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Aus der Stadi Gießen.IVorsicht schützt vor Schaden und Strafe!
Hinweise für Llsenbohnreisende.
(Nachdruck verboten.)
15 Fortsetzung.
Flugzeuge der amerikanischen Marineluftwaffe graben den bekannten amerikanischen Welttriegsflie- ier Captain Rickenbacker mit neun anderen spesatzungsmitgliedern der seit dem 21. Oktober in fer Nähe von Hawaii verschollenen Maschine a u f iem Meere treibend aufgefunden. Die Flieger hatten sich auf ein Floh gerettet, auf dem sie aber drei Wochen lang ein Spiel der Wellen gewesen waren. Sie wurden in völlig erschöpften Zu- land geborgen. Ein Mitglied der Besatzung hatte lei der durch Motorstörung der Maschine oer- mrsachten Notlandung den Tod gefunden.
es beruhigt wunderbar —! so ist es doch nicht nötig, daß du dich dabei erkältest!"
„Danke!" sagt Helene leise, wendet sich ab und geht weiter.
Zn der beginnenden Dämmerung verschwimmt die schneebedeckte Landschaft in einem feinen grauen Nebelhauch. Helene geht durch diese kalten Wände hindurch und spürt, wie ein Angstgefühl, zwingend, unhemmbar, in ihr aufsteigt. Unaufhaltsam kommt wieder die Erinnerung. Kein Wille, keine Dorsätze können da helfen —
Als Helene an diesem Tage nach dem Abendessen, das sie immer sehr zeitig einnehmen, gleich in ihre Räume hinaufgehen will, bittet Bergenroth sie, noch zu bleiben. „Wir können nicht so auseinandergehen, Helene. Haben wir nicht noch miteinander zu reden?"
„Muh das heute sein, Richard?"
Sie steht mitten im Zimmer. Ihre Augen blicken müde und unlustig. Ihr Mcmy tritt zu ihr, legt seinen Arm in den ihren und führt sie zu der Ecke, wo die bequemen Sessel um den runden Tisch steben. Hi-r- sitzen sie oft abends noch beisammen, lesen oder erzählen.
Jetzt drückt sich Helene wortlos in ihren tiefen Sessel hinein und zieht wie frierend die Schultern zusammen. Bergenroth sitzt ihr gegenüber, ein. wenig nach vorn gebeugt, die Hände zwischen den Knien.
..Wir haben uns versprochen, Helene, Nertrauen -i'-inanb-r zu haben und gute Kameradschaft zu hatten. Du sagtest vorhin — es klang wie ein Vorwurf, Helene —! du sagtest, der Name d-ines früheren Verlobten sei mir natürlich gleichgültig. Das stimmt nicht. Ich gestand mir bisher nur nicht bas R-cht zu, dich danach zu fragen. Dachte auch, du würdest vielleicht bei gegebener Gelegenheit, wenn wir uns näher kennen, selbst über diese ver- aanqcne Zeit sprechen. Du weiht, ich batte viele Bedenken gegen unsere Verbindung. Wird es sich schon ietzt erweisen, dah'ich recht hatte? Es würde mir setzt leid tun, Helene —"
(Fortsetzung folgt.)
x Finger weg von der Ableiltür!
Wer im Zug seine Hand zwischen Tür und Rah- men legt, ist selber schuld wenn er beim Zuschlaaen der Tur verletzt wird. Die Gerichte versagen ihm jcdxn Schadenersatzanspruch gegen die Eisenbahn. Wozu sind auch Türklinken und Griffstangen da, an denen man sich ungefährdet festhalten kann!
Erst aussleigen, wenn der Zug hält?
Schon in Friedenszeiten war das vorzeitige Aus teigen gefährlich, daher verboten und strafbar. Erst -echt gilt das bei Verdunkelung im Kriege. Also aus- passen und erst, wen der Zug ganz zum Halten gekommen ist, die Tür öffnen und aussteigen! Wer das nicht beachtet und dabei Schaden nimmt, hat keinen Ersatzanspruch gegen die Reichsbahn.
wenn der Zug einsährt, von der Bahnsteigkante zurücktreten!
