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führunZ bedingt sind, die das gesamte deutsche Volk erfaßt. Mänyer aller Altersklassen und Beamte,

er!

Enttäuschte Gummisucher im Urwald des Amazonas.

Europa dem Bolschewismus.

Oie USA. bereit, alle Ansprüche der Sowjets zu erfüllen.

Berlin, 28. März. (DNB.) In längeren Aus­führungen nimmt Reichsminister Dr. Goeb bels in der WochenzeitungDas Reich" Stellung zu vermeintlichen Ungerechtigkeiten, die im Verlauf dieses Krieges sich bemerkbar machen. Der Artikel Vom Unrecht im Krieg" spricht auch Erscheinungen an, die mehr oder weniger durch die totale Krieg-

System, welches zulasse, daß schnelle Schiffe zwangs­läufig in einem langsamen Geleit führen und da­durch eine leichte Beute der feindlichen Unterseeboote

Aus dem Reich.

Sondermarken zum Mihrer-Geburtsta-

Universitäten des Mittelalters.

Von Dr. Karl Weicherrmayr.

Man darf die Universitäten des Mittelalters nicht mit den heutigen vergleichen, weder nach der Form noch nach dem Inhalt. Die mittelalterlichen Universitäten hatten nicht die Aufgabe, die For­schung weiterzutreiben oder- junge Menschen für bestimmte Berufe auszubilden. Alle dort gelehrte Wissenschaft erschöpfte sich in der Auslegung und Aneignung überkommener Bücher, und es gab Ma­gister, die oft jahrelang über ein und dasselbe Buch lasen. Wohl berief man Gelehrte als Lehrer, Aerzte, Stadtschreiber, Richter und dergleichen in mancher­lei Aemter, vielfach forderte man für solche Aemter auch schon den Besitz akademischer Grade, aber der Studiengang wurde dadurch kaum beeinflußt, ge- schweige denn darnach ausgerichtet.

Die ersten deutschen Universitäten entstanden im 14. Jahrhundert, und zwar durch förmliche Grün­dungen der Kaiser, der Päpste, der Landesfürsten und der Städte. Jedeerliche" Wissenschaft sollte hier eine Stätte finden. Es blieb bei v i e r Fakul­täten, der Theologie, der Jurisprudenz, der Me­dizin und der Artisten heute nennen wir sie Philosophen.

Da strömte ja auch allerlei Volk aus allen Län­dern den Universitäten zu, begeisterte Bannerträger des Geistes und Vagabunden, Knaben und alternde Männer, reiche Gdelleute mit Bedienten und arme Schlucker. Ohne Unterschied wurden Lehrer und Scholaren in die Matrikel eingetragen. Auch Bür­ger, Schreiber, Buchdrucker und Kaufleute bewarben sich darum, denn als Mitglieder und Untertanen der Universität unterstanden sie einer eigenen akademi­schen Gerichtsbarkeit und was wohl noch ver­lockender war waren weitgehend von Lasten 'unb Steuern befreit.

Rur wohlhabende Scholaren hatten ihre eigene Unterkunft. Die vielen anderen fanden in sogenann-

Oie Mobilmachung des ganzen Volkes. Sonderführer und Beamte kehren an die Front zurück.

Anläßlich des 54? Geburtstages des Führers gibt die Reichspost sechs Sondermarken heraus, die bei größeren Postämtern vom 13. April bis 15. Juckt vorrätig gehalten werden. Der Entwurf des neuen Wertzeichens stammt von dem Münchner Künstler Professor Gottfried Klein unter Ver­wendung eines von Professor Heinrich Hoff­mann aufgenommenen Lichtbildes des Führers» (Presse-Illustrationen Hoffmann. Scherl-B ilderdiensö- Autoflex.)

Regierungsreferendare als Kriegsteilnehmer.

Regierungsreferendaren, die zum Kriegswehr­dienst eingezogen-sind oder eingezogen waren, wird diese Zeit bis zu 18 Monaten auf den dreijährigen Vorbereitungsdienst angerechnet. Die Beschäfti­gung während der Vorbereitungsdienstes und die zweite Prüfung, die große Staatsprüfung, werden für diese Referendare besonders geregelt.

