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General-Anzeiger für Oberhessen
(93. Jahrgang Nr. (24 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags
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Gießener Anzeiger
Japanische Nachtangriffe aus Attu
dem des
Rom, 28. Mai. (Europapreß.) Im gesamten Nahen Osten gärt es, in Iran, im Irak, in Syrien und Aegypten sind bereits Revolten ousge- brochen. Der Grund dieser Unruhen ist in der Ausplünderung der arabischen Bevölkerung durch die Besatzungstruppen zu suchen. Die Lage Irans wird in einem Bericht des „Messaggero" als chaotisch bezeichnet. Die südöstlichen Provinzen sind gegen die Engländer, die nördlichen gegen die Sowjets im Aufruhr. Die Eisenbahn Basra—Disful— Teheran wurde an mehreren Stellen unterbrochen. Auf der Straße Bender-Bufchir—Teheran wurde ein Autozug von der hungernden Bevölkerung angegriffen. Diele Nationalisten flohen nach Afghanistan und Belud schistan, da sie von britisch-nord- amerikanifchen Militärgerichten verurteilt worden
In Matrase in T r a n s j o r d a n t e n ist ein Brennstoffdepot von Rebellen zerstört worden. Auch eine Raffinerie wurde in Brand gesteckt. Biele irakische Nationalisten fliehen nach Neged. Ganze Familien im Irak sind von den Engländern verhaftet worden, ihr Gut wurde beschlagnahmt. Außerdem werden Strafmaßnahmen durchgeführt, insbesondere gegen solche, die sich darüber beklagen, daß die versprochenen Lebensmittellieferungen nicht eintreffen. Dor die Kriegsgerichte wurden auch bekannte Persönlichkeiten nni) einige Scheiche zitiert. Der britische Kommissar in Syrien, Casey, verlangte in Damaskus vom syrischen Dersorgungsministe-
Korvettenkapitän Kemnade, 1911 als Sohn eines Reichsbahnbeamten geboren, wuchs in Hannover auf und war Jahrgangskamerad Günther Priens. Sie waren auch zusammen Fähnriche auf dem Kreuzer „Königsberg". Kemnade wurde dann bereits als junger Leutnant Kommandant in der ersten Schnellbootflottille. Seit Mitte Mai 1940 Chef der Schnellbootflottille, an deren Spitze er heute noch steht, hat Kemnade über 150 Unternehmungen erfolgreich durchgeführt. Die Flottille war nacheinander im Westen, im Osten, anschließend wieder im Kanal und danach im Mittelmeer eingesetzt. Nach der englisch-nordamerikanischen Landung in Nordafrika fiel ihr die Aufgabe zu, mit der Luftwaffe die Gegenaktion zur Bildung des Brückenkopfes Tunesien zu führen. In den Häfen von Tunis und Bi- zerta zeigte sie als erste die deutsche Kriegsflagge und sicherte die Landung der deutschen und italie» nischen Truppen. Die Dersenkungserfolge der Flöt« tille, der auch der mit dem Eichenlaub aus* gezeichnete Kapitänleutnant Wup permann cm- gehörte, umfassen sowohl die Vernichtung von fast 100 000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes wie die Versenkung zahlreicher Kriegsschiffe, insbesondere Zerstörer.
Das Eichenlaub für Korvettenkapitän Kemnade.
Berlin, 28. Mai. (DRV.) Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Korvettenkapitän Friedrich Kemnade, Ehef einer Schnellbootflottille, als 249. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
Tokio, 28. Mai. (DNB.) Die Kämpfe auf der Insel Attu werden weiterhin mit großer Erbitterung geführt. Die auf dem nordöstlichen Teil der Insel kämpfenden japanischen Streitkräfte bringen den USA.-Truppen trotz deren zahlenmäßiger Ueberlegenheit durch überraschende Nachtangriffe immer wieder schwere Verluste bei. Den strategischen Gewinn aus ihren Nachtangriffen zog die japanische Attu-Besatzung, indem sie am Donnerstag ihre eigene Frontlinie in den Bergstellungen verbesserte.