Wer sich vordrängt, wird leicht vom Zug oder einer vorzeitig geöffneten Wagentür ersaht und hat dann die Folgen selbst zu tragen. Mindestens hindert
Helene faltet die Hände über den kühlen Schreib- Maschinentasten. Richard sieht, daß es ein nervöses, krampfiges Verschlingen der Finger ist.
Sie blickt zu ihm auf. Seine Augen sehen sie ruhig an. Da reizt sie auf einmal diese scheinbar unerschütterliche Ruhe Berqenroths. Mit einer heftigen Bewegung springt sie auf, läuft durch das kleine Zimmer — bleibt stehen — geht wieder weiter — und spricht dabei in zorniger Heftigkeit: „Richard, du hast mich niemals nach dem Mann gefragt, der mir eine so grausame Enttäuschung zufügte —, der doch eigentlich die Ursache war, daß wir uns zu unterer gemeinsamen Arbeit zusammen- getan hoben. Du hast natürlich nicht gefragt, weil dir der Name ganz unwichtig ist —"
„Das ist es also —", sagt Bergenroth überrascht und beginnt zu verstehen.
Helene beachtet den Einwurf nicht und spricht weiter: „Ich wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben. Und alles schien nun vorüber zu fein. Unser Leben hier begann so gut —" •
Sie steht jetzt vor Bergenroth. streicht mit beiden Händen über ihr Haar. Es ist eine nervöse Bewegung.
„Du fragst, ob ich Rautenberg kenne. Ja — ich k-nne ihn! Er war mein Verlobter. Es geht nicht, Richard, dah du mit ihm in eine Verbindung kommst?"
Sie weizd-t sich zu der Maschine, zieht den ein« gespannten Bogen heraus und zerreibt ihn. Dann, ehe Bergenroth ein Mort erwidern, ehe er sie zu- riirfhaffen kann, läuft sie aus dem Zimmer. Er schüttelt hen Kopf, nimmt Helenens Pelz vom Haken und holt sie drauhen sehr schnell ein.
„Helene —! Einen Augenblick — so warte doch, Mäbch-n?"'
Sie wendet sich zurück und sieht in Richards Ge- sicht, das tie zu kennen glaubt, und das ihr doch oft so unergründlich erscheint.
„Hier ..." Er hält ihr den Pelz hin, daß sie nur bineinruschlüvfen hot. „Wenn du nun schon
1 drauhen herumrennen muht — tue es nur, Helene,
Auslüfien im Wimer.
Wer klug und weise ist, bleibt im Winter nichc hinter dem Ofen hocken. Alle großen und kleinen Beanspruchungen hindern nicht, einmal im Monat über Feld uno Acker oder in den Wald zu gehen. , Der Mensch zehrt von einem Ausflug im Winter ; viel länger als im Sommer. Eines darf freilich ; nicht vergessen werden: mit „Muttern" freundlich 1 zu sprechen, damit sie zwei Brotschnitten für den Ausflug und zwei für den nächsten Tag als Sonder- ration bereithält. Denn gerade ein Ausflug im Winter schafft rechtschaffenen Appetit.
Am besten ist es, schon „mitten in der Nacht", also zwischen sechs und sieben Uhr morgens auf» zubrechen, um alle Stimmungen des Tages vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang einzufangen. Das Wetter ist jetzt wechselvoller als manchmal im April, besonders wenn kräftiger Nordwestwind weht. Er zieht hinter sich die ferneren tiefen Regenwolken; bann fegt er wieder den Himmel von Wolken rein. Das Sonnenlicht ist schwach, aber bei klarem Himmel durchleuchtet es die Landschaft, die durch das Fehlen der Belaubung viel durchsichtiger geworden ist. Da sind es die weihen Birken und dort die grau-schwärzlichen Erlen, die wir in der sommerlichen UeberfüUe gar nicht so recht gesehen haben, die uns jetzt sofort klarmachen, wo noch der trockene Sand und wo schon die feuchte Wiese liegen.
