(Nachdruck verboten.)
19. Fortsetzung.
„Ich bin die Witwe eines Schotten, eines Artisten, der in London stürzte und an den Folgen des Sturzes starb. Ich bin in Berlin geboren. Helmke ist mein Name, mein Mädchenname. Ich fuhr dann wieder nach Deutschland und schloß mich einem Wanderzirkus an, dort lernte ich Anton kennen. Wir zogen dann zusammen. Er versprach mir, mich zu heiraten, wenn er könne, aber vorläufig konnte er nicht. Warum, sagte er mir nicht. Das war vor einem Jahre. Er bekam dann eine Stellung bei einem kleinen Zirkus, der umherfuhr, und zuletzt waren sie in Stendal. Am letzten Montag kam er ganz plötzlich zurück, so gegen Mittag, aß etwas und ging am Nachmittag wieder weg. Er sagte, er werde am Abend zurück sein, aber es könne spät werden. Er kam nicht. Er kam auch am nächsten Tage nicht. Ich habe dann noch einen Tag gewartet und schrieb nach Stendal. Ich bekam keine Antwort. Dann fuhr ich hin und fragte Herrn Holler — das ist der Direktor des Zirkus — er sagte, Anton sei am Montag nach Berlin gefahren und seitdem nicht zurückgekommen. Nun wußte ich nicht, was ich tun sollte. Da las ich in der Zeitung, daß Sie hier sind, und deshalb fuhr ich zu Ihnen, um Sie zu fragen, ob (Sie1 nicht wissen, wo Anton ist."
„Anton Sumor —" sagte Elisabeth leise, und dann erinnerte sie sich plötzlich daran, daß Willis den Namen erwähnt hatte. Die Polizei suchte Nachrichten über Anton Sumor, das war es.
,chaben Sie vielleicht ein Bild von ihm?" fragte sie plötzlich.
Die junge Frau griff sich an die Stirn, als wollte sie damit ausdrücken: wie konnte ich das vergessen. Dann ötfnete sie ihre Handtasche und holte Aw ei
Warnung aus Stendal
Roman von A. Lothar Philipp
Färsen 28 bis '45,50, Kälber 40 bis 59, Schafe 33 bis 45, Schweine 56,50 bis 63,50 RM. Marktverlauf: alles Zugeteilt.
&. A.-Eport.
Oer Sport am 2. Mai.
kleine Photographien heraus, die sie Elisabeth reichte.
„Sie sind vor etwa einem Vierteljahr ausgenommen", sagte sie.
Elisabeth warf einen gleichgültigen Blick auf die Bilder, dann stand sie plötzlich auf, eilte damit ans Fenster und tat so, als betrachte sie die Bilder. Dabei überlegte sie, wie sie dieser armen Frau sagen konnte, daß diese Bilder Barthold darstellten, und daß Barthold ermordet worden ist.
„Mein Gott!" stöhnte sie leise.
„Nicht wahr, jetzt kennen Sie ihn wieder?" hörte sie hinter sich die Stimme der jungen Frau. Dann näherten sich leise Schritte und Franziska Leeds stand vor ihr und starrte überrascht auf ihr tränenüberströmtes Gesicht.
„Was ist denn? Warum weinen Sie denn?" fragte sic ängstlich.
Elisabeth legte ihren Arm um die Schulter der Frau und führte sie auf ihren Sessel zurück.
„Ich kenne ihn", sagte Elisabeth leise unter Tränen, „unter dem Namen Karl Barthold als den edelsten und besten Menschen, den ich je kennengelernt habe. Er —"
„Karl Barthold —" flüsterte die Frau, „warum aber nannte er sich Anton Sumor?"
„Ich weiß es nicht — vielleicht aber weih es die Polizei —"
„Die Polizei?" Die grauen Augen starrten sie ängstlich an, „was hat die Polizei mit ihm zu tun?"
„Weil Karl Barthold am Montag vor acht Tagen ermordet worden ist."
