Ausgabe 
3.3.1942
 
Einzelbild herunterladen

Dienstag, Z.MSrzM2

192. Jahrgang Nr. 52

Erscheint täglich,, nutzer Sonntags und Feiertags

Beilagen:

Gietzener Familienblätter HeimatimBild DieScholle

Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80

Zustellgebühr... 7*25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschluß 2231 Drahtanschrift : "Anzeigers Postscheck 11686 Franks. M.

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/z Uhr desBormittags

Anzeigen-Preise:

Anzeigenteil 7 Rvf. je ram bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bet 70 mm Zeilenbreite

Nachlässe:

Wiederholung Malstaffell AbschlüsseVNengenstanelö Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/omehr

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Der japanische Vormarsch auf Lava.

Vßenkoelen

3 a

BATAVIA

oera

Christmos (brify

Die Schlacht in der Lava-See

^0Da gJandat

1° "CD #

ßilliton-r5

Das Ziel der japanischen Operationen

Oer großasiatische Wirtschastsraum wird militärisch sichergestellt.

------j----wnuenfur-j

^ampyIjBondiermasin

Sunda ^Serang

an die Japaner verlorengingen. Entscheidend für die Fortführung der Kämpfe ist ferner, daß der größere Teil der japanischen Flotte, insbesondere die schweren Kampfeinheiten, überhaupt noch nicht zu Gefechtseinsatz gekommen sind, während die Nord­amerikaner und Engländer gerade die kampfkräf­tigen Schiffe ihrer pazifischen oder ostasiatischen Ge­schwader verloren haben. Wie gering die noch vor­handene Stoßkraft der Engländer und Nordameri­kaner ist, geht deutlich aus der Tatsache hervor, daß die Japaner Truppen auf Java landen konnten, die auf vier Divisionen geschätzt werden. Man bezeichnet in Tokio diesen großen militärischen Er­folg als das Ergebnis langjähriger Schulung ge­mischter Verbände, die es ermöglichte, daß eine gewaltige Transportflotte über große Entfer­nungen ungehindert vom Gegner operieren und ihre Aufgabe mit geringsten Verlusten durchführen konnte.

Tot ko, 3. März. (DNB. Funkspruch.) In Tokio ist man geneigt, die Landungen lauf Java als den Abschluß einer militärischen Aktion anzusehen, die in knapp drei Monaten dem neuen Großostasien Form und Gestalt gab. Man ist ferner davon über­zeugt,' daß mit der Besetzung Javas der groß- asiatische Wirtschaftsraum gegenüber den Störungs­absichten des Gegners militärisch sichergesteltt sein wird. Militärkreise betonen ferner, daß die beiden Seeschlachten bei Batavia und Surabaja die völlige Unfähigkeit der feindlichen Führung deutlich gemacht hätten, größere vereinigte Flotteneinheiten an ent­scheidender Stelle zum Einsatz zu bringen. Wo auch immer feindliche Geschwader demonstrativ oder mit Angriffsabsichten auftraten, sind sie von den meist zahlenmäßig unterlegenen japanischen Kräften ge­schlagen worden.

Dabei gestaltet sich die Lage für d i e Re sie der feindlichen Flotten immer schwieriger, da zwischen Hawai und Singapur alle Stützpunkte

Am 1. März um 12.30 Uhr sichtete eine Einheit unserer bei Batavia stehenden Flotte eine feindliche, aus zwei Kreuzern bestehende Flotte, während eine andere unserer Einheiten in der Nähe von Soera- baja eine feindliche Flotte ausmachte, die sich aus drei Kreuzern und sechs Zerstörern zusammensetzte. Die Transporter des Geleitzuges wurden an einer sicheren Stelle zurückgelassen, und unsere Seestreit­kräfte durchpflügten die Gewässer, um den Feind zu einer zweiten Schlacht zu stellen. Ein neuer wilder Kampf entspann sich, bei dem unsere Flotte zwei feindliche Kreuzer versenkte, während sich der Rest zur Flucht wandte. Wir waren jedoch entschlossen, den Gegner nicht ent­kommen zu lassen und nahmen daher die Jagd auf. Das Ergebnis war, daß wir insgesamt fün Kreuzer und sechs Zerstörer versenkten und vier schwere Kreuzer schwer beschädigten.. Einer unserer Zerstörer erhielt einen Bombentreffer, er war aber imstande, sich mit eigener Kraft weiterzu­bewegen.

