Einzelbild herunterladen

An -er Mitte des Ortes aufgefahrene Geschütze ver­suchten die Flugzeuge abzuwehren, doch mußten sie schon nach wenigen Schüssen ihr Feuer einstellen. Ein Grohfeuer dehnte sich aus die mit Kriegsmate­rial gefüllten Scheunen aus und ergriff parkende Fahrzeugkolonnen. Die Bolschewisten verließen in regelloser Flucht die völlig zerstörte Ortschaft, so daß sich das deutsche Angriffsunternehmen unge­hindert entwickeln konnte.

Der Wehrmachiberichi.

DRV. AusdemFührerhaupiquarlier, 1. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Donezgebiet wurden erneute Angriffe starker feindlicher Kräfte zerschlagen.

Auch im mittleren und nördlichen Frontabschnitt wurden feindliche Angriffe in harten Kämpfen abgewehrt. Bei einem eigenen An­griff im Raume nordostwärts von Drei war­fen Truppen einer motorisierten Infanteriedivision den Feind aus seinen Stellungen, brachten Hunderte von Gefangenen ein und erbeuteten fieben Geschütze sowie 65 Granatwerfer bzw. Maschinengewehre.

Italienische Jäger griffen im $ üb (eit der Ostfront einen überlegenen feindlichen Jagdver­band an und schossen ohne eigene Verluste von zwölf Sowjetflugzeugen vier sicher und zwei wahrscheinlich ab.

In wochenlangen härtesten Abwehrkämpfen haben die oberbayerifche 9 7. leichte Infan­teriedivision und die brandenburgische 2 5 7. Infanteriedivision zahlreiche von Panzern unterstützte Angriffe überlegener feind­licher Kräfte abgeschlagen und den Sowjets hohe Verluste an Menschen und Material zugefügt.

In Rordafrika wurde ein Vorstoß britischer Aufklärungkräfte abgewiesen. Erfolgreiche Luftan­griffe richteten sich gegen Flugplätze in der Mar­rn a r i c a und im ägyptischen Küstenge- biet. Die Wüstenbahn wurde mit guter Wirkung bombardiert.

Auf der Insel Malta wurden die Staatswerf- ten und Unterseebootliegeplähe in La Valetta sowie die britischen Flugplätze bei Tag und Rächt mit Bomben belegt. In Luftkämpfen schossen deutsche Jäger zwei feindliche Flugzeuge ab.

An der englischen Südküste beschädigten deutsche Kampfflugzeuge ein größeres Handelsschiff durch mehrere Bombentreffer.

Am gestrigen Tage und in der vergangenen Rächt führten einige britische Flugzeuge Störflüge im westlichen Reichsgebiet durch. Einzelne Bomben­abwürfe verursachten geringen Sach- und Personen­schaden.

Das Rifferfreuj für drei Jagdflieger

Berlin, 1. April. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Leutnant Dickfeld, Leutnant Omert und Feldwebel Roßmann, sämtlich Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader. Leutnant Dickfeld hat in zahlreichen Lustkämpfen 47 Feindflugzeuge abgeschossen, in küh­nen Tiefangriffen acht sowjetische Flugzeuge am Boden, elf Lokomotiven und zwei Panzer zerstört und zwei Eisenbahnzüge in Brand beschossen. Leut­nant Omert erzielte bisher 40 Lustsiege, zerstörte bei zahlreichen Tiefangriffen 18 Flugzeuge am Boden und versenkte ein bolschewistisches Schnell­boot. Feldwebel Roßmann hat bisher 42 Flugzeuge abgeschossen und in Tiefangriffen zahlreiche Last­wagen, Lokomotiven und Panzer zerstört.

Beförderungen in der Wehrmacht.

Berlin, 1. April. (DNB.) Der Führer hat be­fördert: Im Heer: Zu Generalen der Infanterie die Generalleutnante Cloeßner und Witthöft; zum Generalarzt den Oberstarzt Dr. Forster; zu Gene­ralleutnanten die Generalmajore Sanne, Pflug- r-adt, von Basse, Windeck, von Wachter, Dttt° mar, von Prondzynski; zu Generalstabsärzten die Generalärzte Dr. Koster, Dr. Günther (Ernst); zu Genevalstabsoeterinären die Generalveterinäre Dr. Köhler (Erich), Dr. Fitsch; zu Generalmajoren die Obersten von Schroeter, von Fabrice, Abt, Stahr, Wirtz, Bülowius (Karl), Klepp, Rate, Raab, Sten­zel (Richard), Meltzer (Rudolf), Dr.hotzy, Ebeling, Bruhns ' (Walter), Graf von Schmettow, Ochsner (Hermann), Breith, Herr, Lendle, Kittel (Heinrich), Meinhold, Sinzinger, Schäfer (Hans), Boege, Ro­denburg.

