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etwaigen Besorgnissen des Auslandes, daß die internationalen Handelsbeziehungen durch diese Occupation geschädigt werden könnten, tritt derTemps" mit der Bemerkung entgegen, daß von einer Zerstörung oder Blockirung offener Häsen keine Rede sei und daß, falls sich die Besetzung eines commercieH wichtigen Platzes als Unterpfand nöthig erweisen sollte, dies mit möglichster Schonung der fremden Interessen erfolgen werde. Vermutlich wird das Arsenal von Foutchou, wo Admiral Courbet, der Oberbefehlshaber der französischen See- Streitkräfte in den chinestschen Gewässern, mit dem größten Theile seiner Flotte vor Anker liegt, das nächste Object für das Vorgehen der Franzosen biloen. Es ist sogar wahrscheinlich, daß das Arsenal noch Ende voriger Woche von den Marinesoldaten Lourbet's besetzt worven ist. (Ist geschehen. Red.^i

Die Vorbereitungen, welche man in Warschau anläßlich des signalistrten Besuches des Kaisers Alexander getroffen hat, sind nun im Großen und Ganzen beendigt. Noch aber ist der Zeitpunkt, wann der Czar in der Hauptstadt Polens einzutreffen gedenkt, absolut unbekannt und was die Dauer des Besuches anbelangt, so will man höchstens aus einen dreitägigen Aufenthalt des Kaisers rechnen. Aus der Grenzstation Skierniewice werden ähnliche Vor­bereitungen, wie sie in Warschau getroffen, gemeldet und dahin gedeutet, daß in der Umgegend größere Jagden unter Theilnahme des russischen Hofes abge­halten werden sollen.

Aus der arabischen Halbinsel wüthet schon seit längerer Zeit ein Ausstand der Beduinenstämme gegen die Pforte, welchen die türkischen Truppen bis jetzt nicht haben bewältigen können. Diesen Unruhen ist jetzt der französische Vicekonsul in Ieddah zum Opfer gefallen; derselbe wurde aus einer Reise im Innern Arabiens von Beduinen übersallen und getödtet. Vielleicht giebt dieser Vorfall der französischen Regierung Veranlassung, die Pforte gegen die Auf­ständischen zu unterstützen.

Aus Süd-Afrika kommt die merkwürdige Kunde, daß die Boers mitten im Zululande eine Republik gegründet haben und soll das Zululand unter das Protectorat dieser Republik gestellt worden sein. Man darf gespannt daraus fein, wie sich die Engländer diesen Annexions-Gelüsten der Boers gegen­über stellen werden.

Jagdschloß Wolfsgarten, 25. August. Se Großh. Hoheit der Prinz Heinrich sind gestern Nachmittag 1 Uhr zu Besuch dahier eingetroffen und werden heute hier verweilen.

Der jüngere Gesangverein von Egelsbach hatte gestern Vormittag die Ehre, vor Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog einige Lieder unter Leitung des Lehrers Hildebrand oorzutragen. Se. Königl. Hoheit dankten mit anerkennen­den Worten für die sehr gute Leistung.

Heute Nachmittag 2 Uhr findet Großh. Familientafel statt. Während derselben wird die Musik des 1. Großh. Dragoner-Regiments (Garde-Dragoner- Regiments) Nr. 23 concertiren.

Darmstadt, 25. August. Se. Königs. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom Heutigen den Commandeur des Gensd'ar- merie-DistrictS Starkenburg, Major Barthel, zum Oberstlieutenant zu beför­dern geruht.

Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Ent­schließung vom Heutigen dem Medicinalrath Dr. August v. Hesse das Ritter­kreuz 1. Klasse des Verdienst-Ordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen geruht.

Darmstadt, 23. Aug. Das heute ausgegebene Großh. Regierungs­blatt Nr. 25 enthält: Verordnung, das Reichsgesetz über die eingeschriebenen Hülsskassen betreffend. Vom 16. August 1884.

Telegraphische Depesche«.

Wolff s tslegr. Torresporrdeirr-Brrriarr.

Berlin, 25. August. Der Commsudeur des Gardecorps, Gras Brandenburg, ist in Genehmigung seines Abschiedsgesuches unter Belassung des Verhältnisses als Generaladjutant des Kaisers zur Disposition gestellt worden. Der commandirende G.-neral des 3. Armeecorps, Pape, ist unter Belassung seines Verhältnisses als mit den Functionen eines Oberbefehlshabers in den Marken beauftragt, in gleicher Eigen­schaft zum Gardecorps versetzt worden.

