Ausgabe 
3.8.1942
 
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lorificrie Kolonnen des Feindes wurden durch Luft­angriffe zersprengt. Kampf- und Sturzkampfflugzeuge belegten die Eisenbahnknotenpunkte des Kuban­gebietes wirksam mit Bomben. Durch Treffer gingen mehrere Tanklager sowie abgestellte Züge und Flug­zeuge tn Flammen auf.

Im großen Don bogen griffen deutsche und italienische Truppen einen Brückenkopf der Bolsche­wisten an und warfen den Feind, der sich hart­näckig verteidigte, über den Fluß zurück. In diesen dreitägigen Kämpfen vernichtete ein Infanterie- Regiment mit seinen Panzerabwehrwaffen allein 24 Panzer. Nordwestlich Kalatsch warfen deutsche Truppen eine starke-feindliche Kampfgruppe im Angriff zurück und schossen dabei mehrere Pan­zerkampfwagen ab. Bei der Säuberung eines neu gewonnenen Geländes hatte der Feind hohe Verluste an Menschen und Material. Zahlreiche Gefangene wurden eingebracht. Die Luftwaffe belegte nord­westlich Kalatsch feindliche Kolonnen und Wider­standsnester mit Bomben. Stutzkampfflugzeuge vom MasterJu 87" beschädigten mehrere Brücken über den. an dieser Stelle zwei Kilometer breiten Don, wodurch den Bolschewisten die Heranführung von Verstärkungen erheblich erschwert wurde. Am nörd­lichen Teil des Donbogens wiesen ungarische Trup­pen einen Uebersetzversuch des Feindes ver­lustreich für die Bolschewisten ab. Nordwestlich Woronesch scheiterten zwei schwächere Vorstöße des Feindes, wobei drei Panzerkampfwagen ver­nichtet wurden. In zahlreichen Luftkämpfen schos­sen Jäger über den verschiedenen Kampfräumen des Südabschnitts 29 bolschewistische Flugzeuge ab.

Oie Kämpfe

im mittleren und Nordabschnitt

Im mittleren Frontabschnitt erneuerte der Feind im Raum von Rschew seine mit starken Kräften geführten Angriffe. Die Vorstöße der Bolschewisten richteten sich besonders gegen einige Stützpunkte, von denen einer 15 mal vergeblich angegriffen wurde. Nach harten Abwehrkämpfen, die auch durch anhaltende Regenfälle erschwert wurden, gingen die deutschen Truppen zum Gegenangriff über und war­fen den Feind auf seine Ausgangsstellungen zurück. Dabei wurden von deutscher Infanterie und Artil­lerie 18 Panzer und vier Flugzeuge der Bolschewi­sten abgeschossen. Kampf- und Sturzkampfflugzeuge griffen feindliche Truppenansammlungen in den dicht hinter den Kämpfstellungen liegenden Ort­schaften an. Der Feind hatte schwere Verluste. Ver­einzelte bolschewistische Flugzeuge wurden noch vor Erreichen ihrer Angriffsziele von deutschen Jagd­flugzeugen zum Kampf gestellt und vier abgeschossen, weitere fünf durch Flakartillerie zum Absturz ge­bracht.

Am Wolchow-Brückenkopf scheiterte ein feindlicher Vorstoß im zusammengefaßten Feuer der deutschen Truppen unter Abschuß von neun Panzer­kampfwagen. Bolschewistische Bataillone, die sich er­neut zum Angriff bereitstellten, wurden durch Artil­leriefeuer zersprengt. An der E i n s ch l i e ß u n g s - front von Leningrad scheiterten erneute Uebersetzungsoersuche der Bolschewisten über die Newa. Dabei wgrden wiederum einige Boote durch Artilleriefeuer versenkt. Bei bewaffneter Aufklärung belegten deutsche Kampfflugzeuge stark befestigte Feldstellungen der Bolschewisten im Raum von Le­ningrad mit Bomben. Trotz heftiger Bodenabwehr griffen die Kampfflieger die befohlenen Ziele an und brachten den Bolschewisten hohe Verluste bei. Im Finnischen Meerbusen richteten sich Luftangriffe ge­gen feindliche Stützpunkte auf der Insel Seis- r a n r i sowie gegen Schiffsziele. Ein großer bol­schewistischer Minenleger wurde von mehreren Bom­ben schwer getroffen, so daß er unter starker Rauch­entwicklung gestoppt siegen blieb.

