■ Man ver
Puddingpulver
Reese-Gesellsdidft,Hameln
Totale Mondfinsternis
Oer gestirnte Himmel im März 1942.
Von Dr. Erwin Kostina.
bung dürfen auf dem ^Nähmittelabfchnitt „b" der dritten Reichskleiderkarte Nähmittel im Werte von 30 Rpf. abgeaeden werden. Bei Nähseiden und Seidenglanznähgarnen wird nur die Hälfte des Wertes angerechnet. Der Abschnitt wird am 1. März gültig.
** Speisekartoffeln auf Kartoffel« eintaufsausweise. Das Ernährungsamt er- läßt im heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung über den Bezug von Speisekartoffeln auf Kartoffeleinkaufsausweise. Interessenten seien darauf hingewiesen.
** Bezugsausweise für I r l n t b rannt- wein. Eine Bekanntmachung des Ernährungs- amtes im heutigen Anzeigenteil betrifft eine Beantragung von Bezugsausweisen für Trinkbranntwein. Näheres ist der Bekanntmachung zu entnehmen.
nen beiden Meldeblätter weitergeleitet, und zwar er* hält eines die Stadtverwaltung zur Auswertung ür ihre Verwaltungsaufgaben, z. B. Aufnahme der Person in die Wahlkartei, als Unterlage für die Ausstellung von Sreuerkarten, zu statistischen Zwet- ken usw., während das andere Formular dem Finanzamt und weiter dem Arbeitsamt, von dort schließlich den Reichsbehörden für Statistik zur Nutzbarmachung für ihre Aufgaben zugeleitet wird.
Wie man sieht, baut sich also auf dem befcheide« nen Zettel, den man beim Einwohnermeldeamt abgibt, eine Fülle von Derwaltungsarbeiten auf, die bei einer ganzen Reihe von Behörden in Erschei» nung treten und allesamt sorgfältig erfüllt werven müssen, wenn das Leben unserer Volksgenossen in allen Teilen gedeihen soll.
Rund 60 000 Personen sind in vier Kästen der Kartei des Einwohnermeldeamtes Gießen verzeichnet. Aus Gründen der Uebersichtlichkeit ist die Kartei in zwei Abteilungen gegliedert: die laufende Kartei, in der alle Einwohner verzeichnet sind, die sich am Orte aufhalten, und die ruhende Kartei, di« solche Personen vermerkt, die früher in Gießen gelebt und mittlerweile ihren Wohnsitz in einem anderen Orte genommen haben, ober die verstorben sind. Verzieht jemand von hier nach auswärts, sa wird fein Karteiblatt aus der laufenden Kartei in die ruhende abgelegt, kehrt die Person hierher zurück, so wandert ihr Karteiblatt aus der ruhenden Kartei in bie laufende zurück, so daß dos Amt jederzeit in der Lage ist, klare und erschöpfende Auskunft zu geben. Die ruhende Kartei, in der das Leben mehrerer Generationen von Familien ersichtlich ist, dient vielfach auch zu Zwecken der Abstammungsforschung, ebenso u. a. zu Bescheinigungen über früheren Aufenthalt in (Sieben, den die betreffende Person vielleicht schon vor einer Reihe von Jahren hier verbracht hat. Derartige Fälle kommen beim Einwohnermeldeamt häufig zur Bearbeitung und bewrisen immer aufs neue, welche wertvolle Fundgrube für »die Familien- und Personenkunde, aber auch für (die Sippenforschung hier vor« Händen ist. \
In dieser Kartei siegelt sich das durch Einzel« Menschen und Generationen verkörperte Leben der Gemeinschaft unserer engeren Heimat in reichem Maße wider, so daß die vier großen Kästen, in denen in langen KartemKolonnen die jetzigen und di« früheren Einwohner Gießens aufmarschiert sind, eine aufschlußreiche und interessante Sprache zu dem Beschauer erklingen lassen. Dadurch gewinnt die an sich vielleicht etwas trockene ^Büroarbeit einen lebensvollen Beiklang, der diese Kartei .zu einem Stuck bedeutsamer Heimatgeschichte werden laßt. B.
