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der Mächte bedeuten kann.

Dr. Fr. Müller.

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und früheren Unterthanen der NamaquaS, dte sich im Jahre 1860 durch einen großen Aufstand befreit hatten und seitdem mit ihren einstigen Herren in Fehde lebten. 1867 brach der Kampf von Neuem los und der Befehlshaber der NamaquaS, Jan Jonkher, hatte die Station Otyimbinque angreifen lasten, eben fine MissionSniederlastung im Hcrerolande, wo sich Hahn gerade befand. Dieser hatte seine kranke Frau tu die Kirche bringen lasten, wo sie einstweilen am sichersten schien: aber im Laufe deS Ge­fechts wurde gerade dte Kirche der Mittelpunkt deS Angriffs und dte Kugeln durch­bohrten Thür und Fenster von allen Seiten. In der höchsten Noth versuchte man deßhalb, Frau Hahn aus der Kirche heraus und nach einem entfernten Hause zu tragen; aber man mußte zu diesem Zweck mehr als hundert Schritte ohne Deckung in dem etndltchen Feuer zurücklegen. Kaum aber hatte Jan Jonkher, der Namaführer, dies gesehen, so befahl er sofort, daS Feuer rinzustellen, bis dte Frau in Sicherheit war. Dieselbe war ihm persönlich wohlbekannt, da sie ihm als Knabe schon Unterricht er- thetlt hatte.

Hahn weilte zuletzt 1874 in Deutschland und ist fitzt immer noch rüstig beim Werke tm Gebiete des inzwischen deutsch gewordenen Angra P?quena, wo er eines der besten Beispiele dafür «st, was auch ein einzelner Missionar für dte große Politik

Darmstadt, 9. Septbr. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigfi geruht:

Am 3. Septbr. dem Bürgermeister der Bürgermeisterei Nieder-Mockstavt, im Kreise Büdingen, Heinrich Reuther, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für langjährige treue Dienste" und

am 5. Septbr. dem Schullehrer an der Gemeindeschule zu Mainflingen, im Kreise Offenbach, Adam Schreiber, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für fünfzigjährige treue Dienste" zu verleihen.

Telegraphische Depeschnr.

Wolff'» trlegr. Lorresporrdem-Birrear».

Berlin, 9. September. Se. Mafistät der Kaffer nahm tm Laufe deS Vor­mittags ote gewöhnlichen Vorträge entgegen und arbeitete dann mit dem Chef des C-oilcabtnetS v. Albedyll. Nachmittags unternahm Se. Maj. eine Ausfahrt und wird morgen den neuen amerikanischen Gesandten, Kaston, zur U-berretchung seiner Akkreditive empfangen.

Ihre Majestät die Kaiserin beabsichtigt morgen Abend nach Koblenz ab- ^^^^Wirsba-en, 9. September. Die 38. Hauptversammlung des Gesammtvereins der Gunav'Adoif-Ätiftung ist heute Nachmtttag feierlich eröffnet worden. Dte Dcpu- lirten und Gäste wurden Namens der Stadt durch den Oberbürgermeister v. Jbell und Namens der hiesigen evangelischen Gemeinde und Namens des nassauischen Landes- veretns der Guftav-Adolf-Stiftung durch den Stadtpfarrer Köhler begrüßt, bet dem darauf folgenden Gottesdienst hielt Prof. Dr. Achelis aus Marburg die Predigt. Die Zahl der Theilnehmer an der Versammlung beträgt bereits mehr als 400, unter den­selben befinden sich: Ober-Consistortalrath v. d. Golz aus Berlin als Vertreter des evangelischen OberktrchenrathS, Prälat Doll (Karlsruhe), Dr. Fotcke (Leipzig), Dr. Rogge (Potsdam), Dr. Voigt (Königsberg), Superintendent Teutsch (Siebenbürgen), Asche, (Wien), Prediger Herbst (Brüssel).

Essen, 9. September. DerRhein.-Westf. Ztg." wird aus Münster gemeldet, daß der Reichskanzler Fürst Bismarck und die Mehrzahl der Minister die Einladung der Stände zu dem Kaiserdiner am 24. ds. bereits angenommen haben. Ihre Maj. die Kaiserin werde am 23. ds. erwartet.

