— Mehrere Abendblätter, namentlich „Journal'
Paris",
heut: Ferry, an der der Commission keine nach der Unterredung
Von der st Schissenderger Mischen Gi die Mnu 1884/85
Sawsta,
Vor auf dem öffentlich Der
Gießen, d ^roßherzogl.
— Den Abendblättern zufolge sollen seit Mittag 3 Choleratodesfälle vorge- kommen sein.
Rom, 10. November. In dem heute abgehaltenen geheimen Consistorium wurden die bereits gestern gemeldeten Ernennungen vollzogen. Der Papst hielt hierbei eine kurze Allocutton, in welcher er von der peinlichen Loge und den Heimsuchungen der Kirche sprach, gleichzeitig aber auch die Ausbreitung des katholischen Glaubens betonte. Der Papst wies namentlich auf Amerika hin, wo zur Zeit ein Bischofsconcil stattfinde, erwähnte Australiens, Indiens, des Orients, endlich auch Afrikas, wo der Btschossttz von Karthago wiederhergestellt worden sei.
Rom, 10. November. In der Allocutton im heutigen geheimen Consistorium sagte der Papst über die Ausbreitung deS katholischen Glaubens in Afrika Folgendes: Die Verdienste eines der Mitglieder ihres illuftren Collegiums, Lavtgarta, sind insbesondere hervorragender Art gewesen, denn von Eifer für das gemeinsame Heil der Völker Afrika« hat er in einigen Jahren Dank seiner Ausdauer und seiner Anstrengungen viel ausgezeichnete Werke zu Ende geführt. Auch sind wir von der lebhaftesten Sorgfalt für das Wohl dieser Gegend beseelt und während man sich in Europa gerade in diesen Tagen damit befaßt, Handel und Civiltsation an den afrikanischen Küsten zu fördern, bemühen wir uns, in einer noch heilsameren Absicht die Leuchte deS Evangeliums zu verbreiten.
Genf, 10. November. Die Wahlen für den Großen Rath ergaben eine conservative Mehrheit; die Abordnung in den Schweizer Ständerath wird daher eine conservative sein.
Kopenhagen, 10. November. Bei der bisherigen vereinigten Linken des Folkethings ist gestern eine Spaltung eingetreten, etwa die Hälfte der Mitglieder derselben unter der Führung Berg's, des Präsidenten des Folkethings, hat sich den Gemäßigten angeschlossen, die andere Hälfte hat eine neue Partei unter der Führung Hörup's gebildet.
Paris, 10. November. Von Mitternacht bis heute Mittag sind in der Stadt und den Hospitälern 55 Erkrankungen und 22 Cholera-Todesfälle vorgekommen, von denen 17 auf das Hospital in der Avenue Breteuil entfallen. Aus Nantes werden von gestern 3 und aus Toulon 2 Cholera-Todesfälle gemeldet.
Mittwoch , . Vo AderBram (Neustadt 55)
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bach Karl Schmidt in gleicher Diensteigenschaft an das Hauptsteueramt Mainz — und
den Hauptsteueramts-Assistenten 2. Klasse bei dem Hauptsteueramte Mainz Philipp Spiegel in gleicher Diensteigenschaft an das Hauptsteueramt Offenbach — zu versetzen.
Homburg, 10. November. Im Wahlkreise Usingen-Idstein ist nach dem amt. Wen Ergedmtz oer Stichwahl Oeconom Mohr (dfr.) mit 9330 St. gegen AeSlC (Centr.), welcher 8532 St. erhielt, gewählt worden. 0 ö $ "ler
» 10* November. Im Wahlkreise Brteg-Namslau erhielten nach amilickei-
Feststellung <n der Stichwahl v. Hcydebrand und der Lasa in Berlin rcnnf i Rittergutsbesitzer v. Hönika in Herzogswalde (dfr.) 5757 Stimmen. '
Elbing-Marienburg. 10. November. Stichwahl. Bis heute Abend 4058, Puttkamer 2867 Stimmen.
servatt^^EltO' ^ooember* Stichwahl. Witt (freisinnig) wurde gegen John (con-
Schwerin, IO. November. Stichwahl. Gewählt wurde Haupt (natltb ) mit 4312 peqcn Herzog Johann Albrecht (cons) mit 3003 Stimmen. }
Marienwerder, 9. November. Bet der im Wahlkreise Marienwerber-Stubn, vorgenommenen Stichwahl ist Landrath Müller (Retchsp.) mit einer Majorität^ nnn etwa 450 Stimmen gewählt worden. - a,t°lornat von
Lokales.
