Richter beim Amtsgericht Gießen, Amtsgerichtsrat Franz Gros, kann am morgigen Dienstag, 4. August, in bester Gesundheit und unermüdlicher Schaffenskraft seinen 70. Geburtstag begehen. Am 30. September 1937 in den Ruhestand getreten, hat der Krieg auch Franz Gros erneut zum Einsatz seiner Kraft im Dienst für unsere Volksgemeinschaft veranlaßt, so daß er den Eintritt in das achte Jahrzehnt seines. Lebens da erlebt, wo er sich immer am wohlsten gefühlt hat: in der Pflicht, im Kreise der Arbeit.
Durch seine oberhessische Abstammung — er wurde am 4. August 1872 zu Hof Kolnhausen bei Lich geboren — und sein vielseitiges Wirken ist der Jubilar weit über Gießen hinaus bekannt und populär geworden. Von 1892 bis 1895 studierte er in Gießen und Berlin Jura, 1896 bis 1899 war er hier Handelskammersekretär, 1899 bis 1901 Gerichtsassessor am Landgericht in Mainz, 1901 bis 1904 Gerichtsassessor, Amtsanwalt und stellvertretender Amtsrichter in Fürth im Odenwald und in Alsfeld, 1905 bis 1913 Amtsrichter in Lorsch an der Bergstraße, seit 1. Oktober 1913 bis zu seinem Usbertritt in den Ruhestand am 30. September 1937 ununterbrochen beim Amtsgericht Gießen als Grundbuch-, Vormundschafts-, Jugend- und stellv. Anerben- und Erbgesundheitsrichter, dazu einige Jahre vor seinem Ruhestand auch als Stellvertreter des Amtsgerichtsdirektors; nach seinem Wiedereintritt in den Dienst am 16. November 1939 hat er das Vormundschafts- und Jugendgericht sowie die Stellvertretung des Amtsgerichtsdirektors wieder übernommen. Sein Wirken als Richter war allezeit gekennzeichnet durch vorbildliches soziales Empfinden und gütig-menschliches Verstehen der bei ihm Rat ünd Hilfe suchenden Personen, durch unbeirrbare Gerechtigkeit bei der Beratung und Beurteilung der Menschen und der Dinge, durch freundliches Entgegenkommen, aber auch, wenn es nicht anders ging, durch unnachsichtliche Strenge, beispielgebenden Gemeinschaftsgeist, größte Pflichttreue und höchstes Verantwortungsbewußtsein sowohl als deutscher Richter wie auch als Förderer und tatfroher Mitstreiter für alle nationalen Aufgaben und neuen Entwicklungen, denen im Interesse unseres Volkes und seines Wiederaufstieges zur Größe und Machtstellung in der Welt zu dienen war. Dabei sah er für sich eine ganz besondere Verpflichtung in dem Wirken zum Besten unserer deutschen Jugend als der künftigen Gestalterin des deutschen Lebens und der deuischen Zukunft, als der Trägerin und Bewahrerin des kostbaren Gutes, das der Führer unserem Volke gegeben hat.
Während des ersten Weltkrieges wirkte Franz Gros lange Zeit ehrenamtlich als Vorsitzender der Kreisverteilungsstelle des Kommunalverbandes, der Kriegskinderfürsorge und verschiedener anderer Stellen, außerdem war er Mitglied des Kreisausschusses für Ernährungsfragen. Für die großen Verdienste, die er sich bei diesem Dienst für unsere Volksgemeinschaft erwarb, wurden ihm die Hessische Silberne Kriegsoerdienstmedaille und das Preußische Kriegsoerdienstkreuz verliehen. Seit vielen Jahren ist er durch seine rege Mitarbeit im Aufsichtsrat der Handels- und Gewerbebank Betreuer und Förderer des Gießener Mittelstandes und insbesondere der Handwerker und Gewerbetreibenden geworden; seit 1927 war er stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, seit 1934 ist er Vorsitzer des Aufsichtsrates der Handels- und Gewerbebank. Für seine rege Mitarbeit im Vorstand der Gesellschaft Liebig- Museum in Gießen wurde er durch die Verleihung der Goldenen Liebig-Medaille ausgezeichnet. Lange Jahre gehörte er auch dem Vorstand des Gesellschaftsvereins und als Mitarbeiter dem Gießener Obst- und Gartenbau-Verein an. Das in Friedenszeiten in unserer Stadt immer gern gehörte Mai en - blasen. war seiner Initiative und oft auch persönlichen Opferbereitschaft zu verdanken.
