der Neuregelung der Gewinnabführung für das Jahr 1941 einen GewinnabführungsLetraa zu entrichten haben, werden die erste Teilzahlung auf diesen Gewinnabführungsbetrag erst am 1. Juni 1942 KU entrichten haben.
Keinellmsahsteuer-Voranmeldungmehr
Aus Gründen der Arbeitsersparnis und der Papierersparnis brauchen die Unternehmer keine Umsatzsteuer-Veranlagung mehr abzugeben. Es wird jedoch erwartet, daß die Unternehmer nach wie vor pünktlich die Umsatzsteuer-Vorauszahlungen entrichten. Die nächste Umsatzsteuer-Vorauszahlung ist in den ersten zehn Tagen des April fällig. Die Unternehmer müssen auf der Rückseite des Zahlkartenabschnittes angeben: ihre Steuernummer, das Stichwort „Umsatzsteuer-Vorauszahlung" und den Zeitraum, auf den sich die Umsatzsteuer-Vorauszahlung bezieht.
Oie Heilkräutersammlung im Gau.
In der Heilkräutersammluna des Jahres 1941 steht die Gauabteilung Hessen-Nassau und Kurhessen der Reichsarbeitsgemeinschaft für Hsilpflanzen- kunde und Heilpflanzenbeschaffung an hervorragender Stelle, bei der wegen des Vitamin-E-Gehaltes besonders wichtigen Hagebuttensammlung sogar an erster Stelle im Reich. In Offenbach und Hanau war die Heilkräuterernte besonders ergebnisreich. Nach dem vorläufigen Resultat kommen nach den Kreisen Bergstraße und W e t t e r a u an dritter und vierter Stelle Hanau und Offenbach. Das Sammeln der Heilkräuter geschieht unter Zuhilfenahme der Schulen, vor allem der 10- bis 14jährigen Schüler, untex Aufsicht der Lehrer. Mit Beginn des Frühjahrs setzte die Sammeltätigkeit wieder ein. Gegenwärtig werden schon die Blüten des Huflattichs gesammelt (Bestandteil von Brust- und Hustentee), yn nächster Zeit kann das Sammeln der Schlehdornblüten, Schlüsselblumen und der Weihdornblüten beginnen.
Turn-Verein von 1846 Gießen.
Am Samstag fand im „Burghof" ein gut besuchter Mitgliederappell statt. Vereinsführer Wiegand hieß insbesondere die Turnkameraden im grauen Rock sowie Sportkamerad Bezirksführer Stein willkommen. Ein stilles Gedenken galt den Gefallenen des Vereins. Turnkamerad Wiegand gab dann einen kurzen Rückblick auf die Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Jahr, dankte allen Mitarbeitern für ihren Einsatz und forderte weitere selbstlose Mithilfe. Oberturnwart Karl Reuter gab anschließend einen Ueberblick über die aktive Tätigkeit der Turner und Turnerin Hauck über die Tätigkeit der Weiblichen Vereinsangehörigen. Sodann überreichte Bezirksführer Stein dem Ehren-Oberturnwart Karl Erb den Ehrenbrief des NSRL., wobei sich der Bezirksführer hauptsächlich an die Jugend wandte und betonte, daß sie sich an den Alten ein Beispiel nehmen solle, denn Karl Erb, der über 50 Jahre aktiver Turner und Erzieher ist, habe ein Menschenalter für die edle Turnsache gearbeitet und immer die Ertüchtigung unserer Jugend zum Ziele gehabt. Turnkamerad Erb dankte bewegt für die Ehrung. Nach dem Gesang einiger Turnerlieder schilderte Kamerad Mangold noch kurz seine Eindrücke im Sowjetparadies. Mit dem Treuegelöbnis
auf den Führer und seine tapferen Soldaten wurde der Kameradschaftsabend geschlossen.
Gießener Schlachtviehmarkt.
Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 40 bis 45,5, Bullen 34 bis 43,5, Kühe 22 bis 46,5, Färsen 30,5 bis 49,5, Kälber 25 bis 57, Schafe 25 bis 50 Rpf. je Vt Kilogramm Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 und mehr kg) 1,25, bl (135 bis 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 134,5 kg) 1.25, c (100 bis 119,5 kg) 1,23, d (80 bis 99,5 kg) 1,15, e—f (unter 80 kg) 1,11, gl (fette Specksauen) 1,25, i (Altschneider) 1,25, g2 (andere Sauen) 1,15, h (Eber) 1,15 RM. — Marktverlauf: Alles zugeteilt.
(Siebener Dochenmarktpreije.
* Gießen, 1. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, gelbe Rüben, % kg 15, rote Rüben 14, Unterkohlrabi 8 bis 10, Zwiebeln 11, Lauch, das Stück 10 Rpf.