Oie Hochschulen bleiben geöffnet.

an an­

der mittelalterlichen Universitäten gegen chn er­heben, der Lroße deutsche Arzt poch? als einer der ersten Wegbereiter vernehmlich an ihre Tore und heischt nicht im wohlgesetzten Latein, sondern auf gut deutsch im Namen der Menschheit Einlaß für die neue Erkenntnis einer neuen wahrhaften Wissen­schaft, der er dient. In dem Bavaria-FilmPara­celsus", der das Schicksal des großen deutscbeu Arztes zum Inhalt hat, ist das Bild einer mittel­alterlichen Universität wahr und eindrucksvoll ge< staltet.

alslebenswichtig" zugesprochen. Der alte Traum von der Beherrschung der Dardanellen, der schon unter dem Zarismus geträumt wurde, soll jetzt unter Stalin zur Wirklichkeit werden.

Wenn aber die Bolschewisten und warum soll­ten sie es nicht tun? auch noch den Rest des europäischen Kontinents fürlebenswichtig" an- fehen sollten, dann gibt ihnen Herr Davies einen guten Tip: die noch verbleibenden Staaten könnten sich jafreiwillig" dem Sowjetsystem on- schließen. Wie das gemacht wird, hat die Welt ja in den baltischen Staaten erlebt Die Praktiken der GPU. haben in dieser Beziehung noch nie versagt. Wenn der Ruf kommunistischer Parteianhänger nach dem Anschluß an das Sowjetparadies noch nicht genüge, dann würdenWahlen" organisiert, bei denen, wie in Lettland, bis zu 120 v. H. Wähler­stimmen abgegeben wurden, in der Wahlurne lagen also mehr Stimmzettel als Wähler vorhanden waren. Was aber sagen die USA., was sagt Eng­land zu diesen GPU.-Mechoden? Herr Davies, ein Kenner Moskaus, gibt die Antwort:Das wird uns zweifellos nichts a n g e h e n", erklärt dieser Vorkämpfer derDemokratie" Rooseveltscher Prä­gung.

20 Lahre italienische Lustwaffe.

Rom, 28. März. (DNB.) In einer Ortschaft Mittelitaliens nahm der Duce nach einer Feier des 20. Jahrestages det Neubildung der italieni­schen Luftwaffe auf einem Militärflugplatz die Pa­rade neuer Waffenformationen ab und wohnte Hebungen mit neuen Waffen bei, mit denen die italienische Luftwaffe ausgerüstet wurde. Reichs­marschall Göring hat an den Duce ein Glück­wunschtelegramm gesandt. Der Duce habe sich in der italienischen Luftwaffe ein Instrument geschaf­fen, das unter Führung des unvergeßlichen Mar­schalls B a l b o in stürmischem Aufstieg Spitzen­leistungen vollbracht hübe. Der Reichsmarschall er­innert an, ben Langstreckenflug über 55 000 Kilo­meter des Oberstleutnants Pinedo im Jahre 1924, gedachte dann der Schnelligkeitsweltrekorde des Majors de B enard i und des Oberfeldwebels Agello im Jahre 1926, ferner der Atlantik-Ge­schwaderflüge sowie des Höhenweltrekordes des Oberstleutnants P e z z i im Jahre 1937. Schon bei der Eroberung Abessiniens und im Spanien­feldzug habe die italienische Luftwaffe gezeigt, zu welchen kämpferischen Leistungen sie fähig ist. Der Reichsmarschall würdigte fetner die treue Waffen­brüderschaft der faschistischen Flieger an der Seite der deutschen Luftwaffe im Freiheitskampf des europäischen Kontinents.

Amerikas Interesse im Nahen Osten.

Ankara, 28. März. (Europapreß.) Der neu-

Anekdoten um Max Reger.

