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Kriegseinsatz dieser großen Oraamsation freiwilliger Helfer und Helferinnen, Dr. Paetzold über die ärztliche Tätigkeit beim Arbeitseinsatz, Reichsapo­thekerführer Schmierer über Arzneimittelfragen, Prof. Dr. Wirz über Ernähr^ngsfragen und Dr. W a e g n e r über den Aufbau des Gesundheitswe­sens im Osten. Das Gebiet der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit behandelten Dr. Haubold und Direktor Z i e tz.

Oie Rechtspflege im Kriege.

In Berlin fand unter dem Vorsitz von Staats­sekretär Dr. Schlegelberger eine Tagung der Obe r- lanpesgerichtspräsidenten und G e n e - ralstaatsanwälte statt, an der auch der Ober­reichsanwalt am Reichsgericht teilnahm. Staats­sekretär Dr. Schlegelberger und Staatssekretär Dr. Freister sowie Abteilungsleiter und Referenten des Reichsjustizministeriums gaben Richtlinien über die weitere Ausrichtung der Rechtspflege auf die Kriegs­aufgaben und insbesondere auf die Handhabung der kriegsstrafrechtlichen Vorschriften. Im Mittelpunkt standen einmal Vereinfachungsmaßnahmen, um die Schlagkraft der Rechtspflege besonders jetzt im Kriege zu erhöhen. Daneben wurden die Aufgaben, die der Kampf gegen Schwarzschlächter, Schieber, Schleich- und Tauschhändler und sonstige Kriegsver­brecher Or Rechtspflege stellt, behandelt, um die ge­rechte Verteilung der Versorgungsgüter sicherzu­stellen.

Aus aller Welt.

Der 25. Todestag Vehrings in Marburg.

Marburg gedachte am 31. März der 25. Wieder­kehr des Todestages Emil v. Behrings. Nachdem der Rektor der Universität, Prof. Dr. Mayer, und der Leiter des Instituts für experimentelle The­rapie, Prof. Dr. H. Schmidt, sowie der Betriebs­führer der Behringwerke, Dr. A. D e m n i tz, am Grabe Behrings auf einer Waldhöhe bei Marburg Kränze niedergelegt hatten, versammelten sich Ver­treter von Staat, Partei, Wehrmacht und Wissen­schaft am Denkmal des Forschers im Zentrum der Stadt zu einer Gedenkfeier, bei der der Rektor sprach. Äm Institut des Hygienischen Universitätsin­stituts, in dem Behring so oft gelehrt hatte, wür­digte sodann Pros. Dr. W. P f a n n e n st i e l den Einfluß Behrings auf die Entwicklung der Immun- Biologie.

Feierstunde der 71SDAP. für Karl den Großen.

Am 2. April findet im Krönungssaal des Rat­hauses zu Aachen eine Feierstunde der NSDAP, zum 120 0. Geburtstage Karls des Gro­ßen statt. Im Mittelpunkt steht eine Rede des Gauleiters Groh«. Die umrahmende Musik setzt sich aus Kompositionen von G. F^Händel zusammen.

Vollstreckung eines Todesurteils.

Am 31. März 1942 ist der am 24. August 1892 in Frankfurt a.M. geborene Friedrich Ochs hin­gerichtet worden, den das Sondergericht Frankfurt als gefährlichen Gewohnheitsverbrecher und Volks­schädling zum Tode verurteilt hat. Ochs, der bereits .17 Jahre seines Lebens in Strafanstalten zugebracht hat, beging unter Ausnutzung der Kriegsverhält­nisse erneut zahlreiche Diebstähle.

Furchtbares Ende eines Treuebruches.