Gießen, 11. November. Tagesordnung für die Stadtverordntten-Sitzuna am Donnerstag den 13. November 1884, Nachmittags 4 Uhr. 9 ttm
1. Ausführung des Gesetzes über Krankenversicherung der Arbeiter.
2. Klage gegen den OrtSarmenverband Alt-Buseck.
Gießen, 11. November. (Concert am 10. November.) Der künstlerische Erfolg des Concertes der Damen Fräulein Helene und Fräulein Marie Hoffmann, unter Mitwirkung der Herren Edmund Parlow und Wilhelm Ren^ SmmrnAr,e<^ .mfrtCbf9Ckn5Ct ’* zahlreiche aber kunstsinnige Publikum nahm
sämmtliche Nummern deS reichhaltigen Programms mit Beifall auf. Wir freuen uns M ->«° bteäjäWse W,nt°r-S°Iso-> unter B-eIh°--n'fch-n Klängen ihren Em.ualn unserem Concert-Sanle hielt; es war die prachtvolle G-moU Sonate für Clavier und di- dos Concert eröffnete. Die Ausführung durch Herrn R en ckiC-llo) und Herrn Parlow Mavler) war gut; Herr Renck zeichnet sich aus durch feelen- volles, warmes Spiel; von reckt anerkennenswerther Technik legte auch die aßiebers Zabe der Popper'schen Tarantella Zeugniß ob. Das Lied „Du bist die Ruh« von Schubert hören wir lieber von einer gefühlvollen Altstimme. 9 on
, , . beiden Damen verfügen über recht gut geschulte Stimmen; das bewiesen besonders die pünktlich und verständnißvoll vorgetragenen Duette; namentlich Fräulein Helene Hoffmann verdient wegen ihrer vorzüglichen Text-Aussprache hervorgehoben zu werden, wahrend andererseits grade bet ihrer Stimme sich eine gewisse Herbheit nicht verkennen laßt. Der Concertarte, die in manchen Einzelheiten sehr gut gesungen wurde, ermangelte am Anfänge eine gewisse Dramatisirung des Bortrags; in letzterem Sinne war ekht künstlerisch der Vortrag der Loreley von Liszt, einer Composition b” Ebings in einem sonst so gediegenen Programm besser durch ein L-ed von BrabmS oder Rubinstein ersetzt worden wäre. v
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_r Darmstadt, 10. November. Nach dem amtlichen Ergebnisse der Stich- wahl in dem Wahlbezirk Darmstadt-!Groß - Gerau erhielten Brauereibesitzer JusluS Ulr'ch zu Pfungstadt (natltb.) 10,587, Bildhauer Philipp Müller, Darmstadt (Soc), 7535 Stimmen.
m „Bingen, 10.'RoDember. AmfliweS Ergebnis der Stichwahl im 8. hessischen Wablkreife ^Bsngen-Alz'y). Bamberger (dsrels) mit 8680 <St. gewählt, v. Schaust (natltb.) e^htelt bb22 St.
« „ ?Mldorf, 10. November. Nach dem amtlichen Resultate der Stichwahl im ^Ä^M/'^ld-Barmen erhielt Specerelhändler Friedrich Heim (Soc) in Düsseldorf 17,256 Stimmen. Der Gegen-Condidai, Misflonsprediger a. D., Dr. Friedrich Fabri in GodeSberg (nat.-cons.) erhielt 11,445 St. u w ü
Rottweil, IO November. AmilicheS Ergebntst der Stichwahlen. Wahlbezirk Balingen - Spaichingen - Rottweil ° Tuttlingen. Schönfärber Ludwig Schwarz in Ebwgen (dfreis) erhielt 9078, O-conomierath German Burtardt, Rottweil (natltb.) ob47 Stimmen.