*
** Grüße aus dem Feld. Von der Küste des Ozeans schicken die nachgenannten Marine- Flakartilleristen durch uns der Heimat herzliche Grüße: Wilhelm Pfeiffer X. aüs Großen-Buseck, Richard Lechens aus Muschenheim, Heinrich Möbus aus Lauterbach, Karl Schwab aus Altenhain und Heinz Müller aus Renzendorf. Die Heimat erwidert diese Grüße herzlich mit dem Wunsche, daß den wackeren Söhnen Oberhessens eine glückliche und sieggekrönte Heimkehr beschieden fein möge.
** Der Ladenschluß in den Sommermonaten ist vom Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — für sämtliche Verkaufsstellen auf 19 Uhr festgesetzt worden.
** Verfall der alten Urlaubermarken. Die vielfach in der Oesfentlichkeit vertretene Ansicht, daß die alten blauen Reichskarten für Urlauber bereits am 31. März ungültig werden, ist irrig. Wie mitgeteilt, treten die alten Urlauberkarten , mit dem Ablauf des 31. Mai 1942 außer Kraft. Dieser Tag ist der letzte, an dem die Verbraucher noch auf Abschnitte der alten Karte Waren beziehen können. Die neuen Urlauberkarten mit dem in Hellblau — statt wie bisher in Rosa — auf jedem Abschnitt aufgedruckten Hoheitszeichen gelten vom 6. April 1942 ab.
Amtsgericht Gießen.
Zwei Frauen von Gießen hatten das Bestreben, für sich mehr Fleischmarken zu erlangen als ihnen zustand. Zu diesem Zwecke veranlaßtes sie ein junges Mädchen, das in einer Metzgerei beschäftigt war, dort ihrem Dienstherrn Fleischmarken zu entwenden und sie den beiden Anstifterinnen auszu- händigen. Dadurch erhielt die eine Frau in der Zeit von Sommer 1941 bis Mitte Januar 1942 insgesamt für etwa 3 Pfund Fleischwaren Marken, die andere in der gleichen Zeit für etwa 300 Gramm, die sie verwerteten. Hiermit machten sie sich neben der Anstiftung zum Diebstahl auch der Hehlerei und der Uebertretung der Verbrauchsregelungsstrafverordnung schuldig. Das Mädel erkannte die ihm
durch Strafbefehl auferlegte Strafe an, die beiden Frauen, die ebenfalls durch Strafbefehl je drei Monate Gefängnis und 50 RM. Geldstrafe erhalten hatten, legten dagegen Einspruch ein, so daß sich nun gestern das Amtsgericht mit der Sache zu beschäftigen hatte. Die eine Angeklagte, die A. K., erhielt eine Gesamtgefängnisstrafe von drei Monaten und drei Tagen sowie eine Geldstrafe von 50 RM., die andere Angeklagte, die E. S., kam in Anbetracht der geringeren Schwere ihres Vergehens mit einer Gefamtgefäng- nisftrafe von sechs Wochen und 25 RM. Geldstrafe davon. Die seitherige Unbescholtenheit der beiden Angeklagten wirkte strafmildernd.
Spar- und Vorschußverein Oaubringen
(D Daubringen, 31. März. Mit der am Sonntagnachmittag in der Wirtschaft Weimer abgehaltenen Jahresschlußoersammlung des Spar- und V o r s ch u ß v e re i n s , e. G. m. b. H., Daubringen war zugleich die 50jährige Jubiläumsfeier des Direktors A l b a ch verbunden, aus welchem Grunde auch Oberprüfer Hartmann aus Gießen erschienen war. Der Versammlungsleiter, Aufsichtsratsvorsitzender Mohr, gedachte zunächst der im Geschäftsjahr verstorbenen Mitglieder, begrüßte den aus Gießen gekommenen Gast und erteilte dem stellvertretenden Direktor Henkel das Wort zum Geschäftsbericht. Der Umsatz ist um rund 27 000 RM. auf 502100,03 RM. gestiegen, die Spareinlagen um rund 73 000 RM. auf 331929 RM. Die Kasse zählt z. Z. 171 Mitglieder. Aus der vom Kassenrechner Braun Dorgetragenen Jahresrechnung geht hervor: Die Summe der Aktiva beträgt 382956,10 RM., die Summe des Reingewinns 1939,09 RM. Der Reingewinn findet folgende Verwendung: Es erhalten 50 RM. die Volksschule als Anerkennung für fleißiges Sparen, 50 RM. der NSV.-Kinder- garten, die Geschäftsanteile werden mit 6 v. H. vergütet, der verbleibende Rest wird je zur Hälfte dem Reservefonds und der Betriebsrücklage überwiesen. Vorstand und Aufsichtsrat werden entlastet. — Da Herr Albach wegen hohen Alters sein Amt als Direktor niederlegt, das er 50 Jahre lang zum Segen d^r Gemeinde geführt hat, wurde auf Vorschlag des Vorstandes und Aufsichtsrates sein seitheriger Stellvertreter Henkel einstimmig zum Direktor gewählt, während Herr Albach als Mitglied im Vorstand verbleibt. Von feiten des Verbandes wurde diesem durch Herrn Hartmann für seine gewissenhafte, lange Tätigkeit gedankt, von feiten der Genossenschaft geschah dies durch seinen bisherigen Stellvertreter. Die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Roth und Kümmel wurden wiedergewählt. Oberprüfer Hartmann sprach dann zu aktuellen finanzwirtschaftlichen Fragen und insbesondere zur Einstellung der Genossenschastskasfen zu ihren Mitgliedern. Diese Ausführungen waren sehr interessant und wurden von der gut besuchten Versammlung dankbar ausgenommen.
