Einzelbild herunterladen

Ichließlich der Krieg von 1939 von seinen Ur­hebern nicht Zuletzt herbeigeführt, um eine inner- europäische Einigung zu verhindern dramatisch in das Rad der europäischen Geschichte eingegriffen. Oie politische Initiative der Achsenmächte und dann die Gewalt der Waffen, der sich das Verständnis der Völker anschloß, haben eine europäische Front rascher hergestellt, als dies je erwartet wer­den konnte. Fast über Nacht waren die Brandherde ausgelöscht, die den fremden Gewalten so oft zur Entfesselung blutigen Strestes unter den Völkern gedient hatten.

Diese neue innereuropäische'Stabilität, die geistig am Alten haftende Elemente nur noch stören, aber nicht mehr ins Wanken bringen können, wurde als­bald vor die große gemeinsame Kampfaufgabe ge­stellt, dem Ansturm des Bolschewismus zu begegnen. Dieses gewaltige Ringen ist zu einer europä­ischen Bewährungsprobe weitgreifendster Ausmaße geworden. Die tapfere Jugend nahezu -sämtlicher europäischer Völker auch solcher, die nfcht^als kriegführend im staatsrechtlichen Sinne an die Seite des Reiches getreten find hat sich unter ' den Fahnen des Lebenskampfes gegen den Osten gesammelt und beginnt mit ihrem Einsatz eine ganz neue? feste psychologische Grundlage für die neuge­wonnene politisch-militärische Front Europas zu schaffen. Ein junges Geschlecht wächst heran unter Taten und Erlebnissen, die dem gemeinsamen Schick­sal gewidmet sind. Diesem kämpferischen Einsatz der Jugend schließt sich der Arbeitsbeitrag her Schaffen­den der europäischen Völker an, der durch eine wirt­schaftspolitische Verflechtung nie gekannten Aus­maßes in besonderer Weise die Entwicklung eines neuen Gemeinschaftsgefühles fördert.

Heute freilich stehen wir nun bereits in einer weiteren bedeutsamen Phase der europäischen Entwicklung: war die Ausräucherung der feindlichen Krankheitsherde am europäischen Körper ein Akt politischer Initiative der Achsenmächte, das gemein­same Antreten gegen den Bolschewismus ein Kampfentschluß aus allgemein menschlichem Instinkt heraus, dem die Sympathie jebes selbstbewußten Volkes auch ohne besondere geographische Bestim­mung gewiß sein müßte, so läßt der jetzige Zeit­punkt des Strieges, in dem sowohl die Briten wie auch die Amerikaner sich mit lauten Worten zu einem Ueberfall auf die Küsten Europas vorbereiten, ein kontinentales Interesse der europäischen Rationen noch ausgesprochener in den Vordergrund treten. Die Wahnsinnspläne der internationalen Mächte, die sich in Wallstreet wie in Moskau glei­chermaßen auf das Judentum gründen, und die mit alttestamentarischer Verblendung einebedingungs­lose Uebergabe" Europas erstreben, um es zerschla­gen und seine Völker ausrotten zu können diese Tollhausabsichten gemeingefährlicher Irrer sagen den europäischen Völkern deutlicher als es politische Thesen oder diplomatische Protokolle vermöchten, worum es bei dieser spezifisch kontinentalen Kampfaufgabe geht.

Trotz aller Versuche der hinausgewiesenen jüdi­schen. Giftmischer, aus der Ferne immer wieder mit ihren schmutzigen Fingern in das europäische Leben hjneinzugreifen, hat auch diese Situation die noch so junge europäische Front nicht zu verwirren ver­mocht. Die Küsten Europas sind heute zur Le­benslinie für alle Völker dieses Kontinents ge­worden, zu einer Linie, an der sich erweisen wird,' daß diesealte Welt" wi-eder jung und stark ge­worden und in ihren Soldaten und Arbeitern Trä- 'ger fester uüd klarer Ueberzellgungen ist.

