Indien und die Cripps-Vorschläge.
Schanghai, 31. März. (Eu-ropapreß.) Nach einer Meldung aus Neu-Delhi hat bie' Hindu- Mahaiabha, bie drittgrößte Partei Indiens, Cripps davon unterrichtet, daß die englischen Vorschläge an Indien unannehmbar seien. Der mit der Prüfung der Vorschläge befaßte Arbeitsausschuß der Moslem-Liga hat sich nach einer mehrstündigen Beratung vertagt und will Dienstag eine weitere Sitzung ab halten. Die Kongreßpartei hat zu den Vorschlägen einen einstimmigen Beschluß gefaßt. Die Entscheidung ist jedoch noch nicht bekanntgegeben worden. Der Präsident des Kongresses, Azad, erklärte, daß der Arbeitsausschuß über die Vorschläge einer Meinung sei. Einen pessimistischen Bericht über die Aussichten des Indien-Planes gibt der Vertreter der United-Preß-Agentur aus Neu- Delhi. Die Mehrheit der Mitglieder des Vollzugsausschusses der indischen Kongreßpartei sei für Ablehnung der Vorschläge. Ein führendes Mitglied der Köngreßpartei habe erklärt: „Auch nicht ein einziges Mitglied des Ausschusses befürworte die Annahme der britischen Vorschläge in ihrer bisherigen Form."
Eine unerwartete Wirkung.
Berlin, 31. März. (DNB.) Der offene Brief, den der indische Nationalistenführer Subhas Chandra Bose an Stafford Cripps richtete, hat in Indien weite Verbreitung erfahren und ist den Engländern offensichtlich auf die Nerven gegangen. Deshalb ist die britische Agitation auf die , Idee verfallen, ein Flugzeugunglück auf der Strecke Bangkok—Tokio, bei dem einige Mitglieder des indischen Nationalkomitees in Thailand den Tod fanden, zum Anlaß zu nehmen, um zu melden, daß Subhas Chandra Bose dabei ums Leben gekommen sei. Ein unbekannter Sender, über den Bose seit einiger Zeit Erklärungen ab gibt, hat nun gemeldet, daß diese Nachricht aus der Luft gegriffen ist. Bose wird im Azad-Hind-Radio am 1. April wiederum zu seinen Landsleuten sprechen.
Die Mutter S. C. Boses in Indien erhielt Tausende von Beileidstelegrammen, aus denen die große Wertschätzung hervorgeht, deren sich .S. C. Bose in Indien erfreut. Von diesen Kundgebungen verdient das Beileidstelegramm Gandhis Beachtung, in dem es heißt: „Die ganze Nation betrauert mit Ihnen den Tod Ihres großen und tapferen Sohnes. Ich teile Ihren Schmerz von ganzem Herzen. Möge Gott Ihnen Mut geben, um diesen unerwarteten Verlust zu ertragen." Abul Kalam Azad, der Präsident der Kongreßpartei, telegraphierte: „Ich war tief erschüttert, als ich heute morgen die Nachricht von dem Flugzeugunglück las, welche S. C. Bose und einige andere Inder betroffen hat. Das tragische Ende Boses, der in der Blüte seiner Jahre stand, wird alle diejenigen mit tiefem Schmerz erfüllen, die ihn kannten.'Es muß zugegeben werden, daß er für die große Sache lebte und starb, der er sein Leben geweiht hatte." Nachdem die Engländer dauernd versuchten, Bose als fanatischen Einzelgänger hinzustellen, hat nun also der agitatorische Einfall, Bose sterben zu lassen, bas Gegentell erwiesen.
Scharten sich auch die Sowjets ein?
Schanghai, 31. März. (Europapreß.) Meldungen aus Tschunking deuten darauf hin, daß bie Sowjetregierung die Schwierigkeiten in den Verhandlungen zwischen Cripps und den indischen Führern dazu benutzen will, um sich durch die Entsendung eines Sondergesandten nach Indien in die Verhandlungen einzuschalten. Für diesen Posten soll der sowjetische Militärattache in Tschunking, General I u k o w, ausersehen sein, er soll in Kürze nach Indien reisen, um dort mit Nehru sowie anderen indischen Persönlichkeiten zu verhandeln.
