schließlich mit Reparaturen beschäftigt sei, und daß seit Kriegsbeginn jedes Schiff der gesamten britischen Flotte mehr als einmal einer gründlichen Ueberholung bedurfte.
Wenn man bedenkt, was die Vereinigten Staaten aus den nicht einmal für die laufende Produktion vorhandenen Rohstoffen alles auf einmal und in Massen bauen wollen, dann kann man sich eine Vorstellung machen, welcher Widerstand und welche unübersteigbaren Hindernisse sich der Durchführung ihrer gegenwärtigen Phantasieprogramme, die ohne Rücksicht, ja, ohne Kenntnis voneinander die vorhandenen Rohstoffe und Arbeitskräfte doppelt und dreifach verwenden, in den Weg stellen. So hat sich beispielsweise, ebenfalls nach ihren eigenen Angaben, der Stahl - bedarf für den Schiffsbau, der zunächst mit 14 Millionen Tonnen angegeben war, inzwischen auf 23 Millionen Tonnen erhöht. Wo sollen plötzlich die 23 Millionen Tonnen Stahl Herkommen, die sie für die Durchführung des Schiffsbaues bis Ende 1943 benötigen? Dieser Mehrbedarf ist aus der vorhandenen Stahlproduktion nicht zu decken. Entweder werden die Lieferungen für die Sowjets und all die anderen kriegswicytigen Erfordernisse eingestellt, oder das Schiffsbauprogramm bleibt auf dem Papier. Und deshalb, weil dieser Mehrbedarf einfach nicht befriedigt werden kann, endet jede ihrer großtönenden Zukunftsprognosen für den Schiffsbau mit den Worten „vorausgesetzt, daß die dazu notwendigen Rohstoffe und Stahlmengen beschafft werden können".
Wenn man hinzufügt, welche Schwierigkeiten der Bau von Spezialschiffen, Tankern, Kühlschiffen usw. verursacht, wie sehr sich das Fehlen an ausgebildeten Mannschaften, an Kapitänen und Steuerleuten auf Grund der schweren Verluste bemerkbar macht, dann erkennt man nur zu deutlich, wie sehr bei ihren undurchführbaren Schiffsbauprojekten der Wunsch der Vater des Gedankens ist. Ähre verzweifelten Bemühungen, den Wettlauf zwischen Versenkungen und Neubauten zu gewinnen, werden auch in Zukunft ohne Erfolg bleiben!
Wie groß ist nün der pnseren Gegnern jetzt noch zur Verfügung stehende Gesamthandelsschiffsraum? Unter Berücksichtigung aller bisher amtlich bekanntgewordenen Angaben stehen ihnen höchstens noch 21,4 Mill. BRT. für ihren gesamten Verkehr zur Verfügung. Dieser Schiffsraum reicht zur Zeit gerade noch aus, um neben ihrem aufs äußerste eingeschränkten nackten Lebensbedarf die bereits bestehenden weitverzweigten Operationsgebiete zu versorgen und aufrechtzuerhalten. Schon jetzt muß die für die Ernährung des englischen Mutterlandes abgestellte Schiffszahl zugunsten reiner Kriegstransporte ständig beschränkt werden. Für neue militärische Großunternehmungen sind bei dieser Schifssroumlage die Voraussetzungen nicht mehr gegeben. Der Chef des Transportwesens für die „amerikanischen Streitkräfte aus dem europäischen Kriegsschauplatz", Oberst Frank Roß, hat kürzlich erklärt, daß nach seiner Berechnung der Transport eines gemischten Heeres von einer Million Mann rund 15 Mill. BRT. erfordern wurde. Daß eine solche Möglichkeit bei einer vorhandenen Restgesamttonnage von 21 Mill. Tonnen unmöglich ist, ist eine Selbstverständlichkeit. Allein der Versuch würde zur Katastrophe führen. So gewaltige Anstrengungen Amerika und England auch immer unternehmen werden, um die Erreichung des Krisenpunktes hinauszuzögern, die effektive Verminderung der Welttonnage wird, ob schneller oder langsamer, anhalten und damit ihre Lage ständig weiter verschlechtern.