Es ist durchaus nicht langweilig, dieselbe Landschaft im Laufe von etwa zwei Jahren zu verschiedenen Jahreszeiten zu durchwandern. Die Bekanntschaft mit ihrem Grundcharakter lenkt den Blick mehr auf die Einzelheiten: zu entdecken gibt es immer etwas Neues. Wie schön aber eine Kartoffelsuppe schmecken kann, weih nur derjenige, der an einem Wintertag bei steifem Nordwest klamme Finger bekommen hat. Klamme Finger zu kriegen, tut immer gut. Es ist noch immer so, dah die meisten Menschen von berufsroegen klamm? Finger bekommen und deshalb auch fest auf der Erde zu stehen wissen. Wenn es nicht gar zu schlimm kommt, ist eine Portion Fingerklammheit für den verwöhnten Städter eine heilsame Lektion: so heilsam, dah er sich ihrer selbst im Nachhinein — dieses Glücksgefühl beginnt schon beim Löffeln der Kartoffelsuppe — gern erinnert. Kommt er aber in e’ne häuslichen vier Wände zurück, so glühen seine Wangen den ganzen langen Abend, wahrscheinlich noch am nächsten Tag, vielleicht auch am übernächsten Tag. Das Auslüften im Winter ist eine Wohltat für Körper und Seele.
Beförderungen in der Wehrmacht.
Der Führer hat u. a. befördert: im Heer mit Wirkung vom 1. September 1942 den Generalmajor Herrlein zum Generalleutnant; in der Luftwaffe mit Wirkung vom 1. Dezember 1942 den General- - major ßacfner zum Generalleutnant. Beide Ge- i nerale sind aus ihrer früheren Dienstzeit in Gießen in unserer engeren Heimat bekannt geworden.
Pakete und Päckchen zu Weihnachten.
Wer für Weihnachten bestimmte Pakete und Päckchen nicht in der ersten, spätestens im Laufe der zwetten Dezemberwoche zur Post gibt, kann nicht mit rechtzeitiger Ankunft seiner Sendungen zum Weihnachtsfest rechnen. Haltbare Verpackung und genaue Aufschrift sind Vorbedingungen für richtige Ankunft. In jede Sendung ist ein Doppel der Aufschrift einzulegen. Feldpoftpäckchen werden bis zum 25. Dezember nicht mehr angenommen.
Lebensmittelkarte „Führerpaket für Osturlauber".
Als Dank des Führers erhalten Urlauber, Verwundete und Kranke aus dem Bereich der gesamten Ostfront an der Reichsgrenze ein ßebensmittelpatet. In manchen Fällen ist es nicht möglich, die Pakete an den Derteilungsftellen auszugeben. So können besonders Verwundete oder Kranke oftmals die Pakete nicht in Empfang nehmen. Damit sie trotzdem in den Genuh der Lebensmittel kommen, wird ihnen jetzt die Möglichkeit verschafft, die ßebensmittel in der Heimat zu beziehen. Für Vernum- bete. Kranke oder Urlauber, die aus besonderen Gründen das ßebettsmittelpaket des Führers nicht erhalten können, ist eine besondere Lebensmittelkarte „Führerpaket für Osturlauber" eingeführt worden. Die Karte besteht aus einem Stammab- schnitt und Einzelabschnitten im Werte von je 500 g über insgesamt 2,5 kg Weizenmehl, 1 kg Zucker, 1,5 kg Nährmittel, 1 kg Butter und 1 kg Fleisch oder Fleischwaren. Die Einzelabschnitte sind bis zum 31. Mai 1943 gültig. Antragsteller wenden sich unmittelbar an die Dienststelle General z. b. D. IV OKH./AHA., Berlin W15, Pariser Straße 1.
Sie gehen beide im gleichen, festen Tritt. Helene trägt über dem braunen Rock eine kleine, flotte Pelzjacke und sieht prachtvoll gesund aus. Eben er- widert sie ihrem Mann auf eine Frage — mit lachendem Mund, die schönen, regelmäßigen Zahne leuchten aus dem frischen Gesicht.
Als sie zum Kontor kommen, das zu ebener Erde liegt, fragt Helene: „Willst du noch hier arbeiten, Richard, oder drüben?' Drüben — damit find die Wohnräume gemeint. .
Bergenroth erwidert, daß er allerdings noch einige Lriefe zu erledigen hat. „UnbJ)ier im Kontor habe ch alles beisammen, weißt du."
Helene nickt. „Gut Dann mache ich auch heute noch meine Samenbestellungen."
Sie geht über den kleinen Flur in das Kontor hinein, in dem es anaenehm warm ist. Hier erleb - gen sie alle geschäftlichen Treibereien; die Leute kommen zu den Besprechungen und mit ihren per 'önlichen Wünschen hierher, und auch die geschasl ichen Besucher werden meist hier empfangen.
