Ausgabe 
30.4.1943
 
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Roosevelts Komplott mit den Kreml-Wen

1.

2.

3.

Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop begeht am 30. April seinen 50. Geburtstag. (Scherl-Bilderdienst. sRöhr.s)

aus der selbstverantwortlichen Aktivierung der Betriebsführerschaft;

aus der Auswertung des Leistungskampfes der Betriebe und

zes darstellen; die Kontrolle über den sozialen un­wirtschaftlichen Nützlichkeitsgrad unserer Arbeit be­dingt nun einmal, daß wir nicht an Fragen Vor­beigehen können, welche unmittelbar in den Be­reich unserer arbeitspolitischen Gestaltungsmaß­nahmen hineinragen. Es ist unsere verpflichtende Aufgabe, in Verbindung mit den zuständigen staat­lichen Stellen jene Fragen einer Lösung zuzuführen, die den höchsten wirtschaftlichen Leistungserfolg ver­bürgt. Der Mann der betrieblichen Praxis sowie der Beauftragte der gewerblichen Wirtschaft, der Betriebswirtschaftler sowie der Betriebswissen­schaftler, sie alle werden zur unmittelbaren Gestal­tung unserer arbeitspolitischen Lebenselemente in den Organen der Sozialen Selbstverantwortung zu­sammengefaßt und zur Mitarbeit herangezogen.

Das sind die Richtlinien, die ich meinem Amt So­ziale Selbstverantwortung als der die Arbeitskam-

Mit welchen Mitteln die GPU.-Schergen hier die ahnungslosen polnischen Offiziere für ihr bitteres Ende vorbereiteten, geht aus folgendem hervor: Den Offizieren waren von den Sowjets etwa 120 pol­nische, aber kommunistisch eingestellte Mannschaften und Zivilpersonen, darunter 8.0 Prozent Ju­den, beigegeben worden. Dieses polnisch-stämmige Gesindel und die Juden machten den an und für sich hilflosen Offizieren Handreichungen, um dabei ihre Gesinnung zu erforschen. Es wurde im Lager zwei« mal gestattet, die Angehörigen in der Heimat zu verständigen. Der Zweck bestand darin, die Herkunft der einzelnen Offiziere zu erfahren.

Dann gibt Glaeser eine ergreifende Schilderung der Transporte, die im März beginnend laufend aus Koselsk abgingen, und die in der Grube im Blut- wald von Katyn endeten. Dom 20. 3. 1940 bis 9.5.1940 wurden aus beiden Lagern etwa 30 Transporte mit je 80 bis 120 Mann aus den La­gern abgeschoben. Am 9. Mai 1940 wurde unser letzter Transport, etwa 150 Mann, nach genauer Untersuchung in Lastkraftwagen nach dem Verlade- .bahnhof Koselsk transportiert. Hier wurden wir in Gefängniswaggons (grüne) verladen. Die Waggons faßten 120 Personen. Sie wurden aber zum Trans­port von 300 benutzt. In den Käfig, in dem ich transportiert wurde, war mit Fingernägeln folgen­des eingekratzt:18 Ofizcerow W. P. Kwiecien 40" (18 Offiziere des polnischen Heeres April 1940). Dann war noch eine Aufenthaltsstation vermerkt, deren Name mir aber entfallen ist. Die vor uns transportierten Offiziere wollten damit den nach- . folgenden zur Kenntnis bringen, wohin sie ver­bracht worden waren. Dem letzten Transport vom 9. Mai 1940 gehörten etwa 2 5 Volksdeutsche

von Mensch und Betrieb.

Jede systematische Arbeit setzt eine ihr entspre­chende Arbeitsorganisation voraus. Grundlage für die Arbeitsgebiete der Kammern ist

1. eine klare und übersichtliche Gliederung ihres körperschaftlichen Aufbaues und

2. die Schaffung einer zentralen Führungsstelle in der Reichsarbeitskammer.

Um diesen Forderungen Rechnung zu tragen, wurde daher reichseinheitlich für jede Gauarbeits- kammer die Bildung von insgesamt vier Unter­kammern angeordnet.

