Eichener Anzeiger
Donnerstag, 29. April M3
95. Jahrgang tlr.99
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ÄftschÄ nEö Sranlfj vrühlsche Univerfitättdruckerei 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Siehen,^chulftrahe 7-9
Wir Frauen
Der kroatische Gtaatsführer beim Führer
Dor 25 Monaten wurde der junge kroatische kcaat ausgerufen. Seine Soldaten haben sich in-
Uebet dem S üdabschnitt der Ostfront wurden am 27.April 44 Sowjetflugzeuge abgeschofsen, hiervon sieben durch slowakische und sechs durch kroatische Jäger. Drei eigene Flugzeuge gingen verloren.
In Tunesien führte der Feind gegen einige Abschnitte der Westfront örtliche Angriffe, die in harten Kämpfen zurückgeschlagen wurden.
In den schweren Kämpfen der vergangenen Tage hat sich ein Kraftradschühen-Bataillon unter Führung seines mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz ausgezeichneten Kommandeurs, Major ® re- roe 5, erneut bewährt.
Kampf- und Rahkampffliegerverbände griffen in die Kämpfe ein und bekämpften Bereitstellungen und Kolonnen des Feindes. Die Häfen B on e und P Hili ppeville wurden erneut bombardiert.
„Die Politik des Präsidenten Roosevelt eilt der amerikanischen Flotte um hundert Prozent voraus." So erklärte vor einigen Jahren ein amerikanischer Admiral beim Besuch seines Geschwaders in Australien. Die bisherigen Maßnahmen der Bereinigten Staaten gegen Japan zeigten, daß diese Beurteilung auch jetzt noch gilt. „Wir werden im Pazifik die Japaner zum Angriff zwinaen", hatte Roosevelt im Januar erklärt. Angegriffen haben die Japaner, aber der Erfolg war ganz anders, als man von amerikapischer Seite erwartet hatte.
Die Kämpfe im Südwe st Pazifik haben in den Schlachten im Korallenmeer, bei den Salomonen und der Rennell-Jnsel den Amerikanern nach japanischen Angaben allein an völligen Versenkungen nicht weniger als 6 Schlachtschiffe, 4 Flugzeugträger, 34 Kreuzer, 21 Zerstörer und etwa 12 U-Boote gekostet. Rechnet man die schweren Verluste hinzu, welche die einst so mächtige amerikanische Pozifikflotte gleich bei Beginn des Krieges durch den japanischen Uedersall aus Pearl Harbour erlitt, so bleiben kaum noch nennenswerte Seestreitkräfte übrig, gegenüber einer japanischen Schlochtflotte, die im wesentlichen intakt ist.
Es ist also verständlich, daß man sich aus amerikanischer Seite zu ein^r bescheideneren Art von Seekriegsührung entschließt. „Die amerikanische Kriegsmarine wird jetzt mit allen Kräften den Handelskrieg gegen die japanische Schiffahrt auftiehmen", hat der Marineminister Knox erklärt. Bisher wurde, ganz besonders auch im U-Boot-Krieg, die Überraschung als ein besonders wichtiges Erfolgsmoment bewertet. Knox hat sich mit seiner offenen Ansage nicht hieran gekehrt. Daher kommt es wohl, daß man, obgleich die Ankündigung schon vor Wochen erfolgte, von besonderen Erfolgen der neuen Kriegsart noch wenig ae- hört hat. Die Verwendung der U-Boote, dieser „Waffe der Schwächeren", wie man sie drüben nennt, ist von den Amerikanern etwas geringschätzig behandelt worden. Daß man. sie aber ausgiebig plante, zeigt die rege Entwicklung, die das Unterseebootwesen in der amerikanischen Marine genommen hat.
