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3.2.1884 Erstes Blatt
 
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Inger dadurch auf sich, daß er Blöch unausgesetzt mit seinen Blicken fixirte. DaS Mädchen theilte ihre Beobachtungen auch dem Wirthe mit, ohne daß dieser jedoch btr Sache Werth beigelegt hätte. Wie sich jedoch herauSstellte, war eS derselbe Mann, der sodann den Mord verübte. Das er fein Vorhaben nicht schon TagS zuvor auSführte^ lag wohl nur daran, daß Blöch damals nicht allein, sondern in Begleitung mehrerer Personen da« Local verließ.

Man glaubt immer bestimmter, daß auch Hlubek demselben Mörder zum Opfer gefallen ist, wie Blöch. Am Tage des Leichenbegängnisses Hludek's war derselbe Mann» welcher nach der Ermordung des Poltzeicsncipisten am Fenster der Todtengräber- wohnung erschienen, wieder beim Thore des Friedhofs; er wurde von der Todtengräbers- frau erkannt, angesprochen und zum Eintritt aufgcfordert. Der Unbekannte leistete dieser Einladung jedoch nicht Folge, sondern entfernte sich eiligst. Die bei der da­maligen EinvrrnaKme der Frau Ueberbacher von derselben angegebene Personsbe­schreibung patzt vollkommen aus den gefangenen Mörder des Detektives Blöch. Seit der Ermordung Hludek's wurde auf bas Eifrigste nach dieser mysteriösen Person ge­fahndet, doch vergebens. Am Freitag Abend wurde die Frau deS Todtengräbers zur weiteren Konfrontation in's Poltzeigefangenenhaus, wo der Mörder in der Zelle Schenk's tnternirt ist, c'tirt. Die Frau erkannte ihn auch diesmal mit Bestimmtheit als jenen Mann, welcher am Tage des Mordes am Polizeiconcipisten Hlubek die citirte verfängliche Frage an sie gerichtet hatte. Auch in allen Fachoereinen, bei allen Riemern und sonstigen Lederarbeitern wird recherchirt, weil man auS der Handfläche des Verhafteten auf eine ähnliche Beschäftigung schließt.

Als neueste Notizen fügen wir dem Obigen an: DemN W T" zufolge hat ein Kaffeehausbesitzer in der Photographie deS Mörders das Bild eines Mannes er­kannt, welcher 14 Tage lang bis zum Tage des Verbrechens in sein Local kam und sich viel mit ihm Über Berlin unterhielt. Die vorgenommene Konfrontation bestätigte die Vermuthung.

In der Gesellschaft des Verbrechers war bei jenen Besuchen ein zweiter Mann, der einen Zwicker trug und immer in sehr geheimnitzvoller Weise mit dem Unbekannten confertrte. Sie schrieben häufig Briefe und verfaßten Schrrftstücke, die wie Acten aus- saben Wenn diese Arbeit heenbet bitten spielten si» Schach miteinander.

Die Stabtfnabe bis Dezemk Donnerstag »erben.

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Die ivaltnngsrec theiligtm ai ®iej

1. Februar. Die erste Lesung der AuSnahmeverordnungcn findet Dienstag hn Abgeordnetenhause statt. Die Morgenblätter besprechen die AuSnahmeverordnungen, wobei dasRrembenbtatr hervorhebt, die Bevölkerung erwartete nicht nur, sondern forderte entschiedene Maßnahmen zur Zügelung der verbrecherischen Attentate, deren Schauplatz Wien und dessen Umgebung sei. Das Blatt spricht die Zuversicht auS, daß die wesentlich gekräftigten Befugnisse der Regierung lediglich zur Vettheidigung der arg bedrohten öffentlichen Sicherheit und gesellschaftlichen Ordnung dienen werden Die einjährige Suspension der Schwurgerichte sei zum Theil wenigstens aus Rücksicht auf bie ^urn selbst, welche keinem Terrorismus ausgesetzt fein solle, erfolgt. DieNeue fr Bresse" spricht daS Vertrauen auS, da« Ministerium werde sich feiner durch die «roße Machtvollkommenheit gesteigerten moralischen Verantwortlichkeit stets bewußt fein und seine Vollmachten maßvoll gebrauchen. Dieselbe richtet schließlich die Auf­forderung an ihre Leser, Jeder möge in seinem Kreise dazu beitragen, den guten Ruf Wiens baldigst wiederherzustellen und den Makel des Ausnahmezustandes verschwinden zu machen. DasTagdlatt" schreibt:Uns drückt der Gedanke, daß es so wett kommen mußte, weil das gewöhnliche Gesetz nicht ausreichend erschien; wir dürfen aber heroorheben, daß grabe tn Wien die Elemente noch zahlreich und kräftig sind, welche entschlossen sind, den auf den Umsturz der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung gerichteten Umtrieben entgegenzutreten." .