Der erste Fruhlingsmonat dieses Jahres bringt zwei Finsternisse, eine vollständige Mondfinsternis 1 und eine teilweise Sonnenfinsternis. Nur die Mond- finsternis ist bei uns sichtbar.
In der Nacht vom 2. zum 3. Marz ist um 2.20 Uhr (Sommerzeit) Vollmond. Gleichzeitig wandert der Mond durch den Kernschatten der Erde in der Richtung von West nach Ost oder von rechts nach links. Wir sehen daher den Erdschatten als dunkle Fläche von links in die Helle Mondscheibe eintreten und allmählich immer weiter nach rechts vordringen. Die Verfinsterung beginnt um 0.31 Min. am linken Mondrand. Kurz nach 1 Uhr ist bereits die Hälfte der Mondscheibe verdunkelt. Um 1.33 Uhr erreicht der Erdschatten den rechten Mondrand, die Verfinsterung ist vollständig; sie dauert bi». 3.10 Uhr. Während dieser Zeit sehen wir den Münd in einem rötlichbraunen odet kupferfarbenen Licht leuchtet, das von den durch die Lufthülle der Erde abgebogenen Sonnenstrahlen herrührt. Für einen Beobachter auf dem Monde würde die Erde als schwarze Scheibe vor der Sonne stehen, umgeben von einem rötlichen Ring der von den Sonnenstrahlen erhellten Lufthülle. Weißes Licht, das durch die Erb- atmösvhüre gegangen ist, erscheint rötlich, wie wir dies bei der untergehenden Sonne sehen, da die Lufthülle die blauen Strahlen zerstreut und nur die roten hindurchläßt.
Mit dem Ende der totales Verfinsterung trifft wieder direktes Sonnenlicht die Mondoberfläche. Wieder zieht die Sckattengrenze von links nach rechts über die Mondscheibe. Um 3.35 Uhr ist bereits die linke Hälfte erhellt, um 4.11 Uhr verschwindet der letzte Schatten am rechten Mon'drand. Der Mond tritt aus dem Kernschatten der Erde in den Halbschatten, in dem er noch bis 5.15 Uhr verweilt. Erst dann hat er seine volle Helligkeit wieder erlangt. Die Grenze zwischen dem Kernschatten und dem Halbschatten erscheint unscharf, da die Erde mit ihrer Lufthülle als schattenwerfender Körper auch nicht scharf begrenzt ist, ferner der Halbschatten um so dunkler wird, je näher der Kernschatten heranrückt. Bei günstigen Lustoerhältnissen ist eine vollständige Mondfinsternis ein eigenartiges und fesselndes Naturschauspiel; jeder Sternfreund sollte bie Gelegenheit wahrnehmen, den Vorgang im Fernrohr ober mit dem Feldstecher in seinen Einzelheiten zu verfolgen.
Der Neumond am 17. Marz bringt eine teilweise Sonnenfinsternis, die jedoch nur im Südpolargebiet, im südlichen Stillen und Indischen Ozean sichtbar ist. Nahezu zwei Drittel des Sonnendurchmaßes werden vom Mond abgeblendet.