Der »Retchsanzeiger" meldet, daß die Prinzessin Wilhelm gestern am Scharlach, mit Erscheinungen eine« Ausschlags verbunden, erkrankt sei. DaS hohe Fieber hält noch an. Das Allgemeinbefinden ist jedoch heute besser. Erhebliche Corn- plikationen find nicht vorhanden.

Der Chef des Milttärkabinets, Generallieutenant v. Albedyll, ist in den Rang eines commandtrenden Generals erhoben worden; Generallteutenant v. Wartens­leben ist mit der Führung deS 3. Armeekorps beauftragt worden.

Potsdam, 25. August. Der englische Botschafter, Lord Ampthtll, ist heute gestorben.

Stuttgart, 24. August. Se. K. H. der Kronprinz besichtigt Dienstag Vor­mittag 2 Jufanterkeregimenter in D-llmenfingen, Nachmittags desselben TageS die 3. Jnfantertebrigade auf dem großen Exercterplatze in Ulm, und Mittwoch Vor­mittags am Römerhügel in Ludwigsburg die zweite Jnfantertebrigade und die Kavallerie.

Die Gmeraloersammlung deS Verbandes deutscher Architekten und In­genieure wurde heute Vormittag Hierselbst eröffnet und Namens deS Königs und der Gierung von dem Präsidenten v. Schurz begrüßt. Die Versammlung ist von etwa 400 Theilnehmern besucht. Heute Abend findet zu Ehren der Gäste eine Festvorstellung im Hoftheater statt.

Hamburg, 25. August, Der HamburgischenBörsevhalle" zufolge hat der Hamburger DampferMassalta", welcher intt abgelösten Mannschaften der kaiserlichen Marine von Hongkong kam, die auS 300 Mann bestehende Besatzung deS beim Kap Guardafut gestrandeten französischen TransportdampfersAveyron" gerettet und in Aden gelandet.

.. Paris, 25. August. Die Ab-ndblStter besprechen dm Artikel derTimes" über die fcauzöstschell Operationen not Foutchou äußerst mißfällig. DerTemps" meint, «S tarne den Bombardeurs von Alexandrien nicht zu, anläßlich de« Bombardements von Foutchou Ausstellungen zu erheben. Eine osficiell- Depesche Courbet« über die Operationen von Foutchou wird nicht not Mittwoch erwartet. Die Abendblätter bringen eine Depesche Millot'S auS Hanoi pom 24. August, worin er anzeigt, daß o"c Vmtehrungen getroffen sind, um einen Angriff Chinas auf Tongking zürück- ffliom, 25. August D» Offervaiore" erklärt, daß die In den letzten Tagen von italienischen und ausländischen Journalen oeröffentlichien Berichte über die per« trauli«e anfpratSe beB Papstes an die CardinSIe anläßlich des Joachimsseftes im Wesentlichen unrichtig sind und keineswegs den Worten des Papstes entsprechen

. ,'amen 'n Bergamo 11 Erkrankungen, In Cuneo 11 Erkrankungen und 10 Todesfälle vor. in Massa 14 Erkrankungen und 11 Todesfälle, in der Stadt Parma 2 Erkrankungen, in Borgotaro 3 Todesfälle, In Porto Maurizio 6 Erkrankungen und 5 Todesfälle, In Pankalieri und Mllafranea 3 Erkrankungen und 2 Tpdessitlle! Aus Spezia wurden von porgestern Abend bis gestern Mittag 8 Erkrankungen, aus Cairomontenotte eine Erkrankung gemeldet. Um Spezia wurde ein Sanltätskordon er« -tch'ct und der Commandant des maritimen Departements, Dimomale, zum SanItSts-

Comwiffär für Spezia ernannt. In der Stadt Neapel ist ein verdächtiger Fall con- statin worden.

, Die Städte Spezia und Busca werden durch einen Militärkordon abae-

sperrt. Der Marinemtnifter hat die deßhalb nöthigen Anordnungen in Spezia aetroffm und kehrt heute hierher zurück. "

Petersburg, 25. August. Der Minister des Innern hat die Anordnung er­lassen, daß nur die auS Frankreich und Italien kommenden Reisenden die Westgrenze possiren dürfen, welche eine Legitimation besitzen, daß sie aus keinem von der Cholera infictrten Orte abgereist sind ober einen solchen schon vor 3 Wochen verlassen haben Ferner wird die Einfuhr von Lumpen und Hadern untersagt; im Gebrauch gewesene Wäsche und Kleider dürfen nur dann eingeführt werden, wenn dieselben an der Grenze deSinficirt worden sind.

