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<93. Jahrgang Nr.,25 m m ,1AM

Ascheim täglich, außer AW W AW G Montag,31-Mai<945

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infolge höherer Gewalt WB? Nachlässe:

^omTiireaeSrantfjm.' krühlsch« UniDerfhätiöruderd H. fangt General-Anzeiger für Oberhessen Sieben. Lchlilftraht 7-9 Vereinbarung) (25°%me^t

Rom, im Mai 1043.

unseren

im Zeichen des Hasses und würdiges Pendant zu den Vansittartismus.

Bei dem Journalisten Kingsbury Smith, der im einzelnen die Pläne der anglo-amerikanischen Plu­tokraten enthüllt, die eine Vernichtung der völki­schen Substanz Großdeutschlands und der wirt­schaftlichen Lebenskraft unseres Reiches bezwecken, handelt es sich keineswegs um einen unbekannten amerikanischen Reporter. Kingsbury Smith ist viel­mehr ein bevorzugter Presseadjutant des Präsiden­ten Roosevelt. Er pflegt aufs engste mit dem Wei­ßen Hause zusammenzuarbeiten und gilt in den USA. als dessen Sprachorgan. Es ist demgemäß der Wunsch der führenden und verantwortlichen Plutokraten von USA., daß seine Ideen, die Pläne der amerikanischen Regierung, in möglichst weite Kreise dringen. Wer also meint, es handle sich hier wieder einmal um die Ausgeburt jüdisch-bolsche­wistischer Rache gedanken, dem sei gesagt, daß hier die o f f i z i e l l e A u f f a s s u n g' der führenden USA.-Politiker wiedergegeben ist.

Sieht man sich diesen infernalischen Plan näher an, so springt sofort in die Augen, daß er die Be­stimmungen des Friedensdiktates von Versailles weit übertrifft. Damals dachte der Feind nicht an die Besetzung von ganz Deutschland, nicht an ein feindliches Militärregiment, nicht an die Auflösung und Verlegung der deutschen Industrie und nicht an die Umwandlung des alten Rsichsheeres in Ar­beitsbataillone, schließlich auch nicht an die Auf­lösung des Deutschen Reiches in eine Reihe von lebensunfähigen Kleinstaaten. Die Verknappungen auf so manchem Versorgungsgebiete, die wir heute erleben, und so manche Schwierigkeiten, die der Krieg mit sich bringt, sind mit dem, was uns die Plutokraten im Falle einer Niederlage androhen, gar nicht zu vergleichen. Wir sind uns auch darüber klar, daß dieser sadistische Plan der jüdischen Pluto­kraten bei uiis nicht etwa eine Partei oder eine Klasse, sondern das deutsche Volk in seiner Substanz treffen würde. Aus dieser Sachlage gilt es, in unserem wohlverstandenen eigenen In­teresse alle Konsequenzen zu ziehen. In keinem Gau, in keinem Berufe, in keinem Stande, in kei­nem Geschlecht und in keinem Lebensalter dürfen wir kleinmütige Gedanken und pessimistische Ge­sinnungen hochkommen lassen. Es gilt, die Nerven zu behalten, die Zähne zusammenzubeißen und fetzt erst recht bis zum Siege durchzuhalten.

Stützpunkte an der Allanlikküste an und bombar­dierten in der vergangenen Nacht mehrere west­deutsche Orte. Es entstanden zum Teil größere Gebäudeschäden. Die Bevölkerung, besonders in Wuppertal, hatte Verluste. Nach bisher vor­liegenden Meldungen wurden 5 7 meist vier­motorige feindliche Flugzeuge abge­schossen. Vier eigene Jagdflugzeuge gingen ver­loren. Schwere deutsche Kampfflugzeuge bekämpf­ten in der Nacht zum 30. Mai erneut das Hafen­gebiet von Bizerta.

Bei dem gestern gemeldeten Gefecht deutscher Sicherungsstreitkräfte mit einem britischen Schnell­bootverband haben sich unsere Erfolge wesentlich erhöht. Insgesamt verlor der Feind fünf Schnellboote, zwei weitere erlitten schwere Beschädigungen und gerietem in Brand. Es wurden Gefangene eingebracht.