Eine Sunyatten-Feier in Nanking.
Nangking, 1. April. (DNB.) In einer Feier, die Staatspräsident Wangtschingwei leitete, wurde ein Gefäß mit den inneren Organen des Vaters der chinesischen Republik, Dr. S u n y a t s e n, in der inneren Halle des Tschungschan-Mausoleurns aufbestellt. Zahlreiche chinesische und japanische Persönlichkeiten waren in der blumengeschmückten Halle versammelt. Das Gefäß mit den inneren Organen Sunyatsens war unter Leitung des Außenm'nisters Chuminy aus Peking übergeführt worden. Auf dem Bahnhof hatten sich zahlreiche Beamte der chinesischen Regierung sowie der japanischen Botschaft eingefunden. Unter den Klängen der Nationalhymne wurde das Gefäß in ein Auto getragen, das dann
durch Nankings Hauptstraßen, längs denen Militär und Polizei Aufstellung genommen hatten, den Weg zum Mausoleum nahm.
Oie japanischen Operationen in Burma
Schanghai, 31. März. (DNB.) Nach einer Meldung aus Tschungking bauern in der Umgebung von Toungoo, 270 Kilometer nördlich Rangun, bei strömendem Tropenregen die heftigen Kämpfe fort. Den Japanern gelang ein umfassender Angriff gegen die fich verzweifelt weh- renden Briten, die zum Rückzug auf den Ostrand von Prome, 120 Kilometer westlich von Toungoo gezwungen wurden. Zahlreiche Gefangene fielen in japanische Hand. Meutereien und Ueberläufe der zum Kampf gepreßten indischen Truppen nehmen zu. Lin indisches Regiment, das sich weigerte, gegen die Burmesen und Japaner zu kämpfen, wurde dezimiert. Ein Heeresbericht aus Delhi md- bet die Wiederaufnahme von Kampfhandlungen westlich von Rangun. Es wird zugegeben, daß starke japanische und burmesische Streitkräfte den Tonbo-Fluß überschritten und die Stadt Shwelaung, 100 Kilometer westlich Rangun, wo britische Truppen stehen, angreifen.
Kleine politische Nachrichten
Ein nördlich des Asowschen Meeres eingesetztes Armeekorps gab feiner Verbundenheit mit der Heimat durch eine Sammlung für das WHW. Ausdruck, die das stattliche Ergebnis von 764 000 RM. hatte.
Der britische Kreuzer „N a i ab" (5450 t), der erst 1940 in Dienst gestellt wurde, muß jetzt von der bri= Aschen Admiralität als versenkt gemeldet werden. Die „Naiad" besaß zehn 13,2-cm- und acht 4-cm- Flak, sechs Torpedorohre und ein Bordflugzeug. Sie gehörte zu der „Dido-Klasse", aus der die Kreuzer „Phoebe" und „Bonaoenture" bereits früher versenkt wurden. Die Geschwindigkeit betrug 32,3 Knoten.
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Der Flugkapitän in der Fliegerstaffel des Führers, ßuöroig Gaim, wird am 1. April 50 Jahre alt. Er konnte im letzten Jahr fein 25-jähriges Flie- gerfubiläum begehen und hat sich bereits im Welt-, krieg als Abteilungs- und Jagdflieger ausgezeichnet. Später war er Verkehrsfkieger bei Junkers und in der Deutschen Lufthansa, bis er Anfang 1937 in die Fliegerstaffel des Führers berufen wurde.
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Mit einer Kundgebung der Landesgruppe Frankreich der AO. der NSDAP, in der französischen Deputiertenkammer führte Gauleiter Bohle den neuen Landesgruppenleiter Neuendors in sein Amt ein.
Die Union nationaler Journalistenverbände wird ihren ersten Iournaliftenkongreß in Venedig vom 10. bis 12. April durchführen. Namhafte europäische Persönlichkeiten werden Enthüllungen machen über den Anteil einer verantwortungslosen Presse am Schicksal ihrer Völker. Auf einer Festsitzung wird der italienische Volkskulturminister Pavolini sprechen.
