Ausgabe 
3.3.1942
 
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Oer Brand der Universität Istanbul.

Istanbul, 2.März. (Europapreß.) Die Ueber- prüfung der beim Brand der Universität Istanbul verursachten Schäden hat ergeben, daß die gesamte Bibliothek der Literatur-Historischen Fakultät von von 25 000 Büchern vernichtet wurde, mit ihr auch die in jahrelanger Arbeit aufgebaute Zeitschriften­sammlung und das Dissertationsmaterial der Stu­denten. Das Institut der naturwissenschaftlichen Fa­kultät wurde gleichfalls vollständig zerstört. Hier wird die Universität besonders schwer betroffen, da die zerstörten Instrumente aus dem Ausland im

Rundfunk noch zerschlagen. Der amerikanische Film ist nur Jndustrieprodukt, mechanisches Machwerk nach Vorwurf, Anlage und Durchführung. Selbst Sentimentalität undHappy End" sind Berechnung, letzte Peinlichkeiten einer Uebung, die sich hier scham­loserweise den Grenzen der Kunst zu nähern ver- ucht. Der -Rundfunk ist kein Volksbildungsmittel, andern ein Instrument, sich des Volkes auf anlau.- teren Wegen zu bemächtigen. In den Händen pri« vorkapitalistischer Interessenten ist er längst zu dem gefährlichsten Gift geworden, das in die verkümmer- ten Seelen dieser Menschen mit teuflischer Berech­nung geträufelt wird. Hinter den Worten Kunst, Religion und Vaterland verbirgt sich das kalte Ge­schäftsinteresse der Geldmacher und Börsenspeku­lanten.

Von welcher Seite man das amerikanische Kultur­leben auch immer betrachtet, man findet von eigen­ständiger Kultur in den Vereinigten Staaten nichts, man findet nur Kulturzersetzung und zivilisatorische Auswüchse, die das Gesicht des größten Staaten­volkes der Neuen Welt verunstalten. Roosevelt aber, der verheißen hat, die europäische Kultur zu retten, gleicht dem Hecht, der den Karpfenteich hüten will.

Meine politische Nachrichten.

Der Führer hat dem kroatischen Staatsführer Dr. Ante P a w e l l t s ch das Grohkreuz vom Deutschen Adler verliehen. Der deutsche Gesandte in Agram, Kasche, hat dem Poglavnik im Auftrage des Führers die hohe Auszeichnung überreicht.

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Am Jahrestage des Beitritts Bulgariens zum Dreimächtepakt hat zwischen König Boris und dem Führer ein Telegrammwechsel stattgefunden.

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Radio Bagdad meldet, die Lage in der irakischen Hauptstadt sei dermaßen gespannt, daß Regent Abdullah die Stadt in Begleitung des jungen Königs Feisal II. und anderer Mitglieder seines Gefolges verlassen und sich unter den Schutz der britischen Garnison von Kut el Amara gestellt habe.

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Aus Bagdad erführt man, daß die Mossul-Oel- leitung kurz hinter Haditha in die Luft gesprengt wurde. Es handelt sich dabei um den nach Haifa führenden Strang. Die Ölraffinerie in Haifa ist schon seit mehreren Tagen ohne Rohmaterial.

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Am Sonntag fanden in Argentinien, ausgenom­men die Provinz Louis, die Wahlen zum Parlament statt. In Buenos Aires war eine Beteiligung von etwa 75 v. H. festzustellen. In den Provinzen war sie erheblich geringer. Die Wahlen verliefen in voll- kommenet Ruhe und Ordnung.

Der Beratende Ausschuß für Donauangelegen­heiten oberhalb Braila ist unter deutschem Vorsitz zu seiner dritten Arbeitstagung in Wien zusammen- aetreten. Außer der deutschen Delegation haben an den Beratungen die Delegationen Bulgariens, Ita­liens, Kroatiens, Rumäniens, der Slowakei und Ungarns teilgenommen. Die Beratungen erstreckten sich auf Angelegenheiten der Eisernen-Tor-Verwal- tung und auf einige sonstige Donauschiffahrtsfragen.