Unsere Unterseeboote standen in den leh- fen Tagen im Nord- und Südattantik in härtesten Geleilzugskämpfen, die von unseren braven Unter- seebootbesahungen mit kühnstem 2lngriffsgeist und mit besonderer Erbitterung geführt wurden, hierbei versenkten sie 15 Schiffe mit 90000 BRT.

die reine Verrücktheit der Verblendung, ein Thesen des britischen

unsere Leser für ihre Treue verbinden wir daher die Bitte an sie, ihr Heimatblatt in bester Er­innerung zu behalten, bis das Erscheinen des ?, Gießener Anzeigers in altgewohnter Weise wieder möglich sein wird.

Schriftleitung und Verlag des Gießener Anzeigers.

Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag.

DNB. Aus dem Führerchauptquartier, 30. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An der Front des Kuban-Brückenkopfes und in dem Raum von Liffitschanfk führte der Feind örtliche von starkem Artilleriefeuer unterstützte Angriffe, die im Gegenstoß abgewehrt wurden. Ein Unternehmen gegen botschewi- stische Banden im rückwärtigen Gebiet des mittleren Frontabschnittes wurde erfolgreich be­endet. Die eingeschlossenen Dandengruppen sind vernichtet und 74 Lager mit großen Versorgungs­vorräten und zahlreichen Waffen erbeutet worden. Von der übrigen Ostfront wird erfolgreiche eigene Stoßtrupptätigkeit gemeldet. Zur Unterseeboot­jagd eingesetzte Fahrzeuge der Kriegsmarine ver­senkten im Finnischen Meerbusen ein sowjetisches Unterseeboot.

Feindliche Fliegerverbände griffen am gestrigen Tage die bretonische Stadt Rennes sowie einige

Siegeswille gegen Vernichlungspläne.

Widerstand bis zum Aeußersten gegen die DersklavungSabsichten der jüdisch­bolschewistischen Verschwörer.

Stockholm, 29. Mai. (DNB.) Der bekannte USA.-Journalist Kingsbury Smith, der im eng­sten Kontakt mit dem Weißen Haus steht, ver­öffentlichte in der ZeitungAmerican Mercury" einen ins einzelne gehenden Plan, der die Ver­nichtung der volklichen Substanz Deutscylands unfo der deutschen wirtschaft­lichen Lebenskraft vorsieht. Die Tatsache, daß der Artikel in der sehr verbreiteten Zeitschrift Reader's Digest" abgedruckt wurde, deutet dar­auf hin, daß man an höchster Stelle in Washing­ton auf größtmögliche Publizität in diesem Falle Wert gelegt hat.

Kingsbury Smith bezeichnet als erste Aufgabe der angelsächsisch-bolschewistischen Allianz im Falle eines Sieges die totale Besetzung Deutsch- lands und feine Unterstellung unter eist anglo- bolschewistisch-amerikanisches Militärregime. Dieses solle die gesamte deutsche Verwaltung übernehmen sowie die Auflösung der deutschen In­dustrie überwachen. Smith betrachtet dieses Mi­litärregime als eine gemeinsame Aufgabe der Bol­schewisten und Amerikaner, doch seien die Ameri­kaner auch allötzn bereit, dieses' Problem zu lösen. Alle deutschen Truppen sollen auch in Zukunft mo­bilisiert bleiben, um als Arbeitsbataillone in den jetzt von Deutschland besetzten Ländern ein­gesetzt zu werden. Die deutsche Industrie soll rück­sichtslos verkleinert werden und ein großer Teil davon in andere Länder verlegt wer­den, so daß Deutschland niemals mehr imstande sein wird, ein Machtfaktor zu werden. Sobald Deutschland imstande ist, sich selbst notdürftig zu er­nähren, sollen alle Ueberschüsse der deut­schen landwirtschaftlichen Produktion an die früheren Feinde geliefert werden.

Deutschland darf, so erklärt Kingsbury Smith, dann kein Einheitsstaat mehr bleiben, sondern müsse in Kleinstaaten aufgeteilt werden. Die Bildung eines deutschen Nationalbewußtseins soll auf das strengste verboten werden und seine Fürsprecher sollen liquidiert werden. Die Einkünfte der deutschen Arbeitsproduktion sollen dem deut­schen Volk nur soweit zugute kommen, daß es sich notdürftig ernähren kann.

