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30.4.1943
 
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193. Jahrgang Nr. WO

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4^ m d 8rettag, 30. April /Samstag, V Mai 1945

Giehener Anzeiger

Europäische Leistungsgemeinschafi aller Schaffenden.

Die Arbeit als Gtaaisidee

die Verteilung des Gewinns an, stellte somit

nicht

die Arbeit als sittlich gestaltende Macht, sondern die Habgier in den Mittelpunkt des Denkens. Damit waren die Dinge glatt auf den Kopf gestellt; nicht die Arbeit als Ausdruck sittlichen Bewußtseins wurde als Inhalt des sittlichen Lebens dargeftellt, sondern eben jenes unsittliche Gewinnstreben. Die Sehnsucht der schaffenden Deutschen nach Arbeitsehre und nach sittlicher Rechtfertigung eines Lebens- schwerer Ar­beit wurde enttäuscht.

Wo konnte also ein wahrhaft revolutionierendes Denken ansetzen, um wirklich einen Staat der Deut­schen zu gestalten? Nur dort, wo die Sehnsucht nach sittlicher Rechtfertigung der Arbeit noch zu er­füllen war. Denn die schaffenden Stände hatten in­zwischen längst den Betrug des Novembersystems und seines Marxismus durchschaut. Jetzt also galt es, die Arbeit als ehrende und damit staatsbildende Macht, als Ideal der wirklich geeinigten Nation, in ihre Rechte einzusetzen. Das vollbrachte die Re­volution des Nationalsozialismus.

Millionen Volksgenossen war der Segen der Ar­beit inzwischen versagt worden. Eine unfähige kor­rupte Nutznießerschicht hatte ihnen die Arbeits­gelegenheit verspielt. Jetzt erst erkannten viele, was Arbeit für ein Segen ist. Jetzt erst, als sie sie nicht mehr hatten, schätzten sie die vom Marxismus ver­leumdete Arbeit. Es war eben doch mehr als Fron" undAusbeutung", es war Lebensinhalt und.gestaltende Macht, was ihnen da fehlte. Und so konnte der Nationalsozialismus da einsetzen, wo es galt, diesen Segen erneut zu schaffen. Das be­deutete aber, den Mächten des gehorteten Geldes die Grenzen ihres Eigennutzes zu zeigen und sie in Zucht zu nehmen. Nicht der Gewinn wurde

oberstes Ziel, sondern die Schaffung von Arbeits­gelegenheit und die allgemeine Wohlfahrt. Die dar­über hinaus verfügbaren Kräfte aber wurden in straffen Organisationen dem Staate dienstbar ge­macht. So erstand der Staat der Arbeit. Jetzt endlich marschierten die Bataillone der Arbeit aber nicht im Sinne des sinnlosen Klassenhasses, sondern im Sinne einer gemeinsamen Liebe zur eigenen Nation, zur Verbundenheit in einem Ideal. Das ist Nationalsozialismus, das ist der Sozialis­mus der Arbeit in einem Staate, der alle ohne Unterschied umfaßt, der die Arbeit ordnet und über ihrer Ehre wacht.

Arbeit als Staatsidee: das ist die Idee dps 20. Jahrhunderts, das ist die Ueberwindung des individuellen Egoismus, dem das Bürgertum und fein Jahrhundert verfallen war. Deutschland hat die Idee des philosophischen Idealismus vor einem Jahrhundert ausgebildet, jetzt erst kommt es in seinem Leben als Staat dazu, sie in die Tat umzu- setzen. Das ist die entscheidende Wendung unserer Geschichte, der Anbruch eines neuen Zeitalters.

Curt Hotzel.

Am heutigen Tage werden im Auftrage des Führers vor der Reichsarbeitskammer Betriebs- gemeinfchaften geehrt, die in der Rüstungsfertigung über ihren vorgeschriebenen Arbeits­auftrag hinaus bedeutende Leistungen voll­bracht und die sich aus eigener Initiative durch Erschließung immer weiterer betrieblicher Ferti­gungskapazitäten hervorgetan haben. Einzelne die­ser Betriebe erringen neben dem Kriegsoerdienst­kreuz in der Fahne des Kriegsmusterbetriebes sogar die Auszeichnung als NS.-Musterbetrieb. Diese Betriebe marschieren nicht nur hinsichtlich des Aus­stoßes .an Rüstungsgerät an der Spitze, sondern leisten auch in der Menschenführung in der Gestaltung ihrer sozialen Arbeit Vorbildliches.