Wann ereignen sich Finsternisse? Lägen die Mond- bahn und die scheinbare Sonnenbahn (Ekliptik) in derselben Ebene, würde es bei jedem Vollmond eine Mondfinsternis geben, bei jedem Neumond eine Sonnenstnstmis. Da aber die Mondbahn gegen die Ekliptik um 5 Grad geneigt ist, können Finsternisse nur dann eintreten, wenn unser Trabant zur Zeit des Doll- oder Neumondes nahe einem der beiden Knoten, b. h. den Schnittpunkten seiner Bahn mit der Etlivtik steht, ober auch, wenn die Sonne . durch diese Knotenpunkte wandert. In jedem Jahr ereignen sich mindestens zwri und höchstens sieben Finsternisst, und zwar sind für die ganze Erbe dis Sonnenfinsternisse häufiger als bie Mond finster-
Die Sonne überschreitet am 21. März 8 Uhr Sommerzeit den Himmelsäquator, womit astrono- misch der Frühling beginnt. Die^ Mittagshöhe der Sonne steigt im März um 12 Grad ober 22 scheinbar« Somrendurchmesser. di« Tageslänge in Mittel-
Dem Einwohnermeldeamt bringt jede An- ober Abmeldung weitreichende Arbeit. Nun beginnt für das Amt die verschiedenartigste Auswertung des Meldebogens. Jede angemeldete Person erhält eine Karteikarte, auf der sämtliche Angaben von dem Meldeformular sorgfältig vermerkt werden. Don nun ab ist die Karteikarte gewissermaßen der „Schatten" der registrierten Person. Jede Wohnungsverlegung, Eheschließung, Geburt von Kindern, Wegzug usw. wird sorgfältig darauf vermerkt, so daß die Karte jederzeit in erschöpfender Weise Auskunft geben kann. Auf Grund dieser Karte kann man sich beim Einwohnermeldeamt wichtige Bescheinigungen für die mannigfaltigsten Ereignisse seines Lebens ausstellen lassen, wie z. B. zum Nachweis über die Staatsangehörigkeit, zum Zwecke der Eheschließungen, als Unterlage zum Nachweis der arischen Abstammung, aber auch zu Dingen des alltäglichen Lebens, wie z. V. Bescheinigungen über die Berechtigung zum Antrag auf verbilligte Fahr- karten der Reichsbahn zum Besuche von Verwundeten in einem auswärtigen Lazarett, wobei derartige Bescheinigungen allerdings nur an Frauen, Kinder, Eltern ober Geschwister und Stiefgeschwister des Verwundeten ausgegebn werden, ferner Bescheinigungen zur Erlangung von Arbeiterrückfahrkarten der Reichsbahn, Ausstellung von Kennkarten; nicht zuletzt ist die Registrierung in dieser Kartei auch von großer Bedeutung für die, Erlangung von Lebensmittel- und sonstigen Versorgungskarten beim Ernährungs- und Wirtschaftsamt, denn wer beim Einwohnermeldeamt nicht angemeldet ist, bekommt auch keine Lebensmittelkarten ausgehändigt.
Die Kartei des Einwohnermeldeamtes bildet aber auch die Grundlage für den Aufbau und die Fortführung der Volkskartei, in der alle Personen vom vollendeten 6. bis zum vollendeten 70. Lebensjahre geführt werden. Diese Kartei hat vor allem bie bedeutsame Aufgabe, die für den Dienst in der Staatsjugend, im Arbeitsdienst und in der Wehr- macht in Betracht kommenden Personen zu erfassen, außerdem auch volksstatistischen Zwecken zu dienen. Auf den Blättern dieser Kartei, die gesondert neben der allgemeinen Einwohnerdartei geführt wird, werden alle Angaben registriert, die Ausschluß über die Person, deren Wissen und Können, etwaige technische Fähigkeiten und Fertigkeiten, Sprachenkunde, erfüllten Arbeitsdienst und Wehrdienst usw. geben. Ferner wird im Einwohner- Meldeamt noch eine Hauskartei geführt, in der die Häuser straßenweise und die Hausbewohner entsprechend der Zeit ihrer Wohndauer in dem jeweiligen Hause verzeichnet sind.
Nach der Auswertung für die Karte! des Einwohnermeldeamts werden die beim Amt verblieb e-
Die An- und Abmeldung bei der Polizei beim Zuzug bzw. beim Wegzug ist eine wichtige Verpflichtung, die sorgfältig zu beachten ist. lieber die Bedeutung dieser Melde- pflicht und ihre Auswirkungen haben wir uns mit dem Vorstand des Einwohnermelde, amts bei der Pqlizeidirektion Gießen, Polizeiinspektor W a 11 v o t t, unterhalten.
