kanwinters, die Durchkämmung weiter Waldgeblete, heimtückische Ueberfälle aus dem Hinterhalt und ununterbrochene Kämpfe einzelner Grupven mit versprengten kommunistischen Brigaden erschwerten das Unternehmen Mit Unterstützung der deutschen und kroatischen Luftwaffe zerschlugen unsere Grenadiere starke Kräfte der Banden und befreiten zahlreiche non den Aufständischen zerstörte und ausueplün- derte Städte und Landgebiete von den Horden. Tausende verschleppte Bauern haben sich bereits in die befreiten Gebiete in den Schutz unserer Soldaten gerettet und haben ihre Feldarbeit wieder ausgenommen.
„Jedes Dorf in Sizilien ein Schützengraben."
Nom, 30. März. (DNB.) Parteisekretär Minister B i d u s s o n i beschloß eine Besichttgungsresie durch Sizilien in der <um Zentrum der Insel gelegenen Stadt E n n a. In einer an die Schwarzhemden gerichteten Ansprache erklärte Didussom, er habe über
all durch unmittelbare Fühlungnahme mit dem Volk den starken Eindruck der unbedingten Ergebenheit und des Glaubens der Dolksmassen an den Duce erhalten. Der Geist der sizilianischen Bevölkerung sei durch *ie Prüfungen, denen sie durch die feindlichen Terrorangriffe ausgesetzt ist, gestählt worden. Die Sizilianer wären nie so sieges- g e w i ß w i e h e u t e, da sich die barbarische Wut des Feindes an ihren Kirchen und ihren Wohnhäusern auslasse. Jede Stadt, jedes Dorf Siziliens sei zu einem Schützengraben geworden, in dem Männer, Frauen und Jugendliche mit dem gleichen Opfermut für ihr Vaterland ihr Blut Hingaben tme einst bei den Freiheitskämpfen Garibaldis. Die Parole laute für das italienische Volk: Dem Duce überall hin folgen, wohin er befiehlt, mit der Gewißheit, daß der Sieg unbedingt jenen Völkern gehören wird, die an allen Fronten für die Verwirklichung einer höheren sozialen Gerechtigkeit in Europa und der Welt im Kampfe stehen.
Die Worte des Ministers Vidussoni lösten bei der Menge eine gewaltige Kundgebung für den Duce aus.
Erfolge der japanischen Waffen.
Berlin, 30. März. (DNB.) An der indischburmesischen Grenze gelang es einer japanischen Kampfgruppe in mehrtägigen ^hartnäckigen Gefechten, eine zahlenmäßig überlegene britische Kräftegruppe, der auch zwei indische Bataillone angehörten, im Urwaldgürtel von Nord-Ara- k a n aus ihren Stellungen zu werfen. Die beiden indischen Bataillone, die sich aus Sikhs und Gurkhas zusammensetzten und von den Engländern — wie üblich — an den gefährlichsten Stellen der Kampffront eingesetzt worden waren, gingen nach Beseitigung ihrer britischen Offiziere 3 u kben Japanern über. Die Reste der britischen Truppen wurden darauf in einer Sumpfniederung am Mittellauf des Kaladan-Flusses zusammengedrängt und vernichtet. Bei -Coxs Bazar und Chakaria kam es zu Kämpfen zwischen japanischen und britischen Kampf- und Jagdflugzeugen. 16 britische Flugzeuge wurden abgeschossen.
Japanische Kampfflugzeuge griffen auch nordaustralische Stützpunkte an. In Port Darwin ^wurden schwere Zerstörungen in den Hafenanlagen an gerichtet, auf dem Flugplatz wurden vier feindliche Flugzeuge in Brand geworfen. In der Timor-
See, auf der Höhe von Kap Londonderry, gelang einem japanischen Sturzkampfflugzeug die Versenkung eines 8000 BRT. großen Frachters.