Da klares Wetter herrschte, konnten die Japaner vom Festland aus feststellcn, wie sehr sich die Reche der vor Attu ankerndn USA.-Kriegsschiffe vermindert hat. Man führt dies aus die schweren Verluste zurück, die der USA.-Flotte durch Unterseeboote und durch die Luftwaffe der Japaner zugefügt worden sind. Seit dem 23. Mai wurden nämlich durch Aktionen der Luftwaffe ein nordamerikani- scher Kreuzer und ein Zerstörer sowie ein Kriegsschiff nicht festgestellten Typs versenkt, während ein zunächst nur als schwer beschädigt gemeldetes Schlachtschiff und ein Kreuzer durch Torpedos japanischer U-Boote versenkt und zwei weitere Kriegsschiffe schwer beschädigt wurden. Mit rund 38 Jagdflugzeugen und Bombern, gedeckt durch zwei Zerstörer zur See, unternahmen die Nordamerikaner einen Angriff gegen die Positionen der Japaner im Nordosten der Insel an der Massacre-Bucht. Nach japanischen Berichten wurden die Angriffe zurückgeschlagen.
Die Leistungen der Japaner auf Attu sind um so höher einzuschätzen, als die Verteidiger der Insel tagsüber fortgesetzten Angriffen der Amerikaner ausgesetzt sind, die nicht nur aus dem Lande zahlenmäßig überlegen sind und ihre schwersten Geschütze einsetzen können, sondern auch mit ihren Schi ff s- geschützen die japanischen Stellungen beschießen, während die Luftwaffe gleichzeitig unausgesetzt in großen Formationen in die Bodenkämpfe eingreift. So spricht es für den ungebrochenen Kampfgeist der japanischen Streitkräfte, daß sie trotzdem noch während der Nacht Angriffsoperationen unternehmen und damit Erfolg haben.
rium die Bereitstellung aller Lebensmittel, weil die Lage immer besorgniserregender wird. Gleichzeitig wurden in den Städten Damaskus, Aleppo und Tripolis strenge Maßnahmen gegen die meuternde Bevölkerung ergriffen. Im Gebiet von Mallani in Aegypten ist ein Aufstand ausgebrochen, weil die Engländer die Beschlagnahme der Ernte verfügt haben. Zwei bewaffnete Familien haben deshalb eine englisch Patrouille angegriffen. Die Engländer schickten zwei Kompanien, die das Dors Mallani umzingelten, alle Wohnungen durchsuchten und dabei zahlreiche geheime Waffendepots entdeckten. Drei Aegypter kamen bei den Zusammenstößen ums Leben.
Brutale Gewalt in Nordasrika.
Rom, 29. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Stefani-Meldung ereignete sich bei Fez ein Eisenbahnunglück, das zahlreiche Tote und Verwundete, zum größten Teil Militärpersonen, forderte. Da die nordamerikanischen und die gaullistischen Militärbehörden einen Sabotageakt vermuteten, haben sie 50 Berber eines Stammes, auf dessen Gebiet das Unglück sich ereignete, kurzerhand erschossen. Um sich hiergegen zu wehren, griff eine starke Gruppe Marokkaner, die verschiedenen Stämmen angehören, einige amerikanische Wachposten in der Umgebung von Fez an und tötete dabei zahlreiche Soldaten.
politische Neugestaltung Indiens wird der Ausgang Krieges deshalb von entscheidender Bedeutung fein.
Unter der direkten Herrschastsgewalt der britischen Krone stehen, wenn auch im einzelnen in verschiedenen staatsrechtlichen Formen, schließlich die Kronkolonien, die durch Gouverneure verwaltet werden. Unter diese Kategorie fallen die britischen Kolonien in Afrika, sowie die Stützpunkte im Mittelmeer und in der westlichen Hemisphäre. Letztere sind schon weitgehend in die politische Machtsphäre der Vereinigten Staaten geraten.
Der gegenwärtige Krieg wird unter allen Umständen weitgehende Veränderungen im Gefüge des britischen Empire zur Folge haben, über deren Ausmaß sich heute noch nichts Endgültiges aussagen läßt. Jedenfalls ist England mit dem von ihm entfesselten Krieg gegen Deutschland der Totengräber seines eigenen Reichs in seiner bisherigen Gestaltung geworden.