Ihr innerer Antrieb ist dabei das Bewußtsein, diesen Angreifern gegenüber, ähnlich wie im Osten einen Lebenskampf zu führen denn die Zerstörung alles dessen, was Europas eigenes Leben begründet, steht auf dem Panier der Ameri­kaner und Briten nicht weniger als auf dem ihrer ' sowjetischen Genossen, wenn freilich auch Zweifel daran erlaubt sind, ob die amerikanischen und eng­lischen Untertanen von der Notwendigkeit eines Kampfes recht überzeugt sind, in den sie von ihren jüdischen Machthabern gesandt werden. Die Er­fahrungen jedenfall-- die ihnen bei jeber Art von militärischem Exp.i nt bevorstehen, werden für diese verblendeten und als Kanonenfutter miß­brauchten Völker sicher blutig und schmerzlich/ sein, vielleicht aber sind sie deshalb auch in einem höhe­ren Sinne heilsam.

Für Europa und ferne'innere Einheit jedenfalls bringt - die gegenwärtige Situation und die Art, wie .wir ihr begegnen, eine Vollendung der Ent­wicklung zum Kontinent und die Erfül­lung dieses Begrsffes nicht mit einem aktuellen

Heftige Durchbruchsversuche der Bolschewisten am Kuban-Vnickenkops zum Scheitern gebracht.

Der Wehrmachiberichi.

DBB. Aus dem Führerhaupkquartier, 27. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gib) bekannt:

Gegen die O ft front des Kuban-Brücken­kopfes traten die Sowjets gestern mit mehreren Divisionen zu heftigen Angriffen an. Unsere Trup­pen, von Kampf- und Rahkampffliegergeschwadern der Luftwaffe unterstützt, schlugen den Feind im Gegenangriff zurück und brachten die immer wieder­holten Durchbruchsversuche des Gegners zum Schei­tern. Die Bolschewisten erlitten hohe blusige Ver­luste und verloren mehr als 40 Panzer.

Im Finnischen Meerbusen lief ein sowje­

tisches Unterseeboot auf eine deutsche Minensperre und sank.

In den Gewässern der Fischerhalbinsel versenkten schnelle deutsche Kampfflugzeuge ein feind­liches Frachtschiff von 1500 SRI. und warfen ein Küstenfahrzeug in Brand.

An der O st f r o n t wurden gestern 6 3 Sowjet- flugzeuge bei fünf eigenen Verlusten a b g e - schossen.

Im Mittelmeerraum vernichtete die Luft­waffe am 25. und 26. Mar 29 britische und nord­amerikanische Flugzeuge, darunter 13 viermotorige Bomber.

Vor der nordafrikanischen Küste wurde gin feindlicher Zerstörer in der Rächt vom 25. auf 26. Mai durch Bomben schwer getroffen.

Um die Luftherrschaft im Pazifik.

Tokio, 27. Mai. (Europapreß.)Wir alle füh­len, daß der Ausgang des Krieges in den Kämpfen dieses Jahres entschieden wird", erklärte Konter­admiral Y a n o , Chef des Marinepresseamtes, am Flotte Mag.Die Verschärfung der Luftschlachten im Pazifik, die von so entscheidender Bedeutung sind, daß Großadmiral Yamamoto persönlich in der vor­dersten Front an ihnen teilnahm, ist dadurch ver­ursacht worden, daß die USA. sich von den schweren Schlägen der ersten Monate des Krieges erholt haben. Ihr Ziel ist es, heute durch schrittweises Vorschieben von Luftbasen die Luftherrschaft im Pazistk an sich zu reißen und dann Japan zur Ent­scheidungsschlacht herauszufordern. Rund um die Grenze des neu entstehenden Großostasiens ent­brennen täglich neue harte Kämpfe. Die Behaup­tung 'der Herrschaft, zur See und zur Luft wird einen wesentlichen Faktor in der Entscheidung des Krieges bedeuten."

Japanische Marineeinheiten ans dem Jangtse.

Schonghai, 28. Mar. (DNB. Funtspruch.) Nach Räumung zahlreicher Minensperren auf dem Jangtse-Fluß zwischen Tuntingsee und Schaschi trafen die ersten Einheiten der japanischen Marine in Schaschi ein. Die Nachricht davon hat in Tschungking in Zusammenhang mit der Entwicklung der Operationen in den Provinzen Hunan und Hupen. Befürchtungen um das Schicksal Tschung-

kings ausgelöst. Auf einer Pressekonferenz gab der Armeesprecher zu, daß tatsächlich eine Gefahr für Tschungking bestehe.

