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Vermischte-.

Friedberg, 18. November. Am Wahltage früh flasterte auf dem hüsigen ca. 400 Fuß hohen Stadtk.rchthurwe eine weiß- Fahne mit der Aufschrift:Wählet Hinze!" Wie dieselbe über Nacht auf den Kirchthurm, gekommen, soll untersucht DCtbtnßonau, 18. November. Nachdem man über bas schreckliche Eisenbahnunglück bet Hanau fast nur von dcn aut so traurige Weise um's Leben Gekommenen, sowie von den schwer Verwundeten gehört hat, so dürste cS doch wohl am Platze sein, auch über einzelne Fälle von Rettungen zu berichten. So z. B. rettete sich ein Ofsictcr durch einen Sprung aus dem Wagen, er siel zufällig gegen einen Soidaterl, der ihn auffina. Der Inhaber eins großen Geschäfts tn Hanau, der mtr fünf Soldaten m einem Eouve saß, rettete sich mit den Soldaten tn gleicher Welse. Ein beherzter Metzger au« Hanau reitete nicht nur sich, sondern auch ein junges Mädchen, welche? er mttrtß durch e'.ney Sprung au5 dem Wagen, und Beide kamen mit dem Schrecken davon. Der Handelsmann Strauß von Heldenbergen folgte dem auf so schreckliche Weise verunglückten 22jährtgcn S,mon Strauß von Büdesheim, dessen Tod tu allen Kreisen der dortigen Gegend so große Therlnohme erweckte, zur 4. Klasse. Er war wohl der Einzige, der unverletzt au8 dcn Trümmern desselben herauSkroch. Er we'.ß nicht« Näheres Über den ganzen Vorgang zu erzählen, doch soll der Unfall einen so tiefen Eindruck auf ihn gemacht Haden, daß sein Aussehen wohl um zehn Jahre ge­altert sei.

Literarisches.

Ein fröhlich .Glückauf" rufen auch wir dem neuen Jahrgang der »Deutsche« Rornanbidliolhek" (Stuttgart, Deutsche VerlagS-Anstalt, vorm. Eduard Hallbeiger) zu. Fängt sie doch diesmal wieder im höchsten Grade interessant an und hat sie uns doch tn zwölf Jahren reichlich den Beweis geliefert, daß sie immer mehr hält, als sie verspricht, daß sie die besten Romanschriftsteller an sich zu fcsseln weiß und durch die Fülle des Gebotenen durchschnittlich zwölf Romane wie durch den Reiz der Abwechslung nnS zu fesseln versteht. Zehn Romane brillanter Erzähler sind bereit« angekündtgt und die beiden, mit denen begonnen war, erwecken die größten Erwartungen. Ist Hieronymus Lorm'SSchöne Wienerin" ein farbenreich-« Bild de« alten guten Wien der vormärzltchen Zeit, ein ebenso pikant als spannend beginnender Roman mit den interessantesten Figuren au« der Aristokratie, Plutokratie und Kunstwelt, au« denen die oielumworbene Heldin anziehend hervorragt, so führt un« Gregor Sawarow in dem .Adjutanten der Kaiserin" an den prachtstrotzenden intriguemeichen Hof der Semiramt« de« Nordens, deren berühmter Günstling Potemktn der Held der mit dem ganzen Zauber seiner auf dem Parkett de« Hosteben« so bewanderten Feber geschriebenen, romantischen und ebenso siguren- al« handlungsreichen Geschichte ist. Diesen beiden gleich von Anfang an so lebhaft fesselnden Romanen folgen:Die tolle Braut" von Eugen Sal'Nger;Die Lehnejungfer" von Emile Erhard;Der Erlachhof" von Osstv Schubin;Zu spät geliebt" von Gräfin M. Keyserling;Daniela" von B. Oulot;Am Berge Urta" von Frh. von Suttner;Der Weg zum Glück" von Karl Frenze!;EamoeS" von Adolf Stern u. A. Auch das Feuilleton laßt sich be­sonders hübsch an und verspricht viele Unterhaltung. Und so muß sich dieD<utsche Romanbibliothrk" tn btr allen Gunst erhalten und wird sicher viele neue Freunde gewinnen.

Neumanns Geographisches Lexikon des Deutschen Reichs, neue TextauSgade, mit den Plänen der 30 größten Städte, vielen stattttuchen £ «Wellen und meuteren Hundert Abbildungen diuischcr Staaten- und Stadtewappen. Complett tn 40 Lieferungen ä 25 Pfg. 2 Bänden, tn Ganzleinen gebunden, JL 12,50. Verlag de« Bibliographischen Institut« tn Leipzig, 1884.