Regensburg, 9. September, Se. K. K. Hoheit der Kronprinz und Se. K. K. Hoheit der Prinz Heinrich trafen, vom Kriegsminister v. Maillinger begleitet, Mittags l1/2 Uhr hier ein und wurden von dem Fürsten Thurn und Taris empfangen. Nachdem die Begrüßung durch die Spitzen der Behörden stattgefunden, begaben sich Se. K. K. Hoh. der Kronprinz und Se. K. K. Hoh. der Prinz Heinrich unter enthusiastischen Hochrufen der Bevölkerung mit ihrem Gefolge nach dem Palais des Fürsten Thurn und Taxis zum Diner. Nach demselben ist eine Besichtigung der Sehenswürdigkeiten in Aussicht genommen.

Paris, 9. September. Eine Entscheidung des Ministers des Innern erklärt alle Provenienzen aus Spanien für verdächtig, gleichviel von welchem Ort des Landes sie kommen, oder wie ihr Patent beschaffen sei.

Brüssel, 9. September. Bei Berathung der heute im Senate einge­brachten Interpellation wegen der Ruhestörungen vom Sonntag wurde einstim­mig und bei zwei Stimm-Enthaltungen folgende Resolution angenommen: Der Senat mißbilligt energisch die Exceffe, deren Schauplatz Brüssel am Sonntag gewesen, und geht zur Tagesordnung über.

Warschau, 9. September. Der Kaiserin wurde gestern bei der An­kunft auf dem Bahnhose von der Gemahlin des General-Gouverneurs im Namen der Damen der Stadt Warschau ein prachtvolles Bouquet überreicht. Bei der gestern Nachmittag stattgehabten Truppenrevue waren gegen 80,000 Mann in Parade ausgestellt. Zu dem morgen bei dem General-Gouverneur stattsindenden Balle sind auch an zahlreiche Bürgerfamilien der Stadt Einladungen ergangen.

Neapel, 9. September. Im Laufe des gestrigen Tages sind hier 653 Erkrankungen und 310 Todesfälle in Folge der Cholera vorgekommen. Der König besucht mit dem Herzog von Aosta und den Ministern de Pretis und Mancini die Spitäler.

Alexandrien, 9. September. Lord Northbrook und General Wolseley sind heute Mittag an Bord derIris" hier angekommen, vom Ministerpräsi­denten Nubar Pascha im Namen des Khedive empfangen worden und alsbald nach Kairo weitergereist.

New-Bork, 9. September. Bei den Staatswahlen in Maine haben die Republikaner den Sieg davongetragen, der republikanische Candidat wurde zum Gouverneur gewählt. Auch in beiden Kammern der Staats-Legislatur werden die Republikaner über die Majorität verfügen.

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Vermischtes.