Die japanische Offensive in Mittel-China.

Tokio, 28. Mai. (DNB. Funkspruch.) 30 00Q. Mann Tschungking-Truppe'n, zu denen auch die. Elite der 18. Armee des Feindes gehört, find südlich Jchang eingekesselt. Die Tschungking-Streitkräfte, die von den vorgeschobenen Verteidigungsstellungen zurückge­drängt worden waren, sind jetzt in Gefahr, zwischen den von Norden und Süden vorgehenden japanischen Armeen lahmgelegt zu werden. Die japanische Ko­lonne, die Myangkwan, einen wichtigen feindlichen Befestigungspunkt südwestlich Jchang, besetzt hatte, hat sich nordwärts gewandt und den zügellosen Rück­zug der feindlichen Streitmacht abgeschnitten. Die ja« panischen Streitkräfte haben den Chingkiang-Fluß überquert. Ein starker japanischer Verband hat den Jangtse von Jchang aus überschritten, und Putaishan, südwestlich Jchang, besetzt. Die feindlichen Streitkräfte wurden durch den japanischen Flankenangriff aufge­rieben. Andere japanische Verbände haben 8000 Mann der feindlichen Truppen in der Stadt Lochian südwestlich Jchang aufgerieben und die Stadt nach schweren Kämpfen besetzt. Die japanischen Verbände verfolgen den Feind, der in das Bergland von Hungyushan und Süikaoshan floh.

militärischen, sondern auch mit bleibendem poli­tischem und geissigem Inhalt.

Was uns heute als Erschwerung dieses geschicht­lichen Prozesses erscheint: daß er mit der Härte eines Weltkrieges, mit blutigen Opfern nicht nur der Soldaten, so.ndern auch der von Bomben be­drohten Zivilbvölkerung, mit den schwierigen und ernsten Gesetzen einer totalen Kräftemobilisierung verbunden ist das wird eine spätere Geschichts­schreibung ganz anders werten, denn sie wird er­kennen, wieviel Fragen des Zusammenlebens sich leichter und angemessener lösen, wenn eine solche harte und von jedem getragene Bewährungsprobe öo raus gegangen ist; sie wird würdigen, was es bedeutet, daß jedes Volk Europas die Chance er­hielt, durch tapfere Bewährung, durch entschlossene Leistung unabhängig von den politischen Sünden einstiger Machthaber und von Irrwegen vergange­ner Zeiten sich den ihm würdigen Platz in der Völkerfamilie des Kontinents zu sichern.

Nach bestandener Gefahr wird Europa erst voll erkennen, was es einst entbehrt hat und dann be­sitzen wird: die Sicherung eines tätigen Lebens, frei von britischer Bevormundung, amerikanischer Wirtschaftsdiktatur, von sowjetischer Bedrohung, frei von der Furcht vor jüdischer Vergewaltigung, Aus­deutung und Kriegshetze; den Anteil an Gütern, die dem zerrissenen Europa versperrt waren, aber dem geeinigten offenstehen werden; die freie Entfaltung und den Wettbewerb der Leistung unter allen Völ­kern des Kontinents ohne die Trabantenpflichten chaotifcher Koalitionen und schließlich all die Per­

spektiven, die wir heute nur als Bilder einer lich­ten Zukunft zu ahnen vermögen.

Wer das Geschehen unserer Tage in dem Rahmen solcher Erkenntnisse und Ausblicke beurteilt, erhält den rechten Maßstab für die geschichtliche Entwick­lung, die auf dem europäischen Kontinent- unauf­haltsam ihren Weg geht, und die uns zum Voll­strecker ihrer Forderungen gemacht hat im Kampf gegen jene, die im Banne eines jüdischen Weltherr­schaftswahnes uns niedertreten wollen, und dabei nach blutiger Erfahrung erkennen werden, daß Eu­ropa nicht nur der Eckpftziler der bisherigen mensch­lichen Kulturentwicklung war, sondern daß seine schöpferische Leistung auch die Zukunft der Mensch­heit bestimmen wird und erst am Anfang ihrer größten Entfaltung steht.