Ein Kommunique des Kaiserlichen Hauptquartiers über die Zerstörung von 202 feindlichen Flugzeugen im Raum der Sqlomonen und von Neu-Guinea in der Zeit von Anfang Januar bis Mitte März bezieht sich nur auf die Erfolge der Armee-Luftwaffe. In dieser Zahl sind 124 feindliche Flugzeuge nicht mit einbegriffen, die in gemeinsamen Operationen von Armee- und Marineluftwaffe und der Bodenabwehr vom 16. Februar bis 5. März vernichtet wurden. Der Feind konzentriert, wie „Asahi" feststellt, unter Ausnutzung seiner mittlerweile zwischen Hawai und dem südpazifischen Kampfraum aus- gebauten Flugstützpunkte zahlreiche Jäger und Bomber modernsten Typs, ©eine Angriffe lassen darauf schließen, daß er bestrebt ist, die japanische Verbindung zwischen dem Bismarck-Archipel und Neu-Guinea abzuschneiden. Die guten Ergebnisse, die die japanische Luftwaffe verzeichnen konnte, sind ein Beweis dafür, daß es ihr gelungen ist, diese feindlichen Pläne wirksam zu durchkreuzen.
Englische Gorgen um Kanada.
mit
Runde.
." sagte einer. Und ein
an-
,Unsere Frauen ..
Bunker-Gespräche.
Von Kriegsberichter Kurt Klem-Schormefeld.
PK. Einer brach das Schweigen. Er war noch jung, 22 oder 23 Jahre mochte er zählen. Er saß vornübergebeugt auf dem Rand der Bunkerpritsche, die Ellenbogen auf die Knie gestemmt, den Kopf in die Hönde gestützt. Um ihn und neben ihm saßen und hockten die anderen, fünf Grenadiere, genau so alt und genau so jung wie er.
Vier Monate Grabenkameradschaft verwischen Die Unterschiede des Alters. Vier Monate Bunkerge- meinschaft fragen nicht mehr viel nach jung und alt. Vier Monate Krieg, auf engstem Raum erlebt, machen schweigsam und lassen in Gesprächen nur mehr Raum für die wichtigen Nebensächlichkeiten des Alltags: für Post, Essen, Zigaretten. Der Smn des Geschehens, in das wir hineingestellt sind, mag an anderen Orten Gespräch werden — hier vorn ist er nichts als selbstverständliche Tatsache und sucht ich nicht im Wort.
Hier vorne bewegt sich alles Leben an fernen Grenzen. Diese Grenzen werden erspürt, sie werden gelebt und, wenn das Schicksal es fordert, schwei- send zum Tod überschritten. Aber das „andere Leben"...? „ v. m v 0
Don den Grenzen aus tasten sich die Gedanken durch das Schweigen zurück zum Kern, vom schweigend erlebten Sinn des Allgemeinen zurück zu den kleineren, persönlichen Lebensweisen, aus denen jeder einzelne zu uns stieß. Noch ist die Stummheit da, durch die hindurch jeder seine eigenen Brücken chlägt: mit einem Bild, mit einem Brief, mit einem cheinbar spielerischen Andenken, aus den Falten einer Tasche hervorgeklaubt. Bis sich die einzelnen einsamen Wege weit hinten, irgendwo in einer entrückten Welt, an einem Punkt berühren, sich schneiden oder ineinanderfließen.
Wenn in solchen Augenblicken jemand das Schweigen bricht, den Mut zur Sprache findet, bann mag es fein, daß sich in jenen abgesetzten Räumen die Dinge, Wege und Gedanken in Worte öffnen, in Worte, die sich spröde zu Sätzen ordnen, zu Gesprächen werden. In diesen suchenden und tastenden Gesprächen vermag dann neben der stummen, selbstverständlichen Kameradschaft des in Schweigen erhöhten Erlebnisses eines „Sehens an den Grenzen" eine neue Kameradschaft des privaten Lebens wachsen, aus dem unserem gemeinsamen Schicksal hier vorn die stärksten Kraftströme zufließen.
So brach einer das Schweigen. Daß es der Jüngste war, ist nicht verwunderlich. Und auch nicht, baß es nur ein Wort war, das eine Wort, halblaut in die Dämmerung gesprochen: „Die
und falsch.