Bergenroth sitzt am Schreibtisch und legt Briese zurecht. Aber als er zur Schreibmaschine ^mubergeht, fragt Helene, ob er nicht lieber diktieren mochte^ Mit deinem Zweifingersystem dauert es doch immer rin bißchen sehr lange!"
„Du b.st ein ganz boshaftes Mädchen! sagt Bergenroth. Aber wenn Helene schreiben will, so t?t hm das schon sehr recht. ,.:*;«<>•
Helene nimmt die Schutzhaube von der Maichme ite seht sich, spannt den Bogen em und schreibt schon 305 Datum. Dann leat sie die Hande wartend m den Schoß. Aber da sie immer wenig Geduld hat, wendet sie sich sehr bald zu Bergenroth um und mahnt: „Nun — ich bin lange bereit —
er mit seinem Drängen das rasche Ausfteigen der ankommenden Reisenden und verzögert dadurch sein eigenes Einsteigen!
ilbleilfenffer selbst verdunkeln!
Jeder Reisende ist verpflichtet, bei Eintritt der Dunkelheit die Vorhänge seines beleuchteten Abtells selbst zuzuziehen und geschlossen zu halten. Er darf also nicht warten, ob vielleicht die Schaffnerin kommt und die Arbeit für ihn tut. Zuwiderhandlungen sind nach bahn- und luftschutzpolizeilichen Bestimmungen strafbar. Die Reichsbahn ist gezwungen .diese Vorschrift streng durchzuführen. Niemand kann sich dabei mst Unkenntnis ausreden, denn die Bestimmungen hängen in jedem Abteil aus.
Vorsicht am verdunkelten Bahnübergang!
Schrankenbeleuchtungen müssen heute selbstverständlich auch abgebledet oder ganz ausgeschaltet werden. Das erfordert der Luftschutz. Also während der Verdunkelung noch vorsichtiger an Bahnübergänge heranfahren als im Frieden!
;alen Gemüts" und als Menschen von vorbildlich MMÜicher und deutscher Haltung. Man könne Echendorfs nicht verstehen, ohne feine Heimat, die lauschenden Walder Oberschlesiens, zu kennen. Hier- ler habe es ihn, obwohl ihm andere Städte wie Heidelberg, Danzig und vor allem Wien gleichfalls tarfe Eindrücke gaben, immer wieder zurückgezogen. ’ kr blieb, der er war, und er war, der er heute -och ist: ein Stück der Natur, einfältigen Herzens, . icin und lauter wie feine verschlafenen Brunnen ;nb seine rauschenden Walder. $n diesem Gleich- Reibenden feines Wesens liege seine Grenze, aber :uch seine Größe. — Das dichterische Wort Eichen- zorffs brachte dann die Sprechkunst Heinrich Georges einer begeisterten Hörergemeinde nahe. Das Städtische Symphonieorchester unter Leitung >on Dr. Otto W a r t i s ch gab mit romantischer Zymphonik von Weber und Pfitzner den musikali- chrn Rahmen. Vor der Kundgebung hatte Gauleiter Zracht den Reichsleiter von Schirach, ferner heichsbramaturH Dr. Schlösser, Ministerialrat Wil- rib Bade, Präsident Kate, Heinrich George, Dr. Dartisch, die Dichter Alfons Hayduk, Willibald Whler und Felix Lützkendorff, Professor Fritz Lubrich u. a. mit der neugestifteten Eichendck'rff- 31 a t e tt e ausgezeichnet. Wolfgang Pohl.
Hochfchulnachrichlen.
