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und die Wirtschaft nach Gesichtspunkten des natio- nalfozialiftischen Leistungsprinzips zu wirtschaften habe, habe in der Geld, und Währungspolitik eine völlige Loslösung vom Goloautoma- tismus und eine Neuordnung mit sich gebracht, bei der die beste Deckung der deutschen Währung die unerschöpfliche. Arbeitskraft des deutschen Volkes und das unerschütterliche Vertrauen zum Führer darstel- len. Mit Rücksicht auf die Notwendigkeit, den Kon­sumgüteroerbrauch immer mehr einzuschränken, um dafür in verstärktem Maße Kriegsgüter herzustellen, laute die Parole für jeden Deutschen:Mehr leisten und weniger ausgeben!" Bei der Finanzierung von Rüstungsaufträgen des Meiches sei der Grundge­danke, die der privaten Wirtschaft erteilten Rüstungs­aufträge möglichst in prioatwirtschaftlichen Formen durch weitgehenden Ginsatz von Bankkredit abzu- wickeln. Durch den Wegfall der Vorschüsse -werde sich für das Reich hauptsächlich der Vorteil einer sparsameren Verwendung von Haushaltsmitteln er­geben. Neben weitgehenden Rationalisierungsmaß­nahmen bei den Instituten bet Geld, und Kredit­wirtschaft, wobei Menschen und Kosten eingespart werden müßten, sei es auch ein Gebot der Stunde, solche interner Natur durchzuführen nach dem vor­bildlichen Beispiel der Reichsbank unter national­sozialistischer Führung, wodurch gewaltige Le-istunqs- steigerungen erzielt worden seien, obwohl mehrere tausend Gesolgschastsmitglieder zu den Fahnen ein­berufen sind.

Bulgarische Künstler und Soldaten inFrank'urt.

In Frankfurt sind die Mitglieder der- National­oper Sofia, die bei der Deutsch-Bulgarischen Woche mitwirken, sowie ein Musikkorps der bulgarischen Wehrmacht eingetroffen. Zöglinge der Heeresmusik- schule spielten zur Begrüßung der Gäste die bul­garische Nationalhymne. Am Nachmittag hieß Gene­ralintendant Meißner die bulgarischen Gäste im Foner der Oper herzlich willkommen, wobei er be- sonoers auf die schon seit langen Jahren bestehen­den engen kulturellen Beziehungen zwischen Frank­furt und Sofia hinwies. Der Direktor der Sofioter Oper, Prof. Steinov, dankte für die gastfreundliche Aufnahme. Es ist das erstemal, daß ein Musikkorps der bulgarischen Wehrmacht in Uniform zu einem Freundschaftsbesuch deutschen Boden betritt. So war denn auch die Begrüßung, die den bulgarischen Sol­daten zuteil wurde, besonders herzlich, als das Musikkorps am Montagabend durch die Hauptstra­ßen der Stadt marschierte und so in erste Fühlung mit der Frankfurter Bevölkerung kam.

Berliner Kunstwoche im Kriegsjahr 1942.

Am Sonntagmittag fand in der Nationalgalerie die Eröffnung der Berliner Kunstwochen und der Beginn der großen Berliner Kunstausstellung statt. Obei-bürgermeister Steeg verlas eine Botschaft des Berliner Gauleiters und Reichsministers Dr. Goebbels, in der dieser darauf hinweist, wel­ches Zeichen nationaler Kraft und nationalen Selbstbehcrgvtungswillens in der Tatsache zu sehen ist, daß mitten im größten Kriege aller Zeiten eine so umfassende Demonstration künstlerischen Schaf- fens gegeben werden könne. Nach den vom Strub- Ouartstt gespielten Variationen über das Deutsch­landlied führte« Professor Schweitzer die Gäste durch die Ausstellungsräume, in denen 700 Werke lebender Künstler einen starken Eindruck vermitteln von dem ernsten Streben der Künstler in diesen ernsten Zeiten des Krieges.

Kleine voliiische Nachrichten.