„... wird alles ganz neu für mich fein ... Da lag das Wesentliche. Hier hatte der Krieg seine Sonde angesetzt. Er hatte möglicherweise Falsches zerstört. Er hatte aber sicherlich alles Echte gesteigert, vertieft. Und mancher von uns, der hinten, |n der anderen Welt, bislang eth Leben obenhin geführt hatte, wuchs nun aus dem Krieg, aus der Zone des Schweigens, langsam zurück in ein anderes Leben, bqs,. grell abgesetzt gegen seinen schein- baren Gegenpol „Krieg", wieder einen erschütternden Sinngehalt bekam.
Ob es die Geliebte ist, die Frau oder die Mutter —. sie rnlle rücken in diesen Gesprächen in den Mittelpunkt alles persönlichen Schicksals. Was früher vielleicht oft nur Spiel war, Erregung ober pietätvolle Gewohnheit, bas ist im Schweigen ber Front zu einer elementaren Kraft gewandelt worden, die jenseits und über allen Worten Wirklichkeit ist: wir sind hier draußen alle zu Liebenden geworden.
Die Kreise berühren sich. Gespräch und Schweigen fließen ineinander. In der dröhnenden Hölle der Schlacht erleben mir eine Wandlung zu uns selber, zu einem neuen Leben. Eines wissen wir schon heute von diesem Leben: in seinem Kernpunkt werden — gleichzeitig Bild und Wirklichkeit — unsere Frauen stehen.
derer: „Wenn ich in Urlaub komme, wird alles ganz neu für mich sein." Der Junge versuchte ein skeptisches Lächeln. Es mißlang ihm. Der Ernst der anderen war stärker. Sie waren Väter Sie hatten Kinder. Und er erschrak, als er sich bei den Worten ertappte: „Vielleicht ist für euch das Sterben leichter, weil ihr Söhne habt ..." Erstaunte Blicke,. Achselzucken. Sie spürten alle, daß diese Worte über den Rahmen des erlaubten „Gespräches" hinausgingen, daß sie die Dinge berührten, vor denen das Wort schon wieder sinnlos wurde, albern
Frauen ..Dann war zunächst wieder Schweigen. Sechs Augen starrten in die schmale Flamme des Hindenburglichtes, das zwischen ihnen aus einer umgestülpten Kiste stand Schließlich nickt einer und hob den Kopf „Du bist wohl nicht verheiratet?" Der Junge schüttelte den Kopf. „Schade! Dann wurden Bilder herumgezeigt. Frauen in allen Lebensaltern, Einzelphotos, Gruppenphotos mit Kindern. Auch ber Junge kramte eines hervor Em Mädchenbild. Es machte mit den anderen bic
Kanada gehört zu jenen Posten in der Kriegsrechnung Roosevelts, die Washington bereits als unumstrittenen Gewinn verbucht hat. Im großen und ganzen sind die USA.-Machthaber mit der Entwicklung ber Dinge in Kanada durchaus zufrieden. Die Grenzen zwischen den Ländern sind so gut wie verwischt. Die kanadische Regierung gehorcht Washington aufs Wort, die kanadische Industrie arbeitet in ber Hauptsache für die USA., und das amerikanische Kapital hat das englische bereits in weitem Maße verdrängt. Aber es gibt da dvch noch einige Schwierigkeiten, ehe Kanada ganz von den Vereinigten Staaten geschluckt werden kann. Diese Schwierigkeiten beruhen vor allem aus ber einhelligen Ablehnung, die ein erheblicher Teil ber kanadischen Bevölkerung allen USA.-' Gelüsten, ja überhaupt dem Pankeetum grundsätzlich gegenüber an den Tag legt. Diese Ablehnung ertönt vor allem im Lager ber vier Millionen Francokanadier, von denen 3^2 Millionen, das ist rund ein Viertel der kanadischen Gesamt- bevölkerung, in der Provinz Quebec leben. Aber Roosevelt hat es nicht eilig. In Kanada arbeitet die Zeit einmal ausnahmsweise für ihn.