Auf Grund der Ausnahmemaßregeln ist, wie da« .Fremdenblatt" meldet, eine Anzahl Arbeiter in der vergangenen Nacht verhaftet worden, auch wurde eine Anzahl von Personen durch die Polizei ausgewiesen.

Paris, 4. Februar. Durch eine heftige Feuersbrunst, welche gestern in Cit6 Joly, in der Nähe des Pore-La-Chaise wüthete, sind gegen hundert Familien obdachlos geworden. Mehrere Kinder werden vermißt.

Bei einem Empfang der bonapartistischen Delegirten erklärte Prinz Napoleon, daß der Augenblick gekommen sei, eine gesetzliche, aber andauernde Agitation in'S Leben zu rufen. Es wurde hierbei beschlossen, eine große bona- partistische Versammlung am 17. Februar in^ Circus zu veranstalten.

- Der Graf von Paris wird von Spanien direct nach Paris zurück­kehren und sich alsdann nach Cannes begeben.

London, 1. Februar. DenDaily News" wird aus Suakim vom 31. Januar gemeldet, die Lage von Sinkat fei eine verzweifelte, die Mundvor- räthe seien gänzlich erschöpft, die Bevölkerung sei aus den Genuß von Hunde- und Pferdefleisch angewiesen; wenn der Entsatz unmöglich sei, wollten die Ein­wohner versuchen, sich nach Suakim zurückzujchlagen.

Rom, 1. Februar. Dem Vernehmen nach wird der Papst gegen den Beschluß des Kassationshofes wegen Konü.'rttrung der beweglichen Güter der Propaganda von Rom einen Protest an die päpstlichen Nuntien richten.

Petersburg, 1. Februar. Die Gesetzsammlung veröffentlicht eine vom Kaiser fanctionirte Verfügung des Reichsraths, wonach von dem inS Ausland zu exportirenden Spiritus von 95 Grab und darüber 6pKt., von weniger als 95 Grad 3pKt. des zu exportirenden QuantumS von den AccisegebÜhren befreit bleiben sollen.

Wie hierher gemeldet wird, haben Londoner Blätter ein Telegramm aus Charkow veröffentlicht, daß Nihilisten einen Gendarmerie-Offizier ermordeten, daß die dortige Polizei eine geheime nihilistische Druckerei entdeckt und Documente aufgefunden habe, welche eine Verschwörung gegen das Leben der kaiserlichen Familie und zur HerbeisÜhrung eines allgemeinen Bauernaufstandes in Klein-Rußland offenbart hätten. Diese Meldungen erweisen sich nach Mittheilungen von competenter Stelle, mit der einzigen Ausnahme der Entdeckung einer geheimen Druckerei, als vollständig auS der Luft gegriffen; eS ist Niemand in Charkow ermordet und keine Verschwörung daselbst entdeckt worden.