Wie das OKW. mitteilt, ist General der Panzer­truppen C r ü w e l l von einem Erkundungsflug gegen den Feind an der afrikanischen Front nicht zurückgekehrt. Nach Meldungen des briti­schen Nachrichtendienstes befindet sich General Crü- well in britischer Gefangenschaft.

Zwischen dem Deutschen Reich und der Türkei ist in Anknüpfung an Verhandlungen im Jahre 1939 ein Abkommen getroffen worden, wo­nach der türkischen Regierung 100 Millionen Reichsmark kreditiert werden, die von der Türkei zum Ankauf von Kriegsmaterial in Deutschland benutzt werden. Eine türkische technische Kommission ist in Berlin eingetroffen.

Japanische Truppen haben in Südchina Tschunghwa, einen wichtigen strategischen Punkt am Kischiu-Fluß, 75 Kilometer nordöstlich von Kanton, im Rahmen eines Angriffes auf Vie in der Provinz Kwangtung stehenden Tschungking- Truppen des Generals Puhanmu besetzt.

Warnung aus Stendal

Roman von A. Lothar Philipp

44. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Der Vorsitzende hob die Schußwaffe hoch, die Krähe am Gerichtstisch niedergelegt hatte.

Kennen Sie diese Waffe?" fragte er.

Brommund trat einen Schritt näher, betrachtete die Pistole und sagte dann:

Ja, die wurde von dem Kriminalbeamten bei uns gefunden. Kinder spielten mit ihr, sie war zum Glück nicht geladen. Die Kinder mein Junge Fritz und die beiden Töchter des Artisten Kunde waren es sagten, sie hätten die Waffe unter den Sachen des Surnor gesunden."

Angeklagter Surnor", rief jetzt her Vorsitzende, kennen Sie diese Waffe?"

Nem!" rief der Zigeuner wie aus der Pistole geschossen.

Sie haben sie ja noch gar nicht angesehen. Kommen Sie her und sehen Sie sich die Waffe ge­nau an!"

Sumor trat zum Richtertisch, warf Brommund einen haßerfüllten Blick zu und nahm die Waffe auf. Wenig sah, wie seine Faust die Waffe um­spannte, so fest, daß die Knöchel weiß wurden.

Nein", sagte Sumor,ich schwöre Ihnen, ich kenne die Waffe nicht."

Ich habe niemals eine Waffe besessen. Es ist doch, verboten, daß Zigeuner Schußwaffen besitzen. Ich weiß auch nicht, wie ich damit umgehen soll, ich schwöre es Ihnen, alles, was dieser Mann sagt, ist Lüge, ich habe"

Es ist gut, gehen Sie wieder auf Ihren Platz."

2)*r Vorsitzende blätterte jetzt in den Akten,.dann warf er dem Staatsanwalt einen Blick zu und sagte:

Angeklagter Sumor, wollen Sie nicht jetzt ein Geständnis oblegen? Ebenso Angeklagte Norodna. Die tödliche Waffe liegt hier, sie gehörte nachweis­lich Ihnen, Angeklagter Sumor. Ebenso ist die Waffe hier, aus der jener Schuß auf die Uhr ab»

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0 st: Licher Straße 19, Geschäftsstelle der DAA., werktags von 15 bis 1 S U h r.

Süd: hofmannstrahe 1, Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Liebigstrahe 58 (Autogarage), Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr.

Unterhof und Oberhof (Bergwerk), Mittwoch und Samstag von 19 b i s 2 1 U h r.

Klein-Linden: SteinstraßeAltes Backhaus", Mittwoch und Samstag vonl9bis21Uhr.

M ief eck: Schulstraße 3, Mittwoch und Samstag von 18 bis 22 Uhr.

Aus der Giadt Gießen.

Biologische Lehrwanderung im Etadtwald.

Stark und innig wirkt alljährlich das seelenvolle Lied des Vogels auf das Gemüt des Menschen. Keine Tierklasse ist uns darum so ans Herz gewach­sen wie die der Gefiederten. Ihrem Studium galt die erste Lehrwanderung 1942 der Arbeitsgemein­schaft Biologie am Samstagnachmittag durch den Stadtwald. Die Führung lag, wie im vorigen Jahr, in bewährten Händen Dr. Völkers.