In London sieht man das selbstverständlich, aber man wagt nicht, dazu etwas zu sagen ober gar et- ivas dagegen zu unternehmen. Wie scheu man sich an ben Problemen herumdrückt, geht aus einem Sonderbericht aus Toronto hervor, den die „Times" veröffentlicht. Danach wird in Kanada das Geräusch der Rüstungsindustrie übertönt von dem Lärm, ben die politischen Gegensätze in der Oeffentlichkeit erzeugen. Selbst in der Konservativen Partei gebe C5 schon Risse. Am meisten werde das politische Bild aber durch die französischen Kanadier gestört, die sich immer mehr von ber Liberalen Partei trennten und sich auf einen Isolationismus zurückzögen, der überhaupt nichts mit diesem Kriege zu schäften haben wolle Sie rechneten damit, daß die englisch sprechenden'Kanadier so uneinig untereinander seien, daß die französischen Parlamentarier bei ben nächsten Wahlen im Abgeordnetenhaus mindestens das Zünglein an der Waage für die Entscheidung über wichtige Fragen würden. Man dürfe die Labour- Partei nicht übersehen, so heißt es in dem Bericht der „Times", doch könne man sich bei ben nächsten
Wahlen in Kanada tatsäHich auf Ueberra- fdjungen gefaßt machen. Wörtlich erklärt bas Londoner Plutokratenblatt dann weiter: „3n sämtlichen politischen Parteien fehlt es außerdem nicht an Elementen, die für einen engeren An- schluß an die USA. eintreten. Doch hält man eine politische Union mit ben Vereinigten Staaten allgemein noch nicht ernsthaft für bas zukünftige unvermeidliche Schicksal Kanadas."
Das ist alles, was die „Times" zu Roosevelts Gelüsten auf Kanada und zu den Bestrebungen in Kanada selbst, diesen Planen der USA. entgegenzukommen, zu sagen weiß. Wie tief ist England doch unter Churchill gesunken! Was hätte sich vor Ausbruch dieses von London leichtfertig heraufbeschwo- renen Krieges in England für ein Geschrei erhoben, wenn eine fremde Macht die Hand nach einem englischen Dominion ausgestreckt hätte! Heute nimmt die „Times" solche Herrschaftsansprüche zur Kenntnis und registriert das „unvermeidliche Schicksal". Nicht nur Kanadas, sondern des ganzen Weltreiches!
Aus dem Reich.
Münchener Wehrmachtstudenten spendeten ihrenWehrso'd für dasWHW
München, 30. Mürz. (DNB.) Im Festsaal des Hofbräuhauses fand ein Kameradschaftsabend der Mediziner-Kompanien der Münchener Universität statt, an dem auch Reichsfcyatzmeister Schwarz und Oberbürgermeister Fiehler teilnahmen. Gauleiter G i e s l e r wies darauf hin, daß Millionen deutscher Männer heute für den heiligen Begriff Deutschland alles auf sich nähmen. Stärker als alle Gewalten sei bei uns ^Deutschen immer noch ber Wille gewesen, größer zu sein als das Schicksal. Wir sollten uns glücklich schätzen, Deutsche zu sein und
unserem Führer Adolf Hitler in' diesem gewaltigen Ringen nach unseren besten Kräften helfen zu dürfen. Mit.besonderem Beifall wurde die Mitteilung des Gauleiters aufgenommen, daß der Gau die P a - t e n f ch a f t für die Mediziner-Kompanien ber Münchener Universität übernehme. Dann machte Oberfeldarzt Dr. Daniel die Mitteilung, daß die WHW.- Sammlung bei einer Kompanie der Münchener Wehrmachtstudenten für diesen Abend die Summe von 3065 Reichsmark ergeben habe. Ein beredtes Zeugnis für den Geist unserer Wehrmachtstudenten war die Tatsache, daß sie dem ©aufeiter davon Mitteilung gaben, ihren nächsten Wehrsold in voller Höhe dem WHW. zur Verfügung zu stellen.
Iugendarrest
kommt nicht ins Schulzeugnis.
Die, Verhängung von Jugendarrest ist keine Strafe, sondern ein Erziehungsmittel. Sie wird weder im Strafregister noch in den polizeilichen Führungslisten vermerkt. Der Reichserziehungsminister ersucht daher, auch davon abzusehen, in die Schulzeugnisse Vermerke über die Verhängung von Jugendarrest aufzunehmen. T
Kriegsteilnehmer haben den Vorrang
bei der Siedlung.