Regers Klavierspiel im Forellenquintett vor* Schubert begeisterte ein musikliebende Dame der­art, daß sie dem Meister anderen Tags ein paar Forellen ins Haus schickte. In seinem Dankschreiben erwiderte Reger, er werde sich erlauben, rm nächsten Konzert das Ochsenmenuett von Haydn zum Vor­trag zu bringen.

Reger war einmal bei dem Dichter Richard Voß, in dessen Landsitz Villa Bergfrieden bei Berchtes­gaden zu einer größeren Gesellschaft eingeladen. Es ging dort etwas sehr feierlich und gesittet zu. Plötz­lich sagte Reger lautBabb" vor sich hin. Auf die erstaunten Blicke der Tischgesellschaft erklärte er: Ach wissen S', man hat mir erzählt, hier könne man nicht einmalBabb" sagen; da habe ich es halt mal probieren wollen!"

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Einer befreundeten Familie schickte Reger einmal eine Photographie von sich./Der Zufall wollte es, daß sie diese Aufnahme schon besahen, und zwar in einer sehr hellen Kopie, während das neue Bild sehr dunkel im Ton war. Die Freunde machten fid) das Vergnügen, beide Bilder nebeneinanver aus einen Karton aufziehen zu lasten. Als man Reger bei einem späteren Besuch die beiden Bilder zeigte, schrieb er barunter: Max Reger vor und dem Bcwe.

unsere Frauen und unsere Jugend sind den Reihen der kämpfenden Front angeschlossen.

Die Wehrmacht hat mik der gebotenen Selbstoerstänolichkeit aus ihren Reihen ebenfalls viele Kräfte für den Dienst an der Front frei gemacht. Für den Aufbau einer geordneten Ver­waltung besonders in den besetzten Gebieten be­nötigte man seinerzeit z. B. zahlreiche fachlich vor­gebildete Männer, die als Sonderführer auf Kriegsdauer eingesetzt wurden. Nachdem der Aufbau der Verwaltung beendet war und auch auf Offiziere und Beamte der Wehrmacht z u r ürk g e g r i f f-en werden konnte, die durch Verwundung oder Krankheit aus dem Frontdienst ausscheiden mußten, wurden diese Sonderführer und Beamte a. K., denen in ihrer Sonderstellung ein allgemeiner Offrziers- rang zuerkannt worden war, immer mehr wieder herausgelöst. Sie traten dann wieder z u ihrer Truppe zurück und damit als Gefreite, Unter­offiziere unb Feldwebel in ihren Kameradenkreis an der Front. Dieser Ablösungsprozeß ist noch nicht abgeschlossen. Der Wiedereinsatz im soldatischen Dienstgrad bedeutet keineswegs eine Degradierung, sondern ist eine kriegsbedingte und zeit gebotene Notwendigkeit; jeder dieser Männer tut als Soldat überall, wo er hingestellt wird, seine Pflicht.

Lissabon, 27.März. (Europapreß.) Berichte über die Lage der Roosevelt-Gummisucher im bra­silianischen Amazonasgebiet und über ge­wiße Spannungen, die zwischen den brasilianischen Behörden und den Nordamerikanern in der Hafen­stadt Belem de Para entstanden, liegen jetzt von Reisenden vor. Danach soll der Umschlagplatz für Ama.zonas-Gummi nowamerikanisches Militär erhalten. Die bisherige brasilianische Garnison habe den Erwartungen der zur Kontrolle der Veiffchiffun- gen eingesetzten nordamerikanischen Offiziere nicht entsprochen. Die brasilianischen Soldaten wären z. B. nicht tn der Lage gewesen, einen Brand an Bord des nordameri'kanischen SchiffesColumbia" zu ver­hindern, desgleichen Brandstiftungen in Lagerschup­pen, die Mitte Februar vollständig, ausb-rännten. Dabei habe es sich um Sabotageakte der Gummi- ucher gehandelt, die voller Enttäuschung und Halb