95000 Gefangene in Singapur.

Tokio, 2. März. (Europapreh.)Solange noch der Feind in Ostasien steht, ist der Krieg nicht be­endet", erklärte Tomoyuki Yamashita, der Oberkommandierende der japanischen Truppen in Malaya. Er betonte, daß die kurze Schlacht um den Besitz von Singapur eine sehr harte Schlacht gewesen sei. Ein unaufhörlicher Strom von 20° und 38-cm-Granaten sei den vorrückenden Japanern entgegengeschleudert worden. Jede britische Befesti­gung sei von drei ober vier anderen Befestigungen geschützt gewesen, zwischen denen wegloser tro­pischer Urwald lag. General Yamashita wies er­neut auf die britische Kriegstaktik hin, nur Enge- borenen-Truppen in die erste Kampflinie zu schicken. Den Eingeborenen seien die australischen Truppen gefolgt Neueste Zählungen berichtigen auch die

kanischen Berichte geben zu, daß die japanische Flotte die Geschwader der Gegner zertrümmert hat und daß es den Japanern gelang, Truppen auf Java zu landen. DieNew Dort Times" läßt sich von einem maritimen Sachverständigen erläutern, die Ursache der geglückten Landung beruhe wahr­scheinlich auf einem fingierten japanischen Angriff in Richtung auf Soerabaja, während gleichzeitig Landungen bei 6er an g, Jndrarnaioe und Rem bang durchgeführt wurden. Rembang selbst ist ungefähr 200 Kilometer vom Flottenstützpunkt Soerabaja ent­fernt. Weiter meint der Sachverständige derNew York Times", den Japanern sei es gelungen, die alliierten Flotten- und Luftstreitkräfte dadurch zu täuschen, daß sie mit kleineren Streitkräften an­griffen, während die Hauptstreitkräfte sich anfäng­lich zurückgehalten hätten, um bann vorzustoßen. Jetzt sei bie japanische Offensive auf Java in vollem Gange.

Währenb noch der Reuter-Korrespondent aus Bandung, der die ungeheuren Folgen diesergröß-

Tokio, 2. März. (DNB.) lieber das Seegefecht in der Java-See veröffentlicht Domei einen Bericht des Korrespondenten der Marine-Presseabtetlung im Flottenstützpunkt Schönau (Singapur):

Am Abend des 27. Februar, so heißt es in dem Bericht, sichteten die von unserer Flotte geleiteten Truppentransporter die schwachen Umrisse der kombinierten feindlichen Flotte in der Nähe der Küste von Batavia. Die Flotte der Dereinigten Na­tionen bestand aus zwei schweren Kreuzern, einem leichten Kreuzer und zwei Zerstörern. Offenbar wur- den diese Schiffe ausgesandt, um unsere Geleitzüge anzugreifen. Wir wußten, daß wir in der Nähe der Küste von Batavia und Soerabaja auf den Feind stoßen würden, bevor wir erfolgreiche Landungen auf Java durchführen könnten. Unsere Batterien eröffneten sofort bas Feuer. Es war am 27. Fe­bruar um 18 Uhr. Unsere Flotte begegnete dabei dem Feind zum ersten Male in einer wirklichen Seeschlacht.