Oie Säuberungsaktion in Serbien.

Ber'lin, 1.Ang. (DNB.) Die Kämpfe mit ser­bischen Banden und Straßenräubern verliefen wei­ter erfolgreich. Einzelne örtliche Ueberfülle in ent­legenen Gebirgsgegenden führten zur Vernichtung von Banden, die Erntevorhaben zu stören und Erntemaschinen zu beschädigten versuchten. Mit dem Auftreten deutscher Truppen ist Ruhe eingetreten, die Erntearbeiten gehen ungestört weiter. Eine grö­ßere Bande, die bei Risch einen Ueberfall auf einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt plante, routbe vernichtet, «südlich und westlich von Sarajewo wurde ebenfalls eine Säuberungsaktion eingeleitet, um die aus Bosnien abgedrängten Banden in ihren entlegenen Schlupfwinkeln und Felsenhöhlen in den Gebirgen zu fassen. Versuche britischer Un­

terseeboote, an der Adriatischen Küste mit Banden die Verbindung auszunehmen, wurden recht­zeitig erkannt und vereitelt. Auch im Donau- Save-Bogen und im Raum der Fruska - Gora schreiten die Säuberungsaktionen weiterhin erfolgreich fort. Dom 9. bis 23. Juli verloren die Banden über 2000 Tote und 9000 Gefangene. Die deutschen und kroatischen Verbände wurden wieder­um von der ungarischen Donau-Flottille unterstützt.

Marshall soll Befehlshaber für die zweite Front werden.

Stockholm, 2.Aug. (Europapreß.) Wie sa­gens Nyheter" meldet, erwartet man in London in allernächster Zeit die Ernennung des nord amerikani­schen Generalstabschefs Marshall zum Oberbe­fehlshaber der für die Schaffung der zweiten Front einzusetzenden englischen und nord amerikanischen Truppen. Wenn sich diese Erwartung bestätigen sollte, so schreibt das schwedische Blatt weiter, dann würde Marshall vorerst sein Hauptquartier in England aufschlagen, um es nach den erhofften Er­folgen der militärischen Operationen dann später nach dem Kontinent zu verlegen. Die Entwicklung hänge zu einem gewissen Grade v o n d e n Ereig­nissen i n der Sowjetunion a b, und es fehle nicht an militärischen Sachverständigen, die die Auffassung vertreten, daß die Voraussetzungen für die Schaffung einer zweiten Front im nächsten Jahre fast aussichtslos werden dürften.

In diesem Zusammenhang weist der Korrespon­dent vonDagens Nyheter" auf die ungeheuren Verluste der Sowjetunion auf militäri­schem und wirtschaftlichem Gebiet hin. Auch mache sich in London die Erkenntnis'bemerkbar, daß das russische Menschenmaterial keineswegs unerschöpflich sei. Aus dieser düsteren Lage der Bolschewisten, so schließt der schwedische Korrespondent, ergebe sich nach Auffassung verantwortlicher Londoner Kreise die zwingende Notwendigkeit einer engeren Zusam­menfassung der Pläne zur schnellstmöglichen Errich­tung einer zweiten Front, deren Schaffung man mit der Ernennung Marshalls näher zu kommen hoffe.

0er Ausbau

des europäischen Küstenwatts.

Berlin, 1. Aug. (DNB.) An der norwegi­schen Küste, dem nördlichen Abschnitt des euro­päischen Küstenwalls, der von Biarritz bis Kirkenes errichtet wurde, ist jetzt im Rahmen der gewaltigen Befestigungswerke der millionste Kubik­meter umbauten Raumes fertiggestellt worden. Neben den starke Verteidigungsanlagen des Heeres handelt es sich ebenso wie an der Atlantik- und Kanalküste um die technisch auf das vollkom­menste Stützpunkte der Kriegsmarine. Gesichert von weitreichenden Geschütze nhat die deut- menste ausgestatteten Stützpunkte der Kriegs­mari ne. Gesichert von weitreichenden Geschützen hat die deutsche Kriegsmarine auch dort eine Basis für die Schläge, die von den deutschen U-Booten der britischen und amerikanischen Schiffahrt auf allen Meereck, im Atlantik wie im Eismeer, täglich zuge­fügt werden.

(Sin neuer USA -Stützpunkt am Panama-Kanal.