G. A.-Sport.
Bann 446 Gießen bei den Gebietsmeisterschasten im Schwimmen.
Bei den diesjährigen Hallengebietsmeisterschaften in Frankfurt war der Bann 116 leider nicht so erfolgreich wie sonst. Dies ist darauf zurückzuführen,
daß den Gießener Schwimmern durch die SchUe» ßung des Hallenbades jede TrainingsmöglichkeiL fehlt. So entging dem Gießener Schwimmer Gernot Funk eine sichere Gebietsmeisterschaft, da er auf Anordnung des Gebietsfachwartes nicht in Klasse 1 starten durfte, lieber 100 Meter Brust war Funk fast 3 Sek. schneller als der neue Meister Kund (Offenbach). Dabei erreichte Funk läpgst nicht seine besten Leistungen, da er erst kürzlich aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Auch Beckert mußte sich diesmal nur mit 2 dritten Plätzen zufrieden- geben.
Besonderes Pech hatten die Gießener im Wasserball. Während Frankfurt kampflos ins Endspiel kam, mußte Gießen zunächst gegen Offenbach antreten. Nach einem schönen- Kampf siegten die Gießener mit 8:1 Toren. Die Hauptstützen der Gießener waren Funk und Pfeiffer, die dies auch durch zählbare Erfolge (Funk 6 und Pfeiffer 2 Tore) zum Ausdruck brachten. Die Hintermannschaft mit Beckert, Wehrum und Franck arbeitete ebenfalls tadellos. Im Endspiel, das kurz danach bestritten wurde, ging Gießen zunächst durch Funk in Führung, dann machte sich bei den Gießenern jedoch das vorige Spiel bemerkbar, und so konnte Frankfurt bis $ur Halbzeit mit 4:1 die Führung übernehmen. Nach dem Wechsel konnte K i en st e i n auf 4:2 verkürzen. Da nun Funk ständig von zwei Spielern bewacht wurde und der Schiri (aus Frankfurt) mehrere Fehlentscheidungen zu Ungunsten der Gießener traf, gewann schließlich Frankfurt mit 6:2 Toren.
Turner im Meisterschastskanipf.
Der Sportgau Hessen-Nassau fuhrt am Öfter« Montag, 6. April, in Neu-Isenburg feine Gerätmeisterschaften für Turner und Turnerinnen durch. 65^ Männer und 120 Frauen wurden dazu angemeb
Die Turnermeisterschaft im Zehnkampf, die den Oppauer Richard Reuther nicht verteidigen kann, wird wohl eine sichere Beute des jungen Gastturners Erwin Linke von der RSG. Hanau werden, dev kürzlich beim Reichswettstreit der jungen Meister« klasse den dritten Platz belegte. Sehr zu beachten werden ferner fern der vorjährige kurhessische Zwölf* kampfmeister Sä)öneich (Erbach/Wefterw.), diü Frankfurter Rosenberger (V. & H.), Zelle kenS (Eintracht), Stark (Eintracht) und Henkel (V. & H.X. sowie der Darmstädter Jsele. Außerdem werden für die Ober- und Mittelstufe je ein Achtkampf, für diö Aelteren Sieben- und Fünfkämpfe abgewickelt.
Die Meisterschaft der Turnerinnen wird in einem Achtkampf vergeben. Martha Thieme (Eintracht Frankfurt) hat im Vorjahre die Konkurrenz so eindrucksvoll aus dem Felde geschlagen, daß mit einer erfolgreichen Titelverteidigung zu rechnen ist. Ihre stärksten Gegenspielerinnen werden voraussichtlich die Frankfurterinnen Junges, und Meister (Tv. 57 Sachsenhausen), die Offenbacherinnen Stock, Weith und Wiedehold, Schmieder (Gießen) und die Hanauerinnen Hübner und Giermann fein.
Hoiiptschrlftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter befl Hauptschriftleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Giessen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein.
Druck und Verlag: Brühlsche UniversitätsdruSerei R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck.
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