Trotz seiner starken dienstlichen und ehrenamtlichen Inanspruchnahme fand Amtsgerichtsrat Gros immer noch Zeit, sich der heimatverbundenen Schrift- stellerei zu widmen. Aus seiner Liebe zur vberhes- sischen Heimat und ihren Menschen entstanden zahlreiche mit feinem Humor gewürzte Erzählungen, Plaudereien und Schnurren, deren Motive oder Personen ihm irgendwie und irgendwo auf seinem Lebensweg begegnet waren und von ihm mit feiner Beobachtungsgabe und liebevoller schriftstellerischer Gestaltung für die Gegenwart und Nachwelt fest- gehalten wurden. In seinen 1927 im „Hessewind" erschienenen Geschichten hat er eine köstliche Samm-
Ausweise zur Llrlaubsfahrt.
Was man beim Antritt der Reise nicht vergessen darf.
Es entstehen jetzt ärgerliche Zwischenfälle dadurch, daß viele Urlauber in die Erholungsorte kommen, ohne die notwendigen Ausweise in der Hand zu haben. Das gilt in erster Linie von einer ordnungsgemäßen Urlaubsbescheinigung, ohne die die Hotels und Pensionen die Urlauber vielfach nicht bevorzugt annehmen oder auch überhaupt nicht aufnehmen. Es empfiehlt sich, vor Antritt der Reise auf der Urlaubsbescheinigung vom Betriebsführer bestätigen zu lassen, daß der Urlauber Gefolgschaftsmitglied eines wehrwirtschaftlich wichtigen Betriebes ist. In Zweifelsfällen empfiehlt es sich, von der Jndustrie- und Handelskammer bzw. Handwerkskammer dies bestätigen zu lassen. Das trifft z. B. zu für den Lebensmitteleinzelhandel, der anerkanntermaßen zu dem wehrwirtschaftlich wichtigen Sektor gehört, was jedoch die wenigsten Hotelbesitzer wissen, so daß sie vielfach eine bevorzugte Aufnahme eines solchen Urlaubers ablehnen.
Der zweite wichtige Ausweis für die Urlaubsreife ist die Dritte Reichskleiderkarte, ohne deren Vorlage es den Beherbergungsgebern bei Strafe verboten ist, Gäste zu beherbergen. Die Vorlage der Dritten Reichskleiderkarte ist auch bei ärztlich verordneten Heilkuren notwendig. Kann die Dritte Re'chskleider- karte nicht vorgelegt werden, dann muß der Gast zurückgewiesen werden. Das Vergessen der Kleiderkarte kann also im Einzelfall den ganzen^Urlaub illusorisch machen, wenn der Urlauber seine Wohnungsschlüssel in der Tasche hat und niemand in
seine Wohnung hereinkann, um notfalls die Dritte Reichskleiderkarte nachschicken zu können.
Die dritte Art notwendiger Ausweise sind unsere Lebensmittelkarten. Auch hier werden am laufenden Band Fehler beim Umtausch der Marken von Urlaubern gemacht. Man denkt gemeinhin nur an den Umtausch der Fettkarten, vergißt aber in der Regel, auch an die Marmeladenkarte zu denken, die man zwar nicht umzutauschen braucht, aber mitnehmen muß, wenn man zum Frühstück Marmelade essen will. Allerdings, wenn die Marmeladenkarte schon für den entsprechenden Zeitraum verwertet worden ist und z. B., was in vielen Fällen zutrifft, statt der Marmelade Einmachezucker bezogen wurde, so nutzt das Mitnehmen der Marmeladenkarte auch nichts. Man muß also auch rechtzeitig bei den Einkäufen im Hinblick auf die Reise disponieren. Das gilt auch für die Nährmittelkarte, die man nicht gleich zu Beginn des Monats restlos abkaufen darf, wenn man in der Mitte des Monats' verreist und dann im Hotel Pudding essen will, für den die Abgabe von Nährmittelmarken verlangt wird. Auch hinsichtlich der Kindermilchkarten wird sehr oft oer. gessen, diese für die Reise als Reisekarte umstempeln zu lassen.