Der Führer hat mit seiner Wehrmacht die unerträgliche deutsche Raumenge gesprengt. Große Siedlungsräume sind dem deutschen Volk wiedergewonnen worden. Nach dem Willen des Führers erhalten die Kriegsteilnehmer bei der Erschließung und Besiedlung der neu eingegliederten Gebiete ben Vorrang. Während des Krieges können nur die aus ber Wehrmacht entlassenen Versehrten zur Ansiedlung/kommen. Die Wehrmacht führt die Erfas
sung, Zuführung und Betreuung aller siedlungs- wilugen Kriegsteilnehmer nach einheitlichen Grundsätzen durch. Die im Sonderdruck erschienenen Bestimmungen können von Wehrmachtanaehöüaen bei ihren Einheiten angeforbert werden. Sie sind auch bei der Firma Mittler & Sohn, Buchdruckerei, Berlin SW 68, Kochstrahe 68—71, käuflich zu erwerben.
Kunst und Wissenschatz.
Oscar von Pander 60 Jahre alt
Oscar von Pander, Musikschriftleiter der „Münchener Neuesten Nachrichten", vollendet sein 60. Lebensjahr. Pander, ein geborener Balte, wurde 1908 Schüler von Josef Schmid und Rudolf Louis: er schloß bann seine musikalischen Lehrjahre in der Meisterklasse von Humperdinck in Berlin ab, war am Deutschen Opernhaus Charlottenburq Korrepetitor, bann Kapellmeister an ben Stadstheatern Mainz, Lübeck, Kiel, Halle a. b. S. und Darmstadt, später Leiter der Symphoniekonzerte in Offenbach und des Symphonieorchesters in Frankfurt. Er setzte sich besonders für das Schaffen Bruckners ein, weist aber, auch selbst ein umfangreiches kompositorisches Schaffen auf, das von ben Bearbeitungen altdeutscher Marieniieder bis zu dem großen Zyklus „Symphonie des Frauenlebens", der in München zu seinem 60. Geburtstag aufgeführt wird, und bis zu dem Chorwerk „Des Lebens Lied" führt.
Hochschulnachrichlen.
Dr. Reinhard Orth ist zum a. o. Professor für Botanik an der Universität München ernannt worden. Orth wurde 1907 in Kaiserslautern geboren, studierte in Heidelberg und München und promovierte 1929 in München. Nach Forschungsreisen in Italien und Aequatorialafrika habilitierte er sich 1936 in Heidelberg. Orth hat Arbeiten veröffentlicht über „Strahlung, Lichtfeld und Pflanze" und „Zur Kenntnis des Strahlungsklimas in den Tropen und im tropischen Regenwald". — Als Hauptmann starb bei den Kämpfen um Orel ber Wiener Anthropologe Prof. Dr. Eberhard Geyer den Heldentod. 1899 in Wien geboren, studierte er in Upsala und
Der Bolschewismus muß fallen, wenn Deutschland leben soll.
Die Stimme, die Millionen kennen.
Der Sprecher der Deutschen Wochenschau.
Selten wurde einer menschlichen Stimme ein so hoher Grad der Volkstümlichkeit beschieden wie der des Sprechers der Deutschen. Wochenschau. Kein Tag vergeht, an dem nicht Millionen von Menschen sie hören. Sie verbinden mit dieser Stimme ein Erlebnis, das ihnen in einem gewaltigen Zeitdokument bas Gesicht ber Front vermittelt. Wenn auch dies Erlebnis sich in erster Linie auf das, was wir sehen, stützt, so ist bas, was wir hören und vor allem, wie wir es hören, beinahe ebenso wichtig. Die Wirkung ber Sprache liegt im Zusammenklang des Verstandes- wie gefühlsbetonenden Ausdrucks, in dem die reine, abstandnehmende Sachlichkeit sich immer wieder zur überzeugenden, führenden, begeisternden Haltung steigert. So sehr die Sprache in diesem ^aHe zum abstrakten, von der Persönlichkeit losgelösten Begriff erhoben mürbe, so stark ist sie doch an einen einzelnen Menschen gebunden.