Angesichts dieser Situation waren ihre verantwortlichen Männer heute nur mühsam ihr Gesicht. Wie es ihnen in Wirklichkeit zumute sein dürfte, dafür sind die Versenkungsziffern aus dem ersten Weltkrieg in Verbindung mit den dramatischen englischen Enthüllungen nach 1918 ein aufschlußreicher Hinweis. England standen zu Beginn des Krieges 1914 an eigener und ihm dienstbarer Tonnage 39 Mill. BRT. zur Verfügung. In den Jahren 1914 bis 1918 wurden von den Alliierten neu gebaut 10 Mill. BRT. Nach amtlichen englischen Än- gaben wurden davon im Weltkriege 1914 bis 1918 12,2 Mill. BRT. versenkt. Nach Lloyds Register waren es 13,2 Mill. BRT.. und auf Grund des „Cmd. Pepers Nr. 9221" gingen 15 Mill. BRT. verloren. (Hierin befinden sich auch Seeunfälle.)
Und welche Wirkung übten damals diese die Höhe der heutigen Verluste bei weitem nicht erreichenden Zahlen in England aus? Lloyd George gibt in seinem Buche „Mein Anteil am Weltkrieg", Seite 59, folgende Auskunft: „Es ist ein grauenhafter Gedanke, daß der U-Boot-Krieg nahezu den Untergang der britischen Seemacht herbeigeführt hätte." ... „Als Deutschland im Frühherbst 1916 den U-Boot-Krieg verschärfte und die Zahl der versenkten Schiffe zu wachsen begann, wurden die Aussichten so trübe, daß Handelsminister Runcnnan im Kabinett seine warnende Stimme erhob. In einer Sitzung des Kriegsausschusses am 9. November 1916 teilte er uns mit,
Franke, laß das!
Von Felix Niemkasten.
Ich habe neulich Walter Franke wieder getroffen, den guten alten Franke aus Untertertia und Obertertia. Es war in einer fremden Stadt, auf der Straße, als ich um die Ecke herum wollte. Er kam mir beim ersten Blick schon bekannt vor, aber ich ihm noch mehr. So geht es gewöhnlich. Während ich noch zweifle, ob ich mir ein Urteil erlauben dürfe, sind andere Leute schon fertig.
„Mensch", rief er und drückte mir freudig die Hand, aufrichtig freudig. „Mensch, bist d u das? Mensch, was machst du denn hier? Wohnst du hier?"
Und so weiter. Es war alles in Ordnung, wir brauchten uns nur zu beschnüffeln. In zwei Minuten hatten wir uns alles gesagt. Also auch verheiratet, auch Kinder, kurz: alles war beim andern auch so. Wir gingen in eine Bierstube. Da saßen wir nun, Franke und ich, und bestellten uns Bier. Der Kellner brachte es, er wedelte sogar das Tischtuch sauber.
„Mensch", rief ich im plötzlichen lebendigen Erinnern, „Franke, Mensch, weiß du noch, wie mir damals ...? Da sagte der Ober zu uns: ,Sie sind mir noch zu jung, Sie dürfen noch gar kein Bier trinken!'"
„Ja", grinste er, „das ist wahr. Aber das ist lange her."
Es ist dreißig Jahre her. Dreißig lange Jahre. Run weiß ich auch, was mich bei dem Wiedersehen so seltsam berührt hatte, was mir so lächerlich vor- kam. Die dreißig Jahre! Denn damals? Wer war Franke? Er war, genau wie ich damals, ein Junge, schlichthin Schuljunge. Wir waren von Ideen, Liebhabereien, Vorstellungen und Schwärmereien be- sessen. Wir hatten mit Feuereifer unsere Indianer- bücher ausgetauscht, ereiferten uns in der oerzeh.