In der Kriegsmarine: Zu Admiralen die Vize­admirale Mootz, Patzig, hormel; zu Vizeadmiralen die Konteradmirale Kummetz, Backenköhler, Sie­mens, Weichold, Krancke; zum Vizeadmiral (Ing.) den Konteradmiral (Ing.) Schirmer; zu Konter­admiralen die Kapitäne zur See Hoffmann (Kurt), Bürkner; den Kapitän zur See und Kommodore Rüge; zum Konteradmiral (Ing.) den Kapitän zur See (Ing.) Dipl.-Ing. Fröhlich.

In der Luftwaffe: Zu Generalleutnanten die Generalmajore Petersen, Zoch, hanesse, von Wüh- lisch, Moll; zu Generalmajoren die Obersten von Rantzau, Meitner, Küen, Exß, Banse.

Kleine politische Nachricht««.

Der Führer ließ dem Hauptschriftleiter desVöl­kischen Beobachters", SA.-Obergruppenführer Wil­helm Weiß, zum 50. Geburtstag sein Bild mit persönlicher Widmung durch den Stabsleiter des Reichspressechefs überreichen, der gleichzeitig mit einem Ehrengeschenk ein Glückwunschschreiben des Reichsleiters Dr. Dietrich überbrachte. Reichsmar­schall Göring ließ sein Bild überreichen, ebenso Reichsleiter Amann durch den Verlagsüirektor des Eher-Verlages Oberdiensttoiter Bauer, Reichsmini­ster Dr. Goebbels ein». Ehrengabe. Ferner sprachen zahlreiche Reichsminister, Reichsleiter und andere Persönlichkeiten aus Partei, Staat und Wehrmacht ihre Glückwünsche aus. *

In Bangkok überreichte bei einem Empfang des thailändischen Regentschaftsrates der neue deutsche Gesandte Dr. Ernst Wendler am 1. April sein Beglaubigung' - '^en.

Der Tag, 'or drei Jahren die nationale

Erhebung i .i siegreich zu Ende geführt

worden ist, - a Madrid durch eine Parade der Wehrmacht und der Falange vor General

Franco und den Generalen der nationalen Erhebung gefeiert. Auf der Ehrentribüne bemerkte man die Vertreter Deutschlands, Italiens, Japans, Portugals und Rumäniens, sowie Abordnungen der NSDAP, und des Fafcio. Besonders stürmisch begrüßt wur­den Soldaten der Blauen Division, die in deutscher Uniform, mit dem Eisernen Kreuz, der Parade bei­wohnten.

*

In dem Strafprozeß vor dem Bromberger Son­dergericht gegen eine Anzahl polnischer' Begleit­mannschaften, die den Thorn-Warschauer Blut­marsch begleitet hatten und sich schwerer Mißhand­lungen der deutschen Internierten zuschulen kom­men ließen, wurden zum Tode verurteilt der Haupt­angeklagte Drzewiecki, ehemals polnischer Haupt­

mann und Schriftsteller aus Thorn, und 20 wei­tere Angeklagte. Ein Angeklagter erhielt fünf Jahre verschärftes Straflager. Die übrigen 16 Angeklag­ten wurden freigesprochen.

*

Durch die Abtretung von Delice, der Hauptstadt von Britisch-Honduras, zum Zweck der Errichtung einer Luft- und Marinebasis der USA., hat England seinen letzten Besitz im Karibischen Meer verloren.

Seit einigen Tagen vermißt die englische Luft­waffe den bekannten Jagdflieger Oberst Beamish, der als gefallen gelten kann. Beamish stand bei der britischen Luftwaffe schon seit 1923, er war Träger hoher Auszeichnungen.

Karl der Große.

Zu seinem 1200. Geburtstage am 2. April.

Von Prof. Dr. Erich Maschke.

