Ausgabe 
3.3.1942
 
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2.

Das Ritterkreuz für tapfere Soldaten der Ostfront

gtärnne. 3M heranzubringen. Hinzu kommt nvch

Wie alt ist der Strumpf?

bube" ist.

Oer Wehrmachiberichi.

DRV. Aus dem Aührerhauptquartier, 1. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt

über die sich ihre Arbeit erstreckt, eine überaus schwierige und stellt an die Besatzungen große An­forderungen. Man muß wissen, daß der Fernauf­klärer seinen Auftrag fast immer imAlleinflug durchführt. Er muß daher die Kaltblütigkeit be­sitzen, sich durch nichts von seiner Aufgabe ab- brmgen zu lassen, muß darauf gefaßt sein, daß der Gegner jeden Augenblick aufkreuzen kann, um ihn an seiner Tätigkeit zu hindern. Wenn es auch nicht Aufgabe des Fernaufklärers ist, den Kampf zu suchen und hierdurch die gemachten Beobachtungen und Erkundungen in Gefahr zu bringen, so muß er doch zu kämpfen wissen, wenn die Notwendig­keit es verlangt, was eine völlige Beherrschung des Flugzeuges und. der Abwehrwaffen bedingt.

Don der Kampfgemeinschaft eines Aufklärungs­flugzeuges wird neben dem fliegerischen ein großes navigatorisches Können verlangt, ein tak­tisch geschulter Blick, um plötzlich auftretende Ziele in ihrer Bedeutung zu erkennen und vor allen Din­gen richtig anzusprechen. Weiter wird eine ein­wandfreie Beherrschung des so wichtigen Funk­gerätes verlangt, um gegebenenfalls eigene Kampfverbände oder Marschkolonnen an das aus-

mit Bomben schwersten Kalibers, hierbei wurden Treffer auf Unterfeebootliegcplähe, In Docks und Bersorgungsbelrieben der Stabt erzielt.

Britische Schnellboote versuchten in der vergange­nen ttadjt einen einzeln fahrenden Dampfer im Kanal anzugreifen. Durch eigene Schnellboote wurde bei der sofort einsehenden Abwehr ein b r i - tifcheg Schnellboot versenkt.

Fernkampfbatterien der Kriegsmarine beschossen im Kanal mit guter Wirkung zwei feindliche Geleitzüge. Die Geleitzüge wurden zersprengt.

In der Zeit vom 21. bis 28. Februar verlor die briti sche £ uf troaf f e 62 Flugzeuge, davon 38 Über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 20 eigene Flugzeuge verloren.

Im Kampf gegen die Beesorgungsschiffahrl Großbritanniens und der vereinigten Staaten versenkten deutsche See- und Luftstreitkräfte im Monat Februar 79 feindliche Handels­schiffe mit zusammen 525 400 BRT.

An diesem Erfolg ist die deutfche Unter­seebootwaffe durch die Versenkung von b 6 Schiffen mit zusammen 448 400 BRT. her­vorragend beteiligt. Außerdem wurden 44 Han­delsschiffe des Feindes zum Teil schwer beschädigt.

3m Februar 525400 BRT versenkt.

bekannt:

Auf der Krim, an der Donez-Front und südostwärts des Ilmensees halten die chweren Abwehrkämpfe an. Im Zusammenwirken mit der Luftwaffe wurden auf der Halbinsel Kertsch zahlreiche weitere Panzer vernichtet. Im S ü d o st - ausgang der Straße von Kertsch wurde ein Transporter von 6000 BRT. durch Luft­torpedotreffer versenkt. Bei Nachtangriffen der Luftwaffe gegen das Flugmotorenwerk Woro­nesch wurden Bombenvolltreffer in Fabrikhallen und Flugplahanlagen erzielt. Große Brände und heftige Explosionen waren zu beobachten.

In der Zeit vom 24. Februar bis zum 1 f März verlor der Gegner an der Ostfront insgesamt 204 Panzerkampfwagen.

In Nordafrika beiderseitige Spähtrupptätig­keit. Deutsche Iäger schossen fünf britische Flug­zeuge in Luftkämpfen ab, fünf weitere wurden am Boden zerstört.