Buenos Aires, 2. Aug. ,(DNB.) Die Vertei­digung des Panama-Kanals ist weiterhin die Haupt­sorge der Vereinigten Staaten in Mittelamerika. Auf der dem Kanal ^im Pazifik unmittelbar vorge­lagerten Insel Taboga wurde ein neuer USA.- Stützpunkt errichtet. Die Insel soll hauptsächlich als Basis für Torpedoschnellboote dienen, die mit der USA.-Lustwaffe Zusammenarbeiten. Die Bauten des neuen Stützpunktes stehen unter der Leitung des Konteradmirals Vanhood.

Burmas Zusammenarbeit mit Japan.

Tokio, 2. Aua. (Europapreß.) Eine enge Zu­sammenarbeit zwischen Burma und Japan kündigte der frühere Ministerpräsident von Burma, Dr. B a Mo h, der zum Leiter der burmanischen Zentral­verwaltung ernannt wurde, an. Ziel dieser Zusam­menarbeit werde die Ausmerzung des britisch-nord­amerikanischen Einflusses in Ostasien sein, denn nur auf diese Weise- könne der Krieg siegreich beendet werden. Ferner habe Japan die Absicht, den in­dustriellen Aufbau in Burma finanziell zu unter­stützen. Burma werde ebenso wie Japan den Be­freiungskampf des indischen Volkes nach Kräften unterstützen. Genau wie Burma müsse Indien jetzt die englischen Fesseln abschütteln.

Oie Probe.

Von Emil Merker.

Einen Blumenstock am Fenster zu haben, den man pflegen und warten, den man gießen, dem man die Läuse ab klaub en muß, das ist fchon etwas, fragt nur ein alleinstehendes älteres Fräulein. Mehr ist eine Katze, die den Kopf schnurrend in deine Hand schmiegt; sie ist Haus- und Herdaeist. Wer sie nicht um sich haben kann, weil er zur Miete wohnt, ist arm wie der, der nichts von einem flackernden Herd feuer weiß, weil er Zentralheizung hat und mit Elektrizität kocht. Ein Hund ist noch viel mehr. Sagt dir die Katze, wasdaheim" bedeutet, so sagt dir der Hund, was ein Freund ist.

Gut ja, alles recht! Aber was ist ein Blumenstock und Hund und Katze verglichen mit einem Kind? Nichts, gar nichts! Ein bitterarmer Ersatz, nichts weiter. So ähnlich dachten auch die beiden Kinder­losen, der Herr und die Frau Rat Hartmann, dach­ten es von Jahr zu Jahr schmerzlicher, als sich er­wies, daß ihre Ehe ungefegnet bleiben würde.

Zwar Kinder machen auch Sorgen, und oft keine kleinen", seufzte die Frau Rat.

Allein das ist es eben!" zitierte der Herr Rat lächelnd feinen Christian Morgenstern. Und man schwieg, beschlief sich die Sache noch ein paarmal und faßte dann den Entschluß und setzte ihn mit viel Vorsicht und Umsicht ins Werk. So kam Hel­mut, das Ziehkind, ins Haus, zuerst nur auf Probe.

Wie er war? Ein Wunder war er, o du mein Gott, wie Hund und Katze und Blumenstock und alles Lebendige, nur ein noch größeres. Er war schon ein Schuljunge, man hatte mit Bedacht nicht unter diesem Alter gewählt, damit man doch sehen könne, was für ein Pflänzchen sich da entfalten wolle. Dies war der unnachgiebige Grundsatz des Herrn Rctt gewesen, entgegen der Meinung der Frau, die sich dadurch um die ersten, besonders köst­lichen Jahre leiblicher Betreuung betrogen sah. Aber es war auch jetzt nach genug' nn diesem Helmut. Sie faltete oft unter dem Tischtuchs bestürmt von Andacht, die Hände, wenn sie ihm beim Essen Zu­satz. Sah, wie es ihm schmeckte. Wie er mit Bedacht und Aufmerksamkeit, Löffel um Löffel, Bissen um Bissen, und voll Achtung das Semmelspitzel, das er schon in den Mund gesteckt hatte, wieder heraus- -oohm, um erst zu antworten, wenn sie ihn etwas