Mtt dieser soeben complett erschienenen Ausgabe ist dos al« vorzüglich bekannte und bereits von den ersten Autorttät'N, wie Mollke, Keneralpostmeifter Stephan, dem Statistiker Engel, vielen Generalen, Ministern, Professoren und der gesammtcn Presse bestens empfohlene Neumann'fche Lexikon durch seinen außerordenilrch billigen Preis eigentlich erst recht de» wettesten Kreisen zugänglich gemacht. NeumannSGeographisches Lexikon" ist, wie wir bemerken müssen, nicht bloß ein Ortschaflenoerze'chnitz, sondern eine deutsche Orts, und Landeskunde, e«n äußerst praktisches Nachschlagebuch,

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welches über jede deutsche Stadt, Provinz, über jeden Kreis ober Bezirk, über säwmt- liche Poft-, Eisenbahn- und Telcgropheusiattonep, sowie über Gerlchtsbarkett, Boden­ertrag, Handel, Industrie rc. die zuverlässigste Auskunft gibt und welches darum auch ein werthvolles Hand- uno Hausbuch bildet, das tn seiner schönen Ausstattung zugleich jeden Büchcrtisch ziert. Etz ist kurzum ein Buch, das in jedem Bureau, jeder Expedition und jeder Schule, Überhaupt tu jeder Bibliothek srtn sollte und last, not least feines noch nicht dogewkscnen btQtcen Preise« w^gen auch sein kann.

Eingesandt.

m Gießen, 21. November.

Wie w r aus der Nr. 272 d. Bl. ersehen, beabsichtigt derGießener Z'therkranz" ein Co n cert zum Besten desVerbände« Gießen der Retchßoberfechtschule Magdeburg" Sonntag Abend auf dem Lenz'sÄen Fellenkeller zu geben.

Der löbliche Zweck dieses Concerts läßt von Seiten eine« jeden Musikfreunde«, sowie Interessenten des Verbandes auf ein recht gefüllte« Hau« schließen. Sodann ist die Z thermusik an hiesigem Platze eine so verbreitete, daß ein Jeder an einem solchen Concert Interesse hegen werd und namentlich wo obiger mtldthättger Zweck oorltegt. .... r.

Handel und Verkehr.

Limburg, 19. November. Rother Weizens 14 45, weißer Weizen JL 14.30, Korn vH. 00 00, Gerste «X 9.45, Hafer Jt 6.45, Kartoffeln ä 100 Pfund JL. 0.00, Erbsen ä 100 Pfund JL 0.00.

731) Geber die Höhe der Konten, welche die Einrückung einer Anielge lu esue oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttänneht Rehen, wen? mnh von der Annonoen - Expedition von JfflÄ AKEfVSTElÄ «fl* Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder Mäncheu) zuvor Auskunft einturiiert, <He auch hinaichte der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blatter auf Gründ ret^hu* Erfahrungen und g-rikidUober Beobachtungen fsuverläasigen Bath ertheilt

Kirchliche Anzeigen der Stadt Giesten.

Evangelische Gemeinde.

G o tju s d j e n st.

24. Sonntag nad^^initatis, 23. November. jRo dtenfe st.

Vormittags 9V, U6r/n ber Stadtkirche, Pfarrer Schlosser.

Nachmittags 2 Uhr in Friedhofskapelle, Pfarrer Dr. Naumann.

Kinderkirchc, Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Montag, den 24. November, Abends 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinder­schule, Stücke aus Kap. 18 und Itf. Pfarrer Dr. Nauman n.

Am Sonntag den 30. November, als am 1. Advent, wird Beichte und heiliges Abendmahl im Vormittagsgottesdienst gehalten werden; an diesem Tage wird eine Kirchenkollekte erhoben zum Besten der hiesigen Kirchenkasse.

Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 23. bis 29. November besorgt Pfarrer Schlosser.

Katholische Gemeinde.

25. und letzter Sonntag nach Pfingsten. (Schluß des Kirchenjahres.»

Von 7 Uhr an: Beichte. 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Commu- nion. 10 Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Andacht.

Gottesdienst in der Ihnayoge.