Franziska Leeds schien zunächst die Bedeutung dieser Nachricht nicht zu verstehen.
„Was hat das aber mit Anton zu tun?" murmelte sie. Doch dann mußte ihr wohl alles klar werden, denn sie sah plötzlich auf und rief:
„Wer — sagen Sie — ist ermordet worden?"
„Karl Barthold, den Sie als Anton Sumor kannten —" . .
„Nein!" ichrie die Leeds und fxranß «neinl.
Zum Nationalfeiertag 4942.
Der Nationalfeiertag wird in diesem Zahre am 2. 2Nai gefeiert, da der 2. THai ein Sonnabend ist und so die erholungsbedürftige Arbeiterschaft zwei Feiertage erhält. Der 2.2Nai ist deshalb auch ein gesetzlicher Feiertag. Der Nationalfeiertag soll ganz der Erholung der deutschen Arbeiterschaft der Rüstungsbetriebe, der Verwundeten und der Genesungskompanien dienen.
Für G i e tz e n sind dafür folgende Veranstaltungen vorgesehen:
Am 1. Nlai wird das 7Nai-Ansingen durchgesührt.
Am 2.2Nai, vormittags 1 0.3 0 U h r Filmaussührungen im Gloria-palast „Ein ganzer Kerl", im Lichtspielhaus „Wunschkonzert".
Von 11 b i s 1 2 ll h r singen der Vauersche Gesangverein und der Gesangverein „Heiterkeit" am Kreuzplah — Marktplatz — vor dem Theater und am Vahnhossplah.
Von 1 2 b i s 1 3 U h r plahmusik der SA.-Kapelle, außerdem singt der VDM. vor dem Bahnhof — am Selterstor — Kreuzplah — Marktplatz und vor dem Theater. ____ „
Von 13.30 bis 18 Uhr finden auf dem „Vatdfportplah VfV.-Reichsbahn sportliche Wettbewerbe statt, darunter um
1 5 ll h r Handballspiel der Luftwaffe gegen HZ. Bann 116.
16 llhr Fußballspiel Stadt Marburg gegen Stadt Gießen.
Von 17 bis 19 Uhr fingen die Zungmädel vor dem Bahnhof — am Selters- kor — Kreuzplah — Marktplatz — vor dem Theater und am Ludwigsplah.
Um 1 8 U h r findet itn Stadttheater eine Festvorstellung mit „Der Melsterboxer f Eintrittskarten für die Filmvorstellungen und das Theater find ausschließlich den Rüstungsarbeitern und -arbeiterinnen, sowie den Verwundeten und Angehörigen der Genesungskompanien vorbehalten. Da der Nationalfeiertag der Erholung der Arbeiterschaft dienen soll, ist nach dem Willen des Führers die Teilnahme an den öffentlichen Veranstaltungen allen Volksgenossen sreigestellt.
Am 2. Mai wird nicht geflaggt.
*♦ Die KdF.°Sonderkurse zur Vorbereitung für die Reifeprüfung haben in Gießen und Umgebung beachtenswerten Anklang gefunden. Eine ganze Anzahl von Volksgenossen und Volksgenossinnen, die früher keine Gelegenheit hatten, eine ihrer Begabung entsprechende Ausbildung zu erlangen, sind gewillt, in abendlicher Arbeit das Ziel der Reifeprüfung zu erreichen. Es hat sich dabei als notwendig herausgestellt, neben dem ursprünglich vorgesehenen vierjährigen Kursus, der auf der Volksschulbildung aufbaut, einen zweiten Kursus einzurichten für solche Teilnehmer, die bereits die mittlere Reife oder Prima-Reife besitzen. Dieser Kursus will das Ziel in etwa zwei Jahren erreichen. Nur überdurchschnittlich begabte Volksgenossinnen und Volksgenossen können sich melden, die den ernsten Willen haben, eine anstrengende Schulung neben ihrer Berufsarbeit durchzuhalten. Der Unterricht findet montags bis freitags abends statt.