fragte. So gute Erziehung brachte er bereits mit... Der Herr Rat erklärte ihm Naturdinge, zeigte ihm seltsames Getier und wies ihm dessen Lebensklug­heit und Lebensnot. Und den Jungen riß die Be­geisterung fort, daß er das eine Bein Hochziehen und mit dem Zeigefinger schwenken mußte, daß es laut knackte:Au, fein!" War er ein Waisenkind, das sich nicht bis drei zu zählen traute? Anfangs vielleicht, bald wurde es anders und er blühte auf und die Augen strahlten, und in ihrem Strahlen er­kannte man mehr und mehr etwas Besonderes, etwas unsagbar Herrliches: Liebe. Noch getraute er sich nicht aus eigenem Antrieb die Arme um den Nacken der Frau Rat zu schlingen, dafür tat er einmal unter dem Tisch etwas anderes. Die Frau Rat faß ihm gegenüber, eine Näharbeit in den Händen, da glitt ihr der Fingerhut vom^Finger. Hel­mut verschwand von seinem Stuhl wie in einer Ver­senkung, ergrapschte den Verlorenen auf dem Tep­pich, aber er taucht nicht gleich wieder auf. Warum? Die Frau Rat atmete schwer: unter dem Tisch um­fingen Hände ihren Fuß, ein Gesicht preßte sich da­gegen, ein Mund drückte einen Kuß darauf.

Am Geburtstag flimmerten ,um die mit dem Na­menszug aeschmückte Torte zehn Lichter. Bücher lagen da. Aber was bedeuteten sie gegenüber dem von dem Herrn Rat Gespendeten, einem Aquarium? Am Nachmittag wurde ein Felsen hineingebaut, des Herrn Rat Steine und Muscheln, gesammelt in des­sen eigenen Kindertagen, mußten ihre schönsten Stücke dafür hergeben. Dann wurde es mit Wasser gefüllt, und dann ging Helmut und brachte Wasserpflanzen und Fischlein, die er selbst im Bach gefangen: win­zige, durchsichtig-blasse Wesen, die neugierig und er­staunt in ihrem Glaspalast und Felsenlabyrinth hin- und widerschwebten, mitunter dumm durch die Glaswand in die Menschenwelt hereinglotzten, wäh­rend die Kinderaugen, benommen von soviel Herr­lichkeit, in ihr Zauberreich hineinstaunten. Es war ein Tag, wirr vor Glück. Helmut holte aus der Nachbarschaft zusammen, wessen er habhaft werden konnte, damit alle sähen und bewunderten: Haus­meistersleute, den Schofför, das Mädchen aus der Küche.

Aber am dritten Tag wurde ein großer Jammer laut. Nur noch zwei Fischchen waren da.Wo ist mein drittes Fischlein?" Aber niemand wußte Be­scheid. Helmut zu Mittag nichts; kaum daß man sich vom Tisch erhoben hatte, stand er wieder vor

Aus dem Reich.

Abschied von ^-Obergruppenführer Scharfe.

In München-Starnberg, vor dem Kriegerdenkmal des ersten Weltkrieges, sind die sterblichen lieber» reste des Chefs des Hauptamtes ---Gericht, ^-Ober­gruppenführer und General der Waffen--- Paul Scharfe aufgebahrt. Ein Ehrenbataillon der Waf­fen-^ ist angetreten. Gauletter Gießeler legt den Kranz des Führers am Sarg nieder. Vertreter des Staates, der Wehrmacht und der Partei erweisen dem Verstorbenen die letzte Ehre. ---Obergruppen­führer Heißmeyer würdigt die Verdienste des Verstorbenen. Er bildete einen Kreis von geschul­ten ---Richtern heran, die ihre vornehmste Haltung darin sehen, aus dem Zwang des toten Buchstabens herauszuwachsen und aus dem lebendigen natür­lichen Rechtsempfinden heraus selbst verantwortlich zu urteilen. Don ihm stammt die erste Disziplinar- Beschwerde-Ordnung der --. 1939 konnte er dem Reichsführer--- die Fertigstellung der Strafgerichts­barkeit der -- und Polizei melden. Am 10. Ium d.J. erfolgte die Rechtsfestsetzung des Gnadenerlas­ses der -- und Polizei. Sein Lebenswerk wurde aber gefrönt, als er schließlich kurz vor seinem Tode die Vorbereitungen für das neue Strafrecht der -- und Polizei abschließen konnte. Ein tückisches Herzleiden, zu dem eine doppelte Lungenentzündung hinzutrat, hat den nimmermüden Stretter für das lebendige deutsche Recht mitten aus feiner Arbeit gerissen. Durch die Straßen Starnbergs geht dann die Trauerparade. Im Auftrag des Reichsführers--- legt Oberst-Gruppenführer und Generaloberst der Polizei Daluege am Grabe einen Kranz nieder. Dann dröhnen Ehrensalven über das offene Grab.