Oer japanische Geesieg im Süd-Pazifik
Tokio, 1. Nov. (Europapreß.) Die japanischen Blätter veröffentlichen jetzt Einzelheiten über die Seeschlacht im Süd-Pazifik. Im Morgengrauen des 26. Oktober sichteten japanische Aufklärer auf Nordkurs, nördlich der Santa-Cruz-Jnseln, feindliche Kriegsschiffe, zu denen mindestens vier Flugzeugträger und zwei Schlachtschiffe, außer zahlreichen leichten Streitkräften, gehörten. Dieser mächtigen Flotte konnte die japanische Marineleitung gleichfalls starke Verbände mit Flugzeugträgern als Kern entgegenftellen. Entscheidend für den Sieg der japanischen Streitkräfte wurde der sofort gefaßte Entschluß, zum Angriff überzugehen. Wenige Minuten nach der Sichtung des Gegners stiegen japanische Flieger von den Flugzeugträgern auf und richteten trotz schwerer Abwehr ihre Torpedo- und Bombenangriffe gegen die feindlichen Schiffe. Dadurch wurde die Angriffskraft des Gegners bereits im ersten Stadium der Schlacht beträchtlich vermindert. Schwere Lustkämpfe dauerten bis zum nächsten Tag an.
„Nichi Nichi" schreibt den japanischen Erfolg dem
überlegenen Kampfgeist und der besseren Ausbü- duna der japanischen Verbände zu, betont jedoch, daß auch die Kampfmoral des Gegners nicht zu verachten fei und der Kampf auf beiden ©et = ten mit größter Erbitterung geftchrt werde. „Asahi" deutet an, daß es sich bei den diesmal versenkten USA.-Flugzeugträgern um p e = zialbauten der letzten Zeit gehandelt habe, da die Mehrzahl der früheren Flugzeugträger bereits in den bisherigen Seeschlachten verloren gegangen sei. Der japanische Vizec^miral N a g a m u r a, ein Fachmann für den Bau von Flugzeugträgern, weist darauf hin, daß sich die Verwendung von umgebauten Handelsschiffen zu Flugzeugträgern durch die Nordamerikaner ms 1 ehr wenig erfolgreich/ erwiesen hat. Der Mangel an Geschwindigkeit und Panzerung habe die Schisse zur leichten Beute der japanischen Unterseeboote gemacht. Nagamura ist der Ansicht, daß es sich auch bei den kürzlich im Südpazifik versenkten nordamevkanischen Flugzeugträgern fast ausschließlich um umgebaute Schiffe gehandelt habe.
er sei zu der Schlußfolgerung gelangt, daß ,noch vor dem Juni 1917 die Schiffahrt einen völligen Zusammenbruch erleiden werdet" ... „Gleich nach der Vertagung des Ausschusses erklärte er in einem schriftlichen Memorandum," er habe jetzt seine Schätzungen in bezug auf den wahrscheinlichen Termin des Zusammenbruchs geändert, seiner Ansicht nach müsse er weit früher eintreten."
Winston Churchill selber schrieb in seinem Buch „Die Weltkrise 1916" (S. 80): „Das U-Boot untergrub nicht nur äußerst rasch das Leben auf den britischen Inseln, sondern auch die Grundlagen der Kräfte aller Alliierten. Die Gefahr eines Zusammenbruchs im Jahre 1918 stand schwarz und drohend am Horizont." Und im „Sunday Pictorial" schrieb derselbe Winston Churchill am 12. Januar 1919: „Darf ich es sagen? Wir sind nur gerade so durchgekommen? Je mehr wir über den Kampf erfahren, um so mehr erkennt man, an welchem kleinen, dünnen und gefährlichen Faden unser Erfolg gehangen hat." ... „Nur ein wenig mehr, und der U-Boot-Krieg hätte uns alle durch Hunger zur llebergabe gezwungen." ... „Es war eine Art Wettrennen bis zum Ende."
Wann in diesem Kriege der Krisenpunkt für die angelsächsische Schiffahrt erreicht sein wird, vermag heute niemand zu sagen. Aber unsere Gegner mögen davon überzeugt fein, daß Deutschland diesmal feine Gewehrte nicht fünf Minuten zu früh an die Wand stellt.