™ -,?«nbach, 10. November. Nach dem amtlichen Ergebnisse der Stichwahl im W->bl.reise Offenbach. Dieburg erhiel en Schriftsteller Liebknecht in BorSdorf (Soc.) 10,505, HandelSkammer-Secretär Schloßmacher in Offenbach (nailib.) 8759 St.
„ ,, ^oinz, 10. November. Nach dem amtlichen Ergebnisse der Stichwahl im «reffe Mainz-Oppenheim wurde Landtagsabgeordneter Josef Ra-kL (Centrum) in Mainz mit 7974 Stimmen gewählt- v. Bollmar (Soc.) in München erhielt 7888 ötimmen.
Univerfitäts - Chronik.
— Die Jmmatnrulationen an der Berliner Univ-rsität sind am Mittwoch be. worden Die Zahl der Jmmairikulirien biläntt sich auf ungefähr 1800 und über- ,0t ,*)er, oo'izcn Winter Jmmatrikultrten um 200. Die Freguenz der
Universität Berlin ffi seit 1877 in fortlaufendem Steigen begriffen und die Zahl der S udirenden Hai sich von 2000 auf 5500 gehoben. Während noch 1867 Leipzig die al5U8elpft)lgUn 0"ri 6 ®eulf$IanbS roar- Berlin jetzt gegen 2500 Siudtrende mehr 5- November haben die regelmäßigen Immatrikulationen an der Uni, verstiat GottIngen für diese« Semester aufgehort. ES sind im Ganzen eingeschrieben fi,ubr.eS 64 Zör°I°9te- 68 Rechtswissenschaft, 56 Medicin, 1 Philo- Philologie, 12 neuere Sprachen. 6 Geschichte, 15 Mathematik. 17 Ratur- Ißumeralta, 3 Landwirthschast, 8 Pharmacie. Unter den 277 sind 2l6, Deutsche, 5 Ungarn, 3 Russen, 11 Amerikaner, 2 Engländer, 1 Türke, 1 Italiener 1 Asiate, 5 Schweizer, 1 Franzose, 1 Oesterretcher.
„ Operationssaale der Berliner Chariiö, wo Freitag Mittag 12 Ubr
Herr dwkessor Or Schweninger seine erste Vorlesung über Hautkrankheiten halten sich lange vor der festgesetzten Zeit über 200 Studenten etngefunden, unvernchtrter Sache sich wieder entfernen mußten, da Herr Schweninger "tchEerschienen war. Die lärmenden Kundgebungen, welche das Ausbleiben des Herrn Professors hervorrief, legten sich erst, als ein Student darauf aufmerksam gemacht hatte, daß man sich in einem Krankenbause befinde. E. wähnt sei noch, daß Herr Professor Dr. Westphal schon vor etwa 3 Wochen für dieselbe »eit fn demselben Auditorium ein Colleg angekündigi hatte. Ohne sich mit diesem Herrn in Verbindung zu setzen, hatte Herr Schweninger ohne Weiteres sein Colleg ebendaselbst angezeigt. Herr Professor Westphal sah sich in Folge dessen genörhigt, ein anderes Auditorium noch in letzter Minute zu wählen.
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Paris, 10. November. Courcel reist am Mittwoch mit den technischen Bei- räthen für die Congocoaferenz, Ballay, Desbutssons und Eng lhard nach Berlin ab.
— Der Präsident der Tongkingcommission Leroy ersuchte ' Commissionssitzung theilzunehmen. Ferry erwiderte, er habe Mittheilung mehr zu machen Leroy wurde für Chauoeau, der mit Ferry seine Stelle niederlegte, zum Berichterstatter ernannt.