Aus dem Funkbericht einer anderen Einheit un­serer bei Soerabaja operierenden Flotte erfuhren wir, baß unsere Flotte einen feindlichen Flotten ver­band von drei ober vier Kreuzern und mehreren nicht näher festzustellenden Schiffen wahrschein­lich Zerstörern gesichtet hatte. Sie eröffneten gleichzeitig mit uns das Feuer. Eines unserer Schiffe schoß Torpedos ab, die mit Volltreffern zwei feindliche Kreuzer versenkten. Ist der stockfinsteren Nacht entspann sich eine wütende Schlacht zwischen den Staihlmassen. Sie HE me ganze Nacht hindurch an. Am 28. Februar beim Morgengrauen stellte es sich heraus, daß sich unsere Flotte als überlegen erwiesen hatte. Drei kindliche Kreuzer und sechs Z ersto rer wurden vetsenkt und vier Kreuzer schwer beschädigt. Unsere Marineflugzeuge bornierten über uns hinweg und ließen ihre Geschosse und Bomben auf den Feind herabregnen. Was von der feindlichen Flotte Übrigblieb, flüchtete in die Häsen von Batavia und Soerabaja. Unser Geleitzug setzte seinen Weg wie­derum fort

ten Seeschlacht im Fernostkrieg" für Washington und London ausmalte, seine Leser damit zu trösten suchte, daß ein furchtbarer Empfang die Japaner erwarte, wenn sie es wagen sollten, Truppen zu landen, sind diese letzten Strohhalme, an die sich die öffentliche Meinung der englisch sprechenden Länder klam­merte, in dem Wirbel der Seeschlacht untergegangen. Tokio meldet den Untergang von fünf feindlichen Kreuzern, darunter eines großen USA.-Kreuzers, den Untergang von sechs feindlichen Zerstörern, die schwere Beschädigung von vier weiteren feindlichen Kreuzern, bei einem zweiten Seegefecht am Sonn­tagmorgen den Untergang eines großen USA.-Kreu- zers, kurzum, bie alliierte Flotte gehe ihrer Vernich­tung entgegen. In dramatischer Weise sind so alle Hoffnungen Roosevelts und Churchills mit einem Schlage vernichtet worden. Die Japaner stehen auf Java! Die letzte Bastion in Ostasien ist jetzt direkt angegriffen. Am Montag meldete der Londoner Nachrichtendienst:Die Nachrichten aus Ostasien sind ernst."

TelwBetoeni

Karimon Djawa bawean

.elis "" J° , '

Soemenep

DieSchlacht um Java" hat begonnen die I ewig auf der Jagd nach Sensativnstiteln befindlichen Amerikaner haben diesen Begriff geprägt und wissen i nicht, wie sie dabei ihrer selbst spotten. Der Auftakt war eine Reihe von Seegefechten am 27. Februar, i Das erste Seegefecht fand etwa 90 km westlich von 5 der Bawean-Jnsel statt, weist also auf Mitteljava, 1 nordwestlich von Soerabaya. Die zwei anderen wa­ren Luft--See-Gefechte noch weiter im Westen: Das . eine in einer Entfernung von 55 km vor Batavia, wo von drei (offenbar englischen) Kreuzern einer vom TypExeter" schwere Treffer erhielt und.die anderen beiden Kreuzer die Flucht ergriffen; das zweite Luft-See-Treffen ereignete sich in der Sunda­straße. In beiden griffen japanische Marineflugzeuge erfolgreich englisch-holländische Kriegsschiffe an, wäh­rend bei dem ersterwähnten Seetteffen westlich der Bawean-Jnsel japanische Kriegsschiffe mit amerika­nischen Kreuzern ins Gefecht kamen. Java steht also mitten im Kampf. Die Kolonialholländer haben in den letzten Wochen immer wieder versichert, daß sie starke Vorbereitungen zur Abwehr getroffen haben. Der Oberbefehlshaber ihrer Landtruppen ist der Ge­neral terPorten. Das Kommando zur See führt Admiral Helfrich, dem in den letzten Wochen (an Stelle des amerikanischen Admirals Hart) auch der Oberbefehl über diealliierten" Seestreitkräfte anvertraut ist. Alles deutet darauf hin, daß die Schlacht auf Java bis zum bitteren Ende durchge­führt werden wird. Das ist dieZermürbungs-Stra­tegie", die Roosevelt in seiner letzten ,Kamin"-Plau- berei proklamiert hat. Ihrer Natur nach ist sie eine hinhaltende Strategie, bie allein übrig bleibt, wenn eine offensive Abwehr nichs möglich ist. Aus hol­ländischen Berichten geht hervor, daß sich ter Por­ten barauf gefaßt macht, in der innerjavan^chen Kessellandschast von Bandung, die rings von Vul­kanen umgeben ist, also in einer Art natürlichen Festung, einen ähnlichen Widerstand zu leisten wie der amerikanische General Mac Arthur auf der Ba- taan-Halbinsel und auf der Jnselfestung Gorregtbor in der Philippinengruppe. Auch diese Idee ist in sich widerspruchsvoll. Der Natur der Sache nach müssen Kolonialholländer, Engländer und Yankees im Süd- westvazifik als Seemächte auftreten; die Idee, sich im Lande sinn ern von Java zu verteidigen, ist das gerade Gegenteil dessen, was notwendig ist: des offensiv-n Seekriegs-