Unterkammer I: Mensch und Leistung, mit den Arbeitsgemeinschaften: 1. Betriebliche Menschen­führung; 2. betrieblicher Arbeitsschutz; 3. betrieb­licher Ärbeitskräfteansatz; 4. betriebliche Ausländer- betreuung; 5. sozialwirtschaftlicher Leistungsver­gleich.

Unterkammer II: Leistungsertüchtigung, mit den Arbeitsgemeinschaften: 1. Betriebliche Aus­bildungsleiter; 2. Uebungsleiter und 3. betriebliches Vorschlagswesen.

Unterkammer III: Leistung und Lohn: Die Unierkammer III umfaßt sämtliche Arbeitsausschüsse, welche gemäß der Vereinbarung des Amtes Soziale Selbstverantwortung der DAF. mit dem Reichs­arbeitsministerium gleichzeitig Sachverständigenaus­schüsse beim Reichstreuhänder der Arbeit sind.

'Unterkammer IV: Gaugebundene Unter­suchungen: In dieser Unterkammer werden die­jenigen Probleme einer Beratung unterworfen, die sich ausschließlich aus den arbeitsstrukturellen Ver­hältnissen des Gaues selbst ergeben.

Damit glaube ich, unserer sozialen Arbeit eine Form gegeben zu haben, die im Rahmen der Kriegswirtschaft unter geringstem Aufwand und unter Einschaltung aller am Arbeitsleben beteiligten Kreise geeignet ist, sowohl der menschlichen Lei­stungsertüchtigung als auch der Entwicklung höchst- leistungsfähiger Betriebe zu dienen. Wir wissen, daß Sozial- und Wirtschaftspolitik ein einheitliches Gan-

DNB...... 29. April. (PK.-^.) Von Tag zu Tag

lichtet sich das Dunkel um die Vorgänge im Walde von Katyn mehr. Immer neue Beweise erhellen eindeutig das bestialische System der jüdisch-bolsche­wistischen Bluthenker, die hier im Frühjahr 1940 die Elite des polnischen Offizierkorps aus der Schule des Marschalls Pilfudski durch hinterhältigen Genickschuß auslöschten. Das Bekanntwerden dieses von den jüdischen Untermenschen des Kreml orga­nisierten Massenmordes hat in/ ber Welt wie ein Fanal gewirkt. Täglich laufen bei deutschen Dienst­stellen und bei polnischen Organisationen Mittei­lungen ein. So hat sich jetzt auch ein Major der ehemaligen polnischen Armee, der Volksdeutsche Arthur Glaeser gemeldet, der selbst bis Anfang Mai 1940 zu den Insassen des Gefange­nenlagers Koselsk gehörte. Glaesner, der 1919 polnischer Staatsbürger wurde und als sol­cher seiner Militärpflicht genügte, war Kriegs­lazarettverwalter (Quartiermeister) des Kriegs­lazaretts 702 in Bialo-Wieza (Bialyftok) im ehe­maligen Jagdschloß des früheren Staatspräsidenten Moscicki, das am 21. 9. 39 den einrückenden Sowjets übergeben wurd" Mit 24 Kranken­schwestern und 22 Aerzten ging es zunächst in das Gefangenlager Ostaschkow, wo sich bereits 12 000 polnische Kriegsgefangene, darunter etwa 450 Offi­ziere, befanden. Diese Offiziere waren nach pein­licher Untersuchung sofort abgesondert worden. Als nach etwa einem Monat Transporte mit 1000 Polizeioffizieren und Mannschaften kamen, wutde er mit seinen Kameraden Hals über Kopf in Viehwagen nach Koselsk verladen. Hier, waren in zwei Lagern Koselsk-Kloster und Skit rund 4400 Offiziere untergebracht.

Ein Lleberlebender aus Koselsk spricht!

Oer Bericht eines ehemaligen polnischen Majors. Juden und Kommunisten als Henkersknechte.

Von Kriegsberichter Hans Meyer.

aus der organischen Zusammenarbeit zwischen DAF., Organisation der gewerblichen Wirtschaft und Reichstreuhänder der Arbeit.