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Der Präsident der italienischen Kriegsopfer hat dem Reichskriegsopferführer eine Einladung für 50 kriegsbeschädigte Kameraden zu einem vierwöchigen kostenlosen Erholungsaufenthalt nach Italien übermittelt. 50 kriegsverletzte und erholungsbedürftige Soldaten fahren, zum Teil mit ihren Frauen, auf vier Wochen nach Capri in der Bucht von Neapel. Im Mai wird der Reichskriegsopferführer 50 italienische Kriegsverletzte in einem Erholungsheim der NSKOV. begrüßen. *
Reichsleiter Rosenberg hatte zusammen mit dem Reichsdozentenführer zu einer Osttagung deutscher Wissenschaftler eingeladen, die in Berlin eröffnet wurde. Mitarbeiter des Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete und deutsche Forscher behandelten in Vorträgen die politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Fragen der Forschung im Neuaufbau der Ostgebiete. Reichsleiter Rosenberg gab von der europäischen Perspektive aus eine Ge-
Ziel, die amerikanische Schiffahrt zu stören. Man hätte nun annehmen sollen, daß der Chef der USA.« Marine über die Maßnahmen der Bekämpfung dieser, wie er sagte, „ernsten" Gefahr sprechen würde. Aber weit gefehlt! Herr Knox lamentierte, man müsse endlich doch alle verfügbaren Mittel von ganz Amerika — nicht nur der USA. — einsetzen, da man damit rechnen müsse, daß [ich die Tätigkeit der Uboote auch auf den Süoatlantik und eines guten Tages sogar auf den ganzen P a - zifik erweitere. Nach Ansicht des Herrn Knox langen also „alle verfügbaren Mittel" der USA. nicht mehr. Die Vereinigten Staaten rechnen also mit der Unterstützung zur See durch die iberoamerikanischen Staaten. Dabei spekuliert Washington auf die Zer ftörer und kleinen Kreuzer, mehr noch aber auf den Handelsschiffsraum der größeren iberoamerikanischen Staaten. Daß diese Staaten damit unmittelbar an den Kriegsabgrund gedrängt werden, ist für Washington eine angenehme Nebenerscheinung. So verwandeln sich die großmächtigen USA. aus Schützern in Bittsteller. Es wirkt symbolisch, daß Knox vor sechs Monaten noch von der Neubegründung einer mindestens hundertjährigen See Herrschaft der Angloamerikaner faselte und jetzt die iberoamerikanischen Länder um Unterstützung angeht.
Schwere Panzerverluste der Bolschewisten.
Berlin, 31. März. (DNB.) Wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteUt, versuchten im mittleren Frontabschnitt die Bolschewisten ihre am 29.3. begonnenen Angriffe auch gestern gegen d i e Stellungen einer deutschen Panzerdivision fortzusetzen. Die unterEin- satz mehrerer Divisionen durchgeführten Angriffe wurden durch Panzer und schwere Artillerie unterstützt. Nach harten Kämpfen blieben die Vorstöße unter außergewöhnlich hohen / Verlusten für den Gegner im zusammengefaßten Feuer aller Abwehrwaffen liegen. An anderer Stelle der mittleren Front griff der Feind ein deutsches Korps erneut auf einer Breite von 17 Kilometer mit starken Kräften und zahlreichen Panzern an. Die Vorstöße waren von starkem Artilleriefeuer unterstützt. Während die feindliche Infanterie unter hohen Verlusten abgeschlagen wurde, entspann sich ein erbitterter Kampf gegen einige Panzer, die in die deutsche Stellung einzudringen versuchten. Der Kampf endete mit der Vernichtung von 18 Panzern, von denen eine Infanteriedivision allein 16 abschoß. Bei deutschen Angriffsunternehmungen im mittleren Frontabschnitt, die der OKW.-Bericht bereits meldete, warfen deutsche Panzer und Infanterie die Bolschewisten aus ihren Stellungen heraus und setzten sich in den Besitz mehrerer feindlicher Stützpunkte. Don Panzern, die den deutschen Angriff auf- zuhglten versuchten, wurden zehn vernichtet. Vier Gesetze und eine Anzahl Maschinengewehre wurden erbeutet. Sturzkampfoerbände griffen in fünfmaligem Einsatz bolschewistische Panzeransamm- lungen und Truppenbereitstellungen an, vernichteten in einem befestigten Stützpunkt des Gegners fünf Panzer und zerstörten bei wiederholten Tiefangriffen auf bolschewistische Artillerienester eine Batterie. Ueber 60 motorisierte Fahrzeuge blieben liegen. Elf Flugzeuge wurden von deutschen Jägern abgeschossen und weitere 13 am Boden zerstört.