Die etwa 60 Boote, mit welchen die Vereinigten
lassen. Außerdem weiß man nicht nur in dieser Hafenstadt, von deren gewaltigem Durchgangsverkehr nahezu zwei Drittel für Deutschland bewältigt wurden, wie eng Holland, soviel Gedanken auch in die Feme schweiften, gerade wirtschaftlich immer schon mit Europa verbunden war. Der Aufruf des Reichskommissars, möglichst viel zur Ernährung Europas beizutragen, ist daher im ganzen Land auf fruchtbaren Boden gefallen. Aus ehemaligen Tglpenfeldern wächst jetzt Getreide, und die Flächen für den Anbau von Gemüse sind heute noch größer als ehedem. Früher hatte man auf diesem Gebiet schwere Sorgen und nicht selten sogar Krisen. Der Absatz war nicht immer leicht, die Unkosten waren hoch, und die Konkurrenz war scharf, besonders wenn die Witterung die Spekulationen durchkreuzte. Heute weiß man, daß man alles, was man nur liefern kann, zu guten Preisen los wird. Auf dem Umwege über den gesicherten Ertrag feiner Arbeit gewinnt der Holländer gerade von seinem Standpunkt aus am ehesten einen nachhaltigen Eindruck vom neuen Europa.
Dazu kommt das im Grunde genommen gesunde Gefühl für Gerechtigkeit, das dem germanischen Holländer im Blut liegt, wenn es auch durch das Denken in Prozenten in weiten Kreisen verschüttet war und vielleicht auch heute noch verschüttet ist. Die Jugend ist der älteren Generation dabei weit voraus? Sie nimmt im Mederländschen Arbeitsdienst mit frischem Mut die von der revoluttonären Zeit auch in Holland aufgeworfenen modernen Ausgaben in Angriff oder kämpft Schulter an Schulter mit Deutschland und seinen Verbündeten an der Ostfront gegen den Bolschewismus um die Freiheit und Sicherung Europas. Sie sieht im Osten die großen Probleme, an deren Lösung auch holländische Kräfte mitarbeiten können, die durch die weltpolitischen Umwälzungen brachgelegt worden sind.
Das Leben geht in Holland auch heute wieder seinen Gang, äußerlich in vieler Beziehung vielleicht so wie früher, aber doch unter grundsätzlich anderem Vorzeichen. Das Land arbeitet für Europa. In seiner verschlossenen Art spricht der Holländer nicht viel davon. Manch einer denkt vielleicht auch heute noch nicht darüber nach. Er will das nicht, nachdem er es sich ein Leben lang leisten konnte, langsam zu denken. Aber man spürt doch den Geist und den tie- fen Sinn der neuen Zeit, deren Forderungen auch für Holland zwingend sind.
Krieg getreten sind. Wenn nun Polen trotz des Atlantik-Manifestes und trotz der anglo-amerika- nischen Literatur über die Freiheit der Völker keine Gewißhett über sein Los nach dem Kriege erlangen kann, so muß das den anderen Völkern zu denken geben. — Der Madrider „ABC" schreibt, der Kreml poche auf seine materielle Macht und seine Nützlichkeit für die demokratischen Verbündeten in diesem Krieg. Stalin wolle den Demokratien seinen Willen aufzwingen, wobei er nur die Machtansprüche der Sowjets im Auge habe. — Der Londoner Korrespondent von „Svensko Morgenbladet" meldet, daß Moskau sich nur mit einer kommunistischen polnischen Regierung zufrieden geben werde. Sowohl in London als auch in Washington werde eine fieberhafte Tätigkeit entwickett, um den Riß zu schließen. Sowjetische Kreise in London aber seien der Auffassung, daß die polnische Emigrantenorganisation zu Kreuze kriechen und um Entschuldigung bitten müsse.
Zwischenfälle zwischen Sowjets und Polen in Iran.
Rom, 28. April. (Europapreß.) Nach Abbruch der Beziehungen zwischen Moskau und den polnischen Emigranten in London haben sich in Iran zwischen den in^die Sowjetarmee emge- q l i e d e r t e n P o l e n und den Sowjets Zwischenfälle ereignet, wie „Messaggero" berichtet. Die Erbitterung der polnischen Soldaten soll sich sogar in Schießereien gegen die Sowjetabteilungen Luft gemacht haben, die die Polen überwachen.