Schließlich sollte man niemals vergessen, sich seinen Reisepaß ober die Kennkarte einzustecken, die man unterwegs sehr oft benötigt, sei es zum Ausweis gegenüber der Post oder Kreditinstituten, bei denen man Geld abheben will. Sch—t.
Sammelwichtige Heilkräuter im Kreise Wetterau
Die Heilkräutersammlung in unserem Kreise soll auch kvährend der Ferien keine Unterbrechung ersah- ren. Allenthalben haben die Schulen einen besonderen Ferieneinsatz angeordnet. Wie der Kreissachbearbeiter der RfH. (Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde unh Heilpflanzenbeschaffung) mit« teilt, ist das Augenmerk der Sammelarbeit jetzt insbesondere auf die wich tilgen Teekräuter zu richten, an denen größter Bedarf besteht.
Vor allem sind jetzt Walderdbeerblätter einzubringen, die mit den Stielen gepflückt werden. Die Sammlung von Blättern der Walderdbeere ist in allen vergangenen Jahren immer unzulänglich gewesen. In diesem Jahre sollten alle Sammeleinhei- ten hier Versäumtes nachholen. Die Blätter der Gartenerdbeere sind ohne Stiel zu sammeln. Wichtig ist, daß Wald- und Gartenerdbeerblätter getrennt gehalten worden.
Don der Himbeere werden die Blätter mit Stielen ohne Zweige geerntet. Außer der Wald- kommt auch die Gartenhimbeere für die «Sammlung in Betracht. Hier braucht das Sammelgut nicht getrennt zu werden. Das gleiche gilt für die Ernte der Brvm- beerblätter, die man auch bis nach der Fruchtreife zurückstellen sollte. Da Brombeerblätter bis spät in den Herbst hinein (bis Eintritt des Frostes) gepflückt werden können, bleibt noch ausreichend Zeit für die Deckung des allerdings recht hohen Bedarfs.
Besonders sammelwichtig sind zur Zeit auch die folgenden Drogen, die in vergangenen Jahren nicht in ausreichenden Mengen aufgebracht worden sind:
Spier stau de oder Mädesüß: Die ganzen Trugdolden unmittelbar unter dem untersten Blü- tenästchen abschneiden und in Körbe sammeln; keine abgeblühten oder bereits fruchtenden Blütenstände.
Rainfarnblätter (nur die Blätter ohne Stengel); Rainfarnblüten (Blütendoldenahne Stengel oder stielfreie Blütenköpfe); Rainfarnkraut wird im Kreise Wetterau n i ch t gesammelt;
Klatschmohnblüten (nur Blumenblätter);
Feldthymian oder Quendel (oberirdische Teile des blühenden Krautes);
Holunder blätter (mit Stielen);
Feldstiefmütterchen (blühendes Kraut, gelb und blau getrennt sammeln und abliefern);
Odermennig (blühendes Kraut);
Steinklee ober Honigklee (Melilotus officina- lis), im Volksmund auch Motten kraut genannt; ge« sammelt wjrd das blühende Kraut; einer neuerlichen Anweisung des Gausachbearbeilers zufolge wird auch der weißblühende «Steinklee (Melilotus albus) von einigen Firmen in großen Mengen abgenommen. Selbstverständlich nrüffen die gelb- und die weiß- blühende Art getrennt verpackt und ab geliefert werden.