Es ist keineswegs sicher, daß Äarl der Große am 2. April 742 geboren, wurde, doch hat dieses Datum unter den überlieferten die größte Wahrscheinlichkeit für sich. So darf die Erinnerung mit Recht zurück­schweifen zu dem Manne, dessen Gestalt wie keine andere in der deutschen Geschichte über die gewal­tige Zeitspanne von 1200 Jahren hinweg lebendig geblieben ist. Jahrhunderte hindurch war er für die deutschen Könige das Maß ihres herrschertums. Wer nicht feierlich auf Karls steinernen Thron im Münster zu Aachen gesetzt war, trug einen Makel an seinem Königtum. Kein anderer Großer der deutschen Vergangenheit reicht über eine solche Zeit hinweg in unsere Tage hinein, mächtig fordernd und zugleich leidenschaftlich umstritten.

Nachdem Karl, zunächst gemeinsam mit seinem Bruder Karlmann, im Jahre 768 auf den Vater Pippin gefolgt war, hat er ruüd ein halbes Jahr­hundert bis zu seinem Tode am 28. Januar 814 das Fränkische Reich gelenkt. In dieser Zeit legte erben Grund zu den kommenden Jahrhunderten deutscher und europäischer Geschichte. Rein fränkischen, also germanischen Blutes, war auch Karls Art germa­nisch. Sein Biograph Einhard hat uns fein Bild Übermacht: wir sehen die mächtige Gestalt von 1,92 Meter Größe mit dem fälischen Schädel, den großen und lebendigen Augen und der kräftigen Nase, dem kurzen Nacken, dem festen Gang und der Hellen Stimme, die zu der mächtigen Figur, hierin eigentümlich an Bismarck erinnernd, nicht recht zu gehören schien.

Bewußt hielt er an der Art der Väter fest. Seine Kleidung war, wie Einard sagt,nach vaterländi­scher, nämlich fränkischer Weise". Der germanischen Kultur gehörte seine ganze Fürsorge. Er ließ nicht nur die Volksrechte der von ihm beherrschten ger­manischen Stämme aufzeichnen, was aus rein poli­tischen Gründen geschehen sein könnte, sondern auch die Heldenlieder der Vorzeit,in denen die Taten und Kriege der alten Könige besungen wurden". Er sicherte den Gebrauch der germanischen Wind- und Monatsnamen für amtliche Zwecke. Auf ihn geht das Werden des althochdeutschen Schrifttums zurück.

Kein abendländischer Herrscher, kein Germane, welches Stammes er immer gewesen sei, hat in der großen Auseinandersetzung des Germanentums mit der antik-christlichen Welt so viel für die Bewah­rung und lebendige Fortführung des germanischen Geistes- und Kulturgutes getan, wie der Franken­könig Karl. Keiner hat freilich auch so tief auf die Wandlung und Verschmelzung dieses Gutes mit Antike und Christentum eingewirkt wie er. Denn eben in dieser Richtung lag wohl das letzte Ziel seiner Kulturpolitik. So entfremdete er die germa­nischen Stämme seines Reiches wohl Teilen ihrer Vergangenheit, aber er erhob sie und damit die Deutschen, die aus seinem Reiche hervorgingen, da­durch auch zu der Welthaftigkeit und Weltgültigkeit, die unserem Volke für alle Zeiten den ersten Platz unter den europäischen Völkern sicherte.

Obgleich Karl erst in höherem Alter Schreiben und Lesen, das Lateinische und sogar etwas Grie­chisch lernte, stand fein ursprünglicher, kraftvoller Geist überlegen über den hochgebildeten Männern, die er in seiner Hofschule sammelte. Es gehörte zum tiefftert Wesen dieses Kreises und seiner Bestrebun­gen, daß er Franken und Langobarden, Angeln, Sachsen, Friesen, Bayern, Alemannen und sogar Westgoten umfaßte den ganzen Teil der ger­manischen Welt, der die Auseinandersetzung mit Antike und Christentum als Schicksal auf sich ge­nommen hatte.

Germanisch war die Machtpolitik des Franken­königs bestimmt. Sein Ziel war die Unterwerfung aller Festlandsgermanen. Was ihm im Süden selbst mit der Gewinnung der eisernen Langobardenkrone gelang, das blieb "im Norden nur gegenüber den Dänen unvollendet. Ihre Bezwingung konnte er, zum bleibenden Nachteil des deutschen Nordens, nicht mehr abschließen und was Karl nicht an germanischen Stämmen in seinem Reiche zusammen- geführt hatte, ist bis heute nicht dem deutschen Volke und Reiche gewonnen worden.