„Angsterregende Wirklichkeit" Flämische Schriftsteller sahen die Stätte des jüdischen Massenmordes.
Brüssel, 28. April. (DNB.) Drei belgische Schriftsteller, die die Massengräber von Katyn besichtigt hatten, schilderten der Presse ihre Eindrücke vorn Grabe der 12 000 polnischen Offiziere. Die Leichen lagen, so sagte der flämische Schriftsteller Philip de Pillecijn, wie getrocknete Feigen m einem Korb in zwölf schichten übereinander aus- geftapeU, jede Schicht zu etwa 300 Leichen. Die Hände der meisten Leichen sind auf dem Rücken gebunden. Wir sind, so schloß er, von dieser Reise, mit einem gewaltigen Ab scheu vor dem Bolschewismus zurückgekehrt. Auch der Präsident der Wallonischen Kulturgemeinschast, Hudermont, verbarg nicht sein Grauen vor den entsetzlichen Methoden der bolschewistischen Mörder: „Der Tod der Ermordeten war fürchterlich. Die Offiziere mußten über Öen Leichen ihrer Kameraden in der Grube Platz "^Der"flämische Dichter Vercnocke schrieb: „Es kann nicht geleugnet werden: Vor unseren Augen liegt eine ang st erregende Wirklichkeit.
Europa durchschaut de« jüdischen Verschleierungsversuch.
Vas Echo auf den Abbruch der Beziehungen zwischen der Sowjetregierung und len polnischen Emigranten. - Das klare Eingeständnis der jüdisch-bolsche- wistischeN Blutschuld von Katyn.
Keine Ausflucht, kein Vorwand in der Welt kann die Tatsache verwischen, daß hier gegen alle völkerrechtlichen und menschlichen Rechte polnische Offiziere von ber' GPU. abgeschlachtet und in riesigen Gruben versteckt wurden. Gegenüber diesen Tausenden von Toten ist keine Lüge mehr möglich. Fragt man, was Bolschewismus ist, dann gibt es eine alles umfassende Antwort: Geht euch vergewissern bei der Totengrube von Katyn."
Oer Webrmachibenchi.
DRV. Ausdem Führerha-lptquartier, 28. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Am Kuban-Vrückenkopf wurden zahlreiche Angriffe des Feindes im Zusammenwirken mit der Luftwaffe abgewiesen. An der übrigen O st - front fanden nur Kampfhandlungen von örtlicher Bedeutung statt.
zwischen an der Ostfront bewährt, bei Stalingrad „ihre Pflicht jns zum äußersten getan" und seine Flieger sind wiederholt ebenfalls rühmlich in den Wehrmachtberichten erwähnt worden. Die Kroaten haben seit je auf der Seite der abendländischen Zivilisation gestanden und stehen auch heute' in dieser Verteidigungsfront. Ihrer Bekräftigung dienten, wie die Reihe der Zusammenkünfte, die der Führer mit den Staatschefs der mit Deutschland verbündeten europäischen Nationen hatte, auch die Besprechungen mit Kroatiens Poglavnik. Auch in diesen Besprechungen kam die Einmütigkeit im Denken und Planen und das volle gegenseitige Vertrauen zwischen den Verbündeten zum Ausdruck. Das tapfere kroatische Volk ist entschlossen, an der Seite der Achsenmächte sein junges nationales Staatswesen mit all seinen Kräften zu verteidigen, um ihm in einem von der Bedrohung durch Bolschewismus und Plutokratie endgültig befreiten Europa die Stellung zu verschaffen, die ihm zukommt.
Oer poglavnik wieder in Agram.
Agram, 29. April. (Europapreß.) Der Poglav- nik empfing sofort nach feiner Rückkehr die Mitglieder der kroatischen Staatsregierung. In der kroatischen Presse wird die Entschlossenheit des kroatischen Volkes, im Kampf für den Sieg der europäischen Ordnungsmächte alle feine Kräfte elit= zusetzen, nochmals zum Ausdruck gebracht. ,
Hier liegt die Aufgabe für uns Frauen. In unseren Häusern, in unserer Umwelt soll klare reine Luft herrschen, kein Raum soll darin sein für haltloses Geschwätz, für schleichende Gerüchte! So sehr wir uns von einem übertriebenen Optimismus, von unbegründeten Illusionen fernhalten, so entschieden wollen wir aber auch den nörgelnden „Kritikern" und nied erzieh end en Schwarzsehern das Wort verbieten!
