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Die Jugend im ioialen Krieg Oer (Sauleiter über die Betreuung der fugend.

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Ein dürftiges Ergebnis.

Die Zusammenkunft Ehurchill-Roosevelt auf geraubtem französischem Boden.

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Ritterkreuzträger Generaloberst von Arnim be­sichtigt Stellungen im tunesischen Kampfraum und begrüßt dabei Männer eines erfolgreichen Stoß­trupps. (PK.-Kriegsberichter Mullin. jSch.j)

Das Eichenlaub zum Ritterkreuz.

Berlin, 27.Dan. (DMB.) Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen fireu- zes dem Oberleutnant d. R. Georg Michael, Ba« laillousführer in einem Pqnzer-Grenao7erregimevl! als 187. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

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Am Westfeldzug nahm Leutnant Michael in einem Reiter-Regiment teil. Als Führer eines Spähtrupps überraschte er ein Bataillon Senegal« neger und nahm es gefangen, wofür er das M terkreuz erhielt. Im Osten befreite er in der Kessel­schlacht von Brjansk im Oktober 1941 seine Schwa­dron und verhinderte mehrere gefährliche Durch» bruchsversuche des Feindes. Durch einen kühne« Angriff in schwierigem Waldgelände warf er An­fang Juli den Feind aus feinen stark ausgebautea Stellungen. Zwischen Don und Wolga meisterte er Ende November mehrfach sehr schwierige Lag«

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NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Spren­ger sprach am Mittwochvormittag auf einer von K.-Gebietssührer Dr. Gau hl geleiteten Arbeits­tagung im Kurhaus in Wiesbaden zu den Sachbe­arbeitern der Hitler-Jugend und den Ju- gendamtsleitern der Städte und Gemeindeverbände des Gaues Hessen-Nassau über das Thema fugend und Staat".

Zu Beginn der Tagung gab K.-Gebietssührer Dr. Gauhl, nach einer knappen Darstellung der einzel­nen. Arbeitsgebiete, den Tagungsteilnehmern das Arbeitsziel eines wesentlichen Kriegsprvgramms zur Verstärkung der Voraussetzung für eine straffe und gleichzeitig einfache Durchführung der Erzie- hungs- und Einsatzaufgaben in der Jugend be­kannt.

Dann ergriff der Gauleiter das Wort und zeigte in klarer Weise das Verhältnis von Par­tei und Staat auf. Die Hitler-Jugend als Glie­derung der Partei habe die Aufgabe, in engster Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden alle Fragen der Jugendführung und der Jugendbetteu- ung zu klären und durchzuführen. Der Einsatz der Jugend ist gegenwärtig von kriegswichtiger Bedeu-

Damals aber steckte Stifter schon tief in den Vor­arbeiten zu dem großen Roman aus Böhmens mit­telalterlicher Geschichte, der ursprünglich als Tri­logie gedacht war, von dem jedoch nur der erste Teil fertig wurde, derW i t i k o". Auch dieses Buch, Stifters größtes Werk, ist mehr als alle an­deren aus seinem Grundtrieb geboren: Menschen zu bilden. Und zwar in diesem Fall noch genauer: politische Menschen. Menschen, die fähig firtö, einen Staat zu schäften und zu tragen. Schon immer hatte der Wunsch nach einem solchen Werke in Stifter geschlummert. Die Revolution von 1848, die er zuerst 1 mit begeisterter Hoffnung begrüßte, bis er sich alsMann des Maßes und der Frei- beit" voll tiefen Ingrimms von ihr abwandte, hatte diesen Wunsch zum leidenschaftlichen Bedürfnis ge­steigert.

Es ist Zeichnend, daß derWitiko", um den Stifter zwanzig Jahre gerungen hat, bei seinem Erscheinen wenige Jahre-vor seinem Tode, von so gut wie keinem Zeitgenossen verstanden, ja dem Dichter derStudien" als greisenhafter Abstieg ver­übelt wurde. Erst unsere Zeit beginnt zu würdigen, was wir imWitiko" besitzen: den großen deutschen politischen Raman. Stifter sieht seine Aufgabe darin, das starke, ruhig wirkende Beispiel der staatsbildenden Kraft aufzustellen, gesammelt in Witiko, dem ruhig bescheidenen Mann, der den Ruhm nicht sucht, den aber, da er zu jeder Stunde das Rechte tut, den Ruhm findet, der zum Stamm­vater eines großen Geschlechtes und zur tragenden Säule des Staates wird.