Hannover, 6. September. (Deutsche Brauerei-Ausstellung.). (Original-Bericht.) In Gegenwart deS kgl. Landdrosteu v. Cranach und deS Polizetprästd-nten v. Brandt wurde die Deutsche Brauerei«AuSftellung heute Vormittag 11 Uhr eröffnet. Die herr­lichen und weiten Räume des Palmengartens und deS damit in Verbindung stehenden ConcerthaufiS sind vollständia von der Ausstellung okkupirt. In der Gruppe I. figu- riren die Producte von ca. 30 der hervorragendsten Brauereien Deutschlands, welche an die Ausstellungsbesucher zu 5 H, resp. 10 H pro Gläschen oerschänkt werden, eine Gelegenheit, dem Biere seinen Beruf zu erhalten, die von den zahlreichen Besuchern deS Eröffnungstages gern ergriffen wird, namentlich an denjenigen Ausschankstellen, wo mit zarter Hand und im bayerischen Dialekt der Pokal kredenzt wurde. In Gruppe II. finden wir Ausstellungen von Rohmaterialien, Gerste, Malz, Malz-Surrogate und Hopfen. Die Zahl der Aussteller dieser Branchen beträgt 12. Eine so vollständige Ausstellung aller zam Brauereibettieb und Bierausschank dienenden Maschinen und Apparate, wie sie in der Gcuppe III. zusammengefaßt sind, ist noch in keiner der voraufgegangenen Ausstellungen zu verzeichnen gewesen. 54 Firmen sind in dieser Gruppe vertreten und fesseln das Interesse der Fachleute im hohen Grade. Wenn man davon ausgeht, daß gewerbliche Ausstellungen in erster L nie dazu dienen sollen, dem Fachmanns sowohl wie dem interessirten Theile des Publikums, welches schließ­lich doch in diesem Falle ganz eigentlich die Zeche zu bezahlen hat, die wichtigsten Erfindungen auf industriellem Gebiet vor Augen zu führen und ihre Bedeutung prak­tisch darzuthun, so verdient entschieden die veranstaltete Ausstellung von Apparaten zur Verwendung flüssiger Kohlensäure beim Bierausschank und Brauereibrtrieb von allen Gegenständen der Ausstellung die größte Beachtung. Neben Malz und Hopfen ist bekanntlich die Kohlensäure das wichtigste Lebenselement und Confero.rungSmfttel des BierS. Denn ohne eine hinlängliche Menge von Kohlensäure wud daS Bier schal, sauer und gesundheitsgefährlich. Die atmosphärische Luft mit ihrem Gehalt an Sauerstoff, welcher unter allen alkoholischen Getränken am leichtesten beim Bier dte saure Gährung" bewirkt, mit ihren zahlreichen Verunreinigungen durch Schwärm­sporen schädlicher Organismen und Ausdünstungen aller Art ist der ärgste Feind und Verderber des Bieres. Die Luft tritt aber sowohl beim Verschänkenblrect vom Faß* wie bei drn Luftdruckapparaten aller Art zu dem Bier in das Gebinde und leitet mit unfehlbarer Sicherheit den Proceß des Verderbens ein, welcher um so weiter fort» schreitet, je länger diese Berührung mit der Luft dauert. Es ist daher gleichmäßig vom Brauer, Wirth und besonders vom Biertrinker freudig begrüßt, daß durch bte von einem hiesigen Physiker etfunbene Art des Ausschanks mittelst flüssiger Kohlensäure (System Raydt-Kunheim) ein ebenso bequemes w^e sicheres und relativ billiges Mittel gefunben worden ist, die atmosphärische Luft völlig von dem im Fasse befindlichen Bier abzuschließen, demselben eine leicht regulirbare Menge seines L-benSelementS, der Kohlensäure, zuzuführen und es auf diese Art stets gesund, frffch und wohlschmeckend zu erhalten. Dre leicht erkennbare Bedeutung dieser sowohl für daS Ausschänken alS auch für das Abziehen deS BierS auf kleine Gebinde und Flaschen hat bereits dazu geführt, daß eine eigen? hierfür begründeteActftn-Gesellschaft für Kohlensäure-In­dustrie" von der Reichshauptstadt aus die geschäftUche Leitung und den Vertrieb der in mehreren Fabriken hergestellten flüssigen Kohlensäure übernommen hat und höchst erfolgreich betreibt. Fünfzehn der ausstellenden Brauereien bieten uns Gelegenheit, unS von der segensreichen Einwirkung der Kohlensäure auf die Schmackhaftigkeit zu über­zeugen, indem sie im wohlverstandenen eigenen Interesse Schankapparate mit flüssiger Kohlensäure anwenden. Doch verlassen wir diese Gruppe und unsere vielleicht in diesem Rahmen etwas zu breit gewordene Ausführung über die Wohlthaten der Kohlen­säure, die einem jeden Laiengemüth übrigens begreiflicher und sympathischer erscheint alS die kunstvollen Maschinerien der Pumpen, Kapsel-, Spül-, Abfüll-Apparate u. s. w., so gelangen wir zur Gruppe IV., welche Gegenstände für Conservirung, Versandt und Ausschank des BierS in reichhaltigster Weise enthält. Mit Projecten und Modellen über Brauerei-Einrichtungen und Maschinen, sowie Literatur und Brauerei-Technik schließt die fünfte und letzte der Gruppen ab. Es ist nicht möglich, in einem gedrängten Berichte die Namen aller Aussteller, ca. 150, zu veröffentlichen. D:e P ümiirung er­folgt durch eine auS folgenden Herren bestehende Jury: Aubry, Dtrecwr her wissen­schaftlichen Station für Brauerei in München, Maschinendirector Kirchweger (Hannover), Civffingenieur Bockelberg (Hannover) und Dr. phil. Scalweit, Vorsteher des Gesund­heitsamts in Hannover. Am 14. dss. Mts. wird die Ausstellung geschlossen, die alS eine in jeder Beziehung umfassende und gut arrangirte bezeichnet werden darf.