Zu diesem Plan des USA.-Iournalisten Kings­bury Smith bemerkt der Lissaboner Vertreter von Folkets Dagbladet", daß dies also die letzte jü­disch-amerikanische Version des Nachkriegspro­gramms für Europa und Deutschland sei. Es sei

57 Zrilenbomber beim Tenorangriff vernichtet

Deutsche U-Boote versenkten 90 000 BRT.

griechische Kultur nach Sardinien gebracht haben.

Mit dem Beginn der christlichen Geschichtsperiode setzt für Sardinien zunächst eine Zeit wechselnder Schicksale ein: Nach den Christenverfolgungen, die die Insel besonders heimsuchten, rissen sie Mitte des 5. Jahrhunderts die Vandalen an sich, denen sie erst Belisar 534 wieder abnehmen konnte. Ein Versuch der Langobarden, sich der Insel zu bemäch­tigen, wurde unter Führung des sardinischen Her­zogs Constantin vereitelt. Immer wieder versuchten dann die Arabet', Fuß auf der Insel zu fassen. Doch gelang es ihnen nur für die Zeit von 1015 bis 1016. Dann wurden sie von den Flotten der Stadtrepu­bliken Genua und Pisa vertrieben. Doch Genua und'Pisa vermochten keine dauernde Herrschaft über die Insel zu erringen. Papst Bonifaz VIII. konnte 1297 seinen Anspruch auf Sardinien durchsetzen und belehnte mit der Insel Jakob II. von Aragon. Doch , immer wieder kam es zu Aufständen. Erst 1479 ist die spanische Herrschaft über Sardinien gesichert. Sie dauert bss in den Anfang des 18. Jahrhunderts. 1713 fällt die Insel dann durch den Vertrag von Utrecht an Oesterreich, 1718 wird sie im Austausch gegen Sizilien an Viktor Amadeus II. von Sa­voyen übergeben, der 1720 den Titel eines Königs von Sardinien annimmt.

Heute hat die Insel mit ihren rund 24 000 Qua­dratkilometern eine Bevölkerungszahl von einer Milliön überschritten. Die Eisenbahnlinien auf ihrem Gebiet haben eine Länge von fast 1400 Kilometer erreicht, auch der Kraftwagenoerkehr ist durch den Bau von Straßen in ständigem Fortschreiten.

Der eigentliche ^Aufschwung in der inneren Ent­wicklung von Sardinien begann im Jahre 1925. Bodenoerbesserung, Regelung der Wasserwirtschaft, die planmäßige Pflege des Waldes, der Ausbau der Landwirtschaft und der Kamm gegen die aus den zahlreichen Sümpfen die Menschheit bedrohende Ma­laria sind die wesentlichsten Merkmale. Es entstan­den die beiden Stauwerke der Flüsse Tirso und Coghenas, mit denen die elektrische Energie für die aufblühende Bergwerksindustrie geschaffen wurde. Drei Eisenbergwerke, zwei Manganbergwerke, ein Kupferbergwerk, vier Antimonbergwerke sowie 71 Schächte, in denen Blei und Zink gegraben wird, sind seit 1932 in Betrieb.

Der Ackerbau greift in ständig wachsendem Maße um sich. Noch 1926 waren erst 23 v. H. der Ober­fläche bestelltes Land, 67 v. H. Weideland, worunter vor allem die für den Baumbestand so gefährliche Wildweide der Ziegen und Schafe zu rechnen ist. Zwei Millionen Schafe und Ziegen stellen denn auch den wichtigsten Anteil des Viehbestandes dar. Die Rinder kann man auf fast Vs Million anneh­men, wozu noch 150 000 Schweine und über 100 000 Pferde und Esel kommen. Das sardinische Pferd, klein, aber kräftig, ist ein eigenes Zuchtprodukt mit

Feinde der Menschheit.