Im Donezgebiet brachen zwölf Angriffe, die mit starker Artillerie- und Panzerunterstützung durchgeführt wurden, in erbitterten Kämpfen unter starken Verlusten für den Feind zusammen. Ostwärts Charkow wurde der Feind aus einem Stützpunkt, der wiederholt als Basis für Angriffe gegen die deutschen Stellungen gedient hatte, herausgeworfen. Als die Bolschewisten daraufhin versuchten, sich in einem weiter ostwärts gelegenen Waldgelände festzusetzen, säuberten, wie der OKW.-Bericht meldet, unsere Truppen das Waldgelände vom Feind und brachten dabei einige hundert Gefangene sowie zahlreiches Kriegsgerät als Beute ein.
Das Ritterkreuz für e nett Jagdflieger.
Berlin, 31. März. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberleutnant Krafft, der als Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader sich in über 300 Feindflügen hervorragend bewährt und in zahlreichen Luftkämpfen bisher 40 feindliche Flugzeuge ab geschossen hat, ferner in kühn durchgeführten Tiefangriffen auf Flugplätze, Bereitstellungen und Kolonnen dem Feind schwere Verluste zugefügt und oftmals allein im Tiefflug weit hinter die Front durchstoßend wichtige Aufklärungsergebnisse erzielt hat.
Bismarck als Naturfreund.
Zum Geburtstage am 1. April.
Bismarck nannte sich einmal — es war während der Belagerung von Paris — einen „Natur- fckwärmer" und eine „poetisch angehauchte Natur". Wer den Lebensweg des großen Staatsmannes rein äußerlich betrachtet, mag vielleicht über diesen Ausspruch lächeln. Dieser Mann des konzentrierten Willens, kühner Entschlüsse und gewaltigster Erfolge, errungen durch „Blut und Eisen", wäre solch zarter Regungen fähig gewesen? Er hätte derartigen Einflüssen des Gemütes und Herzens Raum gegeben? Und doch zeigen uns unzählige Äußerungen Bismarcks, sei es im privaten Gespräch, sei es in Briefen, in denen er sich so recht von seiner rein menschlichen Seite gibt, daß auch diesem reinen Willens- und Verstandesmenschen eine große Liebe zur Natur eigen war, und daß er Feld, Wald und Heide und allem, was darin kreucht und fleucht, mit Hingebung zugetan war. Wie schon der junge Bismvrck während seiner Schulzeit im Plamann- schen Institut in Berlin stets lebhafte Sehnsucht nach den heimatlichen Seen und Wäldern zeigte, so gab es auch für den Bismarck in der Blüte seines Lebens und auf der Höhe des Erfolgs keine größere Freuden und bessere Erholung als das Verweilen in der Natur, sei es bei seinen Reisen, sei es auf seinen Besitzungen als einfacher Landjunker.
Wer Bismarcks Schilderungen der geschauten Länder in sich aufnimmt, der spürt, wie ihm das alles so recht von Herzen kommt, und wie ihn sein Gefühl immer die richtigen Worte finden läßt, ganz gleich, ob er in Biarritz die Schönheit des Meeres beschreibt, oder von Petersburg aus die Eigenart des russischen Winters schildert. So sieht er die „mattfiloerne Donau" von der Burg in Ofen aus „und die dunkeln Berge auf blaßrotem Grund, Berge blau und blauer, dann braunrot im Abend- Himmel, der dahinter glüht". Seiner Frau schickte er aus Rußland Jasmin und aus Bordeaux Heidekrautblüten. Und als er in der schwedischen Land- schäft Smaland an einer Jagd teilnahm, wußte er auch dieser etwas eintönigen Gegend Reize abzugewinnen, in der hohes Heidekraut wechselt mit kurzem Gras und Woor, alles mit Birken, Wacholder,
Tannen, Eichen, Ellern bald undurchdringlich dick, bald öde und dünn besetzt, das Ganze mit zahllosen Steinen bis zur Größe von haushohen Felsblöcken besät, nach wildern Rosmarin und Harz riechend, dazwischen wunderlich gestaltete stille Seen, von Heidehügeln und Wald umgeben."