Alle Maßnahmen aber Lienen letztlich dem glei­chen Ziel: der höchstmöglichen Leistungsentfaltung

mern steuernden Dienststelle des Zentralbüros der Deutschen Arbeitsfront im Interesse des weiteren arbeitsmäßigen Ausbaues der Kammern gegeben habe. Die zurSozialen Selbstverantwortung" be-. reite Betrieösführerschaft fordere ich damit zugleich auf, sich unserem sozialen Schaffen als aktive Mit­arbeiter mit ganzer Kraft und vollem Herzen zur Verfügung zu stellen. Alles, was wir heute'voll­bringen, dient allein dem deutschen Siege. Jedes andere Beiwerk entfällt. Die Arbeitskammern fassen Kräfte und Energien zusammen, die in diesem schicksalhaften Ringen unseres Volkes entscheidende Bedeutung haben. Mit ihrer restlosen Konzentra­tion auf siegwichtige Arbeiten werden diese Insti­tutionen noch mehr als bisher ihrerseits Beiträge zur erfolgreichen Führung des großdeutschen Frei­heitskampfes beisteuern,

Genf, 29. April. (DNB.) Der in den USA. als Kenner der Sowjetunion geltende langjährige Mos­kauer Korrespondent derSaturday Evening Post", Demerace B e ß, unternimmt es, seinen Landsleuten klarzumachen, daß alle ihre großen Pläne über Neu­ordnung der Welt nach amerikanischen Idealen Luftschlösser seien. Die Welt, so sagt er, wird sich nicht nach den USA. richten, sondern die So- wj e t u n i o n wird den Ton angeben. Beß weist darauf hin, daß R o o s e v e l t schon lange vor Pearl Harbour ein Verbündeter der Sowjet­union geworden sei. Man dürfe nicht vergessen, daß er schonimAugust l941 die Bolschewisten offiziell zum Widerstand gegen Deutschland ermu­tigte und ihnen sofort Kriegsmaterial sandte. In sei­nen Versprechungen gegenüber Stalin sei Roosevelt, obwohl nicht im Krieg, soweit geganaen wie das kriegführende England.Aber viele Amerikaner", so sagt Beß, bilden sich ein, Rußland werde uns ge­gen Japan helfen, wenn Deutschland besiegt ist, und die amerikanischen Blaupausen für die Nachkriegs­welt voll unterschreiben. Das sind sehr gefährliche Annahmen. Stalin hat sich niemand gegen­über verpflichtet, roeber in Europa noch in Asien. Seine Zustimmung zu den Gemeinplätzen der Atlantik-Charta war eine freundliche Geste, aber keine Verpflichtung. Die Bolschewisten haben nie Konzessionen gemacht, im Gegenteil, sie verlangten von den Engländern Konzessionen, und zwar die Anerkennung russischer Ansprüche auf die drei baltischen Staaten sowie auf Teile von Finn­land und Rumänien. Sie bestanden darauf, daß die polnischen Grenzen späterer Regelung überlassen bleiben sollen. Die englische Regierung war bereit, sofort darauf einzugehen, auf Drängen von Ma­

st ungseffekts dient. Erfüllte sie diesen Zweck nicht, dann hätten wir es im günstigsten Falle mit einer sozialen Fassade zu tun, die in Wirklichkeit einer volkswirtschaftlichen Wertevernichtung aseich- käme, welche die Volksgemeinschaft in ihrer Gesamt-" heit entweder durch erhöhte Dienstleistungen oder durch in ihrer Höhe nicht erforderliche Preise zu bezahlen hätte. Wir sind nicht nur Träger des Gedankens der Leistungssteigerung, sondern auch sein Vollstrecker geworden.

Mit dieser Ordnung des Arbeitslebens sind wir gleichzeitig in der Lage, die erforderliche Zahl an wirtschaftlichen Führer- und Unterführerkräften sicherzustellen, die die großdeutsche Wirtschaft von uns verlangt. Wir müssen daher auch die fähigsten und sozialwirtschaftlich revolutionärsten Betriebs­führer und andere geeignete Männer und Frauen aus Staat und Wirtschaft als aktive Mitarbeiter am Aufbau einer zentralen Arbeitsgestaltung ge­winnen. In den Organen der sozialen Selbst- uerantwortung sollen sie als Pioniere des sozialwirtschaftlichen Fortschritts mit dazu beitragen, aus dem Leben heraus und nicht amgrünen Tisch" gewonnene Lösungen für un­sere sozialen Probleme zu finden, die der Schaf­fende versteht und würdigt.