Zu engster Zusammenarbeit.
Englischer Gewerkschaftssekretär fährt nach Moskau.
Stockholm, 28. Mai. (Europapreß.) Die Zusammenarbeit zwischen der britischen Labour-Party und den britischen Gewerkschaften mit den Sowjets hat offenbar durch die „Auflösung" der Komintern einen neuen Impuls erhalten. Auch Sir Walter Citrin e, der Generalsekretär des britischen Gewerkschaftskongresses begibt sich mit anderen Gewerkschaftlern in Kürze nach Sowjetrußland, um sich zu bemühen, eine Basis für die Zusammenarbeit zwischen dem englrsch-sowjetischen Gewerkschasts- komitee und den USA.-Gewerkschaften herzustellen,
Oie Ausplünderung des Nahen Ostens
Oie gepeinigte Bevölkerung seht sich zur Wehr.
Cingeschloffene Tschungking-Oivisionen.
N a n fi n g, 28. Mai. (Europapreß.) Aus Raum von I ch i a n g , wo der Mittellauf
die sich bisher ablehnend verhielten. Die Frage war bereits bei einem Besuch Cittines in den Vereinigten Staaten behandelt worden. Außerdem will sich Citrine in Moskau mit dem Schicksal der „Profintern" befassen, das ist die vor etwa zwanzig Jahren aufgezogene internationale kommunistische Gewerkschaftsorganisation, das gewerkschaftliche Gegenstück zur Komintern. Citrine will in Moskau klären, ob die Tätigkeit der Profintern durch die „Auflösung" der Komintern berührt wird oder nicht.
Teilen und herrschen.
England verhindert Verständigung zwischen Kongreß und Moslem-Liga.
Bangkok, 28. Mai. (Europapreß.) „Ein typisches Beispiel der englischen Politik des Divide et impera" nennt der Rundfunksender des freien indischen Hauptguartiers in Schonan (Singapur) die englische Bekanntmachung, daß das von Gandhi gewünschte Zusammentreffen mit Dschinnah, dem Führer der Moslem-Liga, nicht zugelassen werde. Dschinnah hatte in seiner letzten Rede Gandhi eingeladen, durch persönlichen Kontakt eine Lösung des Mohammedanerproblems herbeizuführen. Dieser Aufforderung war Gandhi gefolgt. Während die englische Regierung also bisher immer auf den Zwiespalt zwischen Nationalkongreß und Moslem-Liga als das größte Hindernis der indischen Unabhängigkeit hingewiesen hat, ist nun dieselbe Regierung äußerst bemüht, die Lösung des Zwiespalts unmöglich zu machen. Unter scheinheiligen Vorwänden wird ein Zusammentreffen zwischen Gandhi und Dschinnah verhindert, denn ein Abkommen zwischen Gandhi und Dschinnah würde die größte Gefahr für den britischen Imperialismus bedeuten. England weiß das und versucht deshalb, eine solche Verständigung mit allen Mitteln zu verhindern, denn auf der Uneinigkeit der Inder basiert die englische Herrschaft in Indien.
Miss feine Borgänger, das spanische und das portugiesische Kolonialreich, entstand das britische Weltreich zunächst nur als das zusammenhanglose Ergebnis von Beutezügen und Eroberungen einzelner Abenteurer. Erst die Seeherrschaft der englischen Flotte schuf und sicherte den Zusammenhang zwischen den weit verstreuten Teilen des Weltreiches.
Dieser Entstehung des britischen Weltreiches entsprach auch die geistige Haltung der britischen Kolonialpolitik. Sie hat von Anfang an feine einheitliche Linie besessen. Nicht rassenmäßiges Denken, sondern der Glaube an die gottgewollte Ueberlegenheit des puritanischen Angelsachsentums über alle anderen Völker weißer und farbiger Rassen bestimmte das englische kolonialpolitische Denken. Ausbeutung und Anpassung waren die beiden beherrschenden Gesichtspunkte,' nach denen die britische Kolonialpolitik geführt wurde, Ausbeutung vor allem in der Hinsicht, daß alle britischen Kolonien nur den Interessen des Mutterlandes dienstbar gemacht wurden.