Im Januar war auf der Koflalm im Säming- gebiet (Allgäu) ein Hütteneinbruch verübt worden, öie Inneneinrichtung war vollständig durchwühlt; alle Vorräte waren aufgebraucht. Aus aufgefunde­nen Zetteln ging hervor, daß angeblich ein Ehepaar Lehmann aus Bietmannsdorf in Thüringen auf der Hütte gewesen war. Es hieß u. a.:Warten ver­geblich mit erfrorenen Händen und Füßen auf Hilfe. H. und E. Lehmann." Auf einer Landkarte war vermerkt:Folge den Fußstapfen meines Mannes, der Hunger trieb mich dazu." Vor etwa 14 Tagen wurde die Leiche der Frau Lehmann am Dürren- berg im Säulinggebiet aufgefunden. Obwohl der Aufstieg zu der 1700 Meter hoch gelegenen Hütte mitten im strengsten Winter erfolgt war, war die Frau nur mit einem sommerlichen Dirndlkleid und Halbschuhen bekleidet gewesen. Am Freitag wurde nun von der Gendarmerie Reutte die Leiche eines Mannes unweit der Fundstelle der weiblichen Leiche aufgefunden. Es handelt sich aber nicht um den Ehe­mann der Frau, sondern um ihren Gel lebten, einen gewissen Jannack aus Kalau im Regierungs­bezirk Frankfurt a. d. O. Bei der Leiche des Jannack fand' man eine aus den Namen des Ehemannes Lehmann lautende Ausweiskarte. Mit dem Auf­finden der beiden Toten ist der Hütteneinbruch auf der Ko'lalm nun endgültig geklärt.

16 Tote bei einem Autounglück in Marokko.

Auf der Straße von Settat nach Mazagan bei Casablanca stürzte ein mit 25 Personen, in erster Linie Eingeborenen, besetzter Autobus in einer Kurve in eine Schlucht, wobei der Wagen vollkäm­men zertrümmert wurde. 16 Personen, darunter zwei Europäer, wurden getötet, die übrigen schwer verletzt.

Mars zieht an Jupiter vorüber.

Sternschau im April.

Von Dr. Erwin Kossinna.

Aus der Stadl Gießen.

April.

Gleich einem Irrwisch kommt der April ins Land. Er läßt seiner Mutwilligkeit die Zügel schießen und schickt uns heute Sonnenschein und Wärme, um morgen mit Regenschauern und Hagelkörnern auf­zuwarten. Eben noch zauberte er ein Firmament voll strahlender Klarheit und wenig später hat er dicke Wolkenkulissen aufgefahren, als sollte es noch einmal November werden. Koboldartig folgt er. feinen Ein­fällen, so daß man auf ihn das Wort gemünzt hat: April! macht was er will." Die alten Römer nannten ihn Aprilis und weihten ihn der Venus, aber schon von Karl dem Großen erhielt er den Namen Ostermond, weil in unseren Breiten um diese Zeit das Osterfest gefeiert wird.

Es ist selbstverständlich, daß ein Monat, der uns das Frühlingsfest beschert, von vornherein auf Sym­pathien rechnen kann. Denn er bringt nicht nur die Festtage, er führt auch den Lenz im Gefolge. Mag er noch so wetterwendisch erscheinen, mag er selbst

Verdunkelungszeit:

1. April von 20.55 bis 6.25 Uhr.

noch einmal Schneegestöber über das Land jagen: während seines Wirkens keimt und sproßt es allent­halben. Das große Wunder des Frühlings kehrt wieder, und seine Zeichen werden im April deutlich sichtbar. Zwar hat der Frühling kalendarisch bereits im März begonnen, was aber jener Monat ver­säumte, bringt dieser nun zur Entfaltung. Mit jedem Tage geht es jetzt vorwärts, und der Rasenfleck hinter dem Hause, der in den ersten Apriltagen noch eine fahle Farbe zeigt, wird am Monatsende mit saftigem Grün prunken. Noch spürbarer ist der Wandel im Garten. Auf die ersten Schneeglöckchen und Krokusse folgen bald die Primeln und Nar­zissen, die Tulpen und all die vielen Kinder der Flora, die uns mit Duft und Farbe entzücken. Die Stachelbeeren grünen, die Johannisbeeren tun das gleiche, und im Gesträuch des Flieders schwellen verheißungsvoll die Knospen. Arn Abend eines feuchten und milden Apriltages gibt es nichts Schö­neres, als im Garten spazieren zu gehen.

Der April bringt nun auch der Landbevölkerung die Möglichkeit des vollen Einsatzes. Mit Eifer geht es jetzt daran, das Land zu-bestellen. Pflugschar und Egge treten in Tätigkeit, das Tagewerk dehnt sich auf viele Stunden aus. Liegt dabei der helle Son­nenschein über den Fluren, so schreitet die Arbeit ordentlich vorwärts. Aber auch ein Aprilregen tut dem Schaffen auf dem Acker wenig Abbruch, bei der Aussaat soll ein milder Regen sogar sehr dien­lich sein. Je mehr der April wächst, um so freund­licher wird draußen das Landschaftsbild, und wenn dieser Monat schließlich dem wunderschönen Monat Mai weichen muß, dann wird auch der Frühling sein schönstes Festkleid anlegen. H. W. Sch.