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Gießen, 1. Februar. (Sitzung der Stadtverordneten vom 31. Januar ) An­wesend : Herr Bürgermeister Stamm, Herren Beigeordneten Keller und Heß, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Batst, Gail, Georgi, Dr. Gutsleisch^ Hoch, Hornberger, Kauf, Ad. Noll, Any. Noll, Petri, Scheel, Simon, S ch o p d a ch, Vogt und 2B ortmann. Nach Eröffnung der Sitzung bringt Herr Bürger­meister Bramm ein Schretbeii des k. pr. Finanzministeriums zur Verlesung in Betreff des projectirteu Umbaues des Bahnhofes Gießen. In diesem Schreiben ist die Er­mächtigung der Bahndirection zur Ausführung näher bezeichneter Arbeiten bezüglich des Umbaues enthalten neben gleichzeitiger Darlegung der Absicht, nach wie vor auf Herstellung der den Verkehrsverhältnissen entsprechenden Bahnübergänge, namentlich desjenigen am südlichen Ende des Bahnhofes, das Augenmerk richten zu .wollen. Unter Bezugnahme auf die bereits in dieser Angelegenheit gethanen Schritte wird das Schreiben zur Kenntniß gebracht und erklärt, daß man sich auch weitere Schritte vor­behalte. Die Entrichtung resp. Rückvergütung von für verschiedene Bedürfnisse des Garnisonlazareths zu erhebendes Octroi wird auf Grund eines zwischen der Stadt und dem Garnisonlazareth geschaffenen Reverses geregelt. Die von Herrn Ingenieur Rosenfeld abgelegte Rechnung über die Arbeiten, Lieferungen und sonstigen Ausgaben bei Herstellung der Quellwasserleitung wird vorgelegt und von Herrn Beigeordneten Heß erläutert. Der in Folge des Concurses der Firma Aird, welcher die gesammte Herstellung der Wasserleitung übertragen werden sollte, und zwar zum Gesammtbetrage von JL 84249, nicht zu Stande gekommene Vertrag veranlaßte f. I. die Stadtverord-- neten-Versammlung, die Anlage der gelammten Leitung in eigener Regie Herstellen zu lassen. Die Kosten der auf diese Weise fertig gestellten Anlage beziffern sich auf 76310, worunter auch diejenigen Kosten inbegriffen sind, welche in Folge Mehr­aufwands bei verschiedenen Arbeiten, Lieferungen rc. entstanden, z. B. btejenigen für die Leitung der Annaberger Quelle nach der Hauptquelle, die Verwendung eiserner Röhren für diese Leitung an Stelle von Thonröhren, die Ausdehnung des Röhren­netzes um 200 Meter gegen die ursprüngliche Länge, die Anschaffung anderer Brunnen­ständer, die Herstellung von Brunnenschächten mit Wasserableitung, die Ableitung nach den Brunnen in den Schulen u.s. w. Die Ersparniß gegenüber dem Aird'schen Vor­anschläge beträgt AL 11916, wobei allerdings zu berücksichtigen bleibt, daß die Firma. Aird einen öprocentigen Abstrich von ihrer ursprünglichen Voranschlagssumme zu machen gewillt war. Dem Herrn Ingenieur Rosenfeld wird nach Anhörung des Berichtes Decharge ertheilt und soll demselben die gestellte Kaution nebst dem noch rückständigen Theile seines Honorars ansgezahlt werden- Auf Antrag der Commission wird Herrn Ingenieur Rosenfeld eiie Gratification von 500 JL, dem Vorarbeiter Herrn Rodewald eine solche von 200 JL bewilligt. Weiter hat die Kommission die Ausstellung weiterer 5 Brunnen beantragt und sind als Standorte für dieselben vor- geschlagen worden: Der Kreuzungspunkt der Licher und Grünberger Chaussee, das Wallthor, die Nordanlage, die Ecke der Ludwigs- und Aliceftraße und das Neuen­weger Thor resp. Ecke der Neuenbäue und des Neuenwegs. Beschlußfassung hierüber wurde bis zur Vorlage des Kostenooranschlags, in welchem weiter ein Brunnen auf der Mäusburg und einer in der Neustadt zu berücksichtigen sei, ausgesetzt. In Folge Rückverlegung der Octroierheberstelle in das rechtsseitige Thorhaus am Seltersweg werden die Räume des vor genanntem Thorhaus s. Z. errichteten Häuschens frei» Herr Bäckermeister Emil Noll refleetirt auf diese Räume und will dieselben Zwecks- Errichtung einer Verkaufsstelle für Backwaaren pachten. Es wird beschlossen, das Häuschen einer öffentlichen Verpachtung auszusetzen. In der Angelegenheit des Aus­baues der Ostanlage wurde s. Z. die Einleitung des Expropriationsverfahrens in Bezug auf das Gelände der Herren Ortsgerichtsmann Müller und Zimmermeistcr- Ruckstuhl beschlossen, lieber den Stand dieser Angelegenheit wird heute weiter berichtet: Die Differenz zwischen der Forderung des Ersteren (JL 2612,16) und dem Gebot der Stadl (JL 1680,64) beträgt .AL 931,72, wogegen Herr Ruckstuhl, dem Gebot der Stadt für Ueberlassung der Hosraithe nebst dem in Bettacht kom­menden Gelände im Betrage von JL 16,000 eine Forderung von JL 31,100 gegen­überstellt, so daß hier die Differenz JL 15,100 beträgt. Betreffs des Ausbaues der Wilhelmsstraße bis an die Ludwigssttaße werden die mit den Herren Koch und Wilson propoiiirten Gelände-Austausch- resp. Abtretungs-Verträge befürwortet,, derjenige mit dem Herrn F. Hofmann an die Baudeputation verwiesen- Der Fuß­weg nach dem Philosophenwalde soll im nächsten Frühjahr ausgebessert werden, desgl. der Feldweg in der Lichtenau. Des Weiteren wird Herrn Ehr. Rübsamen Geneh­migung ertheilt zur Anlage eines Geleises von seinem Baggerplatz in der Nähe des sogen- Felsens nach dem Bahnkörper der Main - Weserbahn. Auf Grund des Gut­achtens einer zur Beratbung über die Mittel und Wege zur Abwendung der Gefahr von ansteckenden Krankheiten, namentlich in Rücksicht auf die dermalen herrschende Diphtheritis-Epidemie zusammengetretenen Commission wurde beschlossen, die Erricht­ung eines Jsolirhauses, sowie die Beschaffung zweckentsprechender Wagen für den Transport von Kranken und Leichen zu befürworten. Dem Holzhauer I. Damasky von Watzenborn, welcher beim Fällen eines Baumes, am 10. December v- I. verletzt wurde, wird auf diesbezügl. Gesuch eine Unterstützung von 30 JL bewilligt.