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In den von der Deutschen Arbeitsfront betreuten italienischen Arbeitslagern fanden in den verschie­densten Gegenden Deutschlands am Sonntag Ap­pelle statt, beit denen Überast der Wille zum ver­stärkten Einsatz zum Ausdruck kam.

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Der Führer hat auf Vorschlag des Reichsmini­sters der Justiz den SA.-Obergruppenführer Graf von Fink en steinauf die Dauer von 5 Jahren zum ehrenamtlichen Mitglied des Volksgerichtshofes ernannt.

Die Kultur der LlGA

Von F.O.H. Schulz.

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Der Reichs sichrer ff hat den ^-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-^, Prof. Dr. Grawitz, geschäftsführenden Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, zum Reichsarzt ff und Polizei ernannt.

Holz auf neuen Wegen

Von unserem R. S.-Berichterstatter.

Der Führer hat dem Ordentlichen Oeffentlichen Professor em. Hofrat Dr.-Ing., Dr. techn. et mont. h. c. Eduard Dolezal in Baden bei Wien aus Anlaß der Vollendung seines 80. Lebensjahres in Würdigung seiner wissenschaftlichen Verdienste auf dem Gebiete der Geodäsie und Markscheidekunde die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft ver­liehen.

Beim ersten Angriff erhielt eine große Halle im Südostteil der Fabrik Volltreffer von vier schweren Bomben. In der folgenden Nacht griffen die deut­schen Flieger in kühnem Tiefflug an. Schwere Bom­ben detonierten in einer Haupthalle des Werks und riefen Explosionen und weithin leuchtende Brände hervor. Weitere Einschläge lagen in den Hallen des Jndustrieflugplatzes und richteten dort ausge­dehnte Zerstörungen an. Ein weiteres Flugzeug­werk nördlich Moskau erhielt ebenfalls Volltreffer in Hallen und Werkanlagen. Die Besatzungen der Kampfflugzeuge beobachteten im Abflug starke Rauchentwicklung und ausgedehnte Brände.

neu der Vereinigten Staaten leben nur von alter europäischer Kost, was sie an Neuem aus dem eige­nen Lande bringen, ist Plagiat, denn die literarische Diebesfreiheit steht im Lande der Verheißung auf hoher Stufe.

Fast genau so kläglich sieht es mit der amerika­nischen Philosophie* aus.. Man schüttelt sich in die­sem Lande, in dem der äußere Erfolg alles ist, die Probleme mit breitem Lachen ab. Als bedeutendster Philosoph gilt Emerson. Aber Emerson hat kein geschlossenes philosophisches Werk, sondern nur Es­says geschaffen, als Sozialpolitiker ist er abhängig vom Schotten Thomas Carlyle, als Philosoph vom deutschen Idealismus. Nichts Wesentliches von ihm ist auf dem amerikanischen ZivMsationsooden ge­wachsen. Kein Denker von Rang ist von ihm ent­scheidend beeinflußt worden.

Was vom amerikanischen Drama gilt, das gilt auch von der Musik dieses ßanbes. Opernhäuser und Konzertsäle hallen vorwiegend von den Erzeugnis­sen deutscher und italienischer Schöpferkraft wider. Das mechanistische Dasein in diesem Lande verhin­dert die Geburt des Genies. Selbst der Musikunter­richt ist auf die Ebene der ödesten Mechanik herun- ter gedrückt worden. Man hat sogar Maschinen für den Unterricht im Klavierspielen erfunden. Der ame­rikanische Schriftsteller Stuart Chase schreibt dar­über in seinem BuchMoloch Maschine":Der Leh­rer spielt auf dem Kontrollpiano und, je nachdem er die Tasten anschlägt, spielen Kontakte gleich nach einem Dutzend oder mehr Schülerpianos, an denen kleine weiße und rote Lämpchen über den zuge­hörigen Tasten aufflammen. Die Kinder hauen auf die 'angeleuchteten Tasten und spielen so das kom­plette Gegenstück zum Spiel des Lehrers."