Auf Malta belegten deutsche Kampfflieger- kräfte unter Jagdschutz den Hasen La Valetta

Dienst der Fernaufklärer

Bon Kriegsberichter Hans Mancher.

Stützpunkte errichtet. Sie haben die Aufgabe, alle Maßnahmen zu treffen und Einrichtungen zu schaffen, die dem landwirtschaftlichen Fortschritt dienen, hierzu gehört z. B. die Herstellung von hoch­wertigem Saatgut, die Aufstellung hochgezüchteter Vatertiere, die Beschaffung und Instandhaltung der Landmaschinen und ähnliches. Durch diese Maßnah­men will man erreichen, daß das agrartechnische Niveau nach Aufteilung der Felder nicht nur ge­halten, sondern allmählich gesteigert wird.

Durch die neue Agrarordnung wird die Land­wirtschaft also unter Abkehr von den bolschewisti­schen Methoden auf eine neue, aber gesunde Grund­lage gestellt. Durch ihre, allen gegebenen schwierigen Umständen angepaßten elastischen Formen trägt sie nicht nur dem Wunsch der Landbevölkerung nach einer freieren wirtschaftlichen Betätigung Rechnung, sie dient daneben vor allem auch den großen Auf­gaben, die dem weiten russischen Raum als land­wirtschaftlichem Ueberschußgebiet in der Ernäh­rungssicherung Europas zukommen.

Das Echo in der Ukraine.

Luck, 2.März. (DNB.) Die neue von Reichs­minister Rosenberg erlassene Agrarordnung ist in der ganzen Ukraine durch Presse, Wandzeitungen und Plakate bekanntgemacht worden. Ueberall wurde von der Bauernschaft die Erfüllung eines alten Traumes des ukrainischen Bauerntums freu­dig diskutiert. Ein Schriftleiter der deutschen Ukraine-Zeitung" besuchte den KolchosKomsomo- lez" im Dorfe Krasnij Iar. Er traf eine freudig er­regte Menge, die ihm zuschrie:Der Teufel sollte den Kolchos behalten." Der Aelteste berichtete, wie es unter dem bolschewistischen Regime war. Er wies darauf hin, daß die ukrainischen Bauern früher gut lebten. Der Boden schenkte viel Früchte und reichlich Brot. Auch Vieh war genügend vorhanden. In der bolschewistischen Zeit aber verfielen die Höfe, ver­unkrauteten die Aecker, und Distekgestrüppe schauten in die Fenster. Auf die Frage, was er zu der neuen Agrarordnung meinet antwortete er:Wir freuen uns, daß die Zeit der Unsicherheit vorbei ist."

Wenn Tiere sprechen.

Von Bruno H. Bürgel.

Kürzlich besuchte ich einen Jugendfreund, den ich ein Jahrzehnt nicht mehr gesehen hatte. Es sollte eine lange und gewichtige Männeraussprache wer­den über das Damals und das heute, aber es kam nicht dazu, denn ein kleiner, höchst possierlicher Kerl schob sich zwischen uns, ein Voael, ein Wellensittich, der sich auf meine Schulter setzte, mir ins Ohrläpp­chen pickte und sehr vernehmlich sagte, daß er Peter heiße, in Berlin W 50 in der und der Straße, Haus­nummer 68 wohne, und es hätte mich nicht über­rascht, wenn er auch noch die Fernsprechnummer angegeben hätte. Jedenfalls hätte er allen Leuten sagen können, wohin er gehöre, während das mein verstorbener Onkel Hinrich, der dann und wann seinen Rappel bekam und drei Tage und Nächte dem Bacchus und dem Gambrinus opferte, oft nicht fertigbrachte. Er trug eine Papptafel in seiner Manteltasche, die den freundlichen Finder bat, ihn da und dort abzuliefern.