Die Organe aber für eine solche Selbst- und Mitverantwortung des schaffenden Menschen an der Regelung der sein Arbeitsleben ordnenden Elemente fireb die Reichsarbeitskammer und die Gauarbeitskammern. Sie bilden sowohl in der Reichsleitung der Deutschen Arbeitsfront als auch in den einzelnen Gauwaltungen die Organe, durch die die Aktivierung der Betriebsführerschaft und geeigneter Gefolgschaftler sowie die Auswer­tung des Kriegsleistungskampfes zu erfolgen hat.

Es ist selbstverständlich, daß diese Gremien und auch die bisher außerhalb der Arbeitskammern stehenden Arbeitsgemeinschaften und Arbeitsaus­schüsse in ihrer Struktur und in ihren Aufgaben den besonderen Erfordernissen des Krieges angepaßt wurden. Die Zahl der Arbeitsausschüsse wurde stark reduziert und dem Aufbau sowie den Kriegs­aufgaben der Gaue und Wirtschaftsbezirke angepaßt. Mit der Reichswirtschaftskammer wurden die fach­lichen und personellen Voraussetzungen für die Mit­arbeit in diesen Arbeitsausschüssen abgesprochen, die auch von dem Vertrauen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft getragen sind, lieber die rein sozialen Fragen hinaus reicht die Auswirkung ihrer Arbeit in durch die Kriegsverhältmsse aufge­worfene weitere Gegenwartsprobleme hinein.

Diesen Arbeitsausschüssen, in die nur die ange­sehensten und maßgebendsten Fachkenner der ein­zelnen Wirtschaftszweige berufen wurden, ver­schaffte die Deutsche Arbeitsfront in einer mit dem Reichsarbeitsministerium getroffenen Vereinbarung die staatliche Anerkennung als Sachverständigen- ausfchüffe der Reichstreuhänder der Arbeit im Sinne des § 24 AOG.

Damit ^begannen die Arbeitskammern selbst eine Entwicklung, die auf dem fachlichen Aufbau der Arbeitsausschüsse beruhte. Die Arbeits­kammer durste nicht nur eine Repräsentationsform aufweisen, sondern mußte lebendiges Instrument der politischen Führung sein, das die Grundlagen einer reibungslosen Arbeits- und Sozialpolitik er= ' arbeitet. Die Arbeitskammer hat also als oberstes Selbstverantwortungsorgan ihre vornehmste Auf­gabe in der Förderung der selbstverantwortlichen betrieblichen Menschenführung zu sehen, die Grundlage unserer Arbeitsmoral und unseres be­trieblichen Zusammenlebens ist. Die Arbeitskam­mern sollen dabei der Deutschen Arbe>itsfront be­hilflich fein, die soziale Stellung des Menschen ent­

sprechend seinem Leistungs- und Persönlichkeitswert zu gestalten. Hierzu muß die Arbeitskammer die lebendige Zusammenarbeit zwischen Deutscher Arbeitsfront und Betrieb sicherstellen, um den Schaffenden die Mitarbeit an der Lösung der Fragen des Arbeitslebens selbstver­antwortlich zu ermöglichen.

Der sinnvolle Einsatz der Arbeitskammern zur Auswertung des Leistungstampfes der Betriebe verbürgt ferner die Möglichkeit, die Arbeitsergeb­nisse der Pionierbetriebe auf dem Gebiete einer lebensnahen Persönlichkeitswertung auf die Masse der Leistungskampfbetriebe zu übertragen. Entschei­dend ist, die vorbildlichen Bemühungen und Be­strebungen einiger weniger, höchst aktiver und selbst­verantwortlich handelnder Betriebsführer recht­zeitig in Erfahrung zu bringen und dafür Sorge zu tragen, daß durch die planvolle Auswertung ihrer brauchbaren Arbeitsergebnisse eine stän­dige Verjüngung des Leistungskampf- gedankens erfolgt und somit ein Leistungs- kampf organisch aus dem anderen erwächst.