Das sozialistische Leistungswerk der Arbeitsfront.

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sprach vor den Gauschulungswaltern der Deutschen Arbeitsfront, den Kommandanten und Leitern der Reichsschulen, den Gaubeauftragten für Werkscharen und den Schulungswaltern der Aemter und Fachämter der Deutschen Arbeitsfront über die weiteren Kriegs­aufgaben der Schulung in den Betrieben.Alle Be­treuungsmaßnahmen, die die Deutsche Arbeitsfront den Werktätigen zuteil welken läßt", so erklärte er,müssen als ein allgemeines umfassendes Lei­stungswerk aufgefaßt werden. Die Arbeitsleistung ist die sozialistische Grundlage des deutschen Arbeits­lebens, denn der deutsche Sozialist erwartet kein Geschenk, sondern er hat auf ein würdiges Leben in der Volksgemeinschaft einen Rechtsan­spruch auf Grund seiner Leistung. So kann allein derjenige Betrieb als fozialistisck gelten, der durch beste Arbeitsplätze, modernstes Arbeitsgerät und die vernünftigste Betriebsordnung die beste Leistung feiner Gesolgschaftsmitglieder ermöglicht." Der Leiter des Schulungsamtes der Deutschen Arbeits­front und des ReichsamtesDeutsches Volksbil- oungswerk", Leutloff, hob hervor, daß die Schulungsarbeit der Ausrichtung, der Betriebsob­männer und der Werkscharen (bienen wird, die die Verantwortung für das Gelingen des Leistungs­werkes und die Erhaltung des Arbeitsfriedens zu tragen haben. Das Schulungsamt wird sich also mit den Aufgaben der Menschenführung beschäftigen, die sich aus den- Erfordernissen der Produktion für die Kriegsführung ergeben.

Hitler-Jugend im Ernteeinsatz.

Die Erntezeit bestimmt in diesen Wochen den Kriegseinsatz der HI. in der Heimat. Für den ört­lichen Einsatz stehen auf> Anforderung der Hoheits­träger die Einheiten der Jugend zur Verfügung. Darüber hinaus sind bereits 200 000 Jungen und Mädel zum mehrwöchigen auswärtigen Hilfsdienst in der Landwirtschaft eingesetzt. Während die Jun­gen bei allen Feldarbeiten helfen, übernehmen die Mädel neben der Kinderbetreuung in Erntekinder­gärten die Haushalts- und Küchenarbeit, um die Bäuerinnen für die wichtige Arbeit auf dem Felde zu entlasten. Ferner stehen' die Landdienst- und KLV.-Lager im Dienst. Auch die Großstadtjugend hat sich bereits die Anerkennung auf den Bauern­höfen ihrer Einsatzgebiete erworben. In einem Auf­ruf des Reichsjugendführers heißt es:Das Aus­maß unserer Pflichten ergibt sich aus der Größe und Härte dieses Krieges. Mit dem KampfrufFreiheit und Brot" trat einst die nationalsozialistische Be­wegung an. Freiheit und Brot sind heute auch die

Ziele dieses Krieges. Während der Soldat Unvsr. Reichliches für die Freiheit leistet, wird die Jugend helfen, das Brot zu gewinnen. Seid tüchttge und frohe Helfer am deutschen Boden."

©er studentische Osteinsah.

Der studentische Osteinfatz wurde mit einer Kund, qebung in der Reichsuniversität Posen durch Reichsstudentenführer Dr. Scheel eröffnet Der Einsatz führt während der <5ommerferten 3000 aka­demische Nachwuchskräfte in die Gaue Warthel and, Danzig-Westpreußen und die neuen Gebiete Ost­preußens und Oberschlesiens. Der Rnchsstudenten- sichrer unterstrich die Aufgabe der Gegenwart, alle Lebensströme des deutschen Volkes nach dem Dften zu lenken, nachdem der deutsche Soldat dieses Land wieder befreit habe. Aus der studentischen Bewäh. rung werde später die berufliche Verankerung eines Teiles der studentischen Jugend im Osten erwachsen, zu der die Einsätze eine Vorstufe bildeten.

0ie Gesundheit - Schlüssel zum Glück.