Auf der Suche nach der »Fünften Kolonne" im Nahen Osten.
Sofia, 2. Nov. (Europapreß.) Die Regierungen von Aegypten, Syrien, dem Libanon und Palästina haben auf Wunsch der britischen Behörden eine Spezialpolizei zur Bekämpfung der „Fünften Kolonne" und zur Ueberwachung der Restaurants und Kaffeehäuser gebildet. In Syrien ist diese Polizei schon in Tätigkeit, und in den Kaffeehäusern lauern die Agenten auf politische Äußerungen. In Aegypten stößt die Durchführung auf Schwierigkeiten, weil die Regierung Gegenstand einer starken Kritik verschiedener politischer Persönlichkeiten gewesen ist. Auf den Polizeiämtern, so wird ihr vorgeworfen, beschäftige man sich nicht mehr mit Raubüberfällen, sondern mit dem Inhalt von Straßengesprächen. Täglich würden Dutzende von Personen lediglich deshalb vor den Kadi zitiert, weil sie Radio Berlin gehört oder Rommel gelobt haben.
Neue Balkan-Bahnlinie.
Rom, 1. Nov. (Europapreß.) - Die neue transbalkanische Bahn, die von V a I o n a (Albanien) ausgeht und über Tirana und Elbassan bei Florina Anschluß an das griechische Eisenbahnnetz findet, wird die Strecke von Rom nach Athen auf die Hälfte verkürzen. Die Bahn soll über Florina hinaus die türkische Grenze erreichen. Der zweigleisige Ausbau der Strecke Rom—Brindisi ist eine wichtige Voraussetzung. Von Brindisi sollen die Züge im Trajektverkehr nach Valona übergesetzt werden Dort erreichen sie die neue Balkanstrecke.
Oie Wahlen zur spanischen Lories.
Madrid, 2. Nov. (Europapreß.) Die Wahlen zur neuen spanischen Cortes haben am Sonntag stattgefunden. Gewählt haben die Berufskammern der Provinz-Deputationen und die Gewerkschaften. Die neuen spanischen Cortes werden aus ungefähr 400 Mitgliedern bestehen, die Prokuratoren, das heißt, Bevollmächtigte genannt werden. Davon wird der größte Teil nicht gewählt. Von Amts
wegen sind Mitglieder der Cortes die Minister, die Nationalräte der Einheitspartei, die Bürgermeister der Provinzhauptstädte, die Präsidenten der Universitäten, Akademien und Syndikalverbände. 50 Mitglieder werden vom Staatschef ernannt. Gewählt werden lediglich Vertreter der Gewerkschaften, der Gemeinden und der Berufskammern.
Aus dem Reich.
Ministerpräsident Siebert gestorben.
Der bayerische Ministerpräsident SA.-Obergrup- penführer Ludwig Siebert ist nach kurzer schwerer Krankheit verschieden. Siebert wurde 1874 in Ludwigshafen a. Rh. geboren. Nach dem Sudium der Rechte trat er in den bayerischen Staatsdienst, wo er 1901 Amtsanwalt in Neustadt (Pfalz) und späten Staatsanwalt in Fürth wurde. 1906 ging er cis Rechtsrat in Lindau in den Kommunaldienst, um dann von 1908 bis 1919 als Bürgermeister der Stadt Rothenburg sich um die Erhaltung der prächtigen Baudenkmäler dieser Stadt große Verdienste zu erwerben. Als Oberbürgermeister der Stadt Lindau (Bodensee) verhalf er nach dem Weltkrieg dieser Gemeinde zu großem wirffchaft- lichem Aufschwung. Schon früh fand Siebert den Anschluß an die nationalsozialistische Bewegung. 1932 wurde er Mitglied der nationalsozialistischen Fraktion im bayerischen Landtag. 1933 wurde er bayerischer Staatsminister der Finanzen, dann Ministerpräsident. Trotz der Größe seiner staats- und finanzpolitischen Aufgaben entwickelte er besonders in der ihm unterstehenden Verwaltung der staatlichen Schlösser eine außerordentlich schöpferische Tätigkeit. Nicht wegzudenken ist seine Arbeit aus der Geschichte der Deutschen Akademie, deren Führung er im März 1 ß39 übernahm. In kürzester Zeit -erlebte dieses bedeutsame Institut, auf vollkommen neue Grundlagen gestellt, einen gewaltigen Aufschwung. Bayern betrauert in ihm den Mann, der die bayerische Landesoerwaltung in wahrhaft nationalsozialistischem Sinne ausgestaltete und damit die Voraussetzung dafür schuf, daß das Land, ehemals Versuchsfeld separatistischer und konfessioneller Eigenbrötler, mitten in das Reich hin ein geführt wurde.