Paris, 25. August. In den letzten 24 Stunden sind in Marseille 7, in Toulon 6, in Herault 7, in Aude 1, in den Ost-Pyrenäen 21 Personen an der Cholera gestorben.

Lon^n, 25. August. Nach einer Meldung aus Tientsin von gestern hat der französische Geschäftsträger Tientsin verlassen, der französische Conful ist daselbst zurückgeblieben. Die gegen die Franzosen bestimmten chinesischen Truppen stehen unter dem Oberbefehl Chang Peituns.

Ein Telegramm derTimes" aus Foutchou von gestern meldet: Das französische Consulatsgebäude sei von uniformirten chinesischen Soldaten geplün­dert worden. Die Franzosen hätten während des Bombardements den kampf­unfähigen sinkenden Schiffen keinen Pardon gegeben. Das Bombardement habe bis 5 Uhr gedauert, der Widerstand der Uferbatterien hätte schon gegen 3 Uhr aufgehört. Sonntag Mittag sei das Bombardement wieder eröffnet worden; dasselbe fei gegen die Baracken und vas Lager in der Nähe von Quantao ge- richtet, von wo aus aber kein Widerstand geleistet wurde.

Eine Depesche derTimes" aus Foutchou von heute meldet, die fran­zösischen Panzerschiffe seien heute Nachmittag 2 Uhr in die Mündung des Flusses eingelaufen, das chinesische Fort habe auf eine Entfernung von 3 Meilen das Feuer auf dieselben mit Krupp'schen Geschützen eröffnet, die französischen Panzerschiffe hätten sich nach einer einstündigen heftigen Kanonade wieder zurückgezogen.

Der Bruch Wischen Frankreich und China.

Der französisch-chinesische Conflict ist nun, nachdem er fett dem Zwischenfall von Langson die seltsamsten Phasen durchgemacht hat, bet der Entschcidung durch die Waffen angelangt. Die zu Shanghai zwischen den chinesischen und den französischen m bisher geführten Verbandlungen sind abgebrochen worden, der franzö- sische Borschaftsseccetär Semalle hat Peking verlassen und auf dem französischen Con- fulat zu Peking ist die Tricolore eingezogen und die Wahrung der Interessen der Staatsangehörigen Frankreichs dem russischen Gesandten übertragen worden. Ander- fe5® H d/r Vertreter Chinas in Paris, Li-Fong-Pao, dem Ministerpräsidenten Feny erklärt, daß ihm vom Tsungli-Namep der Befehl zug-gangen sei, auf seinen Posten nach Berlin zurückzukehren, in Folge dessen ihm Ferry sofort hat seine Pässe zvstellen lassen und hat denn auch die chinesische Gesandtschaft noch am Donnerstag Abend Paris verlassen. Zugleich empfing Admiral Courbet die telegraphische Ordre, ungesäumt die zu sichern^" Maßregeln zu ergreifen, um Frankreich die ihm zukomm-nde Entschädigung

Dieser Ausgang der Dinge konnte nach der trotzig schroffen Haltung, welche der Tsungli.Yamen, der chinesische, über Krieg und Frieden entscheidende Staatsrath, in den letzten Wochen gegenüber den französischen Forderungen annahm nicht über­raschen und hat es fast den Anschein, als ob China eine kriegerische Lösung des Streit­falles mit Frankreich nur erwünscht sei. ES ist kaum anzunehmen, daß man sich über bte militärische Schwäche Chinas gegenüber den Franzosen in den Idtenben Pekinger Kreisen einer Täuschung hingibt und so müssen es andere Gründe sein, welche die Staatsmänner des himmlischen Reiches bestimmt haben, es auf einen Krieg mit einer der größten Militärmächte Europa« ankommen zu lassen. Vor All-m scheint man in Peking ebenso gut wie in Paris zu wissen, daß ein Krieg gegen China unter allen Umständen eine mißliche Sache ist und ein solcher bedeutende Truppenmassen erfordert, die nur mit großen Kosten und unter mannigfachen Schwierigkeiten an den Ort ihrer Bestimmung geführt werden können. Dann haben die chinesischen Staatslenker offen­bar auch den Umstand in den Kreis ihrer Berechnungen gezogen, daß der Krieg den mit Ostasien tn Handelsverbindungen stehenden Mächten durchaus nicht gleichgültig fein kann und daß sich hier möglicherweise für Frankreich sehr unangenehme Ver­wickelungen mit jenen ergeben. Weiter ist es sehr wahrscheinlich, daß man in China auf die moralische und vielleicht auch indirecte materielle Unterstützung der Chmesen durch England baut was sich allerdings als ein schwerer Rechenfehler Herausstellen dürfte - und endlich deuten verschiedene Anzeichen darauf hin, daß eine ehrgeizige und herrschsüchtige Partei am Pekinger Hofe den jMep mit Frankreich al8 ein ganz ge­eignetes Mittel betrachtet, die Leitung drs Geschickes des Landes vollständig tn ihre Hände zu bekommen.