Die Arbeitsausschüsse führen jetzt nicht mehr neben den Arbeitsgemeinschaften und Arbeitskam­mern ein isoliertes Eigendasein, sondern auf der Grundlage der Vereinbarung des Amtes Soziale Selbstverantwortung der DAF. mit dem Reichs­arbeitsministerium über die Neuordnung der Ar­beitsausschüsse wurde nunmehr eine enge Arbeits­verbindung der Ausschüsse mit den Arbeitskammern hergestellt und ihnen eine klare Aufgabenstellung zugewiesen.

Während sich die Arbeitsausschüsse zukünftig lediglich mit Fragen tariflicher Natur zu befassen haben, werden von den Arbeitsgemeinschaften aus der betrieblich-selbstverantwortlichen Sozialpraxis sich ergebende Probleme behandelt. Sind die Be­ratungsergebnisse der Arbeitsgemeinschaften von allgemeintarifrechtlicher bzw. arbeitsrechtlicher Be­deutung, werden sie zur Durchführung gesetzlicher Maßnahmen den jeweils zuständigen Arbeits- und Sachoerständigenausschüssen zur weiteren Bearbei­tung und gesetzlichen Verankerung überwiesen. Da­mit ist gleichzeitig ein völliges Jneinanderspielen der einzelnen Organe der Sozialen Selbstverant­wortung, der Deutschen Arbeitsfront und der gesetz­lichen Körperschaften in vorbildlichster Form er­reicht.

Der Weg, den die Arbeitskammern zukünftig zu gehen haben, ist somit seiner Arbeitsmethode und seinem Arbeitsinhalt nach eindeutig bestimmt. Er ergibt sich

shington wurden diese Forderungen nicht ht den anglo-russischen Vertrag im Juli 1942 ausgenom­men. Aber natürlich haben die Sowjets diese For­derungen nicht etwa aufgegeben.

Vorläufig wird die Sowjetunion einen Kampf an zwei Fronten möglichst vermeiden, unsere Be­stechungsversuche Haden keinen Eindruck auf sie gemacht. Unsere Bitten um Flugplätze für den Kampf gegen Japan, unsere Vorschläge um em Grenzabkommen mit Polen, unsere Forderung, daß Rußland auf ferne Fünfte Kolonne, die Kom­munistische Internationale, verzichte, all das hat er abgelebt. Stalin sandte nicht einmal einen Vertreter nach Casablanca. Gleichzeitig leistetete er sich folgenden Trick: In seiner persönlichen Bot­schaft an Roosevelt pries er dessen Abmachungen mit Darlan, gleichzeitig aber ließ er durch die Linkspresse in England und den USA. wüste Be­schimpfungen gegen das Darlan-Abkommen aus­stoßen. Natürlich paßte ihm der Pakt mit Darlan, weil dadurch wenigstens die erste anglo-omerika- nische Offensive in Gang kam. Gleichzeitig aber erweckte er den Eindruck, daß die USA. und Eng­land mit den Reaktionären Europas paktierten, und das half ihm in allen Linkskreisen. Die Bol­schewisten kämpfen nicht nur für die Sowjetunion, sondern auch für das Sowjetsystem, und das ist nicht etwa, wie manche Amerikaner glauben ober zu glauben vorgeben, eine andere Version amerikanischer Bürokratie ober der freien Welt­wirtschaft. In der Sowjetunion wird politische Opposition von der Polizei ultterdrückt und jeder arbeitet für den Staat. Wie können wir unter all diesen Umständen erwarten, daß die Bolschewisten unsere Neuordnungspläne annehmen werden?

Das fröhliche Arbeitslager.

Zunr 1. Mai erzählt von Udo Wolter.

Geschichte vom verlorenen Stiefel.