Die Solidarität Europas.

Sauckel und Laval vor der Presse in Paris.

Paris, 27. Mai. (DNB.) In der deutschen Bot­schaft in Paris sprachen der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz in Deutschland, Gauleiter Sauckel, und der französische Regierungschef L a - v a l zur Presse. Gauleiter Sauckel bemerkte, daß dieser Winter und dieses Frühjahr für Deutschland und die mit Deutschland verbündeten Völker und für Europä überhaupt sehr schwer und sehr hart geroefeu sind, und doch konnte das Material der deutschen Wehrmacht total ergänzt werden. Deutschland bringt mit seiner Wehrmacht und mit seiner Arbeit bewußt

Labour-Abordnung nach Moskau.

Englands Politik bestimmt der Kreml.

Von Unserer Berliner Schriftleitung.

Der Kulissenwechsel in Moskau in Gestalt der Auflösung der Komintern hat die britische Labour- Partei insofern in besondere Schwierigkeiten ge­bracht, als auf der zu Pfingsten bevorstehenden Jahresversammlung über einen neuen Antrag der britischen Kommunisten auf Aufnahme in die La- bour-Organisation verhandelt werden muß. Man spricht in London ganz offen davon, daß Mitglieder der Exekutive der Partei eine baldige Konferenz wünschen,' um die Frage des Anschlusses der briti­schen Kommunisten im Lichte der Auflösung, der Komintern zu überprüfen. Das Hauptquartier der Labour-Partei hat sich zu dieser Meldung noch nicht geäußert, doch wird sein Schweigen, wie Reu­ter berichtet, durch die hitzige Debatte in politischen Kreisen wettgemacht. Diejenigen Leiter der Labour- Partei, die für eine Konferenz der Exekutive sind, sollen,bie Ansicht vertreten, daß bei der Pfingst- tagung'bie Abstimmung über den kommunistischen Antrag unentschieden ausgehew wird, und daß die neugeschaffene Lage mit aller Dringlichkeit von der Exekutive bereinigt werden müsse, die bisher immer in Opposition zu der kommunistischen For­derung nach Anschluß stand. Es ist auch, immer nach Reuter, der Vorschlag gemacht worden, eine Abordnung nach Moskau zu senden, um die poli- tische Lage zu erörtern, die in Großbritannien durch die Auflösung der kommunistischen Inter­nationale entstanden ist.

Soweit die Reutermeldung. Sie spricht Bände. Denn sie beweist "wieder einmal, daß England unter Churchills Führung vom Bolschewismus bereits so abhängig ist, daß man sich in Moskau Richt­linien und Ratschläge für die britische Politik holen muß. Das ist die erste praktische Auswirkung der Auflösung der Komintern in London: Kreml-Juden bestimmen, was in England geschieht.

nicht nur für sich, sondern auch für Europa die größten Anstrengungen auf, um den Sieg zu er­ringen. So zwingt die Allmacht des Schicksals die europäischen Völker und Manschen, eine bessere Form der Solidarität zu finden, als sie vor Jahren in der verlogenen Weise des marxistischen Judentums den Völkern oorgespielt wurde. Laval erklärte:In dem großen Drama von heute kann Frankreich weher passiv noch gleichgültigTileiben. Das Blut der deutschen Jugend fließt im Osten und anderswo, um dem Bolschewismus den Weg zu verlegen. Frank­reich muß seinen B e i t r_a g bringen, um denen zu helfey, die das abwenden wollen, was die- größte Gefahr ist, nämlich den Bolschewismus. Frankreich ist nach wie vor ein besiegtes Volk, aber ich will, daß wir durch unsere Haltung, unsere Taten und unseren Willen dazu gelangen, daß wir ein Land werden, das freidereuropäischen Ge- staltung beitritt. Hierbei kommt es allerdings nur auf Taten an."

Europa oder Ostasien?