In großen.Mengen werden Brennesselblät- ter gebraucht. Nicht gesammelt werden in diesem Jahre Eichenblätter und Taubnesselblüten. Sollte von diesen Drogen aber Sammelgut bei einigen Schulen vorliegen, wird es von den Bezirkssammel« stellen abgenommen.
hing seiner schriftstellerischen Muse vereinigt, die weithin freundlich auf genommen wurde und ihm vielfache dankbare Anerkennung brachte. Im „Gießener Anzeiger" hat Franz Gros ebenfalls oft mit feinen reizvollen Erzählungen oberheffischer Heimatgeschichten erfreut. Außerdem hat er sich auch als juristischer Schriftsteller eifrig betätigt; besonders ist hier sein Wirken als Mitbegründer und Herausgeber der Gesetzsammlung für das Land Hessen her- vvrzuheben.
Sein edler Charakter und feine großzügige, von warmer Herzlichkeit erfüllte Haltung im dienstlichen Wirken wie auch als Privatmann, dazu seine allezeit für jedermann bekundete Tatbereitschaft im Raten und Helfen sowie sein feiner Humor und seine tiefe Volksverbundenheit haben ihm in allen Schichten der Bevölkerung in Stadt und Land große Wertschätzung und aufrichtige Sympathie gebracht. Daher werden an seinem morgigen 70. Geburtstage viele Volksgenossen frohen Anteil nehmen. Auch wix grüßen den oft bewährten Freund und Diener der oberhessischen Heimat, unseren geschätzten Mitarbeiter an diesem Tage mit herzlichem Gedenken und besten Wünschen zum Eintritt in fein achtes Jahrzehnt und für feinen Lebensabend.
Verdunkelungszelt:
3. August von 22.12 bis 5.15 Uhr.
Für unsere Verwundeten.
Die NSG. „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichs- Ministerium für DolksaUfkläruna und Propaganda folgende Veranstaltungen in hiesigen Lazaretten durch: In zwei Lazaretten wurden die Filme „D. III. 88" und „Pat und Patachon auf Seereise" gezeigt und fanden großen Beifall. — Der Gesang- verein „Sängerlust" aus Daubringen veranstaltete in einem Lazarett ein gutes Konzert. Unter Leitung von Chormeister Lehrer Dietrich brachte die Dor- tragsfolge Chöre und Volkslieder von Abt, Schubert, Silchner, Mießner und H. Dietrich, welche die Verwundeten sehr erfreuten. — Für die Verwundeten in unseren Lazaretten hätte die Kreisamtslei- turg der NSV. Liebesgaben zur Verfügung gestellt. Gebäck, Süßigkeiten und Zigaretten wurden von den Betreuerinnen der NS.-Frauenschaft und dem Lazarettbeauftragten der NSKOV. in reichlicher Menge verteilt. — Durch Vermittlung der Kreisfrauenschaftsleiterin Wrede hatten die Ortsfrauen - schäften Burkhardsfelden, Lauter, Oberhörgern und Weitershain eine große Zahl Kuchen für die Lazarette gespendet, die dankbar angenommen wurden. — Eine große Zahl Verwundete machte Ausflüge
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Dr. Brüggers Patientin
Roman von Walter Klöpffer
Fortsetzung. (Nachdruck verbaten.)
„Ich denke, bald", schallet sich Brügger in das Gespräch ein. „Heute habe ist Sie zum erftemnal Schein sehen, Fräulein Hudal. Das ändert die Pro- znose gewalttg. Aber jetzt mußt du gehen, Schorchi, orrft wird es zu viel fürs erstemal. Das Fraulem kt einen gestrengen Doktor."
Ws der Bub fort war, sagte Brügger: „Wie bekommen Ihnen denn die Besuche?" ««Wrsgezeichnet." . v f
.„Dann wollen wir die Arznei wiederholen la- iette er und spielte mit dem Hörrohr. „Es Zerf^^m 6e. Sie machen schon ein ganz anderes Gesicht, viel freuMicher. Wenn Sie wollen, trommle ich foiien Ihren ganzen Bekanntenkreis her, Fraulem tzudal," . . .... x
„Das wird nicht gut gehen", meinte sie lächelnd. „Und warum nicht, wenn ich iragen darf.