Diese durchgängige Linie der britischen kolonialen Ausbeutungspolitik änderte sich erst, als die nord- amerikanischen Kolonien sich ihre Unabhängigkeit erkämpft hatten, wodurch England eines seiner größten Kolonialgebiete verlor.
In Anpassung an diese neuen politischen Tatsachen schlug England den ihm verbliebenen angelsächsischen Siedlungskolonien gegenüber eine andere Taktik ein und schuf den Begriff des Dominion, d. h. der sich selbst regierenden Kolonie. Es ist auch kein Zufall, daß das Nachbarland der Vereinigten Staaten, Kanada, als erstes diesen Dominionstatus erlangt
Für das Wesen der Dominions ist aber nicht die Einführung des parlamentarischen Systems, sondern die Tatsache entscheidend, daß in den Dominions das angelsächsische Element die unbedingte politische Herrschaft ausübt. Die Durchführung dieses Programms war einfach in den Dominions Australien, Neuseeland, Kanada und Neufundland, wo die Urbevölkerung ganz oder fast völlig aus gerettet wurde und die Herrschaft der weißen Rasse eine unbestrittene ist. Schon schwieriger liegen die Verhältnisse in der Südafrikanischen Union, wo die Neger- und Mischlingsfrage ein ernstes Problem bildet.
Es bedeutet deshalb eine typische, der britischen Geisteshaltung entsprechende Vernebelung der historischen Tatsachen, wenn England Indien mit der Verleihung des „Dominionstatus" zu ködern versucht, der nach Beendigung des jetzigen Krieges eingeführt werden und die von den Indern geforderte Unabhängigkeit Indiens ersetzen solle. Denn bei Indien handelt es sich nicht um eine angelsächsische Siedlungskolonie, sondern um einen gewaltigen, von 400 Millionen rassefremder Menschen bewohnten Sub- fo n t i n e n t, der bisher in den Formen reiner Kolonialpolitik von etwa 120 000 Briten regiert und verwaltet worden ist. Von einer politischen Gleichstellung der Inder ist aber nie die Rede gewesen, das beweist schon die inferiore Behandlung, die die Inder in einem britischen Dominion wie der Südafrikanischen Union gefunden haben, wo man ihnen jede politische Gleichstellung verweigert hat.
So bildet das britische Empire heute keine politische Einheit, sondern zerfällt in mehrere politisch differenzierte Teile. Das jetzige Rückgrat des Weltreichs bilden die Dominions, die mit dem Mutterlande in dem Bund britischer Nationen (British Commonwealth of Nations) zusammengeschlossen sind. Sie sind heute unabhängige Staaten, aber durch das gemeinsame angelsächsische Rässe- und Herrschaftsgefühl an das Mutterland, wenn auch in verschieden starkem Maße, gekettet. Sv haben sich die meisten von ihnen (Kanada, Australien, Neuseeland) unbedingt, die Südafrikanische Union erst gegen den Widerstand des nationalistischen Burenelementes dem Kriege Englands gegen Deutschland angeschlossen. Nur der irische Freistaat, der ebenfalls im Dominionstatus lebt, aber durch seine Lage und die Eigenart feiner Bevölkerung eine Sonderstellung einnimmt, hat von seiner Befugnis als unabhängiger Staat Gebrauch gemacht und feine Neutralität erklärt.
Wichtig 'ist, daß die außereuropäischen Dominions — wobei Neufundland, dessen Dominionstatus zur Zeit aufgehoben ist, zu Kanada gerechnet werden muß — territoriale Großräume sind, die an sich zur Selbstbehauptung imstande wären. Dazu kommt, daß die Verbindungen von Kanada zu den Bereinigten Staaten von jeher besonders enge waren, da nie 'eine eigentliche Grenze zwischen beiden bestanden hat. Der jetzige Krieg hat aber auch Australien und Neuseeland, ja neuestens auch die Südafrikanische Union in die Arme der Vereinigten Staaten getrieben, so daß sich die Grundlinien eines angelsächsischen Weltteiches mit den Vereinigten Staaten als Kernland immer deutlicher ab- zeichnen. e „, v . .