Keine unnötige Reisen.

Es gibt immer noch Volksgenossen, die meinen, die Einschränkung des Reiseverkehrs und die Er­mahnungen in der Presse, nur wirklich notwendige Reisen zu machen, gingen sie nichts an. Sie be­nutzen die Bahn, als ob Frieden wäre und die Reichsbahn sich über den Verkauf möglichst vieler Fahrkarten freue.

Es ist nicht zu verkennen, daß heutzutage Reisen in Betracht kommen können, die in Friedenszeiten nicht nötig gewesen wären. Dies ist z. B. der Fall, wenn Angehörige einen Soldaten in seiner Gar­nisonstadt zum letzten Mal vor dem Einrücken zur Front besuchen wollen. Hierbei läßt sich aber häufig feftfteUen, daß die Ehefrauen mit kleinen Kindern zur Garnisonstadt fahren und die Hin- ober Rück­reise nur dadurch erledigen können, daß sie die ganze ober halbe Nacht zu Hilfe nehmen. Nächt­liche Reifen mit kleinen Kindern sind aber sowohl für diese, als auch die begleitende Mutter und die Mitreisenden durchaus unfreulich. Man sollte doch die Kinder zu Hause lassen und sie einer Nachbarin anvertrauen.

Wenn auch das Reisen mit Ausnahme gewisser Festtage keine Zulassungskarte erfordert, wie sie im Weltkrieg eingeführt war, so heißt das doch nicht, daß jeder nach Gutdünken die Eisenbahn benutzen könne. Die Pflichten aller Volksgenossen gegenüber der Volksgemeinschaft verlangen gebieterisch, daß jeder vor Antritt einer Reise genau prüft, ob sie unumgänglich notwendig ist und ob sie nicht durch ein persönliches Schreiben, einen Geschäftsbrief oder einen Anruf ersetzt werden kann. Jeder, der durch eine nicht notwendige Reise einem dringend not­wendig Reisenden den Platz im Zuge wegnimmt, ober der bei überfüllten Zügen durch feine Reise verhindert, daß der dringend Reisende mitfahren

Die Bewegungen der drei Planeten Mar s, Ju­st i t e r und Saturn im Sternbild des Stiers sind in den Frühjahrsmonaten von besonderem Reiz. Nachdem Mars Ende Februar den Ring­planeten Saturn überholt hatte, konnten wir im März beobachten, wie der schneller wandernde Mars sich allmählich dem vorausziehenden Jupiter näherte. Am 4. April wird Mars dicht nördlich an Jupiter vorüberziehen. Der scheinbare Abstand beider Pla­neten beträgt dann nur knapp IV4 Bogengrade. Sehr eindrucksvoll ist der Helligkeitsunterschied bei­der Gestirne. Der mächtig strahlende Jupiter, gegen­wärtig der bei weitem auffälligste Stern am Ab end- Himmel, übertrifft den rötlichen Mars rund 20mal an Helligkeit. Dabei ist Jupiter mit 820 Millionen Kilometer Abstand mehr als dreimal so weit ent­fernt wie Mars, von dem uns nur 270 Millionen Kilometer trennen. Die Helligkeiten und Entfernun­gen der beiden Himmelskörper zeigen die über­ragende Größe Jupiters im Planetensystem, der den Mars im Durchmesser 21mal übertrifft.

Die hohe Stellung Jupiters am südwestlichen Himmel ist im April noch günstig für die Beobach­tung der vier großen Monde des Riesenplaneten, die auch schon im Feldstecher als feine Lichtpunkte neben der Planetenscheibe erkennbar sind. Man wähle zur Beobachtung die mondlosen Abende nach dem 4. April. Jupiter und Mars gehen um 1 Uhr nachts unter, während der westlicher stehende Saturn be­reits gegen 23 Uhr unter den Horizont taucht. V e - n u s ist Morgenstern, befindet sich aber wegen ihrer südlichen Lage in einer für die Beobachtung wenig günstigen Stellung, so daß sie nur etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang sichtbar wird. Merkur bewegt sich im April hinter der Sonne und kann daher nicht gesehen werden.