verhungert aus dem Amazonasgebiet nach Belem zuruckgekehrt feien. Die Entsendung der Arbeiter­massen in den Urwald zur beschleunigten Gummi- aewinnung habe sich als überstürzte 'Unb kopflose Maßnahme herausgestellt. Es feien nicht genügend Vorbereitungen getroffen worden, um die Unter­kunft dieser Menschen und ihre Arbeit unter erträg­lichen Bedingungen zu gewährleisten. Die sanitären Einrichtungen wären ganz unzureichend, die Lebens­mittelversorgung geradezu schlecht. Unter den Folgen des mörderischen Klimas hätten auch die Nordame­rikaner sehr zu leiben. Mehrere USA.-Jngenieure feien bereits schwer erkrankt abtransportiert wor­den, während ein USA °Major wegen einer Ver­wundung in die Heimat zurückgeschickt worden wäre, die er sich bei einem Zusammenstoß mit Schauer­leuten in Belem zuzog.

S üo ck h o l m, 27. März. (DNB.) Ein Interview, das der frühere USA.-Botschafter in Moskau, Jo­seph Davies, einer amerikanischen Zeitschrift gab, bringt mit kaltem Zynismus zum Ausdruck, daß die jüdischen Plutokraten in Nordamerika wie in England die Absicht hoben, ganz Europa dem Bolschewismus auszuliefern. Davies findet es ganz n a t ü r l i ch", daß die Sowjets als Kriegs­beute zunächst die Gebiete fordern, die sie im vori­gen Krieg verloren haben also auch das ganze Gebiet des ehemaligen Polen, zu dessen Wiederher­stellung England angeblich die Waffen ergriffen hat. Dazu gehört ferner Finnland, um dessen Schicksal im Winter 1939/40 die ganze angelsächsische Welt bittere Tränen vergoß. Dazu gehört auch das Bal­tikum, obwohl England und Amerika für dieFrei­heit der kleinen Nationen" zu kämpfen Dorgeben.

Darüber hinaus aber, so meint Davies, werden die Bolschewisten die Länder fordern, die siefür ihre Sicherheit" als wichtig ansehen. Dar­unter kann man sehr viel verstehen; wenn Moskau halb Europa in diesem Sinne fürwichtig" hält, wollen die Nordamerikaner also nicht wider­sprechen. Als ob es sich um die gleichgültigsten Dinge von der Welt handelte, werden den Sowjets Hafen im Mittelmeer wie im Pazifik

Medina und Dschidda eine regelrechte Verfassung gewährte. Er fördert durch planmäßiges Forschen nach Wasservorkommen die Belange der Beduinen, andererseits macht er sie in Siedlungskolonien seß­haft, auch die Pilgerunternehmungen nach den heui­gen Stätten haben seine Unterstützung. Bereits 1926 stellte er Lastwagen in ihre Dienste und seit 1928 sogar Flugzeuge, für die später- in Dschidda eine besondere Fliegerschule errichtet wurde. Heute ver­binden Kraftwagen in drei Tagen das Rote Meer mit dem Persischen Golf, während die Kamelkara­wanen 35 Tage benötigen. Eine besondere Pflege hat der Rundfunk in Arabien gefunden, wohl nicht zuletzt mit Rücksicht auf den starken Pilgerstrom, der sich normalerweise mit 100 000 Menschen jährlich in das Land ergießt. Durch den Krieg ist er natür­lich stark zurückgegangen, da die Mohammedaner aus Indien und von den Sundginseln ausbleiben.

Einen gewissen Ersatz für die entgehenden Ein­nahmen bildet die Erschließung der Erdölgebiete am Persischen Golf, gegenüber dem berühmten Erb- ölaebiet auf den englischen Bahrein-Inseln. Vorsich- ngerweise hat sich Ibn Saud hierfür nicht an die Engländer gewandt, sondern an die Amerika­ner. Die von ihnen begründete California Arabian Standard schickte 400 Techniker, die bereits 1939 mit Hil e arabischer Arbeiter es zu einer Oelgewm- nung von über einer halben Million Tonnen Erdöl brachten. Die USA. haben hiermit in Dorderasien eine beachtliche Posiition gewonnen. Da sie gleichzeitig wiederum hauptsächlich auf dem Oelmarkt m dem benachbarten Iran vordringen, so erhält das Land zwischen dem Roten Meer und dem Persischen Golf nicht nur neue Reizpunkte, man wird auch ge­spannt sein dürfen, wie sich die USA. und England auseinandersetzen.