Was nun Frankreich anbelangt, so steht außer allem Zweifel, daß efn Krieg gegen China durchaus nicht populär ist, rote schon die Debatte in der Deputrrten- kammer über den Tongkingcredtt bewiesen; die an der Spitze der französischen Re­gierung st-hendrn Männer wissen dies auch recht gut, ebenso, wie sie die großen Schwierigkeiten nicht verkennen, welche einem Kriege tm großen Style an einem so entlegenen Punkte entgegenftehen. Anderseits gebot e8 aber schon die nationale Ehre, an der Forderung, daß China den Franzosen für die Affaire von Langson Genua- thuung zu leisten habe, mit Entschiedenheit festzuhalten und da sich die chinesische Diplomatie zu der Erfüllung dieser Forderung durchaus nicht bequemen wollte, so blieb schließlich Frankreich weiter nichts übrig, als an bte Alternative der Kanone zu appelliren. In welchen Grenzen die nun kommenden kriegerischen Ereignisse an der chinesischen Küste sich bewegen werden, läßt sich noch nicht mit Gewißheit erkennen. Jedenfalls wird aber Frankreich versuchen, durch die Besetzung einiger chinesischen Hafenstädte und KüstenfortS sich gleich von Anfang an die Ueberlegenbeit im Kampfe ZU sichern und hierdurch endlich den gewünschten Eindruck auf die chinesische Regierung zu machen. Sollten sich aber die Chinesen hierdurch nicht etnschüchtern lassen, so müßten die Franzosen sich wohl ober übel baju entschließen, ben Vormarsch gegen Peking anzutreten, um hier, in ber Hauptstabt deS chinesischen Reichs, ben übermütigen Mandarinen ber Kriegspartei bie FrtedenSbebmgungen vorzuschretden. Zu einem der­artigen Unternehmen sind indessen die französischen Streitkräfte in Ostasien noch viel zu schwach, zumal da Tongking nicht von Truppen entblößt werben barf. Frankreich wirb baher erst ein förmliches OccupationscorpS über'S Meer befördern müssen bis zur Ankunft desselben an seinem Bestimmungsort können jedoch noch Monate vergehen und so wird man vorläufig von größeren Gefechten und Zusammenstößen auf dem chinesischen Kriegsschauplatz nicht viel hören, vorausgesetzt, daß eS in der Zwischenzeit den unbethetltgten Mächten nicht noch gelingen sollte, ein Uebcreinfommen zu ver­mitteln und so den unvermeidlich scheinenden Kampf doch noch abzuwenben.

Lokale-.

Gießen, 26. August. Die Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen beginnen am 22. September unter dem Vorsitz des Herrn Landgerichtsraths Holzapfel.

Ein grauenhafter Fund wurde gestern in der Lahn oberhalb deS Wehres an der Sauerbier'schen Mühle gemacht. An bitfer Stelle wurde die Leiche eines aus­gewachsenen neugeborenen Kindes in einem Säckchen aus dem Wasser gezogen. Der kleinen Leiche waren Arme und Beine kurz am Rumpf abgehauen, ein Arm und ein Bein fehlten. Wie man uns mittheilt. tollen sogar Spuren vorhanden sein, welche darauf schließen lassen, daß ber Körper hätte verbrannt werben sollen- Untersuchung nach dem Scheusal von Mutter, welche solch Schreckliches vollbringen konnte, tst etngelcitet und wird dieselbe hoffentlich von Erfolg begleitet sein.'

Gießen, 26. August. sTurnertschesj Vor ca. einem Jahre hatte der Turnverein zu Lich sich bie Aufgabe gestellt, um nie Turnerei mehr pflegen zu können^ eine Turnhalle zu erbauen. Diese Aufgabe tst nun gelöst, indem die Turnhalle am

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