Stockholm, 27. Mai. (Europapreß.)Daily Telegraph" schreibt zu der Frage, ob der ostasiatische oder der europäische Kriegsschauplatz wichtiger sei, man dürfe es nicht als einenselbstsüchtigen briti­schen Wunsch" auffassen, den nächstgelegenen Feind zuerst zu bekämpfen. Die Frage, wie denn nun die Streitkräfte der Achsengegner verteilt werden sollen, sei eine rein militärische und keine politische An­gelegenheit. Wenn entschieden werde, daß der euro­päische Krieg den Vorrang haben müsse, ergebe sich eine Reihe von Fragen. Könnten dann Australien, Indien und Tschungking aushalten? Würde Japan während der Kämpfe im Westen seine ostasiatischen Positionen so ausreichend konsolidieren, daß es späterhin nicht mehr vertrieben werden könne?

Chilenisch-argentinischer Wirtschaftspakt.

Lissabon, 27. Mai. (Europapreß.) Der Bau der Transanden-Eifenbahn wird Anfang 1944 beendet sein, erklärte der argentinische Botschaf­ter in Santiago de Chile. Die einstweilen noch ge­heim gehaltenen Bedingungen des geplanten Wirt­schafts praT t e s zwischen Argentinien und Chile sehen diesen Bau vor. Nach Aussage des argentini»

Mausi.

Von Margarete von Olfers.

Vater kennt Mausi noch gar nicht. Er ist im Kriege, und Mausi ist erschienen, als er .in den dunklen Tagen und Nächten hoch oben am Eismeer Wache hielt. Gerade in der Weihnachtsnacht, als allerschönstes Weihnachtsgeschenk, kam Mausi, denn ihr könnt euch denken, daß Vater und Mutter nach ihren fünf Buben sehr froh waren, ein kleines > Mädchen zu bekommen.

Und weil sie schon bei ihrem Erscheinen dem Vater dort oben in der Dunkelheit rote ein Freu­densternchen in das Herz leuchtete, bestimmte er, daß sie Stella, Stern, genannt werden sollte. Die fünf Brüder aber, die in Anwesenheit des Vaters die Erziehung und Betreuung der kleinen Schwester sehr energisch in die Hand nahmen, fanden Stella viel zu feierlich für dieses runde rosige Etwas, sie nannten es Mauseschwanz oder Mauserings, und schließlich wurde Mausi daraus, und dabei blieb es. Der Vater hörte in den Briefen der Buben nur von der Mausi. Mutti kommt mit ihrem Sternenkind gar nicht dagegen auf. '

Mausi ist ein zu wunderbares Geschöpf, Vater staunt immer, was sie nicht schon alles mit einem halben Jahr kann. Danach wird sie gewiß schon ganz fix und fertig, eine erwachsene junge Dame sein, wenn er in eynem Jahr auf Urlaub nach Hause kommt.

Jetzt rutscht sie schon auf dem Teppich herum und richtet sich von selbst an einem der brüderlichen Beine auf und kann stehen. Wer ist stolzer darüber, der zehnjährige Walter oder Mausi selbst? Das ist schwer zu entscheiden. Mit einem Jahr kann Mausi gehen, und seitdem ist kein Halten mehr; sie kommt eines Tages die Treppe herunter, nicht freiwillig, durchaus nicht, sie rollt wie ein Knäuel in ihren Strickböschen von Stufe zu Stufe und landet im Hausflur. Glaubt ihr, daß sie geschrieen - hätte? Nein, gar nicht! Der Vater kann stolz auf sie sein, sie ist eine richtige Soldatentochter und quittiert den unsanften Abstieg mit einem erstaunten:Bums".

Im übrigen pflegt sie ihr Erscheinen mit einem zufriedenen:Dais" oderMaudais" anzu­kündigen. Wenn man dann gerade etwas Wichtiges zu tun hat, Strümpfe zu stopfen ober Schularbei­ten zu machen, muß man sich hüten aufzusehen. Wer

aufsieht, ist der Zauberin Maudais verfallen. Wenn sie vor einem steht mit ihrem runden rot­backigen Gesicht, den Grübchen, dem roten Märllchen mit den weißen Zähnchen, den hellen Härchen, die wie Sonnenstrahlen schimmern, wirft man ganz ge­wiß die wichtigste Arbeit fort und nimmt Mausi in die Arme.

