Ausgabe 
3.2.1884 Erstes Blatt
 
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Sonntag den 3. Februar

EkrfteS Blatt.

Nr. 29

ErlcheinMäglich mit Ausnahme des Montags.

tNnreau r Schulstraße 7.

Gießen, am 1. Februar 1884.

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Gießen, am 1. Februar 1884.

Deutschland.

1. Darmstadt, 1. Februar. Die heutige 50. Sitzung der zweiten Kammer -er Lanbstände brachte ote Fortsetzung der Berathung über das Enteignungsges.etz.

Der Art. 9 bestimmt, datz von dem Augendi.ck der Offenlegung des Planes der Eigenthümer an dem Grundstück eine Abänderung nicht mehr vornehmen darf. Es solle jedoch bet Versagen der Genehmigung der Unternehmer verpflichtet sein, innerhalb 3 fahren das Grundstück zu erwerben. Dieser Artikel wurde mit einem Abänderungs- antrag de« Abg. Dtttmar angenommen, so daß die Frist nunmehr zwei Jahre be­trägt Die Art. 29b, 31, 37, 51b und 61a, welche sich m't dem Expropnationsverfahren bet Localcommtsstonen und dem Provinztalautzschuß befassen, wurden zur nochmaligen Berichterstattung bis morgen an den Ausschuß zurückverwiesen, die übrigen Artikel, Art. 62 tncl, dann nach kurzen Debatten einzeln den Ausschußantragen gemäß, event. mit kleineren Abänderungen angenommen, einzelne desselben gestrichen.

Morgen Vormittag findet Fortsetzung der Berathung deS Expropriations- gesetzeS^stattg^ern e(nflelaufenc Vorlage der Regierung wegen Erbauung von acht Secundärbohnen enthält, um genauer zu beraten, eine 5otbcrun6 qu8 von 3,191500 «X- Für d'.e unter Nr. 6, 7 und 8 aufgeführten Strecken (Rheinhetm nach Reichelsheim, Osthofen nach Westhofen und Sprendltr^en nach Wöllstein) ist, da dieselben an Unternehmer abgegeben werden sollen, eine Staatshülfe von zusammen 450,000 X vorgesehen. Außerdem will die Regierung noch einen Credit für Vor- arbetten, sowie für Untersuchungen anderer Projekte von zusammen 28500 JL Ver­fügung gestellt haben Der Beitrag der Interessenten ist auf 180,000 «M. außer Stellung deS erforderlichen Geländes bemessen. , c. . k,a

Die auS der Staatskasse zu verwtlligenden Geldmittel sollen auf dem Wege des StaatSkreditS flüssig gemocht werden, und zu diesem Zweck ist^ini demjenigen^Nominal­betrag, welcher zur Beschaffung des angebenen Betrages (3,670,000 erfordert'ch sein wird, eine zu 4 pCt. verzinsliche Anleihe in solchen Zeitabschnitten aufzunehmen, wie deren Verwendung nothwendig werden wird.

Frankreich.

Paris, 31. Jan. Der Alterspräsident des Senats, Gauthier de Ru- milly, ist gestorben; zum Zeichen der Trauer hob der Senat seine heutige Sitzung wieder aus. , .

In der Deputirtenkammer suhr der Ministerpräsident Ferry in seiner am Dienstag unterbrochenen Rede über die wirtschaftliche Krisis und deren Losung fort. Letztere sei nicht sowohl Sache der Negierung, als vielmehr Sache der Individuen, den gegenwärtigen Schwierigkeiten gegenüber beständen die wahren Nesormen in der Freiheit der Initiative und in der individuellen Vorsorge. Der Staat solle zwar Helsen, er solle sich aber nicht an die Stelle der Privat-Initiative stellen, der Staat müsse also die Ungleichheiten beseitigen, die auf der Arbeiter- tlaffe lasteten, er müsse die Arbeiterklasse sich frei berathen lassen über den Lohn, er müsse ihr zu dem Ende gestatten, in Versammlungen zusammenzutreten und Syndikate zu bilden unter jedweder Form. Ein Theil dieses Programms der socialen Vorsorge sei bereits zur Anwendung gelangt und werde ohne Schwäche, .aber auch ohne Lärm, durch diejenigen Vertreter der Nation weiter verfolgt

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i^rreKtcri«

idieucr Anzeiger

Amts- und Anzeigcblatt für den Kreis Gießen.

Gefunden: 1 Hundemaulkorb, 4 Messer, 1 Pelzkragen, 1 seidenes Halstüchelchm und 1 Packhaken.

Zuaelaufen: 1 gelbes Wachtelhilndchen.