„Ich bin ziemlich fremd hier. Ich kenne fast me-
Yrnden." _
.„Ach so! Dann werde ich mich em wenig um Sie kümmern. Ich bin auch nur ein Fremdling m dieser Liadt. Sie dürfen diesen Sttmmungen nicht |o_ naa)- Jtöen. Haben Sie Sorgen? Mir können eie es rchig sagen, ich will Ihnen helfen. Dazu bin xä) J[it u
Annas Gesicht erstarrte. Sie senkte den Kopf und r^n liebes Kind, glauben Sie einem erfahre- ||hei Mann; der Mensch nimmt vieles zu wichtig Irtt Leben."
■ Vielleicht, dachte sie.
4.
I In Trettau gab es mehrere Aerzte aber am M'nsten hatte Dr. Brügger zu tun. Die Leitte, Cm- ■emiicbc wie Fremde, mochten ihn nicht nur weg
seines beruflichen Könnens, sondern in der Hauptsache wegen seines vornehmen und doch schlichten Wesens. Don weit her aus den umliegenden Tälern liefen sie zu ihm, sogar aus dem Bregenzer Wald und aus dem Walser Tal.
«Sein Haus stand mitten im Ort, nahe der Kirche mit hem spitzen, charakteristischen Turm. Es war ein stattliches Haus, voll behäbiger Kraft und Gediegenheit, mit zahlreichen Fenstern und Balkonen, von denen im Sommer die blutfarbenen Nelken und die ziegelroten Geranien in Büscheln hingen. Es war, kurz g^agt, ein Haus, wie es einem Manne zukommt, der erfolgreich ist und etwas bedeutet in her Gemeinde. Es besaß ein weit vorspringendes, geducktes Dach, honiggelbe Schindeln an den Wänden und einen Zaun aus sich überkreuzenden Prügeln, wie er «Sitte ist im oberen Allgäu. Vom Ober- stock' aus schweifte der Blick über sanft geneigte Vergwiesen, über kleine Gehölze und über die quecksilbrige Trettcha hinüber zur Drahtseilbahn, die auf das Widderhorn führt. Im Hintergrund aber reihte sich in weit ausholenden Bogen Berg an Berg zu einem heroischen Zirkus aus Felsen, dessen oberste Sitzplätze bereits in den Wolken liegen. Rings um das Haus lief ein lustiger Ziergarten, der nach Osten zu in einen Park überging. Garten und Park wurden von einem älteren Manne betreut, dem Gärtner Amgerl der in einem Häuschen für sich wohnte. Brügger hatte ihn vor etwa zehn Jahren im Oberbayrischen aufgelesen und, da es dem alten Soldaten schlecht ging, kurzerhand nach Trettau verpflanzt, wo seine Mundart auch jetzt noch einiges Aufsehen erregte.
Hingerl war-klein, krummbeinig und ein Grobian. Er mar soeben dabei, die Kletterrosen an der Vorderfront feftzubinden, die der gestrige Sturm los- gerissen hatte. Plötzlich vernahm er unter sich eine Stimme, die auf ihn wirkte wie ein rotes Tuch auf einen Bullen.
„Aber, Hingerl! Was machen Sie denn da? Sie sollten mir dcch Blumen besorgen für den Kafftc
tisch! Dieses Zeug hat doch 'Zeit! Es ist entsetzlich .mit dem Mann! Ueberhaupt haben «Sie in diesem Jahr viel zu wenig Blumen gepflanzt. Ich will nicht lauter Gurken und Kürbisse, hören Sie? Wir find, doch keine Gärtnerei. Ich glaube, Sie hören mir gar nicht zu." Das alles kam ungeheuer rasch, hell und norddeutsch aus dem Mund einer hochbeinigen jungen Frau, die im Bruggerschen Haushalt die Pflichten einer Hausdame versah.
Hingerl drehte sich bedächttg auf der Leiter um, steckte Bast und Schere in seinen Brustlatz und zog sein Schmalzlerglasl. Dann zwinkte er die Augen zu und brummte:
„Alleweil dieses Gesurm und diese Treiberei... vier Arme dürfte man haben —."