ley, wird nach Informationen aus Kairo das po­litische Gegengewicht der Vereinigten Staaten zu dem britischen Kabinettsminister in Kairo, Casey, ein. Der USA.-Gesandte in Kairo, Kirk, sagte, daß '>ie Hauptaufgabe Hurleys darin liege, dieTätig­keit der verschiedenen nordamerikanischen Stellen im Mittleren und Nahen Osten zu Koordinieren', um der nord amerikanischen Einflußnahme größeres Gewicht zu geben und die Interessen der USA. wirksamer als bisher zu sichern".

Eine Schar lahmer Enien."

Die Schwierigkeiten des Geleitzugshstems.

Lissabon, 28. März. (DNB.) Ein englischer Seemann fragt imDaily Mirror": Welcher Eng­länder wisse denn überhaupt, was ein moderner Unterseeboot-Krieg bedeute. Manchmal scheine es ihm, als ob weder die Regierung noch die Admira- lität sich einen rechten Begriff von der "Größe der Gefahr machten. An amtlicher Stelle in London lebe man offenbar noch in der Einbildung, daß die Unterseebootangriffe mit denen des Weltkrie­ges vergleichbar wären. Dem fei aber nicht so, denn wo im ersten Weltkrieg jeweils nur einzelne Unter­seeboote Handelsschiffe angriffen, führten heute ganze U-Boot-Rudel ihre Operationen mit großem Erfolg durch. Die Geleitzüge wüßten sehr gut, wann der Feind sie ausgemacht habe, doch feien sie hilflos, da zuviele langsame Frachter im Geleitzug führen und sich sämtliche Schiffe an deren Höchstgeschwindigkeit halten müß­ten. Deshalb fei es auch für jeden Geleitzug schwer, der Gefahr zu entrinnen. Er gleiche einerSchar lahmer Enten, die jedem Angriff preisgegeben feien. In der britischen Handelsmarine gerate man allmählich über die Gedankenlosigkeit der zuständi­gen Stellen in London in Wut. Die Handelsmarine werde niemals zufrieden sein können mit einem

ten Bursen gegen ein entsprechendes Wochengeld Unterkunft und Verpflegung Diese Bursen waren nichts anderes als Pensionäre, zum Teil großartige Stiftungen, oft aber auch Prioatunternehmungen dürftig besoldeter Lehrer, die lediglich auf Gewinn ausgingen. Es gab bürgerliche Surfen und solche für.Edelleute". Jene fürganz Ärme" hatten zur besseren Unterscheidung ihren eigenen Namen und hießen Koderien. Alle Bursen unterstanden der Aufsicht der Universität. Ein ausführliches Bursen­statut regelte mit peinlichen Vorschriften ihre Haus­ordnung. Sie nützte indessen nidjt viel. Die Vor­steher mochten froh sein, wenn die Studenten nach Torschlußnur'' durch die Fenster entwischten, drau­ßen dem Abenteuer nachjagten und in den Kneipen zechten. So hielten sie die Zuchtlosigkeit wenigstens der Burse fern. -

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Man ging auf die Universität, um Grade zu erwerben. Denn mit diesen Graden waren nicht nur Rechte der Universität, wie das Recht der Lehr­tätigkeit, verbunden, sondern auch mancherlei Vor­rechte ähnlich den Privilegien des Adels. Mit aka­demischen Graden konnte man sich zumindest als Kanzleischreiber eine solide bürgerliche Existenz gründen, aber auch zu einflußreichen Stellungen und gewinnbringenden Geschäften berufen werden. Es gab drei Grade: bin Baccalaureus, den Lizenziaten, den Magister ober was dasselbe war den Doktor. Diese Grade wurden von den Fakultäten nach öffentlichen Prüfungen, die 14 Tage dauern konnten, feierlich verliehen. Als Symbol der Doktor­würde galt der Doktorhut. Baccalaureus konnte man mit 17, Magister mit 21 Jahren werden.