Der Philosoph Rudolf Eucken sagte einmal: „Der bequemste Deckmantel der Stumpfheit ist das Besserwissenwollen des Pichtwissens, das billige Mäkeln an allem, was, eifrig und mutig vorwärts- ftrebt." Und ein anderer deutscher Denker saßt es noch entschiedener: „Gott ist nie mit. den Verzagenden und Klagenden, nie mit Jammernden, immer aber mit den Kämpfenden und den Gläubigen; die Verzweifelnden achtet er gering, doch die voll Hoffnung sind, führt ev unbeirrt." Maria Kahle.
Aen-erung der LlSA-Seestrategie
Von Konteradmiral a. D. Karl Tägert.
Holland arbeitet für Europa
Von unserem Dr. M. M.°Berichterstatter.
3n dem Schicksalsrmgen unseres Volkes ist uns stauen eine besondere Aufgabe zugewiesen wor- )>n: der Kampf mit den niedergehenden kleinen und Reinlichen Dingen des Alltags. In den großen Ent- heidungsstünden der Nation, in den Tagen, in de- rn das Heldentum der Front und auch die Bedroht, bit der ganzen europäischen Kultur erschütternd dt uns aufstcht, da versinkt alles, was schwach und ilbstsüchtig im Volke lebt. Im Alltag jedoch wächst t, hoch, und das Menschliche, allzu Menschliche berückt oft den zuversichtlichen (Sinn., Da werden terüchte heimlich herumgetragen, da haben die Schwarzseher und Besserwisser das Wort, immer och. Es gibt ja Naturen, die eine geradezu kränkste Lust am Negativen haben, die stets in die Stimmung einer tapferen, gefunden, frohgemuten (ntfchloffenheit hinein mit ihrem: „Ja — aber" — i mmen.
DRV. FührerhaupkquarNer, 28. April, fer Führer empfing am 27. April den Slaalsfüh- nr des unabhängigen Staates Kroatien, Dr. Ante ^aoelic, zu einem Besuch im Führerhaupt- Martier. Der Führer hatte mit dem poglavnik lefprechungen über die politische ind militärische Lage des gemeinsamen Limpfes der Achsenmächte gegen den Bolscherois- rus und die englisch-amerikanischen plukokratien. fte Unterredungen, an denen der Reichsminister >6 Auswärtigen von Ribbentrop und der foalische Außenminister Dr. Budak sowie Ge- tzralfeldmarschall Keitel und General V e g i c Hinahmen, verliefen im Geiste des herzlichen Ein- Vrnehmens und der Freundschaft des Reiches zu im jungen kroatischen Staat und seinem tapferen folte. Dr. pavelia brachte die Entschlossenheit des kroatischen Volkes zum Ausdruck, an der Seite der ; Achsenmächte die Freiheit des unabhängigen Kroa- L fi:n zu verteidigen und alle Kräfte für den kom- Ipiomifetofen Sieg der Dreierpaktmächte über die fmeinfatnen Feinde einzusehen.
An der Zusammenkunft im Führerhauptquartier rühmen auch der deutsche Gesandte in Agram, Kasche, und der deutsche bevollmächtigte General in Kroatien, Glaise von hor^stenau, teil.