Das bisherige Mutterland, in dem sich das wesentliche Zenttum außerdem noch in London und im Radius von zwei Schellzugstunden um London kon- zenttiert, ist zu klein und liegt zu sehr an der Außensphäre des Weltteichs, um sich bet der heutigen Neubildung der Welt in Großräume noch als politischer Mittelpunkt des Weltteiches behaupten zu können. Deshalb greift der amerikanische Einfluß im raschen Tempo auch auf die übrigen Teile des Weltteiches über, vor allem auf Aegypten und Indien, Aegypten ist formell unabhängig, steht aber unter dem politischen und militärischen Einslim Großbritanniens, das von hier aus seinen Emftuß auf den Vorderen Orient auszuüben versucht, um den Weg nach Indien zu sichern.
Denn Indien bildet immer noch den Mittelpunkt des britischen Wettreiches. Es muß England alles daran liegen, den beherrschenden politischen Einfluß über Indien zu behalten, um so mehr, ols die Führung im ostasiatischen Großraum am Japan übergegangen ist. In Indien zieht Engl deshalb auch alle Register feiner Kolomalpolittk und sucht die Unabhängigkeitsbestrebungen des Volkes mit der Erhaltung der britischen Herrschaft vergeblich auf einen Nenner zu bringen, tfur oie
öie politische Ideengestaltung im Empire
Von Professor Dr. Otto Koettreuttcr, München.
Rundsicht.
Angesichts der weltweiten Entfaltung dieses Krieg ges, der in irgendeiner Form alle bewohnten Räume des Erdballs und alle Meere in feinen Bann gezogen hat, ist es immer wieder notwendig, zu Der» suchen, zwischen den politischen und militärischen Ereignissen auf den so weit auseinanderliegenden und in jeder Beziehung so ganz verschieden gearteten Kriegsschauplätzen die großen Züsammenhänge her- zustellen, um ein Bild der augenblicklichen Gesamtlage des Krieges zu gewinnen. Nur auf diese Weise läßt sich auf die Frage: „Wo stehen wir?" eine Ant« wort' finden. Und diese Frage taucht immer dann mit besonderem Nachdruck auf, wenn nach einer Zeit der Vorbereitungen, der Umgruppierungen großen Stils, nach einer Konzentration der Kräfte in neuen Ausgangsstellungen sich ein neuer Abschnitt des großen Ringens ankündigt. In ihn tritt der europäische Kontinent im Bewußtsein einer bisher nicht gekannten Solidarität gegenüber den allen seinen Völkern gleichermaßen drohenden Gefahren, zwischen dem nordamerikanischen Weltherrschaftsanspruch und dem bolschewistischen Ausdehnungsdrang zerrieben zu werden. Wie England und fein Empire durch den Verrat feiner plutokratischen Führungsschicht an der Sache Europas und an der eigenen weltpolitischen Mission Britanniens zu einem bloßen Anhängsel, Sprungbrett und Ausbeutungsobjekt des amerita« nischen Imperialismus geworden ist, so soll der europäische Kontinent, die Wiege der abendländi-. schen Kultur, seit vielen Jahrhunderten das Nerven« zenttum der Menschheit überhaupt, soweit sie diesen Namen verdient, nach dem Willen der jüdischen Kriegsmacher, die in London und Washington die Drähte ziehen, dem Bolschewismus als Experimentierfeld für seine revolutionären Doktrinen ausgeliefert werden.