Prof. Popitz
zehn Jahre preußischer Finanzminister.
Reichsmarschall Göring hat Staatsminister Professor Dr. Popitz aus Anlaß seines zehnjährigen Dienstjubiläums als preußischer Finanz- minifter in einem Handschreiben seine herzlichen Glückwünsche übermittelt und ihm feine Anerkennung für die dem preußischen Staate gewidmete schöpferische Arbeit ausgesprochen. Popitz (geboren 1884) stammt aus der preußischen inneren Verwaltung. Als Staatssekretär im Reichsfinanzministerium (1925 'bis 1929) schuf er die Grundlagen für bas in den Grundsätzen noch heute, geltende Reichs- steuersystem. So ist er der Schöpfer her Umsatzsteuer. Sein Ziel, die volle Finanzhoheit des Reiches zu begründen und auch für die den Ländern und Gemeinden verbliebenen Stenern reichseinheitliche Grundsätze zu schaffen, erreich' "r in der Reichssteuerreform von 1925. 1932 erstattete er das Gutachten über den Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden. Seine Grundsätze (starke Finanzaufsicht über die Gemeinden, Festsetzung der Anteile an der Einkommensteuer und Körperschasts- fleuer durch Finanzzuweisungen, Beschränkung des Gemeindesteuersystems auf die Realsteuern, Lastenausgleich zwischen den steuerkräftigen und steuer- schwachen Gemeinden durch Zuweisungen des Staa
tes) sirzm westlichen nach 1933 verwirklicht wöv» den. preufbeni Finanzminister (feit 1.1L 1932) tersteheihm auch die großen industriellen Unxnehmun des preußischen Staates und die Hol)anvervung. So konnte er fein starkes künstlerhes Jnsse an den mannigfaltigen float* liehen ^uten Preußen zur Geltung bringen. Sein ftqC5 Jvsse an der Kunst, insbesondere des Alte^ums, an allen wissenschaftlichen Bestrebung^ tzestc er auch als Ehrenmitglied des „Archäoll^stchenstituts des Deutschen Reiches", als Präsiotziü ».Gesellschaft für antike Kultur^ und als Vorsirt der „Gesellschaft für Theater« geschichte".
Freiherr Oreytagh-Loringhoven lestorben.
Im 64. 1>Wr starb in Breslau der preußische StaaH d Reichstagsabgeordnete Prof. Dr. Axel Ji^Won Freytagh-Loringhoven. Der Verstorbene jaber der Goethe-Medaille und Mitglied bei .Je für deutsches Recht, seit 1918 hat er sich In|Vi Kampf gegen das Weimarer System betei , ytagh-Loringhoven wurde 1878 in 2Irenbsbu|viDlanb geboren. Seine akademische ßaufbi inn er 1908 an der Universität Petersburg, 0° Professor 1911 nach Dorpat und wurde 19t' ordentlicher Honorarprofessor nach Breslau 1934 wurde er hier orbent= lidjer Professor ölkerrecht und Internationales Recht mit dem alter vom 13. 8. 1920.