I Berlin, 28. April. (DNB.) Das europäische desse-Echo auf den „Abbruch" der Beziehungen lpischen der jüdisch-bolschewistischen Moskauer Re- vierung und den polnischen Emigranten ist in jeder Ansicht eindeutig. In Europa läßt sich niemand Riin den in Moskau regierenden Juden tauschen, 'tie Drahtzieher der Sowjetregierung können auch "rch euren solchen echt jüdischen Trick die Blut- >uld an den Mordtaten im Walde von Katyn cht verschleiern. Es wird heute niemanden mehr öeh, der nicht in diesem „diplomatischen Akt^ das :re Eingeständnis der ungeheuerlichen Metze eien r jüdischen GPU.-Henker an den polnischen liegsgefangenen und Zivilinternierten sähe. „Popolo di Roma" schreibt: „Der Abbruch N entschlossenen Willen der Sowjets, den Kneg r Vernichtung der geistigen und materiellen Gu- i Europas bis zum Aeußersten fortzusetzen. Die mdlungsweise der Sowjets sei die eines Moers, der mit Drohungen jeden fernhalte, der flch M nähere. Nicht weniger abscheuerregend fei ie- ch auch das Verhalten Englands. Wiedenrm be- ye England einen Verrat, nur um das Bunvms it der Sowjetunion zu retten, , ungeachtet de dhmach, die es damit auf sich ladt. Auch „Agenzia Befani" erklärt: „Don dem demütigen Warten in Mablanca bis zur jetzigen Verabschiedung des po - ichen „Botschafters" erlitten der britische Stolz und -- nordamerikbnische Eitelkeit eine Reche von Bergungen, wie sie in der Geschichte der bei Miet beispiellos dastehen. Stalm weiß, daß er das Mfer in der Hand hat und bedient slch seinen <!chewlstische Regime 'gesicht seinen Opfer öfteres Recht als nur den Tod und seinen °een nur das Recht zum Schweigen zu. Zum er 'hunen der ganzen Welt wollen England und die W. diese Moskauer These annehmen. Diese Tat- 'che ruft vor allem bei denfemgen Volkern E^rsta - itn hervor, die sich noch tn der Jllusl n 6 » K'rgen von England und den USA- 9egen ch oftische Ausschreitungen verteidigt ZU werden. A - Lichts der Gräber von Katyn, der Dercwschledu g
Polnischen „Botschafters" und dere stgm Hcü ffig der Engländer und Nordamerikane Men Nationen nicht schwer fallen, dasg„ Z M dieser Täuschung selbst ZU erkennen.
. Auch der „Pester Lloyd" bezeichnet das Dorgeh k' Bolschewiken als -in Schulbe.sp.°l für d-- «ä Weise, wie sich die Somieks ihr Verhältnis zu
Nachbarstaaten »orstellen Dorum aehe dieser ,E nicht nur die unmittelbar B-ttoff vit' auch ganz Europa an. — Dle öurklichZ ch
Uus" sogt: Durch den polnisch-russischen »d> nun die Stellunq der A-na-lsochsen seht P ® denn einerseits ist für sie dos groste Prob^m k Liquidierung des Krieges, *mie »Äs unmöglich ist: anderseits L ^Völker- >>-m im ersten Weltkrieg zum Symbol -er v Wit geworden, für die die Engländer in o-n
Staaten zur Zeit rechnen können, haben eine Wasserverdrängung von je 1100 bis 1475 Tonnen, starke Armierung und verfügen über Fahrtstrecken von 10 bis 14 000 Sm. Dazu treten noch sechs sehr beachtliche U-Kreuzer von je 2000 bis 2700 Tonnen, deren einer, „Argonaut", bei den Kämpfen im Südwest- pazifik als versenkt gemeldet wurde. Die Geschwindigkeit wird bei allen Einheiten mit 17 bis 18 Seemeilen angegeben.
Das ist eine U-Flotte, mit der sich allerhand anfangen läßt. Auch Stützpunkte in günstiger Entfernung von den japanischen Nachschublinien sind vorhanden. Aber große Schwierigkeiten wird es machen, diese letzteren richtig zu besetzen. Die japanischen Küstengewässer dürften stark gesichert sein, und außerhalb von ihnen sind die möglichen Reiserouten so mannigfach, daß ein systematisches Ab suchen bei den gratzen Entfernungen wenig Aussicht auf Erfolg bietet.