Nach der den Mitgliedern deS Deutschen Colonialv:reinS mit dem 18. Hefte derDeutschen Colonialzeitung" zugegangenen Einladung zu der auf Sonntag den 21. September in Eisenach anberaumten außerordentlichen Generalversammlung wird dieselbe im Saale der GesellschaftErholung", Vormittags 11 Vs Uhr. stattsinden. Ein Localcomite hat sich in Eisenach gebildet, welches durch ein Mitglied auf dem Bahn­hofe behufs AuSkunftSertheilung vertreten fein wird. Wohnungsanmeldungen find möglichst biS zum 18. d. M. an Herrn Hofbuchhändler Jacobi dort zu richten, auch ist vorherige Anmeldung zu dem um 5 Uhr Nachmittags stattfindenden gemeinschaftlichen Esten erwünscht. Am 20., Abends, finden fich die bereits anwesenden Theilnehmer im Gasthof zum Löwen" beim Bier zusammen. Wie unS von zuverlässiger Seite mitgetheilt wird, ist nach der allseitigen sympathischen Aufnahme deS VorstantiS- beschluffeS, daß auch allen Freunden der deutschen Colonialpolitik der Zutritt zu dieser Generalversammlung behufS ihrer Orientirung freistehen solle, eine überaus zahlreiche Betheiligung aus allen Kreisen zu erwarten. Die Zweigvereine, ©ectinnen und Orts­gruppen de« über ganz Deutschland sich erstreckenden Vereins werden durch Delegirte vertreten sein, welche an der am 20., Abends 6>/z Uhr, imHotel zum Großherzog" in Eisenach ftattfinbenben VorstanbSsitzung theilnehmen. In ber Generalversammlung, unter bem Vorsitze des Präsidiums (Fürst zu Hohenlohe-Langenburg und Oberbürger­meister Dr. Miquel), werden u. A- die Herren Geh. RegierungSrath Prof. Dr. Erwin Raffe (Bonn), Geh. Commercienrath Heimendahl (Crefeld), Reichstagsabgeordneter Dr. Hammacher (Berlin), Misfionsdirector Dr. Fabri (Barmen) und Consul H. H. Meier (Bremen) über die gegenwärtige Lage der deutschen Colonisationsbestrebungen, über die allgemeinen Ziele des Deutschen ColonialvereinS, sowie über die Dampfer-Sub- ventionsoorlage sprechen. Von hervorragenden Persönlichkeiten auS den Hansestädten haben u. A. bereits die Herren Adolf Wörmann (inFa. E Wörmann), F. A- E- Lüde- ritz und Joh. Thormäblen (in Fa. Jantzen u. Thormählen) ihre Beiheiligung zugesagi und dürfte es von besonderem Interesse fein, die Anschauungen dieser in überseeischen Unternehmungen praktisch erfahrenen Männer Über die eigentliche Bedeutung und Zu­kunft ihrer Besitzungen, sowie über die für Deutschland zunächst anzustrebenden Z>ele in kolonisatorischer Richtung zu erfahren. Auch Hofrath Dr. Gerhard RohlfS wird erwartet.