** Die Abgabe von Sauermilchkäse betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen sei.
** Zur Kartoffelversorgung wird heute eine wichtige Bekanntmachung veröffentlicht, in der ein Vorgriff aus einige Abschnitte des Bezugsausweises gestattet wird.
** Z u r Fischversorgung sind vom 4. bis 9. Mai Eintragungen der Verbraucher in Kundenlisten vorzunehmen. Man beachte die heutige Bekanntmachung des Ernährungsamtes.
** Leichtathletische Hebungen zum Reichssportabzeichen finden am 6. Mai auf dem Sportplatz des Männerturnvereins am Schif- fenberger Weg statt.
** Stadtbücherei Gießen. Im Monat April wurden 1708 Bände verliehen. Davon kommen auf Romane 1115, Jugendfchriften 243, Reisebeschreibungen 91, Geschichte und Lebensbeschreibungen 89, Kriegsgeschichte 86, Technik 58, Kunst und Philosophie 6, Politik 20 Bände.
Aus der engeren Heimat.
Landkreis Gießen.
* Lang-Göns, 30. April. Im 60. Lebensjahre ist unser Altbürgermeister Wilhelm Karl Rom^f, der sich in langjähriger Bürgermeisterarbeit um unsere Gemeinde verdient gemacht hat und weit über die grenzen seines Heimatortes hinaus bekannt war, plötzlich verstorben. Er folgte seiner am Tage vorher im 80. Lebensjahre verstorbenen Tante Frau Christine Rompf, geb. Weber, durch deren Söhne, den im ersten Weltkrieg gefallenen Obltn. Ritter Otto v. Rompf und den verstorbenen Chefarzt des Friedberger Bürgerhospitals Dr. med. Wilhelm Rompf, der Name des alten oberhessischen Bauerngeschlechts weithin bekannt geworden ist. Altbürgermeister Wilhelm Karl Rompf hat sich noch am Morgen seines Todes- Itages mit Bekannten über seine am Tage vorher
Das ist doch nicht möglich, er hat «doch gar nichts getan, warum — oh, mein Gott —"
Sie legte ihren Kopf in die Arme und schluchzte leise. Hin und wieder kamen unartikulierte Worte von ihren Lippen, die Elisabeth nicht verstand.
Elisabeth ließ ihr Zeit, sich auszuweinen und sich zu beruhigen.
Frcku Leeds schien eine starke Natur zu sein. Die Schicksalsschläge, die sie bisher getroffen hatten, schienen ihre Seele verhärtet zu haben.
Sie hob plötzlich den Kopf, wischte sich die Tränen aus den Augen und sagte:
„Wer hat ihn getötet?"
„Ich weiß es nicht", gab Elisabeth zur Antwort, „ich denke aber, wir werden zur Polizei gehen und alles sagen, was wir wissen. Vielleicht können wir dazu beitragen, den Mörder zu finden."
Franziska Leeds sagte nichts mehr. Sie trat zum Spiegel, wischte sich noch einmal die Augen ab und machte sich fertig, das Hotel zu verlassen. Auf der Fahrt zum Alexanderplatz sprach sie wenig. Sie ließ sich nur von Elisabeth erzählen, was sie über Bartyold wüßte.
Herr Krähe empfing sie freundlich und geleitete sie zum Kriminalrat, der mißmutig hinter seinem Schreibtisch saß.
„Ein Geschenk des Himmels", sagte er, als Krähe ihm sagte, daß die Damen ihm Näheres über Barthold und Lanos sagen könnten, „herein mit ihnen, auf die habe ich gewartet."
Er hörte sich, ohne zu unterbrechen, an, was Franziska Leeds ihm zu jagen hatte.
Dann stand er auf.
„Ich nehme an, gnädiges Fraulein", wandte er sich an Elisabeth, „daß Sie mir auch etwas zu sagen haben. Was ist es denn?"