Der Fixsternhimmel erfährt im Laufe des Mo­nats eine auffallend rasche Wandlung. Während der ersten Aprilhälfte sind am Westhimmel noch die schönsten Wintersternbilder sichtbar: Orion mit Rigel und Beteigeuze als hellsten Sternen, Sirius und Prokyon, die Zwillinge Kastor und Pollux und hoch im Nordwesten die funkelnde Kapelle im Fuhr­mann. Da nun die Fixsterne täglich vier Minuten früher untergehen, anderseits mit zunehmender Tageslänge die abendliche Dunkelheit immer später einsetzt, so verschwinden die Winterfternbilder Ende April sehr rasch, während im Osten die Sommer­sternbilder auffteigen.

Gegen 22 Uhr Sommerzeit bemerken wir am Ost- Himmel drei besonders Helle Fixsterne: im Südosten die weiße Spika im Sternbild der Jungfrau, im

kann, versündigt sich an der Volksgemeinschaft! Bei richtiger Erkenntnis dieser Lage und der ungeheuren Anforderungen, die von Front und.Heimat an die Reichsbahn gestellt werden, muß jeder Volksgenosse in der Benutzung der Eisenbahn die notwendige Zurückhaltung üben. Dies kann auch dadurch ge­schehen, daß er bei ärztlich verordneten Erholungs­reisen ein Ziel wählt, das er nicht erst nach tage­langer Bahnfahrt erreichen kann. z

Wer nach diesen Grundsätzen dennoch eine Reise machen muß, kann dadürch viel zur Entlastung der Reichsbahn und zur Erhaltung der Dienstfreudigkeit ihrer Gefolgschaft beitragen, daß er sich Fahraus­weise und Auskunft über den Verkehr der ge­wünschten Züge rechtzeitig und an den hierfür vor­gesehenen Stellen holt. Das Personal der Reichs­bahn, das heute feinen entsagungsvollen Dienst oft weit über neun Stunden hinaus leisten muß, hat Anspruch darauf, höflich behandelt zu werden, wie es auch immer höflich den Reifenden gegenüber« tritt. Bedenke, daß Nachlösungen nicht nur 50 Rpf. Zuschlag kosten, sondern auch das Fahrpersonal immer längere Zeit feinen eigentlichen Dienstob­liegenheiten entziehen.

erweiterte Steuerermäßigung .

für Hausgehilfinnen in kinderreichen Haushaltungen.

Eine Steuerermäßigung für die Beschäftigung einer Hausgehilfin wurde nach dem bisherigen Recht gewährt, wenn vier minderjährige Kinder unter 21 Jahren zu dem Haushalt des Steuerpflichttgen ge­hören. Durch die Einkommensteuerrichtlinien für 1941 ist diese Bestimmung geändert und die Ge­währung der Steuerermäßigung erweitert worden. Eine Steuerermäßigung für eine Hausgehilfin kann jetzt gewährt werden, wenn im Haushalt des Steuer­pflichtigen mindestens drei minderjährige Kinder 'oder andere minderjährige Angehörige leben, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und für die ihm Kinderermäßigung zusteht. Durch einen

Osten den tiefgelben Arkturus, den Hauptstern im Bootes, und über dem nordöstlichen Horizont die blauweiß funkelnde Wega in der Leier. Diese drei hellen Sterne bilden einen besonderen Schmuck unsres abendlichen Sommerhimmels. Sie find auch von bemerkenswerter Beschaffenheit. Spika ist ein sehr enger spektroskopischer Doppelstern, dessen veide Sonnen sich fast berühren. Wie die periodische Ver- schiebung der Spektrallinien uns verrät, kreisen, die beiden Himmelskörper in vier Tagen um den ge- meinfamen Schwerpunkt. Bei einer Ob erstäche ntern- peratur von 17 000 Grad haben sie zusammen die 2000fache Leuchtkraft unserer Sonne. Nahezu drei Jahrhunderte ist das Licht der Spika unterwegs, bis es die Erde erreicht. Arktur gehört zu den gelben Riefensternen, die nur eine sehr geringe Dichte und im Vergleich zur Sonne eine niedrigere Strahlungs­temperatur, etwa 4000 Grad (Sonne 5900 Grad), besitzen, dafür aber die Sonne bedeutend an Größe und Leuchtkraft übertreffen. Arktur ist 38 Lichtjahre oder 360 Billionen Kilometer von uns entfernt und besitzt bei 27fachem Sonnendurchmeffer die hundert­fache Leuchtkraft der Sonne. Arktur ist einer der hellsten Sterne des Himmels. Schon im Altertum zog die wunderbare Leuchtkraft Arkturs die Auf­merksamkeit der Dichter auf sich. Wega z^gt durch ihre blauweiße Farbe, daß sie wie Spika ein sehr heißer Stern ist. Die Temperatur ihrer strahlenden Oberfläche beträgt 11 600 Grad, ist also doppelt so hoch wie die unserer Sonne. Wega hat bei einer Entfernung von 26 Lichtjahren 50fache Sonnenhei­ligkeit.