Auf dem Gebiete der Architektur sieht es kaum anders aus. Die amerikanischen Großstädte sind Mustersammlungen aller möglichen und unmög­lichen Stilarten. Hier^wird alles verschandelt, was überhaupt jemals an Bauform geschaffen worden ist. In Neuyork ist beispielsweise ein griechischer Tempel zu sehen, der einem Geschäftshause in 150 Meter Höhe aufgesetzt wurde und der nach dem Ur­teil eines Beschauers wieApollo auf einem Later­nenpfahl" aussieht. Bildhauerei und Malerei brin­gen genau so wenig Originales hervor wie die Ar­chitektur. Die Innenausstattung der Räume schwankt zwischen Zweck und groteskem Ausmaß. In den Häusern der Nabods gibt es bereits Wolkenkraher- Biicherschränke.

Ist eine Besserung zu erwarten? Kaum? Von den oberen Zehntausend, die ganz unter dem Ein­fluß des Judentums stehen, kommt sie bestimmt nicht. Und die Masse? Robert Brady schreibt in sei­ner Theorie über die Einflüsse der Maschine auf die amerikanische Kunst:Wenn die breite Masse überhaupt lesen muß, tut sie es im Rennen, ohne den Gedankensprung zwischen dem gedruckten Wort und seinem geistigen Ebenbild zu vollziehen." Nein, von dieser Masse ist nichts zu erwarten. Die Rest­bestände ihrer Substanz werden durch Film und

schlossen wurden.

Bei Norwegen wird man nach der gefühls­mäßigen Seite keine sonderlichen Befürchtungen zu haben brauchen. Die neue Regierung in Oslo wird, wie der Besuch des Ministerpräsidenten Vidkun Quisling in Berlin Mitte Februar bekräftigte, alles daransetzen, die wirtschaftlichen Beziehungen zum Deutschen Reich mit aller Kraft zu. stärken und zu festigen. Natürlich wird auch Quisling in den nor­wegischen Wirtschaftskreisen gewisse Hemmungen zu überwinden haben. Die Verbindung Norwegens mit den angelsächsischen Mächten war ja noch enger als die Schwedens. Hinsichtlich der Holzerzeugung steht selbstverständlich Norwegen bei einer Anbaufläche von nur 80 000 qkm, von der etwa ein Drittel dem Wald dient, gegen seine östlichen Nachbarn weit zu­rück. Immerhin steht auch hier die Holzausfuhr mit einem Viertel der Gesamtausfuhr an der Spitze und .Übertrift sogar die Fischausfuhr um ein Viertel von ihrem Anteil, ohne indessen völlig deren Geldwert zu erreichen. Sie spielt also in der Wirtschaft Nor­wegens eine ausschlaggebende Rolle.

Damit liefert auch Norwegen den Beweis, daß es nur den Weg der Vernunft geht, wenn es sich an dem skandinavischen Holz ab kommen beteiligt. Es gibt tatsächlich wenig Vereinbarungen, die in glei­cher Weise den Bedürfnissen des Augenblicks ent­sprechen, wie sie Gelegenheit bieten, wirtschaftliche Verbindungen von Dauer zu schaffen.

lin zwischen dem Deutschen Reich und den nordischen Staaten abgeschlossen wurde. (In dieses ist zwar Norwegen noch nicht namentlich ausgenommen, aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit, daß die neugebildete Regierung Quisling sich den Nachbarstaaten anschließt.)

Der Geist des Holzabkommens entspricht der Poli- ttk des Deutschen Reiches seit 1933: Es wird nur unter Gleichberechtigten verhandelt, und Gegenstand ist lediglich das gemeinsame Interesse aller Be­teiligten, wobei natürlich der Eigenbedarf jedes ein­zelnen unangetastet bleibt. Das Ziel ist: Hinlenkung oes notwendigen Holzes nach den Bedarfsgebieten auf dem kürzestem Wege, Schaffung von stabilen Preisverhältnissen in dem Großraum um die Ost­see und Nordsee bei Ausschaltung der Spekulation und Verhinderung von Preisschwankungen, An­regungen zum planmäßigen Ausbau des Perkehrs- wesens, insbesondere der Wasserwege. Es ist im wesentlichen ein Ausgleich vorgesehen zwischen dem stark verbrauchenden deutschen Raum und der weit über den Eigenbedarf hinausgehenden Erzeugung der nordischen Länder. Hierbei muß man allerdings auch Dänemark zu den Verbrauchern rechnen, wah­rens die Erzeuger durch Norwegen, Schweden und Finnland oertreten werden.