„Ich kannte beide, Lanos und Barthold, von früher her und möchte —"
„Sehr schön", unterbrach sie Wenig, „wir unter- galten UBS dann miteinander. Krähe, tzeM Ale mit
Studium abschließt, aus einer Mehrzahl von Fächern besteht, wobei z. B. zu dem medizinischen Vorexamen zwangsläufig auch eine Reihe naturwissenschaftlicher Fächer gehören, wie auch bei der Veterinärmedizin und der Landwirtschaft; anderseits ist die Universität ein organisches Ganzes, bei dem der Ausfall eines Faches störend auf die Funktion des Ganzen wirken würde; das ist stärker der Fall, als wohl allgemein bekannt wird. Die wissenschaftliche Fortführung der Institute ist an sich schon eine Notwendigkeit, und eine Vernachlässigung würde hier wie bei jedem Betrieb nicht nur für ein Institut, sondern auch für andere große Nachteile bedeuten.
Die Forschungsarbeiten der Universitätsinstitute und ihrer Leiter werden neben dem Unterricht mit aller Kraft betrieben. Es kann nicht die Aufgabe dieser kurzen Betrachtung fein, über die verschiedenen Forschungen im einzelnen zu berichten; zur gegebenen Zeit wird darüber von berufener Seite an anderer Stelle Aufschluß gegeben werden. Nur so viel sei hier vermerkt, daß die Arbeitsintensität in den Räumen unserer wissenschaftlichen Forschung durchaus mit dem gesamten Kräfteeinsatz der Heimat Schritt hält. Auf dem Gebiete der Raumforschung werden von der Universität vielseitige wissenschaftliche und heimatliche Gebiete betreut. Außerordentlich rege Tätigkeit ist auch der Wehrmachtbetreuung in Lazaretten und Kliniken durch Vorträge aus den verschiedensten Arbeitsgebieten und über Zeitfragen gewidmet, hinzu kommt hier die sehr umfangreiche Arbeit, die von den Mitgliedern der medizinischen Fakultät in Kliniken und Lazaretten für unsere Verwundeten geleistet wird. Wehrwissenschaftliche und öffentliche Vorträge, wie auch die „Arbeitsgemeinschaft Universität und Theater" dienen der Verbreiterung und Vertiefung der geistigen Beziehungen zwischen der Hochschule und der Bevölkerung. Daß auch die landwirtschaftlichen Belange durch unsere Universitätsinstitute nach jeder Richtung hin tatkräftig gefördert wer- den, sei hier der Vollständigkeit halber noch hervorgehoben. Die NS.-Dozenten-Akademie hält durch ihre Vorträge die Verbindung zwischen den einzelnen Zweigen der Wissenschaft aufrecht.
*
So sehen wir schon an Hand dieser kurzen Ausschnitte eine Gemeinschaft der Heimat, die es als besondere Ehre und Verpflichtung betrachtet, zu Hause an ihrem Teil alles zu tun und bis zum Letzten einzusetzen, um sich unserer Soldaten an der Front jederzeit würdig zu erweisen. Die Heimat kennt dabei nur das eine große Ziel, daß nämlich unsere Soldaten bei ihrer siegreichen Heimkehr nach dem Kriege den Daheimgebliebenen das Zeuanis der anständigen und vollen Pflichterfüllung ausstellen können. B.