In uns deutschen Menschen, die sie drüben auf der Feindseite die Hunnen und Barbaren nennen, wohnt eine tiefe Ehrfurcht vor dem Schönen, vom künstlerischen Genius und Handwerksfleiß vergange­ner Jahrhunderte Geschaffenen. Mit Liebe, Behut­samkeit und unendlicher Sorgfalt pflegen und hüten wir das, was von den Vätern und Vorvätern her auf uns kam, was aus Kriegsstürmen und dem Wüten der Elemente sich bis in unsere Zeit her­überrettete. Doch nicht nur dem, was unsere eigenem Ahnen schufen, gilt unsere Verehrung, unsere Ehr­furcht und unser Schutz, so es diesen braucht. Das haben wir besonders im Laufe dieses Kruges bewiesen. Unsere deutsche Wehrmacht, siegreich durch Holland, Belgien und Frankreich vorstürmend, schonte, wo dies nur irgendwie zu machen und mit den kriegerischen Erforüernissen zu vereinbaren war, Kulturgüter und Kunstschätze in den feindlichen Staaten. Ja, es setzten deutsche Soldaten ihr Leben ein, solche, so sie durch die Einwirkung des Krieges bedroht schienen, zu retten.

Daß die Bolschewisten, die vorsätzlichen Zerstörer aller Kultur, und daß die Menschen in den USA. nicht so denken, ist klar. Haben sie doch die einen nur Haß gegen alles, was den eigenen Unwert zeigt/ die anderen, die es in den wenigen Jahr­hunderten des Bestehens ihres Staates nicht ver- standenhaben, irgendwelche irgendwie bedeutenden Kultursthöpfungen zustandezubringon auch kein Bedürfnis, solche der Welt zu erhalten. Aber nicht weit von Europa, ein paar Dampferstunden über öen Kanal nur und doch so unendlich entfernt vom europäischen Fühlen und Denken, wohnt ein Volk, das immer den Anspruch erhob, zu den kulturschöp- senden und kulturerhaltenden Völkern dieser Erde zu zählen, ein Volk, das es noch dazu jahrhunderte­lang verstanden hat, den Nimbus einer ritterlichen, ehrlich kämpfenden und, wie es sich so gern nennt, ..fairen" Nation aufrechtzuerhalten, obwohl es beim Durchsetzen seiner Machtansprüche über die Welt Taten vollbracht hat, die jeder Anständigkeit und Fairneß spotteten. Auch mit diesem Volke stehen wir im Kampf. In einem Kampf wohl, der auf Leben und Tod geht, aber in einem Kampf, der nach unserem Willen, den der Führer und Sprecher un­seres Volkes, Adolf Hitler, immer wieder hervor­gehoben hat auf den Schlachtfeldern, den Kampf­plätzen zu Lande und zur See ausgefochten und ent­schieden werden soll,- den die Männer auszufechten und zu entscheiden haben, der sich nicht gegen Frauen, Kinder und Greise richtet, die hilf- und wehrlos sind und gegen die vorzugehen kaltblütigen Mord und schändlichste Barbarei, eines Hunnenkönigs oder Mongolenkhans früherer Jahrhunderte würdig, be­deutet. Und auch gegen die Kulturgüter, die Schätze der Kunst, die, die Freude der Welt, jedem hoch­stehendem Volke auch beim Gegner heilig sein sollten, weil sie nie mehr ersetzt werden können, darf sich das ist die in uns zutiefst wurzelnde Ueberzeugung der Kampf nicht richten. Denn arm und öde würde die Welt werden vergleichbar nur der trostlosen Oede und Armseligkeit des von den Bolschewisten geknechtetenParadieses", nähme man ihr die Werke der Schönheit der Kunst.

So denken wir Deutsche, dieBarbaren und Hunnen". Der judenhörige und judenversippte Brite aber, der im Laufe des jetzigen Krieges den längst schon fadenscheinigen und von klugen Augen lange schon durchschauten Mantel derFairneß und Ritterlichkeit", derMenschlichkeit und der christlichen Nächstenlibe" abgeworfen hat und sich nun in der ganzen nackten Brutalität seines von

. Iten oft auf die zwingenden Not­wendigkeiten hingewiesen, die sich aus diesem \Gesetz für unser ganzes Volk und für jeden ein­zelnen von uns ergeben. Wenn jetzt von uns selbst ein Opfer gefordert wird, dessen Härte sich nur durch die Schwere des uns auferlegten Ent­scheidungskampfes rechtfertigt, so dürfen wir wohl auf Verständnis bei unseren Lesern rechnen. Die Maßnahme wird nur für die Dauer des Krieges Geltung haben.