Mein Freund war zwar enttäuscht, daß ich mich mehr mit diesem gelehrigen Vogel als mit ihm beschäftigte, aber ich muß gestehen, er hat m,ch außerordentlich interessiert. Dieser Vogel hat näm­lich, wie viele Menschen auch, eine fixe Idee, eine Sache, von der er nicht loskommen kann. Es ist ein Spiegel, wie ja denn der Spiegel für viele Tiere ein Gegenstand größter Bewunderung, oft auch Gegenstand des Grauens ist. So mancher sonst sonst sehr kluge Hund fürchtet sich vor dem Spiegel, in dem sich auf unerklärliche Weise die Welt ver­doppelt und in der man einen Hund sieht, der nicht bellt, nicht duftet und nie hervortritt. Eine gespen- . sülche Sache! Auch der Wellensittich Peter versucht seit Jahren mit dem Vogel im Spiegel in Verbin- düng zu treten, ja, das ist von früh bis spät seine einzige Beschäftigung. Er spricht mit jenem, er nennt ihnBösewicht", er sagt ihm Namen und Straße und wo er ihn besuchen könne, ja, er versucht ihn zu füttern, aber das Gespenst tm Spiegel bleibt stumm und kalt. Dann packt Peter endlich der Grimm, er nimmt den kleinen Hand- spiegel und wirft ihn vom Tisch herunter, und da- mit auch diesen vermaledeiten Gespenstervogel.

Ne völlige und einwandfreie Beherrschung des Bild- und F i l m g e r ä t e s, die in jedem Falle ein großes fachliches Können voraussetzt, um auch bei ungünstiger Wetterlage möglichst klare Luft­bilder zu erhalten. Neben der rein sachlichen Auf­klärung in bezug auf Bewegungen des Feindes zu Lande und zu Wasser, der Erkundung Mili­tärisch wichtiger Zieler Truppenbewegungen und -ansammlungen usw. liegt dem Fernaufklarer auch die Ueberprüfung der Wirkung eigener Bom­benangriffe durch Luftbildaufnahmen ob, die neben der Erfolgsmeldung des angesetzten Kampfverban­des einen weiteren unumstößlichen und handgreif­lichen Beweis darstellen.

Ist dieser Vogel klug oder ist er dumm? Ich glaube, wir Wesen einer anderen Welt und mit einem wunderbaren Gehirn ausgestattet, können diese Ftage kaum richtig beantworten, ebenso wenig wie der klügste Affe sich über die Lebens- und Emp- indungswelt eines Hechtes klar werden könnte, der auch einer völlig anderen Sphäre des Seins ange­hört. Aber, so wird man sagen, der Vogel ist sicher klug, denn er spricht ja! Und da beginnt schon der Irrtum. B r e h m, der große Zoologe, hat uns eine lange Schilderung des berühmten Grau-Papageis Paperl hinterlassen, der lange in Besitz einer wohl­habenden Familie in Wien und Salzburg war und der als ein wahres Sprechgenie bezeichnet werden muß Die Leute lachten Tränen über sein unauf­hörliches Geplapper. Guten Morgen! Gute Nacht, Grüß Gott, Herr Hauptmann! habe die Ehre, Frau Baumeister! Du abscheulicher Kerl! herein! Gib Küßchen! Du Spitzbub, ich hau dich! Gehn wir halt zum Essen! Es lebe der Kaiser! Na, wie geht's, wie steht's? Das sind nur einige seiner ständigen Re­densarten, und es ist leicht begreiflich, daß die ganze Gesellschaft in Gelächter ausbrach (,^hahahaha! hahahaha!" stimmte der Bogel ein), wenn er bet passender Gelegenheit gerade eine Bemerkung machte, die hergehörte oder auch nicht hergehörte.

Geht man der Sache auf den Grund, so erkennt man, daß der Vogel gar nicht weiß, was er sagt Gewiß, er hat ein vortreffliches Sprachtalent und ein gutes Gedächtnis, aber den eigentlichen Sinn der Worte kann er nicht erfassen. Er hat hundert­mal gehört, daß die Leute rings um ihn, wenn der Tisch gedeckt wird, die Teller klappern, die Mädchen aus und ein laufen, die Worte sprechen:Gehn wir zum Essen!" Beide Vorgänge, beide Geräusche ver­bindet er, und wenn man wo ifltt Tellern klap­pert, wird er sagen:Gehn wir zum Essen!" Er weiß, daß die teilte den Herrn in der Soutane

Geistlicher Herr" nennen und daß jene Dame mit der schrillen StimmeFrau Baumeister" genannt wird, ebenso wie er sich gemerkt hat, daß die kleinen wohlschmeckenden Dinger, die man ihm zu- weilen zusteckt,Mandeln" heißen. Niemand aber darf glauben, daß er wirklich weiß, was einSpitz-

Berlin. 2. März. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz an: Generalmajor Scherer, Kom­mandeur einer Division, Oberst Kohlermann, Artillerie-Kommandeur, Oberleutnant B a u m g a r - ten-Erusius, Kompanieführer in einem mot. Infanterie-Regiment, Oberfeldwebel Erhard Kunze, Zugführer in einer Aufklärungsabteilung.