Dr. Völker lenkte Blick und Aufmerksamkeit auf die hauptsächlichsten Vertreter der Vogelwelt im deutschen Walde, ohne die wir ihn uns nicht gut vorstellen können. Der schmetternde, klangvolle Schlag des Buchfinken vereinte sich mit dem vollen Ruf des unsteten Kuckucks. Das herrliche Lied der schwarten Amsel ergötzte die Forschenden ebenso wie das Der auf der Oberseite olivenbraunen, auf der Unter­seite gefleckten Singdrossel. Vom hohen Baumwipfel herab erschallten die volltonigen Strophen des hoch- eleganten Waldlaubsängers, desSchwirroogels", der feinem schwirrenden, schnarrenden Lockton sei­nen volkstümlichen Namen verdankt. In das Wald­konzert stimmte weithin vernehmlich der Zilp-Zalp oder Weidenlaubsänger mit seinem einförmigen Lied­chen ein. lieber einen süßen Zwitschergesang in wei­chen Molltönen verfügte der Fitislaubsanger im üppigen Buschwerk des Mischwaäes. Silberhell läu­tete das Sümmchen der schwär,zbeschlipsten Kohl­meise im grünen Dom des Waldes, durch den die Liebessehnsucht eines Spechtes in weniger schöner Form des Trommelns knarrte. An einer blößenrei- chen Waldstelle stieg der Baumpieper, ein schlicht lerchenartig gefiedertes Vögelein, von einem Daum- wipfel aus in weitem Bogen in die Lüfte, kanarien- artig dazu trillernd, um schließlich mit langsam er­sterbendemZia zia zia" zu seinem Ausgangspunkt zurückzukehren. In nächster Nähe gewährte die in der Hauptsache gelb gefärbte Goldammer, deren schlichte Strophe so finnig mitWie wie wie hab ich dich lieb" übersetzt wird, eine längere Sitzung. Auch der große, elsterartig gezeichnete Raubwürger, auch Krickelster genannt, ein Standvogel, machte uns das Vergnügen. In der Ferne ruderte schwer und plump eine Krähe, und in ihrer Nachbarschaft stand wie angenagelt in der Luft ein Falke und führte sein ihm eigentümliches ..Rütteln" vor.

In die lange Kette der Beobachtungen flochten sich verschiedene Probleme der Vogelbiologie ein, ins­besondere die wirtschaftliche Bedentung gewisser Vo­gelarten und das Flugproblem. Erschwert, aber ge­rade deshalb um so reizender und anziehender wurde die Beobachtung der Sänger durch die große Flüch­tigkeit ihres Wesens. Was wäre unser deutscher Wald ohne seine beschwingten Sanger? Er käme uns öde vor, und alle seine sonstigen Reize ließen uns kalt und könnten uns nicht ans Herz greifen. Die Gründe der Verherrlichung des deutschen Wal­des und feiner liederreichen, beschwingten Lieblinge durch Wort und Lied, Zeichnung, Foto und Ge­mälde waren den Teilnehmern des Lehrgangs so recht zum Bewußtsein gekommen nach diesem köst­lichen Erlebnis.

Im Sinne aller Teilnehmer wurde Dr. Völker herzlicher Dank ausgesprochen mit dem allseitigen Wunsche nach Wiederholung solcher Führungen. H. J.

Tagung des Gleibergvereins.

Auf der Burg Gleiberg versammelten sich am Samstagnachmittag die Mitglieder des Gleiberg- vereins in großer Zahl zur Generalversammlung. Nach oorauggegangener Porstandssitzung begrüßte der Vorsitzende, Landrat D r. L o tz , Gießen, die An­wesenden, insonderheit den Vertreter der preußischen Aufsichtsbehörde, Oberregierungsrat D r. Kollath, Wetzlar, und gedachte der gewaltigen Siegestaten unserer Wehrmacht.