Zwischen Wega und Arktur steigen die Sterne des Herkules und die halbkreisförmige Nördliche Krone auf. Am südöstlichen Horizont erscheint das Viereck des Raben. Rechts davon windet sich die lange Sternreihe der Wasserschlange gegen den hellen Stern Prokyon empor. Hoch im Süden sehen wir das prächtige Sternbild des Großen Löwen.

Am Nordhimmel nähert sich der Große Bär all­mählich dem Zenit. Der Bogen seiner Schwanz- sterne weist auf Arktur. Der Kleine Bär ist vom Polarstern aufwärts gerichtet. Links unter dem Po­larstern stehen' im Nordwesten der Perseus und die >v-förmige Kassiopeia. Der optisch veränderliche Stern Algol hat günstig zu beobachtende Lichtminima am 3. April um 22 Uhr, am 23. um 24 Uhr, am 26. um 21 Uhr.

Der Mond zeigt folgende Lichtgestalten: Vollmond am 1., letztes Viertel am 8., Neumond am 15., er­stes Viertel am 23. und wiederum Vollmond am 30. April.

Erlaß des Reichsfinanzministers ist diese Neurege­lung mit Wirkung ab 1. Januar auch auf die Lohn­steuer pflichtt gen ausgedehnt worden. Haushalte mit mindestens drei Kindern unter 14 Jahren können für die Beschäftigung einer Hausgehilfin die Ein­tragung eines steuerfreien Betrages von 50 RM. monatlich auf der Lohnsteuerkarte beantragen. In den wenigen Fällen, in denen sich die Neuregelung zuungunsten von Steuerpflichttgen auswirkt, da sie zwar vier Kinder unter 21, aber nicht drei Kinder unter 14 Jahren haben, werden die Finanzämter eine Berichtigung der Steuerkarten veranlassen. Auf der anderen Seite kommen aber zahlreiche Steuer­pflichtige neu in den Genuß der Ermäßigung, da die Zahl der Haushalte mit drei Kindern unter 14 Jahren verhältnismäßig viel größer ist.

Betriebsanlage- und Warenbeschaffungs-Guthaben.

JriffaMauf 10. April 1942.

Gewerbliche Unternehmer mit ordnungsmäßiger Buchführung können bis zum 10. April 1942 erneut Be tri eb sank age - Guth ab en und Warenbeschaffungs- Guthaben bilden. Die Bildung solcher Guthaben ist eine Vorsorge für die Zeit nach dem Krieg. Die Unternehmer legen die Mittel zurück, die sie nach Beendigung des Krieges für die Neuanfchaffuna oder Instandsetzung von Betriebsanlagegütern und ür die Auffüllung ihrer Warenlager brauchen. Sie ichern sich gleichzeitig erhebliche Vergünstigungen üt die Zeit nach dem Krieg.

Die Bildung von Betriebsanlage-Guthaben und Warenbeschaffungs-Guthaben geschieht durch Ein­zahlung des entsprechenden Betrages beim Finanz­amt unter dem StichwortBetriebsanlage-Guthaben April 1942" oderWarenbeschaffungs-Guthaben April 1942". Der letzte Tag, den Betrag beim Fi­nanzamt einzuzahlen, ist der 10. April 1942. Aus­kunft erteilen die Finanzämter.

Diejenigen gewerblichen Unternehmer, die nach

Der feurige Ofen

Roman von Hans von Hülfen

54. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Fehr fuhr herum. Mit beiden Händen packte er sie bei den Schultern. Sie erschrak vor feinem lodernden Blick so, daß sie die Augen schloß ...