Generalmajor Scherer hat Ende Januar mit geringen Kräften eine größere Ortschaft gegen dauernde schwere Angriffe der Sowjets verteidigt. Obwohl verwundet, leitete er mit ungefchwächter Energie Wochen hindurch die Abwehr, die durch das Binden starker feindlicher Kräfte für die Ge­samtführung von ausschlaggebender Bedeutung war. Ende Januar war es den Sowjets vorüber­gehend gelungen, eine wichtige Verbindungsbahn und Straße zu besetzen. Da erhielt Oberst Kohler­mann den Befehl, mit wenigen Panzern und einigen Schützen zum Gegenstoß vorzugehen. Durch energische Führung war es ihm möglich, das Gelände wieder zu erobern und in tagelangen schweren Kämpfen trotz widrigster Witterungsver­hältnisse die immer wieder mit weit überlegenen Kräften angreifenden Söwjets zu vernichten. Oberleutnant Baumgarten-Crusius hielt, mit seiner Kompanie einen ihm anvertrauten Stützpunkt, indem er alle mit Artillerie und Panzerunterstützung

wiesen werden. Um diese Aufteilung in geordnete Bahnen zu lenken, bedarf sie der Genehmigung der deutschen Verwaltung,' die nur unter bestimmten Voraussetzungen erteilt werden darf. Der Mangel an Inventar und Betriebsmitteln, fehlende Erfah­rung u. a. lassen eine sofortige Auflösung der Feld- flur in eine Vielzahl sich selbst überlassener Einzel­betriebe noch nicht zu. Es ist vielmehr vorgesehen, daß die nun im Grundsatz zwar selbstbewirtschas- tertben Landwirte sich zu Landbau-Genossen­schaften zusammenschließen. Die Aufteilung des Bodens wird sich daher in der Form vollziehep, daß die großen, einheitlich bebauten Fekdschläge der Gemeinwirtschaft erhalten bleiben, aber nach der Zahl der Höfe in Feldstreifen unterteilt werden, so daß jeder Hof auf jedem Schlag einen Streifen zur dauernden Nutzung erhält. Die Bestellung, das Pflügen und Säen wird auf diesen Flächen noch ge­meinsam oorgenommen, alle übrigen Arbeiten, wie Düngen, Saatpflege, Ernte usw. führt jeder Hof aber selbständig durch. Das Dich und die kleinen Geräte und Maschinen der Gemeinwirtschaft wird unter die Mitglieder aufgeteilt. Im übrigen kann sowohl Zugvieh als auch Inventar besonders in der ersten Zeit auch genossenschaftlich genutzt werden. In der Landbau-Genossenschaft gibt es keinen Lohn mehr, sondern die Ernte fällt nach Abzug der festen Naturalabgabe dem Erzeuger zu, der dadurch klar erkennt, wofür er arbeitet. Außerdem hat er die Gewähr, daß jeder Mehrertrag, den er durch be­sondere Arbeit oder Aufwendung aus dem Boden herausholt, ihm selbst zugute kommt. Der er­hoffte höhere Pvioatnutzen wird zur Triebfeder für eine Steigerung der Erzeugung, die zweifellos mög­lich ist, da auf den Feldern der Sowjetunion bisher kaum die Hälfte der deutschen Erträge gewonnen wurde. Im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten wird schon in diesem Jahre mit der Errichtung von Landbau-Genossenschaften begonnen werden.

Wenn die Verhältnisse es aeftatten und genügend Inventar und Betriebsmittel vorhanden sind, kön­nen auch selbständige Einzelhöfe errichtet werden. Dies wird besonders dann der Fall sein, wenn das Gelände keine großen Ackerschläge zu­läßt und eine Aufteilung in Streifen dadurch ihren betriebswirtschaftlichen Sinn verlieren würde. Vor­aussetzung dafür ist allerdings, daß die in Frage kommenden Menschen besonders tüchtig und fähig sind und sich zur Führung eines Einzelhofes eignen.