Angesichts der geglückten Landungen der Japaner auf Java, die gleich an drei wichtigen Stellen ihre Vorstöße angesetzt haben, erbebt sich die Frage nach der Starke der niederländisch-indischen Wehrmacht. Dieönft so nüchternen Holländer haben seit dem Nusvruch des großasiatischen Krieges immer wie- der ihre militärische Stärke gerabe auf Java unter­strichen wo sie von vornherein die Hauptbestände der Armee, der Flotte und der Luftwaffe 3ufam- mengezogen haben. Die Stärke der niederländisch- inbischen Armee wurde für den Beginn bes Jahres 1940 auf 32 500 Mann angegeben. Dazu tarn noch eine Reserve von 29 000 Mann. Die Ge­samtzahl ber Hollänber auf Java beträgt runb 200 000, barunter zahlreiche Mischlinge. Die zu­sätzlichen Rekrutierungsmöglichkeiteri sind demnach sehr beschränkt, benn schon jetzt besteht bie nieder- länbisch-inbische Armee und besonders ihr OwZler- forps überwiegend aus Mischlingen. Grundsätzlich wurde auch kein Unterschied zwischen einem euro­päischen Holländer, einem Mischlingshollander und etwa einem angeworbenen Neger gemacht.

Die niederländisch-indische Flotte war von vorn- herein auf Küstenverteidigung eingerichtet. Die schwereren Einheiten finb in ben beiden ©eetreffen südwestlich der Kcmgean-Jnseln am 4. und bei ber Insel Bali am 20. Februar wohl sämtlich verloren gegangen. Weitere Verluste haben bie englische und USA -, vielleicht auch bie australische Flotte in den drei Seekämpfen vom 27. Februar erlitten, die ben Landungen auf Java unmittelbar vorausgingen. Don den schwereren Kreuzereinheiten abgesehen, oer= fügten die Kolonialholländer noch über zahlreiche slachgehenbe U-Boote und besonders über eine ganze Flotte von Schnellbooten, für die in Surabaya besondere Werften erbaut wurden. Wie die Lehren des europäischen Seekrieges zeigen, können U- Boote und Schnellboote von großem Nutzen sein. Aber dazu gehören nicht nur U-Boote und Schnell­boote, sondern auch eine große Erfahrung. Schließ­lich waren bie Kolonialhollänber sehr um bte Ent­wicklung ihrer Luftwaffe bemüht. Sie fmb da- mit aber zu spät gekommen. Sie haben mehr ajs eine Milliarbe Gulden an bie Flugzeugwerke in Den Vereinigten Staaten vorausgezahlt, aber nur einen kleinen Bruchteil ber versprochenen Flugzeuge er­halten. Sehr viel haben sich die Kolonialhollander schon auf Borneo, Celebes und Sumatra auf ihre wohlgetarnten Flugplätze im Dschungel zugute getan. Man kann nicht sagen, daß sich diese Er­wartungen erfüllt haben.