Im Frühjahr 1848 war Stifter von Wien nach Linz übergesiedelt, wo er sich mehr Muße für fein dichterisches Schaffen erhoffte. In dieser Hoffnung wurde er durch zwei Ereignisse enttäuscht: durch die ihn tief aufwühlende Revolution und durch feine öffentliche Anstellung. Dieses Amt. das der Dreißig­jährige einst so heiß ersehnt hatte, traf nun den fünfundvierzigjährigen reifen Meister, dessen Leben nun bereits durch die selbstaewählte Aufgabe mehr als erfüllt war. Dennoch gab Stifter sich, in depi immer noch jugendlichen Drang zu wirken, seinen neuen Berufspflichten zunächst mit freudigem Hiser hin. Aber nicht lange, so fühlte er aufs schmerzlichste die Kleinlichkeit der ihm auferlegten Lasten. Die Amtsbürde und die geistige Oede der kleinen Pro- vinzstadt verleideten ihm bald Linz und ließen ihn fehysüchtig nach Wien zurückverlangen, wo itn Aus-

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madjen wird. Gerade für die Jugend werden sich hierbei ganz besonders wichtige Aufgabengebiete ergeben, Die, darüber besteht keinerlei Zweifel, von der Jugend auch gemeistert werden.

Im weiteren Verlauf der Tagung ergriff noch Hauptbannführer Schlinke von der Reichsju- gendsührung das Wort zu grundsätzlichen Ausfüh­rungen über das planvolle Zusammengehen von Partei und Staat auf dem Gebiete der Jugend-

voran. Wie sott da etwas für die Bevölkerung übrig bleiben?"

Die Lage ist in der Tat so schwierig, daß Die Operationen bereits dadurch behindert wurden. Amerika und England haben völlig verkannt, daß Marokko und Westafrika ihre Schätze tief in den Bergen und im Innern des Landes verborgen hal­ten. Sie haben nicht beachtet, daß alle Dersorgungs- güter mühsam erarbeitet werden müssen' und erst nach vielen Jahren in den Mengen vorhanden find, die eine Eigenversorgung einigermaßen sicherstellen. Sie haben ebenfalls nicht damit gerechnet, daß die eingesessene Bevölkerung sich zwar mit den bestehen­den Gewalten abgefunden hat, aber bereit ist, gegen jede neue Macht sich aufzulehnen. Schon sind die ersten Gewehre, die man den Stämmen in die Hüt­ten trug, gegen die Waffenschmuggler selbst losge- gangen. Schon zeigt sich, daß die Verbindungswege riesenweit und schwierig sind, daß alle Projekte des -Straßenbaues von West- nach Ostafrika, alle Flug­wege und Nachschubkalkulationen an vielen Stellen dieses Erdteils nur auf den Generalstabstischen funktionierten und günstige Aussichten eröffneten.

Die Wirklichkeit sieht anders aus. Es beginnt ein neuer Kannst um die Erschließung des dunklen Erd­teils, ein neuer Kampf mit Eingeborenen um die Herrschaft und ein gewaltiges Ringen mit den Kräf­ten, die rein afrikanisch geblieben sind. Der Kamps um Afrika spielt sich zur Stunde weniger zwischen den kriegführenden Lagern ab, sondern innerhalb der neuen englisch-amerikanischen Machtbereiche. Und der Gegüer ist hier Afrika selbst, das Volk der Schwarzen und Braunen, das friedlich war und jetzt wieder zum Unfrieden geführt wurde. Der Mann hat recht behalten, der vor einem halben Jahr den Europäern erklärte, es fei gefährlich, den Männern des Schwarzen Erdteils aufs neue Waf­fen in die Hand zu geben. Besonders gefährlich in einer Zeit, in der eine unermeßliche Not durch die Fremden über das Land zu kommen scheint.

Adalbert Güster.

Zum 75. Todestage am 28. Januar.

Furchtbar hat Adalbert Stifter in seiner letzten Lebensspanne an der tödlichen Krankheit, dem Leberkrebs, gelitten, bis ihn in der Frühe des 28. Januar 1868 der Tod erlöste. Ein später auf- getauchtes Gerücht will wissen, er habe selbst ein Ende gemacht. Erwiesen worden ist das Gerücht niemals, in das Charakterbild des Dichters paßt es nicht, es sei denn, das Uebermaß des Leidens hcjtte sein Wesen vollständig gewandelt. Wahr ist freiftch, daß unter Einwirkung der Krankheit die Gesichts- züge Stifters sich derartig veränderten, daß Freunde, die ihn mehrere Jahre nicht gesehen hatten, ihn im ersten Augenblick nicht erkannten. Diese furchtbare. Krankheit selbst erscheint uns als der bittere Aus­gang eines sein ganzes Leben hindurch von hohem Realismus getragenen, am Ende aber in jeder Be­ziehung aufs schmerzlichste enttäuschten Daseins.

Alles, was Stifter begegnete, trug Schicksals­charakter. Aber lange, länger als andere schöpferische Naturen, brauchte er, um sich selber und sein eigenes Schicksal deuten zu können. In einem Dorf des Böhmerwaldes stand feine Wiege, in einer Land­schaft, die er selbstruhevoll, schweigsam und episch" genannt hat. Diese Heimatlandschaft schon prägte für immer sein Wesen. In allen seinen Dichtungen fin­den wir sie wieder, die unermeßlichen Wälder im südlichen Zipfel Böhmens, vom silbernen Band der Moldau durchschnitten, die weiten Höhenzüge, die zerstreuten Lichtungen mit den stillen Dörfern und Marktflecken darinnen, die Felsen und Bergkuppen, denDreisesselberg", Schnittpunkt dreier Länder, wo drei Könige auf ihren Felsenstühlen gesessen und in ihre drei Länder, Bayern, Böhmen und Oesterreich, hinausgeblickt haben, in drei Länder, die von Natur und Geschichte aufeinander ange­wiesen und zu einem Reich bestimmt sind.

Stifters ganze Dichtung ist ein Hochgesang dieses Heimatlandes, und so ist er denn auch alsHeimat­dichter", als gemütvoller Idylliker, eingereiht wor­den. Aber niemals war ein Dichter ferner der Idylle, die Ruhe, die in feiner Prosa strömt, hat nichts mit wohlumfriedetem Behagen zu tun, die Heimat ist ihm zwar Inbegriff, aber auch Sinnbild des ganzen Vaterlandes. Sein tiefstes, immer wie­der leidenschaftlich ausgesprochenes (Streben ging

dahin, feinemVaterland nutzen zu können". Diese Vorstellung war es wohl auch, die ihn, als. er, mit glänzenden .Abgangszeugnissen des Gymnasiums versehen, die Universität Wien bezog, anfangs die Rechte studieren ließ. Wer bald mußte er verstehen, daß er zum Verwaltungsbeamten niemals tauge. Sein Dienst konnte nur ein anderer sein: Menschen zu bilden. Er folgte seiner Neigung, die ihn zu den Naturwissenschaften zog, und wirkte im übrigen als Privattehrer in Wiener Familien des angesehensten Bürgertums und des Adels, wo er bald einen außerordentlichen Ruf genoß. Was an künstlerischen schöpferischen Kräften in ihm war, entlud sich in der Musik und vor allem in der von ihm mit Leidenschaft betriebenen Malerei, die' er, Gottfried Keller und Goethe verwandt, lange für feine eigentliche Berufung hielt. Wohl machte dieser allseitig musische Mensch auch Gedichte, aber was wir davon be­sitzen, ist matt und herkömmlich. Um die eigentliche Sprache feines Herzens, die epische Prosa, zu ent­decken, bedurfte es eines Zufalls.

Er hatte, im Frühjahr 1840 eine kleine Erzählung, Der Condor", geschrieben, deren Manuskript er bei dem Besuch einer befreufibeten Familie aus der Rocktasche verlor. Die Freunde lasen es, waren begeistert und vermittelten die Drucklegung in einer Wiener Zeitschrift. Die Aufnahme in der Deffent- lichkeit war unerwartet günstig und regten den da­mals fünfunddreißigjährigen Stifter zu weiteren Versuchen an. Unter dem bescheidenen und zugleich für den Maler-Dichter so bezeichnenden TitelS t u- dien" faßte er später die Früchte des folgenden Jahrzehntes zusammen, diese Reihe einzigartiger Erzählungen, die in der deutschen Literatur eine Gattung für sich bilden. Sein Ruhm als Dichter gründete sich jedes Jahr und mit jeder neuen Er­zählung fester, nur er selber glaubte noch immer nicht recht daran. Hmtnäckig hielt er am Glauben an seinen Malerberuf fest, ebenso hartnäckig strebte er nach einem staatlichen Lehramt. Er hatte sich in­zwischen verheiratet, nach dem Zerbrechen einer Jugendliebe, mit einem einfachen Mädchen aus dem Volke, das ihm zwar nicht die ideale Gefährtin feines Geistes, aber eine hingebungsvolle, von ihm herzlich geliebte Gattin wurde. So drängte ihn auch Das Bedürfnis nach äußerer Versorgung zur Suche nach einem Amt. Doch erst 1850, mit feiner Ernen­nung zum Schulrat für das Volksschulwesen Ober­österreichs, verwirklichte sich dieser Wunsch.

Lenau u. a., doch weitere Horizonte sich auftaten.

Vom Jahre 1852 ab häuften sich Stifters Klagen daß er sich wie in einer Wüste fühle, daß das Bilk des Menschen ihm im Spießertum unterzugehen! drohe. Aber gerade gegenüber dieser Bedrohung richtete er noch'einmal sieghaft fein Menschendiw auf. Mitten in die Arbeit an dem mittelalterliches Roman hinein schob sich ihm fein anderes großes Buch, derNachsommer", den Nietzsche den besteh deutschen Roman genannt hat. Auch dieser keines« wegs eine Idylle, wie oberflächliches Urteil oft meint, sondern ein strenges forderndes Bild des rechte» Menschen, der vomMaß der Freiheit" geformt wird, ein Bildungsroman, ebenbürtig demWilhelm Meister" und demGrünen Heinrich", von feinen« Verfasser bemerkenswerterweise alssozialer fto® man" bezeichnet.

Nach feiner Vollendung, zu der Stifter volle fünf Jahre brauchte, warf er sich mit erneuter Begeiste» rung auf denWitiko". Wir besitzen in unserer g<6 samten neueren Literatur kaum ein Buch, das I» tief den Geist des Mittelalters atmet wie dieses fall mythenhafte Epos. Wie furchtbar aber mußte der f» ganz in seinem Werke versunkene Dichter sich feinet eigenen kleinlich unheroischen Zeit entfremden, wie furchtbar mußte sich die Kluft zwischen ihm und seiner Gegenwart auftun! Diesem Gegensatz ftan'b- zuhalten, ging wohl über Menschenkrafte. Ja, wir dürfen es sagen: derWitiko" hat tatsächlich feine« Dichter verschlungen. Der für Oesterreich so unglück­liche Krieg von 1866 tat bas Letzte, um Stifter seine eigene Zeit als sinnlos erscheinen zu lassen. Schwere versönliche Erlebnisse, wie der Selbstmord der Pflegetochter, die qualvolle eigene Krankheit trugen ihr Teil zur Verdüsterung der letzten Lebensjahre bei, die schauerlich anmutet und im schroffen Miß­verhältnis zu der sonnig harmonischen Schönheit-- welt zu stehen scheint, die dieStudien" und bei Nachsommer" verkünden. Aber der hat die scheinung Adalbert Stifter nicht verstanden, be< nicht auch in dieser idealen Schönheitswelt die da-« manische Tiefe spürt, aus der sie erwachsen J Wie der Dichter aus diesen Abgründen die Schön­heit befreit, so hat der Mensch Stifter mit den, motten der Tiefe männlich gerungen. Und wer wm behaupten, daß er unterlegen ist?

Annemarie von Ruttkanuft

hing. In diesem Rahmen haben auch die Jugend, ämter gerade jetzt im Kriege eine besondere Aust gäbe zu erfüllen. Alle beteiligten Stellen müssen es sich zur Pflicht machen, unter Aufgebot aller zur Verfügung stehenden Mittel, die Jugend im Einsatz ihrer Aufgaben besonders zu betreuen. Dabei habe jeder der mit der Bearbeitung von Jugendfragon beauflagt sei, mit gutem Beispiel und als leuch, tendes Vorbild voranzugehen. Es gelle, das Feuer der Jugend nicht nur wachzuhalten, sondern dauernd zum Lodern zu bringen.

ging der Gauleiter auf die Maßnahmen der totale Krieg in Zukunft erforderlich Jugend werden sich

Nordens würde heute im Osten entschieden. Don Finnlands Derteidigungskampf hänge es ab, ob das finnische, schwedische, norwegische und da« nische Volk mit einer Zukunft als freie Nationen rechnen könnten. Es sei nordische und schwedischi Pflicht, nach bestem Vermögen Finnland in seinem augenblicklichen schweren Kampf beizustehen. Damij sei auch der erste und in der heutigen Situatü» einzig mögliche Schritt zu einer allnordischen Sam» lung getan.

Generaloberst v. Arnim im Kampfgebiet von Tunis.

Enttäuschung in London.

Stockholm, 27.Jan. (Europapreß.) Die Reak­tion der englischen Oeffentlichkeit auf die Bekannt­gabe der Konferenz von Casablanca ist nicht ein­heitlich. Es fehlt keineswegs an kritischen Stimmen. Die Blätter der Linken betonen, bafr- die politischen Mängel, welche vor der Konferenz bestanden, noch keineswegs, behoben feien. So weistDaily Herold" darauf hin, daß der erwarteteRat der. vier großen Alliierten" noch nicht geschaffen fei? Ebensowenig sei in dem Kommunique irgend etwas über die An­gleichung der Nachkriegsziele der Antiachsenmächte gesagt. Eine andere, nicht verwirklichte Hoffnung sei die, daß durch die Konferenz die politischen Schwie­rigkeiten, denen sich die Ächsengegner durch die Besetzung Nordaftikas gegenübersehen, nicht besei­tigt worden seien.News Chronicle" mißbilligt die Tatsache, daß die Konferenz in Afrika stattfand. Alle besprochenen Fragen, außer der politischen Lage Nordafrikas, hätten auch anderswo besprochen wer­den können, wenn es so ernst gewesen wäre. Der Händedruck zwischen Giraud und de Gaulle habe die Loge nicht geklärt. DieTimes" schreibt, die Pläne der Achsenfeinde hätten nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn die Bedrohung durch die U-Boote endlich beseitigt sei.

Zu den Besprechungen zwischen de Gaulle und Giraud in Casablanca meldet der Nach­richtendienst von Algier amllich, es habe lediglich ein erstes Zusammentreffen unter vier Augen statt­gefunden. Die Besprechungen würden aber fortge­setzt werden, es seien Meinungsverschiedenheiten auf getreten, man erwarte jedoch deren Beseitigung. Reuter schreibt zu der Begegnung- .Auch die po­litischen Probleme wurden natürlich zwischen diesen beiden Männern angeschnitten, im Augenblick je­doch war es ihnen nicht möglich, die Zwischen ihren Einstellungen bestehende Kluft zu überbrücken. Bei ihren Verhandlungen mußten beide feftfteHen, daß es Hindernisse gab."

Das Schicksal des Nordens.

Stockholm, 27.Jan. (DNB.) Die schwedische ZeitungDagsposten" schreibt: Solange der Krieg andauere, könne von schwedischer Seite aus kein Interesse dafür vorliegen, daß die rein militärische Besetzung Norwegens durch Deutschland aufhöre. Das würde nämlich nur dazu führen, daß USA.-England das Land in Besitz nehme, worauf Schweden zweifellos in den Krieg gezogen würde. Im Falle Finnland sei die Frage ganz anders. Wenn das Land von der Sowjetarmee erobert wer­den sollte, würde die Nation aus gerottet wer­den und die baltische Tragödie sich in größerem und breiterem Maße wiederholen. Das Schicksal Finnlands beherrsche Schweden mehr, als das eines anderen Landes, da ein Zehntel der finnischen Be­völkerung schwedischer Herkunft sei. Auch läge eine große historische Aufgabe im Osten: die nordisch- abendländische Rechtskultur vor Asiens ständig drohender Barbarei zu schützen. Das Schicksal des

rung Afrikas haben sich vollendet. Aeußerlich scheint der Machtkampf in den französischen Teilen ent­schieden zu sein. Die Amerikaner haben aber weder Wohlstand noch Frieden mitgebracht, sondern nur neue Not und neue Entbehrungen. Bis nach Tanger ist der Zug der Not gegangen. Aus dem kleinen Souk ist es schon immer sehr lebhaft gewesen. Aller Streit wird hier auf der Straße und auf, den Terrassen der vielen Kaffechäuser ausgetragen. In den letzten Tagen kam Diel Klatsch hinzu, aber noch mehr Sensation und Aufregung. Dafür sorgten di? Engländer und Amerikaner, die das unruhig gewordene Tanger mit Gerüchten und Stimmungsmache vollgestopft hatten. Zu ihrem Nutzen meinten sie, zur Stärkung ihres Ansehens. Die Menschen in Tanger und in anderen marok­kanischen Städten geben ihnen aber eine andere Antwort. Sie sind unruhig geworden, weil es Brot nur noch zu hohen Preisen gibt und Textilwaren kaum noch zu haben sind, weil Del fast nur noch von den Reichen gekauft werden kgnn, und sogar die Dinge fehlen, an denen Afrika bisher über­genug hatte.

So sieht es mit dem Versprechen aus, neuen Wohlstand nach Afrika zu bringen. Wer weiß, was mit den Konsulatsgebäuden und den Amtssitzen der neuen Besatzung bereits passiert wäre, wenn sie nicht scharf bewacht würden?Alles Lügen und Prahlerei" rief ein Araber dem anderen zu, als wieder einmal ein Propagandablatt der Ameri­kaner über den Souk flog.Und hast du von Abdul Dwin gehört, wie er erzählte, daß es drüben im Französischen überhaupt nichts mehr zu kaufen gibt, daß nichts mehr hmzukommt, nach­dem die Besatzung alle Läger leergemacht hat? Von Benzin keine Spur. Die Lastwagen sind von den Straßen so gut rote verschwunden. Und Kohlen für Elektrizität gibt es nicht mehr. Die Amerikaner kommen ja mit ihren eigenen Dingen nicht mehr

essanter, als Roosevelt und Churchill sogar bereit gewesen waren, sich viel weiter östlich als Casa­blanca zu treffen, also Stalin mehr als den halben Weg entgegenzugehen. Man kann daraus schließen, daß' es der wachsende Gegensatz und das Miß- trauen nicht nur zwischen Großbritannien und den USA., sondern auch zwischen den beiden angel­sächsischen Mächten und der Sowjetunion war, der dem Treffen von Casablanca seinen Stempel auf­drückte. Der Plan eines gemeinsamen Ober­befehls ist daher auch diesmal nicht zustande gekommen. Ebensowenig verrät das Kommunique, daß in Nordafrika klare Verhältnisse geschaffen wurden. Eisenhower wurde nicht abgesetzt, Alexan­der nicht ernannt, der Generolgouverneur Peyrou- ton bleibt im Amt. De Gaulle und Giraud haben sich zwar unterhalten, aber es wird nicht gesagt, wer wen künftig zu kommandieren hat. - Das ein­zige Ergebnis, das das Kommunique nennt, ist der Beschluß, die alliierten Hilfsquellen aufammen- zuleben und auf der ganzen Welt die militärische Jnittative zu ergreifen.