Um die traditionelle Rückständigkeit dds Ostens zu überwinden, werden in geeigneten früheren Mascki- nen-Traktoren-Stationen landwirtschaftliche

geführten Angriffe der Sowjets teils in reiner Ab­wehr, teils in Gegenstößen erfolgreich abwies. Als der Stützpunkt von 13 Panzerkampfwagen von drei Seiten umstellt war und die Sowjets den Ostrand an griffen, wehrte er drei Bataillone immer wieder erfolgreich ab. Seiner Tapferkeit ist es zu danken, daß an den benachbarten Frontstellen die feindlichen Angriffe mühelos abgewiesen werden konnten. Oberfeldwebel Kunze hat einen wichtigen Stütz­punkt gegen ständig wiederholte Tag- und Nacht­angriffe eines zahlenmäßig weit überlegenen Fein­des erfolgreich verteidigt. Er fand am 6. Januar bet der zähen und entschlossenen Verteidigung eines, anderen Stützpunktes den Heldentod.

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Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbe­fehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz an Feld­webel Bruno Saßen, der als Gruppenführer in einem Fallfchirmjägerregimet bei den Kämpfen um Leningrad mit fünf Mann feiner Gruppe den ihm zugewiesenen Grqbenabschnitt viele Tage gegen starke feindliche Kräfte gehalten, einen feindlichen Panzerwagen zerstört, dem Gegner schwere blutige Verluste beigebracht und bei einem Gegenangriff nach heftigen Nahkämpfen 40 Gefangene gemacht hat.

Eine wenig genannte, aber umso bedeutsamere Einheit unserer Luftwaffe sind die Fern auf klar er, die man mit Recht als dieAugen der Füh­rung" und dieSpähtrupps der Luft" be­zeichnet. Schon der Name Fernaufklärer besagt, daß ihre Ausgabe in der Aufklärung auf breite st emRaum besteht, im Gegensatz zu den Nahaufklärern, die der Gefechtsauf­klärung und Artilleriebeobachtung dienen. Die Fernaufklärung selbst ist für den tak­tischen Einsatz und für die erfolgversprechende Durch­führung befohlener- Kampfhandlungen als Unter­lage für diese von überaus großer, ja sogar aus­schlaggebender Bedeutung. Verantwortungsvoll und schwer ist der Dienst der Fernaufklärer, die Tag für Tag auch bei ungünstiger Wetterlage immer wieder zu ihren weit in Feindesland führenden Aufklärungsflügen starten und den ihnen zur Be­obachtung und Aufklärung zugewiefenen Raum sy­stematisch durchkämmen. Ihrem wachsamen und ge­schulten Auge und der Bild- und Filmkamera bleibt nichts üerborgen, was nicht allein für die Führung her Luftwaffe, sondern darüber hinaus für die ge­samte Führung von größter Bedeutung ist.

Wie bereits gemeldet, hatten deutsche Flieger in erfolgreichen Nachtangriffen Rüstungsanlagen der Sowjets in Woronesch angegriffen und Zer­störungen und Brände hervorgerufen. Woronesch ist die bedeutendste Stadt des südlichen Zentralruß- lands, am hohen Ufer des schiffbaren Woronesch- Flusses. Die Sowjets haben diese Stadt, die zur zaristischen Zeit durch ihre hochstehende Vieh,zücht und wertvollen Gestüte bekannt war, zu einem be­deutenden Industriezentrum ausgebaut. Die Ein­wohnerzahl hat sich dementsprechend von 95 000 tm Jahre 1923 auf 327 000 im Jahre 1939 vermehrt. Es befinden sich dort große Fabriken' von denen die bedeutendsten die WaggonfabrikKaganowitjch , die MaschinenfabrikKomintern", eine Erdolrafsi- nerie und dasKirow-Werk" zur Erzeugung von synthetischem Kautschuk darstellen. Die übrige viel­gestaltige Industrie ist vorwiegend auf Metallver­arbeitung eingestellt. Ein Großkraftwerk speist die umliegenden Industrieanlagen. Der Getreidehandel ist bedeutend. Hauptverkehrsweg ist die Bahn Mos­kauWoroneschRostow.