Den Zeitumständen entsprechend hielt sich die Tä­tigkeit des Vereins im abgelaufenen Jahre in be­scheidenem Rahmen. Bis auf kleine notwendige Jn- standsetzungsarbeiten wurden keine baulichen Ar­beiten Dorgenommen. Die schon vor Beginn des Krieges gehegten Umbaupläne für bessere Wirt­schaftsräume im gesamten Unterstock des Nassau- baues haben die Zustimmung des Denkmalpflegers gefunden und sollen nach Kriegsende sofort verwirk­licht werden. Für dgs kommende Jahr sind einige Reparaturarbeiten vorgesehen, die mit Hilfe der zu­ständigen Behörden durchgeführt werden können. Vor allem bedarf der Philippsturm, jener sechseckige, auf den schönen Basaltsäulen am Fahrweg aufge­richtete Turm des äußeren Zwingers, auf feinem Gewölbe eines neuen Estrichs. Hinzu kommen Aus­bessern schadhafter Stellen Der Mauern in Der Ru­ine, Beseitigung von Dachbeschädigungen und An­strich des Altans vor dem Nassauerbaü.

gefeuert wurde, und die gehört der Angeklagten Norodna. Sie können doch nicht leugnen, an jenem Abend in Der Wohnung des Angeklagten Lanos gewesen zu sein"

Doch", rief Irene,das leugne ich, ich bestreite es. Ich war an jenem Abend mit Sumor zu­sammen."

Jawohl", rief der Zigeuner,Das kann ich be­zeugen. Wir waren zusammen im Kino von sieben bis neun Uhr."

Stimmt es, Zeuge Brommund", fragte Der Staatsanwalt,daß Sumor an jenem Abend nicht bei Ihrem Zirkus war?"

Ja, das kann stimmen. Seine Nummer kommt erst gegen zehn Uhr dran, und da war er be­stimmt da."

Wir wollen den Portier Hanke vernehmen", sagte jetzt Der Vorsitzende.

Zeuge Wilhelm Hanke!" wurde draußen aus- gerufen, und gleich darauf hörte man die gemüt­liche Stimme des Herrn Hanke:

Hier ist er, was soll er?"

Reinkommen sollen Sie!"

Herr Hanke baute sich vor Dem Richtertisch auf.

Nun, Herr Hanke", begann Der VorsitzenDe, nach­dem Die Personalien aufgenommen roorDen waren, haben Sie die Angeklagte Norodna am Mord­abend gesehen?"

Jawohl, Herr Gerichtshof, das habe ich. Die war doch die Freundin von Herrn Lanos. Die ist oft gekommen, und was die Hauckwitz ist, Die Ver­mieterin, Die hat immer beibe Augen zugemacht, nur wenn Der Hof mal ein bißchen Dreckig ist, hat sie die Augen aufgerissen unD Die Schnauze dazu"

Wir wollen etwas über die Angeklagte hören, Herr Hanke, vielleicht bleiben Sie bei der Sache."

Sache, jawohl, bei der Sache. Sie kam dann abends runter"

Wann?" fragte der Staatsanwalt.

Pas muß so gegen neun Uhr gewesen sein, vielleicht ein bißchen später oder eip bißchen früher, so genau weiß ich das nicht. Sie kam mit einem Mann runter und ich dachte, das fei der Herr

Lehrer Praß, Krofdorf, gab einen Bericht über Die Vermögenslage, Die als sehr gut zu bezeichnen ist, da das Barvermögen beträchtlich gewachsen und als Baurücklage für spätere Zeiten verzinslich ange­legt ist. Auch im vergangenen Jahr konnten 1231 Reichsmark gutgeschrieben werden. Die Auflage von 2000 Gleiberg-Büchern ist fast vergriffen, ein Be­weis für das allgemeine Interesse an Der heimat­lichen Burg. Besser könnte allerDings Der Zustrom neuer Mitglieder sein, zumal der Jahresbeitrag nur 3, RM. beträgt.