In Würzburg sprach Reichsgesundheitsführer Dr. Conti..Jeder einzelne habe die Verpflichtung und die Möglichkeit, durch seine Leistung für das Volksganze und durch die Kinder den ewigen Strom des Lebens weiterzutragen. Die (Befund heitsfrage bleibe bei der biologischen (Situation des deutschen Volkes im erbbiologischen Raum und in der Welt weiter dringlich, denn im Leben der Völker gebe cs keinen Stillstand, sondern nur Aufstieg oder Niedergang.Wir können aber nicht genug Kinder haben!", rief Dr. Conti. Die Gesundheit sei ein Schlüssel zum Glück, den jeder selbst bei sich trage. Das Volk» das seine bio- logische Kraft auf jenen fünf Millionen Ueberleben-- den nach dem Dreißigjährigen Kriege aufgebaut habe, sei nichts anderes als eine große Familie, eine erweiterte große Sippengemeinschaft. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit, in vielen Jahrhunderten mühsam errungen, sei die stärkste Kraft, alle Am forderungen, die der Krieg an den einzelnen stelle, zu erfüllen.

Kleine politische Nachrichten.

Bei den heftigen Luftkämpfen im mittleren Ab­schnitt der Ostfront schoß das Ja gd g eschwader M ö l d e r s trotz ungünstiger Wetterbedingungen 25 sowjetische Flugzeuge ab. Hierbei errang Mtterkreuz. träger Oberfeldwebel Beerenbrock mit neun Abschüssen seinen 94. bis 102. Luftsieg.

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An der Donez-Front starb am 21. Juli der Ritter­kreuzträger Leutnant Alfons Schmalz, Mug- zeugführer in einem Sturzkampfgeschwader, den Fliegertod, als er in Not befindliche Kameraden retten wollte. Während der schweren Winterkämpfe hatte er für hervorragende Leistungen das Ritter­kreuz erhalten.

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Am Todestag des verewigten Reichspräsidenten, des 'Generalfeldmarschalls von Hindenburg, legte im Auftrage des Führers der Befehlshaber im Wehrkreis VII General der Artillerie Weyer einen Kranz in der Gruft des Reichsehrenmals Tannen- berg nieder. Die Ehrenwache am Denkmal war als Offizierswache verstärkt worden. Ferner ließ Staats- Minister Dr. Meißner im Namen der Präsidialkanz­lei und ihrer Gefolgschaft am Sarge Hindenburgs einen Kranz niederlegen.

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Der neuernannte türkische Botschafter in Berlin, Saffet Arikan, ist in der Reichshauptstadt eingetrof« fen. Er hat am Weltkrieg wie am türkischen Unab. hängigkeitskrieg als Stabschef an der Front teilge­nommen. Dann wurde er Militärattache in Moskau und kehrte als Generalsekretär der türkischen Volts­partei nach Ankara zurück. In der Folge war er Unterrichts- und später Landesverteidigungsminister.

Kunst und Wissenschaft.

Anekdoten von Wilhelm Schäfer.

Wilhelm Schäfer hat den Plan vollendet, den er vor 40 Jahren am Anfang seines literarischen Schaffens gefaßt hat: Unter dem TitelSpät- lese alter und neuer Anekdoten" (bei Albert Langen / Georg Müller, München) schließt er das Unternehmen in hundert knappen epischen Darstellungen den ganzen Umkreis des Lebens ab« zuwandeln. Anekdoten nennt Schäfer diese Erzäh­lungen, weil jede von einerzufälligen Seite aus in irgendein Stück der Historie hineinleuchtet".

dem gläsernen Behältnis, mit brennenden Augen, ob nicht doch der-Vermißte auftauchte, das kleinste, zarteste, zierlichste. Und dann beginnt er mit behut­samen Fingern den Felsen auseinanderzunehmen. Da schaut aus dem Innern des Schneckengehäuses ein Schwänzchen, und die Bubenfinger zichen den Toten, der sich ausweglos in ihrem Jrrgang ver­fangen hat, heraus. Ja, und? In das vergrämte Kindergesicht kommt ein harter und entschlossener Zug. Die zwei verbliebenen Fischlein werden in das Einsiedeglas, in dem sie gebracht wurden, zu­rückgetan, dann geht einer wortlos mit ihnen ab. Und das Opfer der Brüderlichkett von Kreatur zu Kreatur wird gebracht: Sie werden ihrer spielenden Freiheit in- dem Wiesenwässerlein zurückgegeben.