Freitag Abend 4 Uhr, Samstag Morgen 8!0 Uhr, Samstag Mittag 3 Ubr, SamWg Ahend 5 Uhr.

und SlamanUtMbmt dr! inWn MmnüttWsM! »tm Mvdüu dir Porrav^ atzr-ruKudru drtz fd)war|ir

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ZN der Vrivatklagefache de» Heinrich Horn IV. von Steinback, vertreten durch Herrn R- A- Dr. Schüler in Gießen, Privatklägers,

gegen

den Jakob Krämer IV. in Steinbach, Angeklagten, wegen Beleidigung

hat Großh. Schöffengericht zu Gießen am 31. Juli 1884 für Recht er­kannt :

I. Angeklagter wird wegen Belei­digung zu einer Geldstrafe von fünfzehn Mark ev- 3 Tage Haft und in die Kosten einschließlich der dem Privatkläger erwachsenen nothwendigen Auslagen verur- theilt.

II. Dem Privatkläger wird die Be- sugniß ertheilt, das Urtheil durch einmaliges Einrücken seines ent­scheidenden Theiles in demGie­ßener Anzeiger" auf Kosten des Angeklagten innerhalb acht Tagen von Zustellung einer Abschrift an, zu veröffentlichen.

Die Nichtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils be­scheinigt-

Gießen, den 15. November 1884.

Neidhart,

Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Anttsgerichts. 7695

Historischer Verein.

Ausgrabung

Samstag, 22. Nov- bei Langgöns.

Zug 156. 7701

Allgemeine

Zn der Vrivatklagefache des Gr. Bürgermeisters Sommer- lab zu Wieseck, vertreten durch N. A. Dr. Gutsleisch, Privat­klägers, gegen

den Melchior Schäfer X von da, vertreten durch N A. Weidig, Angeklagten,

wegen Beleidigung, hat das Gr. Schöffengericht zu Gießen am 23. Oktober 1884 für Recht er­kannt :

Angeklagter wird wegen Belei­digung in eine Gefängnißstrase von einer Woche und in die Kosten verurtheilt. Dem Pri­vatkläger wird die Vefugniß zu­gesprochen, das Urtheil in seinem entscheidenden Theile innerhalb einer Woche, von Zustellung einer Nrtheilsabschrist an, einmal im Gießener Anzeiger" auf Kosten des Verurtheilten bekannt zu machen.

Die Nichtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils be­scheinigt.

Gießen, den 11. November 1884.

Neidhart, Gerichtsschreiber des Grobherzoglichen Amtsgerichts.

Wird publizirt.

Gießen, den 20. November 1884. Der Vertreter des Privatklägers.

Dr. Gutfleisch, Nechtsanwalt. 7699

Äechte

Irankfurter Würstchen

frisch eingetroffen bei

6656 L. Kalkhof.

r Anzeiger.

Samstsg den 6. Decembcr,

Vormittags 11 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Immobilien des Konrad Beppler Flur XVl/162163 831 Meter Acker auf der Hohleiche, XXX/30 1338 Meter Acker in den

Rödern, XXXI1/155156 969 Meter Acker am Altenfeld meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 24. Oetobcr 1884.

Großh. Ortsgericht. 7030 Müller.

Versteigerung einer Feuerspritze.

Montag den 24. d. M.,

Vormittags 10 Uhr, soll die alte Feuerspritze öffent­lich versteigert werden; auf Wunsch kann das Dressing und Kupfer allein versteigert werden.

Inheiden, den 24. November 1884. Großh. Bürgermeisterei Inheiden.

Reitz. 7693

Schufvieh- Bersteigerung

Mittwoch den 26. l. Mts., von Vormittags 10 Uhr an, läßt die hiesige Schäfereigesellschaft 130 Mutterschafe, 70 Hammellämmer und 30 Mutterlämmer versteigern.

Eberstadt, am 20. November 1884. 7698 Der Borstand.

AelkgeSotenes.

7707 Ein Mantel (Eivildiener-Uni- fornt), gut erhalten, billig zu verkaufen.

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Etn möbitrtes Zimmer zu vermiethen. 7694

Löwengaffe 12.

Vermischte Anzeigen.

Lumpensortirerinnrn finden dauernde und lohnende Beschäftigung bei 7691

Hermann Hess. Lumpenhandlung,

Bleichstraße 2.

7692 Es thut mir leid, die Marga­rethe Mootz von Groß-Buseck be­leidigt zu haben, und nehme ich die Be­leidigung hiermit zurück.

Groß-Buseck, den 20. November 1884.

Balthaser Wagner XI.

7712 Ein braves Mädchen, welckes Oekonomiearbeit versteht, wird gegen hoben Lohn sogleich ob. Weihnachten zu miethen gesucht. Karl Euler, Hammstraße^d.

I ABk' Stellensuchende jeden Be­rufs vlacirt schnell Reuter's Bureau in Dresden, Schloßftr. 27. 7700

7687 Eine zuverlässige, tüchtige Köchin gesucht.

Ferdinand Gail, Wilhelmftraße-