Der Zweck des Meldewesens ist nach der Ziel- etzung der Reichsmeldeordnung vom 6. Januar 1938 die lückenlose Erfassung aller Personen nicht nur bei ihrem Zuzug im Wohnort, sondern auch bei Veränderungen innerhalb der Gemeinde ober bei der Verlegung des Aufenthalts von einem Orte zum anderen. Aus vielfältigen Gründen ist es erforder- lich, daß die Behörden jederzeit über den Aufenthalt ober Verbleib der Volksgenossen unb der übrigen ortsansässigen Menschen unterrichtet sind. Da- >ei soll die Erfüllung der Meldepflicht stets so ein- ach wie möglich und ohne alle Umstände gemacht oerben. Wer sich also an- ober abmeiden muß, holt ich in einem Papiergeschäft drei Formulare, bie er orgfältig und gut leserlich (verschmierte und un- eserliche Meldungen werden nicht angenommen) ausfüllt, bringt diese zum Einwohnermeldeamt, wö ihm ein Exemplar als Beleg wieder mitgegeben wird, während die beiden anderen Formulare beim Amt verbleiben. Früher mußte die An- oder Abmeldung innerhalb von acht Tagen erfolgen, jetzt ist die Meldepflicht auf Grund neuer Bestimmungen innerhalb von drei Tagen (Ausländer innerhalb 24 Stunden) zu erfüllen. Besonders bemerkenswert ist, daß von auswärts zu Besuch weilende Personen, die sich länger als drei Tage am Desuchsort aufhalten, sich als drtsanwefend auch beim Einwohner- Meldeamt anmekden müssen, wobei sie ihren stän- digen Wohnort anzugeben haben, ohne aber dort eine Abmeldung vornehmen zu müssen. Bei der Wohnsitzverlegung zum dauernden Aufenthalt ist die Abmeldebescheinigung der früheren Wohnorts- Meldebehörde als Beleg für die hiesige Anmeldung vorzulegen. Die Meloeformulare sind von den Meldepflichtiaen, bei Untermietern auch von dem Wohnungsinhaber, außerdem von dem Hauseigen- tümer bzw. Hausverwalter zu unterschreiben. In allen Fällen ist es erforderlich, daß die An- oder Abmeldung nur von erwachsenen Personen vorge- nommen wirb, die in der Lage sind, den Beamten des Einwohnermeldeamts erforderlichenfalls er- gänzende Auskünfte machen zu können. Bei Zweifeln ist das persönliche Erscheinen der angemeldeten Person aus dem Einwohnermeldeamt Pflicht. Wer einer solchen Ladung^ nicht nachkommt, kann durch polizeiliche Maßnahmen zum Erscheinen angehalten werden. Das ist der ganze Meldevorgang, wie er für die -beteiligte Person in Erscheinung tritt •
60000 Menschen in vier Kästen.
Ein Besuch beim Einwohnermeldeamt der Polizeidirektion Gießen
deutfchlcmd dementsprechend von 11 auf 12V« Stunden.
Von den Planeten sind Mars, Jupiter und Saturn von der Abenddämmerung bis nach Mitternacht sichtbar. Wir finden diese drei Wandelsterne gegen 21 Uhr Sommerzeit hoch am Südwesthimmel im Bild des Stiers, lieber den rötlichen Aldebaran strahlt Jupiter als weitaus hellster Stern des ganzen Himmels. Dann folgen nach rechts Mars und Saturn. Mars, der uns viel näher steht als die beiden anderen Planeten, wandert daher auch schneller und bewegt sich im Laufe des Monats vom Saturn, den et am 24. Februar überholte, bis fast zum Jupiter. In der Zeit vom 21. bis 23. März zieht der zunehmende Mond an Saturn, Mars und Jupiter vorüber. Venus ist Mor- genftem, geht etwa IV« Stunde vor der Sonne auf und erreicht am 9. März die größte Helligkeit.
Der abendliche Fixsternhimmel ist bei Beginn der Dunkelheit von einzigartiger Schönheit. Im Süden stehen' die herrlichen Wintersternbilder Orion, Stier, Großer und Kleiner Hund mit Sirius unb Protyon und die Zwillingssterne Kastor und Pollux. Im Osten ist das schöne Sternbild des Löwen emporgestiegen, ih dem der Königsstern Regulus als hellster mit blauweißem Licht funkelt. Zwischen Regulus unb den Zwillingen finden wir das kleine Sternbild des Krebses, das einen schönen, mit freiem Auge sichtbaren Sternhaufen, die Krippe, enthält. In einem lichtstarken Feldstecher erkennen wir etwa 40 Sterne, bie zu gemeinsamer Wanderschaft durch das Weltall in diesem lockeren Sternhaufen vereinigt sind, des en Entfernung rund 500 Lichtjahre zu je 10 Millionen Kilometer, dessen Durchmesser etwa 15 Lichtjahre beträgt, die helleren Sterne der ,Krippe" sind durchweg Lichtriesen im Vergleich zur Sonne.