Harry Giese, ber seit Bestehen der Deutschen Wochenschau die einfübrenben und erläuternden Texte spricht, ist Schauspieler. Seit seinem 18. Lebensjahr stand er auf den „Brettern, die die Welt bedeuten", und sein Weg führte ihn über Meiningen, Magdeburg, Aachen, Hamburg nach Berlin. Er spielte das Fach der jugendlichen Helden und Liebhaber. Funk und Film nahmen ihn gleichfalls auf. Besonders häufig wurde er als deutscher Sprecher in ausländischen Filmen eingesetzt. Bis jetzt ist der Umfang der mit ihm synchronisierten Filme auf bie stattliche Zahl von 120 gestiegen.
x In viel stärkerem Maße, als man annehmen
möchte, kommt dem Sprecher bei der Gestaltung der Wochenschau sein schauspielerisches Einfühlungsvermögen zugute. Wenn auch die textliche Ausdeu
tung im allgemeinen einen sachlichen, berichtenden Charakter tragt, so schwingt doch in ihr etwas von jenem Strom ber Leibensch'aft und Begeisterung, ber dem gewaltigen Geschehen auf ber Leinwand die mitreißende Wirkung verleiht.
Eine solche Sprache verlangt spannungsgeladene und schwungvoll erregende Gestaltung, den Einsatz aller rhetorischen Mittel, über die der Schauspieler verfügt. Die Natur schenkte Harry Giese eine Stimme, die in ihrem männlich-herben Klang alle Variationen besitzt, um für diese Leistung ideal zu erscheinen. Sie hat em fast hartes, nüchternes Timbre, sie ift sachlich und stark — dennoch findet ihr Ton ben Weg zum Herzen. Das sind Wirkungen, die man von außen her nicht erreichen kann. Wie jedes menschliche Gestaltungsmittel, so ist auch die Stimme vom Wesen der künstlerischen Persönlichkeit nicht zu trennen.
*
„Die Ansprüche, die an die Technik der Stimme gestellt werden, sind nicht gering", erzählt Harry Giese von sich selbst: „Die Wochenschau umfaßt eine Länge von durchschnittlich 600 Meter. Die textliche Unterlegung wird von mir drei bis vier Mal durchgesprochen, bevor wir an die Ausnahmen gehen, die wir auch meistens drei bis vier Mal machen. Das bedeutet also, daß ich die Gesamt-Wochenschau jeden Dienstag sechs bis acht Mal mit Stentorstimme durchspreche. „Markieren" kann ich nicht, da das Wichtigste die Mischung von Geräusch, Musik und Stimme ist. Das Organ aber muß bei ber letzten Rolle noch genau so frisch klingen wie bei der ersten!"
Der Sprecher will diese Leistung jedoch nicht ins Große erhoben sehen. Die Wochenschau — obwohl sie in ihrer Gestaltung auch künstlerischen Gesetzmäßigkeiten unterliegt — ist kein Kunstwerk, das die Mitwirkung eines Einzelnen mit besonderem Glanze umgibt, sondern ein Zeitdokument, zu dem alle Menschen einen Beitrag liefern, die an dem gewaltigen Geschehen tellhäben. M. G.
Reue Bücher.