Im Bett haben der Herr und die Frau Rat vor dem Einschlafen noch ein kurzes Gespräch mitein­ander.Er hat ein gütiges Herz", sagt die Frau Rat.Und er wird ein Charakter werden", fügt der Herr Rat nachdenklich, hinzu. Und nach einigem Zögern:Ich glaube, wir können die Probezeit ab­schließen."Ich denke auch", nickt die Frau Rat, und ihrer beider Hände tasten zueinander und fin­den sich in einem besiegelnden Druck.

Oer gute Lafontaine.

Von Peter Scher.

Gegen Ende des 18. und zu Anfang des 19. Jahr­hunderts gab es in Deutschland einen Romandichter, der damals ebenso berühmt und besonders von Frauen gern gelesen wurde wie später die Mar- litt. Er hieß Lafontaine und stammte wie der große deutsche Dichter Chamisso von den Huge­notten ab.

Die literarische Fruchtbarkeit dieses Lafontaine war beängstigend groß. Weniger schwärmerffche Zeitgenossen, vielleicht auch literarische Neidhämmel, sagten von ihm, er könne sich nicht auf einen Stuhl fegen, ohne daß seine rechte Hand sogleich ein Ro- mankapttel in Angriff nähme. Allerdings hatte er autf) die Sitzfläche danach. Sie war so beschaffen, daß ihr Inhaber heutzutage in der Trambahn stän­dig Zwei Plätze bezahlen müßte vorausgesetzt, daß sein ungeheurer Bauch ihm das Eindringen in ein solches Verkehrsmittel überhaupt ermöglicht hatte.

Der dichtende Koloß verfaßte Romane, die m ihrer Art nicht weniger dick waren und Titel wie die folgenden trugen:Die Familienpapiere oder die Gefahren des Umgangs",Der Hausvater oder das liebt sich! Und warum?"

Alle Welt verschlang diese Wälzer mit Wonne, und der dicke Dichter machte so gute Geschäfte, daß er zeitlebens nicht mehr an die (Erinnerung einer schlanken Taille denken konnte; dazu schmeckte es ihm obendrein viel zu gut.

Er wohnte in Halle an der Saale, wo damals noch andere kuriose Literaten ihr gemütliches Aus­kommen hatten, und überschwemmte von da aus ganz Deutschland mit feinen vielbändigen Romanen.

Zur selben Zeit lebte ein Journalist namens Gar- lieb Merkel, der aus, Kurland stammte und nad) Absolvierung seiner Studien in Deutschland überall herumschnüffelte, um die persönlichen Verhältnisse der gerade berühmten Dichter und Künsller auszu- forschen und Sensatiönchen daraus zu machen.

Merkel besuchte auch unseren dicken Lafontaine in Halle undinterviewte" ihn mit großer Geschick­lichkeit.

Der gute Lafontaine biß treuherzig auf den Koder an. Er antwortete:Das Schreiben macht mir keine Mühe. 'Den Plan zu einem Roman ersinn' ich in einer Viertelstunde, und wenn ich mich ans Pull setze, sind ein paar Druckbogen geschrieben, ehe ich äufstehe."

Aber die Feile?" warf der wißbegierige Merkel pfiffig ^in und sagt in seinem Bericht über die Unterredung weiter:Nach einigem Stocken gestand er mir, daß er selten zu übe riefen pflege, was er geschrieben. Er verlasse sich wegen der Richtigkeit auf seinen Freund Sander in Berlin.

In der Tat gehört diesem das Verdienst des reinen Stils, vielleicht sogar oft des Zusammen­hangs mancher Lafontaineschen Romane. Ich machte ihm mein Kompliment über die Zartheit und Tieft des Gefühls in seinen Schriften. Seine Frau ver­sicherte mir lächelnd,, er meine selbst oft herzlich beim Schreiben. Sie' habe ihren Gatten einmal, da sie ihn in Tränen gefunden, mitleidig um die llrfadje derselben gefragt. Er schilderte ihr die rüh­rende Lage, in welche er soeben seinen liebenden Helden versetzt habe. Auch sie wird erweicht, auch sie bricht in Tränen aus und fleht ihn an: ,Gib sie ihm dochsi ,Ack/, antwortet er schluchzend, chas geht i n icht an, ich bin ja noch beftn ersten Bandes"

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