Gehen, Marion?" hörte sie ihn über ihren tief gesenkten Kopf weg sprechen und seine bebende Stimme hüllte ihr Herz ein wie Musik:Und wenn ich dich hier anbinden mühte nein! Niemals! Dich loslassen? Weißt öu denn nicht, daß das hieße, mich selber aufgeben? Marion! Marion! Dies ist gewiß ein schrecklicher Tag, den wir beide nie ver­gessen werden. Aber auch dieser Tag hat sein Glück: denn nun weiß ich erst, wie stark ich gewor­den bin durch meine Liebe zu dir. Sieh, vor einem halben Jahr noch hätte ich unweigerlich vor all die­sen Dingen kapituliert, hätte mich ihnen konven­tionell gebeugt. Heute nicht mehr. Heute bin ich viel stärker als sie. Ich stelle mich ihnen, ich nehme sie an ... Schuld? Du hast soviel von Schuld gespro­chen. Wo ist Schuld? In deiner Geschichte ist nur Unglück, nur viel Leid, nichts von Schuld. Ich hab' dir nicht helfen können, das Leid zu tragen, weil ich nichts davon wußte. Nun weiß ich's, nun wollen wir es zusammen tragen dies und alles an­dere ... Sieh mal, Marion, da drüben hinterm Wald raucht der feurige Ofen, der alte Schicksals­ofen der Fehrs. Der Bläser nimmt ein Glasklümp­chen aus dem Hafen und bläst es auf und drückt es, immer blasend, in die Form und hält es wieder zurück in die weiße, wübernde Glut und bläst und formt es von neuem. Seit meinen Kindertagen habe ich das immer wieder gesehen, dieser Prozeß von Schmelzen und Werden in der Glut ist der R Eindruck meines Lebens. Jetzt weiß ich erst:

hicksal hat uns behandelt wie solch ein Glas-

klümpchen, das in der Esse des Feuerofens zum Gebilde wird. ,Geprägte Form, die lebend sich ent­wickelt', sagt Goethe.. Nein, Marion. Was Schlacke war, hat der Ofen ausgeschieden, durch den wir mußten. Wir fangen heute ganz neu an. Du sollst sehen, was das für einen schönen, reinen Ton gibt ... Marion!"

Und er ließ die Hände von ihren Schultern und riß sie in einem großen Jubel des Herzens an sich. Ihm war, als hätte er sie nun erst gewonnen.

Am nächsten Morgen stand Christian Fehr zeitig auf. Es war eine unruhige Nacht mit lockerem, un­erquicklichem Schlummer gewesen, die man am besten rasch beendete. Als er sich, nach seiner Ge­wohnheit, Brust und Rücken mit Stürzen kalten Wassers wusch, hörte er hinterm Wald Schüsse vier, fünf, sechs Schüsse in kurzen Abständen: Päng Päng päjig Abbeg hielt Wort.

Er stieg hinab, vom Bedürfnis nach frischer Luft getrieben. Der Park lag um diese frühe Stunde in schräger, goldner Morgensonne. Tau glitzerte millionenfach. Diamanten im Gras und in den Spinnweben zwischen dem Gezweig. Düster türmten die drei Blaufichten ihre Pyramide gegen den Himmel.

Das Frühlicht fiel durch die blauen und gelben Rautenscheiben der Gruftkapelle. Er öffnete die Tür, stand ein Weilchen in dem Geruch von Moder an Annettens Grab. Ein Kranz von Thuya lag auf der Platte, ein schlichter Kranz, ohne Blumen. Wer hatte ihn hergetragen. Er nicht. Er war lange zu lange nicht hier gewesen. Ulla? Riem­chen wohl eher, bevor sie zu Ulla hinüberzog. Treue Seele! Man konnte ihr nicht zürnen, sie hatte ja recht getan, so schlicht und einfach, wje sie es verstand ... ~ . , . ,

Er bückte sich, brach ein Zweiglem vom Lebens­baum und steckte es, ins Haus zurückkehrend, in den Silberrahmen mit Marions Bild auf feinem Schreibtisch. , v ,

Dann nahm er einen Foliobogen aus der Schub­

lade und schrieb auf, was er sich in der schlaflosen Nacht überlegt hatte, als feinen letzten Willen. Wer konnte in die Zukunft sehen? Und es war so viel zu ändern, gegenüber dem Testament, das er bald nach Annettens Tode gemacht, in einer Anwand­lung von tiefer Melancholie und Abgeschlossen« Haben. Er erinnerte sich des Tages ganz genau. Jetzt trat die Notwendigkeit, Ordnung zu hinter­lassen, vielleicht von außen an ihn heran.