Und nichts wünscht er sich mehr, als an einem dieser von Heidekraut und Wald bekränzten stillen Seen ein Schloß zu besitzen, bevölkert von seinen Lieben. Dieser Hang zum einfachen Landleben tritt ja häufig in den Briefen und sonstigen Aeußerungen Bismarcks hervor. Schon während seiner Frankfurter Zeit als Gesandter Preußens am Bundestag wünscht er, „eine Jntrigue möchte ein anderes Ministerium ans Ruder bringen, damit er mit Ehren diesem ununterbrochenen Tintenstrom den Rücken drehen und still auf dem Land leben könne". Am besten ist ihm da zu Mute, „wo man nur den Specht hört", und am wohlsten ist ihm „in Schmier- ftiefeln, weit weg von der Kultur".
Wohl sind seine Schilderungen fremder Länder farbenreich und plastisch, inniger aber ist sein Verhältnis zu der Natur „ohne jede Staffage", dem stillen, grünen Wald, der heimatlichen Scholle. Sein Park in Varzin, den er in mancher sorgenvollen Nacht, dä ihn der Schlaf floh, mit feinen Hunden durchwandert hatte, war ihm so lieb geworden, daß er bei allen Gelegenheiten, fern der Heimat, von ihm spricht und ihn im Herzen trägt. Hier treibt er einen regelrechten Luxus, und nichts ist ihm zu viel, wenn es sich um feine Bäume handelt. Sein Oberförster Westphal, der dies alles so treulich berichtet hat, darf alte oder verkrüppelte Bäume nie entfernen, sie müssen „aus landschaftlichen Gründen" stehen bleiben und einem Gutsnachbarn, der über diese unwirtschaftliche Marotte spottet, sagte er: „Mancher meiner Kollegen pachtet sich bei Berlin eine sehr teure Jagd, ein anderer versucht sein Glück an der Spielbank. Hiervon treibe ich nichts, dafür bin ich ein Baumnarr." Und wie wohl er sich in dieser Umgebung fühlte, schildert er einmal in behaglicher Stimmung so: „Wenn ich gefrühstückt und gezeitungt habe, wandere ich mit Jagdstiefeln in die Wälder, bergsteigend und sumpfwatend, lerne Geographie und entwerfe Schonungen-, sobald ich heimkehre, wird gesattelt und das Geschäft fortgesetzt. Es gibt doch sehr dicke Buchen hier, auch
Balken, Blöcke, Wüsteneien, Schonungen, Bäche, Moore, Heiden, Ginster, Rehe, Auerhcihne, undurchdringliche Buchen- und Eichenschläge und andere Dinge, an denen ich meine Freude habe, wenn ich dem Terzett von Taube, Reiher und Weihe lausche ..."
Ueberall können wir auf solche Aeußerungen stoßen, die Bismarcks tiefes Empfinden für die Natur bekunden, und es ist bezeichnend, wenn seine Gatttn in liebevoller Uebertreibung einmal zu Lothar Bucher sagte: „Glauben Sie mir, eine Wruke (Rübe) interessiert ihn mehr als Ihre ganze Politik!" Aber sind es nicht gerade solche Eigenschaften, die auch einen großen Mann dem Herzen des Volkes nahe bringen? Wer denkt hier nicht unwillkürlich an den Führer Adolf Hitler, der auf feinem einfachen Landhäuschen bei Berchtesgaden fern von dem Getriebe der Politik wohl feine schönsten Stunden verlebt? Und so gedenken wir auch des Alten im Sachsenwalde in dankbarer (Erinnerung, der bei aller Größe doch im innersten Herzen ein einfacher und schlichter Mensch geblieben ist, und der gerade durch so schöne und menschliche Züge sich im Herzen des Volkes ein bleibendes Denkmal gesetzt hat. W. R.