Gießen, 1- Februar. (Theater.) Dte Musik der OperetteFattnitza*. die vor etwa sieben ^Jahren überall den glänzendsten Erfolg errang, athmet durchaus den Geist ihres Schöpfers, sie zündet und packt beim großen Publikum durch die verschieden^ artigsten Effecte, mit denen Supp4 nicht sparsam umgeht, aber auch der musikalische Kenner findet manche Perle. Dte Erwartungen, welche sich an dte Aufführung knüpfen Ueßen und welche heute das Haus vollständig mit Besuchern gefüllt hatten, zeigten sich schon nach den ersten gesungenen Phrasen nur zum Theil erfüllt- Die Damen Fräulein Pögner I. (Wladimir) und Fräulein Hoffmann (Lydia) hatten ihre Rollen nur übernommen, um das Zustandekommen der Vorstellung nicht zu stören und verdienen daher eher Anerkennung, als strenge Beurtheilung. Herr Schreiner (General Kantschukoff) ließ sich von seiner brillanten Rolle mit Geschick tragen. Auch die Herren Brautlecht (Izzet Pascha) und PeterS (Reporter v. Golz) dürften den Intentionen der Verfasser entsprochen haben.

Die Jnscentrung war durchaus zu loben.

Der Benefiziat, Herr Kapellmeister Searle, wurde bei seinem Erscheinen mit Hochrufen und Tusch empfangen.

Gießen, 2. Februar. Im Kreise seiner Kameraden hielt am Montag Abend der Adjutant der Freiwilligen Gail'schen Feuerwehr einen Vortrag über dte Errtchtung einer Pflichtfeuerwehr. Nachdem der Vortragende einen UrberblicküberdteFeuer-

Der Mord von Moridsdorf.

lieber dte Persönlichkeit des Mörders Klarheit zu schaffen, ist immer noch nicht gelungen, so daß schon der Vorschlag gemacht wurde, ihn m Nachahmung etneS von den russischen Behörden in Nihilistenprocesfen mit Erfolg angewandten Verfahrens öffentlich auszustellen. Seine RecognoScirung ist durch Entstellung seines Gesichts in Folge erlittener Mißhandlungen bei der Festnahme und beim Transpotte jedenfalls noch erschwert- Hierüber wird berichtet: Er hat eine lange Schramme auf dem linken Sttrnhügel und eine faustdicke Beule unter dem Auge. Da« Gesicht ist total verschwollen. Ein Augenzeuge der Einlieferung deS Mörders tn das Poltzeigefangen- haus berichtet demN- W- T,", daß man den Mann, von 8 Wachtleuten eScortirt, blutüberströmt und gebunden daherbrachte. Er beschimpfte in der unfläthigften Weise die Polizei und dte Beamten und benahm sich so ungeberbtg, daß man ihn auch zu den Verhören, dte wiederholt am Tage bis spät In Dte Nacht hinein mit ihm vorge. nommen wurden, ebenso wie zum photographischen Apparat gebunden bringen mußte. Er sträubte sich lange dagegen, dem Photographen zu ^sitzen", und erst, alS er ermattet war, gewann der Photograph dte kurze Spanne Zett, welche dann ausretchte, um ein wohlgetroffenes Bild des Mörders zu Wege zu bringen.