Ein wenig bleich unb gebückt kam er ins Lager, drei Stunden später als die anderen, die in ge­schlossenem Zuge eingerückt waren. Stotternd und mit unruhigen Bewegungen brachte er vor dem Lagerführer seine Entschuldigung heraus. Er hatte den Zug verpaßt, die Abgangszeit vergessen. Auf diese Art führte sich Walter D. im Arbeitslager ein.

Total überarbeitet", stellt der Lagerführer sach­lich fest. Aber schließlich war das nicht der erste Stadtmensch, der ihm in die Hände geriet. Nach zwei Monaten sah es mit Walter schon wesentlich besser aus. Braungebrannt und ohne Wundblasen in der Hand arbeitete er wacker mit. Nur seine Zer- streutheit war geblieben, letzter Rest der Stadtluft, die ihm so wenig bekommen war. Diese Zerstreut­heit war auch Schuld an der Geschichte mit den Stiefeln.

Am Lager war der Schuppen, in dem die Ge­räte zusammengestellt wurden. Tag für Tag wur­den dort, bevor es nach der täglichen Arbeit in den vor dem Lager liegenden See zum Baden ging, die Spaten und Hacken eingestellt. Und da die Arbeitsstätte dicht an See und Lager lag, nahm man die Stiefel in die Hand, stellte die Geräte weg und ging zum Bad hinunter.

Eines Tages nach dem Bad war es geschehen. Walter vermißte seine Stiefel. Als sie nach langem Suchen nicht aufzutreiben waren, ging Meldung an den Lagerführer.

Der Lagerführer ließ sich Walter kommen.

Die Stiefel richtig weggestellt?"

"Ganz genau vor das Bett."

Man ging mit Walter vor das Bett. Tatsächlich, dort standen keine Stiefel. Aber als der Lager­führer sich bückte, fand er unter dem Bett einen Spaten. Die anderen mußten es im Eifer des Suchens übersehen haben.

Verblüfft starrte Walter auf den seltsamen Fund, während sich der Lagerführer ahnungsvoll hinüber­begab zum bereits verschlossenen Geräteschuppen. Grinsend schloß sich die ganze Bande an.

_ Atemlose Stille der Erwartung, als der Lager­führer öffnete. Aber man brauchte nicht lange zu suchen.

Ganz vorne standen friedlich nebeneinander Wal- ters^Stiefel. Dafür hatte er sorgfältig den Spaten in den Schlafraum getragen. Es war übrigens der letzte Fall von Zerstreutheit, der von Walter ge­meldet werden konnte...

Nachtlogis im Arbeitslager.

Das Lager war erst provisorisch errichtet und hatte noch keine Zäune gegen die vorgelagerte Land­straße hin, als eines Nachts ein heftiger Trommel­wirbel an der Tür feiner Bude den Lagerführer G. aus dem Schlaf holte. Ein wenig verdutzt. richtete er sich auf, sah nach der Uhr. Es ging bereits über Mitternacht.

An der Tür wurde es immer lauter, ein Hagel von Kraftausdrücken folgte.Verfluchte Bummelei", war noch das mildeste, was es zu hören gab. Mit einem Ruck fand G. aus dem Bett und öffnete.

Im Schein der Taschenlampe stand draußen ein Mann, mit Koffer und Melone auf dem Kopf. Mürrisch schob er sich herein, sich und einen ange­nehmen Duft von Alkohol, stellte brummend den Koffer beiseite und verlangte nach seinem üblichen Zimmer. Man hätte doch gewußt, daß er mit dem Nachtzug tarne, man hätte doch ... Kaum, daß er auf einem Stuhl saß, ließ er auch schon schnarchend den Kopf auf die Brust sinken.

Er war nicht schlecht verwundert, der Wäsche­vertreter B., als er sich am nächsten Morgen in dem unbezogenen Bett eines Arbeitsdienstlagers fand, zu dem ihn der Lagerführer noch hatte hintranspor­tieren können.

Bei einem heißen Kaffee gab es bann die Er­klärung. Das niedrige und ein wenig der langge« I streckten Baracke ähnliche Gasthaus lag nur etwas

höher hinauf an der Landstraße. B., der von der Existenz des Lagers noch nichts wußte, hatte es, leicht vom Alkoyol benebelt, für sein gewohntes Logis gehalten.