Der 0. Professor für Acker- und Pflanzenbau an Der Universität Berlin, Dr. K. Opitz, ist 65Jahre alt geworden. 1904 promovierte er in Halle und mirbe im gleichen Jahr Assistent in Breslau. Von 1917 m war er Hilfsarbeiter, später Abteilungsvorsteher and Leiter der Ackerbau- und Saatzuchtabteilung .der Landwirtschaftskammer für die Provinz Schlesien. 1921 erfolgte feine Berufung an d'.e Landwirt- chaftliche Hochschule Berlin. Prof. Opitz hat be- ionbers Fragen bes rationellen Kartoffel- und Ge- ireidebaues, der Hebung der Fruchtbarkeit leichter Böben, sowie der Oekologie unb Kultur der Faserpflanzen bearbeitet. — Der a. o. Professor an ber Inioerfität München, Dr. Hans Heinrich B o r - Herdt, urde auf den Lehrstuhl für Literatur-1 Geschichte der Universität Königsberg berufen. Prof. Borcherdt wirkte über 20 Jahre mit Unterbrechungen, die er als Gastprofessor in Amerika verbrachte, m der Universität München. Er war auch Leiter bes von ihm gegründeten Instituts für Theatergeschichte an ber Universität München. Aus seiner Feber stammt das Werk: „Das europäische Theater im Mittelalter und in der Renaissance". 1877 in Breslau geboren, studierte er in Breslau, München und Rostock imb promovierte 1901 in München. Er war bann Hilfsarbeiter am Goethe- und Schiller- Isirch v in Weimar. 1915 habilitierte er sich in Mün- hen. Don feinen Werken nennen wir noch: „Ge- chichte des Romans und der Novelle in Deutsch- and"; „Schiller, seine geistige und künstlerische Ent- vicklung" und „Luthers Werke in acht Bänden". - Der o. Professor für Physiologie an der Medi- sinischen Akademie in Danzig, Dr. Max Schneider, hat den Ruf an die Universität Köln'- angenommen. Schneider wurde 1904 in Radelsingen geboren. Er habilitierte sich in Gätttngen und kam bann über Berlin nach Danzig.
Aus aller Wett.
Riedmüller (Augsburg)
Sieger im „kdA."-Reichsschachtnrnier.
schutzhandspritze — Sprühstrahl) Brandbomben- refte müssen entfernt und ungebranntes Holzwerk beseitigt werden.
Cotoafen sprachen zu Arbeitern
Aus Veranlassung der Deutschen Arbeitsfront sprachen am Montag in verschiedenen Orten deo Kreises Wetterau Frontkämpfer zu den Betriebsgemeinschaften einer Reihe von Betrieben. Die Soldaten berichteten den Schaffenden in der Heimat von den Kämpfen unserer Front, besonders im Osten, und von dem allezeit tat- und opferbereiten Einsatz unserer Kämpfer für den Schutz der Heimat. Zugleich würdigten sie > die Arbeit der Daheimge- blicbenen zur Stärkung unserer Kampffronten und betonten die starke Gemeinsamkeit der Zielsetzung, die Front und Heimat in treuer Gefolgschaft zum Führer für die Sicherung der deutschen Freiheit und die Schaffung einer glücklichen Zukunft des Großdeutschen Reiches verbindet. Die Vorträge wurden von den Gefolgschaften der Betriebe mit starkem Beifall als Zeichen der herzlichen Dankbarkeit ausgenommen.
Stir unsere Verwundeten.
Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Trup- penbetrenung" im Rsichsministerium für Volks- aufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: In einem Lazarett brachte die .^Zauberschau Talerno" ein abwechs lnngsreiches Programm. Herr Talerno zeigte seine Zaubereien und erntete reichen Beifall. Marion ©arleen tanzte chinesische Humoreske und Volks- tä-nze. Paul Betz begleitete am Klavier und zeigte sich als Bandoneonkünftler im Vortrag ber verschiedensten Musikstücke. Für Fröhlichkeit und Humor sorgte die vtimmungssängerin Gretel Dreßler. — „Nette Sachen zum Lachen" war der Titel einer Kabarettveranstaltung in einem Lazarett. Die Sopranistin Leonie Nicolai fang Walzerlieder und Operettenmelodien. Die vom Rundfunk bekannte Humoristin Lotte Specht sagte an und gefiel mit ihren luftigen Szenen, besonders als „Blumenmädchen aus der Ackerstraße". Herr vom Scheid erfreute mit Arien aus bekannten Operetten. Ein1 besonders fröhliche Nummer bot der Musikal Humorist Kemp-Arnoldi. Die Künstler ernteten reichen Beifall. — In einem Lazarett veranstaltete Herr Hof (Teiyr) ein Konzert. Li/eder von Schu^ bert, Karl Clennng und Künnecke kamen zu Gehör. Die Begleitung am Klavier hatte Fräulein Körner übernommen. — Die Kreisamtsleitung der NSV. hatte wieder Liebesgaben zur Verfügung gestellt, Zigaretten, Bonbons und Gebäck wurden durch die Betreuerinnen der NS.