Die Reichsarbeitskammer wurde der Oeffentlich- keit hauptsächlich durch ihre repräsentativen, feier­lichen Tagungen bekannt, auf denen schon öfter in Friedenszeiten vom Führer persönlich diese Auszeichnungen verliehen wurden. Ebenso wie bei den Arbeitskammern in den Gauen liegt nun auch bei der Reichsarbeitskammer das Schwergewicht ihres Wirkens nicht in der rein repräsentativen Funktion. Im Jahre 1935 gebildet, entwickelten sich die Arbeitskammern über diese Stellung hinaus mehr und mehr' zum Organ gestaltender Mitarbeit an einer revolutionären Weiterentwicklung unserer

den Schicksalsschläge von 1942/43 den 2Huf, den An. grisssgeist und die Ausdauer der heldenhaften deut­schen Soldaten nicht brechen konnten, was sollte diese Tapferen nun noch überraschen?

2. Es zeigt sich immer mehr, daß vor allem das U - B oo t neben Flugzeugen, Panzern, Tanks und modernsten Waffen aller Art die tödlichste Waffe dieses zweiten Weltkrieges ist England kann seinem Schicksal picht entgehen, und Nordamerika wird durch die Rudel dergrauen Wölfe zur See" völlig gelähmt. England wird eines Tages vor der Frage stehen: Entweder zu kapi­tulieren oder zu verhungern, und die USA. werden ihm nicht helfen können und untätig zusehen müs­sen. Die Schlacht aus den Ozeanen wird gewonnen werden, wir haben alle Ehancen dazu. Nichts kann uns mehr überraschen.

3. Am 1.7Nai 1943 steht Deutschland mitten im totalen Krieg.Ein Volk steht auf, der Sturm bricht los!" Die wehrfähigen Wanner in den Fabriken und Kontoren drängen zu den Waffen, ihre Plätze aber nehmen deutsche Frauen ein. Die Produktion wird verdoppelt, verdreifacht und trotz­dem sind immer noch mehr Arbeitskräfte da, als gebraucht werden. Die Volker Europas helfen dem deutschen Volk im Kampf gegen den Bolschewismus und gegen die Plutokraten und hel­fen ihm bei der Arbeit, für die Kämpfer gegen den Deltjuden genügend Waffen zu schmieden. Deutsch­land entwickelt immer neue Leistungsre- serven. Allein im vergangenen Arbeitsjahr hat sich die Produktion auf einigen Gebieten verzehn- facht, in allen Sparten zum mindesten verdoppelt, und ich bin überzeugt, daß wir am nächsten 1. Wai dieselbe Tatsache deutscher Leistungsbereitschaft und deutschen Leistungswillens feststellen können.

Ich bin zuliefst überzeugt, daß die Leistungs- referven der deutschen Nation nie abgeschöpft werden. Jede Aufgabe wird gemeistert. Deutschland arbeitet und kämpft, und Eurdpa hilft ihm dabei. Nichts kann uns mehr überraschen, dafür bürgt der totale Einsatz aller Deutschen. Wir werden die letzten Bataillone, ausgerüstet mit den besten Waf­fen, auf dem Schlachtfeld haben. Das ist unser Wille und unsere Gewißheit.

Der Kriegsmai kann dazu ist die Zeit viel zu

Arbeiter und Arbeiterinnen!

Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder!

wir feiern heute den l.Wai. Der Führer selbst Hal befohlen, daß an diesem Tage in jedem Jahr die Arbeit ruhen soll, denk wir Deutschen begehen diesen Tag als estder Abeit" und bekunden damit, daß das nationalsozia­listische Deutschland die Arbeit zur Grundlage und die Leistung zum Wertmesser der Rangordnung der nationalsozialistischen Gemeinschaft erhoben hat.

Die Leistung für die Zukunft unseres Volkes ist unsere Ehre. Das sei die Parole des Kriegsmai 1943. Der 1. Wai kündet den Durchbruch des Früh­lings an, und so wie der Sieg des Frühlings über den Winter alljährlich mit natürlicher Gesetzmäßig- keit kommen muh, so glauben wir Deutschen fana­tisch und unerschütterlich auch an den Sieg der jungen nationalsozialistischen Re­volution über den erstarrten und veralteten Schematismus des Juden und über seine Zwlllings- kinder, den Kapitalismus und Bolschewismus. Die Jugend siegt immer über das Alter, so werden auch die jungen Volker, Deutschland, Ita­lien und Japan, über die ab st erbende Welt des Goldes, des Waterialismus und der Demokratie siegen. Das glauben wir Deutschen auch am vierten Kriegsmai 1943.