Unter Anderem wurden bet dem Mörder zwei Fläschchen gefunden, von denen man behauptete, daß sie Gtft enthalten- Zur Untersuchung derselben wurde der Apo­theker und Chemiker Herr Kulisch betgezogen, welcher den Inhalt des einen Fläschchens als Harz bezeichnete, und zwar alS denjenigen Klebestoff, mittelst dessen sich der Mörder «inen falschen Bart befestigt hat, und von dem sich auch noch Spuren an dem falschen .Satte vorfanden. Jeder Zweifel über die Art des Stoffes wurde aber dadurch aus. geschlossen, daß sich auch der Pinsel vorfand, mit dem sich der Mörder daS Gesicht bestrichen hatte. DaS zweite Fläschchen schien verdächtiger. ES hatte einen fuseltgen, an bittere Mandeln erinnernden Geruch, und man vermutheie daher, daß man eine Cyancali-Löfung vor sich habe. Eine nähere chemische Untersuchung ergab indeß, daß man eS mit einem Slibowitz ordinärster Sorte zu thun halte, der keinerlei giftige Sub­stanz enthielt- Im Verhör erklätte der Mörder, daß er daS Ex?cut1vorgan seiner Partei jei, welche ben Polizeibeamten Blöch -um Tode verutthetlt habe, lieber dte Ziele dieser Dartet gab er die gewöhnlichen Redensarten der socialift'.schen Presse und Flugblätter zum Besten. Ein solches Flugblatt feiert ihn bereits als denScharfschützen von

Immerhin glaubt man einige Anhaltspunkte zu haben, welche zur Feststellung der Persönlichkeit führen könnten. Ebe er zur That schritt, wechselte er die Kleider und legte, wie bekannt, einen falschen Bart an. Diese Umwandlung vollzog der Verbrecher aber nicht tn seinem Unterftandsotte, um sich nicht auffällig zu machen, sondern er versuchte es, wie aus dem Zeugniß der betreffenden Fraumsperson hervorgeht, die Wärterin deS Jedlersdorfer Blatternspitals zu bewegen, ihm bet ihr die Umkleidung gu gestatten. Die Wärterin verweigerte dieses Ansuchen unb der Unbekannte hat jeden­falls sein Vorhaben an einem andern Orte ausgeführt. Kurz vor der That kaufte er die neue Leibwäsche, die bet der Visitation bet ihm gesunden wurde. Die Wäsche war ungezeichnet. Es wurde auch conftatirt, daß er seine schmutzige Wäsche zum Reinigen einer Putzerin übergeben habe; die betreffenden Wäschestücke wurden herbeigeschafft, allein auch an ihnen fehlte jede Marke, die einen Anhaltspunkt zur Erbringung der Identität hätte liefern können. Als er am Donnerstag mit der oben erwähnten Spital- wärterin sprach, schien er ihr keineswegs weit herzukommen und entfernte sich über den Feldweg in der Richtung nach Floridsdorf. AIS sie ihn abwtes. sagte der Mensch: «Nun, da werbe ich zur Polizei gehen, dort wird man mir schon ein Nachtlager geben." Wo der Verbrecher die Nacht vor der That zubrachte, ist nicht herauszubringen gewesen.

Notorisch ist, daß her Mörder bereit« fett einigen Tagen in Floridsdorf, speciell in der Nähe deS Blöch'schen Hauses gesehen wurde, ohne daß Jemand geahnt hätte, mit welchen Plänen sich der Unbekannte trage. Die Zeitungsträgerin Elisabeth Blaha gab nämlich, als sie mit dem Mörder confrontitt wurde, mit voller Zuversicht an, daß ste denselben aus dem Mühlschüttel an mehreren Tagen dieser Woche umherstreichen ge­sehen habe. Die Näherin Marie Maritschek, Mühlschüttel Nr. 81 wohnhaft, war tn der Nähe deS ThatotteS, als die Schreckensthat verübt wurde, aus Angst jedoch lief sie davon. Daß der Mörder am Tage vor dem Morde in Flortdsdott gewesen ist und seinem Opfer nachgespütt bat, ist unter Andern-, auch durch folgende Thatsache außer Zweifel gestellt- Blöch pflegte häufig das tn der Kirchgaffe zu Floridsdorf gelegene Gasthaus des Anton Stetninger zu besuchen unb kehrte auch am Donnerstag Vor­mittag daselbst ein. Während er nun mit einigen Bekannten sich an einen Tisch nieder­gelassen hatte und mit denselben in einer harmlosen Unterhaltung begriffen war, zog dn an einem andern Tisch sitzender Gast die Aufmerksamkeit einer Magd von Stein-

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