Gegen 22 Uhr erscheint über dem östlichen Horizont der tiefgelbe Riesenstern ArktuN'S im Bootes als Dor- bnte des nabenden Frühlings. Der Himmelswagen im Großen Bären steigt im Nordosten mit abwärts gerichteter Deichsel immer hoher. Die helle Kapelle im Fuhrmann hat den Zenitstand bereits überschritten.. Der Perseus unb bie W-förmige ÄaffoDeta sinken im Nordwesten herab, während über dem nordöstlichen Horizont die Wega in der Leier auf« steigt. An mondlosen Abenden bietet das Sterngewölk der Milchstraße von den Zwill ngen bis zur Kassiopeia ein dankbares Objekt (ür Beobachtungen mit dem Feldstecher.
Gießener wochenmarktpreise.
* G i e ß e n , 28. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Yi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bto S, Weißkraut 8 bis 12 Rotkraut 10 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, Spinat 70, Unterkohlrabi 8 bis 10, Lauch 17, Sellerie 15 Rpf.
»• Ein Siebzigjähriger. Reichsbahn- Stellwerksmeister i. R. Heinrich A l b a ch , Schützen- straße 5, begeht am 1. März in geistiger Frische seinen 7 0. Geburtstag. Er war 35 Jahre_ tm Dienste der Reichsbahn am Bahnhof Gießen tätig. Unseren herzlichen Glückwunsch!
* * Arb ei tsjub iläum. Der Pförtner Adolf Weber in her Universitats-Frauenklinik Gießen feiert am 1. März 1942 sein 25jähriges Dienftjubi- läum. Herr Weber erfreut fick bei Vorgesetzten und Gefolgschaftsmitgliedern des besten Ansehens.
*♦ Nähmittel auf Abschnitt b. Nach । einer Bekanntmachung der Reichsstellr (ür Klei-
Strafkammer Gießen.
Eine Frau in Lauterbach hatte sich wegen schwerer Urkundenfälschung zu verantworten. Sie trotte auf einer R eiieabme ldebestätigung des Ernährungs- und Wirtschaftsamts in K. die bis zum 14. Dezember 1941 eingetragene Dauer der Verforgungsze'.t aus radiert und statt dessen die Dauer der Korsos- gungszeit bis 24. November 1941 eingetragen. -Die verfälschte Reiseabmeldebestatigung legte sie dein Ernahrungs-amt in L. vor. Der Anklagetertretcr führte aus, die Angeklagte fei sich zweifellos bewußt gewesen, daß sie eine strafbare Handlung beging, man könne aber ihrer Einlassung ©laufen schenken, daß sie aus Liebe zu ihren Kindern ge- handelt habe; er beantragte, der Angeklagten mil- dernde Umstände zuzubstligen und sie zur gesetzlichen Mindeststrafe zu verurteilen. Die Angeklagte wnm zu einer Gefängnis st rase von drei Mo - naten verurteilt. Das Gericht schloß sich in her Urteilsbegründung den Ausführungen des Anklage« Vertreters an.
Amtsgericht Gießen.
Der H. B. aus Essen hatte von einem Bekannten einen Mantel, 1 Paar Schuhe und einen fUn^ug ge- liehen, die Kleidungsstücke aber nicht zurückgcgeben. Der Angeklagte mar geständig und wurde wegen Unterschlagung zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten, auf die sechs Wochen Untersuchungshaft angerechnet werden, verurteilt. Straf- erschwerend wirkten die Vorstrafen.
Landkreis Gießen.