„Na und —" fragte Frau Purgstaller ungeduldig.
Hingerl tat sich erst einmal eine Prise auf den Daumennagel und schnupfte. Dank stieß er einen wollüstigen Seufzer aus.
„Gärtner bin ich. Und anschaffen tu ich da he rin im (Sorten, verstehen S! Und Ihre Blumen, die kriegen S' schon noch. Wird nicht so pressieren", maulte er.
„Aber das ist doch die Hohe! Ich werde mich beim Chef über Sie beschweren, gleich heute noch telephonisch. Dann werden wir ja sehen", sprudelte die Purgstaller empört hervor.
„Don mir aus" knurrte Hingerl abschließend und drehte der Hausdame ostentattv fein Hinterteil zu. So ein Krampf! Er konnte Frauenspersonen nicht ausstehen und die mit ihrer pfeilschnellen Sprache schon gar nicht. Zwischen ihn und die Purgstaller hatte der Herr Zwietracht gesät von Anbeginn.
Als Hingerl die letzte Ranke festgemacht halte — aus Bosheit ließ er sich besonders viel Zeit —. stieg er von der Leiter, hotte feinen Schubkarren und verschwand mit ihm in den Hintergründen des Parkes.
Die Purgstaller war ins Haus gegangen.
In der Diele stieß sie auf den Hotelier Anrainer, den Besitzer des „Goldenen Löwen", einen bejahrten, gesprächigen Herrn, der sich ächzend aus einem,
der Korbstühle in die Höhe rappelte. «Sie zauberte ein gewinnendes Lächeln auf ihr Gesicht.
„Der Herr Anrainer. Sieh einer an!" tat sie erfreut.
„Ja, ich, ganz richtig", sagte der Hotelier, startete eine Verbeugung und küßte der Hausdame die mol- lige Hand. „Mein Kreuz wird nämlich gar nicht besser. Die Äblben helfen nicht. Was soll ich jetzt tun? Und der Doktor ist auch weg. Ich finde, dos ist keine Art. So etwas könnte er einem doch vorher sagen. Wie stehe ich jetzt da? Ich kann doch mitten unter der Behandlung nicht zu einem anderen Arzt gehen!"
„Sollen Sie auch nicht, mein Bester. Gar nicht nötig, wir werden schon Rat schaffen", beschwichtigte sie den Gekränkten. „Wofür bin denn ich da! Dr. Brügger läßt sich vielmals entschrlldigen, er hat mir bas besonders aufgetragen. Und er hat mir genaue Anweisungen hinterlassen. Diathermie und Massage machen wir weiter. So ein Lumbago braucht eben seine Zeit, nicht? Neu hinzu kommt etwas Besonderes: Atemübungen. Dreimal täglich, immer vor dem Essen, sieben tiefe Atemzüge. Ich mache es Ihnen vor. Sehen «Sie — so ... und dabei das Kreuz hohlmachen. Wir wollen es gleich einmal versuchen, bis es sitzt."
Die Purgstaller konnte mit den Leuten umgehen, das mußte ihr der Neid lassen. Herrn Anrainer "zum Beispiel wickelte sie um den Finger. In Wirklichkeit hatte Brügger bezüglich Anrainers, den er für einen ewig jammernden Hypochonder hielt gar keine Verhaltungsmaßregeln hinterlassen, und das mit der „Atemtechnik" hatte sich die Purgstaller in der Eile zusammengedacht. Daß es Unsinn war, genierte sie nicht weiter. Hauptsache^ daß der alte Jammermeier zufriedengestellt war.
Anrainer tat es wohl, daß man seine Wagen so wichtig nahm, und er lächelte versöhnt.
„Also vor dem Essen? Und siebenmal?"
„Richttg. Und die Massage machen wir jetzt gleich. Kommen Sie." Sie ergriff seinen Arm und zog ihn in das Zimmer mit den Apparaten.
(Fortsetzung folgt.)