Ja, wie wird denn der Vater, der so schon eine Schwäche für hübsche junge Damen hat, mit ihr fertig roerhen? Das muß er sich sehr da oben über­legen, wo er so viele häßliche alte Lappenweiber zu sehen bekommt!

Er kaust der kleinen Tochter eines Tages ein rot- gefüttertes Käppchen aus Seehundsfell, sehr niedlich ist das, er hält es lange in der Hand und denkt daran, daß darin ein^Kopfchen mir Haaren,wie Sonnenstrahlen" stecken soll, das Köpfchen seiner Mausi, die er noch nie gesehen hat. Er schnitzelt ihr eine Herde von Renntieren und einen kleinen Schlit­ten und fragt sich, ober er ihr das wohl bald wird bringen können, vielleicht zu Weihnachten, wenn sie zwei Jahre alt wird? Mausi, die unterdessen auf dem Schoß der Mutti am Schreibtisch sitzt, besieht sich oft ein großes Bild von einem Soldaten. All­mählich kennt fi^ es genau, sagtVatter" und zeigt mit ihrem Finger darauf: .Dat, Vatter", das wird ein Begriff, aber es entsteht der Irrtum, daß jeder Soldat, den sie auf der Straße sieht, ihrVatter" ist, und das ist ihr auch nicht auszureden. Die mei­sten Soldaten haben ja auch aar nichts dagegen, von so einem niedlichen kleinen Mädchen, das ihnen in die Arme gelaufen kommt,Vatter" genannt zu werden. Sie lachen nur sehr darüber, und Mutti muß dann auch lachen. Das alles erfährt der Vater da oben im Norden aus ihren Briefen.

Eines Tages sitzt Mausi draußen auf der Ve­randatreppe. Es ist Sommer, unten blühen die Rit­tersporne, unter denen das kleine Mädchen wie in einem blauen Wald spazieren gehen kann. Mausi sitzt da, braun wie eine Haselnuß in ihrem roten Spielhöschen, sie hat ein großes Marmeladenbrot in der Hand und ißt sehr zierlich daran, nur ihre Nasenspitze hat einen großen Marmeladentupfer ab­bekommen. Ihre Augeni so blau wie der Ritter­sporn in der Sonne, sehen ahnungslos träumend in die Ferne.

Da kommt jemand durch die Gartentüre, ein Sol­dat kommt, mit Sack und Pack beladen, ein riesen­großer, und kommt geradewegs auf Mausi zu.1

Dat", sagt sie freundlich,Vatter". Der nickt und setzt sich neben Mausi äuf die Treppe. Ueber diese Annäherung ist die junge Dame offenbar ein wenig erstaunt, sie sieht mit ihren ritterspornblauen Augen lange in das Gesicht des Soldaten. Er lächelt auf sie herab.Gibst du mir ein Küßchen, Mausi?" fragt er sie und streichelt ihr seidenweiches Haar. Mausi zögert, aber sie läßt sich erweichen und stuppst ihm das Marmeladennäschen neben einem feuchten Küßchen ins Gesicht.

In diesem Augenblick kommt Mutti auf die Ve­randa und mit ihr zwei der Buben, der Klaus und der Heini. Wie aber wird es Mausi, als sie die Mutti seligen Lautes aufschreien hort und sehen muß, wie die Mutti dem fremdenDaten" in die Arme sinkt, und was fehlt nur Klaus und Heini? Sie führen einen wilden Jndianertanz vor lauter Freude auf und reißen den Soldaten fast um. Ganz fassungslos aber ist Mausi, als schließlich dieser Sol­dat im Triumph in das Haus geleitet und von allen fünf Brüdern aus einmal umlagert wird, während Mutti überhaupt kein Auge mehr für ihr liebstes kleines Mousikind hat! Da steht es verlassen mit finsterem Gesicht auf der Schwelle des Zimmers und ist nicht zu bewegen, näher zu kommen. Einen Vatter", einenDaten" will sie offenbar nicht in der Intimität des Hauses haben; auf der Straße ist das ganz nett und auf dem Bild auf Muttis Schreibtisch, aber hier ... Und die tapfere Tochter, die nie brüllt, das Soldatenkind bekommt es mit der Angst, es sperrt das Mäulchen mit den Mause­zähnchen weit auf, und nun geht es los: Wut, Ent­setzen, Gekränktheit, alles ist in dem Gebrüll, das nun anhebt.Ja aber Mausi, e6en warst du doch so lieb und hast mir ein Küßchen geschenkt?" fragt der Vater und streckt den Arm nach seiner Tochter aus.Ach das war nur für den fremden Soldaten", lacht Mutter und holt Mausi, die nach manchem Schluchzen still wird und über die Schulter weg auf den Vater schielt.