— Trübners Deutsches Wörterbuch. Im Auftrag ber Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wortforschung herausgegeben von Alfred Götze. 37. bis 38. Lieferung: Pauke — poltern. Band V, Lieferung 2/3. Preis 2 RM. 39. bis 40. Lieferung: machen — möglich Band IV, Lieferung 10/11. Preis 2 RM. Verlag Walter de Gruyter 8t Co., Berlin 1942. — Die beiden Doppellieferungen des vom Gießener Germanisten Professor Götze herausgegebenen Trübnerschen Wörterbuches, die wir heute anzuzeigen haben, erweisen, daß die rüstige Förderung des verdienstvollen Werkes auch im vierten Kriegsjahre erfreulicherweise nicht zum Stillstand gekommen ist: im Gegenteil ist den Vorbemerkungen des Herausgebers zu entnehmen, daß der Schluß des vierten Bandes bis einschließlich N und der Schluß des Buchstabens P noch für dieses Jahr zu erwarten ist, und daß- ferner am fünften und sechsten Bande (P bis R und S) täglich gearbeitet wird. Von den jetzt erschienenen letzten Lieferungen gilt unverändert, was schon ihren hier seinerzeit besprochenen Vorgängerinnen nachzurühmen war: wer sich in die Wortgeschichten vertieft, wird, einerlei wo er anfängt und ob er etwas Bestimmtes sucht oder nicht, den unermüdlichen Fleiß und die wissenschaftliche Gründlichkeit ber Bearbeiter ebenso dankbar anerkennen müssen wie die vielfältige Anregung und Belehrung, die ihm hier allenthalben nicht allein in rein sprachlicher, sondern auch in allgemein historischer und- kulturgeschichtlicher Hinsicht zuteil wirb; der Familiennamenforscher wird ebenfalls manche willkommenen Hinweise finden. Wir nennen von den Wortgeschichten der 39. und 40. Lieferung: machen (172 Belege!): Macht; Mädchen; Mann; Mark; Maß; Adaulwurf; Maus; meckern; meinen; Meister; Mensch; Minne; die Zusammensetzungen mit miß- unb mit-; mittel (Mittel); Mode; mögen. Aus der 37. und 38. Lieferung: Pein: Peitsche; Pennal; Person; Pfennig; Pflaster; Pflug; Pfote; Pinsel; Plan; platzen; plaudern; plötzlich; Pöbel; Polizei.
Hans Thyriot.
— Herbert vonHoerner: Landschaft t e n. 52 Seiten. Mit Zeichnungen. Gauverlag — NS — Schlesien, Breslau 1942. — Der bisher als Erzähler, neuerdings auch als Lnriker bekannte baltische Erzähler Herbert von Hoerner vereinigt in diesem schmalen Bändchen eine Anzayl von öujaße* rungen, die von liebevoller und nachdenklicher Versenkung in die uns umgebende natürliche und kreatürliche Welt zeugen; Baum und Pilz, Fluß und Insel, See und Moor, Wald und Stein werden auf anregende und zu eigener Beobachtung rmenbe Art zum Gegenstände knapper, einbring-enber Natur» betrachtung gemacht. Das Kapitel von der Wett- anschauung des Nußwurms mag als Beispiel dafür gelten, wie sich Hoerners Betrachtungsweise ins Metaphysische weitet. Hans Thyriot.
— Stefan Sturm: Sa 's Glück dieses Sommers. Novelle. Preis kart. 1,10 RM. C. Bertelsmann Verlag Gütersloh. Berndt, der durchs Tor schmerzhafter Seligkeit aus der Kindheit herausttat, als das Mädchen vor feinen knabenhaften Augen dem Waldsee als unerreichbares Traumbild entstieg, und Renate, die Erdhafte zwischen den Garden, sie trinken in keuscher Liebe erwachend das kurze Glück sommerseliger Tage. Doch da auch sie die Stunde überfällt, wo die grauen Kolonnen drüben die Sttahe zur Grenze ziehen, bleibt der Tapferen nur noch das Wort des scheidenden Geliebten: „Nun müssen mir es uns verdienen, bas Glück dieses Sommers". Bruno Schwietzke.
— Richard Dietrich: Im Flug über ein halbes Jahrhundert. Mit 123 Photos. Preis 4,80 RM. C. Bertelsmann Verlag Gütersloh. Einer der ersten Pioniere des deutschen Flugwesens läßt hier aus eigenem Erleben jene Zett vor uns erstehen, da innerhalb roeniget Jahrzehnte einer der kühnsten Träume der Menschheit zur Wirklichkeit würde. Von Otto Lilienthals erstem Gleitfluge bis zur Gründung der Deutschen Lufthansa, vom ersten <5d>aufliegen Dietrichs über Mannheim bis W seinem Luftkampf über Arras und dem Marsch durchs Brandend arger Tor bringt dieses Buch eine erstaunliche Fülle spannendster Geschehnisse