Das skandinavische Holzerzeugungsgebiet ist das zweitgrößte in Europa. (An der Spitze steht der weite waidbewachsene Raum Rußlands.) Nächst dem Norden kommt das Großdeutsche Reich, von dem das Altreich bereits ein Drittel seiner Bodenfläche mit Wald bedeckt sah. Einen verhältnismäßig reich­lichen Zuwachs erhielt dieses durch die Angliede­rung der Ostmark und großer Waldteile des Sude-- tenlandes. Danach finden sich wirklich holzliefernde Länder nur noch in den Karpatengebieten. Alle übrigen Länder Europas sind verhältnismäßig holz- arm. Auch diese Uebersicht unterstreicht die Wichtig­keit des Berliner Holzabkommens. Eine letzte Wür­digung findet es jedoch durch den Gedanken, der die Hölzerzeugung mit der Bevölkerungsdichte, das heißt den Verbrauchern, in Beziehung setzt. In dieser- Hinsicht sinkt Deutschland trotz seiner vorbildlichen Waldwirtschaft wegen seiner hohen Bevölkerungs- ziffer erheblich unter die nordischen Staaten. Daraus ergibt sich für diese ein besonderes Interesse an dem Holzab kommen.

Am deutlichsten zeigt sich das bei Finnland. In diesem wohnen nur zehn Menschen auf 1 qkm; 65 v. H. des Landes sind aber mit Wald bedeckt. Es wundert daher nicht, wenn zur Sicherstellung von Nahrung und Kleidung wie der vielfachen Ge­genstände des täglichen Bedarfs eine entsprechende Ausfuhr vorhanden sein muß. Diese bestreiten das Holz und die aus ihm gewonnenen Erzeugnisse fast zu 75 v. H. Bis zum Eintritt Finnlands in den Krieg geschah das in solch ausgedehntem Maße, daß feine Handelsbilanz sich stets aktiv gestalten konnte. Seit 1940 nimmt jedoch die Passivität rasch zu. Sie betrug 1940 bereits 2200 Mill. Finnmark und er­reichte im verflossenen Jahre mehr als die doppelte Summe. Ursache für diese Entwicklung sind natür­lich in erster Linie die Kriegsereiqnisse, daneben aber auch der völlige Ausfall der finnischen Aus­fuhr nach England und den Bereinigten Staaten von Amerika, die früher mehr als die Hälfte der finnischen Ausfuhr auhrabmen. Die Erkenntnis bei­der Tatsachen, hauptsächlich aber der letzteren, ma­chen es verständlich, daß Finnland die Eingliederung feiner Holzausfuhr in den Wirtschaftsbereich der führenden Großmacht Europas nur mit Freuden begrüßt hat. Gerade die deutschen Handelsmethoden kommen den finnischen Bedürfnissen deshalb so sehr .entgegen, weil sie den Gegenseitigkeitscharakter be­tonen'. Deshalb werden mit Sicherheit beide Länder mit dem neuen Abkommen gut fahren.

In her Ausfuhr Schwedens ftht das Holz gleichfalls an der Spitze, wenn es auch nur noch 45 v. H. des gesamten Exportvolumens ausfüllt. Und gleichfalls gingen davon früher 40 v. H. in die beiden angelsächsischen Länder. Dieser Umstand sowie politisches Ressentiment und überlieferte Gewohn­heiten haben Schweden sich nur langsam zu der europäischen Großmacht Deutschland finden lassen. Die Dauer des Krieges wirkte sich auch hier als Zwingende Notwendigkeit aus. Da es sich jedoch um

Augenblick nicht wiederbefchafst werden können. Im geologischen Institut wurde auch die Mineralien­sammlung des ehemaligen Sultans Abdul Hamid vernichtet. Obwohl die Universität gegen Brand­schaden versichert ist, spielt dies angesichts der Tat­sache, daß die Wiederbeschaffung der verbrannten Einrichtungen gegenwärtig fast ganz unmöglich ist, keine Rolle. Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Man rechnet jedoch damit, daß Fahrlässigkeit eine Rolle gespielt hat, weshalb,der diensthabenoe Nacht­wächter der Universität in 'Haft genommen^ worden ist. Der Universitätsbetrieb wird aufrechterhalten.