Mag in besorgten Gemütern einiger Engländer und Amerikaner bei dieser skrupellosen Preisgabe Europas der Hintergedanke mitsprechen, daß nach einem Siege des Bolschewismus der ihm überlassene europäische Kontinent gleichsam einen breiten Qua« rantäneftreifen bilden werde, hinter dem man sich nor der Ansteckungsgefahr durch den bolschewistischen Bazillus verhältnismäßig sicher fühlen könnte, die für diese Rolle ausersehenen Völker fragen nicht nach den Motiven einer Politik, die ganz in das Bild paßt, die die Geschichte von der krassen Eigensucht der anglo-amerikanischen Rasse gezeichnet hat, die aber auch die grenzenlose Verblendung zeigt, mit der man vor allem in London den Kopf in den Sand steckt angesichts der immer offener zutage tretenden Anzeichen einer schon mitten im Kriege stürmisch fortschreitenden Volschewisierung des eigenen Volkes durch eine notgedrungen geduldete unk» ganz zielbewußt arbeitende Sowjetagitation, mit der Stalins Botschafter Maisky und seine jüdischen Agenten dank der ihnen zur Verfügung stehenden Querverbindungen zur jüdisch-liberalen Hochfinanz nicht nur ihre legitimen Interessen in der Hauptstadt des Bundesgenossen vertreten, sondern auch hinter den Kulissen nicht minder eifrig die Saat säen, aus der einmal für die englische Plutokratie die Drachenzähne furchtbarer Vergeltung für ihr Versagen in einer Entscheidungsstunde des Empire emporwach- fen werden.
Die europäischen Völker sind an diesem England drohenden Schicksal heute nur noch beiläufig interessiert. Wenn der zweite Winterfeldzug im Osten mit der nur mit Aufbietung aller Kräfte des deutschen Ostheeres und feiner Verbündeten zum (Stegen gebrachten Offensive Stalins etwas Gutes gehabt hat, fo ist es die Tatsache, daß sie den Völkern die Augen geöffnet hat darüber, welch furchtbares Geschick ihrer unausweichlich geharrt hätte, wenn es, wie es in Stalins Absicht gelegen hatte, den Sowjet- marfchällen gelungen wäre, durch den Dammbruch im Südabschnitt der Ostfront ihre Horden aus der öfllichen Stepve in die Kulturgefilde des westlichen Europas zu führen, wo sie dann mit ihren jüdischen Kommissaren an der Spitze brennend und mordend das Banner des Sowiettegimes im Herzen Europas aufaepflanzt hätten. Das grauenhafte Schicksal der 12 000 polnischen Offiziere im Walde von Katyn, das Schicksal der Taufende von den Sowjets bet ihrem kurzen Vorstoß nach Westen aus den baltischen Ländern, aus Polen und Bessarabien Verschleppten spricht eine zu deutliche Sprache, als daß sie selbst von denen noch länger überhört werden
Jangtsekiang beginnt, führen die japanischen Truppen ihre große Sommerschlacht in Zentral-China in nordwestlicher und südwestlicher Richtung fort Nach der Ueberquerung des Jangtseflusses stehen die Japaner in erfolgreichen Gefechten gegen die 11., 18. und 34. Division der 18. Tschungkingarmee, die sich unter dem Kommando des Generals Tfchent- fcheng bereits zurückzieht. Japanische Streitkräfte schließen im Gebiete der Tschien Niulinghügel, 20 km westlich von dem Jangtsehafen Jchang, den Ring um die drei Tschungkingdivisionen immer enger. Gleichzeitig haben japanische Fliegerverbände die feindlichen Stellungen stark bombardiert Dabei haben die bereits desorganisierten Tschung- kingttuppen schwere Verluste erlitten. Eine Ansammlung von Tschungkingttuppen, die von der japanischen Luftwaffe in der Nähe von Mutschiachsi, 25 km nordwestlich von Tschangyang, entdeckt wurde, konnte heftig bombardiert und zur Flucht gezwungen werden.
Wachsende Besorgnis in Tschungking. ^Schanghai, 28. Mai. (Europapreß.) Eine Schlacht von entscheidender Bedeutung erwarten militärische Kreise in Tschungking in nächster Zukunft. Nach Mitteilung des Militärsprechers werde diese Schlacht darüber entscheiden, ob China seine Kriegshauptstadt davor bewahren kann, von den Japanern besetzt zu werden. Nach den neuesten in Tschungking vorliegenden Frontberichten nähern sich etwa 70—80 000 Japaner den chinesischen Befestigungen am Jangtse bei Jschang, das nur 195 Mellen östlich von Tschungking liegt. Als Ziel der Japaner erkennt man in Tschungking die Vernichtung dieser Befestigungen und den Stoß gegen Tschungking selbst.