— Mehrere Abendblätter, namentlich „Journal", „Paris", mclden: Die Gerüchte über die Friedensverhandlungen mit China hätten an Bestand gewonnen, die Unterhandlungen sollten in London durch die Vermittelung Granville's mit Tseng lebhaft fortgesetzt werden-
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Frankfurt a. M., 10. November. Man schreibt uns von dort: Zwei Selbst, morde, die aber untereinander in gar keiner Beziehung stehen, haben gestern und heute zwei hochangesehene Familien unserer Stadt in die tiefste Trauer versetzt. Gestern Abend gegen 7 Ubr erschoß sich der etwa 36 Jahre alte Sohu eines Bankiers und Consuls auf der Langestraße, nachdem er erst am Tage zuvor seine Verlobung mit der Tochter eines Commerzienrathes im Kreise der ©einigen gefeiert hatte, und heute Morgm entleibte sich einer der Inhaber eines großen CafLS auf der Allerheiltgenstrabe gleichfalls durch einen Pistolenschuß. Als derselbe heute früh in seiner Wohnung geweckt werden sollte, fand man ihn nicht zu Hause. Auf seinem Schreibtisch lag e n Brief, in welchem er von seinen Angehörigen Abschied nahm und ihnen mittbeilte, daß er sich auf dem Grabe seines Vater« daS Leben nehmen werde. Man eilte sofort nach dem Friedhof und fand dort wirklich die Leiche des Unglücklichen. Ein seltsamer Zufall muß es genannt werden, daß beide Selbstmörder den gleichen Namen führen DaS Motiv zu dem ersten Selbstmord ist zur Zeit noch für Jedermann ein Räthsel' da der Verstorbene unmittelbar vor der Tyat noch an seinem VerlobungSessen Theil nahm, sich noch während desselben vom Tische entfernte und die unselige That in einem abgelegenen Raume seines elterlichen Hauses ausführte. — Der andere junge Mann war eine hier allgemein beliebte Persönlichkeit. Er scheint in letzter Zeit mit seiner Familie in Zwistigkeiten gerathen zu sein, die ihn fchließltch sogar zu einem so ver- hängnißvollen Schritte trieben. Nachdem er schon vor einiger Zeit auf den Ankauf des CasS de Paris reflectirt hatte, schloß er vor Kurzem einen anderen Vertrag ab, wegen dessen ihm von seiner Familie die heftigsten Vorwürfe gemacht wurden. O K.
Mainz, 7. November. Heber die unruhigen Sceven am gestrigen Wahltag berichtet die „M- Z." noch folgendes Nähere: Der gestrige Wahltag hat in unserer Stadt, besonders aber in dem südöstlichen Stadtbezirk große Aufregung hervorgervfev. Die Anhänger v. VollmarS, die nach dem Resultat, welches die Wahlen in der Stadt ergaben — eine Majorität von 2300 Stimmen — einen glänzenden Sieg erwarteten, waren über die Resultate, welche aus allen Theilen des Kreises einliefen, sehr enttäuscht; jede Nachricht von dort verringerte die Majorität VollmarS, so daß bis um 11 Uhr deS Abends, nm welche Zeit der ^Frankfurter Hof" geschlossen wurde, auf Herrn Rackö 7534 Stimmen und auf Vollmar 7795 Stimmen gefallen waren, mithin letzterer nur noch 261 Stimmen voraus war; dabei fehlten noch einige Orte, wie Edersheim rc., so daß der Sieg Rackes sehr wahrscheinlick erschien. Während der Verkündigung des Wahlresultates im „Frankfurter Hof" hatte sich auf der Augustinerstraße eine unabsehbare Menschenmenge, darunter sehr viele unreife Jungen, eingefunden, mit der Absicht, in den „Frankfurter Hof" einzudringen und ununterbrochen brüllte es bald hier, bald dort aus hunderten von Kehlen: „Hoch Vollmar!" Die Polizei war infolgedessen genötbigt, alle verfügbaren Mannschaften herbeizuschaffen, um grobe Ausschreitungen zu verhüten; die Polizei selbst wurde verhöhnt und schließlich derart hart bedrängt, daß das Milttär requirirt werden mußte. Vor dem »Frankfurter Hof" wurde ein Doppelposten mit aufgepflanztem Bajonnett aufgestellt. Aber auch dies hinderte die Ruhestörer nicht, fortwährend zu skandaliren. Nunmehr wurde abermals eine Abtheilung Militär requirirt und die Augustinerstraße theils durch Polizei, theilS durch Soldaten geräumt, so daß der Eingang vor dem „Frankfurter Hof" frei wurde. DaS Militär hatte mit aufgepflanztem Bajonnett an der Leichhof- stratze und die Polizei an der Liebfrauenkirche Aufstellung genommen, so daß nur
TklMaphische Depeschm.