-Frauenschaft und den Lazarettbetreuer der NSKOV. an die Verwundeten verteilt. --- Die Kreisfrauenschatt stellte für alle Lazarette Adventskränze zur Verfügung, die durch die Betreuerinnen verteilt wurden. — Der Intendant des Theaters der Universitätsstadt Gießen hatte zu verschiedenen Vorstellungen in dieser Woche Verwundete eingeladen. — Die NS.-Kreisfrauen- schast und die Iugendgruppe der NS.-Fraueiilchaft hatten in den Feierraum der Firma Heyligenftaedt 200 Verwundete aus hiesigen Lazaretten zu ein-’m frohen Kaffeenachmittag eingelaben. Nach der Begrüßung der Gäste durch die Kreisfrauenscha^s- leiterin Wrede gestattete die Juaendgruppe un'er Leitung ber . Kreisjugendgruppenführerin Fröhlich
„Entschuldige — einen Augenblick noch — zum Donnerwetter, wo habe ich denn nun die Anschrift wieder hingelegt —"
„Das kommt davon!" lackt Helene ihn aus. „Wenn ich doch nur einmal auf deinem Schreibtisch so richtig Ordnung machen dürfte!"
„Untersteh dich!"
Und während er zwischen Büchern unb Papieren und Sammelbehältern herumsucht, erzählt Bergen- roth: „Es handelt sich da um einen Mann, der an- scheinend großes Interesse für eine rationelle Gewinnung pflanzlicher Oele hat. Ich las über Versuche, die er machte, und will mich mit ihm in Verbindung setzen. Marswin kennt chn übrigens und gab mir die Anschrift."
Willst du ihm Samen einfenben?"
„Nicht gleich. Ick will mal erst die Verbindung Herstellen. Na. endlich — hier ist die Adresse!"
Er beugt sich über den Tisch und reicht feiner Frau den kleinen weißen Zettel.
Helene stellt ein paar Zeilen höher — schnurr- knack macht die Maschine. Dann will sie schreiben, nimmt den Zettel und liest: ... Ludwig Rautenberg
Ihr Herz schlägt plötzlich wild. Und trotzdem lieft sie mechanisch und d^bei doch sehr ordentlich Wort für Wort die ganze Anschrift: Ludwig Rautenberg, in Firma Margarinewerke Gebrüder Rautenberg, Berlin-Tempelhof —
Beraenroth, ber wartend unb zum Diktat bereit durch bas Zimmer geht, wirb durch die Stille auf- merklam. Er tritt näher unb fragt: „Was ift, Helene —?"
Seine Frau sieht zu ihm auf. Ihr Gesicht erscheint ihm ganz fremd. CFmnöruna, Zorn unb Ahleh- nun« unb — i" ""ck Hilflosigkeit wechseln im Aus- druck dieses Gesichtes.
Hnh bann sagt Helene sehr entschreben: ..Nein. Mit R^ntenbera kannst bu nicht in Verbindung treten Richard! Nein — unter keinen Umständen!"
Bergenroth lehnt am Fenster, erstaunt zwar, aber ruhig wie immer. Er fragt: „Unb weshalb nitht. fi-fene? Kennst bu benn biefen ßubroig Rautenberg?"
Sonderzuteilungen für die Weihnachtsbetreuung der 7IGV.
Der Reichsernährungsminister hat dem Hauptamt für TZolkswohlsahrt für die Weihnachtsbetrenung der verwundeten Soldaten in den Lazaretten die erforderlichen Rohstoffe zur Herstellung von Gebäck und Sühwaren unmittelbar zur Verfügung gestellt. Für die erweiterte Kipderlandverschickung, die Kinder in Umsiedlerlagern und für die Kinder der WHW.-Be- treuten wird ferner eine Lebkuchenaktion durchge- führt, für die die nötigen Rohstoffe ebenfalls bereit- gestellt wurden. Der Reichsernährungsminlster weist ausdrücklich darauf hin, daß weitere Sonderzutei- lungen für andere Weihnachtsbetreuungen nicht zur Verfügung gestellt werden können.
Verpflick»tung der Semeinschast.