Oie Herberge desNichtmeters.
Von Rudolf Strobel, Paris.
An einem der wenigen Häuser in dem schönen Park von Saint-Cloud bei Paris befindet sich die Aufschrift: „(Eintritt für das Publikum verboten!" Dies hat feinen Grund. In diesem Haus liegen feit 65 Jahren 15 Meter tief die Richtmaße für Meter und Kilogramm.
Die Amerikaner, die es besser wissen wollten und das Gras wachsen hören, hatten zu der gehässigen Behauptung gegriffen, die Richtmaße befänden sich nicht mehr in Paris, sondern wären bei der großen Flucht der französischen Bevölkerung im Mai und Juni 1940 irgendwohin verschleppt worden. Dies ist aber nicht wahr. Es ist/ auch gar nicht möglich, so ohne weiteres die wertvollen Grundlagen für Maß und Gewicht zu entfernen, denn es sind zunächst drei
samtschau der großen politischen und kulturellen Pro« bleme des Ostraums.
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Auf Einladung des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete weilen 30 Männer des estnischen Schulwesens in Berlin. In Fachvorträgen lernen sie neues deutsches Erziehungswesen kennen und erleben in einem Lager deutsche Gemeinschaftspflege. Besuche in den Bildungsstätten geben ihnen Einblick in die praktische Unterrichtsarbeit.
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Die Generalsekretäre des Finanz-, des Wirtschaftsund des Ernährungsministeriums, der Präsident der Nationalbank und namhafte Vertreter des belgischen Wirtschaftslebens wurden in Berlin vom Reichs- wirtschaftsminifter, dem Reichsfinanzminister, sowie von leitenden Herren des Auswärtigen Amtes, des Vierjahresplanes, des Reichsernährungsministeriums und der Reichsbank empfangen.
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Der türkische Staatspräsident JsmetJnoenue ist von seiner Inspektionsreise in die Provinz wieder nach Ankara zurückgekehrt.
General I u i n , der Oberbefehlshaber der französischen Truppen in Afrika, ist in Vichy eingetroffen.
Hauptmann Philipp errang seinen 100. Lustsieg.
Berlin, 31. März. (DNB.) Hauptmann Philipp, Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschwader, errang seinen 100. Luftsieg. Reichsmarschall Göring hat dem hervorragenden Jagdflieger folgendes Schreiben zukommen lassen: „Lieber Hauptmann Philipp! Ihr 100. Luftsieg erfüllt mich mit Stolz und Bewunderung. Zu dem hervorragenden (Erfolg spreche ich Ihnen meine besondere' Anerkennung aus. Möge Ihr heldenhafter Einsatz von neuen (Erfolgen gekrönt sein, (gez.) Göring, Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches und Oberbefehlshaber der Luftwaffe."
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Hauptmann Philipp erhielt am 22.10.1940 das Ritterkreuz, zu seinem 62. Luftsieg als 33. Soldat der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub und am 12. d. M. als 8. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern anläßlich seines 86. Luftsieges.
Aus dem Reich.
Zinssenkung bei Gemeindeanleihen.
Nachdem vor kurzer Zeit die Pfandbriefe und Kommunalschuldoerschreibungen der Kreditinstitute auf einen Zinssatz von 4 v. H. gesenkt worden sind, erscheint jetzt eine Verordnung, in der nun auch den Gläubigern der mit 4'/- v. H. und höher verzinslichen Anleihen der Städte, Provinzen, Bezirksund Zweckverbände die Herabsetzung des Zinssatzes auf 4 v. H. an geboten wird. Kann eine Stadtan- leihe am 1. Juli mit vierteljährlicher Frist zum 30. September 1942 gekündigt werden, so find die neuen Zinsen vom 1. Oktober 1942 ab zu entrichten. Wer das Angebot nicht annehmen will, muß seine Anleihestücke bis zum 27. Äpril 1942 beim Schuldner einreichen. Die Stücke werden dann in bar eingelöst. Die Stücke, für die der neue Zinssatz von 4 v. H. gilt, dürfen bis zum 3. Dezember 1944 weder getilgt noch völlig zurückgezahlt werden. Das Angebot erstreckt sich nicht auf Aufwertungs- und Ausländsanleihen.