Wolff'» ßelesr.
Berlin, 10. November. Der .Reichsanzeiger" meldet: Der Kaiser hat unter Bestätigung des bezüglichen Cowmissionsbeschlusses von einer Zuerkennung deS Schiller- Preises an ein einzelnes der von 1881 bis 1883 oorgelegten Werke deutscher dramatischer Dichtkunst abgesehen, dagegen den Dichtern Paul Heyse (München), Ernst v. Wildenbruch (Berlin) je 3000 JL verliehen in Anerkennung ihrer auch in den letzten drei Jahren bewährten Verdienste um die deutsche dramatische Dichtkunst.
— Dem Vernehmen nach wird Der Reichskanzler die westafrikanische Conferenz eröffnen. Deutsche Vertreter auf der Conferenz werden außerdem fein: Staatssrcretär Hatzfeld, Unterstaatssecretär Busch, Geh. Legationsrath v. Kusserow. Das Bureau wird gebildet auS dem deutschen Vicekonsul in Petersburg, Schmidt und dem französischen LotschaftSrath Raindre.
Berlin, 10. November. Se. K. K. Hoheit der Kronprinz und der Reichs« kanzler Fürst Bismarck wohnten der heutigen ÄbtheilungSsitzung des Staatsrathes bei. Donnerstag findet eine Plenarsitzung statt.
— Zur Theilnahme an der Congo-Conferenz find der englische Beirath Mr. Crowe und der spanische Bttrath Coello hier eingetrsffen.
— Die ^Nordd. Allg. Ztg." schreibt, der Grund dafür, daß b'e Einberufung deS Reichstags noch nicht erfolgt fei, ist darin zu suchen, daß noch viele Stichwahlen ausstehen. Die „Norddeutsche" kann für das lanue HtnauSschieben der Stichwahlen keinen Grund absehen. Wenn es auch mit dem Gesetze vereinbar ist, daß die Stichwahlen bis zum 15. b. M. hinausgesetzt werden, so hätte es doch dem öffentlichen Interesse mehr entsprochen, wenn die Wahlcommissarien die ihnen offenstehende Frist möglichst abgekürzt hätten.
— Die „Norddeutsche" publicirt den Wortlaut d»s vom Herzog von Cumberland am 4. ds. Mts. an die deutschen Fürsten, mit Ausnahme des Kaisers, und der deutschen freien Städte gerichteten CirculärS, worin er die mit dem Staatsministerium in Braunschweig betreffs der Contrastgnirung der Publikat'on feines Regierungsantritts-Patents geführte Correspondenz mtttheilt. Die Ausübung seiner Regierung in Braunschweig sei hierauf auf Schwierigkeiten gestoßen; sein Thronfolgerecht stehe aber nach Landesverfassung fürstlicher Familtenordnung fest. Die Versagung seiner An, erfennung, die Hinderung seiner Regierung als Herzog Braunschweigs sei von Reichswegen nicht möglich ohne Eingriff in die Reichsordnung, worauf das deutsche Reich selber beruhe. Die Reichsverfassung enthalte feine Bestimmung, die zu Eingriffen in die durch Landes? und Fürstenrecht des Einzelstaats begründete fürstliche Erdfolge vvn ReichSwegen berechtige. Art. 71 der Reichsverfassung, betr. Verfassungsstreittgkeiten, treffe hier nicht zu; auf Art. 11 und 17 der ReichUverfassung (vom Machtbefugnisse deS Kaisers handelnd) könne daS Recht des Reichs zur Entscheidung von Fragen der Erbfolgeordnung in einzelnen BundeSstasten nicht gegründet werden.
— Dem englischen Botschafter Malet find außer dem Attache für Handels- augelegenheiten Mr. Crowe als Beiräthe zur Congo Conferenz befgegeuen der Unters staatssecretär im Colonialamte Mr. Meade und der Vorstand des afrikanischen Departements im auswärtigen Amte Mr. Perey Anderson.