NSG. Alle Terrorangriffe des Gegners prallen wirkungslos an uns ab wie an einem Schild, zu dessen Träger wir alle geworden sind. Front und Heimat sind eine verschworene Gemeinschaft, in der jeder bis zum Aeußerften seine Kräfte unb fein Leben einfetzt. Je unerbittlicher unb zäher auf ben Kriegsschauplätzen gekämpft wird, desto stärker ist die Heimat und ihre Opferbereitschaft.
Die Spenden für das Winterhilfswerk sind Ausdruck des Dankes an unsere Soldaten. Sie verdeutlichen mit steigenden Ergebnissen unseren unerschütterlichen Glauben an die Sendung des deut scheu Volkes. Darüber hinaus ist der Opfersonntag nicht nur eine Gelegenheit, durch seine Spende den Beweis zum härtesten Kampfeswillen zu erbringen, sondern auch ein Tag ber Besinnung, an dem wir uns der Opfer an der Front besonders erinnern wollen. Das Bekenntnis zum Führbr soll an jedem Opfersonntag bekräftigt werden, nicht mit Worten, sondern durch Taten, die erkennen lassen, dah es für uns nur eine Parole gibt: „Vorwärts bis zum Endsieg!"
Bekämpfung der Stabbrandbombe. Erforderlichenfalls unter vollem persönlichen Einsatz.
Die Stabbrandbombe 1,7 kg — ein sechskantiger, 54 cm langer Metallstab nut einem Durchmesser von 4 cm durchschlägt bei Häusern meist das Dachgeschoß und kommt im obersten ober auch im zweitobersten Stockwerk zur Entzünbung. Ihre Brennbauer beträgt 12 bis 15 Minuten. Bei ber Stabbrandbombe 1,7 kg mit Zerlegerladung ober mit Sprengkopf erfolgt innerhalb 3 bis 5 Minuten nach Zündung ber Zerkall, wobei vor allen Dingen bei ber Brandbombe mit Sprengkopf Stahlplitter in weitem Umkreis mit erheblicher Wucht weggeschleudert werben.
Bei ber Bekämpfung sinb alle vorhanbenen Deckungsmöglichkeiten, wie Mauervor- fprünge, Pfeiler, Schornsteine, Türpfosten usw. geflissentlich auszunutzen, ba eine Bekämpfung der Stobbrandbomben grundsätzlich aus guter Deckung heraus zu erfolgn hat. Ist jedoch beim Einschlag ber Stabbranbbomben mit einer schlagartigen Ausbreitung ber Dränbe unb Vern'chtung wichtiger : Anlagen zu rechnen, so müssen bie Branbbomben, ’ auch wenn keine ausreichende Deckung vorhanden ist, unter vollstem persönlichen Einsatz der Lösch- und Selbstschutzkräfte sofort angegriffen und die ' Umgebung der Brandbomben gleichzeitig durch Was- । fer gesckützt werden.
Im übrigen geschieht die Bekäckpfung ber Branb- , bombe selbst unter V-rwenbung von Sanb (Lösch- fanbtüten ober Hanbschaufel) ober Wasser (Luft-
Dec große Irrtum.
Roman von Meta Vrlk.
Das ,MF."-Reichsschachturier, das vom 22. bis 29. November in Weimar ftattfanb, endete mit dem .Siege des Augsburgers Riedmüller. In der letzten Kunde hatte Lamprecht (Posen) das Pech, gegen ihn in einer Gewinnstellung einen groben Fehler zu machen, wodurch Lamprecht, der in dem Turnier gute Leistungen vollbracht hat, um den Sieg kam. Kieninger, Nonnenmacher, v. Zabiensky und Nüsken waren lange Zeit Anwärter auf den ersten Platz. In ben dramatischen Schlußkämpfen machten sich bei hnen doch bie Anstrengungen bes Turniers bemerk- bar. Galia (Wien), der lange Zeit das Feld führte, ließ zum Schluß nach. Umgekehrt war es bei F i n k, ber anfänglich in schlechter Form spielte, später aber
| feine wahre Spielstärke zeigte. Die gespielten Par- den befanden sich auf sehr beachtlicher Höhe und leigten ausgeprägtes Kampfschach.
Nach dreiwöchigem Umhertreiben auf dem Stillen Ozean geborgen.