Und wir haben allen Grund dazu, gerade heute am l.Wai 1943 nach fast vier Jahren Krieg, an den absoluten und totalen Sieg der deutschen Waf­fen zu glauben. Jetzt, nachdem wir den Ablauf der Ereignisse, die gegeneinanderstehenden Kräfte und die möglichen Folgen übersehen und klar abschähen können, kann uns nichts mehr überraschen.

1. Unsere Soldaten stehen trotz aller An­stürme immer noch am Atlantischen Ozean, am Wik- telmeer, am Nordkap, auf Kreta, vor Leningrad und am Asöwschen Weer, und wir können gewiß sein, i)ah sie keine Wacht der Erde von dort vertreiben wird. Deutschlands Grenzen sind so weit hinausgeschoben, daß es dadurch Wenschen und Rohstoffe, Waffen und Wunition in genügendem Waße besitzt, um allen Anstürmen von Ost und West zu trotzen. Wenn der unvorstellbar harte Winter 1941/42 und die sich bis zur Katastrophe steigern-

ernst kein lautes, rauschendes Fest wie im Frie­den sein. Wir sind alle härter geworden, der Sol-, dat an der Front und der Arbeiter in den bomben­gefährdeten Gebieten. Wir wissen, daß unter Boni* ben und Granaten keine ÜberschäumendeStim­mung" herrschen kann. Von einemreizenden Kriegs zu reden, blieb dem Kriegsverbrecher Nr. 1, Win­ston Churchill, vorbehalten. Dir, die wir den ersten Weltkrieg mitgemacht haben, kennen den Krieg und seine Schrecken. Nein, jeder Krieg ist furchtbar und dieser Krieg, in dem wir es mit so grausamen Geg­nern, wie den bolschewistischen Hunnen und den kapitalistischen Anglo-Barbaren zu tun haben, ist besonders schwer. Wir wissen das und täuschen uns nicht. Daher kann man nach vier Jahren Krieg nicht vonStimmung" reden. Reden wir dafür lieber von Haltung.

Die hqltung der Deutschen, insonderheit des deut­schen Arbeiters Frau und Wann jung und alt ist einwandfrei und über alles Lob erhaben, hart, stark, stolz und einsatzbereit, das ist die Haltung der deutschen Nation im vierten Kriegsjahr 1943. So hart und biegsam wie Krupp­stahl, so stark und zäh wie Leder, und so stolz und unbeugsam wie ein Germane, das ist der herrliche Erfolg nationalsozialistischer Erziehung am deut­schen Wenschen. Das ist unsere unbeirrbare Gewiß­heit am 1. Wai 1943, daß ein 9. November 1918 niemals wiederkommt, und daß der deutsche Ar­beiter durch seine Einsatzbereitschaft heule das wie» der gutmacht, wozu ihn Juden und ihre landesver­räterischen Helfershelfer damals verführt haben»

Deshalb deutsche Arbeiter und Arbeiterinnen, Betriebsführer und Gefolgfchaftsmikglieder, feiert den 1. Wai 1943 in unerschütterlichem Glauben an den deutschen Sieg? Ruht Euch aus und erholt Euch, um alsdann mit verdoppelter Kraft wieder an Eure Arbeit zu gehen! Ich danke Euch für die bisherige einmalige Leistung, ich fordere im Na­men der Soldaten, und ich rufe Euch auf im Namen des Führers.-Schafft mehr Waffen und noch mehr Wunition! Laßt nicht nach? Gebt alle Kräfte für den Sieg? Diesmal packen wir es? Ein fozia- liftifches Deutschland, ein freies Deutschland, dafür bürgt uns Adolf Hit­ler, unser Führer?

Die Arbeitskammern.

Oie Organe der Selbst- und Mitverantwortung des Schaffenden an der Gestaltung des Arbeitslebens.

Bon.Reichsleiter Dr. Robert Ley.

Die Leistung für die Zukunst unseres Volkes ist unsere Ehre

Neichsorganisaiionsleiier Dr. Ley verkündet die Parole des Kriegsmai 1943.