In einer anreaenDen Aussprache schwang immer wieder der von heimatlichem Idealismus getragene Grund ton Durch: Es ist unser Gleiberg, und er soll es auch weiterhin bleiben 3um Nutzen und zur Freude aller einheimischen und fremden Besucher.

Gloria-palast:Schicksal".

Eine balkanische Film-Romanze, welcher der grillparzersche TitelEin treuer Diener seines Herrn" besser anftünDe als Der gewählte, zu an­spruchsvolle und auch zu farblose: Die Fabel be­ginnt 1919; Fürst Melnik, Führer Der mazedoni­schen Irr eben ta in Bulgarien, kämpft mit seinen Getreuen aus Dem Strumatal leiden sch östlich gegen den Friedensvertrag von Neuilly und Die in Sofia zur Macht gelangte Regierung, wird auf seinem Schloß belagert, überwältigt, zum Tode oerurteilt. Sein Gegner ist ein Leutnant Kosta Wasileff, dessen Bruder unter Melniks Regime als Verräter hin- gerichtet wurde. Melnik selbst Darf sich und seinen Leuten Den Henker bestimmen, Der sie dem Galgen überliefert, und wählt dazu feinen ergebenen Die­ner Stephan; Der kommt samt Melniks unerkannt gebliebenen kleinen Kindern, Die er für seine eige­nen ausgibt, mit dem Leben davon. Stephans Ämt heißt fortan: Treue, Verschwiegenheit, Rache. Sieb­zehn Jahre lang ist er den Fürstenkindern Dimka und Dimo nicht nur ein treuer , Diener, sondern Pater und Mutter" in einem. Äls Kellner ver­dient er, oft genug unter Den unwürdigsten Um­ständen, Das Geld, von Dem Dimo studieren unD Dimka ein sorgenloses Leben führen kann. Nach 17 Jahren wirbt ein Fremder um Dimka, Die seine Liebe erwidert: es ist Kosta. Obwohl er und Ste­phan einander erkennen, besteht der gewesene Leut­nant auf Der Heirat. Aber Stephan muß am Hoch­zeitstage ein dreifach furchtbares Geständnis vor feinenKindern" ablegen: daß er nicht ihr Vater ist, daß er damals DerHenker" war, und daß er Kosta soeben erschossen hat. Er muß ins Gefängnis, wird Dann vom König begnadigt und zuletzt von Den Kindern auf ihrem Schloß alsVater" aus­genommen.

*

Die Fabel, uns zeitlich wie räumlich einiger­maßen fern, belastet überDies durch die unwahr­scheinliche und geflissentlich zugespitzte Verknüpfung der Beziehungen, Die uns weniger Den Namen des Schicksals als Den romanhaft gewollter Zufälligkeit zu verdienen scheint, würde uns kaum bewegen, wenn nicht Heinrich George seine reife, aus Dem Vollen schöpsenDe Kraft Der Menschengestaltung Da­für einsetzte: er ist Der Diener Stephan, schwer unD täppisch wie ein Bär Die Eingangsszene des Spiels mit Den Kindern legt Die Wurzeln feines Wesens frei, voller Liebe und Sorge, Güte und Opferbereitschaft, eine sehr rührende und herz­liche Gestalt. Gisela Uhlen unD Will Quad- fl i e g, Der früher in Gießen spielte, sind in ju­gendlicher Unbekümmertheit die Fürsten kinder. Christian K a y ß l e r, sparsam und eindringlich,

Lanos gewesen, aber beschwören kann ich das nicht, weil er immer hinter ihr ging. Bei uns ist viel Verkehr, weil viele Untermieter da wohnen, wissen Sie"

Sie können also beschwören, daß Die Ange­klagte Norodna gegen neun Uhr abends herunter« kam und das Haus verließ?"

jawohl, das kann ich. Es kann auch erst halb neun gewesen sein."

Gut, ich danke Ihnen, Sie können sich setzen."

Nichts zu danken, Herr Gerichtsrat, das ist gern geschehen."

Hanke verbeugte sich und zog sich zu den Plätzen Der Zeugen zurück.