Gießen, den 2. Februar 1884. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

p ____________ Fresenius.______----------

^Das Großherroalichc Stcucr-bommiffariat Gießen

xtzb,,.--. Ga-b-.L. s.uf.n,

Oppenrod, Treis und Trohe.

aut Wahrung der Besitzwechsel aus 1883 ersuchen wir Sie wiederholt um baldigste Einsendung der Brandkataster.

(Rieften. am 1. Februar 1884. Süssert

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf.

lnzchen.

stmiidchen gegen gesucht.

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nzel'sche Mr, 31 Dreier Alker Sem- Gießen. W oentuell zu «r*

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werden, die nicht blos nach äußerer Popularität haschten. (Wiederholter Bei­fall). Die Sitzung wurde hieraus suspendirt.

Aegypten.

Kairo 31 Januar. General Gordon beabsichtigte in den nächsten Tagen von Affuan abzureisen. Er richtete an den Mahdi ein Schreiben, in welchem die Entlaffung der gefangenen Europäer nach Khartum gefordert wirb. Sartorius telegraphirte gestern Abend aus Suakim:Sinkat und Tokkar be­finden sich noch immer in unseren Händen; ich gedenke morgen abzureisen, um mich mit Baker Pascha zu vereinigen und mit diesem am Freitag weiter vor- zurucken." Baker Pascha machte vor einigen Tagen mit der Kavallerie eine Recognoscirung und griff Osman Digna an, welcher hierbei 120 Mann Tobte und Verwundete verlor. _________

Telegraphische Depesche«.

Wolff'» teleer. «orresponrem-Bureau.

®erlitt 1. Februar. Se. Mas. der Kaiser, der sich wieder vollständig wohl befindet, nahm heute die laufenden Vorträge und nulitarischenl Meldungen entaeaen" er empfing den zum commandirenden General des 8. Armee-Corps er- nannten'General v. Loö und ertheilte Nachmittags >n Gege^mrtdes Staats- secretärs, Grafen v. Hatzfeldt, dein neuernannten namefifchen Gesandten, Prinzen Prisdang, zur Entgegennahme der Accreditive eine Audienz.

Das Abgeordnetenhaus erledigte in seiner heutigen Sitzung die ersten drei Titel des Etatskapitels für die Universitäten. Gegenüber den Klagen über das Duellunwesen und den übermäßigen Genuß geistiger Getränke, verwies der Cultusminister auf seine bereits früher dargelegte Stellung zu dem Mensuren­wesen Den Frühschoppen, der die Ursache eines hohen Grades von Arbeits­unlust sei, wolle er nicht entschuldigen, derselbe sei aber nicht von den Umver- , sitäten in die übrigen Berufsklaffen, sondern umgekehrt von diesen auf die Universitäten gedrungen, man möge daher erst dort reformiren. Der Fleiß der Studenten habe übrigens in allen Fakultäten merklich zugenommen. Der Mun­ster fordert aus, ihnsin seinen Bestrebungen für die Förderung der körperlichen Pflege und Ausbildung der jungen Leute durch Tunien u. s. w. zu unterstützen. Die Fortsetzung der Berathung wird Montag stattfinden.

Dresden. 1 Februar. Nach einem heute Mittag ausgegebenen Bulletin batte die Vrinzessin Georg nach einem um 8 Uhr genommenen lauwarmen Bade kurze sieit geschlafen dann traten zwar wieder Delirien em, zeitweflig war Me hohe PatieLn L bei klarem Bewußtsein. Um 11 Uhr trat Meder Schlaf ein. Die Temperatur war 39,1, der Puls 100. Der Hautausschlag hat sch nicht weiter entwickelt.

Betreffend: Die Waisenbiichsengelder. , . Gießen, am 2. Februar 1884.

Das Großhcrzogltche Kreisamt Gießen

an die Gros;herzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Unter Hinweis auf unser Amtsblatt Nr. 3 vom 10. Februar 1877 erinnern wir Sie an Einsendung der Waisenbiichsengelder und zwar durch eine

Kosten nicht veranlassende Gelegenheit. vr. Boekmann.

a) für die volle Tageskost.....80

b) Mittagskost.......40

c) i, Abendkost .......25

d) Morgenkost ------ ^5 Dr. Boekmann.

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1 ber untere harIe» ou ver- ^Sen werben ^mbrlnus. mieten. ~ 33.

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L. Kauf. Sender Stube, sehr und Logis, sowie . Febr. u. i'lpril Swig Lang, str- (Letterg. 5).

Betreffend^ Die für Natnralverpflegung ber bewaffneten Macht im Frieden für das Jahr 1884 zu gewährende Vergütung.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen