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bereiteten ihnen eine kleine Freude.
Lotte Bingmann-Oroese stellt in Dresden aus.
Lpd. Auf Grund der bisherigen Erfahrungen wird darauf hingewiesen, daß die Behebung leichter Fliegerschaden dadurch erheblich beschleunigt werden kann, wenn die eingesetzten Facharbeiter, wie z. B. Glaser und Dachdecker, von allen zeitraubenden Nebenarbeiten weitestgehend durch die Bevölkerung entlchtet werden. Die Mitwirkung der Bevölkerung hat sich im Rahmen der Selbsthilfe, Hausgemeinschaftshilfe oder Nachbarschaftshilfe zu vollziehen, wobei die Gemeinschastshilfe unter Leitung der Luftschutzhauswarte tätig wird.
Der Beschleunigung der Glaserarbeiten dient es vor allem, wenn sämtliche Fensterflügel mit zerbrochenen Scheiben ausgehängt und deutlich sichtbar mit Namen, Anschrift und Bezeichnung des Zimmers versehen werden, aus dem sie stammen. Dabei ist Bleistift, nicht Tintenstift, zu verwenden. Gleichzeitig sind Scheiben- und Kittreste sauber zu
der ängstlich nach dem Revolver schielt. „Aber die hole ich dann nicht wieder heraus." versichert ihm Dos Passos mit ernster Miene.
Je-crois-en-Dieu begreift, daß der Arzt nicht spaßt. Und plötzlich gibt er nach. Er grinst listig. „Nix schießen, mon fröre! Wir beide große Zauberer _ wir gut Freund!" meint er würdevoll.
„Siehst du, so gefällst du mir. Wir beiden wollen gute Freunde werden, und darauf trinken wir jetzt." Dos Passos holt eine Whiskyflasche und haut ihr mit dem Lauf des Revolvers den Hals ab, dann reicht er sie dem Häuptling: „Prost!"
An der vom Sächsischen Kunstverein in Dresden vom 24. April bis 23. Mai auf der Btühlschen Ter-^ rasse veranstalteten zweiten FMHjährsausstellung 1943 ist auch die seit Jahren in Gießen ansässige und schaffende Malerin Lotte Bingmann- D r o e s e mit einer größeren Kollektion neuer Arbeiten vertreten. Ihre Bilder, zum Teil aus der jüngsten Zeit stammend, hauptsächlich figürliche, daneben auch landschaftliche Motive, insbesondere aus
Au« aller Wett.
Fünf Regenbogen bei blauem Himmel.
Eine außergewöhnliche Himmelserscheinung
Das Passos sagt: ,/Sie sehen, meine Herrschaften, daß Je-crois-en-Dieu in der Zeit, die er unter den Weißen verbrachte, außer der Sprache noch eine ganze Menge anderer Dinge gelernt hat."
Lewis beobachtet immer noch mit verschlossenem Gesicht Vffgima und Dos Passos. Als Virginia seinen^ Mick spürt imb ihm zulächelt, schaut er wie ein ertappter Schuljunge weg und tut, als beschäftige er sich angelegentlich mit dem Zeichenblock, den Rubber neben ihm auf den Knien hält. Mit schnellen Strichen zeichnef der Journalist ein sprechend ähnliches Porträt von Dos Passos. Jetzt ist die Zeichnung fertig und Rubber setzt ein spielerisch verschlungenes Fragezeichen darunter. Nachdenklich sieht Lewis von der Zeichnung auf Dos Passos, der ■in seinen Erläuterungen fortfährt. „Ich habe nun der Verwaltung einen Vorschlag Je-crois-en-Dieus zu unterbreiten. Der Dschungelhäuptling verpflichtet sich, von jetzt an die Verwaltung in jeder Form zu unterstützen. Er wird in einem von uns festzusetzen- den Turnus in größeren Abteilungen alle Neger zur Station bringen, um sie dort mit Persistin impfen ZU lassen." ‘ '
Major Seegrave, Puntamarras Polizeiches, nickt Dos Passos anerkennend zu. „Trinkwasser und Proviant bringen die Neger selbst mit, außerdem-stellt uns Je-crois-en-Dieu die erforderliche Menge von Arbeitskräften zur Verfügung, um die Sümpfe trotten zu legen. Dieser Vorschlag bedeutet praktisch das Ende der Malaria."
Beifallsklatschen. „Bravo, Dos Passos!" ruft Sed- gewick. „Bravo!" ertönt Virginia Larsenstiefe Stimme. „Glänzend gemacht, gratuliere?" läßt sich der Gouverneur vernehmen.
„Einen Augenblick, meine Herrschaften! Ein Vertrag hat immer zwei Seiten", dämpft Dos Passos den Begeisterungssturm, „und Sie haben bisher nur die eine Seite gehört. Je-crois-en-Dieu verlangt für seine Leistung auch eine Gegenleistung!"
Sofort runzelt der Gouverneur seine Stirn, „Das gefällt mir nun weniger!"
„Je-crois-en-Dieu verlangt für jeden geimpften Schwarzen einen Silber-Peso!"
„Stopp, Doktor, sind Sie verrückt geworden?" braust der Gouverneur auf. „Das können ja dreißigtausend Pesos werden. Kommt überhaupt nicht in Frage. Mit Geld hätte ich die Angelegenheft auch sellsst in Ordnung bringen können."
Sedgewick haut wütend auf den Tisch. „Worum haben Sie es denn nicht getan?"
„Weil die Kolonialverwaltung es ablehnt, Verträge mit Wilden zu schließen, die etwas kosten!" sagt der Gouverneur kühl und amtlich.
Das ist für Dos Passos Gerechtigkeitsgefühl zs-
l dessen Kompositionen zwei gesungen wurden. — Mit buntem Kabarettprogramm wurden in zwei Lazaretten „Perlen der Artistik" geboten. Reim) Gaud- litz konnte eine Reihe guter Künstler vorstellen und trug felbft mit viel Humor zur guten Laune bet Die Tänzerin Anny Jung gefiel mit Matrosentanz und Krakowiak. Mit Operettenmelodien und Stimmungsliedern wartete die Operettensängerin Cäcilie Heuer auf. Gerda Ernst zeigte beste Artistik. Akrobatik und Dressur rlon Hunden durch Ella Merz, ein komisch-seriöser Drahtseilakt von Fr. Britton und der bayerische Komiker Max Lampl mit seiner humorvollen Volkskunst waren weitere Gaben des Programms. Ein Lazarettinsasse, Uffz. Lauer (Baß), sang als Einlage zwei Lieder. Marion Mühlmann hafte die musikalische Umrahmung am Flügel übernommen. — Zur Varietö-Veranstaltung der KdF. mit Kurt Engel hatte die Kreisamtsleitung der NSV. eine große Zahl Verwundeter eingeladen. Ebenso hatte das Theater der Universitätsstadt Gießen zu allen Veranstaltungen in der vergangenen Woche Karten zur Versügung gestellt. — Am Osterfest besuchten die Betreuerinnen der NS.-Frauenschaft die Verwundeten und Kranken in den Lazaretten
Ausnahme vom Kriegslohnstop
Lustschuh-Zehrgelder allgemein bis 3 M.
Nebenarbeiten durch Selbsthilfe leisten
Mithilfe der Bevölkerung bei der Behebung von Fliegerfchäden.
KroheStunden fürunfereBerwundeten
Im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda führte die NSG. „Kraft durch Freude" folgende Veranstaltungen in hiesigen Lazaretten durch: In der Turnhalle am Oswaldsgarten waren Verwundete aus allen Lazaretten zu einem Unterhaltungskonzert der KdF- Kapelle eingeladen. Unter dem Motto „O Frühling, wie bist du so schön" spielte die Käpelle unter Leitung von Kapellmeister Otto Schillinger ein erlesenes Programm. Elsa Tietjen (Sopran) und Hans Stief (Tenor) fangen Arien uyd Duette aus Operetten und bekannte Melodien aus Tonfilmen. Starker Beifall dankte den Künstlern und der Kapelle. — Mit der Vortragsfolge „Die linden Lüste sind erwacht" wurden die Insassen eines Lazaretts erfreut. Miefel Meyer (Sopran) sang Lieder von Schubert, Brahms und Schumann. Erich Meyer- Stephan (Bariton) brachte Lieder von Beethoven. Elsylvia Jäger-Grenzmer (Violine) spielte den 1. Satz aus dem Konzert d-moll von Max Bruch und Fantasie^Stücke. Drei Duette, heitere Variationen über bekannte Frühlings-Volkslieder bildeten den Abschluß. Die Begleitung der Künstler am Klavier hatte Otto Braun übernommen. — In einem Lazarett kam „Ein Frühlingskranz schöner Weisen" zum Vortrag. Gertrud Heckmann (Sopran), Mar. Norell (Sopran), Waltt. Frey (Sopran), Ehr. Hufnagel (Tenor) und Alex. Nosalewicz (Baß) gestalteten mit Liedern von Schubert, Schumann, Brahms, Cornelius und Strauß eine schöne Vortragsfolge. Dora Großmann-Niggli (Violine) spielte das Rondo in C-dur von Mozart und das Violinsolo „Aus der Heimat" von Smetana. Die Klavierbegleitung hatte Kapellmeister Wemheuer übernommen, von
träge hinaus zu entschädigen, hat der Generalbe- vollmächttgte fiir den Arbeitseinsatz mit Wirkung vom 1. Januar 1943 eine Ausnahme vom Kriegslohnstopp zugelassen. Unter der Voraussetzung, daß keine Tage- und Uebernachtungsgelder in Bettacht kommen und keine freie Verpflegung gewährt wird, .können danach in den genannten Füllen nunmehr Zehrgelder allgemein bis zu 3 RM. für den einzelnen Einsatz gewährt werden. Die Betriebe können also ohne besondere Zustimmung des Reichs- oder Sondertreuhänders der Arbeit insoweit das vorgeschriebene Zehrgeld von 1,50 ober 2 RM. auf 3 RM. erhöhen. Nach eigenem Ermessen kann der Betriebsführer, z. B. in luftgefährdeten Großstädten ober bei häufigerem Lustschutzdienst als alle zehn Tage oder bei Nachtdienst vom Samstag auf Sonntag ober bei Sonntags- und Feiertagsdienst in diesem Umfang über den gesetzlich vorgeschriebenen Betrag hinausgehen, ohne sich eines Verstoßes gegen den Lohnstopp schuldig zu machen.
töten in diesen Tagen die Einwohner der ober- . falienffchen Stadt Mendovi. Zwischen 7 und 9.30 Uhr früh zeigten sich im Lichttaum über der Ba- iLifa zu gleicher Zeit fünf intensivfarbige in vermiedenen Formen und Richtungen verlaufende Segenbogen bei wolkenlosem und blauem Himmel tnb ohne daß zuvor Regen gefallen wäre. Der Fall trtrb von Sachkundigen geprüft.
Familientragödie in Zürich.
In Zürich-Wied i ko n erschoß der 43jährige August [lamm, Verwalter einer Bankfiliale, seinen 78jähri- tn Vater, dann seine Frau, worauf er mit seiner . lütter zuisammentraf und sie ebenfalls erschoß, lann eilte er in das Badezimmer, wo. das drei- lhrige Kind gerade gebadet worden war, und erfaß'die Kleine. Schließlich ging er ins Kinderzim- f Ser, wo die beiden anderen Mädchen, Sechs- und ' Elfjährige, mit ihren Ostersachen spielten, und denen tr das gleiche Schicksal bereitete. Damm hatte so- ! dohl im Berufs- wie im Privatleben einen guten ' Sus, lebte mit seiner Familie in sehr gutem Ein- trrnehmen, litt ober seit längerer Zeit an einer farfen Ueberrsizung feiner Nerven.
Wie Sieger nach einer glorreich geschlagenen Schlacht empfängt Puntamarra die beiden Aerzte. Nachdem sie Forster Bericht erstattet haben, werden sie vom Gouverneur begrüßt und zu einer Arbeitssitzung am Nachmittag bestellt, an der die führenden Männer Puntamarras teilnehmen sollen. Als Dos Passos und Lewis ins Hygiene-Departement zurück- tommen, hat Virginia ihre Zimmer mit Blumen geschmückt. Wenige Stunden später werden viele Dankesbriefe von den Bürgern Puntamarras für Dos Passos und - Lewis abgegeben. Das Gerücht, wonach es dem neuen berühmten Arzt gelungen ist, die Dschungelneger zur Impfung zu bewegen, läuft schon durch die Stadt.
An einem für die Arbeitssitzung aufgestellten langen Tisch in der Halle des Klubs nehmen die Teilnehmer Platz. Auch Virginia ist da. Die sanfte Trauer, die eigentlich immer über ihrem Wesen liegt' ist wie weggewischt. Ihre Wangen sind gerötet sie läßt -keinen Blick von Dos Passos, der dem' Gouverneur das Dschungel-Unternehmen erläutert. „Dieser Je-crois-en-Dieu weiß genau, was er will. Er hat seinen Leuten eingerebet, die Weißen brächten die "Malaria in die Dschungel, deshalb wurde die Station immer wieder angegriffen. Warum er das getan hat, fragen Sie? Nun, mein schwarzer Freund erklärte es mir: „Solange er die Weißen aus der Dschungel fernhält, ist er unumschränkter Herrscher des ganzen Gebietes. Und das bringt auch in der Dschungel etwas ein!
Neben Virginia sitzt Bob und beobachtet abwechselnd seine Verlobte ifnb Dos Passos. Mit welch verklärtem Ausdruck sie den anderen ansieht' Er, Bob, hat um jedes Lächeln von ihr kämpfen müssen. Und welche Veränderung ist mit Dos Passos vorgegangen'. Ist dieser Mann im hellgrauen Anzug mit den tadellosen Manieren und der gewandten Sprache noch derselbe Mensch wie der urwüchsige Kerl im tarierten Buschhemd, ber die Schwarzen mit Taschenspielereien betörte?
Vom Schicksal verweht
Roman von Holla Outkelch
14 Fortsetzung. (Nachbruck verboten.)
„No, no, Amigo — nix mehr mit machen Kopf ei) — wir werden jetzt gute Freunde , destlmmt los Passos unbefangen. „Paß mal auf, siehst du dm Peso?" Der Häuptling nickt. Dos Passos fahrt Hiit ber Hand durch die Luft. „Hoppla, meg tft er. (fr hält Je-crois-en-Dieu die leere Handflache hm. öüh packt,ber Häuptling die Hand, um ZU >ehen, töo ber Silberpeso geblieben ist. „No, no, Amigo. Peso verschwunden. Was meinst du wohl, wo er ist. Unb ehe sich der Neger versieht, zieht ihm Dos Lassos mit taschenspielerischer Schnelligkeit das Geldstück aus der Nase. „Olla, olla! Da ist er ja ... Gr zupft scheinbar erstaunt einen zweiten Peso aus bm anderen Nasenloch des Häuptlings. Ganz nahe bitt er an den Schwarzen heran. „^or btos, id) ocmbe, du hast noch mehr davon in der Nase. Je-crois-en-Dieu, na? Laß doch mal sehen. Uno ein ganzer Haufen Silber-Pesos Pur»ett Hirrnnb it Dos Passos aufgehaltene Hand. Er schüttelt die Geldstücke hin und her und tut erschreckt: „Mindest s zwanzig Fünf-Peso-Stücke? Je-crois-en-Dieu, dd hast du nur das viele Geld ber.
Der Häuptling nimmt kurzerhand Dos Passos die tibftütfe ab und steckt sie in feinen Gürtel. „Ouah - sein Geld aus meiner Nase, gehören wir! Jetzt & ginnt er selbst an feiner breiten Na,e zu zupfen, Qi*er kein Peso fällt heraus. „Quah! Nix -pejos. grunzt er enttäuscht. n- „t
„Ija, fo einfach ist das ntd>t,. _
Dan muß cs eben verstehen, das Geld «P^ren feuten aw der Nase zu sieben! Er Mst leicht a dr Nase 'M Negers, und schon fallt em neue- Geldstück heraus. „Siehst du: so! Dos Passo, uill das Geld in die Tasche stecken, aber^mtt lahem Griff halt der Schwarze seinen Arm fest. „E olla L. gib her!" ruft er herrisch, „Du nur auch s°- rirt zeigen, wie du Zauber gemacht hast oo« ■ •• äißt seinen Dolch aus dem Gürtel, doch schon hat Dos Passos einen Reooler in der Sand, de ® non der Kiste mit dem Sammelsurium genommen b>t Kaltblütig sagt er: „Wenn du bubm "it mir unterhalte» willst, Je-crois-en-D.eu teff dnn Messer ein." Finster starrt ihn der chaupb k« an, aber der Arzt fahrt ruh-S stust. -Dann Iffcen wir uns an den Tisch und sprech „ «über. Wenn du es anders wMt, P°r dios, tarml °« °°n mir höchstens ein paar Kugeln m denBa « »Wert bekommen." Er legt auf den Reger an.
Vergütungen und Entschäbigungen — Fahrgelder, Zehrgelder oder Verpflegung, Tage- und Uebernach- tungsgelder, Kleid.ergeld usw. —, die der Betrieb den Lufffchutzdienstpstichtigen im Werkluftschutz, im Erweiterten Selbstschutz und im Selbstschutz gewährt, unterliegen an sich den Vorschriften über den allgemeinen Lohnstopp und sind nur zulässig, soweit sie auf den hierzu ergangenen gesetzlichen Vorschriften beruhen oder in der gleichen Höhe schon vor dem Stichtag des Lohnstopps, dem 16. Oktober 1939, im Betriebe üblich waren. Danach durfte bisher ein Zehrgeld im allgemeinen nur von 1,50 RM. gewährt werden, das sich bei zwölf Stunden übersteigender ununterbrochener Abwesenheit von der Wohnstätte auf zwei und bei 24 Stunden übersteigender Abwesenheit auf drei RM. erhöhen, konnte.
Um den Betrieben die Möglichkeit zu geben, besonders verantwortungsvollen, schweren, häufigeren oder mit besonderen Nachteilen verbundenen Luftschutzdienst über die gesetzlich vorgeschriebenen Be-
entfernen, ba sonst eine Verglasung nicht vorgenommen werden kann. Die Glasscherben vor den Häusern, auf den Sttaßen und Gehbahnen sowie aus den Zimmern sind zu sammeln und an ber Borbschwelle auf ber Gehbahn zum Ab fahren bereit zu halten. Grundsätzlich müssen bie Fenster an die Arbeitsstätten ber Glaser gebracht und mich von bort wieder abgeholt werden. Im übrigen wird bringend empfohlen, alle Doppelfenster sofort aus- zuhängen, um unnötige Glasschäden zu vermeiben und die sofortige Bewohnbarkeit der betroffenen Räume wiederherstellen zu können.
Bei Dachschäden sind die Böden sofort aufzu- räumen und die wieder verwertbaren Dachziegel, auch sofern sie nod) lose auf den Dachsparren liegen, auf den Dachböden zu stapeln. Der Schutt ist hin- unterzuttagen, nicht zu werfen.
Aus der Siadi Gieße«.
Aus uns selbst. ' .
Auch bie Heimat muß den Krieg gewinnen! Auch sie muß chre Kraft bis zum äußersten entfalten! Denn dieser Krieg ist ein „totaler"; er verlangt bie totale Heranziehung aller Volksgenossen und daher von jedem einzelnen den restlosen Einsatz äußersten Leistungswillens.
So mancher Volksgenosse wird in diesem Zusammenhang die Frage aufwerfen, ob er ber katego- nfdjen Notwendigkeit kriegsmäßiger Höchstleistungen benn auch gesundheitlich und körperlich gewachsen sem werbe. Diese Frage ist jedoch nur aus einer Einstellung heraus zu beantworten, bie der Härte bes Krieges entspricht. Der Frontsoldat wird ja vom Feinde auch nicht gefragt, ob er bie Kraft habe, ben Kampf fortzuführen. Wo der Feind sich zeigt, m u ß gekämpft werden, und jedesmal von neuem wirft ber Frontsoldat fein Leben in bie Waagschale. Wie dieser sich einsetzt, muß es jeder in der Heimat auch. Und wie der Frontsoldat über sich hinaus- chächst und seine Kraft zu immer neuen, oft schier übermenschlich erscheinenden Leistungen steigert, muß auch jeder einzelne in ber Heimat bie Krafttesirven mobilmachen, bie in ihm ruhen.
Die Frage fft zu verneinen, ob man dazu erst einmal nach Kräftigungsmitteln, nach imaginären Nervenaufbausalzen ober gar nach „kräftiger Ernährung" Ausschau halten müsse, etwa in der Vorstellung, man könne Kraft und Leistungswillen auf den Organismus Übertragen, wie elektrische Kraft auf eine Maschine. Bei mangelndem Selbstvertrauen nutzt dergleichen gar nichts; selbst kräftige, besternährte Männer, denen es an Rückgrat und festem Willen fehlt, können wie zaghafte Waschlappen wirken. Umgekehrt kann eine zartgebaute Frau ein Vorbild- persönlicher Härte sein.
Kräfte sind also in überzeugtem Selbstbewußt- sein dort zu schöpfen, wo sie Herkommen: aus uns selbst! Nur ~ ausgesprochene Miesmacher wissen von solchen Kräften nichts. Dennoch sind sie da. Jeder verfügt über Kraftreserven, die unentdeckt und vielleicht noch unentwickelt harren, eingesetzt zu werden. Jedes große Erlebnis, selbst ein vermeintlich unerttägliches, löst bie Kräfte aus zu feiner Meisterung. Und große Anfbrberungen für eine große Sache steigern diese Kräfte selbst bis zu eruptiver Gewalt.
Die Kraftquellen, die den Sieg vom Himmel her- unterreifeen können, gilt es zu öffnen. Zu dieser Gemeinschaft der Härte muß das ganze Volk zusammenwachsen. Notwendig ist dazu, daß sich jeder für diese Gemeinschaft reif macht durch körperliche und seelische Selbstzucht, die sich gerade in dunklen Ta- gert am besten bewährt und selbst die Not als kräfte- spendenden Ansporn gewinnt.
Glaube indessen niemanb, daß es genügt, lediglich gute Vorsätze zu fassen. Es kommt vielmehr darauf an, daß sich die Härte im Alltag der Arbeit praktisch offenbart, insbesondere auch in der Abwehr von Schäden, die unsere Kräfte lähmen könnten.
Wie der Frontsoldat seine Truppe nicht bürd) Nachlässigkeit, falsches Verhalten oder gar durch Leichtsinn in Gefahr bringen darf, so muß auch in der Heimat, in allen Betriebsgemeinschaften, von Kamerab zu Kamerad, eine Reihe von Sünden sehr real und nüchtern in Acht und Bann getan werden; dies betrifft vor allem: gesundheitlich leichtfertiges Verhalten, bebentemtofer Mißbrauch ber Freizeit durch Kräftevergeudung mit nachfolgendem Mangel an Arbeitssicherheit im Betrieb; Nachlässigkeit in der Abwehr von Krankheitsschäden, leichtsinnige Verschleppung von Krankheitskeirnen in Betrieb, Familie und Freundeskreisen; unnötige Krankmeldungen; Gleichgültigkeit in ber Anwendung von Schutzvorrichtungen gegen Unfälle, großtuerische Nichtbeachtung von Unsallverhütungsvorschriften! Wer durch solche pflichtlosen Nachlässigkeiten an vermeidbaren Erkrankungen oder Unfällen ’ schuldig wird, ladet Vergehen auf sich, die zur unnötigen Ausscheidung von Arbeitskräften führen und dadurch der deuffchen 1 Wehrkraft im Kriege Schaden zufügen zum unmittelbaren Nutzen des Feindes!
Sprechstunde des Kreisleiters.
Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am ■ Donnerstag, 29. 4., nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen ,Alicenfttaße 10, statt._________
Ernährung der Bevölkerung gewonnen. Auf man- ten Feldstücken des Polders ragen der Winter- nggen und der Wmterweizen bereits aus der Erde während an anderen Stellen schon Oelsrüchte gebaut uerden. Viele Arbeiter aus den Provinzen Fries- liitb, Overijssel und Drente sind bei der Kuttivie- ung des Polders beschäftigt oder bei wasserbau- ):chnischen und anderen Bauarbeiten eingesetzt "Im ronzen Zählt der Nordostpolder jetzt 12 Ärbeits- iiger.
Kunst und Wissenschaft.
Hochschulnachnchten.
Der o. Professor für bürgerliches (volksqenössi- ches) Recht, Wirtschaftsrecht und neuere Rechtsge- chichte an der Universität Berlin, Dr. Wilhelm . hebe mann, vollendet fein 65. Lebensjahr. Er iromoDierte 1902 in Breslau, habilitierte sich dort ?)03 und kam 1906 als a. o. Professor nach Jena po er 1909 o. Professor wurde. Seine Berufung »ach Berlin erfolgte 1936. Als Mitglied der Aka- . ietnie für deutsches Recht wurde er mit der Leitung ier Vorarbeiten zum deutschen Volksgesetzbuch be- uftvagt. — Der emer. Ordinarius für ältere deut- ; he Philologie an der Universität München, Gehei- ner Hoftat Dr. Carl von Kraus, vollendet fein
Lebensjahr. In Wien habllitierte er sich 1894 irtb kam 1904 als Dtbinarius nach Prag, von hier her Bonn und Wien 1917 nach München. Er ist Ehrenmitglied der Wiener und Mitglied der Baye- rschen, ®öttinger und Preußischen Akademie der Assenschaften. — Ferner vollendete der emer. Or- Lnarius für indische Philologie an der Universität Machen, Prof. Dr. Hans Öertel, sein 75.Le- iensjahr. Er wirkte zu Beginn feiner Laufbahn iingere Zeit in Amerika und kam dann über Basel md Marburg 1925 nach München. Derlei verfaßte cne Syntax der Brahmana-Sprache.
Ein neues Theater in Wien.
In Wien wird das Neue Schauspielhaus, fts durch Umbau eines großen Kinos im Außen- iezirk Meidling entftanb, mit Walter Gilbrichts Ser große Helfer" eröffnet. Zum erstenmal wird ' iamit der Versuch gemacht, eine Bühne ins Leben p rufen, deren Standort nicht das eigentliche 5heaterzenttum Wiens ist — die Jnnenbezirke —, (mbern die es unternimmt, ihr Publikum in einer der tchtbevolkerten Arbeitergegenden an der Peripherie jer Stadt zu suchen. Direktor des Theaters ist Fer- linanb Dörfler, der Grüstder des Münchener lolkstheaters. Auch das Neue Schauspielhaus in Bien wird nach dem Muster eines Volkstheaters fführt werden. Der Spielplan umfaßt die Klaf- ker, das zeitgenössische dramatische Schaffen, das olksstück und die Operette. Zunächst in Aussicht mommen find „Die Räuber", „Wie es, euch ge- illt", Anzengrubers „Viertes Gebot". Von leben- m Autoren Gerhard Aichingers Raimund-Komö- 1 ie „Hochzuverehrendes Publikum", Ernst Schäfers Die große Nummer" und Friedrich Forsters „Prin- Hfin Allerliebst".
viel. „Verträge, bei denen nur die eine Seite Vor-' teile hat, find unmoralisch, ganz gleichgültig, wer der Vertragspartner ist."
Der Gouverneur steht auf. ,Hch verbitte mir diesen Ton, Dr. Dos Passos!"
Rubber packt seine Kamera und läuft zu den beiden Stteitenden.
Dos Passos läßt sich von der zornigen Geste des Gouverneurs nicht 'einschüchtern. „Wie Sie wollen — bann wird die Aktion eben abgeblasen!"
jawohl, die Aktion wird abgeblasen!" erklärt der Gouverneur eigensinnig.
„Bueno, bann behalten Sie eben Ihre Malaria und krepieren Sie daran!" sagt Dos Passosss sehr deutlich seine Meinung. Er schließt einen Augenblick bie Augen, weil das Pragnesiumlicht, das der photographierende Journalist aufblitzen läßt, ihn plötzlich trifft. Rubber knipst immer den jeweils Sprechenden, darum wendet er sich nun dem Gouverneur zu, der gerade im Ton der Ueberzeugung verkündet: „Bis jetzt leben wir alle noch!"
Dos Passos sieht ihn scharf an. „Bis jetzt — aber es werden alle drankommen. Auch Sie, Exzellenz."
Der Gouverdeur gerät in Wut.
„Herr Doktor, ich verbiete Ihnen, weiterzureben!"
„Sie haben mir nichts mehr zu verbieten, Exzellenz. Ich gehe. Aber die Verantwortung für das Elend, das Puntamarra erleben wird, kommt auf Ihr Konto, Exzellenz!"
„Jawohl!" Der alte Sedgewick schlägt sich auf Dos Passos Seite. „Und da ist bald genug drauf."
Mit großer Erregung verfolgt Virginia bie Szene. Sie bemerkt nicht, daß Lewis den Zeichen- block Rubbers zu sich heranzieht, den Radiergummi zur Hand nimmt und an der Zeichnung herum- rabiert. Dann schiebt er ben Block wieder an seinen alten Platz zurück.
Sedgewicks Einwand hat dem Gouverneur zu denken gegeben. Er hat kein Interesse bgran, sich mit dem Bankier schlecht zu stellen. Schließlich hat Sedgewick neulich Mrs. Parker das Geld für ein Perlenkollier vorgeschossen und besitzt einen Schuld- schein. Und schließlich konnte Sedgewick auch mal beim Koloniakminister, dem Vetter seiner Frau, eine Bemerkung wie bie eben geäußerte fallen lassen, und dies wäre unangenehm. Also wird er friedlicher. „Selbst wenn ich auf diese Bedingungen eingehen würde, Mr. Sedgewick, wer garantiert mir dafür, daß dieser Je-crois-en-Dieu den Vertrag einhält?"
(Fortsetzung folgtj)