Hierin lag auch der Sinn der Unterwerfung des sächsischen Stammes, die Karl im Jahre 772 begann und erst im Anfang des folgenden Jahr­hunderts abschloß. Sie bleibt immer belastet durch die gewaltsame Christianisierung der Sachsen, lieber ihr werden immer die Schatten des Bluttages von Verden liegen, auch wenn die 4500 gemor­deten Sachsen nicht den Edelingen, die vielmehr mit dem Frankenkönig sich nur zu schnell fanden, sondern den unteren Ständen des Sachsenstammes angehörten. Doch aus der Gewalt -wuchs der Segen, daß das werdende deutsche Volk gerade durch diesen seinen nördlichsten Stamm mit der germanischen Ueberlieferung der Väter verbunden blieb.

Auf der breiten Grundlage feiner Herrschaft über germanische Stämme konnte Karl den Kampf mit ben nichteuropäischen Mächten aufnehmen, die fremd und gefährlich in das Abendland eingebrochen waren: den Aradern in Spanien und den 21 nj a r en im Donauraum. Vor allem aber begann der Frankenkönig die große Rückzugsbewegung ger­manischer Stämme aus dem Osten aufzuhalten und in ihr Gegenteil zu wenden. In der Sorben­mark und den anderen Marken schuf er dafür die Form. An das System von Grenzburgen und Marken, das Karl geschaffen hatte, konnte noch, ein Jahrhundert später Heinrich L, der erste deutsche König aus dem einst vom Franken unterworfenen sächsischen Stamme, anknüpfen. So steht Karls Ge-

stalt auch am Beginn der großen Bewegung, die im Mittelalter die Deutschen wieder in den einst an slawische Stämme preisgegebenen Osten zurück­führte.

So gab es gegen das Ende des 8. Jahrhunderts im Abendlande keine Macht, die nicht den Namen und Herrschaft des Frankenkönigs anknüpfte. Wer aber so mächtig war wie er, wer, wie er, über mehrere Völker und Reiche herrschte, dem fielen nach der Meinung der Zett Titel und Recht des Kaisers zu. Schon vor dem Jahre 800 wird dieser Name dem Frankenkönig zuteil. Doch als bann am Weihnachtstage dieses Jahres der Papst zu Rom dem fränkischen Herrscher überraschend die Kai­serkrone aufs Haupt drückte, da geschah das gegen den Willen des Franken. Als er 13 Jahre später seinen Sohn Ludwig im Münster zu Aachen die Kaiserkrone unter Ausschaltung des Papstes vorn Altar nehmen und sich aufsetzen ließ, da stellte er Aachen gegen Rom, das fränkische gegen das römische Kaisertum, ja, es ist ohne Zweifel, daß Karl das Kaisertum aus der Hand des römischen Bischofs zu einer einmaligen Episode zu machen gedachte.

Es ist anders gekommen. Der schlechteste seiner Söhne, Ludwig der Fromme, der fein Erbe wurde, vertat.und verfälschte das Werk des Vaters, wie er die Heldenlieder der Vorzeit verbrennen ließ, die Karl hatte sammeln lassen. Vom schlechten Erben her wird die einmalige Größe Kaiser Karls noch deutlicher. Gewiß ist manches da, was fein Bild verdunkelt und die Formel, unter die man fein Werk stellen möchte, nicht aufgehen läßt. Doch wann wäre die Geschichte je eine wohlabgewogene Rech­nung, die den Nachfahren eindeutige Maße des Urteils an die Hand gibt? Nur wer die Span­nungen begreift, in denen sich Geschichte voll­zieht, findet den Zugang zu der riesigen Gestalt Kaiser Karls, den man den Großen genannt hat.

Und wie immer man ihn werten mag: zweierlei bleibt ihm. Durch ihn ist das deutsche Volk geworden, indem er die Mitte des Fränkischen Reiches aus dem romanischen Westen endgültig an den Rhein verlegte und durch die Unterwerfung der Festlandsgermanen eben dem Germanischen im Fränkischen Reiche das Uebergewicht gab, das der Entstehung des deutschen Volkes den Weg frei machte. Zugleich aber machte er das werdende deutsche Volk, das an Karls Erbe Jahrhunderte hin­durch festhielt, bis es auch ohne dieses in sich eins geworden war, zum ersten Volke Europas, zu dem Volke, das in sich eine Welt hoher und all­gemein verpflichtender Gesittung und herrschaftlichen Rechtes trug und darum wie kein anderes die Auf­gabe der Führung Europas beanspruchen durfte.

Kunst und Wissenschaft.

Professor Alfred Sittarb gestorben.