BreSlau, 8. September. Vor einigen Wochen ereignete sich in Breslau der Fall, der vielleicht auch anderwärts vorkommt, daß eines höheren OfficierS, der noch nicht lange Zeit in BreSlau wohnt, hoffnungsvoller Sohn, der daS hiesige Magdalenen- Gymnasium besucht, ein Zeugniß mit nach Hause brachte, mit dem der Vater nichts weniger als zufrieden war. Der Offerier schrieb In Folge dessen an den Gymnasial­lehrer, er wünsche wegen des mangelhaften Zeugnisses m t ibm Rücksprache zu nehmen, er sei täglich von 3 biS 4 Uhr zu sprechen. Der also zur freundschaftlichen Vistte auf» geforderte Oberlehrer schrieb aber an den Ofsicier zurück, er Habe gegen eine Unter-

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Unsere schwarzen Schützlinge.

Urtier die NamaquaS der Westküste von Aftlka, deren nähere Bekanntschaft wir nun auf dem Boden der neuen deutschen Colonie an der kleinen Bucht machen werden, erzählt der baltische Missionar Carl Hugo Hahn auS Riga einige bemerkenS- werthc Dinge. Bekanntlich hat eS sich die auB dem Wupperthal und der Stadt Barmen ausgehende protestantische Mission zur Aufgabe gemacht, in Westafrika Christenthum und Civilffation immer mehr auSzubreiten und es entstanden in Folge dessen zahl­reiche MifsionSanstaltm, die ihre großen und schönen Erfolge aufzuweisen haben. Auch der Missionär Hahn, geboren 1318, ging 1841 von Bacmen nach Afrika und lebte dort viele Jahre lang unter den Hottentoten, resp. unter einem Stamme derselben, den NamaquaS. Gerade bei Angra Pequena nahm er seinen ersten Wohnsitz und begann, christliche Lehren und Sitten zu verbreiten. Ihm ist eS in erster Reihe mit zu ver­danken, daß jetzt fast alle Häuptlinge der NamaquaS Christen sind und daß sie da­durch ihr angeborenes Mißtrauen gegen die Weißen endlich ablegten; feinen Erfolgen verdankt cB auch Herr Lüderitz mit, daß er überhaupt mit den Führern des Stammes feinen Vertrag abschließen konnte und den Boden der Colonie gewann. Dem Beispiel der Häuptlinge ist inzwischen ein großer Theil des Volkes gefolgt, nachdem die Missionäre sich als eifrige Lehrer und Wohlthäter und nicht alS bösartige Zauberer und Sklaven- jäger erwiesen und so wurden die Sitten beB Volkes in ber That milder, vertraulicher, und der natürliche Trieb der Namas, von den Weißen deren Künste zu lernen, wurde belebt und benutzt. Hahn lernte auch die Sprache der NamaS und bildete dieselbe so­gar zu einer Schriftsprache auS. Denn gleich den großen Russenaposteln Methodius und Cynllus entwarf der schlichte Missionar eine Sprachlehre und ein Wörterbuch der Namaquasvrache und sandte beides tm Jahre 1852 nach Bonn zur Vervielfältigung. Nachher lehrte er die Häuptlinge und Vornehmen lesen und schreiben und heute sind auch schon das neue Testament und die Psalmen gedruckt und vielfach im Lande ver­breitet, während eben jetzt auch das alte Testament im Druck ist. Viele Namas, die mit bin Missionsstationen unb bett einzelnen Missionären rings im Lande in regem Verkehr standen, haben deutsch gelernt und dadurch wurde eine gewisse Vorliebe für deutschen Verkehr bet den Eingeborenen geweckt. Letztere kannten ohnehin durch ihre Berührungen mit den Boers im Innern schon vielfach den holländischen Dialekt, der sich von dem ehemals holländischen Caplande aus weit verbreitet hatte, und hieran an­zuknüpfen, sich leichter verständlich zu machen, das vermochte ber norbbeutsche ober nieberrheinische Missionar entschieden leichter, als etwa ein Süddeutscher. Die Ein­führung des Protestantismus auch in diesem Theile Südafrikas war die weiter nolh- wendtge Folge.

AIS ein Beispiel, in welch hoher Achtung Hahn bet den NamaS stand, sei folgender Vorfall mitgetheilt. Hahn hatte sich zur Verbreitung des ChristenthumS auch eines Tages zu den nordöstlich wohnenden Hereros begeben, den Stammverwandten