*n rauschender Begeisterung, sondern als einen Tag des Besinnens und des Atemholens begeht das deutsche Volk in diesem vierten Kriegsjahr den 1.Wai als den Tag der Arbeit, und nicht das deutsche Volk allein, denn an seiner Seite stehen heute die Schaffenden ganz Europas, mögen sie nun helfen beim Bau des Atlantikwalls, mögen sie in ihrer Heimat für den Bedarf des krieg- führenden Deutschlands produzieren oder fern von ihr in Deutschland selbst eingesetzt sein, überall in Europa verspürt der arbeitende Mensch einen, hauch der neu erstandenen europäischen Gemeinschaft, die sich zunächst durch äußeres Erlebnis jedem einzelnen als Schicksalsgemeinschaft eingeprägt hat, dann zur Leistungsgemeinschaft geworden ist, aus der wiederum gesinnungsmäßig der Leistungssozialismus erwächst. Auch unsere Gegner werden die Zeichen der Solidarität aller Schassenden Europas nicht verkennen können: Europa ist nicht mehr zersplittert, es schafft gemeinsam die Waffen, die seine Schwertträger, die Nationen der Achse, zum Siege über die Feinde Europas brauchen. Vorbild und Beispiel für alle ist der deutsche Arbeiter; er will in seiner Leistung nicht zurückstehen hinter seinem ehemaligen Arbeitskameraden, der heute im grauen Rock des Soldaten das Letzte für sein Volk und damit für die Zukunft Europas einfeht.

Nach der Auffassung des deutschen Mahners sZaul de Lagarde fehlte den Deutschen des Zismarckreiches ein allen sichtbares und für alle verbindliches deutsches Ideal, das das ganze Volk tinigen und erst zur Nation machen sollte. Die im lvahren Sinne staatbildende Kraft, der Deutschen iah Lagarde abhängig von dem Dasein dieses Ideals.Ein Vaterland gehört in die Zahl der lthischen Mächte, und darum können seine An- ßelegenheiten nicht vom Regierungstische aus, son­dern nur durch das ethische Pathos aller seiner Kinder besorgt werden. Deutschland ist die Ge­samtheit aller deutsch sprechenden, deutsch emp- 'indenden, deutsch denkenden, deutsch wollenden Menschen."

Die ethische Macht des Vaterlandes hat sich nach dem großen Fegefeuer des Krieges und der Re- pohition durchgesetzt und ist im Nationalsozialis- nus Gestalt und Ideal geworden. Und damit vurde auch Fichtes Forderung erfüllt, daß der 6taot der Deutschen eingesetzt werdein das Recht, len gesamten Ueberschuß aller Kräfte seiner Staats­bürger ohne Ausnahme für seine Zwecke zu ver- venden". Was bedeutet nun die Erfüllung der trorberungen Fichtes und Lagardes im Hinblick iuf die alle Deutschen einigendestaotbildende" kraft des Ideals? Don was ging das deutsche Realistische Staatsdenken aus?

Die revolutionäre Welle, die Europa um 1800 lurchflutete, gründete sich auf ein neues Ethos, las aus den arbeitenden Schichten kam. Der Zer­fall der feudalen Kultur ließ diese schaffenden Stände als die eigentlichen Träger des Staates «."scheinen. Wäre diese Idee nicht in die Köpfe und fände der französischen Aufklärer und ihrer blut- tinftigen Schüler geraten, so hätte sie schon do- uals Segen stiften können. So aber wurde aus ter mißbrauchten Erkenntnis von der sittlichen Nacht der Arbeit eine Posse, die in dem Jahr­hundert des Kapitalismus genau das Gegenteil h'rvorbrachte, was etwa Kant in Deutschland und nach ihm Fichte begeistert gefordert hatten.

Das Pathos d-es kategorischen Imperativs: jeder handle so, daß sein Handeln zum Maßstab der allgemeinen Handlungsweise werden könne kdeutet, daß jeder unumschränkt seine sittliche Hal­tung zu bestimmen habe nachdemgemeinen Nutzen". Das ist eine ethische Idee, die ihren Stund in der altdeutschen Haltung der schaffenden Stände hatte, in dem sittlich gebundenen Leben Ihr mittelalterlichen Menschen, die noch nicht kapi- tckistisch dachten, die noch nicht das Geld als Reich­tum horteten, sondern es als Tauschmittel immer meiter gaben -r- da es ja auch nicht den starren ^iinzwert des späteren, Goldes hatte. Damals fron, in der Gotik, war die Arbeit dos auszeich- Ijtrtbe Merkmal des Deutschen, war gute Arbeit S)rensache aller.Fahrendes Volk" war mißachtet, ®tvi( es keine Stätte ehrbarer Arbeit hatte.