»Billig und doch schmackhafte
Gfs. Gute Ratgeber für alle hauswirtschaftlichen Sorgen sind die kleinen Hefte, die die Hauswirtschaftliche Beratungsstelle Gießen, Lindenplatz 11, abgibt. Sie haben sich bei unseren Hausfrauen sehr gut eingeführt. Jetzt ist dort ein neues Heft zu haben, das so recht für unsere Zeit paßt. Zusammen- gestellt ist dieses Heft vom Deutschen Frauenwerk des Gaues Westmark und der Landesbauernschaft Westmärk. Es enthält 300 Kochrezepte nach heimischer Art und will ein Wegweiser sein in der Kriegszeit. Unsere Hausfrauen sollen trotz aller Einschränkungen die Freude am Kochen nicht verlieren. Das Buch möchte sie anregen und aufmuntern, es nennt sich „Billig und doch schmackhaft". Hier wird gezeigt, wie man trotz der gegebenen Grenzen einen möglichst vielseitigen und gesundheitsfördernden Speisezettel herstellt. Erst in der Beschränkung zeigt sich so recht die Tüchtigkeit des einzelnen. So entsteht die Front der Hausfrauen, die wir zum Standhalten und Durchhalten ebenso notwendig brauchen, wie jeden anderen Kämpfer. Die Rezepte sind den Bezugskarten angepaßt, unter Berücksichtigung der heimischen Küche. Möge das Büchlein seinen Zweck erfüllen und unfern Hausfrauen zum treuen Freund werden. Es wird sie zu der Erkenntnis bringen, daß sie mit den vorhandenen Lebensrnitteln auskommen können, wenn die Rezepte richtig angewendet r .«.'den.
Gleßener Dochenmarkkprelse.
* Gießen, 1. Mai. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, V: kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 47, gelbe Rüben, V» kg 12, Svinat 18 Rpf., Spargel 1,45 RM., Unterkohlrabi 8, Meerrettich 50 bis 70, Rhabarber 35, Apfelsinen 51, Zitronen, das Stück 5, Lauch 5 bis 10, Oberkohlrabi 35 bis 45, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund 20, Feldsalat, r/i° 15 Rpf.
Verdunkelungszelt:
1. Mai von 21.47 bis 5.20 Uhr.
2. Mai von 21.49 bis 5.18 Uhr.
verstorbene Tante unterhalten, zwei Stunden später wurde er selbst bei der Arbeit auf dem Acker plötzlich vom Tode ereilt. Das Andenken an den Ver- torbenen wird hier in guter Erinnerung fortleben.
* Reiskirchen,!. Mai. Die Eheleute Postassi. tent i. R. Johann Huber und Frau, hierselbst, können am 3. Mai das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Der Jubilar ist 77, seine Frau 76 Jahre alt. An den Ereignissen unserer großen Zeit nimmt das Jubelpaar noch regen Anteil. Unsere herzlichen Glückwünsche gelten den goldenen Hochzeitern.
△ ß i d), 1. Mai. Am morgigen Samstag, 2. Mai, kann der Maschinenmeister in der Brauerei Jhring- Melchior Matthias Haug, der Vater des im Westfeldzug gefallenen Gauamtsleiters der NSV. Wilhelm Haug, sein 40jähriges Dienstjubiläum bei dieser Firma begehen. Matthias Haug montierte im Jahre 1902 im Auftrage einer Augsburger Maschinenfabrik in der hiesigen Brauerei eine neue Maschine und wurde bei dieser Gelegenheit als Maschinenmeister des Betriebs verpflichtet. Durch seine Heirat mit Helene, geb. Vogt, von hier wurde ihm unsere Stadt zur neuen Heimat. Der Jubilar, der be' seinem Betriebsführer und seinen Arbeitskameraden, sowie weithin in der Licher Bevölkerung große Wertschätzung genießt, wird am heutigen 1. Mai im Rahmen eines Betriebsappells in gebührender Weise geehrt werden. In seiner Freizeit betätigt er sich als eifriger DHCer an den Bestrebungen der Wandervereine.
+ Grünberg, 29. April. Am Dienstagabend hielt die Freiwillige Feuerwehr in der Wirtschaft Schmitz ihren Jahresappell ab. Der Führer der Wehr, Obertruppführer Karl Böß, konnte neben 23 Kameraden der Wchr Ortsgruppenleiter Schütz, Bürgermeister König und Kreisfeuerwehrführer Bouffier (Gießen) begrüßen. Das Andenken an 3 Mitglieder der Alters ab teilung (Karl Hofmann, Wilhelm Schomber und Karl Mehl) sowie des im Osten gefallenen Kameraden August Reitz wurde in üblicher Weife geehrt. Im abgelaufenen Jahre mußte die Wehr in Grünberg bei einem Werkstattbrand und vier Zimmerbrände ein- greifen, nach auswärts wurde sie zweimal gerufen (Stockhausen und Reiskirchen). Seit kurzem besitzt sie ein leichtes Löschgruppenfahrzeug. Obertruppführer Richard Jäckel hielt einen Kurzvortrag über Zimmer- und Kaminbrände und ihre Bekämpfung. Bürgermeister König sprach sich lobend über die Wehr aus, ebenso Ortsgruppenleiter Schütz, der besonders auf den eifrigen Einsatz der Wehr beim „Dag der Polizei" hinwies. Kreisteuerwehrführer Bouffier berichtete über eine Arbeitstagung in Mainz.