Studentische Arbeitsbesprechungen.

Auf Einladung des Reichsstudentenführers Dr. Scheel fand in Salzburg eine gemeinsame Ar­beitsbesprechung der Studentenschaften Deutsch­lands, Italiens und Japans statt. Die Führer der Studentenschaftsoertreter der drei Mächte, Dr. Scheel, Nationalrat D'Este und Prof. Komori stellten als wei­tere Grundlage der Arbeit auch die Teilnahme an­derer Studentenschaften Europas und' der übrigen Welt fest und kamen überein, in regelmäßigen Ab­ständen Besprechungen über alle gemeinsam be­rührenden Fragen in der bereits seit Jahren be­währten Kameradschaft durchzuführen. Die nächste Arbeitstagung wird in Italien stattfinden.

Auf falschem Gleis.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Der Prozeß in Riom ist in die dritte Verhand­lungswoche eingetreten. Die Welt erwartete hiervon eine Sensation. Was sie bisher erlebte, war aber nichts anderes als ein Ausschnitt aus bem System- Frankreich der Vorkriegsjahre. Al§ im Jahre 1940, bald nach dem Waffenstillstand, der französische Marschall Petain Haftbefehl gegen eine ganze Reihe vor allem politischer und militärischer Per­sönlichkeiten im Zusammenhang mit dem Kriegs­eintritt Frankreichs und seinen Folgen ergchen und zur Beurteilung ihrer Schuld ein Sondergericht ein­berufen ließ, geschah es offenbar in der Erkenntnis, daß das französische Volk in das nationale Unglück als Kampfgenosse der Londoner Kriegsverbrecher hineingestoßen wurde, weil gewisse führende Per­sönlichkeiten des französischen politischen Lebens sich ohne Rücksicht auf die nationalen Interessen Frank­reichs die Kriegserklärung an Deutschland hatten vorschreiben lassen. Aus persönlichen ober politischen Gründen. Die jüdische Versippung und die politische Verquickung waren die eigentlichen Hintergründe.

Aber die Regierung in Vichy hat, wie sich immer klarer herausstellt, dem Gericht in Riom, das über Daladier und andere Größen des mit der Maginot- linie zerbrochenen Systems zu urteilen hat, eine so gebundene Marschroute auferlegt, daß dieser Prozeß gänzlich überflüssig erscheint. Ursprünglich hatte man in Vichy erklärt, nicht nur die Frage der Vorberei­tung für diesen Krieg solle der Beurteilung unter­liegen, sondern auch die der Kriegsschuld der Män­ner der Regierung Daladier. Man kann füglich beide Fragen nicht trennen, denn die Frage, ob durch unzulängliche Vorbereitungen dieser Krieg für Frankreich verloren gehen mußte, wer Schuld an dieser Unzulänglichkeit hat, wann diese Unzulänglich­keiten einsetzten, wobei verschiedene Mitglieder der Vichy-Regierung sich anscheinend darauf beschränk­ten, das Datum möglichst kurz vor der französischen Kriegserklärung zu setzen, läßt sich doch nicht von der anderen trennen: Warum wollten Daladier und andere Männer den Kampf an Englands, Polens und Roosevelts Seite? Daß diese zweite Frage über­haupt nicht angeschnitten wird, macht "ben Prozeß zu einem Bruchwerk. Er ist entweder ein Adlen- fungs- ober Verzögerungsmanöver, das die bren­nende Frage der Kriegsschuld des alten Systems einfach unbeantwortet läßt. Für die Geschichte, für jeden Deutschen und Franzosen aber ist die Frage, die in Riom nicht behandelt werden darf, die Kern­frage. Sie ist freilich schon ganz eindeutig zu Un« gunften Frankreichs beantwortet.