Trotzdem wird es von unseren Lesern schmerz­lich empfunden werden, auch nur zeitweilig auf den ,, Gießener Anzeiger verzichten zu müssen. Durch Generationen hindurch hat unser Blatt in vielen Familien Gießens und seiner Umgebung Heimatrecht genossen. Aus dieser engen Ver­bundenheit mit seiner Lesergemeinde, die ihr freundschaftliches Verhältnis zumGießener An­zeiger vom Vater auf den Sohn und Enkel ver­erbte, wuchs uns und allen Mitarbeitern die Kraft, sich ganz in den Dienst des Allgemeinwohl* zu stellen. Auf diese eindeutige Haltung stützte sich das enge Vertrauensverhältnis zwischen demGießener Anzeiger und seinen Legern. Daß es über die Unterbrechung im Erscheinen des Gießener Anzeigers bewahrt bleibe, liegt uns heute besonders am Herzen. Mit dem Dank an

besonders für die schwierigen Verkehrsoerhältnisse der Insel entwickelten Eigenschaften. Neben dem Kraftwagenbau lebt eine umfangreiche Heimindustrie mcht nur auf dem Gebiete der Textilien, wo der ^>toff für die noch heute getragene Tracht entsteht, sondern auch für zahlreiche Flechtarbeiten sowie schone nach uralten Mustern gewebte Teppiche.

Auch Sardinien hat, wie Sizilien, im Laufe seiner Geschichte sein zähes Festhalten an seiner Eigenart, aber auch seine Entschlossenheit zur Abwehr frem­der Eindringlinge immer wieder bewiesen. Die Struktur seiner Landschaft steht bei dem Versuch einer feindlichen Landung ganz auf der Seite der Verteidiger. Seine Rolle als Bollwerk Italiens nach Westen wird es also auch in diesem Kriege wieder spielen, falls -es jemals darauf ankommen sollte, diese Aufgabe zu erfüllen.

Oer Terrorangriff auf Neggio

54 Säuglinge getötet. Landarbeiter auf dem Felde beschossen.

Rom, 29. Mai. (DNB.s Die Zahl der bei dem letzten schweren Terrorangriff auf Reggio Calabria ums Leben gekommenen Säuglinge "ist nach den letzt durchgeführten Aufräumungsarbeiten auf 54,

Bollwerk Sardinien

Von unserem PY.-Korrespondentcn.

die Zahl der getöteten Ammen auf 14 gestiegen. Der Angriff auf Reggio Calabria trug aus­schließlich Terrorcharakter. Die Stadt hat keinerlei Industrieanlagen oder der Rüstungsproduktion dienende Einrichtungen. Den­noch hat die englisch-amerikanische Luftwaffe Reggio Calabria mit einer großen Zahl mehrmotoriger Bombenflugzeuge angegriffen und hierbei in der brutalsten Weise Wohnviertel, Kirchen, Schulen, Institute, Theater, Lichtspielhäuser und sogar Fried­höfe bombardiert. Reggio Calabria ist ein neues Zeugnis der verbrecherischen, durch keinerlei Vor­wand begründeten Terrorangriffe, die die englisch­amerikanische Luftwaffe gegen die italienische Zivil­bevölkerung führt. Englisch-amerikanische Flug­zeuge haben ferner die Stadt Foggia um die Mittagszeit angegriffen und hierbei Landarbei­ter auf dem Felde aus Maschinengewehren beschossen. Hierbei wurden über 20 Maulesel ge­tötet. Diese neue verbrecherische Tat hat in der ganzen Landbevölkerung größte Empörung heroor- gerufen.

Eine besonders furchtbare Anklage gegen die Luftpiraten find in Livorno die Trümmer eines Waisenhauses, das durch einen Volltreffer restlos einschließlich der dazu gehörenden kleinen Kapelle zerstört wurde sowie 3 0 kleine Waisen, 5 Schwestern sowie einige Straßen­passanten unter sich begrub. Die feindlichen Flieger griffen auch im Tiefflug kleine Landsiedlungen an. Dabei wurden 10 Frauen und sechs Kin­der getötet.

An unsere Leser.

Der totale Krieg erfordert auch im Zeitungs­wesen eine Zusammenfassung aller Kräfte. Wie schon für eine Reihe anderer Heimatzeitungen, so ist nun auch für denGießener Anzeiger die Stunde gekommen, dazu einen wesentlichen Bei­trag zu leisten.