Frankfurter Schlachtvlehmartt.
Frankfurt a. M., 1. Mai. (Vorbericht.) Es no- tierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen 44,50 bis 46,50, Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 25 bis 44,50,
Interessenten sinden wird.
Handball.
Gauklasse.
Luftwaffe Gießen — SA. Frankfurt.
Die Meisterschaft und auch der Abstieg tn der Gauklasse sind entschieden. Die SA. mußte als vorjähriger Meister den Titel an ihren Lokalrivalen Polizei abgeben. Aus Prestigegründen werden die Gäste jedoch versuchen, den zweiten Tabellenplatz sicher zu belegen. Die Luftwaffe hat in den letzten Spielen gezeigt, daß sie nicht untersäsiitzt werden darf. Im Vorspiel blieben die Frankfurter mit 9:d Toren Sieger. Obwohl sie in der sonntäglichen Be- gegnung die größeren Siegesaussichten haben, wird ihnen ein Sieg auf Gießener Boden nicht so leicht fallen.
Handball der HI.
Bann 772 Weilburg — Bann 823 Friedberg.
Dieses Spiel wird am Sonntaaauf dem Gießener Mtv.-Platz ausgetragen. Beide Mannschaften mußten bis jetzt eine Niederlage einstecken. Den Grieth bergern gelang es am letzten Sonntag, den Bann 88 Wetzlar zu schlagen. Auch in diesem Spiel besitzen sie die größeren Siegesaussichten.
Handball im Bann 11 6.
Um die Spieler nicht zu sedr zu beanspruchen, fallen die vorgesehenen Punktspiele der HI. aus. Nur in der Klasse des DJ. kommt es zu der Begegnung
Frau Leeds zu ihrer Wohnung und suchen Sie mal die hinterlassenen Sachen des Barthold durch. Vielleicht findet sich dabei irgendein Anhaltspunkt."
Nachdem die beiden das Zimmer verlassen hatten, setzte sich Wenig wieder und bat Elisabeth, zu berichten, was sie ihm zu berichten habe.
„Ich kenne Joseph Lanos, seit ich überhaupt denken kann. Er hat mich erzogen und ausgebildet, und wenn ich heute eine bekannte Artistin bin, jo verdanke ich das in erster Linie Joseph Lanos. Meins Mutter erzählte mir manchmal, daß sie in ihrem Elternhause sehr unerquickliche Verhältnisse erleben mußte, weshalb sie eines Nachts einfach durchbrannte und sich einer Zigeunerkapelle anschloß. Es waren Ungarn. Dort fang sie ungarische und deutsche Volkslieder und dort wuchs ich auf. Meinen Vater habe ich nie kennengelernt, es hieß, er fei gleich nach meiner Geburt gestorben. Da meine Mutter Perling hieß, so muß ich annehmen, daß sie mit meinem Vater nicht verheiratet war. Sie starb bald, und ich konnte sie daher niemals darüber befragen. Lanos war mein Erzieher, er kaufte mir meine Kleider, achtete auf meine Schulaufgaben und erzog mich zur Artistin. Lanos muß damals einige zwanzig Jahre alt gewesen sein. Er war Artist und betätigte sich bei der Kapelle als Instrumentator. Zu mir war er oft sehr streng, ja, er schlug mich manchmal, wenn ich meine Exerzitien nicht geübt hatte. Ich meinte oft und war sehr unglücklich. Als ich siebzehn Jahre alt war, stieß Karl Barthold zu unserer Truppe. Mit ihm tanzte und steppte ich, und er wurde mir ein treuer Freund, der mich oft tröstete, wenn Lanos wieder einmal streng zu mir gewesen war. Als wir vor einigen Jahren in Berlin auftraten, bat ich Bart- hold, mir zu helfen. Ich wollte fliehen und mich allein durchs Leben schlagen. Barthold brachte mir eines Tages vierhundert Mark. Es sei fein Erspartes, sagte er, ich solle damit fliehen und es ihm wiedergeben, wenn ich könnte."