Bevor B. das Lager verließ, übergab er ihm noch eine Reihe von Musterstrümpfen, die bann unter der gesamten Mannschaft ausgeknobelt würben. So hatte sich der Besuch doch noch bezahlt gemacht.

Episode mit Südfrüchten.

Singend kehrt die Kolonne des Arbeitslagers in P. heim. Vor der Kurve zum Wald hinunter gab es eine kleine Stockung. Ein Auto war in der noch nicht vollständig ausgebesserten und vom letzten Regen durchweichten Straße steckengeblieben. Fluchend bemühte sich der Fahrer, den schweren Wagen auf den festen Damm zu bekommen.

Im nächsten Augenblick griff bereits die Kolonne zu. Ein Ruck, ein allgemeines Hoi, und der dicke, schwitzende und anscheinend etwas asthmatische Herr konnte wieder einsteigen.

Wie groß war die Ueberraschung, als zwei Tage darauf im Lager vier Kisten mit Apfelsinen, Aepfeln und Bananen eintrafen, gesandt von dem Südfrucht- exporteur K., der in einem humorvollen Schreiben auf diese Weise seinen Dank abstattete.

Vielleicht hätte er es nicht tun sollen. Am nächsten Tage mußten sich zwei Mann krank schrei­ben lassen. Sie hatten sich überfressen. Dennoch war es eine Sache, die sich durchaus gelohnt hatte für die wenigen Handgriffe.

Aber noch heute wartet man auf das zweite Auto, dem ähnliches Geschehen folgen könnte!

Die Paraderatte.

Das Arbeitslager war, bevor das Eigene Lager stand, auf einem Gut einquartiert worden. Das Gut hatte eine Reihe leerer Scheunen. Aber aus­gerechnet die dreckigste unb zerfallenste würbe zur Verfügung gestellt. Was sollte man machen! Man mußte zufrieden fein, daß man ein Unterkommen hatte. Der Lagerführer befahl Disziplin.

Alles hielt scharf Disziplin. Aber eine Ratte zu

fangen, eine von den langen Nagern, die zu Dutzen­den durch den großen, dunklen Raum huschten das konnte nicht verboten sein. Jochen F., Försters­sohn und vom Lande, der anscheinend Uebung in solchen Sachen hatte, hatte Glück. Es gelang ihm, eine Ratte lebendig zu erwischen. Er stülpte eine leere Kiste über sie.

Im Dorfladen wurden Seidenpapier unb ein mittelgroßer Karton besorgt, den man mit Lust» löchern versah. Jochen gelang es, der Ratte ein Papier um den Hals zu binden. Dann ließ man das Paket in höchster Eile, damit der Nager nicht das Papier zerfraß, zum Gutshaus bringen, dem In­spektor persönlich zu Händen.

Am nächsten Tag hatte man eine andere Scheune. Es war die beste unter denen, die frei waren. Der Inspektor hatte das Paket gerade am Frühstücks­tisch erhalten. Wahrscheinlich hatte der Anblick der Ratte allein genügt, so daß er sicher nicht mehr dazu gekommen war, dem entfliehenden Grautier feilten Papierspruch abzulesen:Gruß aus dem Arbeitslager."

Theater für Schwerhörige.

Eine ungewöhnliche Vorstellung hat das Theater von Odense (Dänemark) kürzlich gegeben. In seinem Zuschauerraum hatten sich nämlich alle Schwerhöri­gen von Stadt und Umkreis zusammengefundsn. Der Verein der Gehörleidenden hatte an den Stüh­len Hörgeräte anbringen lassen, die mit einem auf her Bühne befindlichen Mikrophon in Verbindung gebracht, den Gehörkrankem ermöglichten, der ge­schauten Handlung auch in Text und Ton zu folgen. Ein ähnliches Experiment ist in Dänemark bisher noch nicht angestellt worden, dagegen besitzen di« meisten Kirchen der dänischen Städte je einige Bank- reihen, die Schwerhörigen vorbehalten sind, ujw an jedem einzelnen Platze mit GehörmuschÄn urw Kondensatorscheibe zur Lautverstärkung nach Wunsch ausgestattet find.