Die Aufstellung des Grundsatzes vom kategorischen )nperativ, von der Forderung nach pflichtmäßiger S'füllung der Aufgabe des einzelnen in der Ge­meinschaft wurde vom 19. Jahrhundert nur ins !t>allicb-militärische Gebiet übertragen, der Libera-

Mus ließ dem Bürger im übrigen freie Hand im iegenanntenWettbewerb". Der -Staat sah seine lenzen da, wo dieser Wettbewerb begann. Das deutet die Aufgabe der ethischen Forderung vor km rücksichtslosen Gewinnstreben, nüe jeder em- icne es gerade verstand. Die Arbeft das mar, «n noch Mittel zum Zweck, nämlich zum Zweck

Gelderwerbs und der' Geldhortung. Die Arbeit D-irbe erniedrigt, die Arbeitsehre vernichtet. So Mifcte mit Notwendigkeit eine Gegendewegung ent faen, die dann zum Klassenkampf führte. Das be­hütete den Zusammenbruch des deutschen gdeaLis- Ms, eben jener Denkweise, die den kategorischen önperatio heroorbrachte. . . , ...

Der Zusammenbruch von 1918 ist so die logische rüge dieser geistigen Entwicklung geworden. Cs gao - um mit Lagarde zu reden kein allgememver- 'tdliches Ideal mehr. .

Äeblieben aber mar in dem deutschen schassenden laschen die Sehnsucht nach einer, sittlichen ^chtfertigung der Arbeit, als seines Lebens- >l»alts. Das Jahrhundert der Technik und der Be- 5-kerungsoermehrunq hatte die Idee Kants uno Achtes vollauf gerechtfertigt, daß nämlich nur eine Örtlichkeit dieses Leben ordnen könne, bei der Ge- ^nnnutz vor Eigennutz gehe. Aber diese Sd^e e'loren gegangen, war gesunken in dem rück sich

materialistischen Gewinnstreben, des ^genaim- Wettbewerbskampfes aller gegen alle Es wurde J5* nun immer mehr der Maßstab verschoben, der ^vretische Materialismus lehrte, es käme nur a T

sozialen Lebensbedingungen. Es gibt wohl keine große und grundsätzliche Frage aus dem vielseitigen Aufgabengebiet der Deutschen Arbeitsfront, dir nicht von Arbeitsausschüssen und Arbeitsgemein­schaften gründlich bearbeitet' und für die nicht Lösungsvorschläge erbracht oder die nicht in eigener Initiative einer Lösung zugeführt worden wären.

Das hat nichts mit Parlamentarismus zu tun. In diese Beratungsgremien werden die jeweils fach­lich führenden Persönlichkeiten berufen und aus ihrer durch langjährige Erfahrungen untermauerten Schau heraus nehmen sie zu ihnen vorgelegten Fragen Stellung. So reifen bedeutungsvolle sozial­politische Maßnahmen unter Heranziehung der je­weils beteiligten Kreise des sozialen Lebens zur Wirklichkeit. Der Krieg beschleunigte diese Entwick­lung. Wenn der Gedanke selbstverantwortlichen Mitarbeitens je einen Sinn hat, dann sicherlich irt Kriegszeiten.

Der Krieg verlangt von jedem Volksgenossen ein Hochstmaß an Einsatz- und Arbeitsbe- reitschaft. Aufgabe der Deutschen Arbeitsfront ist es, die aus den Erschwernissen des Krieges sich zwangsläufig ergebenden sozialen Härten zu einem gerechten Ausgleich zu bringen und gleichzeitig den schaffenden Menschen zur höchsten Leistung willens und fähig zu machen. In den hinter uns liegenden Kriegsjahren verstärkte sich immer mehr die Er­kenntnis, daß der Weg dazu über eine wirklich selbstverantwortliche Betriebsführung geht. Wenn der einzelne Schaffende den Willen und die Fähig­keit zur äußersten Leistung besitzen soll, darf ihm nicht die starre Dogmatik einer reglementierten Sozialbürokratie gegenübertreten, sondern er muß die lebendige und pulsierende Kraft einer selbst­schöpferischen und wirklichkeitsnahen Sozialpolitik fühlen. Die Erzeugungsergebnisse unserer bestge­führten Leistungskampfbetriebe und der Kriegs­musterbetriebe brachten in den vergangenen drei Jahren den Beweis, daß der Ausbau des Ge­dankens der sozialen und wirtschaftlichen Selbstver­antwortung des Betriebes treibender Motor für eine vernünftige Arbeits- und Produktionsord­nung ist. lieber jede Rationalisierung hinaus be­stimmen Haltung und Leistung des Menschen ent­scheidend die Leistungsentwicklung des Betriebes.

Aufgabe der sozialwirtschaftlichen Führungs­organe ist es deshalb, die wirklichkeitsnahe und selbstoerantwortliche betriebliche Sozialarbeit so zu lenken und zu steuern, so zu aktivieren und zu mobilisieren, daß jede ihrer Maßnahmen auch einer Steigerung des betrieblichen Lei-