Gesundheitsführung im Kriege.
Eine Arbeitstagung des Hauptamtes für Volksgesundheit der NSDAP, in München vereinigte unter der Leitung des Reichsgesundheitsführers Dr. Conti die Gauamtsleiter des Amtes und die Leiter der GesundheitsdienWellen von Partei, Staat und Wehrmacht. Eingehend legte der Reichsgesundheits- führ er dar, daß eine schlagkräftige GefunÄheits^üh- rung für die Lösung plötzlich auftretender großer Gemeinschaftsaufgaben unerläßlich sei. Wie sie erfolgreich anzupacken seien, habe sich gerade jetzt von neuem bei der Abwehr des Fleckfiebers gezeigt. Ueber bevölkerungspoliMche Probleme sprach der Leiter des Reichssippenamtes. Dr. Meyer. Die Jugendgesundheitspflege behandelte der K.-Ehef des Amtes für Gesundheit der HI., Dr. Lieb en o w. Einen Einblick in die Arbeit des Amtes Gesundheit der NSV. gab Dr. Strohschneider, lieber die Abwehr von Tierseuchen berichtete der Reichstier- ärztdü'hrer, Prof. Dr. Weber. Ministerialdirektor Dr. Cropp sprach über die Arbeit der staatlichen Gesundheitsämter. Weiter sprachen der Reichsarzt- H Prof. Dr. Grawitz als Geschäftsführender Präsident des Deutschen Roten Kreuzes über den
verschiedene Schlüssel zu drei Portalen notwendig, um überhaupt in den Raum zu gelangen, wo die wertvollen Gegenstände aufbewahrt sind. Den ersten Schlüssel besitzt der Verwaltungsdirektor des Pa* villon de Breteuil, in dem das Richtmeter und das Richtkilo liegen, den zweiten Schlüssel hat der Konservator der staatlichen Archive von Frankreich, und den dritten Schlüssel der Vorsitzende des internationalen Ausschusses für Maß und Gewicht. Dieser Posten ist augenblicklich frei, weil der bisherige Vorsitzende, der Italiener Voltera, kürzlich gestorben ist.
Man sieht, es ist gar nicht so einfach, in den Keller einzudringen, wo die für mehr als 30 Staaten in der ganzen Welt maßgebenden Kostbarkeiten aufbewahrt sind. Außerdem ist der Zugang noch insofern erschwert, als zu dem Schrank, in dem die internationalen Maße aufbewahrt sind, Panzertüren bis zu 8 cm Dicke mit komplizierten Sicherheitsschlössern führen. Nachbildungen dieser Einheitsmaße befinden sich übrigens noch in den Hauptstädten aller der Staaten, die dem Meter- und Kilo- Abkommen von 1875 beigetreten sind. In die gepanzerten Räume dürfen gemäß den Verwaltungsstatuten nur die Mitglieder des internationalen Komitees für Maß und Gewicht eintreten. Interessant ist auch die finanzielle Unterhaltung des Aufbewahrungsraumes für das Urmaß und das Urgewicht. Die französische Regierung war im Jahre 1875 beauftragt worden, ein besonderes Gebäude herzustellen, um die Einheitsmaße sicherzustellen. Sie hielt es aber für zweckmäßig, den erwähnten Pavillon dem internationalen Komitee einfach zu schenken und mit den notwendigen Sicherungsmahnahmen zu versehen. Das Budget für die Verwaltung des Hauses betrug ursprünglich 100 000 Franks. Nach der Frankenabwertung im Jahre 1918 wurde das Budget auf 200 000 und später auf 300 000 Franks erhöht. Im Jahre 1926 setzte eine internationale Komission das Budget auf 150 000 Goldsranks fest. Im Jahre 1927 wurde der Vorschlag von dem internationalen Maß- und Gewichtkomitee angenommen. Seitdem leisten alle Staaten, die dem Maß- unb Gewichtabkommen beigetreten sind, ihre regelmäßig gen Beiträge.
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