In Berlin starb am 31. März der Direktor des Staats- und Domchores, Prof. Alfred Sittard. Fast vierzig Jahre lang hat er als Orgelkünstler und Chordirigent, als Tonsetzer und Lehrer, als Bahnbrecher für umkämpfte Begabungen gewirkt urdb seinen Ruhm als Meister der klingenden Stim­men der Orgel, des Chorgesangs und des Or­chesters über Deutschland hinaus in Europa für die Dauer begründet. 1878 in Stuttgart geboren, Sohn des Musikschriftstellers Joseph Sittard, wuchs Alfred Sittard in Hamburg auf; Brahms und Bü­low waren die Vorbilder seiner Jugend. Schon 18jübrig wirkte er, ehe er noch als Franz Wüllners Schüler auf das Kölner Konservatorium ging, im Hamburger Organistenamt. Nach kurzer Theater- Kapellmeister-Zeit ging er 1903 als Organist der Kreuzkirche nach Dresden, wo er, u. a. Bach-Volks- konzerte gab und als einer der ersten das vollstän­digeWohltemperierte Klavier" öffentlich spielte. 1912 wurde Sittard zur Führung des Hamburger Michaelis-Mrchenchores berufen, die er über 20 Jahre lang innehatte. Hier pflegte er Schütz, Bach und Händel, Bruckner und Reger. In Berlin wirkte Sittard feit 1925 als Lehrer für Orgel, dann seit 1933 auch als Direktor des Staats- und Domchores.

Gertrude Pihinger und Egon kornauth.

Gertrude P i tz i n g e r und. Egon Kornauth, das bekannte Musikerehepaar, unternahmen zum erstenmal eine gemeinsame Konzertreise in ihre engere mährische Heimat. Von Egon Kornauth, Professor der Wiener Musikhochschule, am Flügel begleitet, fang die hervorragende Altistin Lieder deutscher Meister in Neutitschein, Wagstadt, Olmütz, Witkowitz und Troppau.

Das Preußische Robert-Koch-Jnftitut vom Reich übernommen.

Das Preußische Institut für Infektionskrankhei­tenRobert Koch", das am 1. April vorn Reich übernommen wurde, führt nunmehr den Namen Robert-Koch-Institut, Reichsanftalt xur Bekämpfung der übertragbaren Krankheiten". Die Uebernahme erfolgte im Rahmen einer Feier, an der Vertreter von Partei, Staat, Wehrmacht und Wissenschaft teilnahmen. Reichsgesundheitsfüh^r Staatssekretär Dr. C o n t i wies in feiner Rede dar­auf hin, daß das Instttut 1891 gegründet wurde, um Robert Koch die Möglichkeit zu geben, sich ganz der Erforschung und Bekämpfung der Seuchen zu widmen. Das Robert-Koch-Jnftitut soll die Zen­tralstelle für alle Medizinal-Untersuchungsämter des Reiches werden. Es soll möglichst reichlichen und gu­ten Nachwuchs für diese Aemter liefern und auch bei der Fortbildung der praktischen Aerzte auf dem Gebiete der Infektionskrankheiten mehr als bisher

i

ÄS,fi

Bildnis Kaiser Karls von Dürer aus den Jahres 1512/13, heute im Germanischen Nationalmuseum m Nürnberg. Das Werk, heraldisch-historiographischen Charakters, ist einer der wenigen offiziellen Auf­träge, die Dürer von seiner Vaterstadt Nürnberg erhielt. 1510 wurde er damit betraut, die Bildnisse der Kaiser Karl und Sigismund im Krönungsornat der römischen Kaiser deutscher Nation zu malen, wofür Dürer sehr sorgfältige Studien nach den Reichskleinodien und dem Ornat machte:das ist des Heiligen großen Kaiser Karels Habitus 1510". Um dem Antlitz des Kaisers möglichst lebensnahe Züge zu geben, so lesen wir in Waetzoldts ausge­zeichnetem Buche über Dürer und feine Zeit, lieh ihm Dürer das männlich schöne Anlitz des Hof- historiographen Johannes Stabius. Weiter heißt es bei Waetzoldt:Der Aufbewahrungsort der Reichsinsignien und Reichsreliquien wurde die Spi- talkirche zum Heiligen Geist. Alljährlich, am zweiten Freitag nach Ostern bis 1523 wurden die Heil- tümer vomHeiltumsstuhle" vor der Frauenkirche am Markt (jetzt Adolf-Hitler-Platz) dem Volke ge­wiesen (Heiltumsweisung): so die für Konrad II. (10241039) einst gefertigte Kaiserkrone, Zepter, Reichsapfel, Reichsschwert und die Reliquien ... Die Nacht vor der Heiltumsweisung verbrachten die Schätze in der Heiltumskammer des Schopperfchen Hauses am Markt. Für die Wände dieser Kammer waren Dürers Bildnisse bestimmt: Kaiser Karl als der erste vermeintliche Träger des Krönungs­ornates und Sigismund als Wohltäter Nürnbergs, der ihr die Hut der Reichskleinodien anvertraut hatte ..." Für die Bilder Kaiser Karls und Sigis­munds erhielt Dürer, wie ebenfalls bei Waetzoldt zu lesen, das Honorar von 85 fl. 1 Pfund neun Pfennige und zehn Schillinge. (Scherl-Archiv-M.)