Alle Magister und Doktoren hatten das Recht, ordentliche Vorlesungen zu halten. Allerdings war ihnen nicht nur das Buch vorgeschrieben, übet dqs gelesen werden sollte, sondern auch der Ort, die Zeit, der Kommentar, die Glosse. Ferner ob und wieviel dabei diktiert/ ob aus dem Heft vorgetra­gen oder wenigstens ein Gedächtniszettel benützt werden konnte. Und die Kleidung. Die Dok-

Die deutschen Hochschulen werden nicht geschlossen. Nur dort, wo durch Einberufungen der Lehrkräfte oder etwa durch 'Zerstörung von Einrichtungen der Hochschulen der Lehrbetrieb beeinträchtigt werden könnte, soll die eine ober andere Disziplin fort- fallend wenn nicht eine volle Leistung im Unterricht der Hochschule garantiert bleibt. Die Hochschulen werden in Zukunft nur so viele Studierende auf­nehmen, wie Lehrkräfte und Lehrmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Die bisher an den Hochschulen eingetragenen Studierenden werden einer erneuten Auslese unterzogen, um dieewigen Studenten" einer rm Augenblick wichtigeren Arbeit zuzuführen und auch solche Studenten und Studentinnen für die Dauer des Kriegs vom Studium zu beurlauben, deren Lei- , f tun gen oen erhöhten Anforderungen einer konzen­trierten Arbeit während des Krieges an der Hoch­schule nicht gewachsen sind. Grundsätzlich foU auch das Frauenstudium nicht behindert werden, jedoch werden die Arbeitsämter Frauen, die in anderen Berufen tätig waren und sich erst jetzt zum Studium melden, nicht mehr dafür freigeben. Es wird Wert darauf gelegt, daß die studierenden Frauen dazu beitragen, die beträchtlichen Lücken im männlichen Nachwuchs auszufüllen. Diese Lücke im Nachwuchs für alle akademischen Berufe, die schon vor dem Krieg bestanden hat, war der Hauptgrund, daß das Studium an den deutschen Hochschulen auch wäh­rend des Kriegs fortgesetzt wird und auch Soldaten' die Möglichkeit zum Studium durch Studienurlaub ober durch die Sonderförberung für Kriegsteil­nehmer geboten wurde. Die Hauptaufgaben des akademischen Studiums und der Lehr- und For­schungsarbeit der Hochschullehrer sind durch die Be­setzung neuer Gebiete, durch die Anforderungen auf technischen, maturwisfenschastlichen, medizinischen und auf wirtschaftlichen Gebieten noch größer gewor­den, nicht zuletzt gegenüber1 den Geisteswissenschaf­ten, die die Grundlage für-die Erforschung und Be­wertung auf zahlreichen anderen Arbeitsgebieten geben müssen. Die Hochschullehrer sind überbies in großem Umfange für die Betreuung ber studieren- den Soldaten und im Dienste der Wehrmacht tätig. Eine Unterbrechung ihrer Arbeit, besonders auch der freien Forschung, kann, so ist die Auffassung der zuständigen Stellen, während des Krieges und ge­rade im Kriege nicht verantwortet werden.

Meine politische Nachrichten.

Der Führer hat für den verstorbenen -deutschen Botschafter in Madrid, Hans Adolf von Moltke, ein Staatsbegräbnis angeordnet. Der Staatsakt findet am Montatz, dem 29. März, in Berlin statt.