Wer diplomatische Kommuniques zu lesen ver­steht, wird als Beobachter der weltpolittschen- Lage deutlich die Unstimmigkeit empfunden haben, die zwischen den Worten des Kommuniques über die Zusammenkunft in Casablanca und den sich da­hinter verbergenden roidersvruchsvollen Tatsachen besteht. Es war ohne Zweifel ein- unvermeidlicher Regie fehler der beiden Staatsmänner, die dieses Schauspiel in Casablanca vor der Welt inszenier­ten, daß Herr Stalin derherzlichen" Einladung nicht gefolgt war. Denn nach eigenen Eingeständ- niffen der beiden Kriegstreiber bildet die gewaltige Front im Osten die Hauptfront des weltumspan­nenden Ringens. Wie wertlos muß also eine Kon­ferenz ohne Teilnahme des sowjetischen Verbünde­ten sein und wie deutlich gehen aus dieser Absage Stalins die katastrophalen Gegensätze im feind­lichen Lager hervor. Das Ergebnis der Konferenz können also nur unfruchtbare Halbheiten gewesen fein, die den heillosen Wirrwarr der militär-politi­schen Situation noch verworrener machen als er schon ist. Hinter den Redensarten des nichtssagen­den Kommuniques verbirgt sich die tiefe Enttäu­schung über die verfahrene Lage der Alliierten.

Berlin, 27.Jan. (DNB.) Roosevelt und Chur­chill haben, wie Reuter meldet, in Casablanca mehrtägige Besprechungen abgehalten. Für die Wahl des Tagungsortes in Französisch-Westafrika dürften die Schwierigkeiten maßgebend gewesen sein, die sich hinsichtlich der englisch-nordamenka- nischen Zusammenarbeit durch die Divergenzen zwischen den Gaullisten als Schützlingen des briti­schen Empire und den Beauftragten Roosevelts für Nordafrika ergeben . haben. Die Hinzuziehung de Gaulles und Girauds selbst zu einzelnen Teilbe­sprechungen spricht ebenso dafür, daß ein persön­liches Eingreifen Roosevelts und Churchills sich als notwendig erwies^ ,wie das Erscheinen des USA.- Präsidsnten auf durch Verrat kampflos ihm in die Hände gefallenem französischem Boden symbolisch ist für den- Imperialismus Roosevelts, der sich als neuer Herr vorstellte.

In einem Kommunique werden neben der er- strebten Vereinbarung zwischen de Gaulle und Gi­raud als Gegenstand der Besprechungen dieUnter­stützung der Verbündeten" und dieVervollstän­digung der Pläne für Offensiv-Aktionen dieses Jah­res" angesehen. Das Hauptthema der Besprechun­gen, das Tonnageproblem, bleibt jedoch un­erwähnt. Daß gerade diese Fragen trotzdem sehr eingehend behandelt worden sind, dafür spricht vor allem die Anwesenheit des britischen Ministers für Kriegstransporte, Lord Leathers, sowie die des Chefs des amerikanischen Nachschubdienstes, Gene­ralleutnant S o m e r v e l l s. Als Landungsfach­mann war Lord Louis Mountbatten geladen, der Verlierer von Dieppe, General Eisenhower, General Montgomery und Großadmiral Sir ' Andrew Cunningham wurden nur kurz emp­fangen. Um so breiter machte sich die Militärbüro­kratie aus London und Washington. Auch Hopkins und Harriman fehlten nicht.

Der Schatten, der üty?r der ganzen Zusammen­kunft lag, war die Abwesenheit Stalins, der es nicht einmal für nötig befunden hatte, Mai- fky oder Litwinow-Finkelstein als Botschafter zu entsenden. Stalin hot die Einladung abgelehnt, weil er angeblich durch die Operationen an der Ostfront verhindert war, in Wahrheit,^ weil er nicht kommen wollte. Für Tschiangkaischek dürfte ähnliches gelten. Stalins Absage ist um so inter-

tausch mit gleichgesinnten, geistig ebenbürtigen Freun­den, mit Grillparzer, ZÄlitz, Feuchterslebechj ! Mm