Der nimmt etwas aus der Tasche heraus.Das ist ein Remitier", sagt er und stellt es auf den Tisch und noch eins und noch eins, eine ganze Herde und ein Schlitten mit Püppchen hinterher.Alles für Mau?" kommt es nun zögernd über ihre Lippen, und es wird langsam näher gerückt, und bald sitzt sie auf Vaters Schoß. Und wie er sichs so oft ge­träumt hat, das Köpfchen mit dem Haar wie Son­nenstrahlen streift weich seine Wange, große blaue Augen heben den Blick.voll köstlichem Vertrauen in

die seinen, und das Zueinandergehoren ist auf ein­mal da. Aus dem SammelbegriffDat" undVat­ter" ist nun bewußtVati" geworden und eine ganze Welt von Liebe in dem Wort beschlossen. Mausi wird sogar der Mutti ein bißchen untreu, und von der Höhe des väterlichen Armes sieht sie stolz auf die fünf Brüder herab.

Drei ganze Urlaubswochen werden so mit dem Vati verspielt und verlacht. Dem Glücklichen schlägt kxine Stunde, und der Mausi schon gar nicht, für sie gibt es nur eine ewige Seligkeit ... Und wenn sie abends todmüde ins Bettchen gelegt wird und noch­mal schlaftrunkenVati" gemurmelt hat, fängt das Spiel am nächsten Morgen von neuem an, sehr früh sogar schon, muß ich leider verraten. Dann, wenn der Vater gerade am schönsten schläft, kommt es patsch, patsch an sein Bett.Da is ..." Wer denn? Ein kleiner Eisbär, hoch vom Norden? Das kalte Schnäuzchen eines Robbenkindes? Vater träumt noch vom Eismeer, an dem er Wacht hält, aber aus dem Traum weckt ihn die zärtliche Stimme:Vati? Spielen?" Und das weiche weiße Bärchen kriecht in sein Bett hinein, und das Spielen geht los, und wenn Mausi müde wird, das Er­zählen ...

Aber eines Morgens, als Mausi angetappft kommt und an Vatis Bett steht, ist es leerkein Vati mehr da. Als er nachts mit Mantel und Tor­nister noch einmal an Mausis Bettchen stand, schlief sie so fest, lächelte nur ein wenig und steckte schmat­zend den Daumen ins Mäulchen, vom Abschied ahnte sie nichts.

Aber am nächsten Morgen sucht sie auf und ab im Haus, klingt ihr Sümmchen klagend:Vati Vati". Hat er sich wie so manchesmal versteckt? Sie sucht sogar unter seinem. Schreibtisch,Vati?", und sieht in den Papierkorb.

Als Mutti sie aber auf den Schoß nimmt und zu erklären versucht, daß der Vater fortgefahren ift kommt zum ersten Mal der Schotten eines Kum­mers in das nachdenkliche Gesichtchen.Vati weg" Man muß es tragen in dieser harten Zeit, aber es ist schwer, wenigstens für die ersten beiden Tage, die im Kinderleben so viel bedeuten, wie zwei Jahre für Erwachsene.

Einem aber, der in der Dunkelheit des Nordens Wache hält, funkelt tröstlich ein Sternchen am Him­mel wie ein Gruß aus der Heimat.Da is .." funkelt er,Maudais, Dati?"