Die Seeschlacht in ber Java-See hat em Reuter- korrespondent, ber aus Bandung berichtet,Die größte Seeschlacht im Fernost-Krieg" genannt. Er behauptet weiter:Wenn bie Schlacht von ben Alliierten gewonnen wird, bann heißt dies soviel, daß bie Jnvasionsgesahr für Java beendet ist. Wenn sie verloren geht, bann werben die Reihen der alliierten Streitkräfte derart gelichtet sein, daß bie Japaner während ber nächsten Phase unb Wochen nahezu unbelästigt Verstärkungen nach Java her­überbringen können." Der Londoner Nachrichten­dienst bezeichnete am Sonntagmorgen Java alsdie letzte Bastion ber Verteidigung in Niederländisch- Jnbien." Bereits am Sonntag mußte in einer Mel­dung aus Batavia Reuter zugeben, baß bie See­schlacht für bie Engländer, Yankees und die nieder­ländischen Streitkräfte in Jnsulinde ungünstig ver­laufen sei, ber Feind habe in ber Nähe von Glora in ber Mitte von Java Truppen gelandet und ein ziemlich großer Teil der Ebenen bei Ranwang Der wichtigsten unb fruchtbarsten Gebiete Javas fei In japanischen Händen. Anscheinend hält die ja­panische Flotte die Fühlung mit dem geschlagenen Gegner noch aufrecht, aber die englischen unb cnneri-

v a S e e

DasEnde derKolchosen

Von Ministerialdirigent Dr. W. Tchefold.

Die Landwirtschaft der Sowjet­union setzt sich fast ausschließlich ans Großbe­trieben zusammen. Den größten Teil nehmen die Kollektivwirtschaften, bie Kolchosen, ein, bie aus ber Zusammenlegung früherer Einzelhöfe zwecksgemeinsamer Probuktion landwirtschaft­licher Erzeugnisse" entstauben sind. In diesen Kol­chosen waren die ehemaligen Landwirte, soweit, sie nicht alsKulaken" vertrieben wurden, durch här­teste Druckmittel unb wüstesten Terror von ben Sow- ets hineingepreßt worben. Nur durch Zwang konnte dieses System aufrechterhalten werben. Es diente hauptsächlich bazu, bas Lanbvolk politisch zu unter­werfen unb es ber jüdisch-bolschewistischen Ausbeu­tung auszuliefern. Nur mit Widerstreben tat ber Kolchosnik hier seine Arbeit; er war ben bauern- ben Schikanen ber Sowjets ausgesetzt, er mußte die Faulen unb Drückeberger nftt durchschleppen unb erhielt am Enbe bes Jahres nur einen kärglichen Lohn. Es gab Jahre, in benen die Kolchosniks hungern muhten ober sogar zu Millionen an Hun­ger starben.

Die Vertreibung ber Bolschewisten aus ben be­setzten Gebieten ließ bie Kolchosniks neue Hoff­nungen schöpfen. Jetzt konnten sie erfüllt werben. Der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, Alfred Rosenberg, hat für bie Gebiete ber alten Sowjetunion bieNeue Agrarord­nung" erlassen, bie die bisherige Kollektivwirtschaft grunbsätzlich aufhebt unb in organischer Weise an ihre Stelle neue Formen ber Bewirt­schaftung setzt. Sie berücksichtigt bie vorhanbenen Schwierigkeiten, inbem sie ben endgültigen Zustand nur dort einführt, wo entsprechende Voraussetzun­gen bestehen, sonst aber Uebergangsformen vorsieht. Die Schwierigkeiten bestehen vor allem darin, daß das notwendige Inventar unb Zugvieh fehlt. Fer­ner besitzen bie meisten dieser Menschen keine Er­fahrung in ber Führung einer selbstänbiqen Wirt­schaft, da die Sowjets sie nur als Arbeitstiere be­trachteten.