• Hausen, 28. Febr. Die Kriegermutter Margarethe Burk kann am 1. März d. I. noch geistig rüstig ihren 8 0. Geburtstag feiern 3m Welt- kriege hatte sie ihren Sohn verloren. Der Reichs- tneqsopferführer SA.-Obergruppenführer Ober- lind o b c r übersandte mit feinen Glückwünschen eine Ehrengabe. Die (Bauamtsleitung und die Kameradschaft entboten zum Festtage ihre Glückwünsche. Auch wir gratulieren herzlich.
kreis Marburg.
♦ Nordeck, 28. Febr. Am 29. Februar (bzw. in diesem Jahre am 1. März) feiert Herr Heinrich Seim seinen 9 0. G e b u r t s t a g. Trotz seines hohen Alters ist er noch rüstig und gesund. — W.r gratulieren. ,
ist eine Krone wert, Doch allzu frühes Laub wird gern vom Frost verzehrt."
Das ist nun einmal das Los der pllzu Vorwitzigen, die es gar nicht erwarten können. Darum laßt uns fein geduldig sein und nicht gckr zu früh jubeln: „Frühling, Frühling wird es nun baldig sondern . gedenken wir der Mahnung Eäsar Flaischlens:.
„... Warte, warte und sei still: Es muß erst Avril gewesen fein, Bevor es Mai kann werden!" L. B. ,
Kür Tapferkeit vor Sem Zeinöe. !
Der Unteroffizier in einer Panzerjäger-Abtei- I hing August Müller. Gießen, Schiffenberger Weg 39, erhielt für Tapferkeit vor dem Feinde das : Eiserne Kreuz I. Klasse.
Obergefreiter Ludwig D e e g, Gießen, Aster- weg 53, erhielt für Tapferkeit vor dem Feinde im j Osten das Eiserne Kreuz H. Klasse. 1
Leutnant Erich Frank aus Götzen, Batail- lons-Adjutant in einem Jnfanterie-Regiment, wurde wegen Tapferkeit vor dem Feinde im Osten mit dem Eisernen Kreuz l.Klasse ausge- zeichnet.
Unsere Versorgungslage.
NSG. Die Roggenmehlversorgung hat sich tm Laufe der Woche wesentlich verbessert. Die Versor- gungslagt in Mehl ist ausgeglichen. Die Kartoffel- Versorgung wurde planmäßig weitergeführt; es ist zu erwarten, daß mit Ende dieser Woche die bisher durch die Witterung bedingten Schwierigkeiten beendigt sein werden. Die Versorgung mit Schlachtvieh und Fleisch wickelte sich reibungslos ab und konnte in den Versorgungsgebieten sämtlicher Märkte und Derteilungsstellen sowohl für die Zivilbevölkerung als auch für die Wehrmacht sichergestellt werden. Die Schlachtviehgattungen waren mittel bis gut. Auf dem Gebiete der Milch- und Fettwirtschaft sind gegenüber der Vorwoche keine Veränderungen aufgetreten.
Mit KdZ. bei unseren Soldaten.
Im Rahmen der Wehrmachtbetreüung veranstaltete die NSG. „Kraft durch Freude" in dieser Woche bei einem Standorttruvpenteil einen Meisterabend froher Unterhaltung. Mitwirkende waren die aus vielen Rundfunksendungen bekannte Wiener Gesangs- und Vortragstünstlerin Grete D e d i t s ch, die Kapelle K i n z i u s - W a r n k e und das Wiener Pfundmachr-Ballett. Die Vortragsfolge zeichnete sich durch eine Reihe geschmackvoller Darbietungen aus und unterhielt unsere Feldgrauen zwei Stunden lang vortrefflich. In vier ©nippen — „Das galante Zeitalter"; „Wiener Weisen, die mir alle kennen", „Vom unsterblichen Prater bis heute „Rund um die Liebe" — umfaßte das Programm jeweils eine musikalische Einleitung der Kapelle Fred Kinzius und seiner Solisten, zwei Tanze des Balletts unb als Mittel- unb Höhepunkte das Auftreten von Grete Deditsch. Die Soldaten spendeten reichen Beifall.
Heraus mit den Kupfermünzen!