Heber die Luftangriffe auf das Flugzeugmotoren­werk in Woronesch berichten die vom Einsatz zuruck­gekehrten deutschen Flieger: In zwei aufemanber- folaenden Nächten wurden die Werkanlagen tm Tiefflug mit Bomben schweren Kalibers angegriffen, wgene Vogel schrie beim Kaffeklatsch frisch von der Leber weg, was er bei den Soldaten gelernt hatte, und das war nicht immer für weibliche Ohren be­stimmt!

Vielleicht lieben wir die Tiere überhaupt nur deshalb, weil sie nicht sprechen können. Wenn mein Dackel Fridolin, sowieso schon oft ein sehr ungnadi- der Herr, mir das alles, was er über mich denkt, vor die Platte" sagen würde, ginge unsere Freund- schäft bald in die Brüche!

Strümpfe, wie wir sie zur Bekleidung der Füße unter dem Schuh kennen, gibt es noch keineswegs seit jeher. Die Griechen hatten sie überhaupt noch nicht, und in Rom pflegten nur schwache und ver- weichlichte Personen die Füße mit Streifen weichen Stoffes zu umwickeln. Eigentliche Strumpfe gab es erst im Mittelalter; sie wurden zunächst auch nur aus Tuch hergestellt und häufig aus einem Stuck mit der Hose aeschnitten. Man weiß nicht genau, wann dieseBeinlinge" in Strumpf und Hose zer­legt wurden; sicher gab es im 16. Jahrhundert die ersten Strümpfe nach unserer Art. Sie waren ge­strickt, eine Neuheit, die von Venedig aus m dis Welt kam. Carpaccio und Fra Angelico zeigen in ihren Bildern die Strümpfe, wie sie in der Renaif- ance in Gebrauch waren; sie sind schwarz und rot und liegen sehr eng an. Sehr bald wurde dieses Kleidungsstück allgemein gebraucht, und jedes Haus wurde eine richtige Werkstätte, in der Mutter, Schwestern und Bräute, bewaffnet mit langen und feinen Nadeln, ihre Zeit beim Strümpststri-k-n zu- brachten. Als dann 1609 der Reverend Wilbam Lee die Frauen von der mühseligen Arbeit des Strickens zu befreien suchte, indem er die erste noch sehr pri­mitive Strickmaschine konstruierte, fand er in Eng­land durchaus keinen günstigen Boden für seine Er­findung, so daß er nach Frankreich ging, wo er in Rouen eine Werkstatt gründete, die es m kurzer Zeit zu großer Blüte brachte. Die «eidenstrumpfe sind etwa ebenso alt. Das erste Exemplar, bas in der Öffentlichkeit erschien, soll Heinrich II. von ^ranfc reid) an dem Tage getragen haben, an dem er sich

Der Dienst der Fernaufklärer erfährt keine Un. terbrechung. Für sie gibt es keine Ruhe. Tag für Tag sind sie in allen Himmelsrichtungen unterwegs und beschaffen die Unterlagen für die höchste Füh­rung. Diese Worte besagen wohl alles. Ihr Weg ührt weit in Feindesland und über Meere. Diele Stunden sitzen sie in ihren Flugzeugen und er- füllen ihre soldatische Pflicht. An allen Fronten dieses Krieges, im Norden, Osten und Westen, tehen sie in vorderster Linie, und ihr Einsatz ist ür die befohlenen Operationen unserer Wehrmacht von überaus großer und nicht hoch genug einzu­schätzender Bedeutung.