„Grerr-Regimenter. *
Nachdem der > vor kurzem für die S ch üt* zen - Reai m e der Panzerdivisio- n e n die Bezeick „Panzergrenadiere" besohlen hat, erhalten numtliche Infanterie.
i n t e r Ausnahme der Jäger- und Gebirgsjäger-Re;er die Bezeichnung „Grenadier-Regimenter" Mannschaftsdienstgrade der Grenadier-Regim erhalten die Bezeichnung „Grenadier" undrgrenadier". Den Regimen- tern, deren Tradauf Füsilier- bzw. Schützen- Regimenter der Armee zurückgeht, kann die Bezeichnung „f i e r - R e g i m e n t" bzw. „S ch ü tz e n - R e> n t" verliehen werden. Die Angehörigen heileren Einheiten, wie Sicherungseinheiten umdesschützeneinheiten, behal« ten wie bisher iZezeichnung „Schütze" und „Oberschutze".
StabsinlendmdOberfeldintendant
Das Oberkommder Wehrmacht hat geneh. migt, daß Wehrweamte (Heer) künftig fol« genöe Amtsbereich führen: Intendantur, assessor — a.p. Etenbant; Intendanturrat mit bem militärischen je eines Hauptmanns —. Stabsintendant;, J.nturrat mit dem militäri* fefjen Range einesirs — Dberftabsintenbant; Dbermtenbanturrat)erfelbintenbant. Die Wehrmachtbeamten d B.. V. führen die entsprechen, den Dlenstbezelchnu
36. (56mg in Weimar.
Die führenden V des Deutschen San« gerbund-s fjattr in Weimar zum 36. San. gertag uepmnmell, eine Arbeitstagung vor. ausging. Sie Arbeiidem Gebiet des Männer, chorgefangs und butschen Liedes war das a.hema der Zusamc. Stellvertretender Bun- desfuhrer Ob-rburgter Memmel (Würz, bürg, gedachte der Kampf für Deutschlands Zukunft selatoen er und erwähnte unter den ^.vtea der beützten Jahre den kürzlich o-rstorb-mn Sangeesführer Albert Mei. ster, der leit 1934.er Spiße des Deutschen Sängerbundes stand.einem Rückblick auf die Arbci der vergang-Jahre wies er au die Fruchte d-r Zuiwnm.it mit dem NS.-Kultur- roc.r/ ^5^^?!^kammer hin. Der kom- mis,arische Amtsleüe Hauptamt Sui. der
NSDAP. Oberbann- u m ??"te. daß das national- sozialistische Volkstultk i>er Brückenschlag zur Zusammenarbeit der & mit dem Sängerbund ^nr^rSOh £rc,ferierte dann über dis Kulturbedeutung des ^n Männergesangs.
toue deulszeimschulen.
3" ^k"^«?^ervräfidenten Merzen. *r,i Marschler ;r Znfpektor der Ratio-
Erz'°hu»a,ten und der Deutschen Heihmeyer/ in (a®ur*l3) unb in Wickers. (2?.Än?enLj"lf’e °°n württembergi. E u"h. thnrmgischeiernatsschulen zu Deut. *X?f'<d’U.En n Die Deutschen Heim. K"?., natwn°I,°.,che Gemeinschafts-En- le-n' ble öngig Dom örtlichen
"V>°rd ^e sind vor uuna der Jungen und ^°^'" <-stnnmt. zu Erziehung dos Eltern. Haus nigt ooll m be e ift Bevorzugt auf.
renben Glut von Haß, Empörung unb Idealismus für das Wahre, Gute unb vor allem für das Gerechte, unb während ich damals mehr Bücher las, war Franke damals mehr für Fußball gewesen. Er war für Elektrizität und legte in der Wohnung feiner Eltern so viele Drähte und Verbindungen an, bis seine Mutter mit feinem Vater sprach und der Vater ihm bann (mit innerlichem Bedauern) den „Unfug" verbot. Ich machte ihm feine Aufsätze unb er mir meine Mathematik.
Er hatte einen schlimmen Feind, das war dieser Otto ... Jetzt habe ich vergessen, was für ein Otto. Dabei war es damals ein überragend wichtiger Otto gewesen, er führte eine schwere Pranke, und als ich einmal zu ihm hingegangen war. um ihn un Namen der Gerechtigkeit unb des Edelmutes auf« zufordern, fortan Franke nicht mehr zu hauen ... Kurz unb gut, ich war sroh, nicht auch noch verhauen zu werden.