Er schrieb zwei Stunden lang in höchster Kon­zentration und schloß die Bogen in die Lage, als er Marions Stimme auf der Diele horte.

Sie frühstückten im durchsonnten Wintergarten zusammen wie alle Tage alles, alles sollte bis zur Entscheidung sein, wie alle Tage, das war sein fester Entschluß! Marion spürte ihn, sie gab fr Mühe, aber sie war blaß zum Erbarmen. Es ge­lang ihr nicht heiter zu scheinen wie es ihr gestern abend in Gegenwart des Vaters gelungen war. Wenn er es nicht sah, ließ sie den Blick ihrer braunen Augen mit Angst überfüllt über ihn hin­gehen. Und sie schrak zusammen, als sie ihn gleich nach dem Frühstück den Wagen beordern horte. Doch zu fragen, wohin er wolle, das wagte sie nicht.

Er fuhr nach Nieder-Lappersdorf zu Demblin und bat ihn, fein Kartellträger zu fein. Die Unterredung war nur kurz, was war viel zu sagen unter Män­nern? Der Rittmeister versprach, sich des ihm ge­wordenen Auftrages um die Mittagszeit zu ent­ledigen. Die Bedingungen, die er zu überbringen hatte, lauteten: Auf zehn Schritt feuern, Kugelwech­sel bis zur Unfähigkeit., Er hatte vergebens ver­sucht, beim Baron mildere Bedingungen zu er­reichen, und fügte sich als alter Offizier ins Unver­meidliche.

Auf dem Heimwege begegnete Fehr unfern des Schlosses dem Abbegschen Wagen, der mit großer Geschwindigkeit vorbeifuhr, in Richtung auf das Dorf.

Zu Hause fand er Marion im Herrenzimmer, sie empfing ihn mit angstvollen Augen. Er hatte eigent­

lich das Bedürfnis, allein zu fein, feinen Pistolen» faften zu revidieren, aber er fühlte, wie sehr es sie drängte, jetzt in feiner Nähe zu bleiben, ihn nicht eine Minute einsam zu lassen, und er mochte es ihr nicht wehren. Er nahm sie liebevoll in die Arme, sie barg den Kopf aufweinend an seine Brust. Begütigend klopfte er ihr den Rücken, wie einem alten Kameraden und geleitete sie zum Sessel. Dort saß sie, trüb und stumm vor sich hinblickend, während er sich am Schreibtisch zu schaffen machte.

Ein Auto fuhr am Portal vor, die heftig ange­zogenen Bremsen schrien auf. Keine Minute später stand Ulla im Zimmer, den Mantel offen, die Kappe in der Hand.

Papa!" rief sie,es ist doch nicht möglich! ... Riemchen bringt mir's eben ... Der Chauffeur von der Hütte hat geschwatzt, man weiß es im ganzen Dorf sage, daß es Unsinn ist!"

Fehr kam hinter dem Schreibtisch hervor: Unsinn? Vielleicht. Aber es muß sein, Ulla- kind."

Da warf sie in hochwallender Zärtlichkeit dis Arme um feinen Hals.

Er duldete es, viele Atemzuge lang, ihm war, als hörte er sie an feinem Ohr verwirrte Worte stam­meln, die er nicht verstand. Endlich machte er sich fanft los, führte sie zu Marion und legte wortlos ihre Hände ineinander.

Ulla schloß die Augen. Sie mußte einen gewal­tigen Widerstand in sich Niederkämpfen. Der Ab- begsche Chauffeur hatte im Dorfe augenzwinkernd allerlei geplaudert, daßdie schöne Gnädige" bei der Angelegenheit im Spiele sei ... Riemchen hatte es ihr vorsichtig und schonend angebeutet ...

Und wer ist denn von aliebem die Ursache, Papa?" fragte sie, beinahe hart.

Fehr fühlte, was in ihr vorging, daß sie Marion im Verdacht hatte. Es war ihm nicht eine Sekunde zweifelhaft; er muhte sich jetzt energisch vor Marion stellen.

Fortsetzung folgt)