Die Uebergangsform, G e me i n wi r t s ch a f t ge­nannt, leitet die Kollektivwirtschaft allmählich und georbnet in die genossenschaftlich gebudbene ober in bie selbständige Einzelwirtschaft über. Zwar wird in ber Gemeinwirtschaft der Feldbau noch gemeinsam Don allen Mitgliedern betrieben. Die Arbeitsbedin­gungen haben sich aber wesentlich geändert. Einmal fehlen die Funktionäre, ber politische Druck ist allo beseitigt. Dann braucht niemand mehr Sorge zu haben,' baß er am Ende des Jahres um den Lohn feiner Arbeit betrogen wird. Ein ein^ches unb übersichtliches Lohnsystem, bas neu emgefübrt wird, bietet die entsprechende Sicherheit. Schließlich wird auch ber privatwirtschaftlichen Jnitiatior ein größe­rer Spielraum gegeben. Die private Viehhaltung, der im Kolchos sehr enge Grenzen gezogen waren, unterliegt feinen Beschränkungen mehr, das Hof­land (bisher 12 Morgen) wird zum Privatbesitz erklärt unb von Steuern besait; außerdem kann es auf Antrag vergrößert ft?erben. Dadurch erhält der bisherige Kolchosnik eine kleine, aber eigene W'rt- .schaft, aus ber er neben seinen Einnahmen aus ber Gemeinschaftsarbeit noch zusätzlichen Verdienst ge­winnen kann.

In Gemeinwirtschaften, in denen die notwendigen wirtschaftlichen und technischen Voraussetzungen ge­geben finb, kann derBodenden einzelnen Hofen zur individuellen Bearbeitung und Nutzung zuge-

ersten Schätzungen der kriegsgefangenen britischen Soldaten auf Singapur. Bis jetzt feien 95 000 Ge­fangene gezählt worben, darunter 41000 Hindus. Kritische Lage derEnglärrder inRangrrn Stockholm, 2. März. (Europapreß.) Aus Ran­gun berichtet die Neuyorker SonntagszeitungNew York Jnquirer", daß die Eingeborenenbevölkerung den Japanern helfe und daß verschiedene Abteilun­gen bewaffneter Burmesen zu ben Japanern über­gegangen seien. Die Engländer hätten inzwischen schon begonnen, auch Mandalay und andere größere Städte zu räumen. Die Bevölkerung fliehe nach China ober nach Indien, bie Stäbte seien in ben Händen plündernder Banden. Wie ber Korrespon­dent derAsahi Schimbun" berichtet, ist Rangun ein Flammenmeer, da die Briten angesichts des unmittelbar bevorstehenden japanischen Angriffs die Stadt in Brand steckten. Der Korrespondent mel­det, daß die aus ber Stadt fliehenden Burmesen bie Dorstadtstraßen überschwemmen und jeden ^gere­gelten Verkehr unmöglich machen. Die Unabhänaig- keitsbewegung greife immer mehr im Lande um sich. Mitglieder ber' burmesischen Unabhängigkeitspartei und des Freiwilligenkorps seien bei ben Kämpfen gegen bie Briten beteiligt.Asahi Schimbun" berich- tet? bie Tschungking-Regierung soll fünf Divisionen bei Manbvlay und Lashio an der Grenze zwischen Burma und China zu einem letzten Versuch ber Verteidigung der Burma st raße kon­zentriert haben. 20 000 Mann freiwilliger Tschung- king-Truppen seien i n Mandalay konzentriert, bie 93. Division bei Lashio und mehr als drei weitere Divisionen an einem anderen Abschnitt in ber Nähe ber Grenze. Die japanischen Stteit- fräfte seien mit diesen Truppen noch nicht zusam­mengestoßen.

Schnelles Vorrücken der Japaner auf Sumatra.

I o t i o , 2. März. (DNB.) Die iapanischen Irup- pen, bie ihren Vormarsch von Palembang aus in westlicher Richtung fortsetzten, führten einen Heber- raschungsangriff auf Sarolangun, 200 Kilo­meter westlich von Palembang, durch. Die gleichen Truppen rückten in nordöstlicher Richtung weiter vor und besetzten am 28. Februar um 15 Uhr Mu­ra t e b o , 80 Kilometer nordwestlich non ^arolair gun. Der Feind stellte sich nicht zum Kampf und setzte seinen Rückzug fort.