Fortsetzung folgt)
Im Rahmen der für den 2. Mai vorgesehenen Veranstaltungen richtet der N.S.R.L. ein großes Programm. Turner und Leichtathleten, Handballer und Fußballer werden den Volksgenossen, denen Sport Freude und Erholung und frohes Leben sind, auf dem im ersten Grün prangenden Waldsportplatz des VfB.-Reichsbahn interessante Kämpfe bieten.
Die Turner benutzen die Gelegenheit, um ihre im Winter der Witterung zum Opfer gefallenen Ge- rätemeisterschaften nachzuholen; die Frauen treten zu dem Ortsoergleichskampf an. Nach Abschluß der Waldläufe, die dem Sportkreis so stolze Erfolge brachten, gehen die Leichtathleten zum erstenmal m diesem Jahr auf die Aschenbahn. In allen Wettbewerben werden spannende Kämpfe zu erwarten ein. Unsere aus dem vorigen Jahr bekannten Lauer Weiler, Dechert u. a. sind nicht mehr zur Ver- s ügung. Hauptmann Wagler, der Meister über 200 Meter, wird sich also in erster Linie mit dem sehr guten Nachwuchs aus den Rechen seines eigenen Vereins auseinanderzusetzen haben. Die Sportkreisführung wird nach den Ergebnissen dieser Kämpfe! die Auswahl für die Städtestaffel treffen, die am 17. Maii in Frankfurt beim Gau-Städtestaffel-Tag Gießen vertreten soll. Auch die in der HJ.-Klasse startenden Läufer werden einer Prüfung unterzogen, gilt es doch für den am gleichen Tag in Gießen stattfindenden Bannvergleichskampf gegen Offenbach und St.-Goarshausen die stärkste Mannschaft zu finden. _ ,,
Das Handballspiel Luftwaffe gegen die Auswahl des Bannes 116 wird vielleicht die Frage losen, welche Einheit zur Zeit Gießens stärkste Vertretung in dieser Sportart ist. Beide Mannschaften sind m bester Form. Die Luftwaffe konnte ihre letzten Gauklassengegner niederringen, und der Bannmannschaft gelang es vergangenen Sonntag, das letzte Hinde^ nis bei den Spielen um die Gruppenmeisterschaft zu überwinden. Sie schlug mit 16:4 den Bann Weilburg und greift nun nach der Gebietsmeisterschaft.
Nach längerer Pause, während der nur Pflicht spiele mehr lokalen Charakters zum Austrag tarn em sehen die Anhänger des Fußballsportes wieder mn größeres Spiel. Die Stadtmannschaft empfängt die zur Zeit besonders starke Vertretung der Stadt Marburg, in deren Reihen diesmal bekannte ©aftlpie* ler aus dem Reich stehen. Wir glauben, daß diesS Großveranstaltung, die den dritten Knegs-Sport« fommer einleiten soll und übrigens dem Charakter des Tages entsprechend kostenlos geboten wird, viels
Lang-Göns — Heuchelheim.
Im Vorspiel blieben die Kleinen Heuchelheims knapper 5:3-Sieger. Vielleicht gelingt es diesmal den Gastgebern, die Punkte zu erringen.________ .
Man verlange beim Einkauf
i Backwunder
Reese-Gesellschaft, Hameln