Der Staatsanwalt erhob sich jetzt.

Es ist ganz klar'", sagte er,daß Die Angeklagte in starkem VerDacht steht. Sie war zur Zeit Des MorDes in Der Wohnung, mit Der Waffe ihres Liebhabers Sumor ist nachweislich Der MorD ver­übt roorDen, währenD aus ihrer eigenen Waffe Der Schuß gegen Die Uhr gefeuert rourDe. Offenbar hat sie wegen Dieses Liebhabers Die Tat verübt. Hier sind Die HintergrünDe noch etwas Dunkel, wie ich zugeben will, aber Daß die Angeklagte Norodna Die Tat verübte, ist meines Erachtens nicht mehr fraglich."

Wenig, der sich damit beschäftigte. Die Ange­klagten zu' beobachten, sah, wie Sumor sich heftig zu Irene umroanhte, Die zusammengezuckt war und mit ihrem Anwalt sprach. Sumor war sehr erregt, währenD Lanos zwar bleich aussah. Doch anschei- nenD seine Ruhe behielt.

Jetzt trat Elisabeth vor.

Haben Sie noch etwas zu sagen, Fräulein Per- Ung?" fragte Der Vorsitzende.

Ja", antwortete sie leise,ich möchte einige Worte an meinen Vater richten."

Zum erstenmal sprach sie das WortVater" aus. Sie legte eine innige Betonung in dieses Wort und wandte sich Dann mit feuchten Augen zu Lanos, Der aufgeftanben war unD sich zu ihr vorbeugte.

Vater", sagte sie,du weißt, was für1 ein guter und treuer Freund mir Barthold war. Willst du ihn

als Der Fürst Melnik, und Werner Hinz mit einer scharfen, auch sprachlich, markanten Umrißzeichnung als Der Leutnant Kosta, sind vom kleinen Ensemble hervorzuheben. Geza von Bolvary. hat das Drehbuch Gerhard Menzels mit lebhaften opti­schen und musikalischen Akzenten in Szene gesetzt; Anton Proses schrieb Die Musik; Hans Schnee­berger schuf eine malerische und ausdrucksvolle Photographie. (Man wird bemerkt haben, mit rote einfachen und sinnfälligen Mitteln etwa die Vor­stellung einer langen Gefängnishaft oder eines wei­ten beschwerlichen Weges bewirkt wurde.) Ufa.

Hans Thyriot.

Anton Dörfler im Voriragsrina.

Als Gast des Gießener Dortragsringes las Anton Dörfler gestern abend in der Aula aus feinen Büchern. Er begann mit einer Erzählung.Das Ge­heimnis Des Engelbert Turner", im treuherzigen Tone Des Kalend-xmannes und Der Spinnstubenge« schichten behäbig und etwas umständlich ausgebaut, mehr von der Reflexion als von Der Handlung le­bend. Obwohl hier ein einfacher Soldat, sonst Huf­schmied und übrigens Vater von fünf Kindern, einem Kompaniekameraden ein ihn geheimnisvoll bewegendes Erlebnis bei der Operation seiner Frau im Krankenhause erzählt, ist es kaum eine Solda­ten-, noch weniger eine Kriegsgeschichte, sondern in einem allgemein menschlichen Bereich Der Bericht von unerklärlich wirkender und -heilender Sympathie, des fernhin gelenkten Gefühls und Willensstromes, der zwei vertraute Menschen im Augenblick der Ent­scheidung über Tod und Leben miteinander ver­bindet.

Es folgte Dann eine Reihe von Gedichten, zu­erst ein SonettErweckung" (dessen schwierige Kunst« form sich allerdings nur in der aufmerksamen Lek­türe vollkommen zu erschließen pflegt und zu wür­digen ist);lieber einem Glase Wein" heißt die be­dächtige Betrachtung eines still genießenden Zechers; ein Liebeslied besingt die Stadt Würzburg, Die schon so viele entzückt hat; aus Der gleichen beschwingten Empfindung versuchen zwei Oben, an Mozart und an Beethoven, Das Wesen Des musikalischen Genius im Wort zu beschwören; endlich zwei Gedichte an hie (Eltern, au« Dem persönlichen einem allgemeinen Gefühl und Widerhall zu streb end.