Für Frankreich lag nicht der geringste Anlaß vor, an Deutschland den Krieg zu erklären. Danzig be­rührte Frankreich ebenso wenig wie die Korridor- Frage. Heber Oesterreich und den Sudetengau hatte man sich in München ausgesprochen und ver­ständigt. Vom Führer lag mehr als eine bindende feierliche Erklärung vor, daß nach der Rückgliede­rung des Saargebiets Deutschland keinerlei terri­toriale Ansprüche an Frankreich stelle. Elsaß und Lothringen bildeten kein Streitobjekt zwischen beiden Ländern. In einem feierlichen Vertragsakt hatte das nationalsozialistische Deutschland dem französi- schen (wie auch dem belgischen und holländischen) Nachbarn die Sicherheit seiner Ostgrenze garantiert

Als unter der Regie Londons die Dinge in Polen .sich immer mehr zuspitzten, hat der Führer in seinem Antwortbrief vom 27. August 1939 an Dala­dier noch einmal ganz eindeutig die Lage dargestellt und betont, daß das Problem Polen, wie es durch Danzig urflb ben Korridor künstlich aufgeworfen wurde, keine Angelegenheit ist, die einen Krieg zwischen Deutschland und Frankreich rechtfertigte. Keinem Woche später erklärte die französische Regie­rung mit Daladier als Ministerpräsident Deutsch­land den Krieg. Die während des Westfeldzuges ge­fundenen ftanzösischen Geheimakten und die vor kur­zem veröffentlichten Handakten des französischen Gesandten in Den Haag über die verbrecherische Zusammenarbeit der britischen, französischen und holländischen Regierung haben ein weiteres Be­weismaterial für die Kriegshetze und den Kriegs­witten der französischen Regierung, von der heute die Hauptvertreter in Riom unter Anklage stehen, geliefert. Aber in der 180 Seiten umfassenden An­klageschrift mit den Aussagen von rund 3000 Zeugen findet sich nicht ein Moment, das die Frage Der Kriegsschuld behandelt, sondern es werden aus­schließlich die Gründe des Kriegsverlustes angeschnitten. Mängel der Aufrüstung, Duldung wehrschädlicher Organisationen, Versagen des Nach­schubs und ähnliches nimmt in der Anklage und in der Vernehmung der An geschuldigten einen brei­ten Raum ein; was man vergeblich sucht und er­wartete, sind Fragen der Kriegshetze, des jüdischen Einflusses auf Frankreichs Kriegstreiber, der Ab­hängigkeit maßaebender Staatsmänner und Poli­tiker vom englischen und amerikanischen Einfluß und Kapital. Dem Hauptangeklogten Daladier wer­den daher geradezu die Bälle zugeworfen zu feiner Verteidigung, die etwa lautet: Ich habe alles getan, um den Krieg zu gewinnen, versagt hat die mili­tärische Führung. Bleibt nur noch übrig, daß man in Riom die Frage beantwortet: Haben Daladier oder Gamelin den Krieg verloren? Aber die Tat­sache bleibt: Frankreich ist kriegsschuldig, unb e$ nützt nichts, wenn die Vichy-Regierung den Prozeß in Riom auf andere Dinge abstellt.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Stockholm, Ende Februar 1942.

Holz ist neben Kohle und Eisen der wichtigste Rohstoff auf der Erde. Nach vorübergehender Zu- tüdbrängung in der Bauwirtschaft durch Eisen und Beton ist feine Gesamtbedeutung in den letzten Jahrzehnten wieder dadurch gestiegen, daß es Aus­gangspunkt der Zellstofferzeugung mit allen ihren Ableitungen wurde und überdies Rohstoff zur Ge­winnung eines preiswerten Treibmittels für Last- iraftmagen. Allein diese Hinweise genügen, um die Bedeutung des Holzes in der Wirtschaft der Völker herauszustellen und die Wichtigkeit zu betonen, die jode organisatorische Veränderung auf bem Gebiet der Holzbewirtschaftung mit sich bringt. Ein wich- , tiges Ereignis bedeutet in dieser Hinsicht das Hol z- abfommen, das am 23. Januar 1942 in Ber-