Und dann diese anderen Erinnerungen. Ich erinnere mich an meine beständige Mahnung: „Du Franke, laß bas!" Er fragte bann stutzig: „Meinst bn?" Da ich es bringend so meinte, ging er oftmals in sich und „ließ das". Seine Eltern luden mich gern zum Kaffee ein. Sie sahen in mir den guten Einfluß auf ihren Sohn. Ich brachte immer schön- gefärbte Lugen über ihn an, so daß er zu Hause ZU Ansehen tarn. Dafür kam er getrost auch zu meinen Eltern und genoß dort seinerseits Ansehen.
Wir haben fest und eng unsere Jugend gemeinsam gehabt. Das Indianerliche war schon vorbei, aber wir trieben genug anderes, besonders Ideen, lange Wanderungen und den Streit darüber, wozu eigentlich „Weiber" da seien, dieses unnütze, hinderliche. wunderliche, Überempfindliche Geschlecht, das nichts als Umstände brachte. Wir waren uns einig darin, später nicht zu heiraten unb somit klü- ger zu fein als alle anderen Menschen. Wir wollten uns, statt zu heiraten, gemeinsam ein Segelboot kaufen.
Dann verzogen seine Elter«, und er zog mit
Seitdem war er verschollen. In der Jugend schließen sich Lücken rasch. Und nun, hier, saß er vor mir und war in der langen Zwischenzeit ein besserer Herr geworden. Er „leitete" sogar. Schon allein seine Aktentasche aus Schweinsleder bewies bas Er war einer von diesen Männern geworden, die Männer sind, ernst zu nehmen und mit Schneide versehen, richtig scharf. Diese Männer machen Anstellungen, Versetzungen, Genehmigungen, sie verweigern sogar die Genehmigung, sie machen die folgenschwersten größten Sachen, sie bereiten oft genug sogar Schicksal. (Und sind nichts weiter als großgewordene Schuljungen!) Aber daran erinnern ste stch nicht. Keiner ist da, der ihnen zuruft: „Du Franke, laß bas!"
Slber freilich, so sind wir alle, die wir heut dreißig Jahre hinaus sind über Untertertia und Obertertia. Wir sind erwachsene Männeb geworden und handhaben den Betrieb.
Es kommt mir nur so kornisch vor. Ich, zum Beispiel, weiß immer, wer ich bin, unb bas kommt mir oft genug mangelhaft vor, ach Gott! Und ich denke im stillen, wie ich Franke so sitzen sehe: „Das ift doch auch bloß Franke, weiter ist er doch nidjts!" — ich möchte direkt sagen: „Du, Franke, laß bas!"
2lber nein, er würde heut nicht auf mich hören. Da sitzt er, hat einen dicken, starken Kopf bekommen, einen Siegelring, eine goldene Uhrkette, er 'n verheiratet, er leitet einen Betrieb. Er kann sogar Rundschreiben erlassen. Wie er hier Bier gefordert hat, hat es der Ober sofort gebracht.
"Np", fragt er mit einem seiner Blicke auf mich „unb was treibst du nun?" 1
Da muß ich mich beinahe schämen. Wenn ich auf diese ijrage antworten wollte, ehrlich, müßte ich erst hrnwegsteigen über Zweifel, Bedenken und manche Erkenntnis meiner Unfertigkeit, beim aus- ernen werbe ich nie, während er, Franke, von joldjer Krankheit nicht ergriffen werden kann. Unten, wo er sitzt, ist alleq breit unb vollgewichtig, auch
rin i ?V.. Schultern und im fein er aUfjjnfö^ni)I’^e5 Vorhanden- SranteJag^iasr^ ^en:
Diele Mahnung ™n,Q( möglich geme[en,
n«nrt fa mit Stofi , Herr Fkan?-"!
und schüi. wir uns wiedergesehen 63 6ann- ha6
Aus einem mdenbuch^ vor rvv,h„n.
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