Auf Anordnung der Reichspressekammer wird in Gießen vom 1. Juni an nur noch eine Zeitung erscheinen. Die Leser desGießener Anzeigers werden vom 1. Juni an mit der parteiamtlichen Gießener Zeitung beliefert werden. Anzeigen­annahme und Vertrieb erfolgen von der Geschäfts­stelle der bisherigenOberhessischen Tages­zeitung, Lindenplatz 11, aus; Schriftleitung (Fernruf 2867) und Drucklegung befinden sich Schulstraße 7/9.

Damit tritt in der fast zweihundertjährigen Ge­schichte desGießener Anzeigers eine Unter­brechung ein, die ausschließlich vorn Gesetz des totalen Krieges bestimmt wird. Wir haben in

Rauh, aber eine gute Ernährerin von Männern" nennt Homer das Ithaka des Odysseus, und mit den gleichen Worten könnte man heute auch Sardinien kennzeichnen, denn wenn auch die Bewohner Sar- vlmens als arm gelten, so geht ihnen doch der Ruf persönlichen Stolzes, großer Ehrenhaftigkeit und Treue voraus. Die Männer sind geschätzt als aute Soldaten, die Mädchen als fleißig'und die Framn ^nrjeJVinen vortrefflichen Ruf. In mehr als einer Hinsicht kann man Sardinien als einen der ältesten Bestandteile des italienischen Raumes betrachten Geologisch ist die Insel sogar älter als das heutige Festland. Viele Geologen halten sie zusammen mit Korsika für den letzten Ueberrest jenes alten Konti­nents, der einst sich da echob, wo heute das westliche Mittelmeerbecken liegt.

Die Beschaffenheit dieser Insel selbst erweckt auf den ersten Blick den Eindruck, als sei zwischen den einzelnen Riffen einer felsigen Meeresgruppe das Meer weggetrocknet und der die Insel untereinander verbindende Meeresgrund zutage getreten. Inmitten uralten Gesteins der Insel, die in ihren Bergen biq an die 1800 Meter emporsteiat, finden sich auch Vulkane, der höchste der Mont Ferru, reicht eben­falls über 1000 Meter empor. Diese ganze geolo- atsche Beschaffenheit der Insel läßt darauf schlie­ßen, daß sie reich an Bodenschätzen ist. Schon Phö- - mZ'er und Karthager haben an der Erschließung der Erzvorkommen gearbeitet und als der erste und zwelte panische Krieg sie in die Hände der Römer brachte, 'haben auch diese schnell mit dem Ausbau der Erzvorkommen begonnen. Gießereien für Blei ünd Silber sind auf der Insel enfftanden, und eine Bleibarre ist bis auf unsere Zeiten überkommen, die durch einen Stempel als der Zeit Hadrians zuge­hörig auszuweisen ist.

Die eigentliche Geschichte der Insel reicht viel weiter zurück. Höhlenbewohner haben auf ihr ge­haust, vorzeitliche Fischer haben an ihren Gestaden unverkennbare Spuren hinterlassen und aus der Bronzezeit stammen die heute im Dialekt der Insel alsDomus de Janas als Hexenhäuser bezeich­neten zwei-, drei- und mehrräumigen Höhlengräber. Neben Bronzegegenständen sind in ihnen auch Marmorfigürchen gefunden worden, deren Ver­wandtschaft mit dem Erzeugnis der vormykenischen Zeit auf den Inseln des Aegäischen Meeres und auf Kreta unverkennbar ist. Eine weiter fortgeschrittene, aber noch vorgeschichtliche Epoche kennzeichnen jene nur in Sardinien erhaltenen Wehrbauten, Türme, die im sardinischen DialektNureghe" heißen. Die Wölbung über dem Jnnenraum entsteht durch trep­penförmige übereinander vorspringende ringförmige Steinlagen. Ihr Charakter als Wehrbauten ist deutlich. Vereinzelt finden sich Anlagen, bei denen der Turm von einer mit kleinen Türmen gekrön­ten Mauer oder von Wohnstätten umgeben ist. Den Nachweis dafür, daß schon damals die Bewohner Sardiniens die Schätze des Bodens nutzbar zu machen wußten, liefern die Bronzewaffen, über auch Bronzefiguren, die für diese Kulturepoche Sardiniens bezeichnend find. Hier sind Einflüsse der mykenischen Kultur zu erkennen, die Sage von Dädalus spricht auck) davon: dieser soll die frühe