Die Vereinigten Staaten von Nordamerika ma­chen unter der Führung ihres Präsidenten verzwei­felte Anstrengungen, sich moralische Legitimationen für die Feindseligkeiten gegen Deutschland unb die autoritären Staaten überhaupt zu sichern. Das ist nicht ganz einfach, denn die Gesellschaftsform, in der die Amerikaner seit mehr als anderthalb Jahr­hunderten leben, gilt im Abendland nicht gerade als Ideal. Man kennt überall die hemmungslosen Ausschweifungen des ^^.-Kapitalismus unb weih, daß sich unter einem hauchdünnen Zioilisationsfirnis täglich Ungeheuerliches ereignet, das allen volks­gemeinschaftlichen Begriffen und menschlichen Be­dingungen widerspricht. Nun aber ist dem Präsi­denten Roosevelt neues Heil widerfahren. Seine jü­dischen Bundesgenossen haben ihn auf das richtige Pferd gesetzt. Er reitet jetzt, wie die erstaunte Welt fast täglich zu hören bekommt, zur Rettung der Kul­tur aus. Er will die Kulturen der beiden großen europäischen Völker retten, ohne deren geschichtliche Leistungen Amerika immer noch ein dunkler Wild­west-Begriff und Europa ein einziger bolschewisti­scher Brandherd wäre.

Roosevelt wird mit seinen jüdischen Zivilisations- nornaden der Welt nicht weisrnachen können, baß die Vereinigten Staaten von Nordamerika berufen seien, irgend etwas in Europa mit Ausnahme ihrer verzinslichen Anleihen zu retten. Denn Amerika be­sitzt selbst keine Kultur, sondern nur Kulturnachah- mung, und die kümmerlichen Ansätze eigenen Kul­turschaffens lassen keine Hoffnung aufkommen, daß in absehbarer Zeit aus dem Völkergemisch der Ver­einigten Staaten ein Kulturvolk ersteht. Ein kurzer Blick auf die Kulturgeschichte dieser Staaten be­lehrt in überzeugender Weise.

Die amerikanische Dichtung ist ein Brachfeld, aus dem lediglich die Namen Longfellow und Poe sicht­bar hervorragen. Beide aber sind ohne europäische Vorbilder undenkbar. Longfellow war von der deut­schen Dichtung in höchstem Maße abhängig. Sein bedeutendstes WerkEvangeline" ist formal durch GoethesHermann und Dorothea" bestimmt wor­den. Zu einem Dichter von Rang fehlt ihm die Ori­ginalität. Auf einer etwas höheren Ebene als der durch Uebersetzungen aus dem Deutschen bei uns vorwiegend bekannt gewordene Longfellow steht Edgar Poe, den man nicht mit Unrecht als größten amerikanischen Dichter unb Erzähler bezeichnet. Man rühmt insbesondere die Körperlosigkeit seiner Lyrik und die Gewalt feines Wortes in der Prosa. Er hat selbst in einem philosophischen Gespräch über diePower öf words geschrieben unb be­hauptet, burch die Macht des Wortes Sterne in Wirklichkeit verwandeln zu können. Poe bedeutet für die amerikanische Dichtung viel, zur Weltgeltung aber fehlt es ihm an der Kraft, das Besondere zum Allgemeingültiaen zu erheben. Mit vierzig Jahren ging er am Alkoholismus zugrunde.

Das vielleicht traurigste Kapitel ist die amerika­nische Dramatik. Sie hat weder Vergangenheit noch Gegenwart, und ihre Zukunft ist dunkel. Die Büh-

eine rein geschäftliche Angelegenheit handelt, die sehr wohl von beiden Seiten mit nüchternem Ver­stand durchgeführt werden kann^ so besteht im Grunde gar kein Zweifel, daß sie zu guten Ergeb­nissen führt. Sind doch sogar schon, oft genug Ver- nunfteyen glücklicher geworden als Verbindungen, die im Rausche gegenseitiger Liebesbeteuerungen ge-

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