Am 1. März verlieren bekanntlich die Aupfer- Pfennige ihre Gültigkeit. Um Verluste zu vermeiden, ist er erforderlich, baß bie Kinber ihre Sparbüchsen einer Revision unterziehen unb alle Kupferpfennige, noch rechtzeitig ausgeben unb umtauschen. Auch „große Kinder^ soll es noch vereinzelt geben, die Kleingeld zu Hause sammeln und mitunter zu recht ansehnlichen Betraäen Zusammenkommen lassen. Dieser Unfug ist aufs schärfste zu verurteilen; man kann sich damit sogar strafbar machen. Es ist höchste Zeit daß diese „Sammlunaön" aufgelöst werden, wozu die Außerkraftsetzung der Kupjerpsennige der Anlaß sein sollte.
Aus der Stadt Gießen.
März.
„Aber im März hüte bas Herz, daß es zu früh nicht knospen will!" warnt Casar Flaischlen, denn wenn es auch heißt: „Zu Anfang unb zu End, der März sein Gift versend t", so ift doch bie eigentliche Macht des Winters nunmehr gebrochen. Und wenn sich auch außer dem Schneeglöckchen noch kaum ein Blümlein heroorwagt, das Zwitschern der Vögel vor dem Fenster klingt doch bereits ganz anders, als in den vergangenen 'Wochen! Ja, der Buntfink, der es seither kaum weiter als zu einem heiseren „piep" brachte, versucht sogar schon ein richtiges kleines Lied: Frühlingsahnung liegt in der Lust! Der im Weltkrieg gefallene Dichter Ernst Stadler hat von diefen Dorfrühlingstagen gesagt: ,^n jedem Lufthauch war ein junges Werden ausgespannt", und Martin Greif: „Wo auf winterlicher Flur Noch kein Hälmchen zu erschauen, mahnt vom Wald her eine Meise, auf die Sonne zu vertrauen ..
Auch der Volksmund wiiß mancherlei über den März zu berichten. Wenn man ihm Glauben schenken will, so hat der Winter im März völlig aus- gespielt, heißt es doch schon vom 3. März: „Kuni- gund macht warm von unf, unb vom 17. März: „Gertraud bie Erb von unten auftaut", unb „Ger- traub heißt bie Störche Willkomm', mit Sankt Jakob (25. Juli) ziehn sie davon." Vom 19. März wirb behauptet: Joseph macht ost behende dem Winter em Ende", und vom 21.: „Sankt Benedikt macht Zwiebeln dick", vom 25. März sagt eine alte Weisheit: „Mariä Verkündigung kehren die Schwalben wiederum", unb „An Mariä Verkündigung kehrt der Storch heim". Also ein durchaus erfreulicher Tag, besonders dann, wenn er außer den genannten Vögeln auch noch schönes Wetter bringt, denn „Ist Mariä Verkündigung schön unb hell, gibt’s Obst und Wein auf alle Fäll'". Der Sandmann weiß zu sagen: „Ein heitrer Marz erfreut des Bauern Herz, aberst Märzengrön is nich schön". Allzu heikel unb wählerisch aber ist der Dauer gar nicht, was das Wetter im März anbelangt, denn es heißt auch:
„Der März nicht trocken und nicht naß. Füllt dem Bauern Kasten und Faß. Blitzt und donnert's im Märzen gar. Kommt ganz gewiß ein gutes Jahr."
Man sieht, komme es, wie es wolle, schief gehen kann es auf keinen Fall'. Etwas kühn ist die Behauptung: „Wenn sich die Elstern zanken, brechen die eisigen Schranken", denn wie mir scheinen will, zanken sich die Elstern zu jeder Jahreszeit.
Häufig stellt der Volksmund den März und den April einander gegenüber. Da heißt es 3. !B.: „Der März kriegt den Pflug beim Sterz, der 2Ipril halt ihn wieder still", ober
„März ist ber Lämmer Scherz.
Der April treibt sie wieder in bie Still, Weiter hören wir
„März trocken, April naß, Mai luftig, von beiden was. bringt Korn in Sack unb Wein ins Faß!"
Dom Märzmonat allein wird noch gesagt; „Ein Malter Märzenstaub