Den Schluß Der Lesung bildete die Geschichte Brigitt und die vier Elemente", im altfränkisch- poetischen Stil Der geblümten Rede von vier be­jahrten und einspännigen Männern in einer kleinen Stadt berichtend, die in gemeinsamem Musizieren und in Der Begegnung mit einer jungen, blühenden Frau, einer Gesellenwitwe aus Südtirol, einen flö­ten Frühling erleben; eines Tages bricht ein feu­riger, junger Mensch in das Idyll ein, Brigitt er­lebt noch einmal Die große Liebe, und das Quartett der Alten findet sich unvermutet und still gerührt mit Großvater- und Patenfreuden beschenkt.

Die diesmal nicht sehr zahlreiche Hörerschaft spen­dete freundlichen Beifall, während Anton Dörfler sich mit einem SpruchgedichtGuter Rat" bedankte und verabschiedete. Hans Thyriot.

*

** Deutsches Frauenwerk, Orts­gruppe Gießen-Mitte. Der Gemeinschafts, abend findet am Donnerstag, 11. Juni, um 20.30 Uhr, im Hörsaal des Botanischen Instituts statt. Eingang Botanischer Garten am Brandplatz. Licht- bilderoortrag von Prof. Dr. Küster überDeutsche Gärten".

** Stadtbücherei. Im Monat Mai wurden 1406 Bände verliehen. Davon kommen auf Romane

in Dem VerDacht lassen, daß er dich ermorden wollte? Ich bitte dich, Vater, sage Doch Die Wahr- heit, ich roerDe, wie sie auch aussehen mag, immer zu Dir stehen."

Lanos atmete schwer. Mit einem zärtlichen Blick blickte er zu Elisabeth. Dann wandte er sich an Den Vorsitzenden.

Ich habe es satt", sagte erimmer gejagt und gehetzt zu werden. Ich will deshalb die Wahrheit sagen, komme, was da kommen mag."

Wenig sah, wie Sumor der Norodna etwas zu­flüsterte, und wie die Angeklagte Norodna mit den Füßen aufftampfte. Offenbar wollte sie dadurch Die Aufmerksamkeit Lanos' auf sich ziehen. Aber Lanos achtete nicht Darauf.

Es ist richtig, Daß jener Stamm Holler hinter mir her war, weil ich Irene ausbildete unD zum Variete brachte, unD weil diese Zigeuner Dachten, ich mache mit Irene Geschäfte, während sie Dabei leer ausgingen. Denn an sich war es ihnen nicht so sehr um Irene zu tun, als um die Möglichkeit, aus ihr Geld zu ziehen. Von Surnor-wußte ich aller­dings nichts. Barthold, der bei dem Stamme Holler tätig war, mag das erfahren haben und wollte mich warnen, daß irgend etwas gegen mich unternom­men werden solle. Er allein wußte, daß ich Elisa­beths Vater bin, und da er an dem Mädel immer mit großer Treue gehangen hatte, so war es nur natürlich von ihm, mich zu warnen, um Elisabeth einen Schmerz zu ersparen. Aber Barthold brachte sich selber durch diese Warnung in Die größte Ge­fahr, weil die Zigeuner einen solchen Verrat, w-ie sie es nennen, schwer rächen. Ich glaube bestimmt, daß er in Stendal stets unter Beobachtung gestan­den hat und deshalb gezwungen war, die Warnung in Geheimschrift zu schreiben. Dann Hat er jedoch sicherlich Angst bekommen, daß seine 9Bamung zu spät komme oder zu spät entziffert werde, und ist deshalb nach Berlin gefahren und mir nachgegangen. Icher erhob seine Stimme,und das möchte ich betonen, habe_ Barthold nicht gesprochen und ihn auch nicht getötet. Weiter kann ich nichts dazu sagen/ (Fortsetzung folgt)