mitwirken. Der Letter des Instttuts, Professor Dr. Gildemeister, gab einen Heb erblick über die Tätigkeit des Instituts in den letzten Jahren. Der Reichsgesundheitsführer legte im Robert-Koch-Mau- foleum einen Kranz nieder.

Professor Ludwig Habichs 70. Geburtslag.

Am 2. April begeht in Darmstadt einer der be­kanntesten deutschen Bildhauer, Akademieprofessor Ludwig Habich, feinen 70.Geburtstag. Ha­bich wurde in Darmstadt in dem Hause geboren, in dem einst der bekannte Geschichtsprofessor Gervi- nus das Licht der Welt erblickt hatte. Nach Studien in Darmstadt kam Habich an die Akademien in Karlsrrche und München. Mit 22 Jahren schuf er bereits das berühmt gewordene Columbus-Denkmal in Bremerhaven. Als Mitglied der Darmstädter Künftlerkolonie wirkte er bei den großen Kunstaus­stellungen nach der Jahrhundertwende in Darm­stadt bahnbrechend. Länge Jahre wirkte er als Lehrer an der Kunstakademie in Stuttgart. Hier führte er auch im Auftrage Theodor Fischers meh­rere monumentale Architekturplastiken aus. Mit Paul Bonatz zusammen schuf er das David-Friedrich- Strauß-Denkmal im Ludwigsburger Park. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen das Denkmal für die Gefallenen des 70er-Krieges in Gießen, das Bis­marck-Denkmal auf dem Ludwigsplatz in Darmstadt, die Kolossalfiguren von Mann und Weib am Por­tal des Darmstädter Künstlerhauses, das Alice- Denkmal auf dem Wilhelminenplatz in Darmstadt und zwei Wetttäufer in Bronze für das neue Uni­versitätsgebäude in Tübingen. Für eine seiner neue­sten Plastiken, denDeutschen Gruß", erhielt er 1940 den Kulturpreis der Stadt Darmstadt.

Aus aller Wett.

Todesstrafe für einen Postmarder.

Der 46 Jahre alte Ferdinarch Dandl hatte bei einem Postamt in München die Aufgabe. Absender oder Empfänger mangelhaft beschrifteter Pakete fest- zustellen.Eine Haussuchung förderte eine Unmenge gestohlener Sachen zutage. Wäsche, Stoffe, Rauch­waren, Schokolade, Weine, Schnäpse, ferner war er im Besitz von über 12 000 RM. Dandl bestritt die Diebstähle; wenn er Pakete, allerdings gegen die bestehende Vorschrift, aufmachte, so nur, ' um aus etwa beiliegenden Schriftstücken den Absender festzustellen. Nur einige Male habe er Gegenstände aus beschädigten Paketen unterschlagen. Das Bar­geld will er sich von seinem Gehalt erspart haben. Das Sondergericht hielt es für erwiesen, daß Dandl mindestens seit Kriegsbeginn Postsendungen, auch Feldpostpakete, beraubt hatte, und verurteilte ihn zum Tode. Seine Geliebte erhielt wegen Hehlerei 3 Jahre Gefängnis.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lauge. Stellvertreter be3 Hauptschristleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Silber: Dr. Fr. W. Lange: für bas Feuilleton: Dr. Hans Tburiot; für Stabt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein.

Druck und Verlag: Brühlsche UniversitätSbruüerei R. Lange K. G. Berlagsletter: Dr.'Hng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck.

Anzeigenpreisliste Nr. 6.

te^ileilgiielle Korlsfpnitielte^^^

WM tie BrnDoenvemraliimg Biskircbes - Rui 44 - erbältlidu