Wir erinnern uns noch der harten Wintermonate 1939/40, als der Handelskrieg gegen Eng­land auf volle Touren zu laufen begann. Minus- Temperaturen von 25, 30 Grad am Boden waren auf den Flugplätzen an der Nordsee keine Selten­heit. Wenn die Engländer aber dachten, daß die harten Wintermonate eine Unterbrechung ober Pause in dem jetzt schon unangenehm werdenden täglichen Eingreifen der Luftwaffe im Handelskrieg eintreten lassen würden, dann hatte man sich schwer getäuscht. Ohne Unterbrechung starteten unsere Fern­aufklärer zu ihren Ueberwachungs- und Erkun- bungsflügen. Kein Flecken des großen Nordsee- raumes wurde unbeobachtet gelassen. Wo der Feind sich zeigte, wurde er entweder das Opfer der be­waffneten Aufklärer oder der nachstoßenden Karnpf- verbände. Von den Shetlands bis zur Themsemün­dung waren sie zu Hause. Immer wieder konnte der OKW.-Bericht von neuen Dersenkungszifsern be­richten. Im Rahmen der Norwegenaktion stießen sie bis in die nördlichen Breiten des Polar­kreises vor, stellten auch hier den Feind auf seinen noch so ausgeklügelten Schleichwegen. Der West- . seid zu g sah sie ebenfalls in unermüdlichem Ein­satz, und auf dem Balkan wie auch im nord- afrikanischen Raum sind sie auf der Wacht. Der Ost seid zu g stellte an die Fernaufklarer bcfon- bere Anforderungen. In täglichen Einsätzen stoßen sie weit in das Herz der Sowjets vor und fuhren durch ihre gemachten Beobachtungen die Kampf­verbände der Luftwaffe wie auch die Teile des Heeres zu den großen und einmaligen Erfolgen in der Kriegsgeschichte aller Zeiten. Manches Husaren- stückchen gab uns Kunde von ihrem unbeirrbaren Siegeswillen. Das sind unsere Fernaufklärer, jene : Flieger, die wenig genannt werden, aber am Aus- : gang der siegreichen Kämpfe und Offensiven em

großes Mitverdienst haben. ,

Oie Lustangriffe auf Woronesch.

deren Hirn dem des Menschen am ähnlichsten ist, die menschenähnlichen Affen, kaum so etwas wie eine Sprache haben; ihr Verständigungs­mittel ist in der Hauptsache die Gebärde. Gewiß haben sie einige Laute, die sicher ii. ihrer Welt mancherlei Empfindungen ausdrücken, aber Sprache kann man das nicht nennen. Auch unser Freund, der Hund, hat sehr verschiedene Bell-Laute, er heult und winselt und drückt so aus, was ihn bewegt, und jeder Vogelkenner weiß, daß die Vögel nicht nur fingen können, sondern auch sehr unterschiedliche Warnrufe ausstoßen, locken und abwehren können. Sprache ist ein unendlich schwieriges Phänomen; wir willen nicht einmal, wie der Mensch zur Sprache kam; sicher hatte auch er anfangs nur mancherlei Laute, die Wohlbehagen, Unlustgefühle, Erstaunen, Furcht, Wut usw. ausdrückten. Nicht anders ist es noch heute mit derSprache" der Tiere. Einige Forscher haben die Töne studiert, die die menfchen- ähnlichen Affen in der Freiheit ausstoßen, konnten sie genau nachahmen und machten nun den inter- teressanten Versuch, wie sich die Affen dazu verhal­ten würden, die in den Zologischen Gärten gehalten werden. Sehr amüsant hat der Zoologe Johann v. Fischer darüber berichtet, der den Versuch vor vielen Jahren im Berliner Zoo anstellte. Der Go­rilla, den er für dieses Experiment ausgesucht hatte, bfWc d?n Gelehrten nur stumm-an, er zeigte keiner­lei Verständnis, und als ihm Die Sache zu dumm wurde, holte er aus und versetzte Herrn v. Fischer eine schallende Ohrfeige, was auch in der Aften- sprache nichts anderes bedeuten kann, als daß er seine Ruhe zu haben wünsche. . ...

Der sprechende Vogel plappert tue Worte, die für ihn nichts anderes sind als bestimmte Tonfolgen, nach, ohne sich über ihre Bedeutung klar zu werden. Es wird die amüsante Geschichte von dem alten Ma­jor erzählt, der. lange in den Kolonien lebte und einen alten Papagei besaß, der sich angewöhnt hatte, die in einer sehr eindeutigen und kräftigen Soldatensprache gehaltenen Kernsprüche des Maiors laut und vernehmlich auszurufen. In seinem Testa­ment, das seine Schwester, eine sehr würdige Strfts- bame, zur Erbin einsetzte, war bie Klausel enthalten, daß sie den Papagei bis zum Tode sorgfältig halten