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Der Bey von Tunis, Mohammed el Monset Pa« scha Bey, empfing am Freitag aus Anlaß des mw hammedanischen Festes Mulud en Dadi die Ver­treter der Achse in feierlicher Audienz. Dem Emp­fang wohnten Prinzen der Regierungsfamilie, die

ernannte persönliche Beauftragte Roose- durch en velts für den Nahen Osten, General Hur-1 würden.

toren trugen Mantel und Barett. Für die Scho­laren wurde dererliche Studentenmantel" gefor­dert, ein langer Mantel mit Gürtel und Kapuze, der tunlichst bis auf die Knöchel herabgehen und keine Schlitze an den Seiten haben sollte. Mode­torheiten der Studenten' führten zu zahlreichen Verboten. Diese Verbote blieben jedoch im allge­meinen ebenso erfolglos wie die vielen Erlasse gegen das Waffentragen, den Wirtshausbesuch, das Kar­ten- und Würfelspiel, gegen Unfug, Exzesse und Ge­walttaten. Nicht einmal die strenge Aufsicht konnte die.üblichen Saufgelage und Schlägereien verhin­dern. Das Duell kannte man nicht. Auf Beleidi­gungen wurde sofort und ohne jede Formalität zu- geschlagen. Die Studenten waren der Schrecken der Bürger, und in ihrem wüsten Treiben ging ein un­verhältnismäßig hoher Prozentsatz der Scholaren unter und verdarb.

Dennoch verließen alljährlich brauchbare, für den Dienst der Kirchen, Schulen unb Verwaltungen ge­eignete junge Menschen die Kollegien und wurden allmählich ein neues Element btr bürgerlichen Ge­sellschaft. Dieser Beitrag der Universitäten für die Entwicklung einer Zeit, in der die gelehrte Bildung kaum verbreitet und fast ausschließlich das Vorrecht des Klerus war, soll nicht übersehen werden.

Für den Fortschritt der Wissenschaft dagegen, haben sie wenig aetan. Hartnäckig hielten sie an den Lehrzielen unb Lehrmethoden ihrer Anfänge fest, unb an der Engstirnigkeit ihrer Gelehrten scheiterte jeder Versuch einer Reform.Wir sehen", klagt der Geschichtsschreiber der Medizinischen Fakultät in Wien,den Baccalaureus, ben Lizentiaten, den Doctor Medicinae des Jahres 1490 noch ganz in derselben Gestalt, noch ganz mit denselben Büchern, Kenntnissen und selbst Sitten, wie wir ihn im Jahre 1390 verlassen haben".

..Er" ist auch siebenunddreißig Jahre später noch derselbe, als ihm Paracelsus an der Rheinbrücke zu Bafel den Kampf ansagt und dem alten medizini­schen Dogma seine wahre ärztliche Kunst entgegen­hält. Mag sich mit den Baseler Gelehrten der Geist

Japans Stellung im Pazifik.

Genf, 27. März. (DNB.) Die LondonerTimes" befürchtet, daß sich die Japaner in den eroberten Gebieten so fest einrichten, daß man sie nicht daraus werde vertreiben können. Die An- sicht, daß Australien einem langen und schweren Krieg ausgesetzt sein werde, sei durch die La^e den pazifischen, burmesischen und chinesischen Fri ten völlig berechtigt. Die Japaner bauten viele Flugplätze auf dem Jnselbogen nördlich von Austra­lien. Man - müsse auch bedenken, baß die japanische Luftwaffe zahlenmäßig stärker ijt als die australi­schen und USA.-Stasseln -unb ihre Flugzeuge aus ben Fabriken in ein paar Tagen an die burmesischen ober pazifischen Fronten fliegen können,^ für den Transport von Flugzeugen aus den USA. oder England nach Austtalien aber viele Wochen nötig seien. Die jetzigen japanischen Aktionen deuteten auf die feste Entschlossenheit hin, Australien und Neuseeland von den Lieferungen aus dem Mutter­land und den Vereinigten Staaten abzuschneiden. Durch das Abschneiden der Burma-Straße könne Dschungking nur tropfenweise Waffen und Muni­tion erhalten, die Operationen Tschungkings seien daher zum Stillstand gekommen. Auch im besetzten China festige der Feind seine militärische und wirt- schaflliche Stellung und versorge seine Armeen aus den reichen eroberten Gebieten.

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