Für die Operationen bleibt im wesentlichen übrig, daß man die U-Boote auf die Nähe des Kampfgebietes konzentriert. Hier aber sind nun wieder, ganz besonders im Südwestpaziftk, die namgafori« scheu Verhältnisse sehr ungünstig. Weite Seestrecken sind nur unvollkommen vermessen. Man behilft sich dort oft damit, daß man nach der Farbe des Wassers navigiert, Helle. Stellen als Untiefen vermeidend, eine primitive Art, die nur bei Sonnenschein durchführbar ist. Ankern ist bei den manchmal sehr großen Wassertteien oft auf weite Strecken ausgeschlossen, Aufgrundlegen der Boote wird bei den spitzen Korallenböden leicht gefährlich. Dazu kommen wenig erforschte, oft ganz unvermutete starke Strömungen. Die Rudeltaktik, mit der wir so große Erfolge haben, wird in diesen unsicheren Gewässern kaum anwendbar sein. Der ganze U-Boot-Krieg wird ein sorgfältiges Netz von Beobachtungs- und Nachrich- tenftationen brauchen, und ob sich diese einrichten lassen, scheint bei der eingehend durchdachten Der- te-tung der japanischen Stützpunkte zweifelhaft.
Die Vereinigt en Staaten sind eben zur See d i e schwächeren geworden. Wenn sie den ursprünglich beabsichtigten Kampf um die Seemacht verschieben wollen, bis ihre Schlachtflotte die Verluste wieder aufgefüllt hat, so werden sie dulden
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Rotterdam, April 1943.
Die Holländer konnten es sich leisten, langsam zu denken. Ihr Reichtum gestattete es ihnen. Das Leben in der Heimat und in den Kolonien ging seinen Gang und warf die nötigen Prozente ab. Das war für viele von ihnen die Hauptsache. Höhere Ideale hatte man nicht. Man wollte gut leben. Zu diesem Zweck war man fleißig. Man nutzte alles aus, was zur Verfügung stand: Das Land zu intensiven Kulturen, das Wasser in Gestalt von unzähligen Kanälen, den Wind, den man die vielen Mühlen treiben ließ, und den immerhin beträchtlichen Rest überseeischer Besitzungen und Beziehungen für mancherlei Genüsse. Man verschloß sich auch nicht technischen Neuerungen, denn auch sie dienen schließlich dem Zweck, Aufwand zu sparen und die Leistung zu erhöhen. Dabei hielt man am Alten fest, immer im Hinblick auf den praktischen Nutzen. Für die große Vergangenheit an sich hatte man nicht viel Sinn. Man war wohl stolz auf sie, aber die größte Berühmtheit verdankte Rembrandt in Amsterdam, „seiner" Stadt, unter der heutigen Generation der Tatsache, daß die Straße, die nach ihm benannt ist, der Mittelpunkt des modernen Dergnügungslebens wurde, und an den Admiral de Ruyter, einen der größten See Held en, der die Briten so vernichtend aufs Haupt schlug, erinnerte man sich in der Oef- fentlichkeit möglichst wenig mit Rücksicht auf die geschäftlichen Beziehungen zu England.
Das Geschäft mit England und im Schatten Englands mit Ueberfee war überhaupt der Angelpunkt holländischer Gedanken, soweit sie über die Grenzen des eigenen Landes hinausgingen. Man hatte sich in der bürgerlichen Wohlhabenheit damit abgefunden, daß man ein Handlanger geworden war. Man verdiente ja dabei. Es bedurfte schon einer so eindringlichen Anschauungslehre wie der des Krieges mit allen feinen Begleiterscheinungen, um die Holländer aus ihrer politischen Lethargie aufzurütteln und auch ihnen vor Augen zu führen, daß England der Feind Europas ist und daß ihr Land nun einmal zu Europa gehört. Dieser von den harten Tatsachen bewirkten unvermeidlichen Umschulung hilft der Wirklichkeitssinn der Holländer ein wenig nach.
Noch ist der Prdzeß im Gange. Englische Terrorangriffe auf die Küste, z. B. auf Rotterdam, haben manchen holländischen Britenfreund in sich gehen


